: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Donnerstag, 20. Mai 2004

Sport im Stadtzentrum

in München und Berlin, im Abstand von 24 Stunden. Rein zufällig gesehen. Das hier ist München.



In der Stadtmitte. Es ist warm. Die Wiese vor den Pinakothek der Moderne müsste mal gemäht werden. Aber im Moment ist sie optimal, um Badmington zu spielen. Zwei junge Frauen kommen aus einem der umliegenden Büros und vertreiben sich so ihre Mittagspause. Durch Bäume und Hecken ist der Strassenlärm sehr gedämpft.

Das hier ist Berlin.



In der Stadtmitte. Die Luft stinkt nach warmen Abgasen. Der Alexanderplatz ist eine platte Betonwüste. Ziemlich gut geeignet für Basketball. Ein einzelner Typ hängt hier rum und wirft mit dem Ball nach dem Korb. Das geht ein paar Stunden so. Gleich nebenan hustet, röchelt, quält sich der Berufsverkehr an der Baustelle vorbei.

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Movable Type: How tu fuck up yourself

and your business in 1 Week:

1. Don´t tell anybody what you´re doing.
2. Charge money for something what has been free
3. Give a damn about others who still offer the same stuff for free.
4. Blame the failure on your customers and their opinion

Wer sagt da, dass die New Economy vorbei ist?

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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 19. Mai 2004

Es muss nicht immer das Neueste sein

Inzwischen gibt es in München überbordende Halden von Restmöbeln aus der untergegangenen New Economy. Es sind die Leitfunde einer vergangenen Epoche. Sehr viel Starck aus dem Hause Kartell ist dabei, manches von Jakobsen, und sogar ein Eames-Chair, aber der nur mit Netzbespannung in Schwarz. Und natürlich simple Bürostühle für die weniger wichtigen Account- und Office Manager, die es auch erwischt hat.



Vielleicht haben sich aber auch manche die besten Stücke von Vitra einfach unter den Nagel gerissen, als es zu Ende ging. Macht nichts. Wer heute eine Firma aufzieht, muss sowieso sparen. Falls er wirklich in diesem Nobelgebrauchtladen in der Maxvorstadt einkauft, statt sich das Zeug bei Ikea zu beschaffen.

Zumal man ja inzwischen schon mit Arad-Regalen als verschwenderischer Spinner angesehen wird. Regal Billy ist das, was Investoren heute sehen wollen.

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Real Life 18.5.2004 - Nichts hat sich geändert

Die tuxedoblauen TTs leisten sich immer noch Rennen mit schweren BMWs auf dem Altstadtring, auf dem Weg ins Nichts, und das Nichts hat einen Namen: Pacha.



Denn andere schicke Locations sind auf der anderen Seite der Isar kaum zu finden. Da drin stemmt man sich gegen den Niedergang. Es gibt immer noch genug Landeier oder Neumünchner, die glauben, dass dort immer noch das pralle New-Economy-Leben ist. Da kann man es dann verschmerzen, dass man mittlerweile auf aufwendige Werbung verzichtet.

Einer der zur Zeit angesagtesten Clubs in München, beschreiben sie sich auf der Homepage. Zur Zeit kann viel heissen - auch, dass die zeit bald Vergangenheit ist. Inzwischen gibt es auch ein Pacha in Dresden, bald auch eines in Hamburg. Wenn das hier die Runde macht, werden die blonden TT-Besitzerinnen doch wieder ins P1 gehen.

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Dienstag, 18. Mai 2004

Real Life 17.5.2004 - Munich Area Report

Nothing will ever change. München ist im Kern immer noch so, wie man es aus den 80er Jahre Gazetten kennt. Besonders in der billigen Touristenmeile Leopoldstrasse.



Wenn man nicht zufällig die angepassten-Deutsch-LK-Abiturienten-Sendung des Bayerischen Staatsfunks im Radio hat, die peinlicherweise Berliner Pop von Winston spielen und einen beitrag über hirnlose Attacler in Berlin bringen, dann könnte man glatt vergessen, dass es auch noch weniger schöne Krisenregionen in Deutschland gibt.

Doch. Auch die Munich Area ist in der Krise. Seit Anfang der 80er kennt diese Region nur eine Richtung: Nach oben. Und was immer dahin führte, hatte mit Technologie oder Kommunikation zu tun. Die New Economy Krise traf München in den Lebensnerv. Es erwischte genau die, die als gesichert galten. Und dann hatten sich die anderen die Methoden der new Economy abgeschaut; erst im Guten, und jetzt seit ziemlich genau vier Jahren, im Schlechten.

Aber äusserlich ist davon wenig zu sehen. Die Autos, Strassen und Menschen sind sauber. Die Preise sind üppig und per se schon ein Distinktionsmerkmal. Es kann in München keine Krise geben. Wenn es eine gäbe, würden viele leute durch den Rost fallen und schlichtweg verhungern, wenn sie ihre Miete weiterhin bezahlen wollten.

Es ist kein Ort, in dem man ohne Geld überleben kann. Wahrscheinlich würde man hier eher Gebäude einreissen, als günstige Mieten zu erlauben. Der Makler ist mit allen seinen Eigenschaften die Idealverkörperung der Leopoldstrasse, und er trägt Schuhe, die ebenso teuer wie rahmengenäht wie modisch-geschmacklos sind.

Ich werde mir morgen Budapester kaufen gehen.

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Montag, 17. Mai 2004

Real Life 16.5.2004 - Hardcore Students

Sonntag, 20.30 Uhr, unter einem wolkenlos blauen Himmel. Biergartenwetter. Es ist noch warm - und endlich, endlich Frühling.



Aber was so ein Elite-Student ist, negiert das natürlich. Wer in diesen Momenten arbeitet, ohne Rücksicht auf die Lebensqualität, kommt weiter.

Ausspannen kann man ja noch, wenn man die Villa hat, den Porsche, oder schon eher, bem Get Together von Le Diner curant oder bei der Hochschulmarketing-Teamsitzung.

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Sonntag, 16. Mai 2004

Angeblich sicheres Geschäftsmodell

und wenn selbst das scheitert;



immer noch ein gutes Coverphoto für eine weitere, trostlose Berlin-Mitte-Erzählungs-Publikation.

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Real Life - Vor ein paar Jahren

war ich mal mit ein paar Leuten auf der Piste. Das war zu den frühen Hochzeiten der New Economy, 1999, in Ingolstadt. Die Jungs und Mädels waren gerade dabei, ihr Studium zu beenden und sortierten schon mal Stellen: Die New Economy ins Töpfchen, die Old Economy ins Kröpfchen - und kräftig gewürgt und ausgespuckt.

Thema des Abends war, wie wohl in Zukunft die Universtität aussehen muss: Möglichst privatwirtschaftlich organisiert und auch finanziert, die einzelnen Institute gern auch als Profitcenter, der Professoer mit Managerqualitäten, und alle Universitäten als Konkurrenten im Markt um die besten Studenten. Dann könnte man sich all das Gerede um Elitenförderung sparen, die Elite würde ganz von alleine entstehen. Und der Rest könnte doch gern in die kostenlosen Massen-Unis.

Als Beispiele kamen an diesem Abend neben WFI, WHU und EBS auch all die kleinen Dinger wie IUB (Bruchsal) und das SIMT, die brandneue Elitestätte der ohnehin schon ziemlich wirtschaftsnahen Uni Hohenheim.

Tatsächlich gingen die meisten dann in die Zukunftsberufe, wo sie scheiterten - nicht, dass ich es genau wüsste, aber die Firmen, in die sie gingen, existieren heute nicht mehr. Die WHU Witten hatte letztes Jahr die grosse krise und musste mit viel gutem Geld gerettet werden, und im Moment ist das SIMT dran, sich das graue Dasein zu erbetteln. 60 Studenten sind dort im Moment. Mit guter Ausbildung, sagt man. Verdammt teuer, das ist jetzt schon klar. Kein Wort mehr vom Profitcenter. Und als Manager haben die Profs so versagt, wie die Startup-Manager, die ihre Schüler waren.

Und die WFI?
Man wiess nie...

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Samstag, 15. Mai 2004

Not so

apart from 20six.

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Wishful thinking

Wer immer die Sterne auf das Glas gesprayt hat, hatte einen enormen Hass auf den Kapitalismus. Er wünschte ihm den totalen Zusammenbruch.



Nachdem das Ensemble jetzt schon seit einem halben Jahr vergeblich auf einen Käufer wartet, hat sich der Wunsch, zumindest in dieser Ecke der Bundeshauptstadt, teilweise erfüllt.

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Donnerstag, 13. Mai 2004

Ich werde heute mal mit meinem Anwalt reden

und fragen, ob das in der Folge von dem hier nicht ein grober Verstoss gegen mein Persönlichkeitsrecht ist.

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Post von der Suma AG

Guten Tag Herr "Don Alfonso"

Erst mal Danke für Ihre bisherige Unterstützung. Wir haben durch Sie sechs Neukunden gefunden.

Finden Sie nicht auch das schriftliche Aussagen wie:....

So, liebe Sumas, passt mal auf: Und wenn Ihr Euren § 186 Geschäfts- und Rufschädigung in Gusseisen dreimal rektal einführt und auskotzt (was ich Euch wirklich nicht empfehlen würde): Das hilft nichts. Da lacht jeder Anwalt. Man darf sich hierzulande über die Geschäfte einer New Economy Klitsche lustig machen. Auch bei diesen Zeilen. Man darf es kritisieren. Ihr zeigt nur, dass es sich bei der Suma AG meines Erachtens nicht um ein Unternehmen mit seriösem Geschäftsgebahren handelt.


..schlecht zu Leuten passen die ein paar Shirts und Bücher verkaufen wollen, die kein Mensch haben will? Was halten Sie davon, wenn Sie den (für Sie) peinlichen Kram mal endlich einfach löschen? Oder haben Sie Lust mal mit Ihrem eigenen und wirklichen Namen anzutreten und sich einen einzufangen?

Wir haben Goolge Deutschland und Amazon von Ihrer Vorgehensweise infomormiert und hoffen sehr stark Sie bald mal kennenzulernen. Es ist aus unserer nicht gegen solche Sachen einzuwende. Nur! Schreiben Sie doch mal Ihren richtigen Namen drunter. Das wäre sauber.




Mit freundlichen Grüßen


Peter Jung



Suma-AG Schweiz
Stockerhof
Dreikoenigstrasse 31 A
Zurich, 8002 SWITZERLAND

24 Std. AB to Mail Servicecenter Deutschland Tel: 0511 67685050

Mehr dazu hier:

http://www.lumma.de/eintrag.php?id=217

Auch der Schockwellenreiter hat Post bekommen:

http://blog.schockwellenreiter.de/3412

Natürlich das alles auch bei Dotcomtod:

http://www.dotcomtod.com/modules.php?name=News&file=article&sid=12415&mode=flat&order=1&thold=-1

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Mittwoch, 12. Mai 2004

Brunnenstrasse

Ungefähr zu der Zeit, als man auch von "Silicon Wedding" sprach, und der Begriff "Silicon Alley" durch die Gazetten geisterte, herrschte in Berlin die Loft-Manie. Tatsächlich hatte sich dank üppiger Förderung - manche sagen auch Parasitentum - im kalten Krieg auf beiden Seiten der Mauer die gesamtberliner Lebensphilosophie breit gemacht, dass irgendwer die schwangere Auster und die Stalinallee schon zahlt, und man deshalb nicht unbedingt die alten Fabriklofts aus den 20er Jahren mit arbeitenden Menschen füllen muss.

Dadurch rannte die boomende Netzwirtschaft direkt in Bürobauten, die nach langem Leerstand steuergünstig restauriert und vermietet wurden. In der Brunnenstrasse ist so eine Ansammlung von Komplexen irgendwo zwischen Aufbruch und Niedergang.



Rechts wird noch an Bauten gearbeitet, die niemals das an Profit einbringen werden, was man den Investoren versprochen hat. Links, und ein paar Häuser immer so weiter, ist der alte, graue Osten immer noch da. Im Grundstück daneben verottet ein Kleiderständer unter Laub, das wohl schon seit einigen Jahren nicht mehr entfernt wird, obwohl es sich eigentlich um den Garten einer Wohnanlage handelt.

Aber auch der Loftkomplex hat schon seine ersten Zerfallserscheinungen. In einer Bodenvertiefung wachsen Sträucher, und die mannshohen Plastikpilze, die wohl für eine besondere Form der Kreativität stehen, sind von der Witterung angegriffen. Der Komplex wirkt nur noch halbwegs sauber und modern, weil die Umgebung weitaus schlimmer ist.



Dafür auch billiger. So mancher Jungunternehmer im Loft wird darüber nachdenken, ob es woanders nicht erheblich günstiger ist, den Niedergang der New Economy abzuwarten. Denn diese Ecke der Stadt hat es nicht geschafft, schick zu werden. Wenn man durch den Torbogen auf die Strasse geht, ist direkt gegenüber Leerstand. Auch daneben ist alles zu vermieten. Provisionfrei, und auch 6 Monate mietfrei, was man so hört. Die Strasse rauf gibt es drei muffige Gebrauchtwarenläden, und die Strasse runter kommt ein Trümmergrundstück des zweiten Weltkriegs.

Ihr Loft hätte der Nukleus für etwas Neues in dieser kaputten Stadt werden sollen. Es ist ein Fremdkörper geblieben, wenn auch die Geschäftsideen, die hier zu Hause sind, längst nicht mehr Teil der Lösung sind.

Sondern die Avantgarde der Probleme.

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