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Montag, 5. Januar 2004
Warum Sie nie ein Buch machen werden.
von hier: http://convers.antville.org/stories/641615/
Seit 2 Tagen geht nun das lustige Treiben wegen unseres Buches. Es macht schon Spass zu sehen, dass viele der Kombattanten schon mal gesagt haben: Mensch, so ein Buch über Blogs, das sollte man doch mal, und so, und ich könnte das doch. Nicht alle, versteht sich, aber manche. Erlauben Sie dazu ein paar Hinweise und Erläuterungen, nur für diejenigen, die sich mit dieser Idee beschäftigen.
Man ist nach meiner Beobachtung recht von oben herab, hier, hält Internet für ein ideales Medium, aber innendrin würden viele doch gern ihren Namen auf dem Rücken eines Buches sehen – was ich sehr gut verstehe... Die Ergebnisse konnte ich auf der Buchmesse in Frankfurt erleben. Der Literat Don Alphonso kennt viele Agenten, Lektoren und PR-Personal, das dort die ganzen Irren mit ihren Manuskripten abfangen muss. Nachdem ich selbst ein Autor aus dem Netz bin, wurde ich sehr oft gefragt, was das mit diesen Blogs auf sich hat, das einige Leute den Verlagen angeboten haben. Ich weiss also von fast einem Dutzend Leuten oder Teams, die Bücher rund um das Thema im Gepäck hatten.
Keiner von denen hatte eine Chance. Der Markt gilt für jeden Aspekt jenseits der Technik als viel zu klein und zu heterogen. Meines Erachtens ist das nicht richtig; es gibt fraglos eine Reihe von Zielgruppen für Bücher aus der "Blogosphäre". Aber das muss man einem Verleger erst mal schlüssig erklären - wer das nicht kann, hat keine Chance. Verleger und Lektorat wiederum müssen es selbst so geil finden, dass auch sie die Vertreter wiederum begeistern können. Es muss ein positiver Flow da sein, sonst geht´s nicht. Gerade die oft anzutreffende Weltentsagungshaltung in Blogs, dass es ja so unwichtig ist, wirkt da höchst bremsend.
Dass es durchaus geht, beweist übrigens jetzt.de: Die bringen ihre Autoren regelmässig in Bücher, ganz normal und ganz ohne den angeblichen Hype. Aber die Blogosphäre? Ausser Lyssa? Fehlanzeige. Und der Grund? Weil die meisten Verlagsmenschen nach einem Blick in die Blogosphäre den Eindruck haben, dass die Hauptbetätigung Flame Wars, Dissen, Beleidigungen, Arroganz und Grössenwahn sind. Qualität, so dass man sie wirklich in die fraglos anderen Bedürfnisse des Medium Buch einpassen kann, muss man dagegen lange suchen. Diese Leute sind, vorsichtig gesagt, einen anderen Umgangston gewöhnt. Und fürs Suchen haben die keine Zeit.
Aber selbst wenn sie Qualität finden, ist in diesem Geschäft Konflikt nur ab einer Auflage von 100.000 lohnend. Erst dann bringt es Publicity. Alles andere, so Flames wie hier, fallen durch den medialen Rost, da mag man die debatte noch so ernst nehmen. Aber es ergibt eine giftige Atmosphäre. Verlage schauen zuerst mal nach, was sich im Umfeld des Buches so tut. Was die Leute sagen, wie es ankommt. In unserem Fall war das so, dass der Verlag die Verantwortlichkeit an uns als Herausgeber abgetreten hat, weil sich dort niemand mit den negativen Erscheinungen des Umfelds abgeben möchte - ich kann es verstehen. Für jede klassische Öffentlichkeitsarbeit wäre das hier im Netz eine Katastrophe, und da braucht es eben Leute vorn dran, die sich ihrer Haut zu erwehren wissen.
Aber das ist nur die eine Seite. Selbstreferenzielle Geschichten wie Blogawards, Blogwart oder diese hier sind ideal, wenn es um das Vergraulen von Interessenten jenseits des Ghettos der selbsternannten Superblogger geht. Ich vermute mal, dass der besonders im Antville-Umfeld gepflegte Stil a la Heise-Flame einer der Gründe ist, warum sich Newbies bei jetzt, blogger, 20six, livejournal und diary-z so wohl fühlen, und dort ihr eigenes Ding machen. Und da kann hier krakeelt werden, bis die Tastatur platzt: Das sind viele. Mehr als antville. Und die wollen wahrscheinlich auch was gutes schreiben. Das sind überraschend aufgeschlossene Leute, mit denen kann man reden, denen kann man vielleicht spielerisch und schön zeigen: Guck mal, es gibt dies und jenes, was Du tust hat eine gewisse Bedeutung, es gibt keine Medienmonopole mehr, mit jedem Posting verändert sich die Wahrnehmung für Dich und Deine Leser. Oder überleg mal, ob nicht auch so eine Schreibe was für Dich wäre. Das ist nämlich etwas, was ich ganz erheblich vermisse, dieses hin und wieder mal ein nettes Wort, oder ein wirklich gut gemeinter Tip.
Und nach draussen kann man zeigen: Guckt mal, was es an neuen Gesichtern und Geschichten hier in den Blogs gibt. Sie sind gut, im Netz und im Buch, und Qualität hat mit dem Medium nichts zu tun, aber das Netz ist eine grossartige Sache, diese Qualitäten zu entwickeln. Man kann Menschen nur dort abholen, wo sie sind. So geht das mit dem Buch.
So wie hier in letzter Zeit geht es nicht. Deshalb mag das hier für Sie ja durchaus unterhaltsam sein, aber ich garantiere Ihnen: Kein Verleger, der die letzten Texte hier liest, wird mit Ihnen ein Buch zum Thema Blog machen. Wahrscheinlich noch nicht mal zu irgendwas anderem. Verlagsleute sind ganz scheues Wild. Wieso sollte sich ein Verleger Typen ans Bein hängen, die instinktiv losgeifern und das Thema, um das es geht, augenblicklich schlecht machen? Wer will sich mit solchen, mit Verlaub, nörgelnden Autoren abgeben, die selbst aber nichts konstruktives beizutragen haben, oder sich bestenfalls in ihre Metadiskussionen für 3, 4 Freunde verkrümeln? Und bei dessen Buch jeder andere auch erst mal so einen Zinnober veranstaltet? Wer bitte braucht sowas, noch dazu, wenn es um so ein spezifisches Thema geht?
Und deshalb sage ich Ihnen - mit Verlaub, nicht persönlich zu nehmen und nichts für ungut: Von denen, die sich für die grossen Zampanos halten und denken, das Buch da machen die Falschen und sie wissen, was abgeht - Sie alle werden jenseits eines Book on Demands niemand finden, der Ihnen eine ISBN-Nummer gibt.
Seit 2 Tagen geht nun das lustige Treiben wegen unseres Buches. Es macht schon Spass zu sehen, dass viele der Kombattanten schon mal gesagt haben: Mensch, so ein Buch über Blogs, das sollte man doch mal, und so, und ich könnte das doch. Nicht alle, versteht sich, aber manche. Erlauben Sie dazu ein paar Hinweise und Erläuterungen, nur für diejenigen, die sich mit dieser Idee beschäftigen.
Man ist nach meiner Beobachtung recht von oben herab, hier, hält Internet für ein ideales Medium, aber innendrin würden viele doch gern ihren Namen auf dem Rücken eines Buches sehen – was ich sehr gut verstehe... Die Ergebnisse konnte ich auf der Buchmesse in Frankfurt erleben. Der Literat Don Alphonso kennt viele Agenten, Lektoren und PR-Personal, das dort die ganzen Irren mit ihren Manuskripten abfangen muss. Nachdem ich selbst ein Autor aus dem Netz bin, wurde ich sehr oft gefragt, was das mit diesen Blogs auf sich hat, das einige Leute den Verlagen angeboten haben. Ich weiss also von fast einem Dutzend Leuten oder Teams, die Bücher rund um das Thema im Gepäck hatten.
Keiner von denen hatte eine Chance. Der Markt gilt für jeden Aspekt jenseits der Technik als viel zu klein und zu heterogen. Meines Erachtens ist das nicht richtig; es gibt fraglos eine Reihe von Zielgruppen für Bücher aus der "Blogosphäre". Aber das muss man einem Verleger erst mal schlüssig erklären - wer das nicht kann, hat keine Chance. Verleger und Lektorat wiederum müssen es selbst so geil finden, dass auch sie die Vertreter wiederum begeistern können. Es muss ein positiver Flow da sein, sonst geht´s nicht. Gerade die oft anzutreffende Weltentsagungshaltung in Blogs, dass es ja so unwichtig ist, wirkt da höchst bremsend.
Dass es durchaus geht, beweist übrigens jetzt.de: Die bringen ihre Autoren regelmässig in Bücher, ganz normal und ganz ohne den angeblichen Hype. Aber die Blogosphäre? Ausser Lyssa? Fehlanzeige. Und der Grund? Weil die meisten Verlagsmenschen nach einem Blick in die Blogosphäre den Eindruck haben, dass die Hauptbetätigung Flame Wars, Dissen, Beleidigungen, Arroganz und Grössenwahn sind. Qualität, so dass man sie wirklich in die fraglos anderen Bedürfnisse des Medium Buch einpassen kann, muss man dagegen lange suchen. Diese Leute sind, vorsichtig gesagt, einen anderen Umgangston gewöhnt. Und fürs Suchen haben die keine Zeit.
Aber selbst wenn sie Qualität finden, ist in diesem Geschäft Konflikt nur ab einer Auflage von 100.000 lohnend. Erst dann bringt es Publicity. Alles andere, so Flames wie hier, fallen durch den medialen Rost, da mag man die debatte noch so ernst nehmen. Aber es ergibt eine giftige Atmosphäre. Verlage schauen zuerst mal nach, was sich im Umfeld des Buches so tut. Was die Leute sagen, wie es ankommt. In unserem Fall war das so, dass der Verlag die Verantwortlichkeit an uns als Herausgeber abgetreten hat, weil sich dort niemand mit den negativen Erscheinungen des Umfelds abgeben möchte - ich kann es verstehen. Für jede klassische Öffentlichkeitsarbeit wäre das hier im Netz eine Katastrophe, und da braucht es eben Leute vorn dran, die sich ihrer Haut zu erwehren wissen.
Aber das ist nur die eine Seite. Selbstreferenzielle Geschichten wie Blogawards, Blogwart oder diese hier sind ideal, wenn es um das Vergraulen von Interessenten jenseits des Ghettos der selbsternannten Superblogger geht. Ich vermute mal, dass der besonders im Antville-Umfeld gepflegte Stil a la Heise-Flame einer der Gründe ist, warum sich Newbies bei jetzt, blogger, 20six, livejournal und diary-z so wohl fühlen, und dort ihr eigenes Ding machen. Und da kann hier krakeelt werden, bis die Tastatur platzt: Das sind viele. Mehr als antville. Und die wollen wahrscheinlich auch was gutes schreiben. Das sind überraschend aufgeschlossene Leute, mit denen kann man reden, denen kann man vielleicht spielerisch und schön zeigen: Guck mal, es gibt dies und jenes, was Du tust hat eine gewisse Bedeutung, es gibt keine Medienmonopole mehr, mit jedem Posting verändert sich die Wahrnehmung für Dich und Deine Leser. Oder überleg mal, ob nicht auch so eine Schreibe was für Dich wäre. Das ist nämlich etwas, was ich ganz erheblich vermisse, dieses hin und wieder mal ein nettes Wort, oder ein wirklich gut gemeinter Tip.
Und nach draussen kann man zeigen: Guckt mal, was es an neuen Gesichtern und Geschichten hier in den Blogs gibt. Sie sind gut, im Netz und im Buch, und Qualität hat mit dem Medium nichts zu tun, aber das Netz ist eine grossartige Sache, diese Qualitäten zu entwickeln. Man kann Menschen nur dort abholen, wo sie sind. So geht das mit dem Buch.
So wie hier in letzter Zeit geht es nicht. Deshalb mag das hier für Sie ja durchaus unterhaltsam sein, aber ich garantiere Ihnen: Kein Verleger, der die letzten Texte hier liest, wird mit Ihnen ein Buch zum Thema Blog machen. Wahrscheinlich noch nicht mal zu irgendwas anderem. Verlagsleute sind ganz scheues Wild. Wieso sollte sich ein Verleger Typen ans Bein hängen, die instinktiv losgeifern und das Thema, um das es geht, augenblicklich schlecht machen? Wer will sich mit solchen, mit Verlaub, nörgelnden Autoren abgeben, die selbst aber nichts konstruktives beizutragen haben, oder sich bestenfalls in ihre Metadiskussionen für 3, 4 Freunde verkrümeln? Und bei dessen Buch jeder andere auch erst mal so einen Zinnober veranstaltet? Wer bitte braucht sowas, noch dazu, wenn es um so ein spezifisches Thema geht?
Und deshalb sage ich Ihnen - mit Verlaub, nicht persönlich zu nehmen und nichts für ungut: Von denen, die sich für die grossen Zampanos halten und denken, das Buch da machen die Falschen und sie wissen, was abgeht - Sie alle werden jenseits eines Book on Demands niemand finden, der Ihnen eine ISBN-Nummer gibt.
donalphons, 23:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 4. Januar 2004
Links zum Thema

http://convers.antville.org/stories/639857/ (von der Startseite gelöscht worden)
http://convers.antville.org/stories/640282/ (inzwischen ebenfalls von der Startseite gelöscht, nicht jede Conversation hat bei Convers.antville, scheint´s, Existenzberechtigung.)
donalphons, 21:43h
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Zielanflug Checklist
30 Wir haben nicht gewartet mit der Attacke.
29 Wir haben die Route zur Netzestadt genau geplant,
28 und jetzt liegt Mahagonny direkt vor uns.
27 Wir haben das hier ein paar Monate vorbereitet.
26 Wir haben es still durchgezogen, damit es niemand merkt.
25 Wir haben einige der besten Leute eingeladen, die es gibt.
24 Wir haben nicht bei denen gefragt,
23 die gefragt werden möchten.
22 Und wir haben die vermieden,
21 die Einbildung mit Kompetenz verwechseln.
20 Wir haben einen Verlag gefunden, der uns als Blogger will
19 und nicht als Huren und Strichjungs für den Literaturbetrieb,
18 und der uns das Material gegeben hat,
17 aus dem die Träume sind und die Geschwindigkeit.
16 Wir haben das Buch entwickelt als eine Waffe
15 für den Krieg in der ewigen Nacht über dem Netz.
14 Wir sind schon ein paar Wochen auf dem Weg
13 um diesen einen Angriff zu fliegen.
12 Und jetzt hat das Brüllen der Motoren angekündigt
11 dass ein paar Leute etwas tun, von dem andere nur reden.
10 Die Maschine ist viel schneller als wir dachten
9 und hey! Es ist der totale Kick, das Ding zu fliegen.
8 Wir warten nicht und bitten nicht um Verständnis,
7 dass uns die verschreckten Kläffer da unten mögen.
6 Wir halten unseren Zeitplan präzise ein
5 der volle Geschwindigkeit will und Feuer aus allen Rohren.
4 Mit dem entsetzten Geschrei der Feinde haben wir gerechnet.
3 Und er Hass, die Wut, der Neid, die Missgunst der anderen
2 sind nur das Methanol, das die Motoren ins Maximum treibt.
1 Nichts kann es jetzt noch aufhalten
0 und es ist ein absolut geiles Gefühl
wie ficken.
29 Wir haben die Route zur Netzestadt genau geplant,
28 und jetzt liegt Mahagonny direkt vor uns.
27 Wir haben das hier ein paar Monate vorbereitet.
26 Wir haben es still durchgezogen, damit es niemand merkt.
25 Wir haben einige der besten Leute eingeladen, die es gibt.
24 Wir haben nicht bei denen gefragt,
23 die gefragt werden möchten.
22 Und wir haben die vermieden,
21 die Einbildung mit Kompetenz verwechseln.
20 Wir haben einen Verlag gefunden, der uns als Blogger will
19 und nicht als Huren und Strichjungs für den Literaturbetrieb,
18 und der uns das Material gegeben hat,
17 aus dem die Träume sind und die Geschwindigkeit.
16 Wir haben das Buch entwickelt als eine Waffe
15 für den Krieg in der ewigen Nacht über dem Netz.
14 Wir sind schon ein paar Wochen auf dem Weg
13 um diesen einen Angriff zu fliegen.
12 Und jetzt hat das Brüllen der Motoren angekündigt
11 dass ein paar Leute etwas tun, von dem andere nur reden.
10 Die Maschine ist viel schneller als wir dachten
9 und hey! Es ist der totale Kick, das Ding zu fliegen.
8 Wir warten nicht und bitten nicht um Verständnis,
7 dass uns die verschreckten Kläffer da unten mögen.
6 Wir halten unseren Zeitplan präzise ein
5 der volle Geschwindigkeit will und Feuer aus allen Rohren.
4 Mit dem entsetzten Geschrei der Feinde haben wir gerechnet.
3 Und er Hass, die Wut, der Neid, die Missgunst der anderen
2 sind nur das Methanol, das die Motoren ins Maximum treibt.
1 Nichts kann es jetzt noch aufhalten
0 und es ist ein absolut geiles Gefühl
wie ficken.
donalphons, 17:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 3. Januar 2004
Blogbarer Pilot auf Angriffshöhe - 3.1.2004
90 Hinter dieser ewigen Nacht geht es weiter,
89 und an der Grenze zwischen unserer Nacht
88 und ihrem Tag, da sitzen sie, die alten Oligarchien
87 der Desinformation, der geheuchelten Objektivität.
86 In der Lichterstadt des zerstörten Goldenen Zeitalters
85 Mahagonny genannt, auch die Netzestadt gerufen,
84 setzen sie ihre Themen auf den Strich für Geld und Einfluss
83 und nennen das Pressefreiheit und gesellschaftlichen Auftrag.
82 Dieser Auftrag ist für mich so scheissegal wie ihre Freiheit,
81 denn meine Freiheit ist hier im Flug über der Blogosphäre.
80 Meine Freiheit ist das Nitroglycerin, das die Motoren schreien lässt
79 und mich in das Nichts hämmert.
78 Meine Freiheit ist das Phosphor, das ich geladen habe,
77 um es Euch Meinungsmachern in die Fressen zu schütten.
76 Vielleicht haltet Ihr das für Blogschrott oder medialen Slum,
75 was hier draussen entsteht und manchmal bei Euch auftaucht,
74 wenn Ihr faulen Säcke googelt statt recherchiert.
73 So richtig könnt Ihr damit ja nichts anfangen, denn es ist zu kurz.
72 Das alles ist Meinung und unausgewogen, hart formuliert
71 und von Leuten, die kein Geld dafür bekommen und auch nicht
70 zu Events an die Buffets eingeladen werden,
69 um sich die Meinung der Veranstalter zu bilden.
68 Es sind nicht wirklich Medien, was hier entsteht.
67 Zumindest nicht Medien, wie ihr sie kennt.
66 Da braut sich was zusammen, aber es viel zu schwammig,
65 unfassbar und unpräzise. Nebulös. Komisch.
64 Sagt Ihr und geht weiter, ohne nachzudenken.
63 Inzwischen wächst dieses Paralleluniversum aus Information,
62 kopierten, veränderten und neu erschaffenen Datensätzen.
61 Allein dass wir existieren und wachsen
60 ist der entscheidende Anschlag auf Euch.
59 Wir müssen noch nicht mal planen, Euch zu töten.
58 Es passiert einfach. Wir sind nicht Schuld daran.
57 Aber es gibt ein Opfer. Euch.
56 Wir wollen Euch nicht verändern,
55 denn das ist nicht möglich.
54 Ihr seid ein Auslaufsmodell,
53 eine vollkommerzgekotzte Seite
52 irgendwo im hinteren Eck unseres Internets
51 die stinkenden Essensreste der normalen Medien.
50 Beim Gieren nach möglichst breiter Zielgruppe
49 und Profit werden Eure Kiefer brechen.
48 Ihr werdet an Euren eigenen Kosten verrecken
47 und die paar Überlebenden erdrücken wir
46 durch unsere schiere Masse.
45 Was wir von Euch brauchen, nehmen wir uns, ohne zu fragen.
44 Wenn Ihr es uns nicht geben wollt, klauen wir es.
43 Wenn Ihr winselt, lachen wir Euch aus.
42 Wenn Ihr Eure Drecksanwälte losschickt
41 tauchen wir ab und merken es uns
40 und machen Euch bei jeder Gelegenheit zu der Sau, die Ihr seid.
39 Wir haben schon die Musikindustrie fertiggemacht,
38 mit Euch werden wir allemal fertig.
37 Wir nehmen Euren Kommerzschrott und resampeln ihn,
36 wie es uns gefällt, und nicht Euren Werbekunden.
35 Wir legen den 140er-Beat drunter, den wir brauchen
34 um damit durch das Netz zu knallen.
33 Wir zertrümmern die Botschaften, clonen den Rest
32 und hetzen Euch die Inhaltskreaturen an die Gurgel.
31 Euer Informationsmonopol gibt es hier draussen nicht mehr
30 und wir arbeiten daran, es Euch überall wegzunehmen.
29 Wie das gehen soll, wissen wir nicht,
28 denn wir sind ja keine Alleswisser,
27 aber Ihr seid so fertig, dass wir das sicher schaffen werden.
26 Wir machen uns genau dort breit,
25 wohin Ihr es in Eurer Begrenztheit nie schaffen werdet.
24 Wir reden über den Alltag, das pralle Leben,
23 unser Leben, also das einzige, das wichtig ist,
22 und nicht das Siechtum Eurer relevanten Lieblinge.
21 Wir reden über Sex, unseren Sex, den Sex mit uns
20 alles was ihr nicht habt, und hey,
19 wir würden Euch in Arsch ficken,
18 wenn Euer Arsch nicht so verdammt scheusslich wäre.
17 Jeder Click bei uns ist einer weniger bei Euch.
16 Jeder Click bei uns ist ein Tritt in Eure Fresse
15 Jeder Click bei uns ist ein Problem für den ökonomischen Prozess
14 Jeder Click bei uns ist ein Beweis für Eure Unglaubwürdigkeit
13 Jeder Click bei uns ist ein guter Grund für Euch,
12 Euch aus dem Netz zu verpissen und zu krepieren.
11 Ihr findet das menschenverachtend?
10 Gegen den Geist des Grundgesetzes, das Euch privilegiert?
9 Ach kommt, wer wird denn heulen,
8 zu den paar guten Journalisten sind wir doch nett.
7 Aber Ihr Abschreiber und Incentive-Lutscher,
6 Ihr Hirnficker aus dem Föieton und social interest specialists,
5 Ihr Karrieristen bei den Meinungsbildern
4 und Politikerwurmanhänge der Öffentlich-Geschlossenen Anstalten,
3 Ihr seid genau auf 12 Uhr vor uns, und ihr ahnt nichts in Mahagonny.
2 Ihr habt noch immer nicht begriffen,
1 was da aus dem Nichts des Netzes kommt.
0 Ihr werdet es erst verstehen, wenn wir über Euch sind und die Bomben
-01 einschlagen.
89 und an der Grenze zwischen unserer Nacht
88 und ihrem Tag, da sitzen sie, die alten Oligarchien
87 der Desinformation, der geheuchelten Objektivität.
86 In der Lichterstadt des zerstörten Goldenen Zeitalters
85 Mahagonny genannt, auch die Netzestadt gerufen,
84 setzen sie ihre Themen auf den Strich für Geld und Einfluss
83 und nennen das Pressefreiheit und gesellschaftlichen Auftrag.
82 Dieser Auftrag ist für mich so scheissegal wie ihre Freiheit,
81 denn meine Freiheit ist hier im Flug über der Blogosphäre.
80 Meine Freiheit ist das Nitroglycerin, das die Motoren schreien lässt
79 und mich in das Nichts hämmert.
78 Meine Freiheit ist das Phosphor, das ich geladen habe,
77 um es Euch Meinungsmachern in die Fressen zu schütten.
76 Vielleicht haltet Ihr das für Blogschrott oder medialen Slum,
75 was hier draussen entsteht und manchmal bei Euch auftaucht,
74 wenn Ihr faulen Säcke googelt statt recherchiert.
73 So richtig könnt Ihr damit ja nichts anfangen, denn es ist zu kurz.
72 Das alles ist Meinung und unausgewogen, hart formuliert
71 und von Leuten, die kein Geld dafür bekommen und auch nicht
70 zu Events an die Buffets eingeladen werden,
69 um sich die Meinung der Veranstalter zu bilden.
68 Es sind nicht wirklich Medien, was hier entsteht.
67 Zumindest nicht Medien, wie ihr sie kennt.
66 Da braut sich was zusammen, aber es viel zu schwammig,
65 unfassbar und unpräzise. Nebulös. Komisch.
64 Sagt Ihr und geht weiter, ohne nachzudenken.
63 Inzwischen wächst dieses Paralleluniversum aus Information,
62 kopierten, veränderten und neu erschaffenen Datensätzen.
61 Allein dass wir existieren und wachsen
60 ist der entscheidende Anschlag auf Euch.
59 Wir müssen noch nicht mal planen, Euch zu töten.
58 Es passiert einfach. Wir sind nicht Schuld daran.
57 Aber es gibt ein Opfer. Euch.
56 Wir wollen Euch nicht verändern,
55 denn das ist nicht möglich.
54 Ihr seid ein Auslaufsmodell,
53 eine vollkommerzgekotzte Seite
52 irgendwo im hinteren Eck unseres Internets
51 die stinkenden Essensreste der normalen Medien.
50 Beim Gieren nach möglichst breiter Zielgruppe
49 und Profit werden Eure Kiefer brechen.
48 Ihr werdet an Euren eigenen Kosten verrecken
47 und die paar Überlebenden erdrücken wir
46 durch unsere schiere Masse.
45 Was wir von Euch brauchen, nehmen wir uns, ohne zu fragen.
44 Wenn Ihr es uns nicht geben wollt, klauen wir es.
43 Wenn Ihr winselt, lachen wir Euch aus.
42 Wenn Ihr Eure Drecksanwälte losschickt
41 tauchen wir ab und merken es uns
40 und machen Euch bei jeder Gelegenheit zu der Sau, die Ihr seid.
39 Wir haben schon die Musikindustrie fertiggemacht,
38 mit Euch werden wir allemal fertig.
37 Wir nehmen Euren Kommerzschrott und resampeln ihn,
36 wie es uns gefällt, und nicht Euren Werbekunden.
35 Wir legen den 140er-Beat drunter, den wir brauchen
34 um damit durch das Netz zu knallen.
33 Wir zertrümmern die Botschaften, clonen den Rest
32 und hetzen Euch die Inhaltskreaturen an die Gurgel.
31 Euer Informationsmonopol gibt es hier draussen nicht mehr
30 und wir arbeiten daran, es Euch überall wegzunehmen.
29 Wie das gehen soll, wissen wir nicht,
28 denn wir sind ja keine Alleswisser,
27 aber Ihr seid so fertig, dass wir das sicher schaffen werden.
26 Wir machen uns genau dort breit,
25 wohin Ihr es in Eurer Begrenztheit nie schaffen werdet.
24 Wir reden über den Alltag, das pralle Leben,
23 unser Leben, also das einzige, das wichtig ist,
22 und nicht das Siechtum Eurer relevanten Lieblinge.
21 Wir reden über Sex, unseren Sex, den Sex mit uns
20 alles was ihr nicht habt, und hey,
19 wir würden Euch in Arsch ficken,
18 wenn Euer Arsch nicht so verdammt scheusslich wäre.
17 Jeder Click bei uns ist einer weniger bei Euch.
16 Jeder Click bei uns ist ein Tritt in Eure Fresse
15 Jeder Click bei uns ist ein Problem für den ökonomischen Prozess
14 Jeder Click bei uns ist ein Beweis für Eure Unglaubwürdigkeit
13 Jeder Click bei uns ist ein guter Grund für Euch,
12 Euch aus dem Netz zu verpissen und zu krepieren.
11 Ihr findet das menschenverachtend?
10 Gegen den Geist des Grundgesetzes, das Euch privilegiert?
9 Ach kommt, wer wird denn heulen,
8 zu den paar guten Journalisten sind wir doch nett.
7 Aber Ihr Abschreiber und Incentive-Lutscher,
6 Ihr Hirnficker aus dem Föieton und social interest specialists,
5 Ihr Karrieristen bei den Meinungsbildern
4 und Politikerwurmanhänge der Öffentlich-Geschlossenen Anstalten,
3 Ihr seid genau auf 12 Uhr vor uns, und ihr ahnt nichts in Mahagonny.
2 Ihr habt noch immer nicht begriffen,
1 was da aus dem Nichts des Netzes kommt.
0 Ihr werdet es erst verstehen, wenn wir über Euch sind und die Bomben
-01 einschlagen.
donalphons, 23:42h
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Fachhochschule
Die Stadt war jahrelang sehr umtriebig und hatte einen guten Draht zur Staatsregierung. Im Rahmen einer "Bildungsoffensive" ergatterte die Stadt eine Fachhochschule und die dazu gehörenden Mittel.
Es waren die fetten Jahre Mitte der 90er. man gönnte sich was. Zum Beispiel eine poststrukturalistisch tuende Architektur mit schiefen Mauern und viel Glas am Rand der Altstadt. Es erinnert nicht nur äusserlich an ein gewächshaus. Ohne aufwendige Klimatisierung und Sonnensegel wäre es die eine Hälfte des Jahres bitterkalt und die andere zu heiss.

Trotzdem: Für durchreisende Politprominenz machte das Dind was her. So sollte die zukünftige Bildung des Freistaates aussehen: Kleine Prestigeprojekte mit punktgenauer Förderung für die Elite in den tiefschwarzen Städten der Provinz, statt der Massenbetriebe in den roten Metropolen. Ganz ohne die Orchideenfächer, deren Studenten auf dem Arbeitsmarkt chancenlos waren.
Allerdings ist der Freistaat jetzt in der Bildungsdefensive. Es wird kräftig gekürzt, und zwar nach der Rasenmähermethode. Auch bei den Hätschelkindern. Hier geht es auch relativ leicht, denn die Studenten sind hier nicht so radikal wie in den Metropolen. Angst führt hier nicht zum Aufstand. Und auch weiterhin wird es im poststrukturalistischen Klotz besser sein als an vielen anderen Orten.
"Wissen schafft Bildung" steht an der Bushaltestelle vor dem Gebäude auf einem Plakat. Man sieht eine glückliche Blondine mit Laptop, die die hier ausgebildeten, offensichtlich dynamischen und erfolgsorientierten Menschen symbolisiert. Zumindest für eine Werbekampagne reichen die Mittel auch in der Krise noch.
Es waren die fetten Jahre Mitte der 90er. man gönnte sich was. Zum Beispiel eine poststrukturalistisch tuende Architektur mit schiefen Mauern und viel Glas am Rand der Altstadt. Es erinnert nicht nur äusserlich an ein gewächshaus. Ohne aufwendige Klimatisierung und Sonnensegel wäre es die eine Hälfte des Jahres bitterkalt und die andere zu heiss.

Trotzdem: Für durchreisende Politprominenz machte das Dind was her. So sollte die zukünftige Bildung des Freistaates aussehen: Kleine Prestigeprojekte mit punktgenauer Förderung für die Elite in den tiefschwarzen Städten der Provinz, statt der Massenbetriebe in den roten Metropolen. Ganz ohne die Orchideenfächer, deren Studenten auf dem Arbeitsmarkt chancenlos waren.
Allerdings ist der Freistaat jetzt in der Bildungsdefensive. Es wird kräftig gekürzt, und zwar nach der Rasenmähermethode. Auch bei den Hätschelkindern. Hier geht es auch relativ leicht, denn die Studenten sind hier nicht so radikal wie in den Metropolen. Angst führt hier nicht zum Aufstand. Und auch weiterhin wird es im poststrukturalistischen Klotz besser sein als an vielen anderen Orten.
"Wissen schafft Bildung" steht an der Bushaltestelle vor dem Gebäude auf einem Plakat. Man sieht eine glückliche Blondine mit Laptop, die die hier ausgebildeten, offensichtlich dynamischen und erfolgsorientierten Menschen symbolisiert. Zumindest für eine Werbekampagne reichen die Mittel auch in der Krise noch.
donalphons, 23:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 2. Januar 2004
Real Life 2.1.2004 - Über den Amazonas gehen
Amazon, angeblich der führende Marktplatz für Bücher weltweit, hat ein nettes Buch im Programm: Schumpeters Reithosen von Paul Strathern. Eine sehr populär geschriebene Anekdotensammlung rund um Rebellen der Wirtschaftstheorie und -praxis.
Das Buch ist nun schon ein paar Monate auf dem Markt, wurde freundlich rezensiert und läuft recht gut. Schumpeters Reithosen haben es auf Platz 1672 bei Amazon geschafft.
Was aber doch sehr verwundert, wenn man die Angabeben zur Verfügbarkeit liest: Dieser Artikel ist noch nicht erschienen. Sie können ihn jetzt vorbestellen und wir verschicken ihn, sobald er verfügbar ist.
Vermutlich folgt Amazon einer Wirtschaftstheorie, die noch erfunden werden muss. Ein Schurke, wer behauptet, bei Amazon Deutschland wären so viele Leute entlassen worden, dass die Überlebenden mit der Aktualisierung der Seiten nicht mehr nachkommen.
Das Buch ist nun schon ein paar Monate auf dem Markt, wurde freundlich rezensiert und läuft recht gut. Schumpeters Reithosen haben es auf Platz 1672 bei Amazon geschafft.
Was aber doch sehr verwundert, wenn man die Angabeben zur Verfügbarkeit liest: Dieser Artikel ist noch nicht erschienen. Sie können ihn jetzt vorbestellen und wir verschicken ihn, sobald er verfügbar ist.
Vermutlich folgt Amazon einer Wirtschaftstheorie, die noch erfunden werden muss. Ein Schurke, wer behauptet, bei Amazon Deutschland wären so viele Leute entlassen worden, dass die Überlebenden mit der Aktualisierung der Seiten nicht mehr nachkommen.
donalphons, 16:21h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 1. Januar 2004
Vorsätze für 2004:
Bei Dotcomtod die 100.000 Punkte schaffen - dafür müsste ich rund 350 finale Meldungen schreiben, was, wie jeder gute Vorsatz, kaum zu schaffen ist.
Dem demenzkranken Literaturbetrieb und seinen kaputten Auswüchsen nochmal was vor den Latz geben.
Den Medien zeigen, dass sie hier in der ewigen Nacht über dem Netz keine Chance haben.
Die Debatte über Blogs, freie Menschen und ein selbstbestimmtes Internet in das Herz der Gegner tragen.
Und den Rebellen sagen, wo ihr Markt in Zukunft sein könnte.
Das klingt alles ziemlich vermessen und eingebildet. So what. Frechheit siegt. We got the bomb, and we´re gonna use ist.
Und für einen Rückzug ist es längst zu spät. Es kommt, was kommen muss.
Dem demenzkranken Literaturbetrieb und seinen kaputten Auswüchsen nochmal was vor den Latz geben.
Den Medien zeigen, dass sie hier in der ewigen Nacht über dem Netz keine Chance haben.
Die Debatte über Blogs, freie Menschen und ein selbstbestimmtes Internet in das Herz der Gegner tragen.
Und den Rebellen sagen, wo ihr Markt in Zukunft sein könnte.
Das klingt alles ziemlich vermessen und eingebildet. So what. Frechheit siegt. We got the bomb, and we´re gonna use ist.
Und für einen Rückzug ist es längst zu spät. Es kommt, was kommen muss.
donalphons, 17:47h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 31. Dezember 2003
Snapshots: 2003 war das Jahr in dem

- ich gefragt wurde, warum ich noch von New Economy rede; die gebe es doch gar nicht mehr und niemand nutzt noch den Begriff.
- mir von verschiedenen Seiten bestätigt wurde, dass niemand mehr davon was hören oder lesen wollte, und schon gar nicht auf 416 Seiten.
- mir verschiedene andere Seiten meinem Treiben dann den Begriff "Schlüsselroman der New Economy" anhefteten, nachdem klar wurde, dass die 416 Seiten über die New Economy doch gelesen werden.
- bei der Premiere die Stühle nicht ausreichten und die Leute am Ende auf eilig herbeigebrachten, goldfarbenen Sitzsäcken lümmelten, was ein sehr surreales Erlebnis war, wie überhaupt das ganze Jahr das Lümmeln auf einem solchen goldenen, immer variablen und zerknautschten Etwas war.
- die Debutanten um mich herum mit ihren Erstlingen nach allen Regeln der Kunst und des Buchhandels scheiterten, ganz gleich, wie aufwendig die PR-Kampagne war, und auch die Etablierten flopten.
- es sowieso so schlimm wie seit der Erfindung der Popliteratur nicht mehr war, weil zwar alle Kritiker das Fräuleinwunder der jungen deutschen Literatur beschworen, es aber letztlich beim Fräuleinplunder blieb, weil die Leser kein Interesse hatten und die Bücher zu der Auslieferung zurückkommen, wo meines immer noch raus geht.
- die Schlappschwänze des Feuilletons eigentlich hätten feiern können, denn nie waren die Neuerscheinungen so sklavisch an den Wünschen der Hirnficker orientiert, die Jungautoren kotzten nachdenklich-stilles Kunstwollen über die Blätter, und der Literaturpreis wurde das Core Asset, das man einfach haben musste.
- die Schlappschwänze aber dann doch noch ein anderes Problem hatten, nämlich den eignenen hirnaufbewahrenden weissen Fettarsch, der von der Medienkrise gegrillt wurde, weshalb sich all ihr Denken um das Überleben drehte, das viele nicht schafften, weshalb sie jetzt versuchen, selbst Autoren kunstwollender Bücher zu werden und Verleger mit ihren Manuskripten quälen.
- die Verleger die Notbremse zogen und junge deutsche Literatur für die nächste Saison so weit wie möglich runterfahren, denn der normale Schund und die alten Säcke und die internationalen Rechte an Dreck für den internationalen Markt laufen ja weiter, nur die Neulinge sind ein viel zu hohes Risiko, und wenn die Verleger das auch nicht offen sagen: Gerade, wenn so ein Knilch aus einer Redaktion gefeuert wurde, kann das ja gar nichts werden.
- die Knilche dann winselten, dass letztlich die völlig überhitzte Hype- und Spassgesellschaft mit all ihren Erscheinungen daran Schuld ist, und wenn sie als Freie doch mal was schreien durften, machten sie die gewesene New Economy verantwortlich, die alle Bereiche des Daseins - diese zeitung ausgenommen, die schon immer für Anstand und Qualität bürgte - korrumpiert hatte.
- die Unterhaltungsindustrie da nur beipflichteten konnte, weil sie diese Artikel teilweise auch bezahlte, und mal wieder versuchte, die bisherige Ordnung der Dinge wiederherzustellen, indem man gegen Musiktauschbörsen und deren Nutzer vorging, Blogs runterputzte und viele Leute freisetzte.
- die bekannte Welt der Popkultur mitsamt der Popökonomie durch diese dauernde Miesmachung und Schimpferei vernichtet wurde, ohne dass es etwas neues geben würde.
- dabei viele Leute übrig blieben, für die es keine Verwendung mehr gibt:
Rebellen ohne Markt.
Inzwischen sind es so viele, dass sie für 2004 selbst ein bedeutender Markt werden.
Das sollte uns zu denken geben.
donalphons, 18:44h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 30. Dezember 2003
Unbegründet
Thomas Kirch ist - angeblich - irgendwo in den Vereinigten Staaten. Wenn man ihn bräuchte, lässt er die Staatsanwaltschaft München wissen, ist er gerne bereit, sich ihren Fragen zu stellen. Man müsse ihn nur entsprechend anfragen, teilten seine Anwälte mit. Also keine Flucht, oder so.
Seine Anwälte halten alle Vorwürfe für unbegründet, von wegen, Thomas Kirch habe bei Pro7/Sat1 unsaubere Geschäfte gemacht und Gelder verschoben. Irgendwelche Zwangsmittel seien unbegründet.
Kein Grund zur Beunruhigung. Nicht für Kirch, und auch nicht für die Leute aus Banken und Politik, die das Geschäftsgebahren eigentlich kennen sollten.
Seine Anwälte halten alle Vorwürfe für unbegründet, von wegen, Thomas Kirch habe bei Pro7/Sat1 unsaubere Geschäfte gemacht und Gelder verschoben. Irgendwelche Zwangsmittel seien unbegründet.
Kein Grund zur Beunruhigung. Nicht für Kirch, und auch nicht für die Leute aus Banken und Politik, die das Geschäftsgebahren eigentlich kennen sollten.
donalphons, 20:09h
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Messe München
Ende der 90er Jahre setzte München alles daran, als internationaler Messestandort ernst genommen zu werden. Das neue Gelände in Riem war schon im ersten Entwurf gigantisch angelegt worden, aber mit der überhitzten Ökonomie der Jahrtausenwende wurde schnell klar, dass es dabei nicht bleiben konnte. Deshalb wurden eilig Erweiterungen auf den Weg gebracht.

Selbst die grössten Messe-Events sind heute nicht mehr in der Lage, auch nur die Hälfte der Fläche zu füllen. Es gibt gigantische Überkapazitäten, und die Konkurrenz in anderen Städten lässt sich auf ein ruinöses Preisdumping ein. Auch München macht da mit.
Und baut nebenher kräftig weiter. Weil es so beschlossen ist. Und die Bauleitung muss sich ja keine Gedanken darüber machen, wer warum mal durch diese leeren Gänge laufen soll.

Selbst die grössten Messe-Events sind heute nicht mehr in der Lage, auch nur die Hälfte der Fläche zu füllen. Es gibt gigantische Überkapazitäten, und die Konkurrenz in anderen Städten lässt sich auf ein ruinöses Preisdumping ein. Auch München macht da mit.
Und baut nebenher kräftig weiter. Weil es so beschlossen ist. Und die Bauleitung muss sich ja keine Gedanken darüber machen, wer warum mal durch diese leeren Gänge laufen soll.
donalphons, 03:26h
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Montag, 29. Dezember 2003
Müll reloaded
Bei Convers.antville.org zerbricht man sich auch den Kopf darüber.
Hier:
http://convers.antville.org/stories/633868/#comments
Hier:
http://convers.antville.org/stories/633868/#comments
donalphons, 17:09h
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Topmanager on Drugs
100 Topmanager der Mobilfunkgranche kommen zu folgender Einschätzung: Bis 2006 werden "rund 95 Prozent" ihrer Kunden bereit sein, Gelt für mobilen Internetzugang auszugeben. Durchschnittlich 70 Prozent der Kunden würden demzufolge für mobile Info-Dienste, Banking und Verkehr zahlen.
Das steht zumindest in einer "Studie" von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut, beide dringend abhängig von gehübschten Zahlen für ihr eigenes, flaues Business. Sie hatten wohl noch genügend Geld, Forsa dafür "100 Topmanager der Branche" befragen zu lassen.
Allein schon "Rund 95%" ist ein Begriff, für den man Auftraggeber, Institut und Befragte von der Vorstandsetage bis zur Auslieferung peitschen sollte, und wieder zurück.
Das sind über weite Strecken die gleichen Leute, die 2000 für 2003 gut 50 Euro monatlich pro Kunde für zusätzliche UMTS-Dienstleistungen erwartet haben. Manche sagten auch, bis zu 100 Euro wären mittelfristig denkbar.
Wir haben nichts dazugelernt. Warum auch.
Das steht zumindest in einer "Studie" von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut, beide dringend abhängig von gehübschten Zahlen für ihr eigenes, flaues Business. Sie hatten wohl noch genügend Geld, Forsa dafür "100 Topmanager der Branche" befragen zu lassen.
Allein schon "Rund 95%" ist ein Begriff, für den man Auftraggeber, Institut und Befragte von der Vorstandsetage bis zur Auslieferung peitschen sollte, und wieder zurück.
Das sind über weite Strecken die gleichen Leute, die 2000 für 2003 gut 50 Euro monatlich pro Kunde für zusätzliche UMTS-Dienstleistungen erwartet haben. Manche sagten auch, bis zu 100 Euro wären mittelfristig denkbar.
Wir haben nichts dazugelernt. Warum auch.
donalphons, 16:39h
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