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Mittwoch, 5. Juni 2024

Die Rosenzüchterin

Die beim Volk wenig beliebte Marie Antoinette liess sich so von Lebrun portraitieren. In Stichen wurden die Gemälde weiter verbreitet, und so warfen sich dann auch gern andere Damen in Rosenzüchterposen. Drei, vier Jahre, bevor die französische Revolution der alten Ordmung ein leider überfälliges wie abruptes Ende setzte.



Aber das muss einen ja nicht bekümmern, wenn man der Dame wieder einen Platz sucht, an dem sie jene Bewunderung bekommt, die sie damals mt den Blumen und dem Ausschnitt erregen wollte.

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Sonntag, 2. Juni 2024

Merry Crisis

2008 und die Folgen sind in Italien noch längst nicht vorbei, wenn man etwas durch das Hinterland radelt. In Staggia hat man jetzt mit Müh und Not so ein Grossbauprojekt beendet, aber ein paar Kilometer weiter ist der Niedergang in der Region Siena immer noch offensichtlich.



Gleich daneben ist übrigens einer der guten Metzger, der wirklich nur Fleisch aus der Region verwendet - und das zumindest funktioniert offensichtlich weiterhin. Die Lebenslust ist nicht nur ungebrochen, ganz langsam, so mein Eindruck, bessert sich auch die Lage im Land. Zudem haben sie eine in Deutschland verhasste, aber im Kern recht skandalfreie und geräuschlose Regierung, die bislang wenig Fehler gemacht hat. Vielleicht also drehen sich hier bald doch wieder die Kräne. Es geht ein wenig aufwärts.

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Donnerstag, 30. Mai 2024

Der erste Urlaub

nach einem weniger schönen Jahr geht gerade zu Ende, und wer mich kennt, der weiss, wie ich es hasse, Italien verlassen zu müssen.



Noch mehr aber hasse ich es, hier 600 irre bis justizable Spamkommentare einer (?) gewissen el.pe löschen zu müsssen. Das ist nicht der Sinn dieses Blogs, also bitte kommentieren Sie hier nie wieder. Es reicht wirklich mit dem Gequatsche. Wenn Sie was schreiben wollen, machen Sie ein eigenes Blog auf, hier wird alles gnadenlos rausgekickt.

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Sonntag, 14. Mai 2023

Das Sakrische des Printemps

ist diese schwarze Regenwand, die gerade dann kommt, wenn es sich der Kater auf dem warmen Blechdach gemütlich gemacht hat, hinten der Pool wieder eröffnet wird, und man hier eigentlich zum sonntäglichen Kuchen schreiten wollte.



Was für ein Frühjahr. Man wartet eigentlich nur auf das Gurgeln aus dem Keller, mit dem sich die Wassermassen ihren Weg aus dem Sumpf in die Räume suchen.

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Freitag, 29. Januar 2021

Kurzurlaub

Tegernsee, das hiess: Totallockdown, 15km Reisebeschränkung, von aussen durfte keiner rein, weil 2 Altersheime Ausbrüche hatten, und die Zahlen nach oben trieben.



Die kleine dumme Stadt an der Donau hat in der Altstadt ein drakonisches Maskensystem mit dem Umstand, dass ich zwar theoretisch immer Maske tragen muss, aber weil FFP2 auf Dauer unmöglich ist, muss ich zwischenzeitlich immer wieder wechseln. Das nervt erheblich und trägt dazu bei, dass ich keine Lust auf gar nichts habe.



Oh, und die Schulen sind natürlich wirklich total zu. In Würzburg trägt draussen niemand eine Maske, und man hört, dass weiter nördlich, jenseits der Landesgrenzen, sehr vieles an Kindergärten durchaus geöffnet ist. Irgendwie haben die es in Frankfurt wohl nicht so mit den Regeln. Und in Würzburg kann man einfach so in den Schlosspark, auch wenn das Schloss selbst verrammelt ist.



Immerhin: Kultur! Endlich ein wenig Kultur, nachdem daheim alles geschlossen ist und ausfällt. Leider ist der alte Chef des Konzertvereins gestorben, wenngleich nicht an der Seuche - es muss trotzdem seltsam sein, für einen Verein gelebt zu haben und zu gehen, ohne zu wissen, wie das weiter laufen kann. Mein Bauch sagt mir angesichts des Impfdebakels: Nicht vor 2022. Wer jetzt ein buch geschrieben hat, macht keine Lesereise mehr.



Und so wird es eine Weile noch bei "von Aussen" bleiben. Eventuell gibt es ja Konzerte im Sommer in der Orangerie von Ansbach, wo man auch draussen sein kann, oder im Kurpark von Bad Wiessee. Und wenn es nur Blasmusik wäre, aus Böhmen kommt die Musik, wäre es auch schon etwas. So viele historische Parks, dass man damit allein zwei Jahre herum brächte, haben wir nun mal auch nicht. Das nächste Mal dann, wenn ich hier bin, ist wieder Veitshöchheim dran.

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Montag, 18. Januar 2021

Die Nichtreaktionen

Das seltsame Schweigen.

Das Ignorieren.

Was man im ersten Moment gar nicht so bemerkt, weil man viel zu tun hat, um so ein FAZ-Blog zum Laufen zu bringen. Man ist schliesslich dazu da, um aus einem lahmenden Contentgaul (mit einer Ausnahme aus der Wirtschaft) ein vorzeigbares Rennpferd zu machen. Alles war neu, die FAZ war eine eigene Welt, man musste sich erst einmal einfinden in Redaktion und Leserschaft. Da fragt man sich nicht, warum der ein oder andere schweigt. Dass es eine tiefere Bedeutung haben könnte, so weit denkt man gar nicht.



Ich mag meine Arbeit, und auch heute, 12 Jahre nach dem ersten Beitrag der Stützen der Gesellschaft fällt mir immer noch etwas ein. Wäre es anders, würde ich einfach aufhören, aber zu meiner eigenen Überraschung geht das über zwei Stück Torte vereinbahrte, auf ein Testjahr angelegte Projekt weiter. Wie auch der Hass derer, die schlagartig verschwanden und irgendwann mit bissigen Bemerkungen auftauchten. Ich komme aus einer Welt, in der praktisch alles diskret geregelt wird, und man die Pfründe verteilt, statt sich darum zu prügeln: Insofern hat mich das bei einem anfänglichen Testlauf doch überrascht. Abr man gewöhnt sich auch daran. Gerade vorgestern hat einer, der hier mal verlinkt war, und den ich aus DCT-Zeiten kannte, mitgeholfen, als eine Koksna verhinderte Autoenhoffnung rumpöbelte. Einer, der Schirrmacher schon früher nicht leiden konnte, und der irgendwie nicht darüber hinweg gekommen ist, dass andere vielleicht auch was können. Leider habe ich Schirrmacher in diesem Fall nie gefragt, was Anlass für diesen spezifischen Hass war; bei anderen weiss ich es, aber hier kann ich nur vermuten. Vielleicht, weil Schirrmacher die Aufmerksamkeit bekam, die andere gern hätten? Es ist jemand, der auch einer anderen Person in grösster Not noch einen Tritt verpast hat. Was soll ich sagen? Ich bin froh, dass es mein Blog immer noch gibt, und andere jetzt in anderen Kreisen verkehren.



Freunde, die man aus Gründen der Karriere verliert, waren nie welche. Die Ironie ist nur, dass ich nicht mal Karriere machen wollte, sondern nur etwas ausprobieren. Ein kleines Minderheitenblog aus dem Westviertel der kleinen, dummen Stadt an der Donau. Vielleicht gefält das ja jemand, dachte ich, und ganz erfolglos war es nicht. Ich habe von da an an jedem 17. Januar meine Kündigung angeboten, sollte es nicht mehr passen, und so auch heute wieder - meine neue Chefs, die wie die Leser wirklich reizende Personen sind, wollen, dass ich weter mache. Na dann. Diese Krise schreibe ich auch noch weg, ohne Rücksicht auf das, was andere denken.

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Samstag, 9. Januar 2021

Besser aufpassen.

Die nächste Eiszeit wird uns hier am Tegernsee mitsamt all den kleinen Problemen sowieso wegräumen, und dort wieder einen Gletscher sein lassen, wo jetzt noch all die Flüchtlinge aus Deutschland Quartier gefunden haben. Der 13. Geburtstag meiner Bleibe hier, der um diese Zeit ansteht, ist nicht wie die anderen, obwohl sich mal wieder gezeigt hat, wie richtig das alles war: Die Quadratmeterpreise gehen hier in der ganzen Fläche über die 10.000 Euro. Völliger Wahnsinn. Aber andererseits nur logisch angesichts der Seuche, und vielleicht bald noch verständlicher.



Denn in Berlin haben sie die B117-Mutation am 23.12. getestet und jetzt, 17 Tage danach, auch veröffentlicht. Mal ganz abgesehen davon, dass das Zeug auch in anderen nördlichen Regionen Europas (und eventuell auch Salzburg) gut daheim ist, geht man sicher nicht fehl in der Annahme, dass es für Eingrenzungsmassnahmen vielleicht ein klein wenig spät sein könnte. die bisherige Inzidenz ist belanglos, wenn die hochansteckende Variante dabei ist: Da dauert es nur ein paar Wochen, und man hat Zustände wie in London. Und Berlin hat nun mal schon vorher gezeigt, dass es einfach njcht angemessen reagieren kann. Die Schreckensmeldungen vom Februar werden jetzt gemacht, ohne dass es von den Verantwortlichen, die Schulen öffnen wollen, voll verstanden wird. Das muss man so, ohne dass es dramatisierend wäre, ernüchtert anerkennen.



Es sind halt die kleinen Dinge: Wer mit Schmierereien, alltäglichem Klau und Dreck nicht fertig wird, müsste sich schon sehr ändern, um eine schnellere Seuche zu beherrschen. Helfen könnte da eher noch eine Mauer, aber wie man bei der 15km-Regelung schon sieht - Geltungsbereich ab Landesgrenze - will man dort keinen Stress.Und kein antiberliner Bollwerk. Es bleibt ein wenig die Hoffnung, dass die Welle woanders ein paar Wochen später kommt: Angesichts der Existenz von Impfstoffen kann das sehr wichtig werden. Ich persönlich bin bis hierher mit meinem Risikomanagement gut durchgekommen, und würde es auch gern so weiter halten. Es ist hier sicher leichter. Aber Garantien gibt es nicht, und daheim an der Donau wohne ich gerade keine 100 Meter von einem an und für sich gut gesicherten und trotzdem voll betroffenen Altenheim.



Der See hat sich insofern gut gehalten, als dass es bemerkenswert wenige Todesfälle gibt. Es wäre interesant zu wissen, ob das etwas mit den gehobenen Lebensumständen zu tun hat, was ich fast annehme: Grosse Wohnungen versprechen wie viel Frischluft weniger Aerosole. Man muss aufpassen und wachsam bleiben, aber weiter fliehen kann ich jetzt auch nicht mehr. Wäre ich in Berlin, ich würde so schnell wie möglich hierher gehen, am besten in ein vergessenes Tal oder auf einen Berg, und abwarten. Distanz ist dort viel einfacher. Und weil die Leute viel älter sind und wissen, wie gut das Leben sein kann, passen sie auch besser auf.

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Sonntag, 3. Januar 2021

Nimm 2

Es ist immer ein wenig schwierig gewesen, wenn jemand "die Sammlung" sehen wollte. Weil die Sammlung neben vielen fahrbereiten Rädern auch ein paar Dutzend sehr schöne, aber halt auch runtergekommene und völlig unrestaurierte Räder und Rahmen enthält. Das sieht dann so aus, als wäre mir das alles egal und ich würde dem Verfall einfach nur zuschauen. Natürlich ist es ganz anders.



Was mir in den langen Jahren aufgefallen ist, ist das Verschwinden älterer Dinge. Früher fand man problemlos frühe Mountainbikes mit Daumenschalthebeln - sie waren so häufig, dass gerade mal Kurbeln, Schalthebel und Schaltwerke aufgehoben wurden, und der Rest landete im Müll. Es gab enorme Mengen aus dem Boom jener Tage, die Yetis wurden gerettet, die GTs vielleicht auch noch, aber die Meridas und Scotts wollte keiner. Inzwischen merke ich aber, dass sie kaum mehr auftauchen. Statt dessen erscheinen frühe E-Bikes und Räder mit Scheibenbremsen in grösserer Zahl auf dem Schrott. Rennräder meiner Jugend, noch dazu hochwertig: Seltenst und dann auch sehr teuer. Ich habe meine beiden Redl für 400 Euro gekauft, in Berlin nimmt man für eines heute 2000.



Insofern war und ist es richtig, vorausschauende Lagerhaltung zu betreiben, und zu kaufen, was der Markt noch günstig her gibt. Das angegammelte Levero aus Leverkusen war ein logischer Kauf - die Dura Ace Gruppe kostete damals schon mehr als das ganze Rad mit Columbus-SL-Rahmen und Cinellilenker und Rolls-Sattel. Irgendwann, dachte ich, hätte ich schon die Zeit, es fertig zu bauen. Ich dachte dabei aber mehr an eine fernere Zukunft, als an die nicht erahnte Seuchenzeit. Jedenfalls, jetzt habe ich doch einiges an Zeit, weil ich nicht verreisen kann, und da ist es schön, ein Hobby zu haben. Und Projekte, die man einfach aus dem Lager holt, und für die man auch keinen Radladen braucht. Eigentlich.



Bei dem hier kam es doch anders, weil auch mit allen Tricks der Vorbau nicht aus der Gabel gehen wollte. Letztlich gelang es in der Werkstatt mit viel Gewalt - und weil die Gabel der natürliche Gegenhalter war, brach die Verlötung des vorderen, linken Ausfallendes. Anders gesagt, die Gabel musste auch noch neu verlötet werden - wie gut, dass ich da einen Profi kenne. Auch ansonsten war da kein Teil, das nicht Zuwendung brauchte, und in der Freude, dass ich fertig war, bin ich dann auch noch mit Schlauchreifen losgefahren, die ich nicht verklebt habe... das hätte in der ersten Kurve schon schlecht ausgehen können. Daher sind die Bilder auch an der nächsten Festungsmauer entstanden, und dann schob ich heim und verklebte die Reifen richtig. Und wenn ich es einmal benutze, werde ich einen Satz Drahtreifen verwenden. nicht heute. Heute schneit es, und ich hole das nächste Projekt aus dem Speicher.



Was momentan ausstirbt, sind die besseren Trekkingräder der frühen und mittleren 90er - da gab es eine Marktnische für Koga Miyata, Campus und Schauff, die sehr hochwertige,leichte Stahlrahmen mit Muffen produzierten, für ältere Herrschaften, die sich nochmal 1 richtig gutes Rad leisten wollten. Die landen nun, E-Bike-bedingt, oft auf dem Schrott, und so warten jetzt auch noch vier von denen auf die Anlegung einer freundlichen Hand. Das kommt irgendwann alles in der Zeit um Ostern, aber momentan mache ich wegen der trüben Aussichten doch lieber bunte Räder aus südlichen Ländern und denke daran, wie man entlang des Comer Sees fahren könnte... ich bin nicht depressiv, ich will aber auch nicht schlecht gelaunt werden. Irgendwann, so lautet das Versprechen, das ich momentan zusammenbaue. Jede Woche eines. Bis Ostern. Denn sie werden sicher nicht lockern. Die Falle haben sie sich selbst gegraben, und jetzt müssen sie weiter starke Politiker spielen, egal was aus denen wird, die sie damit ruinieren. Bei den Nimm 2, in deren Farben das Le Vero ist, konnte man noch zwischen Gelb und Rot wählen. Bei den Mächtigen bekommt man überall die gleiche inkompetente Pampe.

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