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Mittwoch, 30. Dezember 2009
Neues vom Weltuntergang
Zuerst mal das, was man von nachrichtenarmen Zeiten an schnellen Geldschiebereien erwarten kann: Obama und Geithner schmieren, wie schon erwartet, tatsächlich der fetten Sau GMAC den Arsch, wie man hier in Bayern formschön sagt. Aber nicht nur mit 3,8 Milliarden Dollar, sondern auch noch mit 14 Milliarden Kreditgarantien. Damit besitzt der amerikanische Staat jetzt 56 statt wie bisher 35% der Bank - die ohne das Geld, nachdem andere Besitzer nichts mehr hineinsteckten, ziemlich pleite wäre. Aber um Himmels willen nur die freie Marktwirtschaft aufrecht erhalten!

Wir schalten um zu einem angenehmen Bild aus Orvieto mit Verschwendung aus einer Zeit, als Verschwendung noch Sinn machte. Nehmen wir an, 1 Quadratmeter Stuckdecke würde 10.000 Dollar kosten, dann könnte man für 3,8 Milliarden 1000 Säle mit 380 Quadratmetern Grundfläche bauen. Einer würde mir schon reichen.
Das sind wahrscheinlich die Gründe, warum Frau Huffington und Freunde das Projekt Move your Money ins Leben gerufen haben. Weg von den Grossbanken, hin zu den kleinen Gemeindebanken.
Prinzipiell denke ich ja auch, dass man sich als Kunde deutscher Grossbanken mal die Raiffeisenbanken anschauen sollte, aber was Amerika angeht, schaue ich mir seit Monaten die Zahlen der kleinen, insolventen Institute an. Da sind natürlich keine Option ARMs und CDOs in grosser Menge drin, aber der Unterschied zwischen den Assets in den Büchern und dem, was die Einlagensicherung am Ende draufzahlen muss, ist bei gut einem Drittel der angeblichen Assets und damit signifikant. So signifikant, dass ich sagen würde: Das passiert nicht plötzlich. Da müssen auch die kleinen Banken schon länger ihre Kredite schön gerechnet haben. Insolvenzverschleppung wäre ein Wort, das mir da einfallen würde. Als Protest ist die Idee von Huffington gut, aber ganz so einfach würde ich es mir dann auch nicht machen. Zumal ein grosser Teil der noch kommenden Ausfälle der Gewerbeimmobilien sicher auch viele kleine Institute treffen werden.
Ein kleines Zusatzproblem ist natürlich der Umstand, dass man sein Geld jederzeit anderen Leuten geben kann. Allerdings ist der Kern der Krise in den USA, dass die Leute eben kein Geld, sondern Schulden bei der Bank haben. Und da hängt man fest. Aber immerhin, es ist schon mal ein Zeichen. Und weitaus besser als das weinerliche Wischiwaschi, das aus Wasgington oder von anderen Medien kommt.

Wir schalten um zu einem angenehmen Bild aus Orvieto mit Verschwendung aus einer Zeit, als Verschwendung noch Sinn machte. Nehmen wir an, 1 Quadratmeter Stuckdecke würde 10.000 Dollar kosten, dann könnte man für 3,8 Milliarden 1000 Säle mit 380 Quadratmetern Grundfläche bauen. Einer würde mir schon reichen.
Das sind wahrscheinlich die Gründe, warum Frau Huffington und Freunde das Projekt Move your Money ins Leben gerufen haben. Weg von den Grossbanken, hin zu den kleinen Gemeindebanken.
Prinzipiell denke ich ja auch, dass man sich als Kunde deutscher Grossbanken mal die Raiffeisenbanken anschauen sollte, aber was Amerika angeht, schaue ich mir seit Monaten die Zahlen der kleinen, insolventen Institute an. Da sind natürlich keine Option ARMs und CDOs in grosser Menge drin, aber der Unterschied zwischen den Assets in den Büchern und dem, was die Einlagensicherung am Ende draufzahlen muss, ist bei gut einem Drittel der angeblichen Assets und damit signifikant. So signifikant, dass ich sagen würde: Das passiert nicht plötzlich. Da müssen auch die kleinen Banken schon länger ihre Kredite schön gerechnet haben. Insolvenzverschleppung wäre ein Wort, das mir da einfallen würde. Als Protest ist die Idee von Huffington gut, aber ganz so einfach würde ich es mir dann auch nicht machen. Zumal ein grosser Teil der noch kommenden Ausfälle der Gewerbeimmobilien sicher auch viele kleine Institute treffen werden.
Ein kleines Zusatzproblem ist natürlich der Umstand, dass man sein Geld jederzeit anderen Leuten geben kann. Allerdings ist der Kern der Krise in den USA, dass die Leute eben kein Geld, sondern Schulden bei der Bank haben. Und da hängt man fest. Aber immerhin, es ist schon mal ein Zeichen. Und weitaus besser als das weinerliche Wischiwaschi, das aus Wasgington oder von anderen Medien kommt.
donalphons, 23:15h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 30. Dezember 2009
Freunde schmieren unter Obama
Obama ("Change", man erinnert sich), hat mit Ben Bernanke einen Hauptschuldigen der katastrophalen Zentralbankpolitik im Amt belassen - obwohl niemand gejammert hätte, wenn man diesen Vollversager, der die krise nicht arkannte, als sie schon da war, irgendwohin weggesperrt hätte, wo andere Leute sind, die man als gemeingefährlich einstuft. Und wie man sich vielleicht erinnert, ist die Zentralbank auch weiterhin bis weit ins nächste Jahr bereit, Geld an Banken zum Nullzins zu verleihen, in der - bislang trügerischen - Hoffnung, die könnten die Kreditklemme in Amerika bekämpfen, und sich nicht durch Eigenhandelzockereien bereichern.
Um all das überschüssige Geld, das die Zentralbank unter ihren Freunden verteilte, zumindest etwas wieder einzusammeln, hat sich Bernanke nun was einfallen lassen - und um es gleich vorwegzunehmen, es ist kein Einsatz der Nationalgarde gegen das organisierte Verbrechen an der Wall Street, um deren ergaunertes Vermögen zu konfiszieren. Nein, vielmehr können die Banken, die sich das Geld des Staates bei der FED zum Nullzins geliehen haben, es nun wieder bei der FED deponieren, mit flexiblen Anlagezeiträumen und natürlich für gute Zinsen, die wiederum letztlich der Staat bezahlt, mit den Schulden, die er gegen Zinszahlungen machen muss. Verrückt? Irre? Verbrecherisch? Nein, Obama, Geithner und Bernanke.
Sprich, wer bereit ist, eine Weile das Geld, das auf ihn aus Washington und New York gesch****** wurde, wieder dahin zurückzulegen, woraus es gerne wieder entnommen werden kann, der ist herzlich dazu eingeladen! Damit ist das Geld tatsächlich erst mal gegen eine kleine, bankenbereichernde Gebühr aus dem System verschwunden. Bis es wieder zurückkommt.
Wenn ich mich jetzt in die Rolle eines normalen Wallstreet-Banksters versetzen würde, dann wäre meine Idee so: Ich habe, sagen wir mal, 10 Milliarden Dollar und einen Deppen in der FED, der zu viel Geld auf dem Markt sieht und gerne beweisen möchte, dass er es temporär wieder einsammeln kann. Dann leihe ich ihm doch glatt 5 Milliarden und kassiere die Zinsen. Die anderen 5 Milliarden stecke in Länder, in denen nicht gut 5% der kaufkräftigeren Schichten gerade dabei sind, pleite zu gehen, und die Arbeitslosigkeit Rekordhöhen erreicht, selbst wenn die Statistiken massiv geschönt werden. Sprich, ich müsste wirklich bescheuert sein, in den USA zu investieren, wenn das Risiko angesichts horrender Schulden aller Beteiligter dort im Moment so hoch ist, dass die Zinsen bei der FED in jeder Hinsicht mehr bringen. Es gibt so schöne andere Anlageformen, Währungen, Rohstoffe, unterbewertete Firmen in Osteuropa, da gehe ich mit meinen anderen Milliarden hin, und die Zinsen der Amerikaner im schlimmsten Fall das, mit dem ich meine Verluste hedge. Nur gegen die Kreditprobleme in den USA mag ich nichts tun.
In einem Jahr dann, wenn die Wirtschaftskrise in den USAwirklich ihren Höhepunkt errichthat und global genug Autozulieferer, Bekleidungsketten, Gewerbeimmobilienbesitzer, Tankstellenpächter, Mittelständler - das übliche halt - an den Rand des Ruins gebracht hat, und die Bewertungen wirklich am Boden sind, dann besuche ich die FED, hole mir meine 5 Milliarden wieder und gehe bei den Überlebenden als Merger&Acquisition-Bank hausieren. Dann nämlich geht das Spiel um die marktbeherrschenden Stellungen wieder los, dann bekommt man alles zur Ramschpreis, und vielleicht bringt man ja auch einen Kunden dazu, den abgehalfterten US-Präsidenten als kleines Dankeschön irgendwo einen Beraterposten zu geben. Dafür, dass er einen erst gerettet, dann mit Geld zugeschissen und einem danach auch noch die Realwirtschaft ausgeliefert hat.
Wenn wirklich zu viel Geld des Staates im Banksystem ist, dann gibt es nur eine Lösung: Wegnehmen. Steuern, Abgaben, Finanztransaktionsgebühr, strafrechtliche Verfolgung - es gibt genug Mittel und Wege. Aber den Banken für die schlimmste Zeit der Krise mit den höchsten Risiken ein Versteck für das Geld anzubieten, ist
nun, das, was man erwarten kann.
Nachtrag: Und wem das noch nicht reichen sollte, wie etwa den Autofinanzierern von GMAC, der kann ja bei Obama fragen, ob er nochmal drei oder vier Milliarden haben kann, wegen Systemrelevanz.
Um all das überschüssige Geld, das die Zentralbank unter ihren Freunden verteilte, zumindest etwas wieder einzusammeln, hat sich Bernanke nun was einfallen lassen - und um es gleich vorwegzunehmen, es ist kein Einsatz der Nationalgarde gegen das organisierte Verbrechen an der Wall Street, um deren ergaunertes Vermögen zu konfiszieren. Nein, vielmehr können die Banken, die sich das Geld des Staates bei der FED zum Nullzins geliehen haben, es nun wieder bei der FED deponieren, mit flexiblen Anlagezeiträumen und natürlich für gute Zinsen, die wiederum letztlich der Staat bezahlt, mit den Schulden, die er gegen Zinszahlungen machen muss. Verrückt? Irre? Verbrecherisch? Nein, Obama, Geithner und Bernanke.
Sprich, wer bereit ist, eine Weile das Geld, das auf ihn aus Washington und New York gesch****** wurde, wieder dahin zurückzulegen, woraus es gerne wieder entnommen werden kann, der ist herzlich dazu eingeladen! Damit ist das Geld tatsächlich erst mal gegen eine kleine, bankenbereichernde Gebühr aus dem System verschwunden. Bis es wieder zurückkommt.
Wenn ich mich jetzt in die Rolle eines normalen Wallstreet-Banksters versetzen würde, dann wäre meine Idee so: Ich habe, sagen wir mal, 10 Milliarden Dollar und einen Deppen in der FED, der zu viel Geld auf dem Markt sieht und gerne beweisen möchte, dass er es temporär wieder einsammeln kann. Dann leihe ich ihm doch glatt 5 Milliarden und kassiere die Zinsen. Die anderen 5 Milliarden stecke in Länder, in denen nicht gut 5% der kaufkräftigeren Schichten gerade dabei sind, pleite zu gehen, und die Arbeitslosigkeit Rekordhöhen erreicht, selbst wenn die Statistiken massiv geschönt werden. Sprich, ich müsste wirklich bescheuert sein, in den USA zu investieren, wenn das Risiko angesichts horrender Schulden aller Beteiligter dort im Moment so hoch ist, dass die Zinsen bei der FED in jeder Hinsicht mehr bringen. Es gibt so schöne andere Anlageformen, Währungen, Rohstoffe, unterbewertete Firmen in Osteuropa, da gehe ich mit meinen anderen Milliarden hin, und die Zinsen der Amerikaner im schlimmsten Fall das, mit dem ich meine Verluste hedge. Nur gegen die Kreditprobleme in den USA mag ich nichts tun.
In einem Jahr dann, wenn die Wirtschaftskrise in den USAwirklich ihren Höhepunkt errichthat und global genug Autozulieferer, Bekleidungsketten, Gewerbeimmobilienbesitzer, Tankstellenpächter, Mittelständler - das übliche halt - an den Rand des Ruins gebracht hat, und die Bewertungen wirklich am Boden sind, dann besuche ich die FED, hole mir meine 5 Milliarden wieder und gehe bei den Überlebenden als Merger&Acquisition-Bank hausieren. Dann nämlich geht das Spiel um die marktbeherrschenden Stellungen wieder los, dann bekommt man alles zur Ramschpreis, und vielleicht bringt man ja auch einen Kunden dazu, den abgehalfterten US-Präsidenten als kleines Dankeschön irgendwo einen Beraterposten zu geben. Dafür, dass er einen erst gerettet, dann mit Geld zugeschissen und einem danach auch noch die Realwirtschaft ausgeliefert hat.
Wenn wirklich zu viel Geld des Staates im Banksystem ist, dann gibt es nur eine Lösung: Wegnehmen. Steuern, Abgaben, Finanztransaktionsgebühr, strafrechtliche Verfolgung - es gibt genug Mittel und Wege. Aber den Banken für die schlimmste Zeit der Krise mit den höchsten Risiken ein Versteck für das Geld anzubieten, ist
nun, das, was man erwarten kann.
Nachtrag: Und wem das noch nicht reichen sollte, wie etwa den Autofinanzierern von GMAC, der kann ja bei Obama fragen, ob er nochmal drei oder vier Milliarden haben kann, wegen Systemrelevanz.
donalphons, 00:10h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 29. Dezember 2009
Anzeigung
Ich schreibe gerade an einem längeren Text, in dem ein Auslöser der Geschichte Verhaltensweisen sind, die ich von mir selbst zwar nicht, aber doch von vielen anderen kenne: Die Unfähigkeit, die Arbeit mal loszulassen und lieber daran zu krepieren, als sich die Probleme einzugestehen und richtig zu handeln. Wenn ich sehe, dass in Deutschland nie weniger Krankmeldungen als zur Zeit anfallen, dann heisst das nur: Gearbeitet wird in der Arbeit, krank ist man im Urlaub.
Nun habe ich bekanntlich ein Leben, in dem das Vermietergeschäft und das Abfassen mehr oder weniger amüsanter Texte die Grundlagen meiner Einkünfte bilden; beides kann man angesichts meiner Neigungen schlecht als Beruf bezeichnen, und so habe ich eigentlich schon seit Jahren eigentlich nur Urlaub, und bin deshalb auch stets im Urlaub krank. Um jetzt nicht handelnden Personen meiner Geschichte nachzugeraten, werde ich die kommenden Tage bis London also meine Betätigung auf ein Minimum zurückfahren; ein Beitrag für die FAZ und kurze, sporadische Bespassungen täglich hier. Leider ist es für mich einfacher, auch unter Tablettenüberdosis, Erstickungsanfällen und 40 Grad Fieber noch erträgliche Texte selbst zu schreiben, aber was mir schwerer fällt, ist das Beantworten komplexer Mails und Kommentare, oder das Telefonieren. Ich habe jene Sexszene, an der ich seit Monaten kaue und nicht vorankam, mit grösster Leichtigkeit bei schweren Schmerzen und Schlaflosigkeit um 6 Uhr morgens einfach hingezuckert, als gäbe es nichts leichteres - aber das Erschliessen und Eingehen auf die Texte anderer Leute, das sei mir nun eine Weile nachgesehen. Blöd, ich weiss. Unhöflich auch. Aber wie gesagt: Ich möchte nicht das Problem bekommen, das meine Heldin zu haben nicht vermeiden konnte. Seit Tagen nun schon freue ich mich etwa über diesen Text.

Meine Mutter fragt, ob sie mir Kriminalromane bringen soll, aber die besten Erpressergeschichten und Steuerhinterzieherkriminellen finde ich gerade im Internet und in den Weltzentren des Finanzmarktterrorismus London und New York. Ganz ehrlich, wenn sich ein normaler Bürger beim Steuervermeiden so benehmen würden wie die Spitze von JP Morgan, dann hätte der in Nullkommenichts sowas von die Steuerfahndung daheim, dass er danach quieken würde. Angesichts der angesprochenen Personen würde es mich dann auch nicht überraschen, wenn sie es vor Gericht tun müssten. Und die Konstruktionen, mit denen Firmen Geld rausschmeissen, um ihren fetten Bankstern ohne Steuern an der Spitze noch mehr reinzuschieben - gegen die sollte man Beizeiten auch ein Gesetz erlassen. Verstehen Bankster eigentlich erst was, wenn der Mob ihre Bankeingänge verrammelt und anzündet?
Nun habe ich bekanntlich ein Leben, in dem das Vermietergeschäft und das Abfassen mehr oder weniger amüsanter Texte die Grundlagen meiner Einkünfte bilden; beides kann man angesichts meiner Neigungen schlecht als Beruf bezeichnen, und so habe ich eigentlich schon seit Jahren eigentlich nur Urlaub, und bin deshalb auch stets im Urlaub krank. Um jetzt nicht handelnden Personen meiner Geschichte nachzugeraten, werde ich die kommenden Tage bis London also meine Betätigung auf ein Minimum zurückfahren; ein Beitrag für die FAZ und kurze, sporadische Bespassungen täglich hier. Leider ist es für mich einfacher, auch unter Tablettenüberdosis, Erstickungsanfällen und 40 Grad Fieber noch erträgliche Texte selbst zu schreiben, aber was mir schwerer fällt, ist das Beantworten komplexer Mails und Kommentare, oder das Telefonieren. Ich habe jene Sexszene, an der ich seit Monaten kaue und nicht vorankam, mit grösster Leichtigkeit bei schweren Schmerzen und Schlaflosigkeit um 6 Uhr morgens einfach hingezuckert, als gäbe es nichts leichteres - aber das Erschliessen und Eingehen auf die Texte anderer Leute, das sei mir nun eine Weile nachgesehen. Blöd, ich weiss. Unhöflich auch. Aber wie gesagt: Ich möchte nicht das Problem bekommen, das meine Heldin zu haben nicht vermeiden konnte. Seit Tagen nun schon freue ich mich etwa über diesen Text.

Meine Mutter fragt, ob sie mir Kriminalromane bringen soll, aber die besten Erpressergeschichten und Steuerhinterzieherkriminellen finde ich gerade im Internet und in den Weltzentren des Finanzmarktterrorismus London und New York. Ganz ehrlich, wenn sich ein normaler Bürger beim Steuervermeiden so benehmen würden wie die Spitze von JP Morgan, dann hätte der in Nullkommenichts sowas von die Steuerfahndung daheim, dass er danach quieken würde. Angesichts der angesprochenen Personen würde es mich dann auch nicht überraschen, wenn sie es vor Gericht tun müssten. Und die Konstruktionen, mit denen Firmen Geld rausschmeissen, um ihren fetten Bankstern ohne Steuern an der Spitze noch mehr reinzuschieben - gegen die sollte man Beizeiten auch ein Gesetz erlassen. Verstehen Bankster eigentlich erst was, wenn der Mob ihre Bankeingänge verrammelt und anzündet?
donalphons, 00:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 28. Dezember 2009
Was heisst schon Wahrheit
Die Wahrheit ist so hässlich wie der Tag und so unhöflich wie ein Kommentarspammer, sie ist wahr, aber das war es dann aber auch schon. Sie ist nicht charmant, erfindungsreich, literarisch, und ausserdem zum Gebrauch in der besseren Gesellschaft extrem ungeeignet.

Um so schlimmer, dass nun der ein oder andere Reingeschmeckte anfängt, mit dieser Wahrheit in meinem Umfeld rumzuzündeln. Das, sage ich in der FAZ, ist nicht fein.

Um so schlimmer, dass nun der ein oder andere Reingeschmeckte anfängt, mit dieser Wahrheit in meinem Umfeld rumzuzündeln. Das, sage ich in der FAZ, ist nicht fein.
donalphons, 00:59h
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Bild des Jahres
Ich habe gerade einiges am Hals; ein Strick ist nicht darunter, aber doch so manches, auf das ich gern verzichten würde. Für das Schreiben bin ich jedenfalls momentan definitiv nicht klug genug. Statt einer längeren Erzählung, warum ich heute Abend nicht mit Iris essen gehen kann, hier vielleicht das Ergebnis der Bildersichtung von 2009. Das hier ist von allen Bildern- und es waren enorm viele, man glaubt gar nicht, was so eine Digitalkamera mit dem photographischen Sehen macht - vielleicht, vermutlich mein Lieblingsbild, gerade weil, was bei mir in Sachen Veröffentlichung selten ist, darauf Menschen zu sehen sind:
Grossbild
Brescia am 14. Mai 2009, vor der Mille Miglia.
Genauso neugierig, interessiert und angetan möchte ich auch in das Jahr 2010 schauen, und auf der Millie Miglia werde ich natürlich auch wieder sein. Die ist diesmal fast 2 Wochen früher. Dann bleibt danach mehr Zeit für anderes.
Grossbild
Brescia am 14. Mai 2009, vor der Mille Miglia.
Genauso neugierig, interessiert und angetan möchte ich auch in das Jahr 2010 schauen, und auf der Millie Miglia werde ich natürlich auch wieder sein. Die ist diesmal fast 2 Wochen früher. Dann bleibt danach mehr Zeit für anderes.
donalphons, 20:43h
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Samstag, 26. Dezember 2009
Obama noch irrer als Bush und andere Absonderlichkeiten
Ein alte Weisheit im Nachrichtengeschäft geht so: Sage es zu Weihnachten, da kriegen es nur die wenigsten mit. Und von den USA über Japan bis zu den Deutschen scheint man sich daran zu halten. Stunden unangenehmer Halb- oder Viertelwahrheiten zu stiller Nacht, wo keine Rebellion zu erwarten ist.
In den USA hat man bekanntlich "Change" und Obama gewählt, um die Finanzkrise zu beenden. Nun rennen bei Obama ja so einige wallstreetnahe Figuren rum, und wie es aussieht, wissen die genau, wie die das Platzen der Immobilienblase aufhalten wollen: Mit dem Aufblasen der nächsten Immobilienblase. Die Kreditfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac können ab sofort Verluste in unbegrenzter Höhe beim Staat geltend machen. Unter Bush hat man diese Fässer ohne Boden wenigstens nur gerettet, wenn es "unumgänglich" war - etwa, um mit Krediten spekulierende Wallstreetbankster vor Verlusten zu schützen. So, wie es jetzt läuft, ist es eine Einladung für Bankster, Immobilienhaie und andere Finanzmarktkriminelle, wieder fröhlich auch an die Schwächsten Kredite zu vergeben, wertlose Häuser an Leute verkaufen, die es sich nicht leisten können, Prämien und Provisionen kassieren, die Risiken an die Finanzierer weiterreichen, und die wiederum lassen den Staat bluten. Ein Selbstbedienungsladen für all den Abschaum, der uns die aktuelle Krise eingebrockt hat, mit grenzenloser Sicherheit. Keine Risiken mehr, der Staat übernimmt alles. Das Kalkül dürfte wohl so aussehen: Dann steigen die Hauspreise, die Kredite auf Häuser können wieder steigen, die Konsumenten geben mehr Geld aus, die Firmen verdienen mehr, die Aktien steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt, alles wird wieder so, wie es war, die Blase ist tot, es lebe die Blase, und mit etwas Glück kommen dann auch gar nicht so viele Kreditausfälle... mit etwas Pech jedoch platzt auch diese Blase, und dann?

Dann geht es den USA vielleicht wie den Iren oder den Japanern mit Rekorddefiziten. Und während sich die Iren für ihre kriminellen Banken in die 70er Jahre zurücksparen, leihen sich die Japaner mal eben die Hälfte ihres Jahreshaushaltes zusammen. Was bleibt einem schon übrig, wenn die Steuereinnahmen wegbrechen, und nur ein paar Bankster mehr kassieren.
Aber wenn nun nach 8 Jahren Krieg in Afghanistan der Bundeskriegsminister auf die Idee kommt, es mal mit den "gemässigten Taliban" anstelle eines korrupten Wahlfälschers zu versuchen, und man sich fragt, gegen wen zum Teufel man da eigentlich all die Jahre die Freiheit, die Demokratie und die Frauenrechte verteidigt hat - dann muss man vielleicht gar nicht so weit gehen, um einen Eindruck von dem zu bekommen, was 2010 und 2011 nich alles an lustigen Verwerfungen bringen werden.
In den USA hat man bekanntlich "Change" und Obama gewählt, um die Finanzkrise zu beenden. Nun rennen bei Obama ja so einige wallstreetnahe Figuren rum, und wie es aussieht, wissen die genau, wie die das Platzen der Immobilienblase aufhalten wollen: Mit dem Aufblasen der nächsten Immobilienblase. Die Kreditfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac können ab sofort Verluste in unbegrenzter Höhe beim Staat geltend machen. Unter Bush hat man diese Fässer ohne Boden wenigstens nur gerettet, wenn es "unumgänglich" war - etwa, um mit Krediten spekulierende Wallstreetbankster vor Verlusten zu schützen. So, wie es jetzt läuft, ist es eine Einladung für Bankster, Immobilienhaie und andere Finanzmarktkriminelle, wieder fröhlich auch an die Schwächsten Kredite zu vergeben, wertlose Häuser an Leute verkaufen, die es sich nicht leisten können, Prämien und Provisionen kassieren, die Risiken an die Finanzierer weiterreichen, und die wiederum lassen den Staat bluten. Ein Selbstbedienungsladen für all den Abschaum, der uns die aktuelle Krise eingebrockt hat, mit grenzenloser Sicherheit. Keine Risiken mehr, der Staat übernimmt alles. Das Kalkül dürfte wohl so aussehen: Dann steigen die Hauspreise, die Kredite auf Häuser können wieder steigen, die Konsumenten geben mehr Geld aus, die Firmen verdienen mehr, die Aktien steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt, alles wird wieder so, wie es war, die Blase ist tot, es lebe die Blase, und mit etwas Glück kommen dann auch gar nicht so viele Kreditausfälle... mit etwas Pech jedoch platzt auch diese Blase, und dann?

Dann geht es den USA vielleicht wie den Iren oder den Japanern mit Rekorddefiziten. Und während sich die Iren für ihre kriminellen Banken in die 70er Jahre zurücksparen, leihen sich die Japaner mal eben die Hälfte ihres Jahreshaushaltes zusammen. Was bleibt einem schon übrig, wenn die Steuereinnahmen wegbrechen, und nur ein paar Bankster mehr kassieren.
Aber wenn nun nach 8 Jahren Krieg in Afghanistan der Bundeskriegsminister auf die Idee kommt, es mal mit den "gemässigten Taliban" anstelle eines korrupten Wahlfälschers zu versuchen, und man sich fragt, gegen wen zum Teufel man da eigentlich all die Jahre die Freiheit, die Demokratie und die Frauenrechte verteidigt hat - dann muss man vielleicht gar nicht so weit gehen, um einen Eindruck von dem zu bekommen, was 2010 und 2011 nich alles an lustigen Verwerfungen bringen werden.
donalphons, 21:12h
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Freitag, 25. Dezember 2009
Das Einzige
was ich 2010 noch lieber als die globalen Risikobankster und ihre Spekulationsstrukturen zerschlagen sehen möchte, ist das Mörderregime der chinesischen Kommunisten. Immerhin, indem ich das Geld jenseits der Bank (ausser einer regional agierenden Bauernbank) habe und so wenig wie möglich Zeug aus China kaufe, kann ich ein wenig dazu beitragen, beide zu schädingen.
Alles andere kommt erst mit enormen Abstand.
Alles andere kommt erst mit enormen Abstand.
donalphons, 18:26h
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Donnerstag, 24. Dezember 2009
Das richtige Opfer.
Nur Idioten diskriminieren alles und jeden, um sich selbst besser darzustellen. Könner setzen Diskriminierung gezielt ein, um Machtbalancen zu erhalten und Grenzüberschreitungen abzuwehren. Natürlich würde man das nie, unter keinen Umständen zugeben.

Aber genau deshalb macht es ja auch Spass, darüber zu reden, wie es wirklich geht. Denn den Aufsteiger erkennt man daran, wie er diskriminiert, und folglich auch daran, wie man ihn dafür abstraft. Ein heikles Thema in der FAZ zu Weihnachten, da man nie weiss, wen man trifft.

Aber genau deshalb macht es ja auch Spass, darüber zu reden, wie es wirklich geht. Denn den Aufsteiger erkennt man daran, wie er diskriminiert, und folglich auch daran, wie man ihn dafür abstraft. Ein heikles Thema in der FAZ zu Weihnachten, da man nie weiss, wen man trifft.
donalphons, 14:26h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Das Ende der Rottacher Hundedecken.
Ich war jung und brauchte das Geld nicht besonders. Das muss 1992 gewesen sein, im Frühling. Damals war ich in der - inzwischen längst verschwundenen - Designerabteilung von Beck am Rathauseck und sah mir die neuen Kollektionen von Gaultier und Gaultier pour Gibo an. In einer Welt, in der Schwarz das mass aller Dinge war, hatte Gaultier offensichtlich seine Vorliebe für ältere Mathematiklehrer entdeckt. Anders konnten wir - Söhne von Eltern - uns nicht vorstellen, wieso er jetzt nach all den tollen, exzentrischen schwarzen Dingen mit Schalkrägen und Schlitzen Männer unseres Alters in braunbeigem Glenn Check sehen wollte. Wir begriffen, dass wir mit der Mode nicht mehr mitkamen, und fühlten uns plötzlich sehr alt. Zwei Jahre später gab es die Muster auch bei Boss und anderen Häusern, aber da kümmerten wir uns schon nicht mehr drum und hatten, auch wegen Techno und den andrängenden Turnschuhmassen, andere Interessen.
Dieser Tag vor der neuen Linie von Gaultier markierte das Ende meiner nicht gerade bescheidenen Kleidersammelwut. Von da an trug ich auf, kaufte ab und an etwas dazu, aber es war mir nicht mehr so wichtig. Hätte man mir aber an jenem fernen Tag gesagt, dass ich dereinst innerhalb von ein paar Wochen wieder 25 Jacketts erwerben würde, mehr als je zuvor, auch in meinen schlimmsten Zeiten zwischen Annas und Holy's, und davon ein Dutzend, die wir damals verächtlich als "Hundedecken" bezeichneten - ich hätte das nicht geglaubt. Aber ich hätte mir ja auch nicht vorstellen können, dass Umfragen für die CSU auf 40-x lauten könnten. Oder dass meine Freunde von damals als Familienväter Angst habem, ihre Kinder könnten mal so werden, wie wir damals. Wie auch immer:

Über die 30 Hemden reden wir erst besser gar nicht. Aber nun ist es eben endgültig, nach 80 Jahren schliesst die Firma, bei der schon mein Grossvater und mein Vater Masskonfektion einkauften, die einfach zur Stadt gehörte und über die man sie nie besondere Gedanken gemacht hat. "Es ist egal, welche Marke drin steht, solange es von uns gemacht ist", hiess der halb bescheidene, halb grosse Anspruch, und das Elend ist: Wenn man erst mal eine gewisse Qualität gewohnt ist, kann man unendlich schlecht wieder hinabsteigen. Dann lieber ein guter Vorrat an Rottacher Hundedecken von Loro Piano, lieber ein Karo mehr als eines zu wenig, denn mit dem heutigen Tag wird hier nichts mehr nachkommen. Es ist vorbei. Und es ist kein Platz mehr im Schrank. Am Tegernsee, da ist noch Platz.
Als wäre das ferne Hohnlachen von Jean Paul Gaultier über all meine Hundedecken nicht genug, war es dann ausgerechnet auch noch das Shooting Jacket, das mir - wie alles, was mit jagd zu tun hat - bestens gestanden hat. An dieser Stelle bitte das sonore Lachen meines tiereabknallenden Grossvaters vorstellen. Man kann so etwas nicht mal in Rottach tragen, höchsten auf Bergwanderungen und beim Rodeln, aber egal - entweder man greift zu, oder man steht nie mehr, zumindest in diesem Rahmen vor der Wahl, bei so einem Stück zuzugreifen.
Früher war es ein Rausch, solche Stücke zu kaufen und auszuführen. Heute dagegen endet die Geschichte. Ich werde noch 10 Jahre haben, die Stücke aufzutragen, das Leinen zu knittern und das Kaschmir frierenden Frauen um die Schultern zu legen, so exzentrisch wie mein Sunbeam zu wirken und immer noch eine Jacke extra haben - aber lieber wäre es mir gewesen, wenn ich einfach jede Saison zwei, drei Stücke hätte nachkaufen können. So biegt sich der Schrank unter der Last, es ist die beste und einzige Lösung - eine immer noch reichlich teure Lösung, aber das ist es nicht. Es ist das Ende der Tradition, das die beste aller möglichen Welten so schal und elend erscheinen lässt. Wie der Tag, als sie das letzte Hutgeschäft der Stadt geschlossen haben, weil die Sparkasse das Haus an einen Investor verkaufte, der den Inhabern nach drei Generationen sofort kündigte. Früher war Einkaufen Verschwendung. Die letzten Wochen war es Notwehr.
Ich brauche endlich einen Schneider. Immerhin habe ich ein paar Jahre Zeit, einen zu suchen - Rottacher Hundedecken waren nach Gaultier nicht mehr modern und werden auch nicht mehr veraltet sein.
Dieser Tag vor der neuen Linie von Gaultier markierte das Ende meiner nicht gerade bescheidenen Kleidersammelwut. Von da an trug ich auf, kaufte ab und an etwas dazu, aber es war mir nicht mehr so wichtig. Hätte man mir aber an jenem fernen Tag gesagt, dass ich dereinst innerhalb von ein paar Wochen wieder 25 Jacketts erwerben würde, mehr als je zuvor, auch in meinen schlimmsten Zeiten zwischen Annas und Holy's, und davon ein Dutzend, die wir damals verächtlich als "Hundedecken" bezeichneten - ich hätte das nicht geglaubt. Aber ich hätte mir ja auch nicht vorstellen können, dass Umfragen für die CSU auf 40-x lauten könnten. Oder dass meine Freunde von damals als Familienväter Angst habem, ihre Kinder könnten mal so werden, wie wir damals. Wie auch immer:

Über die 30 Hemden reden wir erst besser gar nicht. Aber nun ist es eben endgültig, nach 80 Jahren schliesst die Firma, bei der schon mein Grossvater und mein Vater Masskonfektion einkauften, die einfach zur Stadt gehörte und über die man sie nie besondere Gedanken gemacht hat. "Es ist egal, welche Marke drin steht, solange es von uns gemacht ist", hiess der halb bescheidene, halb grosse Anspruch, und das Elend ist: Wenn man erst mal eine gewisse Qualität gewohnt ist, kann man unendlich schlecht wieder hinabsteigen. Dann lieber ein guter Vorrat an Rottacher Hundedecken von Loro Piano, lieber ein Karo mehr als eines zu wenig, denn mit dem heutigen Tag wird hier nichts mehr nachkommen. Es ist vorbei. Und es ist kein Platz mehr im Schrank. Am Tegernsee, da ist noch Platz.
Als wäre das ferne Hohnlachen von Jean Paul Gaultier über all meine Hundedecken nicht genug, war es dann ausgerechnet auch noch das Shooting Jacket, das mir - wie alles, was mit jagd zu tun hat - bestens gestanden hat. An dieser Stelle bitte das sonore Lachen meines tiereabknallenden Grossvaters vorstellen. Man kann so etwas nicht mal in Rottach tragen, höchsten auf Bergwanderungen und beim Rodeln, aber egal - entweder man greift zu, oder man steht nie mehr, zumindest in diesem Rahmen vor der Wahl, bei so einem Stück zuzugreifen.
Früher war es ein Rausch, solche Stücke zu kaufen und auszuführen. Heute dagegen endet die Geschichte. Ich werde noch 10 Jahre haben, die Stücke aufzutragen, das Leinen zu knittern und das Kaschmir frierenden Frauen um die Schultern zu legen, so exzentrisch wie mein Sunbeam zu wirken und immer noch eine Jacke extra haben - aber lieber wäre es mir gewesen, wenn ich einfach jede Saison zwei, drei Stücke hätte nachkaufen können. So biegt sich der Schrank unter der Last, es ist die beste und einzige Lösung - eine immer noch reichlich teure Lösung, aber das ist es nicht. Es ist das Ende der Tradition, das die beste aller möglichen Welten so schal und elend erscheinen lässt. Wie der Tag, als sie das letzte Hutgeschäft der Stadt geschlossen haben, weil die Sparkasse das Haus an einen Investor verkaufte, der den Inhabern nach drei Generationen sofort kündigte. Früher war Einkaufen Verschwendung. Die letzten Wochen war es Notwehr.
Ich brauche endlich einen Schneider. Immerhin habe ich ein paar Jahre Zeit, einen zu suchen - Rottacher Hundedecken waren nach Gaultier nicht mehr modern und werden auch nicht mehr veraltet sein.
donalphons, 21:16h
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