: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 28. April 2004

Real Life 27.4.2004 - Wahre Profis

The Xxxxx team is an international group of highly motivated individuals who are totally dedicated to their mission, but who also value the amicable sides of life. There is an open communication culture at Xxxxx. Team members are hands-on oriented, milestone-driven and well focused on quality results.

Xxxxx is seeking self-motivated professionals and beginners who are willing and able to contribute to the success of the organization. We encourage risk-taking and reward responsibility and results.

Xxxxx is currently seeking to fill the following positions:

> Currently, no positions are available


Der Witz an der Sache: Nicht 1999. Der Text ist von 2004. Und das Unternehmen spezialisiert sich auf Kommunikationssoftware. Also das Zeug, das Abläufe verständlich macht und verhindert, dass man grosskotzige Anforderungsprofile für neue Mitarbeiter veröffentlicht, die man dann doch nicht sucht.

Eine deutsche Version gibt es natürlich nicht. Braucht man auch nicht, schliesslich wollen die paar Jungs gerade nach der Gründung gleich mal den Weltmarkt ins Visier nehmen. Deutsche Mittelständler sind wahrscheinlich eh zu blöd, um die Core Assets des Uni-Spinoffs adäquat zu valuieren, die Deppen.

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Originalzitat aus dem Wohnungsmarkt

der Favela Berlin

Beschreibung einer 3-Zimmer-Wohnung: Neubau, renovierungsbedürftig, 3 Monate mietfrei.

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Das Internet

früher auch bekannt als
the next big thing
revolution
big dotcom bang
der grösste Fortschritt seit Erfindung des Buchdrucks und
die Mutter einer neuen Wirtschaft heisst ab sofort



billiges, mittelmässig erfolgreiches Marketing-Add-On für die Anhebung der Frauenquote.

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Dienstag, 27. April 2004

Liste der Berufe,

die niemand ergreifen sollen dürfte, ohne vorher 40 Jahre in einem sibirischen Uranbergwerk gebuddelt zu haben:

1. Erfolgscoach
2. Change Manager
3. Cleverle
4. Imageberater
5. Creative Writing Teacher
6. Universitärer Technologietransferbeauftragter
7. Assesment Center Consultant
8. Publikums-PR in der TK-Branche
9. EU-subventionsgeförderter Digitalkunst-Netzwerker
10. Business Developer

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Photoshopping mit der Referentin

Die Landeshauptstadt München, deren Politiker samt und sonders nicht über die Bezirksverordnetenversammlung hätten hinauskommen dürfen, mit Ausnahme der Grünen, die am besten beim kollektiven Gummibärenrückgratweichkochen ™ geblieben wären - dieses zuerst von schwulen und kreuzkatholischen Königen, dann von schwarzen, später braunen und letztlich von einer rot-schwarz-Freinderlnwirtschaft aufgepustete Nichts rund um das Oktoberfest und 2 Fussballvereine - diese Ansiedlung in der Hochebene leistet sich jetzt Kunst im öffentlichen Raum.

Promotet wird das von alten Bekannten: ECC Kohtes Klewes, eine der idealtypischen New Economy Agenturen. Die haben schon Intershop hübsch geredet. Wenn man die KulturreferentinLydia Hartl mal von der Nähe gesehen hat, mit den Ungleichmässigkeiten im Fazialbereich, die ungerechterweise nicht das häufige Versagen in der Politik gegraben haben, zusammen mit der nicht gerade gertenschlanken Erscheinung - dann merkt man, dass die von ECC KK ihr Handwerk nicht verlernt haben. Das Bild der Referentin bei hier - www.ortstermine-muenchen.de - ist so lebensnah wie Intershop beim Kursziel 600 Euro.

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Montag, 26. April 2004

Räder rollen für den Frieden

Es sind die letzten ihrer Art. Man hört sie schon von weitem, weil der Motor unrund klingt und brummelt, wie ein alter K-Gruppen-Sack, dem man sagt, dass es vorraussichtlich nichts mehr wird mit der Weltrevolution. Sind sie erst mal vorbei, ist da dieser seltsame Geruch, der wohl mit den seltsamen Schwaden in Zusammenhang steht. So gesehen, hätte es die Lackierung mit den diversen Aktionsort´-Aufschriften gar nicht gebraucht



Dazu läuft Reboot FM. Eine PDS-Altlast schwadroniert von Gegenöffentlichkeit, und von der Notwendigkeit der staatlichen Kunstförderung. Und überhaupt sei die Jugend heute so grauenvoll apolitisch, da muss der Staaat was unternehmen (da muss der Staat die Penunze für all die endgeilen subversiv-politischen Projekte der PDS-Freunde rausrücken, meint sie), um endlich ein anderes Bewusstsein zu schaffen.

Der Tag ist schön. Die Sonne lächelt vom Himmel. Nur der Peace-Bus schnorchelt Gestank in die Atmosphäre, und der Äther hallt wieder vom Gekeife der politisch Bewussten. Bald biegt der Bus ab, und der Moderator sagt, dass Reboot bald abgeschaltet wird.

Das war´s dann mit der Revolution, für´s erste.

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Samstag, 24. April 2004

Gleich mal das mit dem TM ausprobieren...



Update: Ahhhhh :-)

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Bilder aus einer armen Stadt.

Für Menschen, die nicht dauerhaft in Berlin a. d. Spree leben, und deren Weg sie dann nicht in den Kosovo oder den Norden Afghanistans bringt, sind die Nachrichten über die Verelendung Berlins nicht überaschend.

Die Eingeborenen sehen einfach die Zeichen nicht, glauben an die Beständigkeit und das leidliche Funktionieren der Dinge. Solang sich die verbliebenen Mieter im Quartier 206 noch die Aussenbeleuchtung leisten können, is ja jut wa.



Solange man noch die Erde aufgräbt und Highways in die Tiefgaragen betoniert, müssen irgendwo auch die passenden Auros sein. Selbst wenn die nicht da sind, kommen sie schon noch. Zwangsweise; ist ja ein Nobelhotel. Und im Westen soll es nobel noch geben - nur stellen sich die Einheimischen nicht die entscheidende Frage: Was sollten Noblen die in Berlin?

Es gibt gerade mal soviel Armut in Berlin, wie zu viele Hotelbetten. Wahrscheinlich wäre es besser, die Verwaltung der Arbeitslosen einzustellen und sie einfach mitsamt Sachbearbeiter hier einziehen zu lassen.



Und solange den Säufern die Kohle noch reicht, um nach eins noch ein paar Flaschen Bier zu kaufen, solange die Preise bei den Nutten die Strasse runter konstant bleiben und der Bund weiter zahlt, ist alles wunderbar, für Berkliner Verhältnisse.

1945 soll es weitaus schlimmer gewesen sein. Sagen Berliner, die es mitgemacht haben. Na denn prost.


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Freitag, 23. April 2004

Revolutionsarchitektur

und verbrämter Klassizismus: So wurde das nichts mit der neuen Zeit.


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Rückfall

Irgendwann hält man den Druck nicht mehr aus, und zieht die Maschine aus dem schwarzen Abgrund hoch in das unendliche Blau des Himmels, der Motor spuckt die letzten giftigen Schwaden aus der Tiefe in den reinen Äther, und nach ein paar Sekunden gewöhnen sich die Augen wieder an das gleissende Licht, das man so lange nicht ertragen hat. Es ist vorbei.

Bis zu dem Moment zweieinhalb Jahre später, wenn über das Intercom Informationen über den Krieg kommen, den andere da unten weiterführen. Es ist nicht mehr mein Krieg, ich bin da zu lange draussen, denkt man sich. Aber die Bruchstücke, die man hört, lassen das Verlangen aufkommen, dieses irrwitzige Spiel bei voller Geschwindigkeit zwischen den Felsen nochmal zu machen -

und noch während man sich denkt, dass es falsch ist, dass es so verdammt viel Kraft gekostet hat, damals alles zu überleben, wie verdammt knapp es war und wie unfassbar der Schmerz am Ende war, noch während alles auf NEIN gepolt ist, kippt man die Maschine in den Sturzflug ab, jagt hinunter in das grenzenlose Nichts über der New Economy, der Propeller zerfleischt wieder die Schwärze, und man ist wieder dort, wo man nie wieder hin wollte.

Nur ein paar Meter, nur ein kurzes Stück, nur ein paar Sekunden wieder diese geile Paranoia im Abgrund, kreischen die Endorphine im Blut, und sofort ist alles wieder da, die Kontrolle über die Maschine, die Lust am Limit, am Verrat, am Beobachten und am Niederballern, wenn niemand es erwartet. Da unten sind sie wieder, wie damals, die Dummen, die Schnellen und die Toten, alle mit sich selbst und dem Überleben beschäftig, niemand hat damit gerechnet, dass da noch jemand ist, und das Donnern der Explosionen überdeckt das Kreischen des eigenen Motors, der bei maximaler Drehzahl die Kolben zu glühen bringt.

Der Kampf hier unten läuft nach simplen Regeln, die einen haben alle Möglichkeiten und die anderen keine Chance, es ist ungleich, ungerecht und die Rollen sind festgelegt. Bis jetzt. Denn ab jetzt gibt es einen weiteren Spieler, mit dem niemand rechnet, der eigentlich schon lange vergessen ist, den niemand mehr auf der Rechnung hat. Dieser Schatten, der man ist, zieht langsam an das erste Opfer heran, überholt dessen Verfolger, und noch bevor die wissen was passiert, bevor sie nur einen einzigen Schuss abgegeben haben, detoniert der Typ in einer knallgrauen Wolke.

Und noch während die Verfolger nachdenken, was zum Teufel hier eigentlich los ist, wendet man die Maschine, geht auf Kollisionskurs und ballert ihnen eine volle Ladung mitten durch die Kanzeln. Sie sind gekommen, um zu jagen, und plötzlich ist da jemand, der sie jagt. Jemand muss sie verraten haben, irgendwas läuft schief hier unten, der Plan war perfekt, aber irgendjemand kennt den Plan auch und nutzt ihn, um ihnen aufzulauern. Nur noch ein paar Salven, denkt man sich, nur noch dieses Ding hier fertig machen, es ist wichtig, gut und richtig, das hier zu tun, niemand anderes als man selbst kann das machen, denn man ist einer wie sie, oder man war es, vor so langer Zeit, man kennt ihre schräge Denke und das kranke, in sich logische System, das auf diese Denke und all ihre Feuerkraft abgestellt ist. Der Trick ist, ihre Munition platzen zu lassen, bevor sie feuern können. Und wenn sich dann alles in ein Feuermeer verwandelt hat, nichts wie weg hier aus dem Abgrund, zurück ins Licht und vergessen, verdrängen, was man war und was man getan hat.

Aber später dann, wieder im Licht, wird man wahrscheinich begreifen, dass man den Abgrund in Wahrheit nie verlassen hat, dass der Abgrund in einem selbst ist, und dass man ihn nie los wird,

und man wird immer das Verlangen spüren, den Alptraum nochmal zu leben

egal, wie falsch es war, ist, und sein wird,

egal. Nur noch dieses eine mal.

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Donnerstag, 22. April 2004

Ideologischer Autofriedhof

Vielleicht waren sie damit in Wackersdorf. Oder, näher, bei den Castortransporten im Wendtland. Das AKW Stade ist auch nicht weit weg.



Aber inzwischen bleiben sie da. Der TÜV ist lange abgelaufen. Ein Reifen ist ziemlich platt.

Und der Strom kommt immer noch aus der Steckdose mit dem AKW dahinter

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Kein gutes Zeichen

für den Standort Deutschland, wenn jeden Tag 4 Leute über den Begriff "Masseunzulänglichkeit" und Google hierher kommen.

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Dienstag, 20. April 2004

Change-X oder wie zocke ich 50.000 Euro ab?

Am besten, indem ich meine Leser dazu aufrufe, die Abstimmung für einen 50.000 Euro Award zu manipulieren. Auslober ist die T-Com, die Festnetzsparte der Telekom.

Zitat von der Website: Die Initiative zeichnet Menschen für zukunftsweisende Projekte aus, die Deutschland weiterbringen.

Change-X beschreiben das zukunftsweisende Projekt Abzocke in ihrem aktuellen Newsletter so:

Aktueller Zwischenstand des Online-Votings inspire!award:
1. Alfons Scheitz und Oliver Strube 37 %
2. Axel Rudolph 25 %
3. Peter Felixberger 17 %
4. Eva Gronbach 15 %
5. Daniel Dettling 6 %


Liebe LeserInnen von changeX,

langsam wird's ernst. Wie Sie bereits wissen, ist
unser Chefredakteur Peter Felixberger für den
inspire!award nominiert.

Es gibt insgesamt 5 Nominierte, aber nur einer kann
die 50.000 Euro Preisgeld gewinnen. Zu diesem Zweck
findet derzeit ein Online-Voting bis 10. Mai statt.

Wichtig dabei ist: Es kann mehrfach gestimmt werden.
Das heißt: Es gewinnt derjenige, der seine Community
am besten motivieren kann, für ihn fortlaufend zu
stimmen.


Also frisch ans Motivieren! Wenn Sie auch der Meinung
sind, dass wir das Preisgeld in den weiteren Aufbau
von changeX stecken sollten, dann können Sie unter
http://www.inspire-award.de
mithelfen.


Danke im Voraus! Und empfehlen Sie uns gerne weiter.

Viele Grüße aus der Redaktion von changeX


Das empfehle ich gerne weiter - an befreundete Journalisten.

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Dienstag, 20. April 2004

Er ist wild

Er mag das Wüten der 1200 ccm unter seinem Hintern. Den Wind im Gesicht. Das Risiko durch den dünnen Helm, der klar macht, dass er auf seinem Bock zum Sterben bereit ist. Einmal Rocker, immer Rocker, und das nun schon seit 35 Jahren, im Summer of love. Gut, damals war es noch ein Moped. Aber heute ist es ein echtes Moonster, fett, laut, geil.

Dann klingelt das Handy.



Aber ja doch. Heute Abends, die Hubers kommen, er hat es nicht vergessen. Klar, Pralinen kauft er gleich ein. Wein müsste noch daheim sein. Tschüss Schatzi.

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Real Life 19.4.04 - Deadlining für Profis

Es gibt da einen Mann, der alles schon mal mitgemacht hat. An einem der entscheidenden Punkte seines Lebens setzte er seinem Hauptkunden, der nicht zahlen wollte, das Messer auf die Brust.

Es war riskant, aber: Es war auch erfolgreich. Hätte er es nicht getan, wäre er pleite gewesen. So wurde er reich; von da an ging fast alles in seinem Leben glatt, was ihn zu einem sehr humorigen, netten Menschen hat werden lassen. In der Regel muss er nicht mehr irgendwelche Messer ansetzen; er hat so seine Vorstellungen und Erfahrungen, und wer sich daran hält, wird gut damit fahren - wenn man denn in den Genuss kommt, ihm zuhören zu dürfen.

Die Sache mit dem Messer habe ich heute beherzigt. Und eine Deadline gesetzt. Wie immer es ausgeht: Ich habe viel gelernt.

Update: Der ältere Herr hat Recht gehabt.

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