Mit Marx gegen Grenzen

Es gibt, historisch betrachtet, übrigens nur eine einzige Massenmigration, die eine Hochkultur weiter gefördert hat. Das ist die Einwanderung in die USA im vorletzten Jahrhundert. Die wird im Moment aber nicht gross ausgewalzt, weil sie zuerst einmal vom Sklavenimport profitierte - so eine Migration wünscht man niemandem. Dann profitierte sie von Migration ohne soziale Sicherheit. Wer kam, musste vom ersten Tag an für sich selbst sorgen oder krepieren. Das ist mit dem Sozialstaat heute nicht mehr vereinbar, sorgte aber für billige Arbeitskräfte und hohe Profite. Und dann war da noch jede Menge besiedeltes Land, dessen Bewohner ausgerottet wurden. Der ökonomische Erfolg der USA steht auf einem Leichenberg von schwarzen Sklaven, ausgebeuteten Europäern und dem Völkermord an den indigenen Ureinwohnern.



Ich bin aud dem Weg nach Isola, einem kleinen langobardischen Kloster zwischen Staggia und Siena aus dem elften Jahrhundert - reine langobardische Romanik. Ohne jeden Zweifel ein Beispiel dafür, wie nachantike Traditionen überlebt und den Migranten geholfen haben - man muss bedenken, die Langobarden haben sich zwar nach ihrer Invasion an die Spitze ihres Staates gestellt, aber die Strukturen darunter nicht angetastet. Daher existiert noch das Wissen über Säulen, Bögen und Kapitelle. Wegen der Antike. Nicht wegen der Langobarden.



Wer die Geschichte der Langobarden einmal gelesen hat - man kann sie als Buch von Paulus Diaconus erwerben - der weiss natürlich, dass der Weg zu diesen Klostermauern ein eher finsterer war und die Langobarden selbst viel dazu taten, dass sie letztlich von den Franken überflügelt wurden. Da wurde eben ein Rechtsstaat durch Clans ersetzt. Das sind so die historischen Geschichten, die gerade niemand erzählen will, weil sie nicht so schön sind und dennoch ziemlich vertraut klingen. Migration funktioniert oft so, dass die Zuwanderer die Strukturen, die ihnen nutzen, bestehen lassen, sich aber ansonsten nicht eben erbaulich aufführen. Wer wollte, könnte ebenso finstere wie schlüssig klingende, aber schräge Parallelen ziehen.



Dieses Nichtdarüberreden ist insofern seltsam, als die Archäologie viele Beispiele für Migration kennt -man darf nicht übersehen, dass moderne Grenzen nach unseren Vorstellungen und die Staatsbürgerschaft in der Folge eine Erfindung des vorletzten Jahrhunderdts sind. Historiker wissen, wie das früher war, und vor allem, wie lange die Ethnogenese dauerte. Drei Generationen sind da - und bitte, meist unter einem enorm hohen Anpassungsdruck durch äussere Feinde und innere Regeln - vollkommen normal. Schneller geht es eigentlich nur bei Zwangsmassnahmen wie Ausrottung. Es tut mir Leid, das so schreiben zu müssen, aber das ist nun mal so nach unseren westlichen Wissenschaften gewesen. Es dauert sehr, sehr lang. Die Befunde sind oft nicht schön, und die Ergebnisse wirken selbst dann ärmlich, wenn die Geschichte davor gross war.



Nur Kommunisten sehen das anders. Die glauben nach Marx an den historischen Materialismus und daran, dass Völkerwanderungen eine Überwindung von Strukturen darstellen, die dem Weg zum Kommunismus im Weg stehen. Aus Sicht des linken Extremismus muss es wirklich "Refugees welcome" heissen, weil das den Weg zur Weltrevolution ebnet. "Wir können Grenzen nicht verteidigen" ist eine zutiefst marxistische Sicht der Dinge. Schön länger bin ich der Meinung, dass Angela Merkel des schärfste Schwert des Politbüros nach seiner Invasion des Westens ist.

Darüber müsste man mal schreiben. aber ich bin in Italien und kann, ich habe nachgerechnet, im schlimmsten Fall hierher ziehen.

Dienstag, 13. Oktober 2015, 19:36, von donalphons | |comment

 
(top beobachtet, jedes wort wahr. wobei merkels verhalten sich am ende sogar nach art paralleler graden, die sich im unendlichen schneiden (oder früher), sich evtl. sogar mit us-unilateralismus-bestrebungen träfe, an diese annäherte. und dann ginge es eben um ein mehr oder minder kluges und widerstandsloses aufgehen in einer globale us-definierten weltgesellschaft. welche natürlich nicht marxistisch zu sein verspräche? (*g*)

die aber wieder wäre wie oben bereits skizziert: jeder neuankömmling muß für sich selbst sorgen. ja, aus europäischer sicht mehr noch, jeder muß quasi für immer für sich selbst sorgen, denn rücklagen, die gebildet wurden, werden ungefähr nie wieder angefasst, gebildetes kapital ist heilig. bezahlt werden alte, kranke usw. immer nur aus den gegenwärtigen profiten heutiger tätigkeit. (!) (und kämen sie aus zukünftigen eroberungen?)

alles andere würde ja bedeuten, das schneeballsystem selbst wäre in gefahr.

vermutlich auch weil herr don genau das gegenteil lebt - freiheit bedeutet auch die freiheit bedenkenlos und glücklich unter öffentlichem verzehr eigenener kapitalien leben zu dürfen - und in persona so verkörperte, darum wäre er den europäern so nah? und manchen unbewussten ideologen so suspekt?

niemand sitzt mit amerika in einem boot.)

(die faz hatte ja das thema auch, wobei es zeitgeistmässig gar eine inzwischen unbewusst angelsächsische französin wäre, die so sprach: http://tinyurl.com/ph7p366 - in einem klassisch-europäisch funktionierenden staat muß das aber nicht so sein. da bringt sinnvolle kooperation auch schon mal die menschen weiter, rücksichtnahme auf wechselseitigen vorteil. auch dies herr don vorbildlich, wir alle danken!)

(wobei immer mehr amerikaner steigen selber auch aus dem "falschsystem obama, öttinger, gauck" - vor die wahl gestellt teuer im eigenen camper in den süden zu ziehen, oder ökologisch und preiswert mit und im eigenen toyota prius - zieht SIE http://tinyurl.com/q3n7rbo den prius vor. in arizona, wo es nicht regnet, lebt sie eh tagsüber außerhalb, an der frischen luft. scheint ein megatrend zu sein - und läßt sich das negativ-ettiket "regression" nicht zuweisen, ist, will, bleibt "entfaltung, nur anders". kauft eben auch keine "timesharing-modelle" mehr - die freiheit sogar auch dies nicht mehr zu wollen stellte ggfls. in der tat eine sehr große gefahr da, "für manche geschäftmodelle mit abhängigen"?)

(wobei "outside our bubble" - https://www.youtube.com/watch?v=FcG3ua5oY2g zeigt - auf unsere eindrücke europäischer verhältnisse übertragen - u.e.n. eines genau: z.b. die franzosen, die ohne viel aufhebens (gemeint: eher schweigsam) ihre erwerbsbiographie "staatsnah", sagen wir als erfolgreiche angestellte eines akw oder rüstungsentwicklers zurückgelegt haben, werden dafür mit - so der eindruck - zu recht überdurchschnittlichen pensionen/alterseinkünften belohnt. und zeigen das auch im ruhestand (in dem sie in europa oder afrika mit gradsolchen wohnmobilschiffen unterwegs wären, wie die amerikaner es in den usa tun, nett, nichts weiter, keine kritik! - alle shier im blog sind vollkommen frei von jedem sozialneid): a. die wohnmobil-klasse im sechstelligen bereich zeigt es an, und b. die im leben zwecks thesaurierung erworbene "sprachliche hemmung" (?) wird auch im alter (unbewußt?) weiter durchgehalten. ("geht ja auch keinen etwas an, wo ich das her habe und wie") - aber die wünsche der menschen nach biographie verändern sich gerade anscheinend ziemlich massiv, nicht?)

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Geschichte wiederholt sich nicht
Houellebecqs Blick in die frz. Zukunft ist erhellender.

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Auch von der Abbadia Isola aus lief ich einst einen Weg nach Monteriggioni, der auf Teilen der Via Francigena verläuft:

Am Kloster entlang den Berg hinauf, bis die Teerstraße zu einem weißen Schotterweg wird, der rechts und links von Mauern eingesäumt ist. Den laufe man entlang, rechts und links sind Villen und Olivenhaine. Generell Richtung Süden. Dann der Übergang in den Wald, bis man zu einer Lichtung kommt an der ein Haus steht - dort sind wohl im Krieg Widerstandskämpfer hingerichtet worden. Man könnte dem Weg folgen, der sich nach einer Ostkurve wieder Richtung Norden wendet, oder schlägt sich auf Pfaden quer nach Osten durchs Tal, bis man sich von Südwesten her einem Bauernhof nähert - ein Agriturismo, bei dem ich mich an vielerlei Federvieh erinnere, u.a. riesige Hühner. Dem Weg durch den Hof durch folgen Richtung Nordosten bis zu einer T-Kreuzung, dort dann nach Norden weitergehen. Man könnte jetzt der Straße folgen und käme an der (zumindest im Sommer viel befahrenen) Landstraße an, die zu Monteriggioni führt, schöner ist es aber, sich Richtung Norden/Norosten auf Pfaden durch den Wald und einige Felder zu schlagen um dann vom Borgo Gallinaio aus Richtung Moneriggioni zu laufen.Monteriggioni verlässt man nach der Rast durch das Nordwest-Tor über die steile Pflasterstraße und geht dann ca. 100 m die Landstraße nach Süden um dem im Westen von Monteriggioni liegenden Bauernhof zu erreichen - von dort aus kann man sich quer durch die Felder wieder zum Kloster durchschlagen, oder man sucht einen Pfad durch das Wäldchen, der einen dann am Feldrand entlang führt.
Ein mit ca. 4-4,5h bei gemütlicher Gangart nicht zu kurzer Spaziergang. Mit dem Rad natürlich viel schneller zu schaffen, obwohl ich bei Rennrädern wegen der oft steinigen Pisten Bedenken hätte.

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(evtl. zeigt herrn dons post, dass sich die geschichte eben doch wiederholte? jedenfalls entlang mythisch-magischer muster, wenn auch nicht mit denselben/gleichen werkzeugen? ob der erprsser nun eine armbrust benutzte, ein maschinengewehr oder einen trojaner, wo wäre das neue?

neu heute wäre evtl. einmal mehr die weiterhin erforderliche durchsetzung der freiheit der jungen männer, ganz sie selbst zu sein, zu glück und vorteil des lebens.

gesund und normal, grad wie vor jahrzehntausenden schon in der svanne, wo der junge man auszog, auf die jagd zu gehen, abenteuer zu erleben, sich selbst und die welt zu erfahren und zu bewältigen. und irgendwann an oder in einem karst eine höhle fand, die sich etwas einrichtete, schutz vor regen oder nacht, pause und erschöpfung. tags drauf erste panik auslöste "wo kommst du jetz erst her, wo bist du gewesen? wir haben uns schon sorgen gemacht, konntest du das nicht bedenken?" darauf aber - instinktklugheit! nicht mit der wahrheit anwortete, sondern ausweichend.

und einiges später sein/ein (erstes) mädchen da mit hinnahm, die es gut da fand (!) "nur noch etwas von weiblicher hand doch noch verbesserungsfähig". und dann da evtl. auch mutter wurde, eine neue tradition begründete, "quasi unkontrolliert und fern der heimat".

und weil die welt so überaus bevölkert wäre, liefe das heute "teils verstärkt nach innen ab" - und stellte aber deswegen trotzdem und überhaupt nicht, in keinster weise eine regression dar - wie wohl uns kontrollwürtige (pseudo-) emanzen (vermutlich auch heute wieder, im grunde matronenhafte, kaum 20 jahre älter als der junge mann - also heute ungefähr mitte 40+, *g*)- das wohl so, als regression und neurotische weltflucht, darstellen wollten und (angstbesetzt und unfrei) für sich selber so müssten. (der junge mann soll und muß aber etwas anderes.)

und weil sich, was das anginge, nichts änderte, "emanzipation" bei leider allzuvielen frauen mehr ettikett wäre - denn "als durchbruch zum selbst" (!)?

nein, nein, die freiheit der jungen männer, "quasi aus dem nichts" durch zusammenfügen und neu ausdenken" neue, anfängliche werte zu schaffen, sie gilt es zu schützen und zu bewahren.

https://www.youtube.com/watch?v=4XgoVP1ktY0 (im grunde süß, wie er das macht - denn er stellt eine quasi ausgewogene mischung über alle normalbedürfnisse her. schlafen, essen, ruhen, sitzen, faulenzen, unterhalten werden. andere bauen halt nur jede menge technik, elektronik ein, "aber der rest fehlte eben halt" - im internet ists gut zu sehen.)

(google "stealth camper" - noch so ein megatrand, bislang wohl eher unbeobachtet - junge männer gehen eben auch weiterhin auf reisen. alles daran ist gut, nichts "verachtenswerte, typische -männer-minderpsychologie"!

und weil die geometrischen flächen der welt so voll zu sein scheinen, gehts eben "mehr nach innen"? na und? "besser, als dass gar nichts entstünde". )

(und klar sehen die jungen damen vor allem immer die grundsätzlichen fähigkeiten an sich, und auch, wie man die über jahrzehnte für sich und alle welt nutzbringend weiterverwenden könnte - "heute ein campervan - in 15 jahren unser erstes/ein weiteres haus". denn dass der junge man vermögenlos wäre, wer hätte das gesagt, evtl. wäre der auch nur vermögensschonend, klug sparsam, da wo es nicht so drauf ankäme? frau würde es rausfinden, sicher - das vor allem, *g*.

klar, männer können nichts, männer sind doof, ganz besonders wenn ohne frau.)

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Hübsches Stück Geschichte, Don. Ich frage mich ja seit längerem, ob es wohl noch aktive Politiker gibt, die überhaupt wissen, dass Geschichte existiert? Und dass man tatsächlich wiederkehrende Muster erkennen kann?

Gruss,
Thorstren Haupts

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"Marxistische" Geschichte
Auch Merkel mußte Geschichte studieren, die marxistisch-leninistische teleologische (auf ein Ziel bezogene) Geschichtsbetrachtung. Als Christin hatte sie damit keine Probleme, da ja auch das Christentum auf das Jüngste Gericht zielt. Ihre Leistungen waren nicht besonders gut, aber wegen ihrer gesellschaftlich nützlichen Arbeit als FDJ-Funktionärin war ihr Doktortitel nicht in Gefahr.

Aber wer ist den hier noch ML- und bibelfest? Ich übrigens nicht. Ich glaube, daß uralte Ideologien sich nicht wiederbeleben lassen und stumpfe Waffen im Kampf gegen die Extremisten auf der linken und rechten Seite sind.

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sicherlich ist das alles hochpolitisch - denn man sieht sehr genau, dass mehr oder minder alle überall anscheinend dasselbe wollen - zivilisert und jenseits von kosten für armeen und nationen!

die frage sozusagen die: was wären uns heute noch bundeswehr, gauck und grenzschutz (sowie von der leyen, bundeswehr und us-army) gegen freiheit, kenntnis, teilhabe, gchq und alle gemeinsamkeiten des allgm. internet? was wären sie noch, als anscheinend leider noch unnütz gegen ihren eigenen untergang krampfhaft kämpfende, teuer kostende dinosaurier? (vor allem wollen, müssen "die idioten" anscheinend noch ankämpfen, gegen ihren "untergang" und die vom netz längst festgestellte weitgehende überflüssigkeit ihrer bisherigen ämter und aufgaben - dabei ist aber aber lediglich veränderung (!).)

dialektik ist das alles, sicherlich. also immer zwischen zwei, eben nicht in eins zusammenfallenden orten verspannt:

"Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan." etc. „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen.“

ohne kenntnis der seele keine freiheit.

(man beachte evtl. die location, das ist ungefähr wie überall: https://www.youtube.com/watch?v=r9GFnmkHOHU&feature=youtu.be versuchsweiser nestbau? wie schön!)
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So negativ wie der Autor würd ich übers C-Abendland nicht denken.
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Ewig hätten die Römer so nicht weiterwurschteln können.
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Gar keine Völkerwanderung war auch keine Lösung.

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Einspruch euer Ehren, erst mal kunsthistorisch: „Langobardische Romanik“ – das kann nur jemand schreiben der in München Kunstgeschichte studiert hat. Wenn ich mich recht erinnere, ist das Kloster aus dem frühen 11. die Kirche aus dem mittleren oder späten 11. Jahrhundert. Da waren die „Langobarden“ schon seit 300 Jahren fränkisch dominiert und längst aufgegangen in den jeweiligen Ethnien. (Zur Bausubstanz kann mich meine Erinnerung täuschen – ist Jahre her dass ich da war. Jedenfalls eher burgundisch als auch nur südfranzösisch – mit den Langobarden hat das jedenfalls nix zu tun. Zum Austausch von (nicht nur) Bauformen im (nicht nur) Mittelalter empfehle ich übrigens die Doktorarbeit von Claudia Caesar: „Der Wanderkünstler“. Räumt heftig mit einigen Mythen auf.)

Man sollte auch gewaltsame Eroberung und Migration nicht gleichsetzen – sonst wird der ganze Vergleich absurd. Denn die Langobarden migrierten nicht in Massen in einen bestehenden Staat ein, sondern erobernd in ein Machtvakuum (Ostgoten weg, Ostrom nicht wirklich da), so wie die Franken das auch getan haben – und die waren bekanntlich sehr erfolgreich, ebenso wie die Muslime welche für die Spanier kulturell ein Segen waren, denn die Westgoten brachten zivilisatorisch noch weniger zustande als die Preussen.

Wenn man aber Eroberung und Migration sauber trennt, wird es schwer – haben die Juden Deutschland und Polen gar nichts gebracht? Die Griechen, die aus Byzanz flohen, Italien nichts? Die Hugenotten? Die Banatschwaben? Die Ost-Flüchtlinge?

Und irgendwie war mir so, dass da einmal ein ganz langer Zaun durch Europa lief – erbaut von – warten Sie – von Marxisten.
Die Grenzen auflösen und überall Geld verdienen, das war doch eigentlich seit jeher das Credo des Kapitalismus.

Marx und die Völkerwanderung – an besonders lange Passagen kann ich mich da nicht erinnern.

Aber Sie haben in einem Recht, Don. Das ganze braucht Zeit und wird einen Haufen Probleme verursachen.

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Ich will meinerseits nicht auch Einspruch rufen - aber der Zusammenbruch des Römischen Reiches zwischen 400 und 480 nach Christus war immer ein Wechselspiel zwischen Migration und Eroberung. Aus Migranten konnten jederzeit Eroberer werden und vice versa. Ich wüsste nicht, was sie heute daran hindern sollte.

Die Verachtung Preussens ausgerechnet hinsichtlich "Zivilisation" ist noch ein wenig seltsamer - das war in mehr als einer Hinsicht der fortschrittlichste kontinentaleuropäische Staat in der Phase des aufgeklärten Absolutismus. Es verlor diese Stellung erst weit nach dem Erfolg der französischen Revolution mit dem Sieg über Napoleon.

Zu den Muslimen in Spanien mag ich mich schon gar nicht mehr äussern, dieser Mythos ist wohl nicht mehr totzukriegen. Sagen wir so - wenn Archtitektur ein hinreichender Beweis für Zivilisation ist, waren die Mauren sehr zivilisiert. Ungefähr genauso zivilisiert wie die Azteken in Mittelamerika.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Christentum:
Die ersten Christen dürften - wie alle Neubekehrten in einer als feindlich wahrgenommenen Umgebung - echte, totalitäre Ekel gewesen sein. Leider ist den römischen Kaisern, die über Jahrhunderte einen lobenswert entspannten Umgang mit nichttotalitären Religonen pflegten, die rechtzeitige Ausmerzung dieses Weltunglückes genauso misslungen, wie den jüdischen Stämmen der arabischen Halbinsel die rechtzeitige Ausschaltung des Islam.

Gruss,
Thorsten Haupts

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@ th

Einspruch abgewiesen: als die Langobarden nach Italien kamen war Westrom de Facto schon hundert Jahre Geschichte, und die Langobarden waren keines der Völker die vorher groß im Reich gesiedelt haben. Insofern bleibe ich dabei, dass dieses Beispiel hinkt.

Zu Preussen haben Sie natürlich recht. Das ist nur ein Stöckchen das ich gerne hinhalte. (Obwohl, wenn man genau hinguckt und zwischen den "Preussen" und den "Brandenburgern" unterscheidet - kicher).

Zu den Mauren, selbst : Wir haben aus der Westgotischen Zeit Spaniens, (immerhin ca. 200 Jahre), 32 Buchtitel die auf uns überkommen sind (die meisten übrigens durch die Mauren). Die Bibliothek Al-Hakam II (also knapp 160 Jahre nach der Eroberung) hatte um die 500 000 Bücher und wir kennen mehr als 60 000 der Buchtitel - wenn auch die meisten der Bücher selbst nicht mehr. Wenn auch die Mär von der Toleranz der Mauren so nicht stimmt - im Vergleich zu den Westgoten waren sie kulturell ein Gewinn für Spanien. (Das wäre aber vermutlich auch eine Invsion von McKinsey-Beratern gewesen - und das will was heißen.)

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Bitter und richtig den Blick auf die Loser der Geschichte zu richten.
Ob in USA oder im Dax, der Blick richtet sich von selbst auf die aktuell noch Anwesenden.
Wir, die wir jetzt leben, sind Erfolgsmodelle. Endlos viele Familien sind ausgestorben. Selbst Herrscher-Geschlechter sind verschwunden.
Doch sollte der Blick auf die nicht Erfolgreichen die Erfolgsgeschichte von Columbia mit "give me your poor huddled masses" und der weißen Stadt auf dem Berg nicht verdecken.

Die Regeln der Amerikaner minimal abgemildert zu übernehmen, könnte unseren Staat noch retten.

Die Einführung einer Wehrpflicht für Männlein und Weiblein, alternativ Dienstpflicht in den Asylantenheimen wie sie ein BT-Ausschuß-CEO Eckhardt Rehberg fordert, kann den Untergang nur beschleunigen.

zu backtothefuture: die ersten McFlys kamen aus Irland nach USA. Seamus McFly hatte seltsame Hüte und keinern Colt. Als Farmer legte er den Grundstein...
Millionen Einwanderen ging es in den US schlecht, ging es dreckig. Aber weniger dreckig als in Irland zu verhungern oder Hessen, wo sie (Wehr)-dienst im Ausland leisten mussten, wie heute Koreaner

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Ganz unbesprochen..
.. und verdraengt ist das Thema nicht. Ein FAZ Kollege behauptet, dass eine bessere Willkommenskultur das roemische Imperium gerettet haette:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-voelkerwanderung-ein-begriff-macht-karriere-13874687.html

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("der tiefste traum" - auch sloterdijk versucht - im grunde macht er sich seinen ruf kaputt durch dieses übermaß an helfersyndrom, mit dem er viel zu dicht an der gegenwart wäre, auch zu schnell publizierte, denn es läse ihn eh keiner, noch weniger wäre bereitschaft vorhanden, ihn zur kenntnis zu nehmen - und anders zu handeln (!), also geschichte anders zu gestalten, "als durch treibenlassen entlang der leicht zu habenden geraden der vergreisung" - auch sloterdijk versucht mit händen und füßen etwas aufzuhalten - bislang entscheinend ungefähr vergeblich:

"Diese Epoche kannte nie ein Prinzip Hoffnung, sondern immer nur ein Prinzip Sofort, das sich aus zwei kooperierenden Größen zusammensetzte, dem Prinzip Ungeduld und dem Prinzip Gratis. Diese Prinzipien werden leitende Motive: Es geht von jetzt an immer darum, zu arbeiten, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Man ist zum letzten Mal geduldig, um endlich, nach dem großen Fund, nie mehr geduldig sein zu müssen.

Der tiefste Traum Europas ist die Arbeitslosigkeit, die aus dem materiellen Wohlstand entspringt. (1)

Sloterdijk demonstriert, dass solcher Traum nur gelingt, wenn er sich auf einen »universellen Schatz« stützen kann: den gesamten Erdball und dessen uneingeschränkte Ausbeutung." http://petersloterdijk.net/werk/was-geschah-im-20-jahrhundert/

"Hat man dar­über hinaus die Tatsache berücksichtigt, wonach Europa – in der Folge überflügelt von seiner amerikanischen Filial-Kultur – an so gut wie alle anderen ethnischen Ensembles bzw. »Kulturen« seine paradoxeste und am wenigsten analysierte Erbschaft weitergab – die irrlichternde Botschaft von der Überflüssigkeit eines Erbes?" http://petersloterdijk.net/werk/die-schrecklichen-kinder-der-neuzeit/

und außerdem hatte sloterdijk ja noch nie einen guten ruf, nicht? was sollte er da also schon kaputt machen, "dieser billige, halbgebildete, wichtigtuerische, narzisstisch-angeberische schmierer?"

1 - und wer einfach "frech und ungefragt" vormachen würde, was man insgeheim selber gerne sofort auch können würde, der müßte sich (vermutlich noch insgeheim) zumindest schon mal massiv mit vier-buchstaben-begriffen titulieren lassen, wenn nicht sogar schlimmeres drohte?)

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@flederhund: Das ist ungefähr genauso einseitig
und interessengeleitet, wie die Dekadenztheorie des römischen Niedergangs, die vorher lange Zeit das Geschichtsbild bestimmte. Und im Kern sogar axiomatisch falsch - die Römer gewährten Bürgerrechte als Eroberer und unumstrittene Herrscher, nicht als unter Waffendrohung zur Herausgabe von Land Gezwungene ohne Herrschaftsrechte über diese Gebiete. Der Herr Historiker hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Erobern ist aber leichter als dauerhaft beherrschen.
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Die Römer gewährten Bürgerrechte, um die besiegten Völker zu integrieren -- weil das ein geeigneter Weg war, sie vom Rebellieren abzuhalten.
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Somit ist unklar, wen man eigentlich meint, wenn man von "den Römern" spricht. Zu Cäsars Zeiten hatten "die Römer" mit der Urpopulation von Latium wohl nicht viel mehr zu tun als die heutigen Amerikaner mit den Passagieren der "Mayflower".
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Oder anders: Die Römer von damals waren die Barbaren vom Jahrhundert zuvor. Stimmt vielleicht nur relativ, weil die übrigen Mittelmeeranreiner so barbarisch allesamt nicht waren. Aber die heutigen Araber ja ebenfalls nicht.
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Ist halt die Frage, ob man die Zuversicht, den Großmut, den Optimismus aufbringt, Fremden offen zu begegnen. Oder ob man zuerst immer "Garantien" will und Forderungen stellen. Das ist ein gefährlicher Ansatz, weil man sich da leicht reinsteigert und einem am Ende auch der gemütliche Gemüsehändler eben nicht intelligent, produktiv und agnostisch genug ist. Dann wollen alle die Apartheid einführen und schon steckt man in einem Teufelskreis fest wie in den USA seit 150 Jahren.

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Auch Kinder brauchen Grenzen!
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Es müssen ja nicht die von 1937 sein.

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Irrtum
Das Problem der jeweiligen Produktivitäten der geschickten Hände eines Landes wird im 20. Kapitel des 1. Bandes vom Kapital beschrieben. Es hat den Titel: Nationale Verschiedenheit der Arbeitslöhne. An anderer Stelle heißt es: "Was die Erfahrung dem Kapitalisten im allgemeinen zeigt, ist eine ständige Überbevölkerung, d.h. Überbevölkerung im Verhältnis zum augenblicklichen Verwertungsbedürfnis des Kapital, obgleich sie aus verkümmerten, schnell hinlebenden, sich rasch verdrängenden, sozusagen unreif gepflückten Menschengenerationen ihren Strom bildet." (K1, MEW 23 S.284). Also bitte keine Spekulationen über Marxisten und deren Einschätzung des aktuellen "Stroms" anstellen.

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Oh Gott ... Die Malthus´sche Verelendungstheorie im Marx´schen Aufguss. Man muss dringend alle Völker wieder davon überzeugen, zur Subsistenzlandwirtschaft zurückzukehren. Die war nicht kapitalistisch.

Höchst amüsierte Grüsse,
Thorsten Haupts

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Lieber @thorha, als potentieller und angedrohter AFD- Wähler

-wir reden von Petry und Hücke und noch ganz Anderen und nicht von der ehemaligen Lucke- Fraktion, die immerhin bewiesenermaßen finanzmathematisch Recht hat mit der Euro- Sache-

sitzt man vielleicht allzu sehr im Glashaus, als daß man mit billigen rhetorischen Tricks und Unterstellungen die philosophische Höhe von olle Marx angreifen sollte, zumal dieser durch die aktuellen Entwicklungen im Kapitalismus nicht gerade überzeugend widerlegt wird.

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Bester ThorHa: Ihr Viertelwissen bezüglich Popper und Malthus in allen Ehren. Aber von Marx haben Sie gar keine Ahnung. Von einem Erzreaktionär, der Sie nun mal sind, verlange ich zumindest Spuren von Sachkunde. Wir können das ja mal üben anhand von Adam Smith: The Theory of Moral Sentiments, Glasgow 1759 und die Adaption bei Recktenwald im Intro zu seiner Übersetzung von Wealth of Nations. Die muss dann wiederum mit der Interpretation von Peter Thal (Eine Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Reichtums der Nationen (Akademie der Wissenschaften, Berlin (DDR) 1963) verglichen werden. Wenn Sie da durch sind, könnten Sie noch eben die Vorarbeiten von Marx, etwa die Theorien über den Mehrwert, als Literaturstudie hinzunehmen. Dann will ich gern mich mit Ihnen weiter unterhalten. Aber Ihre primitiven Abbürstungen können Sie sich schenken. Das macht noch nicht mal Ihr ideologisches Vorbild, der klügste Professor in Deutschland von der INSM.

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Jo. Marxisten. Ein ad hominem. Eine Aufforderung zum Lesen dessen, was jemand selbst gelesen hat. Da fühlt man sich doch gleich wieder jung.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Mit den Marxisten haben Sie doch nicht etwa auch mich mitgemeint?

Die Meinung,
daß das jetzige kapitalistische Wirtsschaftssystem den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes offensichtlich immer weniger gerecht wird
und eine soziale und wirtschaftliche Neuordnung von Grund aus erfolgen sollte,
deren Inhalt und Ziel nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben sein kann,

macht mich doch hoffentlich noch nicht zum Marxisten.



P.S.: Das ad-hominem (Angriff auf persönliche Umstände oder Eigenschaften) habe ich in beiden fraglichen Kommentaren übrigens ehrlich nicht gefunden.

Seien Sie doch nicht immer so übertrieben streng zu den deutschen Marxisten.
Die im Westen haben doch wirklich gesellschaftlich gesehen eher wenig Schaden angerichtet, oder?
Die meisten haben in guten Berufspositionen
(weil: komischerweise sind die oft ziemlich intelligent)
ihren steuerlichen und bürgerlichen Beitrag geleistet.

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Eine nichtmarxistische Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in der es kein Gewinn- und Machtstreben mehr gibt?

Rotten Sie die existierende Menschheit einfach aus und backen sich eine neue?

Aber davon mal völlig abgesehen - ich will das nicht mal. Das ist kein Versprechen, das ist eine Drohung. Konkurrenz (aka Gewinn- und Machtstreben) hat uns dahin gebracht, 80 Jahre alt zu werden, dabei relativ gesund bleiben zu können, Hunger nicht mehr zu kennen und dem Wetter gegenüber sehr entspannt bleiben zu können. Etc. Usw. Pp.

Und da sollen wir wieder raus? Mit einer Gesellschaftsordnung ohne Gewinn- und Machtstreben wär ja nicht mal das Feuer gebändigt worden.

Gruss,
Thorsten haupts

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@thorha, ich hatte gedacht, Sie kennen den Scherz.

Die von mir hier bescheiden geäußerte Meinung,
auf die Sie mit den Worten: "Rotten Sie die existierende Menschheit einfach aus und backen sich eine neue?" reagieren, ist doch nur die fast wörtliche Wiedergabe der ersten Sätze des Ahlener Parteiprogramms der CDU von 1947.


Und bitte, wo war dieses ad-hominem?

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Ach, DER alte Scherz. Der wird doch seit 1980 nur noch von 80jaehrigen verwendet - und fuer so alt hielt ich Sie nicht?

Ad hominem - guilt by association. X ist fuer Y, deshalb soll er sich besser nicht zu Z aeussern?

Gruss,
Thorsten Haupts

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Sie hatten ja nun einen ad-hominem- Angriff auf sich beklagt.

(Die Straße, bzw. der Salon möge chronologisch die Frage bedenken, wer überhaupt "angefangen hat", einen scharfen, lächerlichmachenwollenden Ton in die Debatte zu bringen)

Ich hatte eine Definition für diesen Begriff geliefert, zugegebenermaßen nur der Wikipedia entnommen.

Wo ist bitte Ihr Beleg für diesen Vorwurf, war die einfache Frage.
(Aber immerhin ein interessanter Gedanke, der von einem harmlosen Parteiprogramm der CDU zur Ausrottung der existierenden Menschheit führt. Zwinker.)

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Ich für meinen Teil möchte nur festhalten, daß mir jedwede Anwürfe vonwegen "Anarchist", "Nazi", "Faschist", "Kommunist" und dergl. inzwischen vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen. Mag sein, dß ich das alles mal war. Aber seit Jahren geht es mir nur noch darum, auf der Höhe der Zeit zu sein: und das heißt, rechtzeitig zu entscheiden.

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Merke: entweder man entscheidet selber, oder (wenn man zu lang wartet) ES WIRD FÜR EINEN ENTSCHIEDEN.

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Erobern ist aber leichter als dauerhaft beherrschen.
Das wird wohl so sein, besonders in bewegten Zeiten wie diesen, die dem Ende des Barocks, dem Ende des römischen SPQR gleichen.

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Ursprungsposting, flederhund
Die Situationsbeschreibung bringt einen ins Grübeln. Da hatte das römische Reich Jahrhunderte expandiert, und auf einmal war Schluß, und die Adrianopler kotzten wegen der Zuwanderung durch Goten. Der Caesar feierte noch seinen Erfolg und wurde dann gewürgt. Turning Point.
Es ist ungewiß, aber vielleicht muß die nachfolgende Generation wirklich wieder zu einer suburbanen Villa-Ökonomie zurückkehren, und die Zivilisation rutscht erstmal ein paar Stufen runter.

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... vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen ...
Sie haben Arschloch vergessen.
Bei den weniger Gebildeten sehr beliebt.

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...und das heißt, rechtzeitig zu entscheiden.
Wann, bitteschön war das im Zeitalter der Raute der Fall?

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Die meisten haben in guten Berufspositionen
(weil: komischerweise sind die oft ziemlich intelligent)
ihren steuerlichen und bürgerlichen Beitrag geleistet.

Ja, das mag wohl stimmen. Woran man auch sieht, was wirklich Bestand hat: die Steuern seit Jahrtausenden (seit Hammurabi mindestens, eher weit länger) und seit Jahrhunderten (wir erinnern uns an die Ottonik und die Französische Revolution) auch das Bürgertum.

Aber wie gehts weiter?
Das ist doch die alles entscheidende Frage.
Apokalyptikwahn mit Weltkrieg aus Nahost wäre doch bekloppt. Wir sollten die nächste Stufe des Fortschritts nehmen.
M.E. geht das nur mit einem Stück weit Regression (de Gaulle, "Europa der Vaterländer"), und dann von dort aus weiter hoch.

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mediensegler, Samstag, 7. November 2015, 00:31
eh, jetzt verrenke ich mich extra, um solche Worte nicht auszusprechen, weil das die Stimmung trübt, und sie kommen mit sowas.
Contenance!!>/i>

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mediensegler, Samstag, 7. November 2015, 00:35
Hm, also die "Energiewende" war schon so eine zeitige Entscheidung, finde ich. Das war die goldene Gelegenheit, die wahrgenommen wurde. Über Sinn, Zweck und Folgen (ist es sinnvoll, mittelalterliche Technik wieder hervorzuziehen? Sollte man nicht doch lieber bei der Verbrennungstechnik bleiben?) kann man streiten, aber es war eine goldene Gelegenheit, ohne Frage.
(Und der Don ist nicht unschuldig daran, daß sie genutzt wurde, ähem.)

Was ich Schröder nach wie vor hoch anrechne, ist die Northstream-Pipeline, die meine Heizung betreibt - das war ein genialer Einfall: durch die Ostsee gehts, da sagen nur die Fische blub-blub, und nicht die Grundstückseigentümer "nein-nein".
Opportunities.
Muß man nutzen.

Aber ich meine, nach Kondratieff und Armstrong und nach Bauchgefühl stehen wir vor einem echten Bruch, einer Verlagerung des Weltzentrums.
Das hat Folgen.
Europa wird provinzieller, man weiß aber nicht, für wie lang.
Ich denke, Europa braucht ca. 100-300 Jahre Ruhe, muß sich mit sich selbst beschäftigen. Danach wird es wieder die Welt umpflügen mit neuen Ideen und Möglichkeiten.
Aber nicht jetzt.

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Na ja,
von einer ehemaligen Punkerin
hätte ich solche Töne auch nicht erwartet.

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Ich rede von Raute
und Sie von Schröder.
Ich gebe ja zu,
das mit dem Atomausstieg
hätte ich so auch nicht erwartet.

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In meinen besten und meinen schlechtesten Zeiten denke ich in Jahrtausenden.
Punk insofern immer noch, als Überraschungen stets möglich sind.

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Raute ist mir ein NICHTS wie die "geistig-moralische Wende" von Kohl.
Die interessanten, weil überraschenden, Fälle (Kohl: Mauerfall, Merkel:Fukushima) sind andernorts.

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Ansonsten gehöre ich strikt zu der Sorte, die einen eher überfahren lassen würde als 10. Wenn ich denn gerade die Geistesgegenwart hätte, die Weiche umzustellen. Was fraglich ist.

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Verehrte Colorcraze, ich muss sie leider darüber aufklären, dass Sie das in Konflikt mit der herrschenden Auslegung unserer Verfassung bringt. Nimmt man die Urteilsbegründung zum für verfassungswidrig erklärten Luftsicherheitsgesetz ernst, ist die einzige verfassungsgemässe Handlung das Nichtstun.

Um es als Grundsatz zu formulieren - verfassungsgemäss und moralisch einwandfrei handelt nur der, der in einem ethischen Dilemma überhaupt nicht handelt (man verzichte bitte darauf, die inhärenten Widersprüche dieses Unsinns aufzuzeigen, ich weiss es bereits und Verfassungsrichter sind auch nur Menschen).

Das passt rein zufällig einfach prima zu den Moraldiskussionen, die in Deutschland immer dann am liebsten geführt werden, wenn es entweder um die Moral von anderen geht oder wenn man zumindest sich selbst gegenüber behaupten kann, dass die Nichtlösungen einer Partei in dieser Diskussion unmöglich negative Folgen zeitigt (das wäre ja unmoralisch). Wer Ähnlichkeiten mit der laufenden Flüchtlingsdiskussion findet, ist ein Dunkeldeutscher!

Gruss,
Thorsten Haupts

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Körperliche Abwesenheit ist sehr oft besser
als Geistesgegenwart.
Und sollte genügend Zeit sein,
könnte man ja darüber nachdenken,
ob einem der Eine nicht mehr an Herzen liegt
als die Zehn.
Das wäre dann wirklich dunkeldeutsch.

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ob einem der Eine nicht mehr an Herzen liegt
als die Zehn.
Das ist ein richtiger Aspekt, der ebenfalls den Unterschied ums Ganze machen kann. Nur nach Abzählen geht nicht.

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mit gnade an grenzen - und über sie hinaus. ein völlig normaler vorgang. nur diese zeit wäre-wirkte manchmal wie teils billig ver-rückt.

man muß vielmehr ,vermutlich aus kleinbürgerlich-persönlicher überforderung und individueller enge bis ignoranz, meist genau das gegenteil vermuten, laut krähend in die welt setzen - "nur nie an grenzen gelangen, das ist die einzige und wahre gnade, nach der lasst uns doch bitte alle ewiglich streben, und führe uns nicht in versuchung durch uns selbst, sondern bewahre uns von dem eigenen ich durch aufstellung alles sichernder überwacherungskameras überall. denn nur das nicht-danach-streben aus selbst unverschuldeter unmündigkeit zu gelangen, sondern reif (1) in ihr zu verharren, machte uns nachfolgefähig, den großen und guten, allwissenden überwachungsgurus, usw., usf.".

zitat: "ich bin das nicht gewesen, das war ich nicht" - ein normaler vorgang, höchst normal. leider zu selten erstrebt oder erreicht.

Ich habe ganze Szenen historischen Bildmaterials gemodelt übernommen, deren Bedeutung ich nicht kannte, kennen wollte - etwas Geheimnisvolles soll man so belassen, dann wird es produktiv; was Freimaurertum ist, wollte ich nie genau wissen, aber ich habe mich bei der Arbeit wie ein Freimaurer gefühlt! Das war entscheidend und spannend. Auch wie ein Jesuit, sehr aufregend!

Ich war Freimaurer und Jesuit, verstand die Himmelszeichen. Ich war in der Gnade. Kein Verdienst.

Bei der Arbeit habe ich nie gedacht, zu allerletzt an den Bauernkrieg. Ich habe Arme, Beine, Köpfe, Felsen gemalt, sonst nichts. Die ausgewogene, gespannte, angereicherte, punktgenaue formale Stimmigkeit innerhalb der Partitur war mein Anliegen, und auch dies nur halbbewusst.

Die damals notwendigen soldatischen Tugenden waren nicht das Ergebnis von Willensleistungen. Da hat ein Höheres gewirkt.

Nun kehre ich wieder heim zu mir, ich bin mir unvertraut geworden, auch scheint etwas zerbrochen zu sein." zitat ende.

"Man muß den Flüssen trauen" hat Konstatin Wecker früher einmal gesagt. Und wenn es als flow ausnahmsweise der "Fluß zum eigenen Ich" wäre. (Ansonsten heute fast immer nur diese elenden, auf äußerliches gerichteten, womöglich tendenziell monetär leicht umsetzbaren Nützlichkeitserwägungen und dummen Selbstoptimierungsannahmen heutzutage in diesem Zusammenhange?) (Auch Höhere Mächte konnten, wollten früher "Selbstoptimierung" am fremden Ich, nämlich unserem, machen dürfen - wenn nur der Zustand des Außer-sich, Außer-uns-seins - ja, sehr wohl auch anteilig einem Kontrollverluste gleich - erreicht werden konnte.) (Falls, wie bekannt, dies in guten Zeiten weder Angst-besetzt noch soziokulturell sonstwie verwehrt gewesen wäre.)

http://tinyurl.com/qztvodc

"Welch ein Unfug! Die Geheimnisse liegen viel tiefer. Ein Stück leere Bildfläche: Da sehe ich immer. Aber ich regeneriere ja schnell, sogar während der Fahrt."

(könnten wetten, dass der tübke "endogen" nie etwas gehabt hat, sondern dass alles immer von außen kommend gewesen war, den shice verhältnissen in dieser shice dikatatur geschuldet - und weil er mit einem talent "belastet", welches aber womöglich freiheitsgefährend und systemgefährdend und ordnungsgefährend gewesen wäre, der vom tiefen shice-staat ddr bereits vorausersehenen, zugewünschten, prästabilisiert zu haltenden volks- und sozial-sicherheitsordnung. leider hat der t. das wohl zu zeiten seines lebens nicht deutlich genug geschaut, oder tatsächlich erfüllt beten lernen können, sagen wir nach art eines bonhoeffers.

und die usa und die nsa mäßen heute den t. verbrecherischer weise vermutlich online mit "wie weit wir bei dem mit der zersetzung schon gekommen sind und wann unser gerechter zugriff erfolgen kann oder muß", "gerade noch rechtzeitig"; also gerade noch rechtzeitig für die längst in metastrukturen eingebettenten überziele des imperiums, klar doch. den so grad noch in seiner ("selbstverschuldeten!") hermetik und am werk zu halten, klar doch, man weiß. nichts ist besser geworden. dumme arschlöcher am werk, vermutlich überall. )

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And now for something compl...
“Politics is the entertainment division of the military industrial complex.” (Frank Zappa)

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Die Geschichte des Wortes "militärisch-industrieller Komplex" ist bekannt, oder?

Ich erzähl sie einfach trotzdem, weil sie so interessant ist:

Den Begriff hat nämlich nicht etwa die RAF erfunden,
sondern der nicht gerade als Hippie verschriene preisgekrönte Weltkriegsgeneral und damalige Präsident Eisenhower hielt 1961 seine TV- Abschiedsansprache an das Volk der USA und sagte darin folgendes:

„Wir in den Institutionen der Regierung müssen uns vor unbefugtem Einfluss -- beabsichtigt oder unbeabsichtigt -- durch den militärisch-industriellen Komplex schützen.

Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen.

Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet.

Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen.

Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“


Unabhängig davon, wie es uns heute geht und wie wir die Dinge betrachten:
Hätte nicht die übergroße Mehrheit von uns vor dreißig Jahren große Teile der heutigen Realität klar als Dystopie bezeichnet?

Ich glaube, zumindest Eisenhower hätte.

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Zur Frage im ersten Satz: Ja.
...wenn man nicht nur taz bis SZ & ARD ...
Übrigens ist ein Buch zu empfehlen: "ARD & Co. Wie Medien manipulieren". Mehr auf den NDS oder bei GabyWeber.

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Ich war auch immer beeindruckt vom Erfolg des militärisch industriellen Komplexes ... in Europa. In Deutschland hat er die Streitkräfte geviertelt und die Verteidigungsausgaben gedrittelt - und das in nur 25 Jahren.

Dass muss diesem Komplex erst mal jemand nachmachen!

Gruss,
Thorsten Haupts

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der komplex wurde aber zu seinen erfolgen geführt - u.a. wohl auch vor allem dadurch, dass z.b. volker rühe, und solche wie er, gut ausgesucht waren zu dem zwecke, dass an ihnen vorbei keiner "zum chef" durchdrang. helmut kohl wollte das - einsichtsvoll! - so mit der schrumpfung - fast wäre es, der historischen wahrheit sei dank, sein verdienst ganz alleine?
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"ein starker bursch',
ein guter führer und
ein wilderer und
ein jager und
ein fischer und
ein bildhauer und
ein feiner kerl,
ein richtiger student,
voller humor und
sarkasmus,

schade, der ist gefallen in rußland in den ersten monaten des weltkrieges schon".

"sommer 1913/14" - "st. jakob - st. ulrich - bis zur regensburger hütte" - ab ca. 4:10 https://www.youtube.com/watch?v=tdkEGSYVVEI
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