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Samstag, 9. Februar 2013
Ausweitung der Tage
Meine Freunde haben inzwischen so etwas wie einen Lagerkollen; sie verlassen das Haus in der Finsternis, es umfängt sie das künstliche Licht, und dann gehen sie in Finsternis wieder heim in die künstliche Beleuchtung. Ich dagegen entwickle gegenüber dem Winter so eine Art Stockholm-Syndrom: Er ist nicht schön. Aber er gefällt mir.



Meiner generellen Neigung zur Trödelei ist der Winter natürlich nicht zuträglich, kaum hat man gefrühstückt und ein paar zwingend nötige Tätigkeiten verrichtet, ist der Tag schon wieder vorbei. Aber dann trotze ich der Natur eben noch ein paar Stunden ab und mache mich in der Dämmerung auf den Weg, denn ich habe Licht am Rodel und eigentlich mag ich es ja, wenn am Berg nicht gar so viel los ist. Wenn ich komme, sind die meisten, so sie überhaupt da waren, schon wieder an der Abfahrt.



Für 165 Euro, so sagt mir eine Einladung, könnte ich auch etwas ganz anderes machen und mir im Haus der Bayerischen (!) Wirtschaft etwas über Going Global - wie ziehen wir Geschäfte in Lateinamerika auf - anhören. Samba, Rio, Karneval, davon wird mir geschrieben, weil: Die Globalisierung rollt trotz aller Niederlagen weiter, und gerade in meinem Beruf muss ich mir doch die Chancen in den Emerging Markets offen halten. Manchmal wünsche ich mir, man würde nach all den Pleiten und Fehleinschätzungen ein wenig klüger werden, und etwas nachdenken, bevor man sich schon wieder bei Finger Food mit Leuten trifft, die heisse Luft in Grosspackungen anbieten. Es ändern sich einige Worte, der Rest bleibt von der new Economy über die Photovoltaik bis heute, da man über den Atlantik blickt. Man möchte mehr von einer Welt, von der nicht mehr da ist; mir jedoch reicht der immer gleiche Berg und der nie gleiche Blick in die Landschaft.



Ich komme gerade noch rechtzeitig oben an, das Licht reicht gerade eben für ein paar schöne Aufnahmen, und dann warte ich, bis es wirklich finster ist. Es wird hier nicht "jetzt schon" einfach dunkel, es kommt die Dämmerung mit ihrem ganz eigenen Charme und einer Kälte, die einen irgendwann wissen lässt: Jetzt ist der Tag wirklich vorbei. Jetzt kannst Du gehen.



Wie gesagt, meine Freunde packen das alles nicht mehr und werden depressiv, man wünscht sich ein Ende und nach Italien fliehen geht auch nicht, denn die Schneewolken terrorisieren das land bis zur Meeresküste. Man muss das Beste daraus machen, dann muss man auch nicht in der Fremde scheitern. Und trotzdem, ich merke es jedes Mal, wenn ich hier oben bin: Der Tag gewinnt langsam wieder die Oberhand. Diese Gewissheit macht das Leben leichter.



Meiner generellen Neigung zur Trödelei ist der Winter natürlich nicht zuträglich, kaum hat man gefrühstückt und ein paar zwingend nötige Tätigkeiten verrichtet, ist der Tag schon wieder vorbei. Aber dann trotze ich der Natur eben noch ein paar Stunden ab und mache mich in der Dämmerung auf den Weg, denn ich habe Licht am Rodel und eigentlich mag ich es ja, wenn am Berg nicht gar so viel los ist. Wenn ich komme, sind die meisten, so sie überhaupt da waren, schon wieder an der Abfahrt.



Für 165 Euro, so sagt mir eine Einladung, könnte ich auch etwas ganz anderes machen und mir im Haus der Bayerischen (!) Wirtschaft etwas über Going Global - wie ziehen wir Geschäfte in Lateinamerika auf - anhören. Samba, Rio, Karneval, davon wird mir geschrieben, weil: Die Globalisierung rollt trotz aller Niederlagen weiter, und gerade in meinem Beruf muss ich mir doch die Chancen in den Emerging Markets offen halten. Manchmal wünsche ich mir, man würde nach all den Pleiten und Fehleinschätzungen ein wenig klüger werden, und etwas nachdenken, bevor man sich schon wieder bei Finger Food mit Leuten trifft, die heisse Luft in Grosspackungen anbieten. Es ändern sich einige Worte, der Rest bleibt von der new Economy über die Photovoltaik bis heute, da man über den Atlantik blickt. Man möchte mehr von einer Welt, von der nicht mehr da ist; mir jedoch reicht der immer gleiche Berg und der nie gleiche Blick in die Landschaft.



Ich komme gerade noch rechtzeitig oben an, das Licht reicht gerade eben für ein paar schöne Aufnahmen, und dann warte ich, bis es wirklich finster ist. Es wird hier nicht "jetzt schon" einfach dunkel, es kommt die Dämmerung mit ihrem ganz eigenen Charme und einer Kälte, die einen irgendwann wissen lässt: Jetzt ist der Tag wirklich vorbei. Jetzt kannst Du gehen.



Wie gesagt, meine Freunde packen das alles nicht mehr und werden depressiv, man wünscht sich ein Ende und nach Italien fliehen geht auch nicht, denn die Schneewolken terrorisieren das land bis zur Meeresküste. Man muss das Beste daraus machen, dann muss man auch nicht in der Fremde scheitern. Und trotzdem, ich merke es jedes Mal, wenn ich hier oben bin: Der Tag gewinnt langsam wieder die Oberhand. Diese Gewissheit macht das Leben leichter.
donalphons, 22:46h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 8. Februar 2013
Import - Export
Man muss sich die Leute immer genau anschauen. Ich kenne zum Beispiel eine Journalistin aus dem katholischen Niederbayern, die über Jahre hinweg von sein Seidl-Stiftung gefördert wurde. Sie kam nach München, hat sich das Leben dort angeschaut, und sich im Grossen und Ganzen doch sehr entwickelt, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Da, wo ich es krachen lassen wollte, hat sie sich halt den Gegebenheiten angepasst, und da, wo es nicht nötig war, ist sie halt eine vom Land geblieben - mir ging und geht es auch nicht anders.
So eine Stadt mit 20% Ausländern und gefühlt 95% nicht dort Geborenen ist halt ganz schlecht im Angebot einer dörflichen Heimatstruktur, die einen aufnehmen kann. Das erleben auch die Südtiroler, die es hier in Mengen herverschlägt, und die das Netzwerk nur nutzen, bis sie unter eine Norddeutsche oder Kölnerin geraten. Es ist hier einfach nicht praktikabel, das Schwulenviertel zu meiden, wenn es doch das Ausgehviertel ist, und wer hier eine Schnute zieht, weil die Frau die Frau und der Mann den Mann küsst, ist bald recht einsam. München im mittleren Ring ist halt was ganz anderes als ein Kaff. Damit muss man leben lernen. Oder man wird hier nicht glücklich und geht besser wieder heim.
Seit ein paar Tagen schaue ich mir jetzt eine andere Nachwuchsjournalistin an. Sie ist auch in München und auch bei der besagten Stiftung und auch aus Niederbayern, aber immer noch eien 110%ige Bankerlrutscherin, wie man hier abfällig zu Betschwestern sagt. Bilder mit pinkfarbenem Dirndl und Oktoberfestexzesse wechseln sich ab mit Beschwörungen des einzig richtigen Lebensstiles fern aller Bedenken, dass sie sich bei ihrem pseudokonservativen Leben zwischen Wildbad Kreuth und Wandtattoo auch nur im Herauspicken genehmer Moralbrocken ergeht. Und das alles wird derartig bierernst und verbohrt und unironisch vorgetragen, dass ich ihr genau sagen könnte, warum es nichts mit dem Übertritt in die Medien wurde und beim Studium bleibt: Uncharmant verbohrt geht momentan nicht, und die Stelle für den unterschichtigen Rechtsausleger ist deutschlandweit schon verbrodersteihfleischgarthauert, noch blöder muss es nicht sein. Die Welt wartet einfach nicht aud 20somethimgs aus Niederbayern, die ihr erklären, warum die CSU die Rettung der Welt bedeutet. Auch nicht, wenn sie für sich den Flair einer Weltstadt reklamieren.
Da ist also eine Schraube locker.
Bei meiner Mieterin, das muss noch in dieser an sich schönen und eigentlich den Menschen verbessernden Stadt gemacht werden. Es ist auch noch mehr zu tun, zum Beispiel etwas zu besorgen, und auf dem Rückweg komme ich an dem Maserati vorbei, der im Titel meiner Abrechnung mit der Exzellenz steht; jener Exzellenz, die auch diese Möchtegernjournalistin auszeichnet, wenn sie immer wieder die sie lesende Bruchteilwelt wissen lässt, wie toll sie jenes Ereignis und jene Begegnung dargestellt hätte. Aus Niederbayern über München zu den Reichen und Mächtigen der Welt. Solche Leute gab es auch bei uns in der Schule, aber das ist 25 Jahre her, der Strauss lebte noch und nie hätten sie geglaubt, dass sie mal alleinerziehende Mütter werden, trotz BWL in Passau.
Draufgekommen bin ich übrigens über eine abfällige Bemerkung in meine Richtung einer anderen Dame aus einem ähnlichen, verschwipschwägerten Verein. Die Sorte, die gern Kalif anstelle des Kalifen und bei der FAZ an meiner Stelle wären. Natürlich sind sie der Auffassung, dass sie viel besser passen würden, zum Markenkern und "politischen DNA" - ohne Gentechnik geht heute gar nichts mehr - der Zeitung. Ich weiss nicht, ob es stimmt, ich weiss nur, dass ich mir so eine Seilschaft ebenso wenig heraushängen lassen würde wie den Umstand, dass ich bis heute die Inhalte meiner abgedrehten Nerdfächer immer noch nachlerne, ohne dass ich darüber gross reden würde. Bildung ist wichtig, aber sie ist besser keine Dampfwalze, um andere unterzupflügen: Davon haben mich diese Fächer im normalen Leben geheilt, und ich werde den Teufel tun und glauben, dass man damit beruflich Leser langweilen und verschrecken kann. Kein Mensch liet einen, weil man bei so einer Stiftungsklitsche oder bei einem berühmten Trottelfessor war.
Aber das Material dafür bekomme ich nun mal nur in München, und allein deshalb ist es wichtig, mindestens einmal im Monat dort zu sein und die Antiquariate zu besuchen. Ich hänge in manchen Bereichen immer noch am Tropf dieser Stadt, und so fremd sie mir heute ist, so fremd ist mir auch das Buchangebot am Tegernsee. Das Dorf ist nett, aber das Abseitige, das Andere, das Anregende, das wächst nun mal - bayerisch betrachtet - vor allem in München nach, selbst wenn in meinen Augen manches typisch hirnbefreite FCBPRDienstleistungskarriereoktoberfestding schwer erträglich ist. Es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie man sich gerade als Journalist den anderen Möglichkeiten verschliessen kann, wenn sie schon mal da sind. Statt dessen mieten sie später vielleicht mal ein Haus in Neuaubing oder Weyarn und setzen einen Säulenportikus davor und kaufen jede Saison ein neues Rad in den Modefarben.
München ist übrigens auch gut, um Räder an den See zu bringen, denn bei uns wird so etwas nicht kaputt missbraucht und dann für ein paar Euro vertickt, bei uns wird das genutzt und gefahren. Der Gegensatz zwischen See und Stadt ist ja kein absoluter, unter der Woche nehme ich den Münchnern die Buchgelegenheiten und Konzertkarten weg und am Wochenende parken sie meinen See zu. Da ist es angenehm, wenn sie ihre Räder abgeben und ich daraus etwas baue, das Gäste benutzen können, wenn es sich wieder von der Autobahn bis nach Rottach staut; unter anderem mit dieser verbiesterten Dame, die gar nicht versteht, warum man sie in Wildbad hinein lässt und nicht an meiner Stelle Karriere machen lässt. Wo es ihr ihre Ausbilder doch versprochen haben. Aber irgendwann kommt sie dann schon in eine PR-Abteilung und betreut den Twitterfeed des FCB oder die Reservierungen für Firmen in einem Zelt bei dem Fest, auf das angeblich ganz München wartet, abgesehen von der Million, die dann lieber eigentlich woanders wären. Da passt sie dann auch hin. Ich mag sie nicht, aber besoffene Australier finden pinkfarbene Dirndl sicher toll.
So eine Stadt mit 20% Ausländern und gefühlt 95% nicht dort Geborenen ist halt ganz schlecht im Angebot einer dörflichen Heimatstruktur, die einen aufnehmen kann. Das erleben auch die Südtiroler, die es hier in Mengen herverschlägt, und die das Netzwerk nur nutzen, bis sie unter eine Norddeutsche oder Kölnerin geraten. Es ist hier einfach nicht praktikabel, das Schwulenviertel zu meiden, wenn es doch das Ausgehviertel ist, und wer hier eine Schnute zieht, weil die Frau die Frau und der Mann den Mann küsst, ist bald recht einsam. München im mittleren Ring ist halt was ganz anderes als ein Kaff. Damit muss man leben lernen. Oder man wird hier nicht glücklich und geht besser wieder heim.
Seit ein paar Tagen schaue ich mir jetzt eine andere Nachwuchsjournalistin an. Sie ist auch in München und auch bei der besagten Stiftung und auch aus Niederbayern, aber immer noch eien 110%ige Bankerlrutscherin, wie man hier abfällig zu Betschwestern sagt. Bilder mit pinkfarbenem Dirndl und Oktoberfestexzesse wechseln sich ab mit Beschwörungen des einzig richtigen Lebensstiles fern aller Bedenken, dass sie sich bei ihrem pseudokonservativen Leben zwischen Wildbad Kreuth und Wandtattoo auch nur im Herauspicken genehmer Moralbrocken ergeht. Und das alles wird derartig bierernst und verbohrt und unironisch vorgetragen, dass ich ihr genau sagen könnte, warum es nichts mit dem Übertritt in die Medien wurde und beim Studium bleibt: Uncharmant verbohrt geht momentan nicht, und die Stelle für den unterschichtigen Rechtsausleger ist deutschlandweit schon verbrodersteihfleischgarthauert, noch blöder muss es nicht sein. Die Welt wartet einfach nicht aud 20somethimgs aus Niederbayern, die ihr erklären, warum die CSU die Rettung der Welt bedeutet. Auch nicht, wenn sie für sich den Flair einer Weltstadt reklamieren.
Da ist also eine Schraube locker.
Bei meiner Mieterin, das muss noch in dieser an sich schönen und eigentlich den Menschen verbessernden Stadt gemacht werden. Es ist auch noch mehr zu tun, zum Beispiel etwas zu besorgen, und auf dem Rückweg komme ich an dem Maserati vorbei, der im Titel meiner Abrechnung mit der Exzellenz steht; jener Exzellenz, die auch diese Möchtegernjournalistin auszeichnet, wenn sie immer wieder die sie lesende Bruchteilwelt wissen lässt, wie toll sie jenes Ereignis und jene Begegnung dargestellt hätte. Aus Niederbayern über München zu den Reichen und Mächtigen der Welt. Solche Leute gab es auch bei uns in der Schule, aber das ist 25 Jahre her, der Strauss lebte noch und nie hätten sie geglaubt, dass sie mal alleinerziehende Mütter werden, trotz BWL in Passau.
Draufgekommen bin ich übrigens über eine abfällige Bemerkung in meine Richtung einer anderen Dame aus einem ähnlichen, verschwipschwägerten Verein. Die Sorte, die gern Kalif anstelle des Kalifen und bei der FAZ an meiner Stelle wären. Natürlich sind sie der Auffassung, dass sie viel besser passen würden, zum Markenkern und "politischen DNA" - ohne Gentechnik geht heute gar nichts mehr - der Zeitung. Ich weiss nicht, ob es stimmt, ich weiss nur, dass ich mir so eine Seilschaft ebenso wenig heraushängen lassen würde wie den Umstand, dass ich bis heute die Inhalte meiner abgedrehten Nerdfächer immer noch nachlerne, ohne dass ich darüber gross reden würde. Bildung ist wichtig, aber sie ist besser keine Dampfwalze, um andere unterzupflügen: Davon haben mich diese Fächer im normalen Leben geheilt, und ich werde den Teufel tun und glauben, dass man damit beruflich Leser langweilen und verschrecken kann. Kein Mensch liet einen, weil man bei so einer Stiftungsklitsche oder bei einem berühmten Trottelfessor war.
Aber das Material dafür bekomme ich nun mal nur in München, und allein deshalb ist es wichtig, mindestens einmal im Monat dort zu sein und die Antiquariate zu besuchen. Ich hänge in manchen Bereichen immer noch am Tropf dieser Stadt, und so fremd sie mir heute ist, so fremd ist mir auch das Buchangebot am Tegernsee. Das Dorf ist nett, aber das Abseitige, das Andere, das Anregende, das wächst nun mal - bayerisch betrachtet - vor allem in München nach, selbst wenn in meinen Augen manches typisch hirnbefreite FCBPRDienstleistungskarriereoktoberfestding schwer erträglich ist. Es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie man sich gerade als Journalist den anderen Möglichkeiten verschliessen kann, wenn sie schon mal da sind. Statt dessen mieten sie später vielleicht mal ein Haus in Neuaubing oder Weyarn und setzen einen Säulenportikus davor und kaufen jede Saison ein neues Rad in den Modefarben.
München ist übrigens auch gut, um Räder an den See zu bringen, denn bei uns wird so etwas nicht kaputt missbraucht und dann für ein paar Euro vertickt, bei uns wird das genutzt und gefahren. Der Gegensatz zwischen See und Stadt ist ja kein absoluter, unter der Woche nehme ich den Münchnern die Buchgelegenheiten und Konzertkarten weg und am Wochenende parken sie meinen See zu. Da ist es angenehm, wenn sie ihre Räder abgeben und ich daraus etwas baue, das Gäste benutzen können, wenn es sich wieder von der Autobahn bis nach Rottach staut; unter anderem mit dieser verbiesterten Dame, die gar nicht versteht, warum man sie in Wildbad hinein lässt und nicht an meiner Stelle Karriere machen lässt. Wo es ihr ihre Ausbilder doch versprochen haben. Aber irgendwann kommt sie dann schon in eine PR-Abteilung und betreut den Twitterfeed des FCB oder die Reservierungen für Firmen in einem Zelt bei dem Fest, auf das angeblich ganz München wartet, abgesehen von der Million, die dann lieber eigentlich woanders wären. Da passt sie dann auch hin. Ich mag sie nicht, aber besoffene Australier finden pinkfarbene Dirndl sicher toll.
donalphons, 23:03h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 7. Februar 2013
Pendeln
ist etwas, das ich sonst nur aus Erzählungen kenne, aber wenn ich es schon selbst einmal machen muss - und Spass ist das wirklich nicht - dann erzähle ich darüber eben eine Geschichte in der FAZ. Mit diesem unpassenden Bild, wie es aussieht, wenn man nicht pendelt.

Ich hasse pendeln. Wobei, manchmal ist das Pendeln ja gar nicht so schlimm, verglichen mit dem Umstand, in was für abstossende Kotzfressen manche ihren Erzählungen zufolge in den Büros dann schauen müssen. Da hört man wirklich üble Sachen.

Ich hasse pendeln. Wobei, manchmal ist das Pendeln ja gar nicht so schlimm, verglichen mit dem Umstand, in was für abstossende Kotzfressen manche ihren Erzählungen zufolge in den Büros dann schauen müssen. Da hört man wirklich üble Sachen.
donalphons, 10:25h
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Mittwoch, 6. Februar 2013
Die 7 besten Nachfolger für Annette Schavan
1. Roland Koch - Hochbau, Hochstapeln, alles das gleiche
2. Stefan Mappus - Entschlussfreude ist wichtig!
3. Johannes Ponader - Hochbegabt, 1er Abi, Stipendien, ehrlich und sensibel, ein Vorbild für die Jugend
4. Christian Wulff - der ideale Mann für Dialoge und Mittelzuweisung
5. Erika Steinbach - Intellektueller Granitfelsen
6. Silvana Koch-Mehrin - daneben sieht der Doktor der Familienministerin gleich wieder etwas besser aus
7.Jörg Schönbohm - ein Mann, der mit dem Panzer zu Besuch kommt.
2. Stefan Mappus - Entschlussfreude ist wichtig!
3. Johannes Ponader - Hochbegabt, 1er Abi, Stipendien, ehrlich und sensibel, ein Vorbild für die Jugend
4. Christian Wulff - der ideale Mann für Dialoge und Mittelzuweisung
5. Erika Steinbach - Intellektueller Granitfelsen
6. Silvana Koch-Mehrin - daneben sieht der Doktor der Familienministerin gleich wieder etwas besser aus
7.Jörg Schönbohm - ein Mann, der mit dem Panzer zu Besuch kommt.
donalphons, 17:27h
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Dienstag, 5. Februar 2013
Ausgezogene
Diesmal waren Profis am Werk, diesmal stimmte die Verpackung, kurz, diesmal kommt die Dame nicht aus Wien oder Berlin, wo man sie wie alte Fahrradketten zu verpacken beliebt.
Und diesmal ist sie eher klein, was darauf hindeutet, dass es ein Bild zum Mitnehmen war. Man kennt das von heute, wenn Menschen Bilder ihrer Liebsten im Geldbeutel aufbewahren; damals gab es durchaus Bilder, die man beim Wechsel zwischen den Orten einpackte. Schönes Beispiel:: Die gefährlichen Liebschaften, als Valmont eine Weile in einem Schloss bei einer Verwandten lebt. Zu solchen Anlässen konnte man, treue und Zuneigung vorausgesetzt, auch die eigenen Gefährten einpacken und aufhängen und ihnen dann, sie anschauend, diese langen Briefe schreiben und dann eine Woche auf Antwort warten. Das waren noch Zeiten, da starb man als geistloser Autor gnadenlos aus. Heute dagegen pflanzen sich auch die scheusslich schreibenden Blogger fort.
Das Schöne ist, dass sich für so kleine Bilder immer ein Platzerl - auch thematisch passend - findet, man muss nicht umhängen und zaudern und überlegen, man hängt einfach den Mann weg und die Frau hin, und alles passt. Und auch für den Mann findet sich ein Ort beim Bücherschrank. Auf diesem kleinen Niveau kann das Spiel von Zuneigung und Gier noch lange weitergehen, auch wenn die grossen Flächen längst besetzt sind. Rechts rupft die Magd den Hahn und links zupft die Dame am Schleiferl, und beide schauen den Betrachter an und der kann sich überlegen, wohin das führen mag.
Das war leicht. Das nächste Stillleben dagegen ist gross, schwer, alt und wird mir noch lange quer im Bildermagen liegen. Ich werde mal in der Küche am Tegernsee ausmessen müssen, aber Hoffnung habe ich da wenig.
Und diesmal ist sie eher klein, was darauf hindeutet, dass es ein Bild zum Mitnehmen war. Man kennt das von heute, wenn Menschen Bilder ihrer Liebsten im Geldbeutel aufbewahren; damals gab es durchaus Bilder, die man beim Wechsel zwischen den Orten einpackte. Schönes Beispiel:: Die gefährlichen Liebschaften, als Valmont eine Weile in einem Schloss bei einer Verwandten lebt. Zu solchen Anlässen konnte man, treue und Zuneigung vorausgesetzt, auch die eigenen Gefährten einpacken und aufhängen und ihnen dann, sie anschauend, diese langen Briefe schreiben und dann eine Woche auf Antwort warten. Das waren noch Zeiten, da starb man als geistloser Autor gnadenlos aus. Heute dagegen pflanzen sich auch die scheusslich schreibenden Blogger fort.
Das Schöne ist, dass sich für so kleine Bilder immer ein Platzerl - auch thematisch passend - findet, man muss nicht umhängen und zaudern und überlegen, man hängt einfach den Mann weg und die Frau hin, und alles passt. Und auch für den Mann findet sich ein Ort beim Bücherschrank. Auf diesem kleinen Niveau kann das Spiel von Zuneigung und Gier noch lange weitergehen, auch wenn die grossen Flächen längst besetzt sind. Rechts rupft die Magd den Hahn und links zupft die Dame am Schleiferl, und beide schauen den Betrachter an und der kann sich überlegen, wohin das führen mag.
Das war leicht. Das nächste Stillleben dagegen ist gross, schwer, alt und wird mir noch lange quer im Bildermagen liegen. Ich werde mal in der Küche am Tegernsee ausmessen müssen, aber Hoffnung habe ich da wenig.
donalphons, 13:15h
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Dienstag, 5. Februar 2013
Auf Durchreise
Das Heimfahren über München wird zur schlechten Angewohnheit, zusammen mit einer leichten Überdosis dessen, was München immer noch ist.
Es ist eine hübsche Stadt, und ich tue ja auch manches, um den Charme zu erhalten; so gut wie nie fahre ich hier weg, ohne Bücher zu kaufen. Selbst wenn das inzwischen eher ein Hobby für alte Männer und nicht mehr für Studenten ist. Und ich besorge die Ersatzteile beim kleinen Baumarkt des Viertels.
Was aber immer neue und obskure Blüten treibt, ist das Benutzen der Guten Stuben für Societykrempel. Eine der übelsten Veranstaltungen meiner ganzen Münchner Zeit war von einem Zigarettenkonzern in der alten Pinakothek, und die Art, wie sie gefressen haben, zeigte überdeutlich: Die haben hier nichts verloren. Die wären sonst nie in dieses Museum. Es waren sicher mehr als 1000 Leute. Inzwischen sind es auch mal weniger, die Veranstaltung wird exklusiver, und dennoch: Kunst ist nur noch der Rahmen, ansonsten macht man eben, was man immer macht. morgen lädt dann die Regierung in den Herculessaal, oder jemand mietet einen Teil des Bayerischen Hofes, man zieht weiter und macht mit.
Das ist einfach so. Das hat Tradition, und wenn es ein Musuem ist, dann ist es einfach auf der Abfolge. Kein Drama für dieses spezielle Publikum. Es gibt einen abgefuckten Ex-Journalisten in München, und ich denke immer, dass ich sein kaputtes Gesicht hier und da mal sehen könnte: Das ist nicht erbaulich. Deshalb tue ich, was zu tun ist, und fahre weiter. Für das andere bin ich einfach zu alt, und ich habe zu viel erlebt.
Es ist eine hübsche Stadt, und ich tue ja auch manches, um den Charme zu erhalten; so gut wie nie fahre ich hier weg, ohne Bücher zu kaufen. Selbst wenn das inzwischen eher ein Hobby für alte Männer und nicht mehr für Studenten ist. Und ich besorge die Ersatzteile beim kleinen Baumarkt des Viertels.
Was aber immer neue und obskure Blüten treibt, ist das Benutzen der Guten Stuben für Societykrempel. Eine der übelsten Veranstaltungen meiner ganzen Münchner Zeit war von einem Zigarettenkonzern in der alten Pinakothek, und die Art, wie sie gefressen haben, zeigte überdeutlich: Die haben hier nichts verloren. Die wären sonst nie in dieses Museum. Es waren sicher mehr als 1000 Leute. Inzwischen sind es auch mal weniger, die Veranstaltung wird exklusiver, und dennoch: Kunst ist nur noch der Rahmen, ansonsten macht man eben, was man immer macht. morgen lädt dann die Regierung in den Herculessaal, oder jemand mietet einen Teil des Bayerischen Hofes, man zieht weiter und macht mit.
Das ist einfach so. Das hat Tradition, und wenn es ein Musuem ist, dann ist es einfach auf der Abfolge. Kein Drama für dieses spezielle Publikum. Es gibt einen abgefuckten Ex-Journalisten in München, und ich denke immer, dass ich sein kaputtes Gesicht hier und da mal sehen könnte: Das ist nicht erbaulich. Deshalb tue ich, was zu tun ist, und fahre weiter. Für das andere bin ich einfach zu alt, und ich habe zu viel erlebt.
donalphons, 00:26h
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Montag, 4. Februar 2013
Ein wenig Pietät
Dieses Blog ist sehr gut bekannt als Hort der Andacht und des ehrfurchtsvollen Gedenkens; stirbt nämlich jemand wie der Haider oder sonst ein fleischgewordener Alptraum, dann halte ich mich nicht zurück oder entringe mir wie die ganzen Kackbratzen der Ösimedien ein Oh schad, nein, ich halte Andacht für Wahrhaftigungkeit und gedenke das zu tun, was in dem Fall zu tun ist. So einer muss den Weg zur Hölle so antreten, wie er gewesen ist. In Schande.Und das muss man dann auch sagen dürfen: Die Welt, sie ist ein Ort, der nicht bei jedem Tod ein schlechterer wird.

Bei dem amerikanischen Massenmörder, der seine Opfer heimtückisch im nahen Osten tötete und jetzt meinte, mit einem von seinem Einsatz gestört zurückgekommenen Kollegen eine Runde ballern zu gehen, damit der wieder besser drauf sein würde -bei dem bin ich, abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung solcher Tätigkeiten aber gar nicht so sicher.
Denn, seien wir ehrlich: Menschen mit solchem Vertrauen braucht die Welt. Die glauiben sicher auch nicht, dass das hiesige Regime nie und nimmer bewaffnete Drohnen im Inneren einsetzen würde, sondern allenfalls zur Sicherung der Handelswege der sie schmierenden Wirtschaft, solange es nicht gerade die Hoteliers und die Glücksspielautomatenaufsteller und Legaldrogenhersteller sind. Wer es für eine gute Idee hält, einem Irren eine Knarre in die Hand zu drücken, der lässt auch E.ON und Vattenfall beim Ausbau der Netze mitreden. Oder die deutschen Verleger beim Lex Google. Oder einen Haschischbauern beim Drogengesetz, falls die Piraten mit Lauer, Peukert und Stefanowitsch bei denen doch noch fast stalinistische Erfolge einfahren. Menschen mit Glauben und Gottvertrauen und der Bereitschaft, dafür alles zu riskieren! Wo hat man das noch? Ausser bei den Schwachköpfen natürlich, die den Blogs der Ferengis glauben.
Generell hätte der Mann an jede Schaltstelle gepasst, an der zu entscheiden ist, ob man diejenigen weiter ranlässt, die es bislang in den Sand gesetzt haben. Man soll über solche Leute nicht lachen: Unser System braucht die. Solche Leute sind die wahren Stützen, auf denen man ein neues Tschernobyl errichten und eine zweite Challanger ins All schicken könnte. Und man kann auch an einer Torte ersticken.

Wobei... jetzt, wo wir einen weniger unter uns haben... vielleicht ist jetzt das Gleichgewicht ausser Kontrolle geraten? Diese Stütze ist weg. Tja. Was man da tun kann?
Vielleicht es den Markt regeln lassen. Mein Vorschlag wäre: Für alle Entscheidungsträger und ihre PPP-Partner mehr Schiessplätze, jede Menge automatische Waffen und Munition so viel bis keine oder, auch das ist denkbar, keiner mehr da ist. Öfters mal rausgehen und 100 Schuss ringsum ablassen, das ist echt gut zu den Nerven und wenn es einen selbst schon nicht ruhig macht - wie man sieht, schreibt der Ballerfreund jetzt keine Bestseller über das Erschiessen von Menschen mehr. Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei wäre, sagte meine Grossmutter immer, von der ich auch die Sache mit der Torte habe.
Und das gute Gefühl, dass man über Tote nichts ausser Gutes sagen darf. Gutes, das einem selbst gut tut. Und solange da ein Sahnekuchen vom Wagner ist, ist das auch nicht geschmacklos, sondern gut.

Bei dem amerikanischen Massenmörder, der seine Opfer heimtückisch im nahen Osten tötete und jetzt meinte, mit einem von seinem Einsatz gestört zurückgekommenen Kollegen eine Runde ballern zu gehen, damit der wieder besser drauf sein würde -bei dem bin ich, abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung solcher Tätigkeiten aber gar nicht so sicher.
Denn, seien wir ehrlich: Menschen mit solchem Vertrauen braucht die Welt. Die glauiben sicher auch nicht, dass das hiesige Regime nie und nimmer bewaffnete Drohnen im Inneren einsetzen würde, sondern allenfalls zur Sicherung der Handelswege der sie schmierenden Wirtschaft, solange es nicht gerade die Hoteliers und die Glücksspielautomatenaufsteller und Legaldrogenhersteller sind. Wer es für eine gute Idee hält, einem Irren eine Knarre in die Hand zu drücken, der lässt auch E.ON und Vattenfall beim Ausbau der Netze mitreden. Oder die deutschen Verleger beim Lex Google. Oder einen Haschischbauern beim Drogengesetz, falls die Piraten mit Lauer, Peukert und Stefanowitsch bei denen doch noch fast stalinistische Erfolge einfahren. Menschen mit Glauben und Gottvertrauen und der Bereitschaft, dafür alles zu riskieren! Wo hat man das noch? Ausser bei den Schwachköpfen natürlich, die den Blogs der Ferengis glauben.
Generell hätte der Mann an jede Schaltstelle gepasst, an der zu entscheiden ist, ob man diejenigen weiter ranlässt, die es bislang in den Sand gesetzt haben. Man soll über solche Leute nicht lachen: Unser System braucht die. Solche Leute sind die wahren Stützen, auf denen man ein neues Tschernobyl errichten und eine zweite Challanger ins All schicken könnte. Und man kann auch an einer Torte ersticken.

Wobei... jetzt, wo wir einen weniger unter uns haben... vielleicht ist jetzt das Gleichgewicht ausser Kontrolle geraten? Diese Stütze ist weg. Tja. Was man da tun kann?
Vielleicht es den Markt regeln lassen. Mein Vorschlag wäre: Für alle Entscheidungsträger und ihre PPP-Partner mehr Schiessplätze, jede Menge automatische Waffen und Munition so viel bis keine oder, auch das ist denkbar, keiner mehr da ist. Öfters mal rausgehen und 100 Schuss ringsum ablassen, das ist echt gut zu den Nerven und wenn es einen selbst schon nicht ruhig macht - wie man sieht, schreibt der Ballerfreund jetzt keine Bestseller über das Erschiessen von Menschen mehr. Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei wäre, sagte meine Grossmutter immer, von der ich auch die Sache mit der Torte habe.
Und das gute Gefühl, dass man über Tote nichts ausser Gutes sagen darf. Gutes, das einem selbst gut tut. Und solange da ein Sahnekuchen vom Wagner ist, ist das auch nicht geschmacklos, sondern gut.
donalphons, 00:37h
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Samstag, 2. Februar 2013
Bis ganz oben zugeknöpft
Auch heute, trotz Grippe und Fieber, hatte ich ein Auswärtstermin. Die Besuchte sieht schlecht, und als ich den Raum betrat, kniff sie lange die Augen zusammen. Wer ist denn das, dachte sie. Wer von meinen Bekannten trägt denn in München dicke Stiefel, lange Lodenmäntel und Hüte? Naja, diejenigen, die nicht aus München kommen, sondern aus der Einfallschneise des Winters. Ich fand Loden Zeit meines Lebens doof und Hüte trug ich nur zum Spass. Aber seitdem ich hier wohne, verstehe ich das alles. Dass im Mantel seitliche Schlitze sind, damit man Dinge herausholen kann, ohne ihn zu öffnen. Die hohen, geschlossenen Krägen. Die schweren, lederartigen Filzhüte. Das schaut in der Stadt immer ein bisserl nach Landhaus aus.


Hier draussen braucht der Winter nur drei Tage, um aus einem sonnenbeleckten Strand eine eisstarrende Wüste zu machen, da braucht man das. So muss das früher auch im Flachland gewesen sein, und der Gedanke, dass man dorthin zur Not auch entfliehen kann, ist nicht der Schlechteste. Immerhin, hier ist man auf solche Situationen eingestellt, und den Berg bin ich ganz langsam hinuntergefahren. Hinauf ist es ein wenig riskant; man will lieber nicht wissen, was sein wird, wenn der Schwung nicht ausreicht, der Wagen auf dem Eis zum Stillstand kommt und dann eventuell wieder zu Tal rutscht. Die Kunst ist, die Räder immer ganz knapp vor dem Durchdrehen zu halten. Sicher, irgendwann kommt hier auch alle drei Stunden der Räumdienst, aber so lange muss man sich selbst helfen. Und vorsichtig sein. Behutsam. Die Welt ist nicht feindlich, aber gnadenlos.


Und dann auch wieder zuckersüss und marzipamumrahmt. Trotzdem ist das hier eigentlich kein Ort für Nostalgie; so richtig angenehm kann man hier erst seit 60, 70 Jahren leben. Davor muss das mitunter recht unerfreulich gewesen sein, trotz Loden und Hut. Technik und Klimaerwärmung machen aus dem Grauen des Winters eine Option, der man sich aussetzen kann, oder auch nicht. So gern ich hier bin: Der Gadanke, das hier im zweifelsfall 3, 4 Monate ertragen zu müssen, ist nicht wirklich erfreulich.


Hier draussen braucht der Winter nur drei Tage, um aus einem sonnenbeleckten Strand eine eisstarrende Wüste zu machen, da braucht man das. So muss das früher auch im Flachland gewesen sein, und der Gedanke, dass man dorthin zur Not auch entfliehen kann, ist nicht der Schlechteste. Immerhin, hier ist man auf solche Situationen eingestellt, und den Berg bin ich ganz langsam hinuntergefahren. Hinauf ist es ein wenig riskant; man will lieber nicht wissen, was sein wird, wenn der Schwung nicht ausreicht, der Wagen auf dem Eis zum Stillstand kommt und dann eventuell wieder zu Tal rutscht. Die Kunst ist, die Räder immer ganz knapp vor dem Durchdrehen zu halten. Sicher, irgendwann kommt hier auch alle drei Stunden der Räumdienst, aber so lange muss man sich selbst helfen. Und vorsichtig sein. Behutsam. Die Welt ist nicht feindlich, aber gnadenlos.


Und dann auch wieder zuckersüss und marzipamumrahmt. Trotzdem ist das hier eigentlich kein Ort für Nostalgie; so richtig angenehm kann man hier erst seit 60, 70 Jahren leben. Davor muss das mitunter recht unerfreulich gewesen sein, trotz Loden und Hut. Technik und Klimaerwärmung machen aus dem Grauen des Winters eine Option, der man sich aussetzen kann, oder auch nicht. So gern ich hier bin: Der Gadanke, das hier im zweifelsfall 3, 4 Monate ertragen zu müssen, ist nicht wirklich erfreulich.
donalphons, 23:52h
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