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Dienstag, 12. Juli 2005
Extreme Vorortsposhing
Es ist so: In den wirklich teueren Vororten, wo der Quadratmeter Boden so viel kostet wie der Quadratmeter Wohnung in einer mittleren Berliner Lage, ist alles dicht - weiter vorne etwa gibt es einen Chefarzt, der ein Grundstück neben seinem gekauft hat und verwildern lässt, damit er keinen nervtötenden Nachbarn hat. Andere, die ihren Reichtum erst später in eine architektonische Demonstration ihrer selbst umsetzen konnten, müssen also in die billigeren Vororte, wo man für das Grundstück auch ein halbes thüringer Dorf bekommen würde - aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls bleibt dadurch Geld übrig, das dann in die aufgehende Substanz gehen kann.

Nicht nur toskanaorange, wie das heute nun mal so sein muss. Nein, auch zwei achteckige, zweigeschossige Türme mit eigenem Dach. Dazu Fensterfronten Modell Stackenblochen (danke Holgi), gerade und mit 90° -Winkeln ausgerichtet. Weil Symetrie ist gerade ein Must Have. Und statt der Schiessscharten ein postmodernes Dreiecksfenster unter dem Dach. Und Jalousien auch im zweiten Stock, die eigentlich die Nachbarn besser brauchen könnten.
Burgkathedralenbauernhaus. Interessante Kombination. Ob die da drinnen Acrylmöbel mit Goldkanten haben werden?

Nicht nur toskanaorange, wie das heute nun mal so sein muss. Nein, auch zwei achteckige, zweigeschossige Türme mit eigenem Dach. Dazu Fensterfronten Modell Stackenblochen (danke Holgi), gerade und mit 90° -Winkeln ausgerichtet. Weil Symetrie ist gerade ein Must Have. Und statt der Schiessscharten ein postmodernes Dreiecksfenster unter dem Dach. Und Jalousien auch im zweiten Stock, die eigentlich die Nachbarn besser brauchen könnten.
Burgkathedralenbauernhaus. Interessante Kombination. Ob die da drinnen Acrylmöbel mit Goldkanten haben werden?
donalphons, 13:55h
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Wenn ich mir einen Artikel wünschen dürfte
Liebe Presseleute, wenn ich mir einen Beitrag über Blogs wünschen dürfte, dann wäre er ziemlich anders als vieles, was im Moment von Euch so geschrieben wird. Denn, liebe Kollegen, in Wirklichkeit erzählt Ihr Euren Lesern viel Scheisse, und das wisst Ihr auch. Wie so vieles entwickeln sich die Blogs hierzulade kontinierlich, es werden mehr, sie werden besser. Es gibt nicht irgendwelche besonders einflussreichen Blogger, in deren Gefolge zigtausende damit beginnen, und es gibt auch keine Themen, die Blogger enstehen lassen. Es gibt auch keine Business-Trends beim Bloggen über dem Niveau einer Selbstdarstellung von mehr oder weniger kompetenten Kleinstunternehmern. Es stimmt auch nicht, dass Blogs die Medienwelt jetzt und auf der Stelle umkrempeln werden, wie Ihr das in Euren Artikeln so gern schreibt, um eine heisse News zu haben. Die Ihr ja braucht, um das Thema zu machen und damit in der Redaktion gut dazustehen. mehr an der Blogbar
donalphons, 03:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 12. Juli 2005
Kreuzgang
200 Kilometer südlich von Berlin sollte man tunlichst nicht auf die Idee kommen, jenseits der Autobahn eine Tankstelle zu suchen. Kleinere Käffer haben allenfalls einen Bäcker oder etwas grüne Wiese, aber keine Tankstelle. Allenfalls, wenn man ohnehin vorhat, nach Naumburg zu fahren, kann man es wagen, den Tank weitegehend leer zu fahren. Naumburg hat dank seiner historischen Rolle und der intakten Altstadt, sowie einer berühmten Plastik der späten Romanik so etwas wie Fremdenverkehr, und deshalb wohl auch eine Tankstelle. Und natürlich den Dom, an dem viel zu viele auf der A8 Richtung München vorbeirasen. Mit einem schlichten, aber gelungenen spätromanischen Kreuzgang.

Der Weg zurück zur A8 führt wegen einer grösseren Baumassnahme durch Sachsen-Anhalts Pampa Richtung Osterfeld. Und dann kommen eben diese kleinen Städte, an deren Rand eine aufgelassene Fabrik den Reigen des Niedergangs eröffnet. Danach zieht sich der Zerfall Haus für Haus in den Ortskern, alles unbewohnt und marode. Niemand macht sich hier noch die Mühe, etwas zu vermieten. 15 Häuser, eins nach dem anderen, alle historische Bausubstanz, die Türen eingeschlagen, baufällig, verrottet, egal.
Am Ende dann ein Haus, in dem sich eine Werbeagentur niedergelassen hat. Noch ist sie da, in der langen Folge von Zerstörung und Aufgabe. Aber was hier beworben werden soll?
In der Zeit, als man den Kreuzgang baute, zog man die Bewohner mit speziellen Förderprogrammen in diese Region. Vielleicht sollte man den Arbeitslosen, den Faulen, den chancenlosen Kreativen ein anderes Angebot als teure Adobe-Fortbildungen anbieten. Die verlorene Generation hier herziehen lassen, steuerbefreien und die Unterkunft geschenkt, wenn sie es herrichten. Dann können sie nach ihrer Facon leben, und der Staat spart sich ganz nebenbei die Enstorgung ganzer Landstriche.
Nach Berlin sind es zwei Stunden mit dem Auto, die Lebenshaltungskosten sind niedrig, und wenn die richtigen Leute zusammenkommen, kann es eine hübsche Kolonie der Moderne im Niedergang werden. Und ich muss mich daheim am Abend dann nicht über den Munich Area Dreck ärgern, den die mir per Mail schicken. Wir haben viel Platz im Osten und viele unvermittelbare Kreative und New-Eco-Restbestände im Westen. Das gilt es zusammenzuführen. Da gibt es Synergien. Und wenn es dann so richtig gut läuft, verkloppen wir das Ganze an die Rumänen gegen ein Stück Wald in Siebenbürgen...

Der Weg zurück zur A8 führt wegen einer grösseren Baumassnahme durch Sachsen-Anhalts Pampa Richtung Osterfeld. Und dann kommen eben diese kleinen Städte, an deren Rand eine aufgelassene Fabrik den Reigen des Niedergangs eröffnet. Danach zieht sich der Zerfall Haus für Haus in den Ortskern, alles unbewohnt und marode. Niemand macht sich hier noch die Mühe, etwas zu vermieten. 15 Häuser, eins nach dem anderen, alle historische Bausubstanz, die Türen eingeschlagen, baufällig, verrottet, egal.
Am Ende dann ein Haus, in dem sich eine Werbeagentur niedergelassen hat. Noch ist sie da, in der langen Folge von Zerstörung und Aufgabe. Aber was hier beworben werden soll?
In der Zeit, als man den Kreuzgang baute, zog man die Bewohner mit speziellen Förderprogrammen in diese Region. Vielleicht sollte man den Arbeitslosen, den Faulen, den chancenlosen Kreativen ein anderes Angebot als teure Adobe-Fortbildungen anbieten. Die verlorene Generation hier herziehen lassen, steuerbefreien und die Unterkunft geschenkt, wenn sie es herrichten. Dann können sie nach ihrer Facon leben, und der Staat spart sich ganz nebenbei die Enstorgung ganzer Landstriche.
Nach Berlin sind es zwei Stunden mit dem Auto, die Lebenshaltungskosten sind niedrig, und wenn die richtigen Leute zusammenkommen, kann es eine hübsche Kolonie der Moderne im Niedergang werden. Und ich muss mich daheim am Abend dann nicht über den Munich Area Dreck ärgern, den die mir per Mail schicken. Wir haben viel Platz im Osten und viele unvermittelbare Kreative und New-Eco-Restbestände im Westen. Das gilt es zusammenzuführen. Da gibt es Synergien. Und wenn es dann so richtig gut läuft, verkloppen wir das Ganze an die Rumänen gegen ein Stück Wald in Siebenbürgen...
donalphons, 01:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 10. Juli 2005
Dirt Picture Contest - warum denn so förmlich?
So ein Ledersessel ist doch nicht stylisch... allenfalls was für Zigarillostinker und/oder als Wartesessel im SM-Bordell, aber doch keinesfalls was für die typische Berliner Wohnung. Zumal es dann dieses Stilmischmach gibt, 5 Teile Ikea, 2 Teile von Mama, ein Brocken Leder, der Tisch der Ex, die Klappstühle vomVormieter - das ist einfach nicht stylisch. Bunt darf es schon sein, aber es muss passen.

Na also! Identisch bis auf die poppige Farbe, lässig, loungig, Mitte vor 2 Jahren, taugt aber immer noch. So was findet man natürlich nicht in Mitte, da muss man schon in die besseren Viertel fahren, Fehrbelliner Platz, da stehen die rum und warten auf Liebhaber. Am Umstand, dass sie Stühle nicht den Bürgersteig unpassierbar machen, erkennt man die hohe Geisteshaltung des Spenders und der Passanten. In Mitte wären das sicher schon 14 Teile, auf 100 Meter verstreut - ach ja, der gute alte Westen.
Also schnell hin. Vielleicht überprüft die Mama hinten, ob die Dinger in den Kinderwagen passen.

Na also! Identisch bis auf die poppige Farbe, lässig, loungig, Mitte vor 2 Jahren, taugt aber immer noch. So was findet man natürlich nicht in Mitte, da muss man schon in die besseren Viertel fahren, Fehrbelliner Platz, da stehen die rum und warten auf Liebhaber. Am Umstand, dass sie Stühle nicht den Bürgersteig unpassierbar machen, erkennt man die hohe Geisteshaltung des Spenders und der Passanten. In Mitte wären das sicher schon 14 Teile, auf 100 Meter verstreut - ach ja, der gute alte Westen.
Also schnell hin. Vielleicht überprüft die Mama hinten, ob die Dinger in den Kinderwagen passen.
donalphons, 22:28h
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Gelbe Organzaseide
oder wie ich n ochmal nach Berlin komme - das geht so: Eigentlich komme icfh nur, um den Umzug in Form von 5 zurückgebliebenen Bürostühlen eines guten Herstellers und eines fast bankrotten Vorbesitzerfirma abzuholen. Und ein wenig Haifische durch das Riff mit seinen Immobilienwracks und Haifischmeetings zu kutschieren, nebst einigen kleinen Plünderungszügen durch die seichten Gewässer der Antikhändler. Eigentlich sind das reine Synergien, man fährt durch die Gegend, bepackt den Wagen, geht Abends aus, und wenn man am GBrillgestank nicht erstickt und um Mittag dem Betrunkenen auf der Strasse ausweicht und die Gang sich lieber mit den Russen prügelt und einem keiner die Reifen schlitzt oder eine Bierflasche drunter stellt -
dann kommt man unter Erreichung der selbstgesteckten Ziele schnell und unkompliziert nach Hause. Das geht so lange gut, bis man sich einen Sessel und einen dazugehörigen Pouf aus den 50er Jahren kauft, der ohne jede Frage vernünftig argumentiert werden kann, der Sinn macht, und der das Auto genau da vollmacht, wo die Stühle, die Ursache der Reise liegen sollten - quer hinten über dem Hutschenreuther-Service "Margarethe" für 12 Personen und unter dem gut 200 Jahre alten venezianischen Spiegel, die erst gekauft wurden, als es wegen dem gelben Sessel aus gelber Organzaseide ohnehin schon egal war.
Man kann das alles so erklären, dass man Berlin ausplündert, und die Goten ja auch öfters die römischen Provinzen heimsuchten. Am Ende steht aber immer die Erkenntknis, dass man nochmal hierher muss, früher oder später. Und man braucht eine gute Erklärung daheim. Zu sagen, dass andere ihr Geld verrauchen, mit Freundenmädchen durchbringen oder in stinkenden Alkoholikaresten ins Klo kotzen, mag vielleicht bei einer Berliner Familie ziehen - dummerweise ist dergleichen in den besseren Vierteln der Provinz kein anerkanntes akulturelles Phänomen.
Da hilft nur irgendwo verstecken - aber wo versteckt man einen kanariengelben Sessel und Pouf aus Organzaseide?
dann kommt man unter Erreichung der selbstgesteckten Ziele schnell und unkompliziert nach Hause. Das geht so lange gut, bis man sich einen Sessel und einen dazugehörigen Pouf aus den 50er Jahren kauft, der ohne jede Frage vernünftig argumentiert werden kann, der Sinn macht, und der das Auto genau da vollmacht, wo die Stühle, die Ursache der Reise liegen sollten - quer hinten über dem Hutschenreuther-Service "Margarethe" für 12 Personen und unter dem gut 200 Jahre alten venezianischen Spiegel, die erst gekauft wurden, als es wegen dem gelben Sessel aus gelber Organzaseide ohnehin schon egal war.
Man kann das alles so erklären, dass man Berlin ausplündert, und die Goten ja auch öfters die römischen Provinzen heimsuchten. Am Ende steht aber immer die Erkenntknis, dass man nochmal hierher muss, früher oder später. Und man braucht eine gute Erklärung daheim. Zu sagen, dass andere ihr Geld verrauchen, mit Freundenmädchen durchbringen oder in stinkenden Alkoholikaresten ins Klo kotzen, mag vielleicht bei einer Berliner Familie ziehen - dummerweise ist dergleichen in den besseren Vierteln der Provinz kein anerkanntes akulturelles Phänomen.
Da hilft nur irgendwo verstecken - aber wo versteckt man einen kanariengelben Sessel und Pouf aus Organzaseide?
donalphons, 22:27h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 10. Juli 2005
Real Life 09.07.2005 - Nebentisch
Die fette Sau, die dir den Zigarrenrauch zwei Stunden ins Gesicht bläst. Sein raushängendes Hemd. Sein Freund mit Photohandy, das er benutzt, wenn die fette Sau zum zehnten Mal seinen übermässigen Alkoholkonsum ins Klo trägt. Ihre gegenseitige Versicherung, dass alles gut so ist, und dass sie massig geld bei dem Consulting verdienen werden.
Davor die Rolexbubis, vielleicht gefälscht, die keinen Job haben und sich beim Franzosen in der Bergmannstrasse überlegen, wie sie die Yacht des Vaters verticken. Das Problem ist die Welle zum Propellor, die ein früherer Mieter ruiniert hat. Deshalb ist jetzt ein Aussenborder dran. Geht trotzdem 60 oder mehr. Wird sicher ein geiles Geschäft.
Die beiden Mütter auf dem Betonklotz. Noch ein Kind oder reicht es erst Mal. Die Nachfahren sind solang bei Oma zwischengelagert, aus deren Besitz auch die Wohnung kommt. Eine willd as Geld ihres Bausparers anlegen, aber statt Aktien denkt sie im Moment eher an einen Kombi. BMW. Nebenbei schreiben sie pausenlos SMS. Sie sind höchstens 25.
Mal regnet es fast, dann ist wieder diese schwüle Hitze. Es sind viele Bettler in der Stadt, viel Verwahllosung mit und ohne soziale Sicherung. Und gegenüber sitzt ein Haifisch und sagt, dass er trotzdem lieber in Berlin als in der Provinz leben würde. Vier Stunden später ruft er dich vom Flughafen aus an, denn sein Taxi ist einfach losgefahren, sein gepäck noch im Kofferraum, und er hat nur noch sein Handy und das Kleingeld und er weiss nicht, was er jetzt in dieser Traumstadt machen soll.
Davor die Rolexbubis, vielleicht gefälscht, die keinen Job haben und sich beim Franzosen in der Bergmannstrasse überlegen, wie sie die Yacht des Vaters verticken. Das Problem ist die Welle zum Propellor, die ein früherer Mieter ruiniert hat. Deshalb ist jetzt ein Aussenborder dran. Geht trotzdem 60 oder mehr. Wird sicher ein geiles Geschäft.
Die beiden Mütter auf dem Betonklotz. Noch ein Kind oder reicht es erst Mal. Die Nachfahren sind solang bei Oma zwischengelagert, aus deren Besitz auch die Wohnung kommt. Eine willd as Geld ihres Bausparers anlegen, aber statt Aktien denkt sie im Moment eher an einen Kombi. BMW. Nebenbei schreiben sie pausenlos SMS. Sie sind höchstens 25.
Mal regnet es fast, dann ist wieder diese schwüle Hitze. Es sind viele Bettler in der Stadt, viel Verwahllosung mit und ohne soziale Sicherung. Und gegenüber sitzt ein Haifisch und sagt, dass er trotzdem lieber in Berlin als in der Provinz leben würde. Vier Stunden später ruft er dich vom Flughafen aus an, denn sein Taxi ist einfach losgefahren, sein gepäck noch im Kofferraum, und er hat nur noch sein Handy und das Kleingeld und er weiss nicht, was er jetzt in dieser Traumstadt machen soll.
donalphons, 00:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 8. Juli 2005
Führendes Gehynkel*
Es gibt gute Blogger, schöne Blogger, was man will - aber hier schreibt der ins warumsollenimmernurandereverdienen Blogberatungsbizz wechseln wollende Robert Basic was von "führende deutsche Blogger", die den Teilnehmern was erzählen sollen. Regelmässige Leser dieses Blogs werden wissen, dass es "Führende" geben könnte, die ich weniger als Blogger denn vielmehr als wenig erfolgreichen Pay Content Apologeten betrachte. Aber unabhängig davon: Führend? Und wer ist dann bitte nachfolgend? Die selbst eingebildete Linkhuren und Trackbackschleimis der Führenden? Und wohin sollen die Führenden führen? Braucht die, wenn der Begriff schon fällt, "deutsche" Blogosphäre Führer?
Weia - mal ehrlich, Robert: Irgendwo verstehe ich die Grundidee ja, angesichts all der Knalltüten, die mit Blogberatung und Seminaren einen schnellen Euro machen wollen. Vielleicht kannst Du das wirklich besser. Aber der Gedanke, dass irgendjemand oder auch nur ein kleiner Haufen von mehr oder weniger gelesenen Bloggern auch nur ansatzweise sowas wie eine Führungsrolle einnehmen könnte, oder im wirtschaftlichen oder sonst irgendeinem Sinne führend oder sonstwie *hynkelnd ist, führt direkt ins Lächerliche.
Warum kannst Du nicht einfach, sagen wir mal, "erfahrene deutsche Blogger" schreiben? Das hynkelt nicht, das garbitscht kein bisschen, das ehrlicht schon fast und niemand muss Angst haben, als Führer Benzino Napaloni der deutschen Blogosphäre tituliert zu werden. Wobei ich schon sehe, dass so mancher gern ein Lügen-Propaganda-PR-Garbitsch wäre. Oder sonstwie führend (Symbolphoto zweier Bizzblogger).
Weia - mal ehrlich, Robert: Irgendwo verstehe ich die Grundidee ja, angesichts all der Knalltüten, die mit Blogberatung und Seminaren einen schnellen Euro machen wollen. Vielleicht kannst Du das wirklich besser. Aber der Gedanke, dass irgendjemand oder auch nur ein kleiner Haufen von mehr oder weniger gelesenen Bloggern auch nur ansatzweise sowas wie eine Führungsrolle einnehmen könnte, oder im wirtschaftlichen oder sonst irgendeinem Sinne führend oder sonstwie *hynkelnd ist, führt direkt ins Lächerliche.
Warum kannst Du nicht einfach, sagen wir mal, "erfahrene deutsche Blogger" schreiben? Das hynkelt nicht, das garbitscht kein bisschen, das ehrlicht schon fast und niemand muss Angst haben, als Führer Benzino Napaloni der deutschen Blogosphäre tituliert zu werden. Wobei ich schon sehe, dass so mancher gern ein Lügen-Propaganda-PR-Garbitsch wäre. Oder sonstwie führend (Symbolphoto zweier Bizzblogger).
donalphons, 01:21h
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Weites Land
Gerade hier und jetzt.

Morgen Berlin. Dann Dirt Pics, nix Himmel.

Morgen Berlin. Dann Dirt Pics, nix Himmel.
donalphons, 22:46h
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Real Life 06.07.2005 - Antreten im Morgengrauen
In Berlin gab es mal einen Tag, an dem du tatsächlich um 8 Uhr los bist. Der Grund war eine Eröffnung, gut 200 Kilometer nordwestlich. Ausserdem gab es auch mal eine PK um 10, der Thinktank begann um formal um 9, aber zuerst mal mit einem Frühstück. So kennt man das. 8 Uhr steht allenfalls mal bei irgendwelchen Ausschüssen an, aber auch das ist eher selten. Um 8 Uhr eine Präsi, ein Meeting, das ist Jahre her.
Morgen wirst du um 8 Uhr eine Präsi machen, Zielgruppenblabla und vertikale Kommunikationsstrategie, Interaktivität und low entry levels, die ganze Latte Neusprech nochmal. Du wirst im Koma sein, und sie werden hellwach sein. In einem lichten Moment wird dir einfallen, dass das hier Provinz ist, da ist ein Meeting um 8 etwas völlig normales, da denkt sich niemand was dabei, und vielleicht wirst du dir wünschen, dass es wieder so wird wie in der New Economy, als 8 Uhr gar nicht ging, weil man als Lusche galt, wenn man vor 4 ins Bett ging.
Aber das war in der Munich Area, nicht hier. Hier gehen die Uhren anders, und die Leute halten sich daran. Fuck. 8 Uhr. Und wahrscheinlich weiss da kein einziger, was so ein Blog ist, und warum man überhaupt mit den Lesern in Kontakt treten sollte. Von welcher digitalen Revolution sülzen die Trendleute eigentlich, wenn du um 8 Uhr eine Website vorführen sollst, vor Leuten, deren Behörde noch nicht mal eine Intranet hat, in einem Raum, in dem es kein Netz gibt und die Seiten auf deiner Festplatte liegen.
Morgen wirst du um 8 Uhr eine Präsi machen, Zielgruppenblabla und vertikale Kommunikationsstrategie, Interaktivität und low entry levels, die ganze Latte Neusprech nochmal. Du wirst im Koma sein, und sie werden hellwach sein. In einem lichten Moment wird dir einfallen, dass das hier Provinz ist, da ist ein Meeting um 8 etwas völlig normales, da denkt sich niemand was dabei, und vielleicht wirst du dir wünschen, dass es wieder so wird wie in der New Economy, als 8 Uhr gar nicht ging, weil man als Lusche galt, wenn man vor 4 ins Bett ging.
Aber das war in der Munich Area, nicht hier. Hier gehen die Uhren anders, und die Leute halten sich daran. Fuck. 8 Uhr. Und wahrscheinlich weiss da kein einziger, was so ein Blog ist, und warum man überhaupt mit den Lesern in Kontakt treten sollte. Von welcher digitalen Revolution sülzen die Trendleute eigentlich, wenn du um 8 Uhr eine Website vorführen sollst, vor Leuten, deren Behörde noch nicht mal eine Intranet hat, in einem Raum, in dem es kein Netz gibt und die Seiten auf deiner Festplatte liegen.
donalphons, 03:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 6. Juli 2005
ICH werde mit denen nichts machen,
sagte der Kanzler. Kann schon sein, dass er keine Lust hat, mit denen links von ihm in ein Koalitionsbett zu steigen. Kann gut sein, dass er es nicht macht. Aber wenn es eine Mehrheit von Rot, Rosa und grünen FDP-Ersatzstoffen gibt, hat die SPD die Wahl, als Juniorpartner von Bad Mama merkel an die Wand gedrückt zu werden, was bei genauer Betrachtung auch für Masochisten kein Vergnügen wird - oder alle beissen in den weniger sauren Apfel, die Linkskoalition kommt (nachdem alle Gespräche über eine grosse Koalition gescheitert wurden), und Schröder tritt ab.
Ich, sagte Schröder. Er, nicht die SPD. Jetzt heisst es abwarten, ob die CDU-Umfragewerte so fallen, wie die Mehrwertsteuer steigen soll. Und wie lange der Möllewelle bei seinem lauwarmen Geschwalle bleibt, bis er dann in den nächsten Fettnapf trampelt.
Nicht, dass ich Lafontaine und Gysi allzu toll finde. Aber ich komme aus einem land und einer Stadt, wo immer nur die CSU geherrscht hat. Ich habe als Bayer ein gottverdammtes Recht darauf, zumindest im Bund von einer linken Koalition verarscht zu werden.
Ich, sagte Schröder. Er, nicht die SPD. Jetzt heisst es abwarten, ob die CDU-Umfragewerte so fallen, wie die Mehrwertsteuer steigen soll. Und wie lange der Möllewelle bei seinem lauwarmen Geschwalle bleibt, bis er dann in den nächsten Fettnapf trampelt.
Nicht, dass ich Lafontaine und Gysi allzu toll finde. Aber ich komme aus einem land und einer Stadt, wo immer nur die CSU geherrscht hat. Ich habe als Bayer ein gottverdammtes Recht darauf, zumindest im Bund von einer linken Koalition verarscht zu werden.
donalphons, 02:30h
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Dienstag, 5. Juli 2005
Real Life 04.07.2005 -Sturmfront
Da kommt ein Gewitter, sagst du, und weil sie es vom Fenster aus nicht richtig sehen kann, geht ihr auf die Dachterasse, wo das Licht des Tages schon in einem fahlen Grau erstickt. Aus dem Westen, ausgestreckt über den ganzen Horizont, ist eine Front im Anmarsch, rasend schnell und finster. Du stehst neben ihr, schweigend, obwohl du eigentlich nochmal was zu sagen hast, etwas wie, dass man nie zu alt ist, sein Leben nochmal zu ändern, und dass es das noch lange nicht gewsen sein muss, und eine Scheidung nicht das Schlimmste sein muss, jedenfalls besser als die komische Idee, das alles mit einer Schwangerschaft jetzt noch retten zu wollen. Das, was da kommt, ist auch so schon genug Abbild dessen, was in ihrem Inneren tobt.

Man weiss nie, was kommt und was geschehen wird. Ausser vielleicht, dass man sich fast immer zweimal trifft, egal wie lange es her ist. Das war verdammt lang her, und der Freund, der sie damals uneingestanden neben seiner eigenen Freundin wollte, ist heute Arzt in Würzburg. Gestern hast du bei den alten Bildern eines von ihr gefunden, auf der Stufe ihrer Schule, heute kam sie dir entgegen, als du die Tür aufgesperrt hast, und sie ging spontan mit hoch. Auf eine Kanne Tee, für eine Stunde, und dann doch für einen Nachmittag, bis jetzt, als der Himmel explodiert, und sie könnte auch so kaum mehr bleiben, weil sie ja noch Verpflichtungen hat, daheim. Aber noch steht sie hier und schaut nach Westen, schweigend und faszieniert vom sinsitren Spiel der schwarzgrauen Wolken.

Dann geht sie, du bringst sie noch bis zur Treppe, und ihren Schritten kannst du entnehmen, dass sie sich beeilt. Dann stellst du dich wieder auf die Terasse und schaust zu, wie sich die Wolken zusammenballen. Langsam kommt der Wind auf, in kurzen Stössen, hier und da biegen sich die Bäume, bis die Böenwalze heranfegt, abgerissene Blätter fegen über die Dächer, und die letzten Schwalben sirren nach Osten, wo der Himmel noch in einem unnatürlichen, gelblichen Blau erstrahlt. Oben, auf dem Kamin, tappselt noch eine etwas nervöse Taube herum, direkt neben dem Blitzableiter, unter dem, sicher unzureichend vom Kamindach geschützt, ihr Nest ist. Aber es hat hier noch nie eingeschlagen. Hier passiert nie etwas.

Der Wind trägt feinen Niesel zu dir, dann die ersten dicken Tropfen, und plötzlich geht alles ganz schnell, ein Windstoss und dazu fast waagrecht das Wasser, nichts wie rein in dem Wissen, dass es sie in wenigen Augenblicken ereilen wird, da oben wandert das Gewitter mit 80, 90 Kilometern pro Stunde, da wird sie es nicht zum Auto geschafft haben. Dann bricht auch schon die Hölle los, von so ein Unwetter hat man hier oben direkt unter dem spitzen Giebel eines Stadtpalastes einen sehr unmittelbaren Eindruck, selbst wenn man nicht Mary Shelleys Beschreibung des Gebäudes kennen würde, in dem Frankenstein sein Monster erschafft und deren Dachkammer in allen Details ganz vorzüglich zu dem Raum passen würde, in dem du bist. Über ein Dutzend Kilometer hinweg, aufgereiht an einer dunklen Wolkenkette, fauchen die Blitze nach unten, du zählst die Sekunden, und dann wird es plötzlich hell wie tausend Sonnen, und es klingt so, als hätte jemand dein Trommelfell zerrissen. 100 Meter vielleicht, höchstens... aber es ist nichts passiert.
Es passiert nie etwas. Das ist alles nur Kulisse, es gibt keine echten Dramen, das Unwetter verzieht sich und die noch nicht gefallenen Töchter der besseren Familien gehen, bevor sie zwei Stunden während des Spektakels da draussen vielleicht etwas tun, hier oben so fern von ihrer Vorstadtwelt, was sie ihrem Nochmann und ihren Freundinnen nicht erzählen dürften. Und du schaust hinaus und überlegst, wie sich so eine Sturmfront wohl fühlen mag, da droben, und warum sie nicht ein einziges Mal die Stadt und das schwarze Pack und die Spiesser und die Kinderquäler und die Dummmacher und all den Lokaldreck in den grossen Fluss fegt, Tabula rasa macht und diesem Ort, an dem die Dummheit geboren wurde, eine neue Chance gibt.

Man weiss nie, was kommt und was geschehen wird. Ausser vielleicht, dass man sich fast immer zweimal trifft, egal wie lange es her ist. Das war verdammt lang her, und der Freund, der sie damals uneingestanden neben seiner eigenen Freundin wollte, ist heute Arzt in Würzburg. Gestern hast du bei den alten Bildern eines von ihr gefunden, auf der Stufe ihrer Schule, heute kam sie dir entgegen, als du die Tür aufgesperrt hast, und sie ging spontan mit hoch. Auf eine Kanne Tee, für eine Stunde, und dann doch für einen Nachmittag, bis jetzt, als der Himmel explodiert, und sie könnte auch so kaum mehr bleiben, weil sie ja noch Verpflichtungen hat, daheim. Aber noch steht sie hier und schaut nach Westen, schweigend und faszieniert vom sinsitren Spiel der schwarzgrauen Wolken.

Dann geht sie, du bringst sie noch bis zur Treppe, und ihren Schritten kannst du entnehmen, dass sie sich beeilt. Dann stellst du dich wieder auf die Terasse und schaust zu, wie sich die Wolken zusammenballen. Langsam kommt der Wind auf, in kurzen Stössen, hier und da biegen sich die Bäume, bis die Böenwalze heranfegt, abgerissene Blätter fegen über die Dächer, und die letzten Schwalben sirren nach Osten, wo der Himmel noch in einem unnatürlichen, gelblichen Blau erstrahlt. Oben, auf dem Kamin, tappselt noch eine etwas nervöse Taube herum, direkt neben dem Blitzableiter, unter dem, sicher unzureichend vom Kamindach geschützt, ihr Nest ist. Aber es hat hier noch nie eingeschlagen. Hier passiert nie etwas.

Der Wind trägt feinen Niesel zu dir, dann die ersten dicken Tropfen, und plötzlich geht alles ganz schnell, ein Windstoss und dazu fast waagrecht das Wasser, nichts wie rein in dem Wissen, dass es sie in wenigen Augenblicken ereilen wird, da oben wandert das Gewitter mit 80, 90 Kilometern pro Stunde, da wird sie es nicht zum Auto geschafft haben. Dann bricht auch schon die Hölle los, von so ein Unwetter hat man hier oben direkt unter dem spitzen Giebel eines Stadtpalastes einen sehr unmittelbaren Eindruck, selbst wenn man nicht Mary Shelleys Beschreibung des Gebäudes kennen würde, in dem Frankenstein sein Monster erschafft und deren Dachkammer in allen Details ganz vorzüglich zu dem Raum passen würde, in dem du bist. Über ein Dutzend Kilometer hinweg, aufgereiht an einer dunklen Wolkenkette, fauchen die Blitze nach unten, du zählst die Sekunden, und dann wird es plötzlich hell wie tausend Sonnen, und es klingt so, als hätte jemand dein Trommelfell zerrissen. 100 Meter vielleicht, höchstens... aber es ist nichts passiert.
Es passiert nie etwas. Das ist alles nur Kulisse, es gibt keine echten Dramen, das Unwetter verzieht sich und die noch nicht gefallenen Töchter der besseren Familien gehen, bevor sie zwei Stunden während des Spektakels da draussen vielleicht etwas tun, hier oben so fern von ihrer Vorstadtwelt, was sie ihrem Nochmann und ihren Freundinnen nicht erzählen dürften. Und du schaust hinaus und überlegst, wie sich so eine Sturmfront wohl fühlen mag, da droben, und warum sie nicht ein einziges Mal die Stadt und das schwarze Pack und die Spiesser und die Kinderquäler und die Dummmacher und all den Lokaldreck in den grossen Fluss fegt, Tabula rasa macht und diesem Ort, an dem die Dummheit geboren wurde, eine neue Chance gibt.
donalphons, 17:59h
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Montag, 4. Juli 2005
Ein Sommer wie bei Eric Rohmer
Die Kaltmamsell erzählt vom Sommer vor vielen Jahren, und darüber, dass ihre Mutter in einer Firma gearbeitet hat, die wiederum in unserem Stammhaus in der Zeit ihr Geschäft hatte. Was für uns ein gemeinsamer Spielplatz wurde, schliesslich wohnte ich in diesem Haus, wobei damals natürlich niemand wissen konnte, auf welchen verschlungenen Wegen das wieder zusammenführen würde.
Von dem Geschäft blieb nichts übrig ausser einem hässlichen Vordach, unter dem früher die Teppichbodenrollen gelagert waren - in den typischen Farben der 70er jahre, die sich bei uns bleiern bis in die Mitte der 80er Jahre hinzogen. Heute würde man das vielleicht schon wieder schick finden; es kann gut sein, dass manches der damaligen Kitschdesigns in Buddhismus-Orange und Signalgrün heute wieder für kurzlebige Designeinrichter in Berlin Mitte produziert wird. Aber schon Ende der 70er Jahre waren die besseren Familien der Stadt zu glatt verputzten Wänden und Terrakottafliessen gewechselt, und die Firma, der die Fläche bei uns zu klein wurde, zog in die Vorstadt, wo sie irgendwann verschwand.

Geblieben ist also wenig - bei mir im Dachstuhl steht aber noch diese Kiste hier, mit sauber verpackten, groben Tapeten aus dem späten 70ern, grüngrauweisslich und fasrig, keine Ahnung, warum die hier vergessen wurden. Aber so ist das nun mal in grossen alten Häusern - man denkt, vielleicht braucht man es nochmal, man hat da oben ja auch den nötigen Platz, also wird es dort eingelagert und vergessen, bis jemand dazu eine Geschichte erzählt und man sich wieder daran erinnert. Und wer weiss, vielleicht in 70 Jahren, wenn ich schon lange tot bin, vielleicht wird die verstaubte Kiste von jemandem gefunden, der sein Glück nicht fassen kann, originale Tapeten aus der Zeit der Revolte, und sein Zimmer damit tapezieren wird, und alle Frauen werden zu ihm kommen und ihn für seine Stilsicherheit bewundern.
Von dem Geschäft blieb nichts übrig ausser einem hässlichen Vordach, unter dem früher die Teppichbodenrollen gelagert waren - in den typischen Farben der 70er jahre, die sich bei uns bleiern bis in die Mitte der 80er Jahre hinzogen. Heute würde man das vielleicht schon wieder schick finden; es kann gut sein, dass manches der damaligen Kitschdesigns in Buddhismus-Orange und Signalgrün heute wieder für kurzlebige Designeinrichter in Berlin Mitte produziert wird. Aber schon Ende der 70er Jahre waren die besseren Familien der Stadt zu glatt verputzten Wänden und Terrakottafliessen gewechselt, und die Firma, der die Fläche bei uns zu klein wurde, zog in die Vorstadt, wo sie irgendwann verschwand.

Geblieben ist also wenig - bei mir im Dachstuhl steht aber noch diese Kiste hier, mit sauber verpackten, groben Tapeten aus dem späten 70ern, grüngrauweisslich und fasrig, keine Ahnung, warum die hier vergessen wurden. Aber so ist das nun mal in grossen alten Häusern - man denkt, vielleicht braucht man es nochmal, man hat da oben ja auch den nötigen Platz, also wird es dort eingelagert und vergessen, bis jemand dazu eine Geschichte erzählt und man sich wieder daran erinnert. Und wer weiss, vielleicht in 70 Jahren, wenn ich schon lange tot bin, vielleicht wird die verstaubte Kiste von jemandem gefunden, der sein Glück nicht fassen kann, originale Tapeten aus der Zeit der Revolte, und sein Zimmer damit tapezieren wird, und alle Frauen werden zu ihm kommen und ihn für seine Stilsicherheit bewundern.
donalphons, 15:25h
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Den Gerhard hassen
oder nicht hassen, das ist hier (und auch bei mir ab und zu) die Frage. In der Regel reicht ein Blick in den Merkelschen Gesichtsersatzhautsack, um die Frage per Vergleich zu beantworten.
donalphons, 03:44h
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