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Samstag, 27. März 2004
Verloren haben beide
Die Punks unten in den Wägen werden noch geduldet, weil niemand den Platz braucht. Weiter hinten kommt eine Ruine, dann noch eine, eine Brachfläche, und dann erst ein altes Lagerhaus. Die letzten Autonomen des früher berüchtigten schwarzen Blocks stören hier nicht weiter, und die Stadt ist so pleite, dass sie sich noch nicht mal den Polizeieinsatz zur Räumung leisten kann.

Also können sie in ihren kalten Wägen weiterhin von der Autonomie und vom gewaltsamen Umsturz träumen. Niemand wird sie dabei stören, denn der Nachwuchs bleibt aus.
Über ihnen sind die Relikte eines anderen Traumes. Exorbitante Wertsteigerung, hohe Mieten, gute Rendite bei hoher Verlustzuweisung, erzählten die Projektmanager. Die Revolution bei den Immoblilienanlagen, hiess es in den 90ern über Berlin. Leerstand, Kosten, insolvente Fonds, sagt das Plakat.
Zum Überarbeiten der Werbestrategie bleibt viel Zeit, denn Kunden sind, man mag es im Kapitalismus kaum glauben, Mangelware. Und wenn, wollen sie erst mal so mietfrei wohnen wie die letzten verschimmelten Autonomen.
Den Autonomen und den Miethaien fehlt schlichtweg der Markt für die Revolution, an die sie geglaubt haben.

Also können sie in ihren kalten Wägen weiterhin von der Autonomie und vom gewaltsamen Umsturz träumen. Niemand wird sie dabei stören, denn der Nachwuchs bleibt aus.
Über ihnen sind die Relikte eines anderen Traumes. Exorbitante Wertsteigerung, hohe Mieten, gute Rendite bei hoher Verlustzuweisung, erzählten die Projektmanager. Die Revolution bei den Immoblilienanlagen, hiess es in den 90ern über Berlin. Leerstand, Kosten, insolvente Fonds, sagt das Plakat.
Zum Überarbeiten der Werbestrategie bleibt viel Zeit, denn Kunden sind, man mag es im Kapitalismus kaum glauben, Mangelware. Und wenn, wollen sie erst mal so mietfrei wohnen wie die letzten verschimmelten Autonomen.
Den Autonomen und den Miethaien fehlt schlichtweg der Markt für die Revolution, an die sie geglaubt haben.
donalphons, 23:52h
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Real life 27.03.04 - Grund für Absage
"Ich kann heute Abend nicht, ich muss auf eine Hochzeit."
Sowas tut weh, wenn man die Person und das Umfeld kennt. Ist aber im Moment eine Modeerscheinung, wie das Studium des Kommunikationsdesigns Anfang der 90er. Oder die Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule in den 50ern.
Sowas tut weh, wenn man die Person und das Umfeld kennt. Ist aber im Moment eine Modeerscheinung, wie das Studium des Kommunikationsdesigns Anfang der 90er. Oder die Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule in den 50ern.
donalphons, 23:23h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 26. März 2004
Neue deutsche Literathuren
Spitzentitel, 50.000 Startauflage, Amazon Platz etwa 4.000. Tendenz nach 1 Woche schon wieder fallend. Open Mic noch super, Verlag gefunden, Literaturinstitut hat sich gelohnt, nur kauft es keiner, ooopps. Bestsellerautorin, neues Thema eindrücklich wie nie New Economy ganz grosser Erfolg, oder auch nicht, oder so.

Verlässt man die Autobahn Berlin-Leipzig bei Coswig, kommt nach drei Kilometern auf der linken Seite eine Ruinenansammlung. Es hat in einer Lagerhalle aus den 70er Jahren gebrannt; innen ist alles voller Trümmer, die die Hitze zersprengt hat. Unter dem Steinversturz ragen die Federn einer verkohlten Matratze ins Nichts. Hier wird es keinen Sex geben, keinen Spass, nur Leere und Abwesenheit. Niemand braucht das.
Wenn man das gesehen hat, kann man wieder ins Auto steigen und zurück nach Berlin fahren. Auf der Buchmesse gibt es zwar mehr Platz für neudeutsche Tristesse, aber die hat dann weniger Qualität.
Verdünntes Coswig, sozusagen.

Verlässt man die Autobahn Berlin-Leipzig bei Coswig, kommt nach drei Kilometern auf der linken Seite eine Ruinenansammlung. Es hat in einer Lagerhalle aus den 70er Jahren gebrannt; innen ist alles voller Trümmer, die die Hitze zersprengt hat. Unter dem Steinversturz ragen die Federn einer verkohlten Matratze ins Nichts. Hier wird es keinen Sex geben, keinen Spass, nur Leere und Abwesenheit. Niemand braucht das.
Wenn man das gesehen hat, kann man wieder ins Auto steigen und zurück nach Berlin fahren. Auf der Buchmesse gibt es zwar mehr Platz für neudeutsche Tristesse, aber die hat dann weniger Qualität.
Verdünntes Coswig, sozusagen.
donalphons, 23:47h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 25. März 2004
Blue Skies,
blue mood: Der Himmel über Berlin ist ähnlich leer wie das Gebäude Wilhelm43.

Nicht ganz ohne Ironie: Zumindest ein Einrichtungshaus für Bürointerieur mit gehobenen Preisen hat darin schon Platz gefunden. Und wartet auf Käufer.

Nicht ganz ohne Ironie: Zumindest ein Einrichtungshaus für Bürointerieur mit gehobenen Preisen hat darin schon Platz gefunden. Und wartet auf Käufer.
donalphons, 18:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 24. März 2004
Das kommt davon,
wenn man ein subventionsgepudertes Literaturbetriebsprodukt dritter popliterarischer Qualität in ihrer Neubrandingsuche auf die New Economy loslässt:
"Wir sprechen hier von Zombies!" Pause. "Wenn man nur immer diesen Logiken verbunden ist, kann man gar nicht mehr aussteigen. Und das würde ich mit einem vielleicht merkwürdigen Begriff umschreiben: Man wird unmenschlich."
Das kann einem natürlich nicht passieren, wenn man Hörspiele im öffentlich-rechtlichen Kulturgestaltungsauftrag für 0,003% Einschaltquote produziert, damit die vergreisten Hirnficker ah und oh sagen können, und sich schön vor den bösen Jungmanagern und Beratern ekeln.
Und nachdem die 100%-Burnrate solcher Sender ja auch nicht gemessen wird, leistet man sich eben mal eine Runde Abscheu.
Sorry, man kann die New Economy dissen, aber wer nicht dabei war, kann nicht mitreden. Es war eine absolut geile Zeit. Der Kater danach ist normal. Und schlafen können wir, wenn wir tot und die Rögglas vergessen sind.
"Wir sprechen hier von Zombies!" Pause. "Wenn man nur immer diesen Logiken verbunden ist, kann man gar nicht mehr aussteigen. Und das würde ich mit einem vielleicht merkwürdigen Begriff umschreiben: Man wird unmenschlich."
Das kann einem natürlich nicht passieren, wenn man Hörspiele im öffentlich-rechtlichen Kulturgestaltungsauftrag für 0,003% Einschaltquote produziert, damit die vergreisten Hirnficker ah und oh sagen können, und sich schön vor den bösen Jungmanagern und Beratern ekeln.
Und nachdem die 100%-Burnrate solcher Sender ja auch nicht gemessen wird, leistet man sich eben mal eine Runde Abscheu.
Sorry, man kann die New Economy dissen, aber wer nicht dabei war, kann nicht mitreden. Es war eine absolut geile Zeit. Der Kater danach ist normal. Und schlafen können wir, wenn wir tot und die Rögglas vergessen sind.
donalphons, 14:13h
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Real Life 24.03.04 - Du weisst,
dass die New Economy nicht umsonst gestorben ist, dass es noch immer nicht ganz vorbei ist, dass es nie enden wird, wenn Du am frühen Morgen aufstehst und Dir auf dem Flur Dein Gast entgegentaumelt.

Du sagst was belangloses, das er nicht versteht, Du wiederholst es, und langsam beginnen die Worte zu wirken.
Ah so, dagt er. Sorry. Ich bin noch nicht voll gebootet.
Und Strg+Alt+Entfernt sich, um noch ein paar Minuten zu schlafen, äh, auf Standby zu gehen.

Du sagst was belangloses, das er nicht versteht, Du wiederholst es, und langsam beginnen die Worte zu wirken.
Ah so, dagt er. Sorry. Ich bin noch nicht voll gebootet.
Und Strg+Alt+Entfernt sich, um noch ein paar Minuten zu schlafen, äh, auf Standby zu gehen.
donalphons, 12:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 23. März 2004
Alptraumvision
für Bessermenschen. Wer sowas isst, verrät die Bloggerbewegung und ihre hehren Ziele, mit der sie startete.

Ich war vor ein paar Jahren mal beim Bürgerradio. Da gab es eine echte Hexenjagdstimmung gegen alles, was es wagte, nicht für die Weltrevolution hier, jetzt und heute zu sein. Was immer die Welt nicht als politischen Prozess sah, galt als unwert, sinnlos, Stütze des Schweinesystems. Und besonders böse war der selbstreduplizierende Medienbetrieb. Verwerflich war Genuss in allen Spielarten, solange es nicht die Marx-Lesegruppe war. Hart, musste aber so sein: Die Leute dort waren doch ganz allein gegen diese böse Welt da draussen. Dachten sie.
Und die Weltrevolution konnte nur von ihnen kommen, dem frühpensionierten Elektriker, der immer die Post anderer Leute las, dem Jungrevoluzzer, der eine feste Anstellung beim Staatsfunk wollte, dem Luxusöko in seiner Finca, der aus Spanien Themenvorschläge schickte, und der überidentifizierten Unausgelasteten, die sich so gern als Opfer sah und förmlich danach lechzte, Juden für ihre Weltsicht zu instrumentalisieren.
Geflogen bin ich dort wegen "bildungsbürgerlichem Konservativismus". Ich putzte den Staub der Alt-68er von meinen Kleidern, und machte mich auf ins damals noch junge Internet, wo nicht einer gegen viele, sondern jeder für sich selbst verantwortlich ist. Ich schrieb und schreibe über alles. Es ist mir egal, ob eine Revolution kommt.
Solange sie bloss nicht von Psychos kommt, die in Chips eine Bedrohung für ihr System sehen.

Ich war vor ein paar Jahren mal beim Bürgerradio. Da gab es eine echte Hexenjagdstimmung gegen alles, was es wagte, nicht für die Weltrevolution hier, jetzt und heute zu sein. Was immer die Welt nicht als politischen Prozess sah, galt als unwert, sinnlos, Stütze des Schweinesystems. Und besonders böse war der selbstreduplizierende Medienbetrieb. Verwerflich war Genuss in allen Spielarten, solange es nicht die Marx-Lesegruppe war. Hart, musste aber so sein: Die Leute dort waren doch ganz allein gegen diese böse Welt da draussen. Dachten sie.
Und die Weltrevolution konnte nur von ihnen kommen, dem frühpensionierten Elektriker, der immer die Post anderer Leute las, dem Jungrevoluzzer, der eine feste Anstellung beim Staatsfunk wollte, dem Luxusöko in seiner Finca, der aus Spanien Themenvorschläge schickte, und der überidentifizierten Unausgelasteten, die sich so gern als Opfer sah und förmlich danach lechzte, Juden für ihre Weltsicht zu instrumentalisieren.
Geflogen bin ich dort wegen "bildungsbürgerlichem Konservativismus". Ich putzte den Staub der Alt-68er von meinen Kleidern, und machte mich auf ins damals noch junge Internet, wo nicht einer gegen viele, sondern jeder für sich selbst verantwortlich ist. Ich schrieb und schreibe über alles. Es ist mir egal, ob eine Revolution kommt.
Solange sie bloss nicht von Psychos kommt, die in Chips eine Bedrohung für ihr System sehen.
donalphons, 21:30h
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Schicksenlokal
sagte das New Economy Ideal, und dass ich dort das zu sehen bekommen würde, was ich in München auch sehen könnte, wenn ich auf dieStrasse ginge: Das typische Gott-was-sind-wir-toll-Publikum mit ihren Projektvorschlägen, dem unfeinen Benehmen beim Bestellen überteuerter Alcoholoci und notorisch überzogenem Konto. Ein Hauch von zuhause inMitten der Stadt, die noch immer nicht richtig aus Ruinen erstanden ist, weil sie sich als Intensivpatient des Landes mit ihrem Gejammer gut eingerichtet hat.

Ich verkniff mir diese Bemerkung und sprach auch nicht davon, dass das Abstellen der Geldinsulininjektionen und der Beatmungsmaschinen eigentlich ein Akt der Menschlichkeit wäre, und ging mit ihr und den beiden anderen DCT-Urgesteinen rein.
Es war sehr dunkl. Es dauerte eine Weile, bis sich die Augen an das schummrig-gelbe Licht gewöhnt hatten. Es spielte keine besondere Rolle, denn mehr als die immer gleichen Lounge Chairs waren nicht zu sehen. Keine Tussis, keine Schicksen. Die Letzte hatte offenbar wenig Spass mit dem Typen an ihrer Seite gehabt und zog sich ziemlich ungraziös an. Wer sich so anzieht, zieht sich nachher sicher nicht aus. Dann waren wir allein, mit drei unaufmerksamen Barleuten.
Das New Economy Ideal rekapitulierte die Geschichte des Lokals. Die Miete sei hoch und hätte schon etlichen Vorgängern das Genick gebrochen. Und die Lage, faktisch am Strassenstrich, sei auch nicht so doll.
Wir blieben eine Weile, und wir blieben allein. Das Mädchen, das draussen auf der Strasse ihre Runden drehte, bekam auch keine weitere Kundschaft. Allerdings muss sie keine überzogene Miete für den Platz zahlen. Mal schaun, wer in einem Monat noch da ist, sie oder der schicksenfreie Schicksenladen.

Ich verkniff mir diese Bemerkung und sprach auch nicht davon, dass das Abstellen der Geldinsulininjektionen und der Beatmungsmaschinen eigentlich ein Akt der Menschlichkeit wäre, und ging mit ihr und den beiden anderen DCT-Urgesteinen rein.
Es war sehr dunkl. Es dauerte eine Weile, bis sich die Augen an das schummrig-gelbe Licht gewöhnt hatten. Es spielte keine besondere Rolle, denn mehr als die immer gleichen Lounge Chairs waren nicht zu sehen. Keine Tussis, keine Schicksen. Die Letzte hatte offenbar wenig Spass mit dem Typen an ihrer Seite gehabt und zog sich ziemlich ungraziös an. Wer sich so anzieht, zieht sich nachher sicher nicht aus. Dann waren wir allein, mit drei unaufmerksamen Barleuten.
Das New Economy Ideal rekapitulierte die Geschichte des Lokals. Die Miete sei hoch und hätte schon etlichen Vorgängern das Genick gebrochen. Und die Lage, faktisch am Strassenstrich, sei auch nicht so doll.
Wir blieben eine Weile, und wir blieben allein. Das Mädchen, das draussen auf der Strasse ihre Runden drehte, bekam auch keine weitere Kundschaft. Allerdings muss sie keine überzogene Miete für den Platz zahlen. Mal schaun, wer in einem Monat noch da ist, sie oder der schicksenfreie Schicksenladen.
donalphons, 11:40h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 22. März 2004
Twin Towers Treptow
2 sind besser als 1. Das gilt im Abendland seit der Einführung der Kirchtürme. Normale Kirchen haben nur einen Turm, Kathedralen dagegen zwei. Wer sich für wichtig hält, muss zwei haben. Die Twin Towers Treptow haben zwei.

Ausserdem haben sie ein leeres Kirchenschiff. Und ein von Bin Laden & Friends versautes Branding.

Ausserdem haben sie ein leeres Kirchenschiff. Und ein von Bin Laden & Friends versautes Branding.
donalphons, 03:47h
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Stereophenia
Frontlautsprecher: Also, das mit dem Broker kann Millionen einbringen, und wenn das Urteil in unserem Sinn ist, legen wir erst richtig los. Allein der Streitwert ist schon gigantisch. Gigantisch!
Seitenlautsprecher 1 (französischer Akzent): Also, wenn meine Arbeitslosenunterstützung ausläuft, fällt mir nichts mehr ein. Ich hab keine Lust zu arbeiten, mir reicht schon das in der Kneipe jeden 2. Abend.
Frontlautsprecher: Und dann werden wir so argumentieren, dass wir die wegen Unterschlagung drankriegen, und die Prospekthaftung wird auch greifen. Für solche Konstruktionen sind so Aktionärsschützer natürlich zu blöd, die Deppen.
Seitenlautsprecher 2 (hessischer Akzent): Ach komm, ein paar Monate was anderes, dann kannst Du Dich ja wieder melden. Ich kenn da jemanden, der könnte Dich vielleicht sogar probeweise einstellen, bis das Arbeitsamt damit zufrieden sind.
Frontlautsprecher: Es ist so viel Geld da, verstehst Du, Geld, in diesem Fall, immer noch, die haben die AG unter den Augen des Aufsichtsrats ausgeplündert, das kriegen wir hin.
Seitenlautsprecher 1: Ich will einfach nicht arbeiten, jetzt wo der Frühling kommt.
Seitenlautsprecher 1 (französischer Akzent): Also, wenn meine Arbeitslosenunterstützung ausläuft, fällt mir nichts mehr ein. Ich hab keine Lust zu arbeiten, mir reicht schon das in der Kneipe jeden 2. Abend.
Frontlautsprecher: Und dann werden wir so argumentieren, dass wir die wegen Unterschlagung drankriegen, und die Prospekthaftung wird auch greifen. Für solche Konstruktionen sind so Aktionärsschützer natürlich zu blöd, die Deppen.
Seitenlautsprecher 2 (hessischer Akzent): Ach komm, ein paar Monate was anderes, dann kannst Du Dich ja wieder melden. Ich kenn da jemanden, der könnte Dich vielleicht sogar probeweise einstellen, bis das Arbeitsamt damit zufrieden sind.
Frontlautsprecher: Es ist so viel Geld da, verstehst Du, Geld, in diesem Fall, immer noch, die haben die AG unter den Augen des Aufsichtsrats ausgeplündert, das kriegen wir hin.
Seitenlautsprecher 1: Ich will einfach nicht arbeiten, jetzt wo der Frühling kommt.
donalphons, 03:43h
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Sonntag, 21. März 2004
Real Life 21.03.04 - Bali Boo
Er ist blau, dank Ginger Ale spritzig, und es hängt ein zerhacktes Früchtchen drin. So wie bei einem Boo von Dotcomtod, meiner virtuellen Heimat.

Draussen in der Oranienburger Strasse zersplittern im Sturm die gelben Glühbirnen an den Girlanden wie die Träume meiner Generation. In die Augenwinkel erkennt man auf der Strasse immer wieder ein Mädchen. Sie geht entlang der geparkten Autos, wartet, geht wieder in paar Meter, und es dauert eine Weile, bis man begreift, was sie da draussen auf der Strasse tut, Nachts um halb Eins.
Nebenan reden zwei Typen von ihrem bevorstehenden BWL-Examen. Sie sehen fertig aus.

Draussen in der Oranienburger Strasse zersplittern im Sturm die gelben Glühbirnen an den Girlanden wie die Träume meiner Generation. In die Augenwinkel erkennt man auf der Strasse immer wieder ein Mädchen. Sie geht entlang der geparkten Autos, wartet, geht wieder in paar Meter, und es dauert eine Weile, bis man begreift, was sie da draussen auf der Strasse tut, Nachts um halb Eins.
Nebenan reden zwei Typen von ihrem bevorstehenden BWL-Examen. Sie sehen fertig aus.
donalphons, 23:18h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 20. März 2004
Liquide in Berlin
Peter nahm Claudia in seinem Wagen mit, brachte sie heim, sie machte es sich selbst. Dann lief MTV. Zwei Tage später lernte sie David kennen, wurde aber gefeuert. Dann sass sie in einem Cafe, trank Latte und dachte darüber nach, Schriftstellerin zu werden.
Peter simste sie aber an und kam vorbei. David war auch gerade um die Ecke. Sie redeten über die Krise. Vielleicht kann man da ein Projekt daraus machen, sagte David. Oder Aktionskunst, sagte Peter. Claudia betrachte den Polo GT, der vor dem Fenster stand und zum Verkaufen war. 950 Euro, stand auf dem Schild.
Als sie rausflogen, erzählte Peter, dass er noch etwas Shit hatte. David zeigte ein paar komische Pillen her. Sie gingen in sein Loft, rauchten und schluckten, und hatten keinen Sex.
Aber am nächsten Tag fand Claudia ein insolventes Lokal am Rosenheimer Platz, und gründete dort eine Lesebühne für Jungautoren. Peter und David arbeiteten da 3 Monate als Kellner, bis die Gewerbeaufsicht den Laden schloss, den Claudia noch nicht mal angemeldet hatte.
Bevor sie wegen Steuerhinterziehung dran war, schnupfte sie das falsche Zeug, lag eine Weile im Koma, und ging dann zu Mama nach Frankfurt zurück.
Peter simste sie aber an und kam vorbei. David war auch gerade um die Ecke. Sie redeten über die Krise. Vielleicht kann man da ein Projekt daraus machen, sagte David. Oder Aktionskunst, sagte Peter. Claudia betrachte den Polo GT, der vor dem Fenster stand und zum Verkaufen war. 950 Euro, stand auf dem Schild.
Als sie rausflogen, erzählte Peter, dass er noch etwas Shit hatte. David zeigte ein paar komische Pillen her. Sie gingen in sein Loft, rauchten und schluckten, und hatten keinen Sex.
Aber am nächsten Tag fand Claudia ein insolventes Lokal am Rosenheimer Platz, und gründete dort eine Lesebühne für Jungautoren. Peter und David arbeiteten da 3 Monate als Kellner, bis die Gewerbeaufsicht den Laden schloss, den Claudia noch nicht mal angemeldet hatte.
Bevor sie wegen Steuerhinterziehung dran war, schnupfte sie das falsche Zeug, lag eine Weile im Koma, und ging dann zu Mama nach Frankfurt zurück.
donalphons, 23:22h
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Real Life 20.3.04 - Einen Stein im Brett
hat das Cafe Einstein nebst zugehöriger Kette bei mir schon lange nicht mehr. Wer mir so etwas wie dieses angebliche Parmesan-Lappbrötchen anbietet, lernt mein elephantengleiches, rachsüchtiges Hirn kennen. Ich vergesse nie! Und besonders dann nicht, wenn ich erlebe, dass es auch anders geht.
Neben dem türkischen Lokal meines Vetrauens, dem Deniz in der Behmstrasse/Wedding, zeigte heute das Bacco am Marheinekeplatz 15/Kreuzberg, wie man Brötchen macht, die mit der bayerischen Semmel mithalten können. So:

Frisches Ciabatta leicht mit Käse überbacken, mit Salat, getrockneten Tomaten und Pepperoni. Qualität aus einer kleinen Küche, intelligent zusammengestellt, bescheiden, Old Economy und hoffentlich noch da, wenn die letzte Coffee-Shopkettenputzlauge im Franchisingverfahren durch die Gullies dieser Erde tröpfelt.
Eines noch: Das Bacco nicht mit der NuwellKüssin-Abspeise Bocca die Bacco oder dem Restaurant Bacco in Mitte verwechseln!
Neben dem türkischen Lokal meines Vetrauens, dem Deniz in der Behmstrasse/Wedding, zeigte heute das Bacco am Marheinekeplatz 15/Kreuzberg, wie man Brötchen macht, die mit der bayerischen Semmel mithalten können. So:

Frisches Ciabatta leicht mit Käse überbacken, mit Salat, getrockneten Tomaten und Pepperoni. Qualität aus einer kleinen Küche, intelligent zusammengestellt, bescheiden, Old Economy und hoffentlich noch da, wenn die letzte Coffee-Shopkettenputzlauge im Franchisingverfahren durch die Gullies dieser Erde tröpfelt.
Eines noch: Das Bacco nicht mit der NuwellKüssin-Abspeise Bocca die Bacco oder dem Restaurant Bacco in Mitte verwechseln!
donalphons, 21:12h
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Ausserdem bemerkte meine kleine Schwester,
ohne zu wissen, dass manche solche Aussagen wenig schätzen:
Wenn ich in München mal Geld verprasse, ist das eine wenig ruhmreiche Normalität, auf die ich nicht stolz sein kann. Hier in diesem runtergekommenen Berlin ist es die letzte Chance, anständig zu bleiben.
Wenn ich in München mal Geld verprasse, ist das eine wenig ruhmreiche Normalität, auf die ich nicht stolz sein kann. Hier in diesem runtergekommenen Berlin ist es die letzte Chance, anständig zu bleiben.
donalphons, 20:53h
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