Tramontana

Und dann erfährt man, dass andere einen Psychologen brauchen, obwohl man mit ihnen nie auch nur ein Wort gesprochen, gemailt, was auch immer hat. Irgendwas ist da aber im eigenen Benehmen, das sie nicht ertragen, das sie fertig macht, das sie als toxisch empfinden, und dann brauchen sie eben Hilfe. Wenn sie einen dafür anzeigen könnten, hätten sie es sicher auch schon längst getan. Dumm sind sie natürlich nicht, aber ich würde jetzt auch nicht sagen, dass man klug und sensibel sein muss, um an der Welt kaputt zu gehen... aber was weiss ich schon.



So grosso modo geht es mir prima, die Brücken, die hinter mir angezündet wurden, brennen so prächtig, dass manches Feuer auch auf andere Strukturen übergreift, weil niemand ein Problem damit zu haben scheint, wenn sich BDS-Befürworter ganz offen breitmachen, und auch noch ihre Freundinnen mit einbringen, die aus gutem Grund andernorts wenig reissen. Es ist natürlich nicht alles glatt gegangen, es ist momentan, wie soll ich sagen, wie auf dem Rennrad zwischen zwei steilen Serpentinen bergauf: Man fährt weiter, aber nicht schnell, damit man ein wenig regenerieren kann. Eigentlich würde man gern einen Moment auch mal absteigen, aber man fährt und fährt und da draussen sind halt manche, die es einfach gern sehen würden, wenn man eine Schwäche zeigte. Nur fallen mir dazu immer noch zu viele Geschichten ein, ich steige mit leerem Kopf ins Auto und nach 2 Tagen mit 4 neuen Geschichten wieder aus. Ich kann da nicht anders. Und andere macht das fertig. Als gäbe es keine Schwäche von der Sorte, die ihr Leben behindert.

Gerne würde ich den Fertigen auf die Wange tätscheln und sagen: Nein, Du irrst Dich, Du kennst nur keine Leute, denen es wirklich verdammt gut geht, also jene, gegen die ich auch ein kleiner Malocher am Wort bin - wenn Du die erst offen sehen würdest, wenn Du realisieren könnte, wie gross die Abstände zwischen Deinem Berliner BoD-Zuschussgeschäft und dem wahren Leben wirklich wäre - dann hättest Du richtig gute Gründe für eine Depression. Aber ich? Ich mache halt auch nur weiter, weil aufhören keine Option ist, und es mir weiter Freude bereitet. Das ist alles, Herzchen. Wirklich. Es geht mir gar nicht soooo blendend, Dir und dem Gschleaf um Dich geht es einfach nicht gut, und das liegt daran, dass Ihr Euch im Scheitern eingelebt habt. Du hast keine Depression. Du hast ein gutes Gefühl für die generelle Lage des Betriebs der Stadt im Osten.



Das hätte ich vielleicht öfters sagen sollen, aber es ist besser, das nicht zu tun, dann ist man weniger angreifbar und nicht verantwortlich zu machen, wenn jemand sein Lebensunglück an einem festmachen will, weil, wer redet schon gern darüber, dass man Optionen hatte, und die falsche Entscheidung wenig erbauliche Folgen zeitigt. Eine von denen, die ich nicht kenne und die aber der Meinung ist, sich an mir abarbeiten zu müssen, ist alleinerziehend - ich denke mir immer nur, das arme Kind, der arme Mann. Es ist gruslig. Es sorgt dafür, dass ich meine Onlinezeit recht knapp halte, das ist teilweise wie ein Infektionsherd. Ausserdem war Sommer, und er war schön. Ich hatte ein Umbauprojekt am Hals. Sonst gibt es wenig Neues, ich bein einfach über den Berg gekommen.

Sonntag, 26. August 2018, 22:51, von donalphons | |comment

 
Was'n nu kaputt? Der Don himself!

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Vermutlich nicht
Ich schätze, es ist der Moment, der vor dem zweiten Atem zu erleben ist.

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So war es nicht gemeint. Ich meinte, "O Wunder, der Don erscheint höchstpersönlich, was ist denn nu kaputt!"

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Du kennst nicht, wem es verdammt gut geht
Ich befürchte, diese kennen auch kaum solche, denen es verdammt schlecht geht, die aber alltäglich ihr eigenes Sisiphos-Werk angehen, um es eben ein wenig besser zu haben. Viele davon klaglos. Und nicht fordernd, dass der Staat das Schicksal wenden sollte.

Es ist ja nicht so, dass Ihnen diese vier Geschichten zufliegen, weil die aufdringlich wären. Diese schlummern bereits in Ihnen und wenn Sie mit vermeintlich leerem Kopf und erschöpft meinen, eine Auszeit wäre fein, gerade dann beginnen diese Schlummernden Gestalt anzunehmen.

Das mag Sie fundamental von anderen unterscheiden - in Ihnen schlummert so manches, da geht manche Saat auf, bei vielen anderen es halt mächtig viel verdorrt.

An sich ist meins auch vorbei, die Serpentinen zum Gipfel enden einfach nicht, nach jeder Biegung kann ich hoffen soviel ich will, es möge ein wenig flacher werden oder aber gar, der Weg möge mir entgegen kommen, endlich mal, aber nein, es geht weiter bergauf. Mittlerweile ist es mir egal, mühe ich mich halt weiter. Ich weiß nur, nicht die Mühen am Berg werden mich schleifen, mein Ende, meinen Abstieg bestimme ich selber.

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Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen
meinte Camus.

Die Serpentinen geben Struktur, ärgerlich sind nur die boshaften Jammerer, die am Wegesrand in den Spitzkehren lauern und einem das Weiterkommen neiden.

Es ist vielleicht spießig, aber wer nicht gelernt hat eine längere Beziehung zu führen, sollte auch kein Kind haben.
Längere Beziehungen erden ungemein.
So viel zu Alleinerziehenden, meist Müttern.
Mittlerweile verstehe ich die Idee hinter mgtow.

Schön, dass wieder ein Artikel erschienen ist und es hier auch weitergeht.

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Es entlarvt mich vielleicht als Spießer, aber ich sehe mit zunehmendem Alter die Kraft und Macht, die im Spießertum steckt. Es ist ein bisschen der Zinseszinseffekt in der Gesellschaft.

Der Spießer, der seine Wohnung aufräumt und Müll stets zum Mülleimer bringt - oder ihn gar nicht erst entstehen lässt.
Der Spießer, der sich benimmt und Benimm einfordert, der die geschriebenen Regeln versteht und die ungeschriebenen Regeln trotzdem einhält.
Der Spießer, der pünktlich ist, penibel gegen sich selbst und gegen die Umwelt, der die Regeln einhält und andere ächtet, die es nicht tun, ohne Ansehen der Person oder des Standes.
Der Spießer, der fleißig und aufmerksam ist und so opportunistisch, dass sein Lebenserwerb zum Spießersein gesichert ist, bevor er sich lebensverwirklicht.
Der Spießer, der Verantwortung für sich und andere übernimmt, und diese auch von anderen einfordert.
Der Spießer der sparsam lebt, der Verschwendung entgegentritt und die Verführer anprangert, der lieber selber macht als machen läßt.
Der Spießer, der sein Sein für sich behält und der Umwelt nicht fortlaufend mitteilt, der privat bleibt und Privates achtet.
Der Spießer, den nichts mehr unruhig macht als Verhältnisse, in denen er nicht herumspießern kann, dem nichts unangenehmer ist als anderen zur Last zu fallen, und dann alles daran setzt, damit es wieder so wird.

In Summe für viele ganz furchtbar zu erleben, solche Spießer. Aber dennoch sind sie das Rückgrad der Gesellschaft, wie wir sie in der Bundesrepublik bis 1989 lange hatten, und die wesentlich zum Reichtum des Landes beigetragen haben, der die letzten 28 Jahre leichtfertig verspielt wurde und wird. Was man erst lange, lange nicht erkennt, und dann erst, wenn es - hoffentlich nur fast - zu spät ist.

Und die Leiden des Hausherrn an der Bundeshauptstadt und ihren Bewohnern und sonstigen Internet-Schreihälsen erklären sich für mich im Wesentlichen daraus, dass eben einer, der - positiv gemeint! viel Spießiges in sich hat, auf Menschen trifft, die das nicht haben. Weil sie einen anderen Weg gegangen sind, der, der im Gleichnis leicht und einfach erschien, und nun merken, dass dieser Weg eine Sackgasse voller Räuber ist. bis man selber einer geworden ist, einer, der den Spießern den Rahm abschöpft.

Und es gibt viele dieser Spießer da draußen. Nicht allen geht es so gut wie dem Hausherren, manchen deutlich schlechter. Aber es geht, und sie verstehen nicht mehr die Sprache der anderen, die kein Problem damit haben, den vom Spießer geschaffenen für sich zu beanspruchen oder zu zerstören, und trotzdem zu erwarten, dass alles immer so weitergeht. Die nicht verstehen, dass sich bestimmte Dinge einander ausschließen, wie z.B. eine schöne Stadt und auf-die-Straße-kacken wie in S.F., oder ein funktionierender, reicher Staat und BGE.

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…Rückgrat

(Ein Spießer, der auf Rechtschreibung achtet und manchmal ein Dipferlscheisser ist ;) )

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He he... vielleicht ist der greenbowler doch ein Hesse...
Immer ein Albtraum - besonders für inndrovärdierte Leut.

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Der Hausherr lebt in einer Medienumgebung, in der 90% die Verslummung Berlins und des Landes nicht mit aller Entschlossenheit bekämpfen. Das muss man manchmal sagen.

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Die Berliner wollen das so. Sie halten das für Urban.

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und es war gut wie es war.

wer die gleiche gähnende langeweile will wie in stoogie oder münchen soll halt hinziehen. oder halt hinterm jägerzaun in lichtenrade bleiben.

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Großstädte taugen alle nichts (wobei es in D strenggenommen keine richtige Großstadt gibt, nur mehr oder weniger große Dörfer). Die DNA des Menschen, die Hornsubstanz davon, stammt aus Zeiten, in denen er in seinem ganzen Leben weniger andere Menschen gesehen hat als in einer Großstadt in einer Minute. Es muss einen nicht wundern, dass sich Hirngewalkte in Großstädten akkumulieren, weil sie nicht anders können.

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@sephor: Eigudewie! Bin da aber nicht geboren.
@introvertiert[...] Schrieb das Stück heute kurz vor Abfahrt in den Urlaub. War noch so viel Platz unterm Blog, weil PsychoPerfect noch nicht da war.

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Manchmal
tut man in bester Absicht Dinge, die andere verletzen. Ich weiß nicht, ob das hier der Fall war. Ich weiß nicht, worum es geht. deshalb sollte ich wohl besser den Mund halten. Ansonsten hilft gegen Anfeindungen nur eins: Kopf hoch, Rücken gerade und sich so verhalten, dass man sich selbst noch im Spiegel ansehen kann. Ihnen alles Gute.

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Willkommen zurück.

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Danke.

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Man sehnt sich Bergauf nur dann nach einer Flachstelle wenn man am Anfang überrissen hat.

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Ich bin immer am Limit.

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Beim Schreiben eine gute Einstellung, beim Radeln eher nicht.

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Ich wünsche mir gelegentlich eine flachere Passage im Leben. Don war es wohl nicht, glaub ich.

Und mein Berg ist das pure Leben :)

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Ihre Texte, so wie ich sie kenne,
sind für normale Menschen nicht verletzend. Eine andere politische Meinung, wenn sie sachlich vorgetragen wird, muss jeder aushalten können.

Ich vermute, dass Ihre „Opfer“ einfach jemanden suchen, dem sie die Schuld dafür geben können, dass sie sich – aus welchen Gründen auch immer - so mies fühlen. Das hat dann mit Ihnen selber wenig zu tun, Sie sind einfach nur der Aufhänger oder Blitzableiter für einen Frust, der ganz andere Ursachen hat. Gerade an Personen, die wie Sie im öffentlichen Leben stehen, hängen sich sehr gern auch wirkliche Psychopathen.

Aber niemand ist für verquere Ideen anderer verantwortlich und sollte es auch nicht akzeptieren, wenn andere ihn dafür in die Verantwortung nehmen wollen. Nun, das wissen Sie sicher selbst.

Freut mich zu hören, dass Sie über den Berg gekommen sind. Mentale und physische Fitness zahlt sich eben aus. Und sich nicht hängenzulassen. Bei dieser Gelegenheit wieder einmal eines meiner Lieblingszitate: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Wenn ich nachdenken will, gehe ich in den Garten und jäte oder gieße. Das hilft fast immer.

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Ich bin halt bequem, wenn es darum geht, eigene Defizite erkennbar zu machen. Auslöser ist eine Person, die in Berlin heult und es hätte besser haben können, wenn sie entweder in der Provinz geblieben wäre, oder nicht ein angebot ausgeschlagen hätte, ohne das sie halt jetzt auf BoD-Niveau angekommen ist.

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Neverending summer
Schön, dass es auch hier weitergeht!

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Das hängt von ein paar äusseren Faktoren ab.

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Man muss nehmen was man kriegen kann (D. Alphonso)
Wir lesen und lesen und lesen und genießen

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"La montagne est passée: nous irons mieux"?

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schön,
Sie wiedermal hier zu sehen. Grüsse aus Seeon!

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ja, schön, auch hier wieder etwas zu lesen. Allerdings auch völlig nachvollziehbar, wenn Sie bei der aktuellen Erregung in Deutschland eher weniger Angriffsfläche bieten wollten.

und ja, "Leute, denen es wirklich verdammt gut geht", sind zumindest finanziell noch einmal in einer ganz anderen Liga unterwegs als Dons donaunaher Immobilienkleinadel und üblicherweise noch viel unauffälliger als das man sie von Berlin aus ernsthaft wahrnehmen würde.

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