: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 3. Februar 2013

Ein wenig Pietät

Dieses Blog ist sehr gut bekannt als Hort der Andacht und des ehrfurchtsvollen Gedenkens; stirbt nämlich jemand wie der Haider oder sonst ein fleischgewordener Alptraum, dann halte ich mich nicht zurück oder entringe mir wie die ganzen Kackbratzen der Ösimedien ein Oh schad, nein, ich halte Andacht für Wahrhaftigungkeit und gedenke das zu tun, was in dem Fall zu tun ist. So einer muss den Weg zur Hölle so antreten, wie er gewesen ist. In Schande.Und das muss man dann auch sagen dürfen: Die Welt, sie ist ein Ort, der nicht bei jedem Tod ein schlechterer wird.



Bei dem amerikanischen Massenmörder, der seine Opfer heimtückisch im nahen Osten tötete und jetzt meinte, mit einem von seinem Einsatz gestört zurückgekommenen Kollegen eine Runde ballern zu gehen, damit der wieder besser drauf sein würde -bei dem bin ich, abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung solcher Tätigkeiten aber gar nicht so sicher.

Denn, seien wir ehrlich: Menschen mit solchem Vertrauen braucht die Welt. Die glauiben sicher auch nicht, dass das hiesige Regime nie und nimmer bewaffnete Drohnen im Inneren einsetzen würde, sondern allenfalls zur Sicherung der Handelswege der sie schmierenden Wirtschaft, solange es nicht gerade die Hoteliers und die Glücksspielautomatenaufsteller und Legaldrogenhersteller sind. Wer es für eine gute Idee hält, einem Irren eine Knarre in die Hand zu drücken, der lässt auch E.ON und Vattenfall beim Ausbau der Netze mitreden. Oder die deutschen Verleger beim Lex Google. Oder einen Haschischbauern beim Drogengesetz, falls die Piraten mit Lauer, Peukert und Stefanowitsch bei denen doch noch fast stalinistische Erfolge einfahren. Menschen mit Glauben und Gottvertrauen und der Bereitschaft, dafür alles zu riskieren! Wo hat man das noch? Ausser bei den Schwachköpfen natürlich, die den Blogs der Ferengis glauben.

Generell hätte der Mann an jede Schaltstelle gepasst, an der zu entscheiden ist, ob man diejenigen weiter ranlässt, die es bislang in den Sand gesetzt haben. Man soll über solche Leute nicht lachen: Unser System braucht die. Solche Leute sind die wahren Stützen, auf denen man ein neues Tschernobyl errichten und eine zweite Challanger ins All schicken könnte. Und man kann auch an einer Torte ersticken.



Wobei... jetzt, wo wir einen weniger unter uns haben... vielleicht ist jetzt das Gleichgewicht ausser Kontrolle geraten? Diese Stütze ist weg. Tja. Was man da tun kann?

Vielleicht es den Markt regeln lassen. Mein Vorschlag wäre: Für alle Entscheidungsträger und ihre PPP-Partner mehr Schiessplätze, jede Menge automatische Waffen und Munition so viel bis keine oder, auch das ist denkbar, keiner mehr da ist. Öfters mal rausgehen und 100 Schuss ringsum ablassen, das ist echt gut zu den Nerven und wenn es einen selbst schon nicht ruhig macht - wie man sieht, schreibt der Ballerfreund jetzt keine Bestseller über das Erschiessen von Menschen mehr. Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei wäre, sagte meine Grossmutter immer, von der ich auch die Sache mit der Torte habe.

Und das gute Gefühl, dass man über Tote nichts ausser Gutes sagen darf. Gutes, das einem selbst gut tut. Und solange da ein Sahnekuchen vom Wagner ist, ist das auch nicht geschmacklos, sondern gut.

... link (52 Kommentare)   ... comment