Vom Nutzen der Vergesslichkeit

Ohvergessen - so nennt man das in Bayern. Leute, die sich nicht konzetrieren und dann alles mögliche vergessen. Das liegt bei uns im väterlichen Stamm der Familie und trifft dort auch alle Männer. Mir ist deshalb auf dem Weg zum Brenner hoch siedend heiss eingefallen, dass ich meinen Helm vergessen habe. Also habe ich einen gekauft.

Auf der anderen Seite kommt der väterliche Stamm mit einem nahezu unfehlbaren Orientierungssinn daher. Ich weiss immer, wo ich mich aufhalte, ich finde mich in der Fremde schnell zurecht und wenn ich vor Jahren irgendwo war, finde ich meistens wieder hin. In der Toskana ist das prima, weil man immer heim kommt, auch wenn man unbekanntes Territorium erkundet. Irgendwelche markanten Stellen findet man schnell wieder.



Ich habe mich auch nicht wirklich verfahren - es ist nur so, dass der Weg nach Staggia manchmal schlecht ausgeschildert wird, und sich der Weg dann teilt. Ich fahre automatisch in die richtige Richtung, aber diese Strasse läuft dann erst in die Pampa und dreht nach einer sehr langen und steilen Rampe in die falsche Richtung, während die Sonne untergeht. Und auf dem Weg zurück ist da noch die andere Rampe, die man gerade herunter gefahren ist - Orte liegen hier nun mal auf dem Berg. So werden dann aus 70km schnell mal 90 und 270 Höhenmeter mehr. Und dabei geht die Sonne unter. Und es wird finster. Natürlich ist kein Licht am Rad.

Zum Glück bin ich vergesslich. Denn der neue Helm, den ich kaufte, hat hinten ein eingebautes Licht. Das ist super, wenn man noch 7 Kilometer über stark befahrene Strassen der Toskana in totaler Finsternis radelt. Wirklich. Meine Vergesslichkeit hat mich gerettet.



Das ist Evolution. So kamen wir gut durch die Jahrhunderte und haben nun mal ein paar Helme mehr als nötig, aber wir haben ja auch ein paar mehr Wohnorte, um sie zu lagern.

Gefährlich war es, anstrengend war es, aber ich habe überlebt und darauf kommt es am Ende an.

Donnerstag, 15. Oktober 2015, 11:16, von donalphons | |comment

 
Für Frau und Kind habe ich auch so einen Helm mit Rücklicht angeschafft, aber mein betagter Deckel hat so einen Luxus nicht. Allerdings fahre ich sowohl mit Monsieur Mercier als auch mit dem Zitrusfrüchteschüttler ein Rücklicht spazieren. Kann ja immer mal passieren, dass es etwas länger dauert als geplant. Hat aber nicht verhindert, dass ich mal mangels Vorderlicht hingelegt habe, weil ich im Dunkeln einen Wurzel-Hubbel auf dem Radweg übersehen habe. Ist aber gottlob auch glimpflich ausgegangen.

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Ich habe das beim Kauf gar nicht bemerkt, aber es hat doch recht gute Dienste geleistet und wird jetzt der Winterhelm.

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...und sind anscheinend am richtigen Ort gelandet. (Ich hoffe, es hat geschmeckt.)

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Ja, die Pizzeria ist ein kleines Wunder in Staggia. Sehr gut und günstig.

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