Mittwoch, 10. Dezember 2003
Topographie des ökonomischen Terrors

1999 verwandelte sich die Gegend um die Ludwigs-Maximilians-Universität in einen Hotspot der New Economy. Wer konnte, setzte Mieter vor die Tür und richtete Büros ein. Die ohnehin schon astronomischen Mietpreise kannten keine Grenzen mehr. Startups mit Venture Capital im Rücken zahlten jeden Preis. Und repräsentative Objekte mit altem Parkett im Piano Nobile suggerierten den Kunden, dass hier solide gearbeitet wurde. Gründerzeithäuser für Gründerzeitmenschen.
Dort oben wurde Geld gemacht, ganz im Gegensatz zu der Buchhandlung darunter. Die machten nur in Büchern. Sie hatten vielleicht ein engagiertes Programm, machten Lesungen und boten nachher Gratiswein an, ohne die Leute zum Buchkauf zu zwingen. Mit sowas kann man aber nicht die Kostensteigerungen auffangen. Und wird 2003, letztlich, vom Markt gefegt. Wie die New Eco Klitsche darüber.
Das Piano Nobile ist immer noch zu vermieten. Und wenn es nicht so teuer wäre, würde man vielleicht auch zu Wohnungen rückbauen. Immerhin ist unten jetzt wieder eine Buchhandlung eingezogen.

donalphons, 12:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 9. Dezember 2003
Jung und Matt
und beileibe nicht an der Isar. Das Gelände an der Schwere-Reiter-Strasse ist weit weg vom Fluss. Euphemistisch könnte man es noch als "Schwabing" bezeichnen. Letztlich ist das Areal aber nicht mehr als eine altes Gelände der Post, das zum Medienzentrum aufgehübscht wurde. In direkter Nachbarschaft ist 9live.

Das hier war früher mal die Heimat von Jung von Matt an der Isar. Mitte 2003 wurden sie mit JvM Alster "fusioniert", und zwar so, dass nichts übrig blieb. Trotz des Referenzkunden BMW. Die Krise war stärker. Vielleicht waren sie auch einfach nur zu oft im Liegestuhl davor gelegen. Sowas kommt nicht gut im Downturn.
Auf den Toren der ehemaligen Montagehalle ist ein Männchen mit Megaphon aufgemalt. Darüber steht, in Englisch natürlich: For Sale.
Es sind eben Werber. Und das Areal war als internationales Medienkluster gedacht. Für den globalen Markt.

Das hier war früher mal die Heimat von Jung von Matt an der Isar. Mitte 2003 wurden sie mit JvM Alster "fusioniert", und zwar so, dass nichts übrig blieb. Trotz des Referenzkunden BMW. Die Krise war stärker. Vielleicht waren sie auch einfach nur zu oft im Liegestuhl davor gelegen. Sowas kommt nicht gut im Downturn.
Auf den Toren der ehemaligen Montagehalle ist ein Männchen mit Megaphon aufgemalt. Darüber steht, in Englisch natürlich: For Sale.
Es sind eben Werber. Und das Areal war als internationales Medienkluster gedacht. Für den globalen Markt.
donalphons, 02:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 6. Dezember 2003
Katastrophentourismus
am mittleren Ring in München. Geplant Ende der 90er. Auf Grundlage falscher Erwartungen der Mietpreissteigerung. Hier sollten die Startups der Jahre 2004 bis 2007 unterkommen.

Mit Videoconferencing, redundanter Highspeed-Anbindung und Parkett nach Belieben. Gern auch Tropenhölzer.
Nach oben hin kommen nochmal 10 hell erleuchtete Stockwerke. Mit nichts drin ausser Licht. München leuchtet.

Mit Videoconferencing, redundanter Highspeed-Anbindung und Parkett nach Belieben. Gern auch Tropenhölzer.
Nach oben hin kommen nochmal 10 hell erleuchtete Stockwerke. Mit nichts drin ausser Licht. München leuchtet.
donalphons, 12:30h
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