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Dienstag, 12. Mai 2009
5750 Euro
Kann man für diese vergleichsweise kleine Summe - sie entspricht der Teilnahmegebühr an der Mille Miglia - ein zeitgenössisches Fahrzeug erwerben, über den TÜV bringen, nach Italien bis nach Rom fahren und zurückkommen?
Ja, es geht. Wenn man noch die ein oder andere Barchetta rumstehen hat. Das Auto bringt man derweilen über den TÜV, mit Hilfe der Leute, die letzte Woche keine Zeit und viele Ausreden hatten, und nun auch noch von einer Erkrankung ausgebremst wurden.
Was also nicht geht ist, die Strecke mit dem Sunbeam zu fahren, der vermutlich drei Tage nach dem Ende der Mille Miglia fertig sein wird. Das ist absolut nicht so gelaufen, wie es mir gefallen hätte, das ist extrem ärgerlich, nicht wegen des Geldes, sondern wegen der dummen Umstände und der Unfähigkeit der anderen Seite, 9 Tage effektiv zu nutzen. 9 Tage ist eine Menge Zeit, aber - gut. Es ist nicht zu ändern, der Wagen bleibt in Frankfurt, ich habe die Nummer und kann aus Italien tägliche Berichte einfordern und Druck machen. Nochmal 9 Tage. Eine Menge Zeit. Und dann?

Für all die abgeschlossenen Vorbereitungen ist es zu spät. Rennoverall? Sinnlos, danach wird um den See geschaukelt. Plakette von der Rheinlandfahrt auf dem Nürburgring Anno 54, Pilotenuhr, Zorkikamera, Helm? Hier wird nicht mehr gerast. Mechanikertasche? Wozu, bleibt alles im Umkreis von ein paar Kilometern, mit der angeblich höchsten Jaguar- und Bentleydichte Deutschlands, wo jeder Mechaniker sowas in der Garage hat. Im Juli dann die volle Packung, Ennstalklassik und Silvrettaklassik innerhalb von zwei Wochen. Und ein Jahr, ein verdammtes Jahr auf die Mille Miglia warten.
Oh, klar, es sind Luxussorgen. Andere müssen in Berlin ihren Hintern und den ihrer Follower an die Parteien verkaufen. Es gibt Schlimmeres, als mit der Barchetta nach Rom und danach noch eine Woche mit dem Sunbeam nach Südtirol zu fahren. Ich könnte Pest bekommen, beispielsweise. Das ist sicher unangenehmer, als jeden Kilometer auf dem Weg nach Rom daran zu denken, was auch hätte sein können.
Ja, es geht. Wenn man noch die ein oder andere Barchetta rumstehen hat. Das Auto bringt man derweilen über den TÜV, mit Hilfe der Leute, die letzte Woche keine Zeit und viele Ausreden hatten, und nun auch noch von einer Erkrankung ausgebremst wurden.
Was also nicht geht ist, die Strecke mit dem Sunbeam zu fahren, der vermutlich drei Tage nach dem Ende der Mille Miglia fertig sein wird. Das ist absolut nicht so gelaufen, wie es mir gefallen hätte, das ist extrem ärgerlich, nicht wegen des Geldes, sondern wegen der dummen Umstände und der Unfähigkeit der anderen Seite, 9 Tage effektiv zu nutzen. 9 Tage ist eine Menge Zeit, aber - gut. Es ist nicht zu ändern, der Wagen bleibt in Frankfurt, ich habe die Nummer und kann aus Italien tägliche Berichte einfordern und Druck machen. Nochmal 9 Tage. Eine Menge Zeit. Und dann?

Für all die abgeschlossenen Vorbereitungen ist es zu spät. Rennoverall? Sinnlos, danach wird um den See geschaukelt. Plakette von der Rheinlandfahrt auf dem Nürburgring Anno 54, Pilotenuhr, Zorkikamera, Helm? Hier wird nicht mehr gerast. Mechanikertasche? Wozu, bleibt alles im Umkreis von ein paar Kilometern, mit der angeblich höchsten Jaguar- und Bentleydichte Deutschlands, wo jeder Mechaniker sowas in der Garage hat. Im Juli dann die volle Packung, Ennstalklassik und Silvrettaklassik innerhalb von zwei Wochen. Und ein Jahr, ein verdammtes Jahr auf die Mille Miglia warten.
Oh, klar, es sind Luxussorgen. Andere müssen in Berlin ihren Hintern und den ihrer Follower an die Parteien verkaufen. Es gibt Schlimmeres, als mit der Barchetta nach Rom und danach noch eine Woche mit dem Sunbeam nach Südtirol zu fahren. Ich könnte Pest bekommen, beispielsweise. Das ist sicher unangenehmer, als jeden Kilometer auf dem Weg nach Rom daran zu denken, was auch hätte sein können.
donalphons, 01:23h
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Es gibt keinen Schaden,
wo nicht ein Nutzen dabei ist, sagte meine Grossmutter immer, und hatte damit natürlich wie immer recht. Und nachdem ich keine Glotze habe und bei medialen TV-Beobachtern meistnicht mal Mitleid ob deren verkümmerter Lebensinhalte empfinde, habe ich auch nichts gegen Promis und das ganze dazugehörende Pack.
donalphons, 19:11h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 11. Mai 2009
Accessoires für das Luxusproblem
Wir haben den Wagen gesucht, nach langen Debatten und Vergleichen zuerst den Typ festgemacht und dann aus drei Alternativen - schwarz, gold, zweifargig grün - den Letzten genommen. Weil er grün war, weil er nahe bei London stand und der Verkäufer den besten Eindruck machte. Wir haben den Wagen überführt und wieder zum glänzen gebracht, und dann dem Schrauber für den TÜV und das Öl und den Check die Schlüssel gegeben, im Glauben, damit - und mit einem Tausender - wäre das Problem gelöst.
Leider hatte der Schrauber aber genau in jener Woche ein Zeitproblem. Womit der Wagen zwar heute einen Termin zur Abnahme hat, aber vollkommen unklar ist, ob ich tatsächlich morgen damit Richtung Süden starten kann. Tendenziell glaube ich, dass ich diesmal aber erneut mit einem Cabrio auf die Mille Miglia fahren muss, was eigentlich gar nicht so schlecht ist, wenn es mein einziges Problem wäre.
Trotzdem ist das Gefühl, die Wette auf diese Art zu verlieren, nicht eben angenehm. Und trotzdem geht es weiter für den letzten Rest Hoffnung, und wenn man schon nichts tum kann, kann man wenigstens auf dem Flohmarkt so einkaufen, als gäbe es noch realistische Chancen. Zum Beispiel eine Ledertasche aus den 50er Jahren für Werkzeug, um es unter dem Sitz zu verstauen. Zum Beispiel einen Lederriemen für den Motorhaubenverschluss, falls man die Haube zur besseren Kühlung leicht öffnen muss. Zum Beispiel aber auch Dinge, die perfekt zum Wagen passen, wenn es mal nicht so gut läuft:

Von links angefangen: Lichtenbergs fatalistische Aphorismen sind ein guter Zeitvertreib, wenn der Wagen liegen bleibt. Sollte man bei Sansepolchro genervt auf dem Abschleppwagen warten und eigentlich schon in Rom sein müssen, ist der Blick auf die Uhr sehr stilsicher, wenn die Hamilton Carlton, die immer im Wagen ist, über ein früher auch sehr exquisites Lederarmband in British Racing Green verfügt - man glaubt gar nicht, was Bänder mitunter kosten können, wenn man sie am falschen Ort kauft. Sollte dann der Kolben ordentlich gefressen haben, süendet die kleine Leseapotheke aus dem Hause Hyperion Trost und Erleichterung. Mit einem ebenso in Leder gebundenen Taschenwörterbuch Englisch-Italienisch von 1963 lässt sich dann einen Bleibe für die Nacht und der Weg zum Bahnhof finden, wenn man es nicht mit dem originalverpackten Schraubenschlüssel geschafft das, die Gurke wieder zum Laufen zu bringen.
Das alles ist viel Spass auf dem Markt für sehr wenig Geld, es sind die Dinge, die man immer dabei haben sollte und die hoffentlich in vielen Jahrzehnten dem nächsten Besitzer gefallen werden. Den Abend eventueller Niederlagen kann ich ihm aber auch versüssen:

Denn da hatte jemand für das Handschuhfach ladenneue Bridgekarten, oder besser Rommeekarten in unseren Breitengraden, vom bekannten Hause Fournier im Angebot, in einer ganz wunderbaren Verpackung aus goldgerändertem Karton, mutmasslich aus den 60er Jahren. So kann man stilvoll verlieren, sei es nun beim Spiel oder bei einer Wette, die Mille Miglia mit einem zeitgenössischen Wagen zu begleiten, wenn "Abwarten und Tee trinken" eine ganz neue und abgründige Bedeutung bekommt.
However: Der schlimmste Fall ist die Fahrt in der Barchetta. Es gibt sehr, sehr viel Schlimmeres, und ausserdem können wir dann auch den Jaufenpass, Meran und den ein oder anderen Ort in der Toskana mitnehmen. Während der Mille Miglia soll das Wetter übrigens auch dieses Jahr wieder scheusslich sein.
Leider hatte der Schrauber aber genau in jener Woche ein Zeitproblem. Womit der Wagen zwar heute einen Termin zur Abnahme hat, aber vollkommen unklar ist, ob ich tatsächlich morgen damit Richtung Süden starten kann. Tendenziell glaube ich, dass ich diesmal aber erneut mit einem Cabrio auf die Mille Miglia fahren muss, was eigentlich gar nicht so schlecht ist, wenn es mein einziges Problem wäre.
Trotzdem ist das Gefühl, die Wette auf diese Art zu verlieren, nicht eben angenehm. Und trotzdem geht es weiter für den letzten Rest Hoffnung, und wenn man schon nichts tum kann, kann man wenigstens auf dem Flohmarkt so einkaufen, als gäbe es noch realistische Chancen. Zum Beispiel eine Ledertasche aus den 50er Jahren für Werkzeug, um es unter dem Sitz zu verstauen. Zum Beispiel einen Lederriemen für den Motorhaubenverschluss, falls man die Haube zur besseren Kühlung leicht öffnen muss. Zum Beispiel aber auch Dinge, die perfekt zum Wagen passen, wenn es mal nicht so gut läuft:

Von links angefangen: Lichtenbergs fatalistische Aphorismen sind ein guter Zeitvertreib, wenn der Wagen liegen bleibt. Sollte man bei Sansepolchro genervt auf dem Abschleppwagen warten und eigentlich schon in Rom sein müssen, ist der Blick auf die Uhr sehr stilsicher, wenn die Hamilton Carlton, die immer im Wagen ist, über ein früher auch sehr exquisites Lederarmband in British Racing Green verfügt - man glaubt gar nicht, was Bänder mitunter kosten können, wenn man sie am falschen Ort kauft. Sollte dann der Kolben ordentlich gefressen haben, süendet die kleine Leseapotheke aus dem Hause Hyperion Trost und Erleichterung. Mit einem ebenso in Leder gebundenen Taschenwörterbuch Englisch-Italienisch von 1963 lässt sich dann einen Bleibe für die Nacht und der Weg zum Bahnhof finden, wenn man es nicht mit dem originalverpackten Schraubenschlüssel geschafft das, die Gurke wieder zum Laufen zu bringen.
Das alles ist viel Spass auf dem Markt für sehr wenig Geld, es sind die Dinge, die man immer dabei haben sollte und die hoffentlich in vielen Jahrzehnten dem nächsten Besitzer gefallen werden. Den Abend eventueller Niederlagen kann ich ihm aber auch versüssen:

Denn da hatte jemand für das Handschuhfach ladenneue Bridgekarten, oder besser Rommeekarten in unseren Breitengraden, vom bekannten Hause Fournier im Angebot, in einer ganz wunderbaren Verpackung aus goldgerändertem Karton, mutmasslich aus den 60er Jahren. So kann man stilvoll verlieren, sei es nun beim Spiel oder bei einer Wette, die Mille Miglia mit einem zeitgenössischen Wagen zu begleiten, wenn "Abwarten und Tee trinken" eine ganz neue und abgründige Bedeutung bekommt.
However: Der schlimmste Fall ist die Fahrt in der Barchetta. Es gibt sehr, sehr viel Schlimmeres, und ausserdem können wir dann auch den Jaufenpass, Meran und den ein oder anderen Ort in der Toskana mitnehmen. Während der Mille Miglia soll das Wetter übrigens auch dieses Jahr wieder scheusslich sein.
donalphons, 01:20h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 10. Mai 2009
Auszeit
Das einzige echte Thema hier ist der grosse Baum und die Frage, ob und wie man Hecken schneidet. Auch wünmscht man sich von mir einen packenden Bericht aus Italien, aber das mit der Wirtschaft ist nicht so wichtig. Ach so, und cier Wochen Urlaub müssen jetzt auch mal wieder sein, man kann nicht immer nur hier rumsitzen.

Es ist nicht wirklich das, was man als soziale Gerechtigkeit bezeichnen könnte, aber hier ist noch nichts zu merken. Hier geht immer alles seinen Gang, und alle in den Biergarten. Ich habe gestern einen grandiosen Biergarten entdeckt, ganz wunderbar, friedlich, warm und angenehm. In München gab es ein Gewitter, aber das kam nicht bis hier.

Es ist nicht wirklich das, was man als soziale Gerechtigkeit bezeichnen könnte, aber hier ist noch nichts zu merken. Hier geht immer alles seinen Gang, und alle in den Biergarten. Ich habe gestern einen grandiosen Biergarten entdeckt, ganz wunderbar, friedlich, warm und angenehm. In München gab es ein Gewitter, aber das kam nicht bis hier.
donalphons, 01:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 9. Mai 2009
Inzwischen am Tegernsee
Kühe unter Bäumen.

Berge und See vom Gipfel aus.

Zufriedene Menschen inmitten von Natur und Wiesen.

Ich zeige das eigentlich nur, um den Zugang zu hessischen Ereignissen zu versüssen, warne aber vor Augenkrebs - sowas würde man ja nicht mal in Bayern wählen.
Ausserdem fühlt sich das hier gleich doppelt so sicher an, wenn Fannie Mae - wir erinnern uns, amerikanische Hauskredite - 23 Milliarden Doller Verluste macht. Im letzten Quartal. Vor allem auf erstklassige Kredite, nicht subprime-Ramsch.
Und dann wurde auch noch der Stresstest amerikanischer Banken so weit schöngehandelt, dass die Ergebnisse nicht allzu schlimm sind. Aber meine Kühe und der See und die Berge und die Wiese, die sind wenigstens echt und nicht gelogen. Das ist doch schon mal was.

Berge und See vom Gipfel aus.

Zufriedene Menschen inmitten von Natur und Wiesen.

Ich zeige das eigentlich nur, um den Zugang zu hessischen Ereignissen zu versüssen, warne aber vor Augenkrebs - sowas würde man ja nicht mal in Bayern wählen.
Ausserdem fühlt sich das hier gleich doppelt so sicher an, wenn Fannie Mae - wir erinnern uns, amerikanische Hauskredite - 23 Milliarden Doller Verluste macht. Im letzten Quartal. Vor allem auf erstklassige Kredite, nicht subprime-Ramsch.
Und dann wurde auch noch der Stresstest amerikanischer Banken so weit schöngehandelt, dass die Ergebnisse nicht allzu schlimm sind. Aber meine Kühe und der See und die Berge und die Wiese, die sind wenigstens echt und nicht gelogen. Das ist doch schon mal was.
donalphons, 01:32h
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Manchmal kommt Bayern bei mir zu gut weg.
Heute in der FAZ vermutlich nicht. Vermutlich, weil es dabeium meine direkte Heimat geht.
donalphons, 15:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 7. Mai 2009
Nach dem Berg
Konferenzen am Tegernsee haben immer ihren eigenen Charme. Diesmal wird es ein anderes Hotel sein, aber das gleiche Thema. Ganz erstaunlich, wie man sich nun schon seit Jahren um die immer gleichen Punkte streiten kann, nur weil man hofft, dass irgendwann eine Änderung im Gesellschafterkreis doch noch eine Änderung zur Folge hat.
Im Prinzip gibt es drei Lösungsansätze. Die Minderheit will es radikal angehen, die Mehrheit ist zufrieden, und eine dritte, kleine Gruppe, weiss noch nicht so recht, wie sie sich verhalten soll. Nun ist es aber so, dass die radikale Gruppe von einer Person geführt wird, die gar nicht anwesend sein wird, aber ansonsten schon alles getan hat, um möglichst viele Stimmen auf ihre Seite zu ziehen. Das sind mir die Liebsten: Leute, die ihre Battalione in Schlachten schicken, bei denen sie nichts riskieren. Leute, die profitieren, ohne verantwortlich zu sein. Das macht es für mich immer ein wenig schwer, mich auf sie und ihre an sich nicht schlechten Argumente einzulassen. Man lässt sich nicht gerne verheizen, wenn andere nur gewinnen können.
Dabei sieht es in diesem Komplex noch reichlich gut aus. Keine Schrottimmobilien, keine Einkaufszenten im amerikanischen Mittelwesten, gute Ertragslage, ordentliches Wealth Management. Trotzdem werden sie auch diesmal mit Anwälten kommen, und schon vorher über Anfechtungen beraten haben, man wird sich nicht einigen können, und am Ende wird keiner zufrieden sein. Weiterer Streit ist unvermeidlich, aber das ist ja immer so. Schlimmer als viel Geld haben ist nur kein Geld haben.
Ich werde extra früh fahren. Dann kann ich vorher wenigstens nochmal auf den Berg.
Im Prinzip gibt es drei Lösungsansätze. Die Minderheit will es radikal angehen, die Mehrheit ist zufrieden, und eine dritte, kleine Gruppe, weiss noch nicht so recht, wie sie sich verhalten soll. Nun ist es aber so, dass die radikale Gruppe von einer Person geführt wird, die gar nicht anwesend sein wird, aber ansonsten schon alles getan hat, um möglichst viele Stimmen auf ihre Seite zu ziehen. Das sind mir die Liebsten: Leute, die ihre Battalione in Schlachten schicken, bei denen sie nichts riskieren. Leute, die profitieren, ohne verantwortlich zu sein. Das macht es für mich immer ein wenig schwer, mich auf sie und ihre an sich nicht schlechten Argumente einzulassen. Man lässt sich nicht gerne verheizen, wenn andere nur gewinnen können.
Dabei sieht es in diesem Komplex noch reichlich gut aus. Keine Schrottimmobilien, keine Einkaufszenten im amerikanischen Mittelwesten, gute Ertragslage, ordentliches Wealth Management. Trotzdem werden sie auch diesmal mit Anwälten kommen, und schon vorher über Anfechtungen beraten haben, man wird sich nicht einigen können, und am Ende wird keiner zufrieden sein. Weiterer Streit ist unvermeidlich, aber das ist ja immer so. Schlimmer als viel Geld haben ist nur kein Geld haben.
Ich werde extra früh fahren. Dann kann ich vorher wenigstens nochmal auf den Berg.
donalphons, 23:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 6. Mai 2009
Das machen nur die Beine von Dolores
Bei einer Suche nach alten Autokarten - aufgrund einer Wette mit mir selber bin ich gerade etwas knapp bei Kasse wie Graf Bobby - fand ich ein hübsches Stück aus den 50er Jahren, das ich sogleich bei der FAZ vorstellen musste.
donalphons, 17:36h
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Real Life 5.5.09 - Die faule Susi
Es dauert etwas, bis du verstehst, dass Iris gerade keine Lust hat zu hören, wie billig alte Autos in England sind. Iris hat auch keine Lust erinnert zu werden, wie teuer alte Autos in Deutschland werden können. Ihr eigenes Gefährt, das gerade das beste Abwrackprämienalter erreicht hat, verschlang gerade enorme Reparaturkosten, halb so hoch wie der Restwert. Und dafür ist die Zeit gerade auch nicht wirklich gut.
Besser ist die Zeit dagegen für die Partyplanung. Krise oder nicht, es wird brechend voll dieses Jahr. Hauseinweihungen, Hochzeiten, eine ganze Serie von 70. und 75. Geburtstagen ehemaliger "Führerkinder", Konzerte und Gartenfeste. Neben den spektakulären Ausfällen - eine Fraufrau hat sich von ihrem Anwesen getrennt und ist weggezogen, man spricht über Gründe - drängen sich manche, frei werdende Plätze zu sichern. Zu all dem hat auch der hiesige Weltkonzern gerade den 100. Geburtstag und lässt es krachen. Iris braucht etwas zum Anziehen. Du brauchst - und habe - dagegen ein Fluchtgefährt. Und so - hier Festsaal des Stadttheaters und Handtaschensorgen, dort Flüelapass und Motorbefürchtungen, redet ihr eine Weile aneinander vorbei, bis die Post kommt.

Es ist ja nicht so, dass du in letzter Zeit nicht genug poliert hast, bemerkt Iris spitz in Bezug auf deine von der Farbe an schwer zugänglichen Stellen immer noch leicht grünen Hände, aber du antwortest, dass du eben ein Mann der Arbeit seist, und reibst nebenbei etwas herum. Das, erklärst du, sei kein überflüssiges weiteres Silberservice und - trotz des günstigen Preises - auch keine Geldanlage, sondern schlicht und einfach Notwendigkeit. Schliesslich hättest du schon einen ledernen Picnickoffer, der auch als Tisch herhalten könnte, und den gilt es zu füllen mit allem, was man so braucht, wenn man, sagen wir mal, die besten Cafes zwischen München und Nizza aufsuchen will und feststellt, dass man die Torte nicht im Getrubel der Gaffer essen will, sondern irgendwo oberhalb der Küste. Da muss dann natürlich auch ein anständiges Service her, das den Standard bewahrt. So und nur so.
Eigentlich, meint Iris, ist die ganze Welt nichts anderes als eine sich drehende Kuchenplatte, wenn es nach dir ginge. Du solltest dein Auto so nennen, "Lazy Susan", wie diese drehbaren Platten, die man anstösst und einfach wartet, bis das passende Stück vorbeikommt. Das passt zu deiner Lebensauffassung.
Und so tauft Iris im Vorbeigehen den Sunbeam mit dem Namen einer stummen Dienerin, mit einer spitzen Bemerkung beendet sie Tage der vergeblichen Namensfindung, und sie hat recht, denn wenn das Leben schön ist, sitzt man einfach da und wartet auf Gelegenheiten, die man nicht vorbeigehen lässt. Man sitzt einfach da und ist zuversichtlich, dass alles gut wird. Man sitzt einfach da und weiss, die Welt wird es geschehen lassen. Dann kommt ihr überein, dass 2009 das Jahr des kompletten Heiratsboykotts wird, denn Heiraten ist wie eine Lazy Susan, die sich nicht mehr dreht: Man nimmt sich ein Stück, und dabei bleibt es dann, was immer auch noch an feinen Dingen auf der Platte kommen möchte.
Unten vor dem Haus schreibt eine Politesse das rote, wieder fahrbare Monster von Iris auf.
Besser ist die Zeit dagegen für die Partyplanung. Krise oder nicht, es wird brechend voll dieses Jahr. Hauseinweihungen, Hochzeiten, eine ganze Serie von 70. und 75. Geburtstagen ehemaliger "Führerkinder", Konzerte und Gartenfeste. Neben den spektakulären Ausfällen - eine Fraufrau hat sich von ihrem Anwesen getrennt und ist weggezogen, man spricht über Gründe - drängen sich manche, frei werdende Plätze zu sichern. Zu all dem hat auch der hiesige Weltkonzern gerade den 100. Geburtstag und lässt es krachen. Iris braucht etwas zum Anziehen. Du brauchst - und habe - dagegen ein Fluchtgefährt. Und so - hier Festsaal des Stadttheaters und Handtaschensorgen, dort Flüelapass und Motorbefürchtungen, redet ihr eine Weile aneinander vorbei, bis die Post kommt.

Es ist ja nicht so, dass du in letzter Zeit nicht genug poliert hast, bemerkt Iris spitz in Bezug auf deine von der Farbe an schwer zugänglichen Stellen immer noch leicht grünen Hände, aber du antwortest, dass du eben ein Mann der Arbeit seist, und reibst nebenbei etwas herum. Das, erklärst du, sei kein überflüssiges weiteres Silberservice und - trotz des günstigen Preises - auch keine Geldanlage, sondern schlicht und einfach Notwendigkeit. Schliesslich hättest du schon einen ledernen Picnickoffer, der auch als Tisch herhalten könnte, und den gilt es zu füllen mit allem, was man so braucht, wenn man, sagen wir mal, die besten Cafes zwischen München und Nizza aufsuchen will und feststellt, dass man die Torte nicht im Getrubel der Gaffer essen will, sondern irgendwo oberhalb der Küste. Da muss dann natürlich auch ein anständiges Service her, das den Standard bewahrt. So und nur so.
Eigentlich, meint Iris, ist die ganze Welt nichts anderes als eine sich drehende Kuchenplatte, wenn es nach dir ginge. Du solltest dein Auto so nennen, "Lazy Susan", wie diese drehbaren Platten, die man anstösst und einfach wartet, bis das passende Stück vorbeikommt. Das passt zu deiner Lebensauffassung.
Und so tauft Iris im Vorbeigehen den Sunbeam mit dem Namen einer stummen Dienerin, mit einer spitzen Bemerkung beendet sie Tage der vergeblichen Namensfindung, und sie hat recht, denn wenn das Leben schön ist, sitzt man einfach da und wartet auf Gelegenheiten, die man nicht vorbeigehen lässt. Man sitzt einfach da und ist zuversichtlich, dass alles gut wird. Man sitzt einfach da und weiss, die Welt wird es geschehen lassen. Dann kommt ihr überein, dass 2009 das Jahr des kompletten Heiratsboykotts wird, denn Heiraten ist wie eine Lazy Susan, die sich nicht mehr dreht: Man nimmt sich ein Stück, und dabei bleibt es dann, was immer auch noch an feinen Dingen auf der Platte kommen möchte.
Unten vor dem Haus schreibt eine Politesse das rote, wieder fahrbare Monster von Iris auf.
donalphons, 12:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 5. Mai 2009
Real Life 5.5.09 - Stresstest. Gerade.
Haifisch so: "Du weisst schon, dass Du für uns arbeitest?"
Du so: "Jaja, was steht an?"
Haifisch so: "Schau in Deine Mail."
Du so: "Oh."
Iris so: "Du weissr schon, dass wir uns nachher treffen?"
Du so: "Jaja, komme gleich."
Frau Mama so: "Kommst du auch an den Tegernsee? Das Wetter soll wunderbar werden."
Du so: ....
Du so: "Jaja, was steht an?"
Haifisch so: "Schau in Deine Mail."
Du so: "Oh."
Iris so: "Du weissr schon, dass wir uns nachher treffen?"
Du so: "Jaja, komme gleich."
Frau Mama so: "Kommst du auch an den Tegernsee? Das Wetter soll wunderbar werden."
Du so: ....
donalphons, 12:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 4. Mai 2009
Die Anderen
Um zwischen meinen bevorzugten Aufenthaltsorten zu pendeln, brauche ich ein Auto. Und um das notfalls auch mit drei Passagieren zu tun, brauche ich ein Zweitauto. Nachdem ich aber das Erstauto nicht zum Abholen des Zweitautos verwenden kann, muss ich auf andere Mittel zurückgreifen, und hier wiederum komme ich dann mit Keuten in Kontakt, die nicht zwingend an meinen bevorzugten Aufenthaltsorten anzutreffen sind, wie in der FAZ zu lesen ist.

Ansonsten: I-D Media ist insolvent. Doch noch insolvent. Mich würde ja schon interessieren, ob der Gründer Bernd Kolb noch Aktien hatte. 1 Milliarde war das Ding mal wert, wenn ich mich recht erinnere. Eine Wirtschaftskrise später ist es nur noch eine Fussnote.

Ansonsten: I-D Media ist insolvent. Doch noch insolvent. Mich würde ja schon interessieren, ob der Gründer Bernd Kolb noch Aktien hatte. 1 Milliarde war das Ding mal wert, wenn ich mich recht erinnere. Eine Wirtschaftskrise später ist es nur noch eine Fussnote.
donalphons, 17:57h
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