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Mittwoch, 3. März 2004
Geschäftsmodelle
Es gibt auch in Mitte immer noch Geschäftsmodelle, die Profit versprechen. Passendes marketing vorrausgesetzt. Sogar, wenn es mit Firmen wie der Wall AG Semimonopolisten gibt.

Andere Ideen sind dagegen weniger sinnvoll. Das Vermieten von schicken Imobilien zum Beispiel. Berlin ist voller leerer Ladenlokale, die schön hergerichtet sind, aber noch nicht mal mit Nachlass an noch eine Dönerbude vermietet werden können.
Ganz egal, in welches blau-mystisches Licht die Räume getaucht werden. 6 Monate mietfrei, vermute ich, könnte man in jedem Fall rausschlagen.

Allein schon, weil Miete verschenken für Investoren immer noch billiger ist, als die Wartung der leerstehenden Räume zu bezahlen.

Andere Ideen sind dagegen weniger sinnvoll. Das Vermieten von schicken Imobilien zum Beispiel. Berlin ist voller leerer Ladenlokale, die schön hergerichtet sind, aber noch nicht mal mit Nachlass an noch eine Dönerbude vermietet werden können.
Ganz egal, in welches blau-mystisches Licht die Räume getaucht werden. 6 Monate mietfrei, vermute ich, könnte man in jedem Fall rausschlagen.

Allein schon, weil Miete verschenken für Investoren immer noch billiger ist, als die Wartung der leerstehenden Räume zu bezahlen.
donalphons, 12:01h
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Chancenlos
Sie war sehr schnell. Sie hat zielstrebig studiert und ist in einem Alter fertig, in dem ich daran dachte, vielleicht doch mal nach dem Ladenschluss der Wunderbar in so ein Proseminar zu gehen. Trotzdem habe ich mehr Jobangebote, als ich brauchen kann, und sie hat nichts.
Es gibt ein paar tausend wie sie. Allein hier in Berlin, vielleicht sogar nur auf der Strecke von hier bis runter zum Alex, und dann 500 Meter in die tristen Strassenzüge rein. Sie sind keine 25, haben keine Jobs und erklären H&M für Kult, weil sie sich nichts anderes leisten können und es Kult sein muss. Im Sommer wäre es leichter, mit T-Shirts und Slogans, aber jetzt bleibt nur H&M. Und das schwierige Zurechtzimmern der eigenen Lebenswelt, für die es keinen Inbus und Standardschrauben gibt, wie bei Ikea.
Sie ist genau so. Es gibt einen Unterschied: Sie sieht, was passiert, sie erkennt die Probleme, sie kann es erklären, sie spricht ihre Sprache. Sie könnte zumindest die Bauanleitung schreiben. Es gibt einen Markt dafür. In der Krise wollen die Leute Hilfe und Ablenkung. Und die Markteintrittshürden sind niedrig wie nie zuvor. Sie weiss auch, wie das Layout aussehen sollte, sie kennt Typen, die sich eine Weile reinknien würden. Und es wäre besser als das Praktikum bei einer normalen Zeitung, aus dem sie jeden Tag mit dem Gefühl herausgeht, dass man da drin ihren Kopf unter Wasser hält und ihr Talent grausam erstickt.
Etwas besseres als den Tod finden wir überall, sagten die Bremer Stadtmusikanten. Wenn es einen Markt gibt, müssen wir ihn besetzen, bevor das jemand anderes tut, sagten meine Freunde vor 5 Jahren.
Vielleicht studiere ich nochmal und mache Lehramt, sagt sie heute.
Es gibt ein paar tausend wie sie. Allein hier in Berlin, vielleicht sogar nur auf der Strecke von hier bis runter zum Alex, und dann 500 Meter in die tristen Strassenzüge rein. Sie sind keine 25, haben keine Jobs und erklären H&M für Kult, weil sie sich nichts anderes leisten können und es Kult sein muss. Im Sommer wäre es leichter, mit T-Shirts und Slogans, aber jetzt bleibt nur H&M. Und das schwierige Zurechtzimmern der eigenen Lebenswelt, für die es keinen Inbus und Standardschrauben gibt, wie bei Ikea.
Sie ist genau so. Es gibt einen Unterschied: Sie sieht, was passiert, sie erkennt die Probleme, sie kann es erklären, sie spricht ihre Sprache. Sie könnte zumindest die Bauanleitung schreiben. Es gibt einen Markt dafür. In der Krise wollen die Leute Hilfe und Ablenkung. Und die Markteintrittshürden sind niedrig wie nie zuvor. Sie weiss auch, wie das Layout aussehen sollte, sie kennt Typen, die sich eine Weile reinknien würden. Und es wäre besser als das Praktikum bei einer normalen Zeitung, aus dem sie jeden Tag mit dem Gefühl herausgeht, dass man da drin ihren Kopf unter Wasser hält und ihr Talent grausam erstickt.
Etwas besseres als den Tod finden wir überall, sagten die Bremer Stadtmusikanten. Wenn es einen Markt gibt, müssen wir ihn besetzen, bevor das jemand anderes tut, sagten meine Freunde vor 5 Jahren.
Vielleicht studiere ich nochmal und mache Lehramt, sagt sie heute.
donalphons, 01:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 2. März 2004
Übrigens, sagte der Mann,
der es nicht mehr nötig hat, im Alter von knapp 60 noch zu arbeiten, wissen Sie, das mit der New Economy habe ich über die Freunde meiner Tochter mitbekommen. Leute von Pixelpark sind das. Waren das, besser gesagt. Die haben grösste Probleme, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Und wie es bei Pixelpark aussieht, will ich gar nicht wissen. In Berlin sind nur noch 80 Leute.
8o, frage ich.
80, sagt er, vielleicht auch etwas weniger. Und denen geht es auch nicht gut, was man so hört. Naja.
Und er streichelt die fette Katze, die sich anschickt, sich in die Polster der Stühle zu krallen. Dann erzählt er aus seiner Zeit in der Studentenbewegung.
8o, frage ich.
80, sagt er, vielleicht auch etwas weniger. Und denen geht es auch nicht gut, was man so hört. Naja.
Und er streichelt die fette Katze, die sich anschickt, sich in die Polster der Stühle zu krallen. Dann erzählt er aus seiner Zeit in der Studentenbewegung.
donalphons, 20:46h
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How to become underfucked
Indem man sich so ankündigt - am besten mit leicht quäkendem Tonfall: "Ich komme vorbei, wir trinken einen Tee und ich geh dann wieder, oder so."
donalphons, 01:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 29. Februar 2004
Sowohl als auch
Man kann nicht auf beiden Seiten der Barrikade stehen. Entweder dinieren mit Vidal Sasson, oder Schnibbeln an versauten Eigenversuchen hungriger Viertelstudentinnen im Prenzlauer Berg.

In diesem Fall wohl eher Letzteres. Auch wenn das Marketing etwas anderes sagt. Das hohle Gequatsche der New Economy hat die Figaro-Branche erreicht. Wenn sie dann noch statt "soz." das Wort "Charity" verwenden, ist die Transformation abgeschlossen.

In diesem Fall wohl eher Letzteres. Auch wenn das Marketing etwas anderes sagt. Das hohle Gequatsche der New Economy hat die Figaro-Branche erreicht. Wenn sie dann noch statt "soz." das Wort "Charity" verwenden, ist die Transformation abgeschlossen.
donalphons, 22:45h
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Sonntags, wenn der Redakteur pennt
und der Praktikant die Pfote am Freischaltbutton hat, nachdem er die Nachricht zu Toll Collect in der "Welt" kopiert hat, passiert das:
Laut "Welt am Sonntag" hat man sich nun auf eine Obergrenze von rund einer Milliarde Euro pro Jahr und höhere Vertragsstrafen geeinigt. Zudem habe man sich auf höhere Vertragsstrafen geeinigt, schreibt das Blatt.
Vetragsstrafen für Inkompetenz? Aber aber, das sind doch alles Qualitätsjournalisten
Laut "Welt am Sonntag" hat man sich nun auf eine Obergrenze von rund einer Milliarde Euro pro Jahr und höhere Vertragsstrafen geeinigt. Zudem habe man sich auf höhere Vertragsstrafen geeinigt, schreibt das Blatt.
Vetragsstrafen für Inkompetenz? Aber aber, das sind doch alles Qualitätsjournalisten
donalphons, 17:44h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 28. Februar 2004
Club der schönen Mütter
Alleinstehende Frauen, die um 1960 herum Mitte 20 waren, hatten es nicht leicht. In der Stadt, aus der ich stamme, hätte man ihnen kein Zimmer gegeben - und wenn, hätten sie keine Männer mitbringen dürfen. Falls doch irgendwie einen Kerl ins Bett gebracht hatten, begann das Drama mit der Schwangerschaft. Hoffentlich nicht, und wer kann dann helfen, wenn...? Oder, grauslig, austragen und heiraten? Aber wie soll es sonst gehen, vom Geld her betrachtet?
Dann kam erstmal Carl Djerassi, ein netter jüdischer Ex-Österreicher, der die Pille erfand, aus der die Alpträume der Lebensborn- und Christenzuchtfanatiker sind. Und dann kamen die 68er, und traten die selben Typen kräftig nochmal in den Podex. Nicht kräftig genug, dass die Weltrevolution kam, aber doch so nachhaltig, dass die meisten Studentinnen heute die Pille schlucken und erst mal Single bleiben. Nicht alleinstehend, sondern selbstbewusst.
Bis dann der Trend zu den schönen Müttern kam. In den Redaktionen mancher Gazetten hatten die Lebensbornfreaks überlebt. Was Anfang der 90er bei der Tempo noch zu gehöriger Verachtung der Weicheier führte, die so ein Drecksthema wie Blagen auf den Titel hoben, wird heute akzeptiert. Der Zeitgeist ist einfach so. Hauptsache, man kann es schön wirtschaftlich begründen:
Karin Bayer-Ortner, Theologin und Sozialpädagogin und ihr Mann Michael, Volkswirt aus Köln sprechen über die ökonomische Theorie von Ehe und Familie (u.a. Nobelpreis von US-Ökonom Gary Becker) und die "Operationalisierung" mit Blick auf den erst wenige Monate alten kleinen Johannes.
Von hier.
Dann kann man sich ja sowas altmodisches wie die Pille sparen. Ist ja auch ungesund, im Gegensatz zum Joggen mit dem sportlichen Buggy. Dann kann man, gestählt wie ein BDM-Mädel, auch mit dem Finger auf so einen alten Sack wie Don Alphonso zeigen, der nach dem Lesen der Ankündigung am liebsten eine Tour durch die Kneipen machen wollte, Saufen bis das Schwein pfeift, und morgen um 18 Uhr neben einer netten Frau aus Ungarn aufwachen will, die für die Stunden davor seine letzten 400 Euro vom Vorschuss für das nächste Buch bekommt.
Gut, ich bin Antialkoholiker. Mein Liebesleben ist keinerlei finanziellen Folgen unterworfen. Aber manchmal würde ich einfach gern...
Dann kam erstmal Carl Djerassi, ein netter jüdischer Ex-Österreicher, der die Pille erfand, aus der die Alpträume der Lebensborn- und Christenzuchtfanatiker sind. Und dann kamen die 68er, und traten die selben Typen kräftig nochmal in den Podex. Nicht kräftig genug, dass die Weltrevolution kam, aber doch so nachhaltig, dass die meisten Studentinnen heute die Pille schlucken und erst mal Single bleiben. Nicht alleinstehend, sondern selbstbewusst.
Bis dann der Trend zu den schönen Müttern kam. In den Redaktionen mancher Gazetten hatten die Lebensbornfreaks überlebt. Was Anfang der 90er bei der Tempo noch zu gehöriger Verachtung der Weicheier führte, die so ein Drecksthema wie Blagen auf den Titel hoben, wird heute akzeptiert. Der Zeitgeist ist einfach so. Hauptsache, man kann es schön wirtschaftlich begründen:
Karin Bayer-Ortner, Theologin und Sozialpädagogin und ihr Mann Michael, Volkswirt aus Köln sprechen über die ökonomische Theorie von Ehe und Familie (u.a. Nobelpreis von US-Ökonom Gary Becker) und die "Operationalisierung" mit Blick auf den erst wenige Monate alten kleinen Johannes.
Von hier.
Dann kann man sich ja sowas altmodisches wie die Pille sparen. Ist ja auch ungesund, im Gegensatz zum Joggen mit dem sportlichen Buggy. Dann kann man, gestählt wie ein BDM-Mädel, auch mit dem Finger auf so einen alten Sack wie Don Alphonso zeigen, der nach dem Lesen der Ankündigung am liebsten eine Tour durch die Kneipen machen wollte, Saufen bis das Schwein pfeift, und morgen um 18 Uhr neben einer netten Frau aus Ungarn aufwachen will, die für die Stunden davor seine letzten 400 Euro vom Vorschuss für das nächste Buch bekommt.
Gut, ich bin Antialkoholiker. Mein Liebesleben ist keinerlei finanziellen Folgen unterworfen. Aber manchmal würde ich einfach gern...
donalphons, 23:01h
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Real life 28.2.04 - Online frei,
klar, war die Devise des BWL-Studenten-Zentralorgans Brand Eins, bei anderen auch bekannt als Froitzheimsche Ursuppe, hier nach Spiegelrezept zur Schleimsuppe verkocht. Alles online frei, Internet frei, blabla.
Ooops - was sehen meine optimistisch-blauen Augen? BrandEins verlangt Geld fürs Online-Lesen. War wohl nix mit freiem Internet.
Und Frau Fischer hat nichts gelernt aus dem Scheitern der Pay Content Fritzen, die ihr Flachblatt immer so bejubelt hat.
Ooops - was sehen meine optimistisch-blauen Augen? BrandEins verlangt Geld fürs Online-Lesen. War wohl nix mit freiem Internet.
Und Frau Fischer hat nichts gelernt aus dem Scheitern der Pay Content Fritzen, die ihr Flachblatt immer so bejubelt hat.
donalphons, 22:32h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 27. Februar 2004
Unself-Marketing
Die Stadt hat Geld. Immer noch. Deshalb geht es ihr sehr gut. In der Mischung von Preisen, Löhnen, Reichtum, vollkommen unbesuchten Museen (mit Ausnahme des Museums für professionelle Menschenmetzeleien), arroganter Zufriedenheit der Bewohner und bierdimpfliger Provinzialität kommt die Stadt bundesweit ganz vorne.
In dieser Stadt braucht man kein flaches, postkonstruktivistisches Stahlgewitter als Headquarter einer Marketingagentur. Es reicht, einen ehemaligen Edeka und spätere Pizzeria rosa anzustreichen. Niemand stört sich an dem spiessigen Dach und dem spezifischen Retro-Design des 3. Reiches. Ist ja Provinz.

Das Problem ist nur, dass in dieser Provinz Entscheider sitzen, die das Wort "Marketing" nicht kennen. Die hiesigen Stahlbaubarone zum Beispiel begannen als Kids Anno 45, als sie mit dem Leiterwagerl vor die Tore der Stadt zum Fliegerhorst gingen, Flugzeuge zersägten und das Metall verkauften. Neue Märkte braucht hier niemand, denn die Märkte sind verteilt, und das ist gut so. Und die Werbung macht immer noch der Cousin der Sekretärin. Für einen Sonderpreis.
Rosa allein genügt hier nicht. Und es darf auch bezweifelt werden, dass das Schild im Munich Area Style hier besonders gut kommt.
Zumal das Viertel eines ist, in das man heute nicht mehr ziehen würde. Auch wenn man dort vielleicht noch ein Haus hat, das seit 20 Jahren an ein und dieselbe Person vermietet ist. Aber man würde sich dort keinen Geschäftspartner suchen.
In dieser Stadt braucht man kein flaches, postkonstruktivistisches Stahlgewitter als Headquarter einer Marketingagentur. Es reicht, einen ehemaligen Edeka und spätere Pizzeria rosa anzustreichen. Niemand stört sich an dem spiessigen Dach und dem spezifischen Retro-Design des 3. Reiches. Ist ja Provinz.

Das Problem ist nur, dass in dieser Provinz Entscheider sitzen, die das Wort "Marketing" nicht kennen. Die hiesigen Stahlbaubarone zum Beispiel begannen als Kids Anno 45, als sie mit dem Leiterwagerl vor die Tore der Stadt zum Fliegerhorst gingen, Flugzeuge zersägten und das Metall verkauften. Neue Märkte braucht hier niemand, denn die Märkte sind verteilt, und das ist gut so. Und die Werbung macht immer noch der Cousin der Sekretärin. Für einen Sonderpreis.
Rosa allein genügt hier nicht. Und es darf auch bezweifelt werden, dass das Schild im Munich Area Style hier besonders gut kommt.
Zumal das Viertel eines ist, in das man heute nicht mehr ziehen würde. Auch wenn man dort vielleicht noch ein Haus hat, das seit 20 Jahren an ein und dieselbe Person vermietet ist. Aber man würde sich dort keinen Geschäftspartner suchen.
donalphons, 11:43h
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Accenture
ist einer der Läden, bei dem man sich fragt, wie schamlos man eigentlich sein muss, um jetzt nach Enron und Co. nicht wenigstens an der Arbeitsagentur vor Scham zu verenden.
Sehr, vermutlich. Das Weitervegetieren im Beratungssumpf kann man sich auch nur leisten, wenn Politiker das sagen, was auch jeder Verzweifelte sagt, wenn er von der Brücke vor den Zug springt:
"Im Kern ist dieses Projekt auf einer guten Schiene."
Und wer immer noch nicht glaubt, dass Blogger *etwas* bessere Menschen sind, zumindest manchmal, lese die Elfe:
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=493
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=511
Sehr, vermutlich. Das Weitervegetieren im Beratungssumpf kann man sich auch nur leisten, wenn Politiker das sagen, was auch jeder Verzweifelte sagt, wenn er von der Brücke vor den Zug springt:
"Im Kern ist dieses Projekt auf einer guten Schiene."
Und wer immer noch nicht glaubt, dass Blogger *etwas* bessere Menschen sind, zumindest manchmal, lese die Elfe:
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=493
http://www.elfengleich.de/index.php?log_id=511
donalphons, 04:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 26. Februar 2004
Eames Chair
Der Inbegriff der New Economy. Darauf sitzen sie alle, die was zu sagen haben wollten. Den brauchte man, wenn man es geschafft haben wollte. Klassisches Aluminium, keine offenen Schraubenköpfe, Leder, auch nach 20 Jahren noch in Form, wenn das Startup schon 18 Jahre pleite ist und der Entrepreneur sich fragt, wie wohl die Rente als Kellner so sein wird.
Ein Eames Chair muss es sein. Ausser natürlich für den inzwischen etwas älteren Mann, den ich heute traf. Der weiss nicht, was ein Eames Chair ist, auf dem die jungen Hüpfer sitzen.
Ist ihm wohl auch nicht so wichtig, mit ein paar hundert Millionen auf der hohen Kante.
Ein Eames Chair muss es sein. Ausser natürlich für den inzwischen etwas älteren Mann, den ich heute traf. Der weiss nicht, was ein Eames Chair ist, auf dem die jungen Hüpfer sitzen.
Ist ihm wohl auch nicht so wichtig, mit ein paar hundert Millionen auf der hohen Kante.
donalphons, 00:15h
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b2m
Man merkt es mit geschlossenen Augen, beim Fahren. Die Strassen sind glatt. Wenn man die Augen aufmacht: Die "Zu Vermieten"-Schilder sind nicht so obszön. Die Leute sind 2, 3 Klassen besser angezogen. Die Stadt ist sauber.
Und die Studis haben inzwischen auch die letzten Protestplakate eingerollt, und sitzen in den Cafes und träumen vom Sommer und den Tagen im Englischen Garten. Eine halbverhungerte Frau mit Mikro macht eine Umfrage für ein Privatradio, das an der Pleite entlangschrammt. München eben.
Und die Studis haben inzwischen auch die letzten Protestplakate eingerollt, und sitzen in den Cafes und träumen vom Sommer und den Tagen im Englischen Garten. Eine halbverhungerte Frau mit Mikro macht eine Umfrage für ein Privatradio, das an der Pleite entlangschrammt. München eben.
donalphons, 00:05h
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Montag, 23. Februar 2004
Umfrage für all die NE-Addicts da draussen
New Economy Clash! Macht es Sinn, die Vorurteile gegenüber fremden Städten literarisch gelesen aufeinanderprallen zu lassen?
donalphons, 02:45h
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Business Modell
In kleinem Kreis vorgetragen und keinen Widerspruch bekommen: Im Kern Vorurteile kapitalisieren, durch Überspitzung sofort wieder abbauen und Neugier auf Neues wecken.
Schliesslich ist in der Fremde nicht alles schlecht. Das Mädchen wollte nur 1.30 Euro für die heisse Zitrone. Ich war nicht spendabel, sondern einfach nur sehr verdattert, dass ich ihr 2 Euro gab. Immerhin, dachte ich beim Verlassen des Cafes, irgendwann müssen die schlechten Zeiten des Geizes mal aufhören.
Vielleicht reicht es für das Mädchen am Ende des Tages für ein nettes Kleidungsstück, der Umsatz des Herstellers steigt, er investiert in eine neue Maschine, die einen Metallbauer zwingt, einen Arbeitslosen einzustellen, der seinen ersten Lohn im Bordell verjuxt, was die Frauen dazu bringt, sich am nächsten Tag mal frei zu nehmen und auszugehen, eine lächelt einen Bankangestellten an, der fühlt den Frühhling und sagt am nächsten Morgen seinem Boss, eigentlich sollte man doch wieder was für Leute tun, die wieder gründen wollen...
Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, aber bis so ein Produkt der Vorurteilskapitalisierung den Markt erreicht, dauert es etwa genauso lang. Und der Gründer wird etwas Schickes, Böses zum lesen brauchen, wenn er seinen ersten Flug als Entrepreneur antritt.
Der Anfang ist getan.
Schliesslich ist in der Fremde nicht alles schlecht. Das Mädchen wollte nur 1.30 Euro für die heisse Zitrone. Ich war nicht spendabel, sondern einfach nur sehr verdattert, dass ich ihr 2 Euro gab. Immerhin, dachte ich beim Verlassen des Cafes, irgendwann müssen die schlechten Zeiten des Geizes mal aufhören.
Vielleicht reicht es für das Mädchen am Ende des Tages für ein nettes Kleidungsstück, der Umsatz des Herstellers steigt, er investiert in eine neue Maschine, die einen Metallbauer zwingt, einen Arbeitslosen einzustellen, der seinen ersten Lohn im Bordell verjuxt, was die Frauen dazu bringt, sich am nächsten Tag mal frei zu nehmen und auszugehen, eine lächelt einen Bankangestellten an, der fühlt den Frühhling und sagt am nächsten Morgen seinem Boss, eigentlich sollte man doch wieder was für Leute tun, die wieder gründen wollen...
Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, aber bis so ein Produkt der Vorurteilskapitalisierung den Markt erreicht, dauert es etwa genauso lang. Und der Gründer wird etwas Schickes, Böses zum lesen brauchen, wenn er seinen ersten Flug als Entrepreneur antritt.
Der Anfang ist getan.
donalphons, 02:29h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 22. Februar 2004
Generation Golf, Edition "Neue Mitte"
Bitte die Sonderausstattungen beachten: Nasser Einlass von oben, entscheibte Windschutzscheibe Marke "Nemax", sowie bilanzrote Sitze und Autoradioschacht "Leer wie der Kühlschrank".

Und wartet getreulich, dass jemand kommt und das ganze Unglück abholt, einfach so.
Oder so.

Und wartet getreulich, dass jemand kommt und das ganze Unglück abholt, einfach so.
Oder so.
donalphons, 22:37h
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