Zielanflug Checklist

30 Wir haben nicht gewartet mit der Attacke.
29 Wir haben die Route zur Netzestadt genau geplant,
28 und jetzt liegt Mahagonny direkt vor uns.
27 Wir haben das hier ein paar Monate vorbereitet.
26 Wir haben es still durchgezogen, damit es niemand merkt.
25 Wir haben einige der besten Leute eingeladen, die es gibt.
24 Wir haben nicht bei denen gefragt,
23 die gefragt werden möchten.
22 Und wir haben die vermieden,
21 die Einbildung mit Kompetenz verwechseln.

20 Wir haben einen Verlag gefunden, der uns als Blogger will
19 und nicht als Huren und Strichjungs für den Literaturbetrieb,
18 und der uns das Material gegeben hat,
17 aus dem die Träume sind und die Geschwindigkeit.
16 Wir haben das Buch entwickelt als eine Waffe
15 für den Krieg in der ewigen Nacht über dem Netz.
14 Wir sind schon ein paar Wochen auf dem Weg
13 um diesen einen Angriff zu fliegen.
12 Und jetzt hat das Brüllen der Motoren angekündigt
11 dass ein paar Leute etwas tun, von dem andere nur reden.

10 Die Maschine ist viel schneller als wir dachten
9 und hey! Es ist der totale Kick, das Ding zu fliegen.
8 Wir warten nicht und bitten nicht um Verständnis,
7 dass uns die verschreckten Kläffer da unten mögen.
6 Wir halten unseren Zeitplan präzise ein
5 der volle Geschwindigkeit will und Feuer aus allen Rohren.
4 Mit dem entsetzten Geschrei der Feinde haben wir gerechnet.
3 Und er Hass, die Wut, der Neid, die Missgunst der anderen
2 sind nur das Methanol, das die Motoren ins Maximum treibt.
1 Nichts kann es jetzt noch aufhalten

0 und es ist ein absolut geiles Gefühl

wie ficken.

Sonntag, 4. Januar 2004, 16:59, von donalphons | |comment

 
klingt irgendwie
agro 8-)

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ganz schön viel Dampf
Mir fällt dazu der gute Onkel Benn ein.

Nur zwei Dinge

Durch so viel Form geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu ?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge. die Leere
und das gezeichnete Ich.

Mir gefällt das alles. Der Dampf und der gute Onkel Gottfried. Und ich denke: endlich !
keep rockin`.

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Überdruck
Herrlich, der gute Doktor Benn. Ich lasse mal Andreas Gryphius antworten:

Alles ist eitel

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reiß jener morgen ein;
wo jetzund Städte stehn, wird eine Wiese sein,
auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden;
was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehen.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach, was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind,
als eine Wiesenblum, die man nicht wieder findt!
Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.

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