Die grosse Katastrophe im Kleinen

Früher waren es 6 oder 8 Ster, und dann zogen sich die Holzstösse am ganzen Haus entlamg, bis vor zur Terrasse. Das war in der Zeit, als zuverlässig jedes Jahr das Land im Schnee versank, Woche für Woche, manchmal von November bis März. Da brauchten wir das Holz, und es war natürlich schön, vom Schlittschuhlaufen heimzukommen, und an der warmen Ofenbank zu sitzen. Einen Tag war man mit dem Holz, halb Buche und halb Fichte, gut beschäftigt, ein Spass für die ganze männliche Familie.







Dann kamen die Winter des späten 20.und frühen 21. Jahrhunderts, und die Klimaerwärmung. Man muss nicht drum herum reden: Es kamen Winter wie Frühling, und manchmal bliesen Stürme am ersten Januar die Eisschicht auf dem See weg, so dass wir surfen gingen. Das waren die Winter, in denen manchmal 1, 2 Ster übrig blieben und dann im nächsten Herbst wie Papier wegbrannten. Man macht das dreimal in Folge mit, und dann bestellt man weniger. Manchmal reicht es, manchmal muss man nachbestellen. 2008 war ein Jahr, in dem von den 4 Ster etwas übrig blieb. Diesmal kommen nochmal zwei Ster dazu.Denn es ist trotz des globalen Temperaturanstiegs ein richtiger Winter, auch im Flachland. Man kann wieder von zu Hause aus losloipen, wenn man will. Ich dagegen habe anderen Sport.







Vielleicht wird das später mal so sein, wie die sinnlosen Pelzmäntel in Italien, die auch bei 20 Grad um Ostern herum noch getragen werden: Eine Tradition, etwas, das man so macht, weil man es gern knistern hört, und weil ein Kachelofen da ist. Aber man braucht es nicht mehr unbedingt, wenn draussen alles matschig braun und feuchtkalt ist. Das wird dann so eine sinnlose Tradition wie die Knöpfe an den Jackenärmeln sein, und die Älteren werden dann erzählen, wie das war, als man hier am Damm noch Schlitten fahren konnte: Damals war dort Schnee und dahinter kein alljährliches Jahrhundertfluthochwasser. Und man wird nicht mehr so entsetzlich viel essen, denn man hat auch nicht mehr so viel zu tun, wenn die Seen nicht gefrieren, und zwei Stern für den ganzen Winter reichen.







Wie all die Ster von Fichte und Buche werden sich dann auch die Erinnerungen auflösen und verschwinden, man wird sich arrangieren und hier, fern der Meere, wird nicht viel passieren. Die Bauern, die heute noch jammern, werden vielleicht gentechnisch verändertes Getreide bekommen, das keinen Schnee als Isolierung vom Frost braucht, die Äpfel blühen eher und sind lange schon reif, überreif, wenn das Restholz kommt. Die alte Welt ächzt in den Fugen und die neue Welt wird sie vermörteln, damit alles wieder gut aussieht. Es gibt keine Gründe, bewusst zu leben, wenn man bewusst Probleme vermeiden und die Folgend es eigenen Handelns anderen aufbürden kann. Für ein paar Euro würde man auch einen Bulgaren finden, der einem das Holz trägt, und auch ohne Apfelstrudel.

Aber wir sind nun einmal so, wie wir sind. Und wenn es doch bis März dauern sollte, kommen eben nochmal zwei Ster. Hauptsache, es brennt im Herbst nicht weg wie Papier.

Freitag, 15. Februar 2013, 23:15, von donalphons | |comment

 
Gewißheit der Wärme
Genießen Sie das Wissen, daß Ihre Mutter es warm hat.
Ohne mich auf Klima einzulassen, wage ich hier zu schreien, die Energiewende macht die deutsche gewohnte Versorgungssicherheit zunichte. Ohne Strom keine Heizung. Selbst 85% der verkauften Blockheizkraftwerke laufen nur mit Netzstrom.
Der Ofen IhrerMutter ist ein StandAlone Garant von Behaglichkeit.
Burn the wood leasurely with pleasure

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Am Ofen sitzen, Rommee spielen und Apfelstrudel essen ist sicher nicht die schlechteste Familienerfahrung, die man haben kann.

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http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/das-brennholz-wird-knapp-tannen-zapfen-12047380.html

Zum eigenen Ofen wird man künftig auch den eigenen Wald benötigen!

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Bei uns im Wald läge auch genug Bruchholz herum. Der Wald ist etwas grösser, 25 Kilometer lang und bis zu 4 Kilometer breit.

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Braucht man in bayerischen Wäldern dafür keinen Sammelschein bzw. einen Holzschein (wer selbst welches machen will)? Hier sind die Wälder zertifiziert, da darf man nicht einfach hingegen und Holz auflesen. Manche Gebiete sind geschützt, die soll man ganz in Ruhe lassen.

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Holz machen (Bäume fällen) ist m.E. etwas anderes als Bruchholz sammeln.

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@arboretum
Es gibt ja für alles Gesetze und Verordnungen. Auch in Bayern :-)
http://www.sdw.de/pdf/baywaldg-alt.pdf

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Bruchholz ist nicht Volkseigentum
@ Im Osten hieß das Scheineigentum "Volkseigentum". Don, Sie haben sich mit ihrem letzten Blogbeitrag als Spezialist für westdeutsches Scheineigentum ausgewiesen und sollten sich die Argumenation der Berliner in meinem Wald nicht zu eigen machen: "Sieht doch hier sowieso so unordentlich aus."
Das Tauschgeschäft "Müll gegen Brennholz" macht mich allerdings nicht zum forstwirtschaftlichen Leibeigenen, denn die Reinigung der Privatwälder wird üblicherweise aus den Müllgebühren bezahlt.

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@ Don: Klar besteht da ein Unterschied. Wer selbst Holz machen will - also bereits gefällte Bäume in einem zugewiesenen Areal bearbeiten -, muss vorher einen Motorsägenlehrgang besuchen. Aber auch Holz sammeln ist in Hessen nicht so ohne Weiteres drin, man benötigt dafür einen Holzleseschein. Ich finde es gut, dass nicht jeder in den absichtlich unbewirtschafteten Waldgebieten herumlatschen darf und der Wald hier Naturland- und FSC-zertifiziert ist.

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Ah-Hessen !
Brutalstmögliche Waldpflege.

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Ah, Bayern!
Brutalstmögliche Industrialisierung der Wälder, Abholzung alter Buchen und Geheimhaltung von Forstkarten.

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Bayrische Geodatenverwaltung verstößt gegen EU-Recht
Nach der INSPIRE-Richtlinie der EU sind die Geodaten öffentlich. Gibt man auf der Homepage der Bayr. Regierung das Stichwort "Geodatenzugang" ein, stellt sich die Verwaltung dumm. Den "Brandenburgviewer" nutze ich ohne Zugangsprobleme: Selbst Grenzsteine und Flurgrenzen, Flurstücke mit allen Bezeichnungen sind sichtbar (sog. Amtlicher Liegenschaftskataster), auch Gehölzarten kann man anhand der Belaubung (Winteraufnahmen) erkennen, auch meinen Landrover neben der Garage und ob alle Gebäude eine Baugenehmigung haben. Schon fast stasimäßig, aber Gesetzeslage.

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@arboretum.
Danke für die links.
Das glaube ich gerne, daß in der staatlichen Forstverwaltung nicht unbedingt nur die Naturschützer sitzen, wie uns "Forsthaus Falkenau" glauben machen will!

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@schrotsäge
da würde ich doch mal mal den bayern-atlas empfehlen. da ist sehr viel zu erkennen. auch die flurgrenzen. besonders schön sind die historischen kartenblätter der landesaufnahme aus dem frühen 19. jahrhundert, die sind in hervorragender qualität eingestellt. man kann direkt vom heute in die vergangenheit klicken. die entwicklung (oder degeneration?) der städte und dörfer ist so sehr schnell nachvollziehbar.
in meinem bundesland ist mir das so noch nicht bekannt. hier habe ich zwar als landwirt für die anmeldung meiner anbauflächen zugang zu aktuellen katastergrundlagen, mit etwas trickserei kann man auch andere flächen ansehen, aber das ist bereits missbrauch.

http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?x=SIsStr9v-vp3JMNDGK2DhOwe8GuScs-N44QFSTozqLwgm9nEFAoZ3TBwxxOLVsgrAwxUeAlOPkfUmvybek-xnN-RrZJznbuc

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Machen Sie eigentlich Mürbeteigstücke in Ihren Apfelstrudel?

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Wenn ich früher aus der Hamburger Innnenstadt kommend bei meinen Eltern im Vorort aus dem Auto stieg, freute ich mich nach den ersten Atemzügen immer, noch nicht mal Kurtaxe zahlen zu müssen.
Heute hat man dann den Eindruck, im Buna der 70er Jahre gelandet zu sein, weil Kreti und Pleti sich einen Dänenofen aus dem Baumarkt angeschlossen haben und diesen mit einer Müllverbrennungsanlage verwechseln oder bestenfalls den Grünschnitt aus ihren lächerlich kleinen Gärten verfeuern.

Ihr lupenreinen Demokraten, gebt uns mehr Gas! (ups, Mohrenlampe)

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(in diesem Fall wohl eher: ups, Autobahn)

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nein, es heißt "Gas"!
"Deutschland, Deutschland spürst Du mich? Heut´nacht komm´ich über Dich!"
http://www.youtube.com/watch?v=A_7EZ04fYCA

(Geschätzter jeeves, Sie sind ja auch ein Zeitzeuge, mindestens)

Apropos Autobahn: es war nicht alles blöd an der NDW:

"Wenn Du morgens mit der neuen Bravo an der Haltestelle stehst
Wenn Du abends Eiscreme-essend nach der Tanzschule nach Hause gehst
Wenn Du bei McDonalds in der Schlange mal den Kopf nach hinten drehst:
kannst Du sie sehen, Du kannst sie sehen..."

http://www.myvideo.de/watch/7380588/Ein_Klassiker_Extrabreit_Polizisten

"Milde Sorte", "Maschinengegenwehr", "Tag und Nacht wolln sie bei Dir sein"

Das wäre Dir auch gern eingefallen, gell Berti Brechti, Du überschätzter Kommunanzi? Pech: das haben andere gekauft (vielleicht der jeeves...)

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"Einen Tag war man mit dem Holz, halb Buche und halb Fichte, gut beschäftigt, ein Spass für die ganze männliche Familie".
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Im Hessenland brauchte man schon 1938 dafür nur 2 Stündchen und hatte hinterher Zeit ins Bembelche zu gucke.
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http://img833.imageshack.us/img833/1751/sgewerk1938.jpg

Zum Apfelstrudel... H U N G E R !!!!!!!!!!!!!!
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