He Sie, Herr Clement!

Ich hätte beinahe etwas von "Danke" geschrieben dafür, dass ich bei Ihnen nicht mehr als "meinem Genossen" denken oder reden muss. Es ist gerade keine schöne Zeit, Sozialdemokrat zu sein, da hilft jeder Geste, jedes Stückchen Ehrlichkeit von Karrieristen und Parteibeschädigern, das Leben mit dem roten Parteibuch in Gummi leichter zu machen. Von nun an sind sie nur noch der Lobbyist eines Grosskonzerns, und wenn Sie vielleicht auch noch mitkriegen, dass Ihr Ansehen in der Partei und bei vielen anderen vollkommen aufgebraucht ist, die Sie zum dem haben werden lassen, was sie sind und ohne die Partei nie geworden wären, sind Sie vielleicht auch noch klug genug, die Partei nicht mehr mit Sprüchen wie "Sozialdemokrat ohne Parteibuch" zu beleidigen.

Wenn Sie dann soweit sind, hätte ich da einen Vorschlag für Sie und gewisse Leute, die den Verrat zur politischen Lebensmaxime gemacht haben, diese Widerlinge, die in der Partei kaputt machen, was möglich ist, um es sich draussen vergolden zu lassen: Wenn Sie wirklich so gut sind, wie Sie glauben, gehen Sie doch zu den Kreaturen der hessischen Verräter, sammeln Sie den Metzger von der CDU ein, und noch einige andere, die das Parteibuch als Ticket zum Posten und nicht als Ausdruck einer Überzeugung betrachten. Eröffnen Sie mit denen eine Partei, die gnadenlos auf die Mehrheit setzt, die nicht in der Mitte ist, sondern nur auf ihrer eigenen Seite. Die egomane Mitte, die Mitte der Selbstbediener, die Leute, die in Wirklichkeit angekotzt sind von dem Gerede, dass der Staat solidarisch sein soll. Gründen Sie die

Opportunistische Aktion - Claim: Das O und A der neuen Mitte.

Mit der OA sprechen Sie die Leute an, die sich an Reality Soaps bei von Hartz IV Betroffenen angesprochen fühlen. Sie werden sicher der Held der Bild, der die Merkel längst zu werbekundenfeindlich ist. Sie holen sich den Sarrazin an Bord, und sorgen Sie dafür, dass er noch kräftiger keilt. Sie nehmen sich die medienpolitisch hochelastische Bunz als Pressesprecherin, die keine moralischen Bedenken kennt, wenn Medienabschaum die ihr genehme Technik fördert (http://www.tagesspiegel.de/meinu ng/kommentare/Le serreporter-Kai-Die kman n;art141,2669997). Ihre OA wird bei allen Talkshows sein. Und Firmen, die sie sponsorn, kennen Sie sicher genug. Das ist Ihre Zukunft. Eine Partei für Sie und für alle, die dabei sind, ein Parteibuch mit Garantie auf Einfluss, und dann versuchen Sie mal, mit dieser ehrlichen Partei ehrlicher Leute in die Parlamente zu kommen.

Leute wie Sie sind nämlich prädestiniert dafür, so viele Idioten unter die 5%-Hürde zu führen, dass es andere Idiotenparteien schwerer haben. Das fände ich eine prima Sache, Herr Clement.

Dienstag, 25. November 2008, 22:33, von donalphons | |comment

 
Bei den Begriffen "Qualität" und "Qualitätsjournalismus" muss ich bald k...

Bei Clement kommt mir "Linker Neoliberalismus" in den Sinn. Wo wir wieder bei der potentiellen Pressesprecherin wären.

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'' Linker Neoliberalismus ''

Zugegeben, ein interessanter Begriff, den man irgendwie bestätigt sieht, wenn man sich vor Augen führt, dass die linken Kräfte im Grunde stets auch nur von ''Geld'' sprechen, das z. B. umverteilt werden soll bzw. sozialer eingesetzt werden soll .........
Wie auch immer, es geht offensichtlichauch in dieser marxistischen Liga ebenfalls immer nur um den Zaster !

Bisweilen schlag ich mich aufgrund der bekannten Verdachtsmomente mit den Begriffen ''rechter Kommunismus'' und ''Neo-Kommunismus'' rum.
Nicht nur zu diesem Zweck sondern in Hinblick auf auffällige reduktionistische Denkweisen drehe ich gerne das Wort Nationalssozialismus um.
Ein ''Sozialnationalismus'' erscheint und er erklärt viele Parallelen.
Und weiter gehe ich : Lediglich eine deutliche Unterscheidung nehme ich wahr :

Was bei den Linken der Klassentypus , das ist bei den Rechten der Rassentypus.

Trau, schau wem.............

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"Linker Neoliberalismus" war ein Schlagwort, mit dem gewisse Bereiche des Berliner Lumpenprekariats versucht haben, politische Begriffe zu definieren und für sich selbst zu nutzen. So nach dem Motto "Freies WLN, Latte und Ritalin für alle". Frau Bunz war da auch mit dabei, und danach zeichnete sie für das Trashportal Zoomer - die mit den holtzbrinckschen Billigtarifen - verantwortlich.

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ich tät mich auch freuen, wenn es denn so wäre, dass die verbleibenden keine lobbyisten wären... tja.

steuersenkungen.

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Steuersenkungen?
Fragt sich nur, bei wem davon letztendlich wirklich etwas ankommt :-/

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(Einkommen-)Steuersenkungen - verbunden mit einer negativen Einkommensteuer für die, die am unteren Rand eh keine Steuern zahlen - wären schon schön. Dann könnte ich wenigstens selbst entscheiden, für welchen Unsinn ich mein Geld 'rauswerfe. Derzeit entscheidet das für round-about 40% Vadder Staat. Mit den bekannten Folgen.

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Was angesichts der kommenden Arbeitslosenwelle wichtig wäre, wäre die Verdopplung der Laufzeit von ALG I und die Aufstockungen von Hartz IV um mindestens 25%.

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@donalphons : Sie meinen also, die Leistungen verlängern und erhöhen während auf der anderen Seite weniger Beiträge aufgrund weniger Erwerbstätiger zuströmen ? Führt das in der Konsequenz nicht zu leeren öffentlichen Kassen ?
Oder sehen sie das als gleichberechtigte Gegenforderung zu den Banken- und Unternehmenspaketen ?

Können wir das gegeneinander aufwiegen ?

Besser fände ich es, dass wir trotzdem alles daran setzen, die Leute ganz schnell wieder in Arbeit zu bringen, anstatt sie an ein arbeitsfreies Einkommen zu gewöhnen.

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"die Leute ganz schnell wieder in Arbeit zu bringen"
...das ist ja mal der ausgelutschteste Spruch der letzten 10 Jahre (seit Schröder/Agenda 2010). Wir haben ja nicht das Problem der Arbeitsunwilligen, auch wenn das gerne gesagt wird. Schau mal nach Rüsselsheim, Leverkusen, ... überall wo ehemals große Industrien viele Angestellte hatten. Heute läuft vieles automatisiert und der Schweißer wird NICHT MEHR GEBRAUCHT! Doch, vielleicht als 1-€-Jobber im Park Papierchen aufklauben.
Wir haben auch kein Problem, zu hoher Löhne, vergleiche Lohnentwicklung mit Teuerungsrate ganz alltäglicher Dinge!

Wir haben ein Massen-Management-Problem und die aktuelle Bildungspolitik setzt dem nichts entgegen sondern erhitzt diese Problematik ja noch (Studiengebühren, G8,...)

Ein gewisses Finanzierungsproblem will ich auch nicht bestreiten, ABER: der einzige Grund, Schulden machen zu dürfen KANN nur der der Nachhaltigkeit sein und da sehe ich Bildung als erste Priorität!
Und soviel Geld, wie andere verbrannten kann man in der Bildungspolitik gar nicht ausgeben. Vielleicht vergoldete Hörsäle und Teilchenbeschleuniger in jeder Oberstufe als Basisausrüstung?

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Vermutlich gibt es schon ein paar Arbeitsunwillige. Darunter sind wahrscheinlich manche Menschen, die unter Druck brauchbare Arbeit leisten würden, und andere, die man im Unternehmen vielleicht sowieso nicht so gerne hätte.

Aber ich habe auch den Eindruck, dass die "strukturelle Arbeitslosigkeit" so groß ist, dass Druck an diesen Stellen nichts bringt außer noch größerem Leid. Wenn keine Jobs da sind, bringt auch der Zwang zum Arbeiten wenig... Klar, wer 30 oder vielleicht auch 40 ist, kann in der Regel umschulen und auch umziehen, jedenfalls dann, wenn er alleinstehend oder in komfortablen Familienverhältnissen ist (Alleinerziehende z.B. dürften es da wiederum schwer haben). Aber über 50-Jährige, deren Profession plötzlich nicht mehr gebraucht wird? Die stellt doch - auch nach Umschulung - kaum noch jemand ein! Was hilft dann der Druck?

Ich bin auch nicht grunsätzlich gegen 1-Euro-Jobs, mag sein, dass so etwas (in manchen Fällen) sogar Motivation oder Lebenssinn bringt - oder zumindest Kontakt zu Kollegen. Manche (kommerzielle) Billigjobs finde ich dagegen sehr abschreckend. Zeitungen verkaufen an viel befahrenen Kreuzungen? Wer eine Zeitung will, kann doch - bitteschön - zum Kiosk gehen oder an einer Tankstelle halten. Dafür muss keiner sein Leben riskieren. Oder Lotterielose an Rentner verticken im Call-Center? Da zahle ich lieber mehr Steuern für Hartz IV, als Leute zu zwingen, solche Jobs zu machen.

Und wenn noch Familien mit dranhängen, sind zu knappe Sozialleistungen noch fataler, wenn Bildung und Versorgung der Kinder darunter leiden (ja, es gibt vermutlich auch Hartz IV-Empfänger, die alles Geld in Flachbildschirme stecken - aber auch bei vernünftigem Wirtschaften dürfte es schwer sein, mit diesen Sätzen den "normalen, gesellschaftlich üblichen" Bedarf von Schulkindern zu decken. Ganz zu schweigen, wenn diese Kinder dann trotzdem noch auf die Idee kommen sollten zu studieren...).

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Amelia, auch alleinstehende 40-Jährige haben Familien - nämlich Eltern, die älter werden und um die sie sich kümmern wollen (oder müssen). Das fängt ja nicht erst an, wenn die Eltern pflegebedürftig sind, sondern schon vorher, wenn es um Kleinigkeiten geht. Wie etwa die Winterreifen aus dem Keller zu holen - meine Mutter soll die nach ihrer Rücken-OP nicht mehr durch die Gegend wuchten und ich muss sie davon abhalten, es zu tun. Und später, wenn die alten Eltern mal Pflege brauchen, ist auch nicht bei allen das Geld für einen Heimplatz da. Mal abgesehen davon, dass man ja weiß, wie grausig es dort zugehen kann.

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@arboretum: Ja klar. Das habe ich nicht erwähnt, aber dem würde ich natürlich voll zustimmen, das Fehlen solcher Hindernisse meinte ich mit "komfortablen Familienverhältnissen". Umgekehrt dürfte es für manche Alleinerziehende entscheidend sein, dass Verwandte oder Freunde in der Nähe sind, die im Ernstfall mal die Kinder übernehmen können - ein Umzug in eine andere Stadt wäre da eine Katastrophe.

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Auch der ''ausgelutscheste Spruch'' @raucher kann ein richtiger Spruch sein !

Und wer endlich einmal realisiert hat, dass in der BRD etwa 90% aller Unternehmen kleine und mittelständische Betriebe sind, der wird einerseits damit aufhören, das ''Dogma der alleinschuldigen gewinnmaximierenden Monsterkonzerne'' anzuführen und in der Folge wird er begreifen, dass die kleinen Unternehmen die Masse der Leute beschäftigen ........ Ich möchte hier im Kommentar aber nicht weiter darauf eingehen. meine Kommentare sind eh schon zu lang...... :
Ich empfehle lieber mein Blog weiter..... :-)

Im Übrigen gebe ich ihnen insbesondere mit dem Argument der Bildung als unbedingten Garant für Wohlstand und Fortschritt uneingeschränkt recht.

Aber Bildung, das muss den multimedialen Konsumaffen auch wieder beigebracht werden, kann nicht eingekauft werden wie die Brot und Butter im Einkaufscenter.

Bildung bedeutet vorgeschaltet, Fleiß, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Die bereits vorherrschende materielle Handaufhalte-Mentalität darf nicht zu einer bildungsmäßigen mutieren.........
Wir können ja an dieser Stelle schon etliche Bildungsbereiche anführen, die trotz ausreichender Finanzmittel katastrophale Rückgang- und Durchfallquoten aufweisen. Hier sind gesellschaftliche Ursacehn zu beleuchten.
Ich erinnere nur mal an die Naturwissenschaften , die in Deutschland seit Jahren mit einer so nie dagewesenen kollektiven Unbeliebtheit kämpft.

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"Die bereits vorherrschende materielle Handaufhalte-Mentalität darf nicht zu einer bildungsmäßigen mutieren"

Ähm - also, die Leute, die vor allem die Hand aufhalten und gerade auch üppigst bekommen, die in den letzten 15 Jahren am meisten abbekommen haben, sind die oberen 20% dieses Landes, mit atemberaubnden Zuwächsen bei Vermögen und Anlagekraft. Eine Anlagekraft, die auch hierzulande die Folgen hat, die wir gerade erleben, weil die Investitionen in Bankengeschäfte und nicht in die Realwitschaft gingen. Und auch, wenn diese Leute diesmal stark geblutet haben: Hier ist immer noch einiges zu holen, ohne dass gleich wieder angebliche Eliten auswandern wollten. Es ist legitim, eine staatlich geförderte Umverteilung für die Zeiten der Krise umzukehren und die profitieren zu lassen, die das geld nicht zu exotischen Derivaten, sondern zum Bäcker nebenan tragen. Mit allen problemen, die ich da auch sehe, von Billigkleidermärkten bis zu den Multis und ihrem billigen Dreck. Insofern bräuchte man sicher auch eine Bewusstseinsänderung, aber dieses Land hat absolut nichts davon, wenn Arbeit so ungleich verteilt wird, dass uns 2 Millionen Erwerbstätige in soziale Notlagen abrutschen. Die Begrenzung von ALG 1 war eine Massnahme, über deren Erfolg man in Zeiten des Booms und steigender Wirtschaftsleistung sprechen, aber nicht übereinstimmen muss - was in meiner Heimat mit Übervollbeschäftigung sinnvoll sein kann, ist im Osten extrem uncool. Aber die Voraussetzungen für die damalige Refom haben sich geändert. Massivst geändert. Deshalb müssen andere Wege her, um das abzufangen und gleichzeitig Leute zu bremsen, die ohnehin nichts anderes mit ihrem Vermögen machen, als es zwischen koreanischen Schiffsfonds und Rohstoffzertifikaten zu vernichten.

Und bitte, das ist kein Populismus. Der einzigartige Boom der Finanzbranche in Deutschland hat seine Ursache in genau dieser globalisierten Anlegerschicht.

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hm, gerade mittelständische Betriebe werden in nächster Zeit extreme Schwierigkeiten bekommen, einfach nur Überbrückungen von der Bank zu bekommen. Mein Rückschluss führt da eher nicht zu einem wachsendem Arbeitsmarkt.

Zur Bildung: Kinder haben eigentlich ein natürliches Interesse, dass einfach nicht abgetötet werden darf. Wenn aber 1,5 Planstellen in einer KiTa für 15 Kinder reichen soll, ist es schon schwierig alle Kinder zu fördern, wenn dann noch 2, 3 "Problemfälle" (uargh, was ein Wort) dazu kommen, Gute Nacht!
Ich bezweifle eine real-existierende "Handaufhalte-Mentalität". Ich denke dass sehr oft Resignation der Betroffenen mit eben jener verwechselt wird.

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Panhandling des Wirtschaftsnichtverstehens
@ Don

Pardon wenn ich mich in diesen erquicklichen Austausch lang gepflegter Voreingenommenheiten einmische. Jedoch hätte ich gerne - auch für die anderen die so nah am Wasser gebaut sind wie ich - mal ne einkommensmässige Definition der oberen 20 Prozent. Wo bitte genau - in Euronen - fangen die an. Die Frage dient nur dem Erkenntnisgewinn.


@ Riesenzwerg

Sie kleiner Filibuster Sie ! Es sind nur ca. 70 Prozent aller Unternehmen (unabhängig von ihrer Rechtsform) mit ca. 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und gut über 70 Prozent der Lehrstellen. So mittelständisch, nichwa.

Der (zahlenmässige) Grossteil ist als Personengestellschaft organisiert. Hier finden sich unter den ausbeuterischen Inhabern auch viele der obersten 20 Prozent (s.o.) wieder. Die sämtlich in Schiffsfonds machen weil das Konto überquillt, nehme ich mal an.


@ die heilige Einfalt und alle Vollchecker in I-Town

Man sage mir bitte was die Tonnagesteuer ist und warum es sie gibt, wer sie betrieben hat und wer sie nicht abschaffen will und welche Wirkung sie mittelbar auf das Anlageverhalten der obersten 20 Prozent hat.


Und bitte nicht wieder von den Steuersparmodellen anfangen, wo es die doch nicht gibt. Und von der Wirtschaft verstehe ich auch nichts, ich trinke ausschliesslich in Bars und Restaurants.

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"mal ne einkommensmässige Definition der oberen 20 Prozent"

Schwierig. Auf Basis der EStG oder des allgemeinen Besitzes?

Ich würde nach der zweiten Methode vorgehen, grob natürlich und da sind sind diese 20% - lass es vielleicht etwas weniger sein, oder so um den Dreh, wenn man die dazugehörigen Kinder und Partner rechnet, diejenigen, denen mehr als die Hälfte dieses Landes gehört. Und die anderen 80% sind diejenigen, die den Rest haben. Klingt nach Pareto, ist aber anders gemeint.

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Es gibt sie noch, die guten alten Dinge.
Wie den Obskurantismus à volonté.

@ Don

Aber neinnein. Aber nichtdoch.

Wir wollen die 20 Prozent doch nicht so ausmachen wie wir uns die Welt so zusammenreimen sondern anhand solcher Kriterien die die (steuer)rechtliche Grundlage unseres freiheitlich demokratischen Rechtsstaates ausmachen.

Also bitte einmal per EStG: fragen wir uns wo hier die 20%-Grenze sein könnte? Vorschläge bitte. Ein Tipp: der SPdeh-Parteibuchinhaber und verdiente Radsportfunktionär R. Scharping setzte den Besserverdiener zu DM-Zeiten bei 60.000 brutto/p.a. zu versteuendes Einkommen an.

Und dann erklären wir doch bitte allen Nasenbären da draussen die kalte Progression.


Und dann bitte auch mal nach der Methode des allgemeinen Eigentums (Besitz ist etwas anderes, bedaure). Vermögen, Immos, Inkunabula und so.

Bitte mal ganz kurz und knackig - ab wieviel Mio. Euronen pro volljähriger Eigentümer-Nase spielt man als natürliche Person in der 20%-Eigentümerliga-von-D mit?

Die dazugehörigen Kinder, Enkel, Schippschwäger und Brieffreunde auch dazurechnen? Echt? Wie früher bei der Sippenhaft? Grossartige Idee.

Wie die Grossfamilie eines meiner afgahnischstämmigen Bekannten, von denen jeder einigermassen was verdient und ein wenig was hat, die aber so zahlreich ist wie Läuse auf einer Eselsleiche, sich freuen werden das sie - zuammen als Familie - zu den Top-20 in D gehören.

Das verwaiste Einzelkind ohne weitere Verwandtschaft aber auch ohne jedes Vermögen das als kaltäugiger Wertpapierhändler oder Graumarktstrucki 250.000 Euronen brutto nach Hause trägt wäre - im Eigentumsrating - ein armer Schlucker dagegen.

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Politik ist für diese Herren doch nicht mehr interessant: Clement zumindest hat genug Zeit in Parlamenten abgesessen, um eine Rente zu bekommen die wirklich sicher ist. Ein kleines Zubrot kann man in der Privatwirtschaft "erarbeiten" (Ojeh...).

"Eröffnen Sie mit denen eine Partei, die gnadenlos auf die Mehrheit setzt, die nicht in der Mitte ist, sondern nur auf ihrer eigenen Seite. "

Hmmm, ist das nicht die SPD seit ehedem? Ich meine zumindest seit '18? Vorher war es ja für "Arbeiterparteien"
ziemlich leicht, gegen das Establishment zu arbeiten, seit die SPD Macht ausüben konnte, hat sie NUR eigene Interessen - NEIN - Interessen einzelner Personen durch gezogen.
Nein, ich könnte dieser Partei nicht beitreten.
Georg Schramm bringt es mit einer seiner Rollen ja ganz gut auf den Punkt: er hat den Verein "Sozialdemokraten in der SPD" gegründet.

Auch die Geschichte der SPÖ ist nicht sehr glorreich. Die hatten in den 60ern/70ern nicht mal mehr den Mumm den alten Parteinamen (Sozialistische Partei Ö.'s) zu behalten und heißen seitdem auch Sozialdemokratisch.
Was ist das eigentlich? Ist nicht jede ernst gemeinte Demokratie per se sozial?

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.... schön,. dass ich hier eine Diskussion in Gang brachten konnte........ :-)
Wir sehen (wie immer wenn recht kluge Leute kommentieren) dass die Sache komplex ist und jeder in Bezug auf seine Argumente mehr oder weniger Recht hat.

Vor Augen führen solltet Ihr Euch aber, dass die Debatte fast ausschließlich monetärer Natur ist.
Ich neige eher dazu, die gesellschaftlichen Ursachen für unsere volkswirtschaftlichen Probleme zu beleuchten.

Und auch wenn meine Gesellschaftskritik ( und die anderer, die ich öfters anführe) oft pauschal oder überzogen klingt, sie stellt die Lösungsansätze für die modernen Zivilisationsprobleme dar......

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ja, aber...
..."Hmmm, ist das nicht die SPD seit ehedem? Ich meine zumindest seit '18? Vorher war es ja für "Arbeiterparteien"
ziemlich leicht, gegen das Establishment zu arbeiten, seit die SPD Macht ausüben konnte, hat sie NUR eigene Interessen - NEIN - Interessen einzelner Personen durch gezogen. "

darauf hätte ich gerne eine Antwort vom Don! Wenn schon bekennendes Parteimitglied (oder hab' ich da was falsch verstanden?) dann würde ich gerne eine Verteidigung lesen. Um es ein bischen zu differenzieren: Ich meinte die Zeiten in denen die SPD - potentiell - (mit-)regieren konnte.

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Gerne:

"hat sie NUR eigene Interessen - NEIN - Interessen einzelner Personen durch gezogen. "

ist mir zu pauschal, um darauf eine Antwort zu geben - und das ist noch die höfliche Variante. Sowas kann man vielleicht in einer broschüre der Linken oder der CDU abdrucken, aber die SPD ist etwas mehr als Hartz IV und andere Fehlleistungen, angefangen von den Stadtteilbezirken bis zur grossen Politik. Ich habe kein Problem, die partei zu kritisieren, da ist auch genug in meinem Blog, aber so platt braucht man nicht anfangen.

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schlimmer
ich finde, was wir hier sehen, ist ein grundsätzliches scheitern des sozialen aspekts der "sozialen marktwirtschaft" und nicht so sehr das scheitern einer einzelnen partei.

dinge wie clement kann man belächeln (und auch die korrumpierbarkeit und fehlleistungen innerhalb der anderen parteien kann man belächeln), solange es einem wirtschaftlich noch halbwegs gut geht. dann ist es zwar auch ein ärgernis, aber es lässt sich ertragen. die ungerechtigkeit und armut in _anderen_ ländern konnten wir ja auch die ganze zeit ertragen, während es uns selber gut ging. es ist aber einfach ein fakt, dass weder die politik der CDU noch der SPD noch der koalition in den letzten jahrzehnten verhindert hat, dass die schere zwischen arm und reich inzwischen so weit gespreizt ist nie seit dem krieg. und leider ist es noch viel schlimmer so, dass wir uns in einer situation befinden, in der wirtschaftliche und soziale schieflagen gar nicht mehr innenpolitisch gelöst werden können.

noch viel schlimmer: sie gehen offenbar nur autoritär zu lösen, durch maßnahmen, die einer verstaatlichung gleichkommen.

die demokratie ist eine staatsform, die wohlstand voraussetzt. über die SPD oder ihre führenden köpfe zu lamentieren ist im grunde ausdruck von luxus, den wir uns jetzt schon nicht mehr leisten können. das ist die eigentliche katastrophe.

(viele leute haben es nur noch nicht begriffen. bei den bürgern, die nicht beruflich auf diesem gebiet zu tun haben, die nicht in der autoindustrie arbeiten oder nicht politikinteressiert sind, ist die wirtschaftskrise überhaupt noch gar nicht angekommen. unsere regierung verschleiert, wiegelt ab, macht promotion, flickschustert - denn sie hat weder expertise noch mittel, um die sache in den griff zu bekommen. das ist keine frage der parteien, lafontaine würde es nicht anders gehen.)

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persönliche beleidigungen und unterstellungen führen nicht weiter. wenn schimpfen helfen würde, wäre der ausweg einfach.

es ist leider an dem, dass das alte sozialdomokratische versprechen

dir, arbeiter, wird es besser gehen, wenn du uns zur macht verholfen hast und deinen kindern erst recht

nicht mehr eingelöst werden kann.*)

die funktionäre wissen das wohl schon seit einiger zeit. ist es da ein wunder, dass sie nicht mehr funktionieren?

(nur mal so, eine partei, deren ehemals hoffnungsträger heute den scharping, den lafontaine, den schröder geben, muss sich schon fragen lassen, ob sie nicht jeden politischen kredit verspielt hat. hart, aber ist schon so. da wäre es nicht das unkorrekteste, für die mitglieder noch einen ausflug zu machen, die vereinskasse gemeinsam zu versaufen und sich dann aufzulösen)

die klientel hat es auch schon mitgekriegt, richtig ist, dass hier ein enormes potential steckt. die rechte und die linke versuchen, mit teilweise identischen aussagen, versprechen, sagern zu punkten.

die wähler auch. stell dir vor, es ist wahl, und keiner geht hin.
_____

*) übrigens liegt die cdu im gleichen spital krank.
christlich ist bei denen schon länger keiner mehr. die pfaffentochter hing und hängt ihr mäntelchen nach dem wind; die alten blockflöten im osten zeigen an allerdeutlichsten, was die zukunft dieser partei ist: kleben an der macht, egal wie und mit wem.

mal sehen, wenn die mit der die linke koalieren.

spätestens dann ist auch eine koaliton mit den neuen alten nazis denkbar, oder man verbietet sie ganz plötzlich. diese alternative stellt sich dann, wenn die braunen ihr projekt achtzehn durchziehen.

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...seit der Wende
Sicher bringt schimpfen nichts. Und sicher ist es auch kein Problem nur der SPD. Dass diese auf weiten Strecken schon lange keine Partei für die da unten ist, sondern eher eine Art Laufbahnpartei, nicht nur des öffentlichen Dienstes, wird man wohl einräumen müssen.
Aber der Fall Clement und die wichtigeren Intrigenkampagnen ,,Lügilanti" und die der "4 glorrreichen Abweichler" zeigen doch, dass in der SPD der rechte Flügel sogar mutwillig die eigene Partei beschädigt, um, ja, die Interessen einer wohlhabenden Elite im Land zu wahren, von der ich nicht weiß, wer denn nun Alles dazu gehört.
Dass wir eine 2/3-Gesellschaft haben ist schon seit Anfang der Achtziger klar; nach 1989 hat man den Eindruck, nach dem Wegfall der Systemkonkurrenz bräuchte man dem eigenen Plebs nicht mehr die Vitalität des Kapitalismus zu beweisen. Also kann man auf die Kohärenz dieser Gesellschaft pfeifen und von unten nach oben umverteilen. Mal benutzt man dazu Rot-Grün, mal die Große Koalition - egal, solange man die Linkspartei tabuisieren kann wird es eine substantiell andere Politik nicht geben. Zur Not werden Diejenigen weggebissen, die eine solche dennoch wollen.
Dass man so offen die innerparteiliche Willensbildung mißachtet (Beck durch Cliquen aus Berlin absägen; Ypsilanti durch einen Aufruf aus Hamburg und ein paar Hinterzimmer-Deals) führt leider zu Poltikverdrossenheit als realitätstauglicher Haltung.

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