Wie es wirklich war

Kein Blog läuft ewig. Als Schirrmacher starb, habe ich der FAZ umgehend meine Kündigung angeboten. Die Stützen waren eine Schirrmachersache, ich war ihm direkt verantwortlich mit meinen Erfolgen und meinen nicht seltenen Ausrutschtern. Und es war immer klar, dass ich wie jeder andere dort die Verantwortung für mein Tun trage. Das ist nun mal so im Journalismus, der Chef entscheidet und wie er entscheidet, hat man oft in der Hand - und Schirrmacher mochte keine Kriecher, er hat sich gern Widerspruch angehört. Meinen Vertrag mit ihm habe ich jedes Jahr erneuert. Die Hater da draussen, die mich gefeuert sehen wollen, werden sich vielleicht wundetn, aber jedes Jahr, am 20. Januar, habe ich eine Kündigung geschrieben, und die wurde jedes Jahr abgelehnt. Aber das war nie eine Garantie und wenn sich etwas geändert hätte, wäre ich eben gegangen.

Die FAZ hat viele Blogs wieder geschlossen. Manche, weil sie einfach nicht gelaufen sind. Andere, weil die Autoren meinten, sie wären jetzt im Olymp und könnten tun, was sie wollen - betrügen, hintergehen, dem Chef auf der Nase herumtanzen. Schirrmacher hat sich nie dafür interessiert, dass seine Meinung in den Blogs stand, aber gegen Hinterfotzigkeiten und Indiskretionen war er, das ist kein Geheimnis, nicht weniger allergisch als die meisten anderen Menschen auch. Und wer so etwas getan hat, wer unbedingt illoyal sein wollte, der passte halt nicht und musste sich anders orientieren. Das ist die übliche Arbeitswelt, das kennt eigentlich jeder, und dass drei Personen nach ihrem Scheitern noch Shitstorms im Netz hinterlassen haben, ist das alleinige Problem deren gekränkter Egos.

Um mit über vier Jahren Abstand mal mit den Unterstellungen aufzuräumen, die Michael Seemann jetzt nach seinem Tod über die Schliessung des ihm zur Verfügung gestellten Blogs verbreitet: Nein, es gab damals keinen Konflikt in der FAZ, was mit Seemann zu tun sei. Das ging oim ersten Schritt alles viel zu schnell, und danach war es vollkommen klar, dass es keine Chance mehr für ihn gibt.

Ich war kurz davor in Frankfurt und habe im grossen Kreis nochmal eindringlich auf die Probleme des Bilderklaus hingewiesen. Danach kam auf Schirrmachers Anweisung eine verschärfte Mahnung an alle, das auf keinen Fall mehr zu tun, und wer ein Hirn hatte, hat damals auch die alten Beiträge gesäubert. Seemann hätte mit seinem Verhalten dazu jeden Grund gehabt, es war ja nicht der erste Missgriff. Man muss das verstehen, die FAZ stritt auf der einen Seite für das Urheberrecht und da kann es nicht sein, dass die eigenen Leute auf der anderen Seite sich nicht daran halten.

Kurz darauf schrieb Seemann seinen letzten Beitrag. Ich war damals in der Schweiz und habe den mitsamt den fragwürdigen Bildern gesehen. Dazu kam, dass Seemann die bis zu diesem Zeitpunkt unrechtmässig verwendeten Bilder immer noch im Blog hatte, und das habe ich in Folge der Frankfurter Besprechung Minuten nach der Veröffentlichung auch gemeldet - auch das war keine einmalige Handlung, es ist normal, dass man, wenn etwas schief läuft, darauf hinweist. Daraufhin hat die Redaktion den Beitrag offline genommen, was eine völlig normale Sache ist. Danach hat Seemann nicht etwa gefragt, sonden den Beitrag ohne Bilder wieder veröffentlicht und gleichzeitig einen Shitstorm gegen die FAZ angezettelt - manchen steigt halt die Einladung, dort zu schreiben, zu Kopf. Die Redaktion hatte gar keine andere Wahl, als das Blog runterzunehmen, weil man nicht weiss, was so ein Freidrehender so treibt und ja, ich habe das angesichts der von seemann losgetretenen Twitterlawine auch mit angeregt, denn die Sache war damit erkennbar nicht mehr zu vernünftig bereinigen. Seemann mag seine Position anders gesehen haben, aber er war halt nur ein Freier, der unverzeihliche Fehler gemacht hat. Die Annahme, dass sich Schirrmacher seemannfreundlich mit dem Fall eines offenkundig krass am Rad drehenden Typen, dem gerade in New York die Finanzierung wegbricht, auseinander setzen sollte, ist völlig abwegig. Schirrmacher war einer der vielbeschäftigsten Medienmanager der Landes, Seemann ist eine bilderklauende Lachnummer - das ist der Abstand gewesen.

Seemann hat dann neben dem Shitstorm sehr wütende, sehr wirre und unter Druck verfasste Mails an Schirrmacher geschrieben, die der nicht wunschgemäss beantwortet hat. Es gibt einfach keinen Grund, warum man auf so einen via Twitter und Blog öffentlich ausgetragenen Erpressungsversuch mit Forderung nach Weiterbeschäftigung eingehen sollte - Seemann hatte gerade jeden, der es Schirrmacher mal zeigen wollte, die Möglichkeit eröffnet, auf den Shitstorm aufzuspringen. Mit so einem Mobanführer verhandelt man nicht, sowas gibt man keinen Raum, man ignoriert ihn und was zu sagen war, hat die Redaktion damls gesagt. Für manche im Netz wirkte es gross, für die FAZ war es nur ein besonders ekelhat agierender freier Mitarbeiter. Über ihm standen die Online-Redakteure, die betreuenden Redakteure, die Feuilletonleitung aus Stellvertretern und Chef und dann war da noch Schirrmacher daheim in Berlin. Weit, weit weg. Ich stand damals aber im direkten Kontakt mit dem Herausgeber und es wurde vollkommen klar ausgedrückt - Seemann hat hier nichts mehr verloren. Und an dieser Haltung hat sich auch nie mehr etwas geändert. Gründe, diese Person zu vermeiden, gab es ja weiterhin genug.

Von da an war Seemann in Bezug auf die FAZ und besonders in Bezug auf Menschen, von denen er dachte, sie wären mit Schirrmacher in gutem Einvernehmen, fast so eine Art Stalker. Seemanns Verhältnis war extrem feindselig und es gab da auch keine Nachsicht oder freundliche Entwicklung. Dass mein Beitrag über Nudelseemann auf der Seite Eins des Feuilletons stand, war auch alles andere als ein Zufall.

Ich war Teil des Vorgangs, und ich bin froh darum. Es gab nach dem Affront überhaupt keine Debatte darüber, dass dieses Blog verschwinden wird. Aus dem Umstand, dass es keine geforderten Zugeständnisse des Herausgebers auf die hysterischen Mails gab, kann man lediglich auf die hysterischen Mails schliessen, aber nicht auf den Empfänger. Seemann weiss, dass Schirrmacher sich heute nicht mehr gehen seine Andeutungen wehren kann. Aber wie es nun mal mit dem Kontrollverlust so ist, sind diese seine Mails nicht verloren, ganz im Gegenteil.

Das eigentlich Lustige zum Schluss: Seemanns Blog wurde dadurch lediglich ein paar Wochen früher als geplant eingestellt. Es lief nicht, es war enorm viel Kreisen um das eigene, schräge System, es war egoman und es war angesichts des ausbleibenden Erfolges einfach zu teuer. Der Ärger hatte schon mit dem ersten Beitrag begonnen - da behauptete Seemann, Tausende wären schon auf dem Blog gewesen, bevor überhaupt ein Inhalt zu sehen war. Es war damals gar nicht möglich, das am internen Counter zu sehen, der nur Einzelbeiträge mass. Ob das gelogen war, ist nochmal eine andere Frage - denn der Beitrag lief extrem gut. Ungefähr sechs mal so gut wie mein Erstling. Aber dafür strengte bei mir nachher auch Google keine Untersuchung wegen Klickbetrug an. Ich will nicht sagen, dass die Manipilation von Seemann stammte, das weiss ich nicht. Aber es fing schon mal gut an und wer sich dann so aufführt, als sei er fast schon der neue Feuilletonchef, darf sich über eine wachsende Distanz nicht wundern. Ich bin selbst ein wenig Schuld daran, weil Seemann mehr aus einer Laune heraus angeheuert wurde, ohne dass man seinen Hintergrund überprüft hätte - das habe ich nachträglich geliefert, aber blöderweise nicht dazu geschrieben, dass man den besser gleich wieder entlässt, und Schirrmacher war ein Freund der Experimente. Dieses Experiment lief, wie andere auch, eher bescheiden, und das führte dazu, dass schon Monate vor dem Rauswurf eine Liste aufgestellt wurde, welche Blogs wegen ihrer mangelnden Performance eingestellt werden. Seemann war da aus guten fachlichen Gründen mit drauf. Als die Liste dann später umgesetzt wurde, gab es von den anderen auch keinen Aufstand - nur Seemann hat sich so verhalten.

Der Grund war meines Erachtens nicht mal nur, sein Blog wieder zu bekommen. Es war vollkommen klar, dass es nicht mehr passieren wird. Seemann wollte nicht nur meiner Ansicht nach die FAZ, das Projekt und darüber auch Schirrmacher beschädigen. aber ion der Medienwelt zählt so ei Schreihals nicht, und nicht jeder Blogger ist ein illoyaler Borderliner. Schirrmacher wusste schon, warum er mir dann Deus ex Machina gab, das bewusst auf den rauchenden Ruinen des CTRL-Verlusts errichtet wurde. Es ist nicht nur ein Internetblog, es ist auch dazu da, solche Figuren bei rivva ans Tor zu nageln. Es ist ein niederschwelliges Mittel, um sich mit den Seemanns dieser Welt auseinander zu setzen, ohne dass man sich damit direkt die Hände schmutzig machen muss. Es wurde gezielt als Antwort auf diesen damaligen Vorgang entwickelt und auch so umgesetzt. Schirrmacher war, das darf ich hier sagen, ein phantastischer, unglaublicher Mensch, ein lebender Roman, so einen kann man gar nicht erfinden, und seit seinem Tod mache ich nie das New-Post-Fenster auf, ohne an eine Kündigung zu denken. Ohne ihn macht es eigentlich keinen Sinn. Aber er wollte, dass ich weiter mache und das tue ich, und auch im nächsten Januar werde ich meine Kündigung anbieten. Es ist keine Frage, irgendwann wird auch meine Tätigkeit dort enden. Ich weiss das, es macht mir nichts aus, so ist das Leben. Vielleicht mag die FAZ nicht mehr, vielleicht verliere ich die Lust am Thema. Es ist, wie es ist.

Aber bis dahin und auch darüber hinaus wäre ich an anderer Leute Stelle vorsichtig mit Geschichtsklitterung, siehe oben, Kontrollverlust und so.

Dienstag, 18. November 2014, 08:14, von donalphons | |comment

 
Wenn wir schon dabei sind, das nochmal aufzuwärmen, dann würde mich aber auch interessieren, was dagegen sprach, den Beitrag ohne Bilder "public" geschaltet zu lassen - nur die Eigenmächtigkeit des Autors, den ohne Rücksprache mit der Redaktion nochmal zu veröffentlichen? Oder anders gesagt, gab es eine Vorgabe (wie bei DeM), dass da überhaupt Bilder drin sein müssen?
Falls nein, würde es zwar das weitere (überaus unkluge) Vorgehen von Seemann nicht entschuldigen, aber zumindest ansatzweise erklären, wieso er sich im Recht glaubte, das Ding einfach nochmal online stellen zu können.

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Es gab die deutliche Empfehlung, Bilder zu nehmen, zu meiner Zeit übrigens auch die klare Anweisung - aber dann eben auch den Befehl, nachdrücklich, keine Bilder zu klauen. Das Problem hatte nicht nur Seemann, die Redaktion hat mehrfach in Beiträge eingegriffen, aber nach der ganzen langen Geschichte es CTRL-Verlusts, die davor auch schon nicht erbaulich war, haben sie halt Nägel mit Köpfen gemacht. Man kann sich nicht dauernd von so einem auf der Nase herumtanzen lassen. Und ich halte die Entfernung so eines Beitrag auch für die angemessene Lösung, damit die Botschaft auch ankommt. Wenn ein Untergebener dann diese Entscheidung kippt, ist das eben der Casus Belli. Es gäbe durchaus andere Wege, aber Michi hat sich für die Konfrontation entschieden und verloren.

Seemann ist übrigens auch nicht der einzige, der über so einen Fall gestolpert ist. Der nächste hat damit sogar eine Rechnung verursacht. Es ist also keine Petitesse, sondern wirklich dumm. Wer lieber shitstormt statt redet, muss mit den Konsequenzen leben.

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Habe auch noch den Kommentar von einem der Seemann'schen Shitstormtrooper vor Augen, der sich nicht entblödete, in Richtung FAZ zu schreiben "die haben halt Twitter nicht verstanden." Wo der Vorgang doch offensichtlich machte, dass der Michi einige viel grundlegendere Dinge verpeilt hatte.

Ich hätte ihm das, was gelaufen ist, so nicht an den Hals gewünscht (bei allem inhaltlich bedingten Augenrollen beim Lesen seiner Beiträge), aber wie heißt es auf Englisch so treffend: He had it coming.

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Wenn ich mir so angucke, was hier noch im Nachklapp zwischen alten, sorry, gereiften Bloggerverteranen (und wie) ausgetragen wird, freue ich mich umso mehr auf ein Ehemaligentreffen:

In Achen werden in ein paar Wochen wieder ehemalige Altfunktionäre von politischen Studentengruppen ihre Jahrestreffen abhalten, die sich zu aktiven Zeiten lustvoll gegenseitig den "Faschisten", die "sozialistischen kriminellen", die "Ökoterroristen" oder den "Konsumverbrecher" um die Ohren gehauen haben. Immer feste drauf, es galt das Motto "Heul leiser, Chantal".

Nur dass wir schon damals (und zum fassungslosen Entsetzen unserer Jungspunde) nach diesen rituellen Wortopfern gemeinsam einen trinken gegangen sind. MSB, JuSos, Basisgruppen, GRÜNE, RCDS.

Es gibt ein Leben neben und nach politischen oder anderen Überzeugungen. Und es gibt Menschen IN und NACH einem Streit. So sollte das auch sein, in einer dem Menschen angemessenen Gesellschaft: Nicht ohne Streit, Ressentiment, Polemik. Aber ohne das alles zum Bestandteil seiner Persönlichkeit zu machen. So wichtig sind wir alle nicht. Keiner auf dieser Welt.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Das sind Linien, die jeder für sich persönlich ziehen muss, wo er sie haben will. Ich für mein Teil suche die Auseinandersetzung eher auf der inhaltlichen Ebene als auf der persönlichen. Mir würde daher auch keiner abbrechen, wenn ich auf einer Veranstaltung einem Michael Seemann, einer Julia Seeliger oder einem Christian Jakubetz über den Weg liefe und die Frage aufkäme, ob man mal einen Kaffee (Tee, Bier wasauchimmer) miteinander trinkt. Sollte das dann daran scheitern, dass ich da draußen nur noch als einer von Dons Schergen wahrgenommen werde, so be it. Wer es wissen will, was ich von Dons Sachen unterschreiben würde und was nicht, kann es wissen, erfragen - oder bei Nichtinteresse halt auch bleiben lassen.

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80er Jahre Asta-Streitkultur als schöne Jugenderinnerung und Vorbild für den Rest der Welt.
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Warum nicht gleich noch ein Kochbuch rausgeben, wie man in der Hafenstrasse '86 so dinierte.
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Guten Appetit!

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Das übernehmen Sie, bitte - da kenne ich mich nicht so aus.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Sorry, vermutlich werde ich sowieso gleich wieder gelöscht, aber mir ist die Themenauswahl in letzter Zeit nicht mehr so wirklich eingängig. Müssen wir wirklich annehmen, dass das Regierungsviertel demnächst von Genderdeppen und Twittertröten eingenommen wird?

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In Erfurt: JA!

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Darf man davon ausgehen, dass mit diesem Beitrag die Woche der Toleranz im Blog vorzeitig beendet ist? Gut so.

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wie wäre es denn mit der woche der tolerants?

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Habe erst jetzt beim kollateralen Radiohören mitgekriegt worauf diese Toleranzwoche hier anspielt.

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erkundigung tat auch in meinem falle not. das werte fernsehen, nicht wahr? sei es drum, vermutlich mal wieder ein hehres ziel von hehren stellen.

toleranz ist dagegen doch wohl eher eine frage des hinnehmens, und akzeptanz eine frage des annehmens.
da muss man sich schon entscheiden können, was man möchte.

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das Fernsehen einfach wegtolerien --

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Apropos FAZ-Blogs.
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Von diesem Wost-Blog bin ich doch etwas enttäuscht, gelinde gesagt.
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Wirkt auf mich wie eine Schülerzeitung. Sogar wenn ich bei manchen Beiträgen meinungsmässig tief in mir prinzipielle Zustimmungsbereitschaft erahne -- die Mauer der Fremdscham will einfach nicht aufgehen.

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Bei manchen der blog posts von Herack konnte ich die West-Ost Problematik nicht erkennen, die ja Thema des Blogs sein soll.
(siehe Beschreibung )

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Warum verursachen mir solche Kommentare Brechreiz?
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http://www.faz.net/aktuell/politik/sebastian-edathy-politisch-erledigt-13273108.html
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Der vielleicht ganz falsche Eindruck ist der, dass sich da so eine Radfahrertype aus der medialen Nomenklatura im wohligen Machtgefühl suhlt, dass Leute wie er und seine Geheimdienst-Freunde Karrieren zerstören können.
Die Freude darüber, an einer Ausübung von Herrschaft beteiligt zu sein, die sich der rechtsstaatlichen INstitutionen nach Gutdünken bedienen und nach Belieben an- und ausknipsen kann.
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Vielleicht alles nur Projektion. Vielleicht würde ich das nicht finden, wenn heute nicht immer diese Porträts neben den Sprechblasen hängen würden, was ja im Printzeitalter ja noch nicht üblich war.
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Vielleicht ein Indikator. Solange die Radfahrertypen noch ihre Gesichter auf die Titelseite drucken kann das mit den Ressentiments der Gosse ja noch nicht so schlimm sen.

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Bei Herack nervt der Wunsch, "philosophisch" sein zu wollen, dieser Pennälermarxismus.
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Könnte sich doch mal mit Leuten in Verbindung setzen, die was zu sagen haben, wie Ingo Schulze, Volker Braun, etc. meinetwegen sogar Tellkamp, Rosenlöcher.
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Oder nochmal Zeitgeschichte jenseits der heute gängigen medialen Klischees.
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Was das überhaupt war, das Neue Forum, der Runde Tisch, wie genau das ablief als die Gauck-Behörde gegründet wurde (noch auf Beschluss der DDR-Volkskammer) und all so Dinge, von denen Leute unter 40 noch nie was gehört haben.
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Statt immer dieses regressive GuttbajLenin.
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Der Raddatz über die Frühgeschichte der DDR? In senier Autobiographie gibt es manches wo man nachhaken könnte.
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Okay, wenn das alles viel zu lange her ist: Warum dann nciht nochmal auf die 90er Jahre konzenterieren 90-95, Treuhand, etc. , viellicht am konkreten Beispiel gezeigt.
Würde den heutigen jungen Leuten im Osten vielleicht helfen, die eigenen Eltern besser zu verstehen?

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@HM555 9:29
Wah, Wild-Ost. Da kann man nur hoffen, daß jemand anonym was aufgeschrieben hat, was dann in 50 Jahren mal veröffentlicht wird. Sie glauben doch nicht im Ernst, daß sich an diese Raubzüge und dieses das-eigene-Fell-retten jemand rantraut. Das wär ja so wie Tatsachenberichte zwischen 45 und 50: da werden Sie auch kaum was finden, allenfalls noch mündliche Fragmente, und obendrüber wird Beton gegossen.

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Herack ist am mühsamen, geduldigen Zusammentragen einzelner Puzzlesteine und deren Einsetzen in ein grössere Bild (und anders ginge es nicht) auch gar nicht interessiert.

Ausweislich seiner Texte formuliert er dünn begründete Thesen aufgrund diffuser Gefühle, wobei noch darüber hinaus Einleitung plus Überschrift wenig mit dem nachfolgenden Text zu tun haben.

Man kann in seinen Texten jemandem bem Verfertigen seiner Gedanken zusehen. Wer das spannend findet ...

Gruss,
Thorsten Haupts

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Kein Blog wird ewig bestehen, so wie die Person hinter dem Blog nicht ewig bestehen wird: http://www.youtube.com/watch?v=U7-60tyLQhA

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Ich finde das nicht schlimm, sondern sogar tröstlich - die Veränderung wie das Ende. Bescheuert finde ich sowas.

http://www.newscientist.com/article/dn26581-hairraising-moon-shot-to-cache-your-dna--for-cash.html#.VGxZJWfLe_J

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Was sollte von einer Person den Tod überleben, wenn ihre DNA weiterbesteht? Eine Person ist eine Person durhc ihren Lebenskontext, seine Beziehung mit anderen Menschen und seine Seele.

Diese Einfrierer und Wiederauftauer von Lebensbausteinen sind eigentlich alle nur zu bedauern...

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Ja, das ist die eigentlich spannende Frage, dass die Erinnerung ersetzt wird durch einen Datenhaufen rein digitaler Herkunft.

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Und jetzt hier:
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http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wie-sebastian-edathys-verteidigungsstrategie-zerbrach-13273306.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
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Solche Artikel empfinde ich schon als Appell an das gesunde Volksempfinden -- natürlich schön pharisäisch unter dem Deckmantel der Justiz.
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"Sollte es Edathys Plan gewesen sein, aus der Politik und der Öffentlichkeit zu verschwinden, ohne dass seine Vorliebe für Bilder nackter Jungs bekanntgeworden wäre, so war er gescheitert. "
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Wie gut, dass wir so eine tolle Qualitätspresse haben. Ohne die könnte die Demokratie nicht überleben!

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Was von einer Person überlebt: Die Seele natürlich, temperaturunabhängig

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..und nicht einfrierbar...

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Ich habe ja schon - in der FAZ - geschrieben, was ich vom Fall Edathy halte und es wird auch noch einen Nachschlag geben. Leider kommen da noch viele Möglichkeiten dazu auf uns zu.

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Michael Seemann
Wenn man nach Michael Seemann googelt, erhält man den Hinweis: Einige Ergebnisse wurden möglicherweise aufgrund der Bestimmungen des europäischen Datenschutzrechts entfernt.

Will da jemand die Kontrolle wiedererlangen?

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seinen reiz hätte es schon, sich - und seine liebsten - der ewigkeit lebend entgegenzuwerfen... und kein wirklich neuer gedanke in der menschheitsgeschichte.

allein, ohne die erinnerung kein ich, der schöne graue nervenhaufen da oben ist nicht unorganisiert, das ganze ergibt die erinnerung, die kreativität -
und die doch recht grosse frage ist, inwieweit sich erlebtes einpreist in die dns. sie tut es, zu einem gewissen, doch sehr unerforschten teil. letztlich interessiert dies deutlich mehr als die landung auf einem staubigen kometen, auch wenn das auch nicht völlig ohne reiz ist. schon geil, aber so etwas sagt man natürlich nicht, also auch ich nicht. hust.

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Was genau ist eigentlich an dem Fall Edathy so aufregend? Das ursprüngliche Auseinanderklaffen öffentlichen Moralempfindens mit dem Gesetz? Wirklich nichts Neues. Die Tatsache, dass er Beifang einer Polizeioperation gegen einen kanadischen Kinderporn-Anbieter wurde? Das ist für die Kriminalpolizei auch vor Indernet business as usual. Dass man seine Wohnung durchsucht hat, obwohl er noch nichts Illegales getan hat? Auch das geschieht in anderen Bereichen laufend, wenn nach den Erfahrungen der Polizei A häufig B nach sich zieht.

Es ist jedem völlig unbenommen, sich bis dorthinaus darüber aufzuregen, dass man Edathy schon den massenhaften Besitz von Kindernacktbildern öffentlich übelgenommen hat. Da jeder von uns das aber ständig tut (nur nicht in denselben Aufregerbereichen), muss ich die Aufregung über diesen einen Spezialfall veröffentlichter Hysterie nicht teilen.

Und jetzt steht der Mann wegen Besitzes von Kinderpornographie unter Anklage. Besitzt er tatsächlich nur Bilder nackter Kinder, wird da keine Verurteilung draus. Abwarten und Tee trinken.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Edathy
War Vorsitzender in einem wichtigen Untersuchungsausschuss und fiel durhc recht beharrliches Fragen auch gegenüber Geheimdienstleuten unangenehm auf. Der Rest der Geschichte ist ja bekannt. War halt zu wenig dran, um ihn in die Sicherheitsverwahrung zu bekommen.

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@keiner original:

Ist gut. Ich habe schon verstanden, dass sich Leute aufregen, weil sie unterstellen, Edathy sei nur wegen seiner Geheimdienstkritik strafrechtlich untersucht worden.

Und ich unterstelle eben, er sei nur zufällig wegen Beschaffung von Kindernacktfotos strafrechtlich untersucht worden.

Ist am Ende eine Glaubensfrage, ich entschuldige mich deshalb auch für meine Nachfrage. Glaubensfragen sind nicht diskutabel.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Bei der FAZ hängt das Thema Edathy jedenfalls immer noch erstaunlich hoch hat schon was von "nachtreten".
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Die Nachricht, um die es geht, liesse sich ja in drei Zeilen unterbringen.

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Mein Unbehagen beim Fall E. hat mehr mit der Reihe zu tun: bei T. und auch beim drogenerwerbenden H. oder dem Fernsehprominenten K. konnte man Staatsanwaltschaften beobachten, die recht sorglos mit Sachverhalten umgingen, die für die Betroffenen aber elementare Folgen hatten und bis heute haben.
Die konnten ihr Handwerk nicht und haben sich auch dann nicht verbessert, als sich Fehler geradezu aufdrängen mussten. Klar, passiert anderswo auch, aber meist geht es da um Geld, nicht um Menschen die so an den verächtlichsten Rand der Gesellschaft gestoßen werden.

Edit: ...was jedenfalls solange nicht in Ordnung ist, wie die Unschuldsvermutung gilt. Ein bisschen Rechtsstaat darf auch im alternativlosen Deutschland des 2014 sein.

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Nur dass die Rechtsstaatlichkeit bis jetzt gar nicht in Gefahr ist, die gilt genau genommen nur im Verhältnis der Rechtsstaatsexekutive gegenüber dem Angeklagten.

Was Sie einfordern, ist deutlich mehr Sensibilität beim Kommunizieren von Ermittlungsständen gegenüber der Öffentlichkeit. Das unterschreibe ich, allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass Durchstechen sensibler Informationen auch eine Reaktion der Staatsanwaltschaften auf die "verbesserte" Öffentlichkeitsarbeit von Verteidigern darstellt.

Bei denen es inzwischen zur Routine gehört, schon im Vorfeld das Gericht, das Verfahren oder die Ermittlungen zu verdammen.

Gruss,
Thorsten Haupts

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@thorha ich fürchte Herr Haupts, Sie unterschätzen das Drohpotential der Staatsanwälte.
Die Vernichtung der geschäftlichen und eventuell bürgerlichen Existenz als billigend in Kauf genommene Nebenwirkung plump-lauter Ermittlungen ist nicht unreal. Herr Kachelmann wurde platt gemacht.

Auch der kleine Richter nutzt seine Stellung. Beim Arbeitsgericht gibt es die Freiheit der Terminierung, der unvollständigen Ladung, der nächsten langen Terminierung um mit der Schwungmasse Annahmeverzug den gewünschten arbeitsoptmierten Vergleich zu erzwingen.
Deutschland ist keine Bananenrepublik; aber Deutschland ist auch keine Schweiz.

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@wirtschaftswurm 13:10 Diese Meldung bei der Suche nach einem Namen bedeutet nicht, dass tatsächlich Ergebnisse entfernt wurden: http://blog.alvar-freude.de/2014/09/google-vergessen.html

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Ich habe den Artikel über die »Digitale Bohème« damals für seine treffende Beschreibung der Berliner BGE-Anhänger geliebt und für seine ad-personam-Tritte gegen Seemann & Co. gehasst.

Einerseits war es ein Augenöffner in Sachen Entwicklung der Berliner Piratenpartei [Hoffnung auf ein komfortabel wirkendes BGE kann sich nur jemand machen, der die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Leistung und Einkommen nicht verstanden hat oder nicht verstehen will] … 

Andererseits war ich wütend darüber, dass jemand dem Seemann das Essen nachkaute und dem Ponader die privaten Finanzprobleme vorrechnete. Ich kann als Wochenmarkteinkäufer und Hobbykoch sehr sarkastisch werden, wenn jemand freiwillig auf offener Straße Fastfood in sich hineinschlingt, aber ich fand es unfair, jemanden die mageren Nudeln noch mal essen zu lassen. Da hätte im Artikel eine rhetorische Figur gereicht.

Der mspro war doch damals mit seinem beruflichen Scheitern mehr als genug gestraft. Dem noch ein weiteres Mal auf den Fuß zu treten hast Du heute nicht nötig und damals auch schon nicht …

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so etwas lebt nun mal durch konkrete Beispiele und wenn michi seemann nicht explizit meinen würde, Post privacy wäre super, hätte ich es auch nicht gemacht.

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Also mich interessiert ja nur die Geschichte mit den abgelehnten Kündigungen. Wie genau funktionierte das, vertraglich oder qua Charisma?

Und außerdem möchte ich bedauern, dass der Trottelquotient in den Kommentaren hier seit Faz deutlich gestiegen ist. Spricht nicht gerade für die Faz.

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Nein, ich habe von Anfang an gesagt, dass ich eine schmerzlose Opt-Out-Regelung haben will - wir versuchen das ein Jahr lang und wenn es nicht läuft, lassen wir es bleiben. Und zwar ehrlich und offen von beiden Seiten aus. Und deshalb biete ich jedes Jahr Schirrmacher meine Entlassung an, und er muss nur annehmen, mehr nicht. Warum er das nie getan hat - nun, das war eben seine Sache. Aber nachdem ich den Vertrag mit ihm hatte, war das alles mit seinem Rod hinfällig, und weil ich keinem Neuanfang im Weg stehen möchte, habe ich von mir aus angeboten, wenn es gewünscht wird, ohne Komplikationen auszusteigen. Gerade nach Seemann ist mir das eigentlich sehr wichtig, dass beide Seiten wissen, dass offen gespielt wird.

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Na, dann hoffen wir mal, Ihr Angebot wird nicht angenommen und Sie wollen auch weitermachen.

Ich würde sonst etwas vermissen.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Interessante Einblicke in das Innenleben der Redaktion.

Frage mich übrigens, warum die Buchpräsentation nicht in der C-Base stattfand,die der Autor bis vor zwei Jahren noch fast täglich aufsuchte. Aus gut informierten Kreisen heißt es, er habe dort Hausverbot. Kontrollverlust und so.

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Welcher Autor? Don A.?
Kann ich mir nicht vorstellen, daß der ständig in Mitte herumlungert.

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Gemeint ist sicher der Leichtmatrose.

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Ich hoffe es mal.

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