Wieder etwas gelernt

Wer am Sonntag zwei Stunden in relativer Kälte durchgeschwitzt draussen wartet, sollte nicht glauben, dass die Husterei eine allergische Reaktion auf den Pfefferpecorino am Dienstag ist, und daraus schlussfolgern, dass exzessives Rennradfahren sicher hilft, dieses Problem im frischen Fahrtwind zu lindern. Weshalb nun das Rad in der Wohnung steht, und das Auto in der Tiefgarage an der Porta San Marco zu Siena. Ausruhen kann man bekanntlich, wenn man tot ist, mit Pest und Cholera kann man immer noch röchelnd kulturelle Dinge unternehmen. Und Siena ist jetzt nicht so weit weg.









Normalerweise ist es im Palazzo Publico so gut wie unmöglich, sich die Fresken Lorenzettis von der guten und schlechten Regierung allein anzuschauen, aber ich hatte Glück, und 2 Klassen Italiener und eine Busladung Deutscher meinten, dort gleichzeitig eindringen zu müssen. Ich konnte also draussen histen warten und letzte Blicke auf die Maesta von Simone Martini werfen, die gerade eingerüstet und vermutlich für längere Zeit hinter Vorhängen verschwinden wird. Dann tobten die Gruppen hinaus, und ich hatte erst mal meine Ruhe.

Aber es ist schon erstaunlich, wie selbstverständlich italienische Kinder überall mit ihren Handies draufhalten, und zwar alle, während aus deutschen Gruppen heraus höchstens diskret verborgene Aufnahmen gemacht werden, die eigentlich verboten sind. Naja, ich bin Presse und in der Hinsicht sowieso überirdisch.

Freitag, 12. Mai 2017, 16:49, von donalphons | |comment