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Mittwoch, 23. Dezember 2009
Bankenlose Sparquote
Ich persönlich mag das Gefühl überhaupt nicht, Geld auf der Bank zu haben. Ich traue denen nicht, ich traue dem System nicht, ich traue den gekauften Politikern von Sausemerkel bis Wallstreetobama nicht. Im Ernst, für 10 lumpige Cent Wahlkampfschmierung würden die Robbenbabys totschlagen und Kinder in den Strassengraben schicken. Deshalb weiche ich auf alternative "alternative Investments" aus.

Laut werde ich dann lachen, wenn die Berufsverbrecher aus Banken und Politik bei der nächsten kommenden Krise einen Währungsschnitt machen, laut werde ich lachen, wenn es auch diemal wieder in den Graben geht, weil man es versäumt hat, die Räuber in Frankfurt, London und New York in jenes Guantanamo zu verfrachten, wo die anderen Terroristen sind. Laut aber lache ich schon jetzt, wenn ich an sich durchaus loyale Medien lese, die ich hier empfehlen möchte.
Einmal eine Abrechnung mit Obama in der Huffington Post mit knapp 4000 Kommentaren, die das tut, wozu andere zu feige sind.
Und dann bei Bloomberg die haarsträubende Geschichte der staatlichen Schmierung von Goldman Sachs, aufgemacht an einem krassen Einzelbeispiel der öffentlichen Förderung für deren neues Hauptquartier.
Bitte lesen. Es ist wichtig zu wissen, in welcher Welt wir leben, und mit was man offensichtlich zusammenleben muss.

Laut werde ich dann lachen, wenn die Berufsverbrecher aus Banken und Politik bei der nächsten kommenden Krise einen Währungsschnitt machen, laut werde ich lachen, wenn es auch diemal wieder in den Graben geht, weil man es versäumt hat, die Räuber in Frankfurt, London und New York in jenes Guantanamo zu verfrachten, wo die anderen Terroristen sind. Laut aber lache ich schon jetzt, wenn ich an sich durchaus loyale Medien lese, die ich hier empfehlen möchte.
Einmal eine Abrechnung mit Obama in der Huffington Post mit knapp 4000 Kommentaren, die das tut, wozu andere zu feige sind.
Und dann bei Bloomberg die haarsträubende Geschichte der staatlichen Schmierung von Goldman Sachs, aufgemacht an einem krassen Einzelbeispiel der öffentlichen Förderung für deren neues Hauptquartier.
Bitte lesen. Es ist wichtig zu wissen, in welcher Welt wir leben, und mit was man offensichtlich zusammenleben muss.
donalphons, 00:52h
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Die grosse GriechenEuroFrankenBalkanÖsiMalaise
geht in etwa so: Im ersten Schritt haben wir die Griechen. Korrupt, verschwenderisch, mit gefälschten Bilanzen seit Perikles und maroder Wirtschaft seit Homer. Griechenland hat ein enormes Defizit und gerade wieder eine Abwertung seiner Schulden kassiert.
Eine Abwertung der Schulden ist insofern schlecht, als es das Land weiter in die Schulden drückt, ohne dass klar wäre, wie es sie je zurück zahlen könnte, wenn sie doch das schöne Geld zum Schmieren ihrer Politikerkaste brauchen. Griechenland dümpelt weiter in Richtung Pleite, die aber kaum kommt, weil sie den Euro haben. Gut für die Griechen, schlecht für den Euro. Der wertet ab, denn wer will schon eine Währung mit solchen Pleitekandidaten an der Geldpresse. Der Euro verliert nicht unbedingt gegen den Dollar, denn die Amerikaner haben eigene Probleme mit geschönten, äh nach unten korrigierten Bilanzen (und sind, im Vertrauen, auch nur so eine Art korruptes Griechenland ohne Geschichte, aber mit Atombomben). Hier gibt es also ein Rattenrennen zur Apokalypse. Dagegen sieht es in der Schweiz besser aus.
Wir erinnern uns, mit der UBS und der CS stand die Schweiz an der Pleite, aber mit dem Erstarken der Börsen und dem Wiederaufblasen wertloser Papiere durch die Amigriechen schaut es wider besser aus, auch wenn die Schweiz inzwischen so tut, als würde sie keine Steuerhinterziehung anderer Leute mehr dulden. Die Geschäfte laufen wieder einigermassen, die Bilanzen sehen im internationalen Vergleich ganz gut aus, und man fährt gerne dort hin - also steigt der Franken gegenüber Dollar und Euro, und im Schlepptau auch gegenüber den Währungen in Osteuropa. Schlecht für amerikanische Urlauber, noch schlechter aber für den Balkan, die die meisten Kredite in Schweizer Franken über österreichische Banken bekamen.
Diese Leutchen müssen nun in ihren Währungen für diese sog. Carry Trades mit niedrigen Zinsen in ihrer Heimatwährung oder auch, wenn es Drogendealer, Politiker und andere Kriminelle sind, in der Schattenwährung Euro wieder mehr zahlen. Oder sie machen es wie die Kroaten, deren Yachten über die Hypo Alpe Adria finanziert und dann verschwunden wurden. Es ächzt der Balkanbewohner, und wenn er nicht mehr kann oder will, geht er pleite. Bei einer zumeist österreichischen Bank. Die wiederum muss trotzdem das in der Schweiz geliehene Geld für die Kredite zurückzahlen. Und zwar voll in Franken. Das geht Böse ins Eigenkapital der Ösibanken. Blöderweise ist es ohnehin so, dass die Ösis verdammt wenig Eigenkapital bei ihren Banken haben.
So weit, so schlecht, sollte man meinen. Die Schweizer tun ihr Möglichstes, den Euro bei 1,50 Franken zu stabilisieren, aber es ist nicht klar, wie lange das gut gehen kann. Den Ösis geht es solange trotzdem dreckig, und die Griechen kümmern sich nicht ernsthaft um den Euro. Man kann sich das wie eine Streckbank vorstellen, aber noch zerreisst es die Ösis nicht. Allerdings will ein gewisses Baselabkommen höheres Eigenkapital in den Banken sehen. Und das müsste man sich auf dem freien Markt beschaffen, wenn man eine Ösibank ist. Nur - wer zahlt in eine Bank ein, deren Eigenkapital gerade rausfliesst, weil der Franken nach oben geht und die Carry Trades platzen? Und das in Euro, die abrauchen, wenn Griechenland und vielleicht auch Österreich abrauchen, weil dort die Banken zu viele Probleme haben, die Löcher zu stopfen? Und das dortige Regime (mit griechischen Anleihen) auch schon aus dem letzten Loch pfeift?
Europa knirscht gerade mit dem österreichischen Rückenmark Richtung Balkan, wie schon 1914, nur anders, eher so wie 1929. Haben Sie also ein Auge auf den Schweizer Franken. Diese dumme, kleine Bergwährung kann durchaus Geschichte schreiben, und den ganzen Balkan anzünden - und den Euroraum damit gleich auch. Wenn der Euroraum eine Firma wäre, hätte er Griechenland und Österreich längst verkauft.
Eine Abwertung der Schulden ist insofern schlecht, als es das Land weiter in die Schulden drückt, ohne dass klar wäre, wie es sie je zurück zahlen könnte, wenn sie doch das schöne Geld zum Schmieren ihrer Politikerkaste brauchen. Griechenland dümpelt weiter in Richtung Pleite, die aber kaum kommt, weil sie den Euro haben. Gut für die Griechen, schlecht für den Euro. Der wertet ab, denn wer will schon eine Währung mit solchen Pleitekandidaten an der Geldpresse. Der Euro verliert nicht unbedingt gegen den Dollar, denn die Amerikaner haben eigene Probleme mit geschönten, äh nach unten korrigierten Bilanzen (und sind, im Vertrauen, auch nur so eine Art korruptes Griechenland ohne Geschichte, aber mit Atombomben). Hier gibt es also ein Rattenrennen zur Apokalypse. Dagegen sieht es in der Schweiz besser aus.
Wir erinnern uns, mit der UBS und der CS stand die Schweiz an der Pleite, aber mit dem Erstarken der Börsen und dem Wiederaufblasen wertloser Papiere durch die Amigriechen schaut es wider besser aus, auch wenn die Schweiz inzwischen so tut, als würde sie keine Steuerhinterziehung anderer Leute mehr dulden. Die Geschäfte laufen wieder einigermassen, die Bilanzen sehen im internationalen Vergleich ganz gut aus, und man fährt gerne dort hin - also steigt der Franken gegenüber Dollar und Euro, und im Schlepptau auch gegenüber den Währungen in Osteuropa. Schlecht für amerikanische Urlauber, noch schlechter aber für den Balkan, die die meisten Kredite in Schweizer Franken über österreichische Banken bekamen.
Diese Leutchen müssen nun in ihren Währungen für diese sog. Carry Trades mit niedrigen Zinsen in ihrer Heimatwährung oder auch, wenn es Drogendealer, Politiker und andere Kriminelle sind, in der Schattenwährung Euro wieder mehr zahlen. Oder sie machen es wie die Kroaten, deren Yachten über die Hypo Alpe Adria finanziert und dann verschwunden wurden. Es ächzt der Balkanbewohner, und wenn er nicht mehr kann oder will, geht er pleite. Bei einer zumeist österreichischen Bank. Die wiederum muss trotzdem das in der Schweiz geliehene Geld für die Kredite zurückzahlen. Und zwar voll in Franken. Das geht Böse ins Eigenkapital der Ösibanken. Blöderweise ist es ohnehin so, dass die Ösis verdammt wenig Eigenkapital bei ihren Banken haben.
So weit, so schlecht, sollte man meinen. Die Schweizer tun ihr Möglichstes, den Euro bei 1,50 Franken zu stabilisieren, aber es ist nicht klar, wie lange das gut gehen kann. Den Ösis geht es solange trotzdem dreckig, und die Griechen kümmern sich nicht ernsthaft um den Euro. Man kann sich das wie eine Streckbank vorstellen, aber noch zerreisst es die Ösis nicht. Allerdings will ein gewisses Baselabkommen höheres Eigenkapital in den Banken sehen. Und das müsste man sich auf dem freien Markt beschaffen, wenn man eine Ösibank ist. Nur - wer zahlt in eine Bank ein, deren Eigenkapital gerade rausfliesst, weil der Franken nach oben geht und die Carry Trades platzen? Und das in Euro, die abrauchen, wenn Griechenland und vielleicht auch Österreich abrauchen, weil dort die Banken zu viele Probleme haben, die Löcher zu stopfen? Und das dortige Regime (mit griechischen Anleihen) auch schon aus dem letzten Loch pfeift?
Europa knirscht gerade mit dem österreichischen Rückenmark Richtung Balkan, wie schon 1914, nur anders, eher so wie 1929. Haben Sie also ein Auge auf den Schweizer Franken. Diese dumme, kleine Bergwährung kann durchaus Geschichte schreiben, und den ganzen Balkan anzünden - und den Euroraum damit gleich auch. Wenn der Euroraum eine Firma wäre, hätte er Griechenland und Österreich längst verkauft.
donalphons, 19:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 21. Dezember 2009
Selbstruinierung für den Job
Normalerweise ist es ja so, dass man arbeitet, Geld verdient und vermögend wird. Gestern jedoch war ich in Pfaffenhofen, nach einer Nacht, in der ich schon wieder über einem Konzept eingeschlafen bin. Das Konzept lautet ungefährt "Diensturlaubsplanung mit der FAZ im Rücken für 2010" und basiert auf der losen Idee, in einem grossen Koffer das Beste des Alten Europa zusammenzutragen. Gewissermassen eine Reisefolge, beginnend bei Tuch und Trüffel bis was immer da kommen sollte. Und ich bin doch so schlecht im Konzeptschreiben. Also fuhr ich nach Pfaffenhofen, um mich abzulenken, und hob viel Geld ab, nur für den Fall, dass dort etwas Besonderes sei. Es war:
Das grösste Reisenecessaire, das ich je gesehen habe. Das "Ich fahre jetzt für drei Monate nach Afrika zum Elefantenschiessen"-Reisenecessaire mit - allem, einfach allem ausser der vierläufigen Elefantenbuchse (Achtung Literaturhinweis! Welches berühmte Werk der afrikanischen Hochliteratur ist hier gemeint?). 18 Kilo Leder, Elfenbein, Silber und Kristall. Ein absolut unverkäufliches Monstrum, weil zu teuer und wer kann das schon brauchen oder tragen. Ausser natürlich einem Autor, der einen Koffer braucht, um ihn im alten Europa zu füllen. Ein Koffer, der sich passgenau in alle Intentionen einfügt. Mit Ausnahme des Preises. Noch so ein paar Beiträge, und ich muss eine Wohnung verkaufen. Auf dem Heimweg musste ich mir bei der Copilotin Geld für Benzin leihen - ich war zu geschockt, um noch bei der Bank meine Geheimzahl aus dem Hirn zu pressen. Und all das nur, um den Lesern in der FAZ und auf diesem Blog weitere Möglichkeiten zu geben, mich zu weiteren sinnlosen Käufen anzustacheln.
Wenn das die Gewerkschaften wüssten. Grossen Koffer-Pr0n gibt es hier.
Das grösste Reisenecessaire, das ich je gesehen habe. Das "Ich fahre jetzt für drei Monate nach Afrika zum Elefantenschiessen"-Reisenecessaire mit - allem, einfach allem ausser der vierläufigen Elefantenbuchse (Achtung Literaturhinweis! Welches berühmte Werk der afrikanischen Hochliteratur ist hier gemeint?). 18 Kilo Leder, Elfenbein, Silber und Kristall. Ein absolut unverkäufliches Monstrum, weil zu teuer und wer kann das schon brauchen oder tragen. Ausser natürlich einem Autor, der einen Koffer braucht, um ihn im alten Europa zu füllen. Ein Koffer, der sich passgenau in alle Intentionen einfügt. Mit Ausnahme des Preises. Noch so ein paar Beiträge, und ich muss eine Wohnung verkaufen. Auf dem Heimweg musste ich mir bei der Copilotin Geld für Benzin leihen - ich war zu geschockt, um noch bei der Bank meine Geheimzahl aus dem Hirn zu pressen. Und all das nur, um den Lesern in der FAZ und auf diesem Blog weitere Möglichkeiten zu geben, mich zu weiteren sinnlosen Käufen anzustacheln.
Wenn das die Gewerkschaften wüssten. Grossen Koffer-Pr0n gibt es hier.
donalphons, 21:12h
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Der letzte frohe Mensch auf Erden
Um mich herum geht es Menschen schlecht. Egal wohin ich schaue, Frust, Ärger, schlechte Stimmung, als hätte sich dieses 2009 mit all seinen Schattenseiten in den Menschen festgesetzt. Das meistgehörte Wort der letzten Wochen lautet "Burnout", gesprochen von jenen, die dachten, dass sie sich schon wieder irgendwie regenerieren können. Das geht manchmal, aber wenn der Kürper ohnehin nur widerwillig in die Kälte geht, brauchen sie die Abwehrkräfte für etwas anderes.
Nun bin ich bekanntermassen nicht nur der höflichste Mensch der Erde, sondern gemeinhin auch der bestgelaunteste. Ich esse viel und schlafe fest, ich mache jede Arbeit gerne und lasse keine Katze ohne Begeisterungsrufe vorüber gehen. Meine innere Entflammbarkeit ist bei einer Grenztemperatur zu finden, wo bei anderen noch protestantische Ablehnung regiert. Viele sagen mir, meine Sorglosigkeit würde mir noch mal das Genick brechen, aber ich habe einen dicken Hals wie ein Baumstumpf, und seltsamerweise sind es stets die anderen, deren Köpfe haltlos herunter hängen.

"Bruder Leichtfuss" nennt man das in Familienkreisen, vermutlich ein Erbe eines Grossvaters, der die angenehmen Seiten des Daseins immer für sich zu entdecken wusste, und nachdem ich im Gegensatz zu ihm kein schwerer Raucher bin, sehe ich auch gute Chancen, bis ins hohe Alter so zu bleiben. Es wäre nur ganz nett, wenn andere um mich herum aufhören könnten, sich selbst kaputt zu machen. Nicht dass es auf mich abfärbt. Aber die Welt dreht sich von selbst, und es komt, wie es kommt, und es ist, wie es ist. Mei. Lasst es halt krachen, sage ich, und werde nicht erhört.

Es sind enorm sinnesunlustige Zeiten, es wird schnell dunkel und die Nächte sind bitterkalt, und wenn man nach dem Frieren auch noch eine kalte Dusche überflüssiger Problee abbekommt, nebst einer Ablehnung der Angebote, das tatkräftig zu beheben - fragt man sich eben, wie es wäre, wäre es denn anders. Seit Jahr und Tag geht man mir auf Nerven, ich sollte doch mal eine Liebesgeschichte - all diese vergeudeten, sinnlos vergeudeten Leben schaffen das, was andere nicht schaffen: Dass ich phantasiere, wie es denn wäre, wenn es nur ein klein wenig anders wäre. Ein ganz klein wenig anders, von mir aus auch mit Burnout, aber ohne das Verkriechen in Löcher und weitermachen.

Ja, es schneit, ja, es ist kalt, und ja, es könnte bsser sein. Ja, ich muss sogar um 12 noch raus und Schnee schippen. Irgendwie kann ich dem auch etwas abgewinnen, wenn ich hoch zu meinem Haus schaue. Der Kaschmirpulli ist warm, die Arbeit tut ein übriges, ich summe eine lustige Rossiniweise, nachher mache ich eine Suppe, es geht mir gut. Ich bin vielleicht der letzte gut gelaunte Mensch auf dieser Erde. Muss es auch geben. Einen, der brennt, und nicht ausbrennt.
Nun bin ich bekanntermassen nicht nur der höflichste Mensch der Erde, sondern gemeinhin auch der bestgelaunteste. Ich esse viel und schlafe fest, ich mache jede Arbeit gerne und lasse keine Katze ohne Begeisterungsrufe vorüber gehen. Meine innere Entflammbarkeit ist bei einer Grenztemperatur zu finden, wo bei anderen noch protestantische Ablehnung regiert. Viele sagen mir, meine Sorglosigkeit würde mir noch mal das Genick brechen, aber ich habe einen dicken Hals wie ein Baumstumpf, und seltsamerweise sind es stets die anderen, deren Köpfe haltlos herunter hängen.

"Bruder Leichtfuss" nennt man das in Familienkreisen, vermutlich ein Erbe eines Grossvaters, der die angenehmen Seiten des Daseins immer für sich zu entdecken wusste, und nachdem ich im Gegensatz zu ihm kein schwerer Raucher bin, sehe ich auch gute Chancen, bis ins hohe Alter so zu bleiben. Es wäre nur ganz nett, wenn andere um mich herum aufhören könnten, sich selbst kaputt zu machen. Nicht dass es auf mich abfärbt. Aber die Welt dreht sich von selbst, und es komt, wie es kommt, und es ist, wie es ist. Mei. Lasst es halt krachen, sage ich, und werde nicht erhört.

Es sind enorm sinnesunlustige Zeiten, es wird schnell dunkel und die Nächte sind bitterkalt, und wenn man nach dem Frieren auch noch eine kalte Dusche überflüssiger Problee abbekommt, nebst einer Ablehnung der Angebote, das tatkräftig zu beheben - fragt man sich eben, wie es wäre, wäre es denn anders. Seit Jahr und Tag geht man mir auf Nerven, ich sollte doch mal eine Liebesgeschichte - all diese vergeudeten, sinnlos vergeudeten Leben schaffen das, was andere nicht schaffen: Dass ich phantasiere, wie es denn wäre, wenn es nur ein klein wenig anders wäre. Ein ganz klein wenig anders, von mir aus auch mit Burnout, aber ohne das Verkriechen in Löcher und weitermachen.

Ja, es schneit, ja, es ist kalt, und ja, es könnte bsser sein. Ja, ich muss sogar um 12 noch raus und Schnee schippen. Irgendwie kann ich dem auch etwas abgewinnen, wenn ich hoch zu meinem Haus schaue. Der Kaschmirpulli ist warm, die Arbeit tut ein übriges, ich summe eine lustige Rossiniweise, nachher mache ich eine Suppe, es geht mir gut. Ich bin vielleicht der letzte gut gelaunte Mensch auf dieser Erde. Muss es auch geben. Einen, der brennt, und nicht ausbrennt.
donalphons, 14:15h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 20. Dezember 2009
Alte Männer lassen mich schlecht aussehen.
Da war dieses Kaschmirsakko in Blaugrau mit grünbraunem Karo. Ein Sakko, bei dem man sofort an einen sanft hügelige, grüne Landschaft denkt, eine enge, kurvenreiche Strasse und einen alten Sportwagen auf dem Weg zu einem Landgasthof. Man sieht den Stoff und weiss: Das ist nichts, was jeder besitzen oder tragen kann. Ein Sakko, in dem ich so schlecht aussah wie Ulf Poschardt nach seinem Abgang beim SZ Magazin: Nichts passte, es weigerte sich, meine Figur anzunehmen, aus der kostbaren Preziose wurde an mir eine billige Rottacher Hundedecke. Aber dann kam ein alter Mann, mindestens 80 Jahre alt, und probierte es in seiner Grösse. Die Wand hinter ihm löste sich schlagartig auf und gab den Blick frei auf eine Wiese, in etwas Entfernung ein paar Wälder und ein kleines Landhaus, mit einem mittelkleinen Bentley davor. Er sah nicht mehr alt aus, sondern gut, vermögend, klug und nicht im Mindesten geckenhaft. Es war sein Sakko, nur für ihn gemacht und sonst niemanden auf der Welt. Ich widerstand der Versuchung, mir auch eines zu kaufen und noch 40 Jahre zu warten. Mit Mühe.

Letztlich nahm ich ein hellbraun-beiges, sehr unauffälliges Sakko mit etwas Kaschmir und Fischgrätmuster, das man mit Tüchern etwas aufbessern muss, damit es einen nicht wie einen Erbsenzähler im Sonntagsausflugsgewand erscheinen lässt. Damit ging ich zur Kasse hintger. Hinauf schritt ein alter Mann in einem hellbraunen, zweireihigen Mantel, der äusserst weich um seinen Körper schwang. Der Mantel, der aus dem winterlichen Nizza der 20er Jahre aufstanden und gekommen ist, um die Zeit aller Mäntel zu beenden. Der Mantel, den jede Frau anfassen muss, um sich der Realität dieses Stoffes zu versichern. Ich starrte den Besitzer so fassungslos an, dass er mich fragte, wie er mir dienen könnte.
Wenn ich mal so alt bin, möchte ich auch so einen Mantel haben, und einfach nur gebildet und selbstsicher im Leben wirken, wenn ich Kaschmir trage. Wenn ich das schaffe, ist schon einiges erreicht.

Letztlich nahm ich ein hellbraun-beiges, sehr unauffälliges Sakko mit etwas Kaschmir und Fischgrätmuster, das man mit Tüchern etwas aufbessern muss, damit es einen nicht wie einen Erbsenzähler im Sonntagsausflugsgewand erscheinen lässt. Damit ging ich zur Kasse hintger. Hinauf schritt ein alter Mann in einem hellbraunen, zweireihigen Mantel, der äusserst weich um seinen Körper schwang. Der Mantel, der aus dem winterlichen Nizza der 20er Jahre aufstanden und gekommen ist, um die Zeit aller Mäntel zu beenden. Der Mantel, den jede Frau anfassen muss, um sich der Realität dieses Stoffes zu versichern. Ich starrte den Besitzer so fassungslos an, dass er mich fragte, wie er mir dienen könnte.
Wenn ich mal so alt bin, möchte ich auch so einen Mantel haben, und einfach nur gebildet und selbstsicher im Leben wirken, wenn ich Kaschmir trage. Wenn ich das schaffe, ist schon einiges erreicht.
donalphons, 00:14h
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Noch widerlicher als das Wetter
dürfte für manche die Erkenntnis sein, dass sich nichts, aber auch gar nichts für jene geändert hat, die am meisten durch die Krise zu verlieren hatten.

Da gab es ja so ein paar Theorien, die sich als mässig bis gar nicht zutreffend herausgestellt haben. Wüsste man bei uns nicht, dass Krise ist, würde man es nicht merken. Das ist eine feine Sache. In der FAZ.

Da gab es ja so ein paar Theorien, die sich als mässig bis gar nicht zutreffend herausgestellt haben. Wüsste man bei uns nicht, dass Krise ist, würde man es nicht merken. Das ist eine feine Sache. In der FAZ.
donalphons, 14:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 18. Dezember 2009
Zwangsweise mit alten Traditionen brechen
Zum Verreisen gehört das Kofferpacken, und zum Kofferpacken die Erkenntnis, dass man noch dies und jenes brauchen könnte. Also zieht man los und kauft es - wenn es etwas zum Anziehen sein sollte, eine Lederjacke etwa für das cabrio, ein Kaschmirsakko für die empfindlich kalten Frühjahrsabende am Gardasee, ein paar Hemden, falls man doch ein paar Tage länger bleibt, gab es da immer jene Verkaufsstelle des hiesigen Qualitätsherrenbekleider. Man fuhr hin, suchte sich etwas Urlaubsames heraus, und packte es zuoberst in den Koffer. Mochte man auch in der Fremde fündig werden, so wusste man daheim doch, woran man war. Die Fremde hat viel zu bieten, aber dort findet man selten gezielt; man stolpert, aber vielleicht nicht über das, was man noch gebraucht hätte. Meinen Schuster in Verona etwa fand ich, da ich definitiv zu wenig autotaugliche Sakkos dabei hatte. Von den sieben Hemden, die ich bei meinem letzten Krankheitsurlaub und dessen Verlängerunge erstand, waren drei famos und vier nicht so, wie ich das von daheim gewohnt bin.
Nun fliege ich nach London. Zu kurz, um mir dort etwas schneidern zu lassen, mit zu wenig Zeit, um sie in Geschäften zu verschwenden. Normalerweise hätte ich mir am Tag davor gedacht: Oh, britische Wolle wäre nicht schlecht, so in der Art, dass meine Frau Mama von Hundedecken spricht, so richtig englisch eben - ich schaue da mal raus. Allerdings sieht es so aus, dass die Käufer jenes dank der Sparsamkeit des amerikanischen Kreditgebers insolventen Ausstatters die Geschäfte verlagern; die schlechtere Firma geht in die Nähe von München und die bessere an einen Ort namens "Herford", der angeblich in Deutschland und hier wiederum in Regionen liegen soll, die ich nicht kenne und denen ich auch nicht vorgestellt werden möchte. Die dritte, ebenfalls feine Marke ist schon wieder zurück in Paris, wo sie hergekommen ist. Und das all das passiert recht zeitnah. Ob überhaupt etwas hier bleibt, ist mehr als fraglich. Wodurch ich nicht nur gezwungen bin, mein übliches Verhalten um Wochen vorzuziehen. Ich muss es danach vermutlich auch begraben.

Andere reden vielleicht gierig von Schnäppchen und Gelegenheiten, ich dagegen wäre dankbar, wenn ich mich nicht umstellen müsste und auch in Zukunft einfach das bekäme, was ich gerne hätte. Da die meisten hier nur das Zeug für Büros und Besprechungen haben wollen - Schwarz, Grau, Blau, Anthrazit, Uni, Langweilig, Öde - bleibt mir praktisch die komplette Auswahl an allem, was Fischgrät, Punkte, Glen Check und Hahnentritt aufweist, alle warmen Farben und alles, was nach Literat und Schriftsteller aussieht. Bergeweise könnte ich mich eindecken, genug für eine Weltreise kaufen, mein Kleiderschrank daheim ist voll und der am Tegernsee wird sich auch bald biegen, vielleicht fange ich auch an, mich dreimal täglich im Urlaub umzuziehen - im Sunbeam ist ja Platz - aber es ändert nichts daran, das ich bald, sehr bald von der Versorgung und den behäbigen Wurzeln abgeschnitten sein werde. Ich werde den Koffer füllen und losfahren, auf viele Jahre, denn die Schnitte bleiben und Stoffe halten ewig. Genug Zeit, um Alternativen zu finden.
Auf die ich zugunsten der urlaubsverlängernden Tradition aber gerne verzichtet hätte. Nun habe ich alles, was ich für London brauche. Ausser Gummistiefel, natürlich.
Nun fliege ich nach London. Zu kurz, um mir dort etwas schneidern zu lassen, mit zu wenig Zeit, um sie in Geschäften zu verschwenden. Normalerweise hätte ich mir am Tag davor gedacht: Oh, britische Wolle wäre nicht schlecht, so in der Art, dass meine Frau Mama von Hundedecken spricht, so richtig englisch eben - ich schaue da mal raus. Allerdings sieht es so aus, dass die Käufer jenes dank der Sparsamkeit des amerikanischen Kreditgebers insolventen Ausstatters die Geschäfte verlagern; die schlechtere Firma geht in die Nähe von München und die bessere an einen Ort namens "Herford", der angeblich in Deutschland und hier wiederum in Regionen liegen soll, die ich nicht kenne und denen ich auch nicht vorgestellt werden möchte. Die dritte, ebenfalls feine Marke ist schon wieder zurück in Paris, wo sie hergekommen ist. Und das all das passiert recht zeitnah. Ob überhaupt etwas hier bleibt, ist mehr als fraglich. Wodurch ich nicht nur gezwungen bin, mein übliches Verhalten um Wochen vorzuziehen. Ich muss es danach vermutlich auch begraben.

Andere reden vielleicht gierig von Schnäppchen und Gelegenheiten, ich dagegen wäre dankbar, wenn ich mich nicht umstellen müsste und auch in Zukunft einfach das bekäme, was ich gerne hätte. Da die meisten hier nur das Zeug für Büros und Besprechungen haben wollen - Schwarz, Grau, Blau, Anthrazit, Uni, Langweilig, Öde - bleibt mir praktisch die komplette Auswahl an allem, was Fischgrät, Punkte, Glen Check und Hahnentritt aufweist, alle warmen Farben und alles, was nach Literat und Schriftsteller aussieht. Bergeweise könnte ich mich eindecken, genug für eine Weltreise kaufen, mein Kleiderschrank daheim ist voll und der am Tegernsee wird sich auch bald biegen, vielleicht fange ich auch an, mich dreimal täglich im Urlaub umzuziehen - im Sunbeam ist ja Platz - aber es ändert nichts daran, das ich bald, sehr bald von der Versorgung und den behäbigen Wurzeln abgeschnitten sein werde. Ich werde den Koffer füllen und losfahren, auf viele Jahre, denn die Schnitte bleiben und Stoffe halten ewig. Genug Zeit, um Alternativen zu finden.
Auf die ich zugunsten der urlaubsverlängernden Tradition aber gerne verzichtet hätte. Nun habe ich alles, was ich für London brauche. Ausser Gummistiefel, natürlich.
donalphons, 23:28h
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Freitag, 18. Dezember 2009
Ein paar Vorhersagen für 2010
1. Die goldenen Zeiten des Einkaufs mit einem teuren Euro werden zu Ende gehen. Spätestens im Herbst. Im Sommer nämlich sehe ich zwei Möglochkeiten: Entweder der Dollar fällt, und die Touristen aus Fremdwährungsländern besuchen wieder die kranken Männer Europas: Italien, Spanien, Österreich, Griechenland, Portugal und Irland. Oder der Dollar bleibt stark, und der sommerliche Geldsegen bleibt aus. Dann knallen diese Länder im Herbst in grösste Haushaltsnöte. Dann gibt es eben Staatsbankrotte, Krisen und anderes Zeug, was den Euro schwächt.
2. Obwohl es normalerweise sinnvoll wäre, die miserablen Euroländer von der Eurozone abzuspalten und einen Euro 2. Klasse einzuführen, wird man sich auch 2010 um diese durch die Kriterien diktierte Notwendigkeit herumlügen.
3. Osteuropa wird extrem instabil bleiben und über Österreich und gewisse deutsche und italienische Banken das Einfallstor der Krise schlechthin bleiben. Was man in den letzten paar Tagen sehen konnte, war ein Ansatz, aus der Rohstoffblase die Luft rauszulassen - damit wackelt Russland. Deutsche Medien haben ja die Berichterstattung zur Wirtschaft in Osteuropa praktisch aufgegeben, in einem Akt der Realitätsverleugung. Da wird es noch üble Überaschungen geben.

4. Trotz diverser deutscher Desaster wird Deutschland nach der Schweiz, Südfrankreich und der autonomen Region Südtirol vermutlich immer noch der beste Ort sein, um die Krise zu überstehen. Hier besonders: Oberbayern.
5. Natürlich nur, solange man nicht in den Medien ist. In den Medien sein wird 2010 durch die Bank hässlich sein. Eine ganze Reihe von Medienhäusern haben enorme Schulden, und das wird sich rächen. Andere haben weniger Schulden und werden trotzdem versuchen, die nächste Sparrunde durchzuziehen. Gerade bei Süddeutscher Zeitung, der Holtzbrickgruppe und Springer sehe ich da weitere Potenziale. Was wir nicht sehen werden, sind kluge, neue Entwicklungen, Leserbindungsmechanismen im Internet, kluge Texte.
6. Ich glaube nicht, dass wir eine Hyperinflation wie in den 20er Jahren erleben werden - einfach weil zu viel von dem neu gedruckten Geld dieser Erde in Investments ging, die es wieder in Luft auflösen werden, siehe Rohstoffblase. Ich wäre aber gar nicht überrascht, wenn 2010 die ersten Anzeichen einer massiven Inflation von 10 bis 15% erkennbar würden, sicher auch getrieben durch neue Blasen. Meines Erachtens sind die Kursgewinne praktisch wertloser Bankaktien im Jahr 2009 die erste inflationäre Erscheinung. Weshalb sich einige Leute gerade bis Unterkante Oberlippe bei Minimalzinsen verschulden.
7. 2010 wird ein höchst unruhiges Jahr. Die schlimmsten Banksterschmierer heissen Obama und Brown und stehen Regierungen vor, die angeblich links der Mitte ihrer Heimatländer sind. Das hinterlässt verbrannte Erde in den eigenen Kernwählerschichten, und das verlangt nach politischen Alternativen. Nachdem beide Länder mit einem Mehrheitswahlrecht und enormen Verkrustungen keine parlamentarische Opposition haben, wird sich das vermutlich anderweitig äussern.
8. Das Übel aus der Ückermark wird alles mit dem Hintern auf kriecherischen Medien aussitzen. (OK, das war die leichteste Vorhersage)
2. Obwohl es normalerweise sinnvoll wäre, die miserablen Euroländer von der Eurozone abzuspalten und einen Euro 2. Klasse einzuführen, wird man sich auch 2010 um diese durch die Kriterien diktierte Notwendigkeit herumlügen.
3. Osteuropa wird extrem instabil bleiben und über Österreich und gewisse deutsche und italienische Banken das Einfallstor der Krise schlechthin bleiben. Was man in den letzten paar Tagen sehen konnte, war ein Ansatz, aus der Rohstoffblase die Luft rauszulassen - damit wackelt Russland. Deutsche Medien haben ja die Berichterstattung zur Wirtschaft in Osteuropa praktisch aufgegeben, in einem Akt der Realitätsverleugung. Da wird es noch üble Überaschungen geben.

4. Trotz diverser deutscher Desaster wird Deutschland nach der Schweiz, Südfrankreich und der autonomen Region Südtirol vermutlich immer noch der beste Ort sein, um die Krise zu überstehen. Hier besonders: Oberbayern.
5. Natürlich nur, solange man nicht in den Medien ist. In den Medien sein wird 2010 durch die Bank hässlich sein. Eine ganze Reihe von Medienhäusern haben enorme Schulden, und das wird sich rächen. Andere haben weniger Schulden und werden trotzdem versuchen, die nächste Sparrunde durchzuziehen. Gerade bei Süddeutscher Zeitung, der Holtzbrickgruppe und Springer sehe ich da weitere Potenziale. Was wir nicht sehen werden, sind kluge, neue Entwicklungen, Leserbindungsmechanismen im Internet, kluge Texte.
6. Ich glaube nicht, dass wir eine Hyperinflation wie in den 20er Jahren erleben werden - einfach weil zu viel von dem neu gedruckten Geld dieser Erde in Investments ging, die es wieder in Luft auflösen werden, siehe Rohstoffblase. Ich wäre aber gar nicht überrascht, wenn 2010 die ersten Anzeichen einer massiven Inflation von 10 bis 15% erkennbar würden, sicher auch getrieben durch neue Blasen. Meines Erachtens sind die Kursgewinne praktisch wertloser Bankaktien im Jahr 2009 die erste inflationäre Erscheinung. Weshalb sich einige Leute gerade bis Unterkante Oberlippe bei Minimalzinsen verschulden.
7. 2010 wird ein höchst unruhiges Jahr. Die schlimmsten Banksterschmierer heissen Obama und Brown und stehen Regierungen vor, die angeblich links der Mitte ihrer Heimatländer sind. Das hinterlässt verbrannte Erde in den eigenen Kernwählerschichten, und das verlangt nach politischen Alternativen. Nachdem beide Länder mit einem Mehrheitswahlrecht und enormen Verkrustungen keine parlamentarische Opposition haben, wird sich das vermutlich anderweitig äussern.
8. Das Übel aus der Ückermark wird alles mit dem Hintern auf kriecherischen Medien aussitzen. (OK, das war die leichteste Vorhersage)
donalphons, 00:09h
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Die neue Bedeutung des Anstandsstücks
Im Gegensatz zum Glauben, dass sich die besseren Kreise den Hintern auf ihren Prinzipien wund sitzen, ändert sich auch dort über ein, zwi Generationen so gut wie alles. Nehmen wir nur mal das Anstandsstück:

Das durfte man früher nicht nehmen. Heutige Kinder jedoch, im Überfluss aufgewachsen, bekommen Kindergärten teurer als manches Hotel, aber nicht mal die Gelegenheit, auch nur in die Nähe eines Anstandsstücks zu kommen.
Vollkommen irre, diese Welt. In der FAZ.

Das durfte man früher nicht nehmen. Heutige Kinder jedoch, im Überfluss aufgewachsen, bekommen Kindergärten teurer als manches Hotel, aber nicht mal die Gelegenheit, auch nur in die Nähe eines Anstandsstücks zu kommen.
Vollkommen irre, diese Welt. In der FAZ.
donalphons, 11:59h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Dahin gehen, wohin der Wagen nicht mehr geht
Ich habe heute einen Pullunder erstanden, elfenbeinfarben mit Zöpfchenmuster und V-Kragen, von einer Marke, die das Pech hat, auch von Menschen mit wenig erfreulicher politischer Gesinnung getragen zu werden - englische Marke, aber wie so oft italienische Herstellung. So ähnlich wird es auch dem Sunbeam ergehen, einerseits die Herkunft aus dem Norden, andererseits die Verwendung für südlichere Gefielde. Man soll nie nie sagen, aber den Pullunder habe ich für eine Flugreise gekauft. Eben dorthin, wo der Sunbeam vermutlich nicht mehr hinkommen wird.

Es sei denn, es wird alles anders, und die Briten können dereinst ihre klassischen Fahrzeuge wieder vom Kontinent zurückkaufen - wer weiss schon, ob die Erben damit noch etwas anfangen können. Momentan jedoch sieht es anders aus. Die Besitzerin des Ladens jedenfalls hat eine Bekannte, deren Mann einen Golfplatz im Süden Londons betreibt - die muss zur Zeit mit Rabattmarken wirtschaften, weil das Geschäft zusammengebrochen ist. Und gerade vorhin, nach getaner Arbeit, steigerte ich auf 400 Gramm britisches Silber - und bekam es für den Preis von 320 Gramm. Es kann also dort drüben nicht zum Besten stehen.
Also mische ich mich unter andere deutsche Touristen, die nur zum Preis der Gebühren fliegen - mein Flieger ist übrigens noch fast leer - mache mir Gedanken über den Irrsinn des Krisenkaufens und besuche die Silver vaults und das ein oder andere Museum. Es sind ja nur ein paar Tage, aber nachdem ich so viel über die Lage auf der Insel schrieb, meine ich auch die Pflicht zu haben, dort zu sein - wenngleich nicht zu essen. Ein wenig Rausch, ein wenig Postapocalypse - übrigens pflegen Banken gern in den Weihnachtsferien Leute zu entlassen, vielleicht mache ich auch eine Geschichte über die City.
Empfehlungen werden an dieser Stelle übrigens auch gern angenommen.

Es sei denn, es wird alles anders, und die Briten können dereinst ihre klassischen Fahrzeuge wieder vom Kontinent zurückkaufen - wer weiss schon, ob die Erben damit noch etwas anfangen können. Momentan jedoch sieht es anders aus. Die Besitzerin des Ladens jedenfalls hat eine Bekannte, deren Mann einen Golfplatz im Süden Londons betreibt - die muss zur Zeit mit Rabattmarken wirtschaften, weil das Geschäft zusammengebrochen ist. Und gerade vorhin, nach getaner Arbeit, steigerte ich auf 400 Gramm britisches Silber - und bekam es für den Preis von 320 Gramm. Es kann also dort drüben nicht zum Besten stehen.
Also mische ich mich unter andere deutsche Touristen, die nur zum Preis der Gebühren fliegen - mein Flieger ist übrigens noch fast leer - mache mir Gedanken über den Irrsinn des Krisenkaufens und besuche die Silver vaults und das ein oder andere Museum. Es sind ja nur ein paar Tage, aber nachdem ich so viel über die Lage auf der Insel schrieb, meine ich auch die Pflicht zu haben, dort zu sein - wenngleich nicht zu essen. Ein wenig Rausch, ein wenig Postapocalypse - übrigens pflegen Banken gern in den Weihnachtsferien Leute zu entlassen, vielleicht mache ich auch eine Geschichte über die City.
Empfehlungen werden an dieser Stelle übrigens auch gern angenommen.
donalphons, 23:49h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Change! der Steuergeschenke
In jenen düsteren Zeiten, da auf dem Balkan jenes bayerische Geld verprasst wird, dass die Staatsparteiversager dorthin über den Haider pumpten, in dieser Zeit des Politdrecks, den wegzuwaschen man nicht einem banalen Kärcher überlassen sollte, in Zeiten der Staatskriminalität in den Bergen tut es gut zu sehen, dass sie auch anderswo Leute wählen, die sie verarschen - und der weltgrösste amtierende Verarscher eines demokratischen Landes heisst: Obama.
Dieser Typ, der massig lustige Phrasen vorgetragen hat, den Krieg in Afghanistan aber intensivierte und der Wall Street Abermilliarden überliess, als er sie hätte entmachten können. Richtig, dieser Herr in Washington, der sich letzte Woche öffentlich wütend über Banker äusserte, von denen dann einige angeblich wegen Verkehrsprobleme nicht kommen konnten, als er mit ihnen reden wollte. Wie auch immer: Die Regierung dieses Herrn entlässt die Citigroup aus dem banksterprofitverkleinernden Bankenrettungsfond nicht, ohne ihr nochmal ein paar Milliarden an Steuererlassung hinterher zu werfen. Ist doch geil, oder? Die Citigroup leiht sich Geld bei der FED (also wiederum dem Staat), um sich freizukaufen, und bekommt dafür auch noch Steuerabschreibungsmöglichkeiten. So kann man auch beim schlimsten Portfolio noch Gewinne machen - der Staat drückt denen das Geld zu allen Löchern rein.

Und hey, das ist kein abgewrackter CSU-Pinscher und kein schmieriger Alpennaziführer, das ist kein bestechokroatischer Privatjetmafiosi und kein Landesbankfreunderl mit Abzocklizenz. Das ist die Hoffnung der freien Welt! Das ist der Mann, das ist die Regierung, von denen manche hofften, sie würden ernsthaft etwas an den Auswüchsen des Kapitalismus ändern: Blöderweise kann nichts so kriminell fahrlässig und moralisch verdorben sein, dass man ihnen nicht noch mehr in die fetten Ärsche schieben würde - nur ein Giftzäpf chen, das ist nicht dabei.
Und aus Basel kommen neue Eigenkapitalregeln, so gegen 2012 - und eine Dekade Zeit, sich als Bank daran zu gewöhnen. Eigentlich sollte man in so einer Welt sofort sein Geld von der Bank nehmen und in Bankaktien anlegen: Auch ohne einen Cent Anlegervermögen würde die Regierungsbandenkriminalität schon dafür sorgen, dass es denen auch weiterhin gut geht: Ist ja die freie, soziale Marktwirtschaft.
Dieser Typ, der massig lustige Phrasen vorgetragen hat, den Krieg in Afghanistan aber intensivierte und der Wall Street Abermilliarden überliess, als er sie hätte entmachten können. Richtig, dieser Herr in Washington, der sich letzte Woche öffentlich wütend über Banker äusserte, von denen dann einige angeblich wegen Verkehrsprobleme nicht kommen konnten, als er mit ihnen reden wollte. Wie auch immer: Die Regierung dieses Herrn entlässt die Citigroup aus dem banksterprofitverkleinernden Bankenrettungsfond nicht, ohne ihr nochmal ein paar Milliarden an Steuererlassung hinterher zu werfen. Ist doch geil, oder? Die Citigroup leiht sich Geld bei der FED (also wiederum dem Staat), um sich freizukaufen, und bekommt dafür auch noch Steuerabschreibungsmöglichkeiten. So kann man auch beim schlimsten Portfolio noch Gewinne machen - der Staat drückt denen das Geld zu allen Löchern rein.

Und hey, das ist kein abgewrackter CSU-Pinscher und kein schmieriger Alpennaziführer, das ist kein bestechokroatischer Privatjetmafiosi und kein Landesbankfreunderl mit Abzocklizenz. Das ist die Hoffnung der freien Welt! Das ist der Mann, das ist die Regierung, von denen manche hofften, sie würden ernsthaft etwas an den Auswüchsen des Kapitalismus ändern: Blöderweise kann nichts so kriminell fahrlässig und moralisch verdorben sein, dass man ihnen nicht noch mehr in die fetten Ärsche schieben würde - nur ein Giftzäpf chen, das ist nicht dabei.
Und aus Basel kommen neue Eigenkapitalregeln, so gegen 2012 - und eine Dekade Zeit, sich als Bank daran zu gewöhnen. Eigentlich sollte man in so einer Welt sofort sein Geld von der Bank nehmen und in Bankaktien anlegen: Auch ohne einen Cent Anlegervermögen würde die Regierungsbandenkriminalität schon dafür sorgen, dass es denen auch weiterhin gut geht: Ist ja die freie, soziale Marktwirtschaft.
donalphons, 00:01h
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von und zu Warmduscher, fränkischer, freiherrlicher
Der Bundeskriegsminister soll sich mal nicht so gschamig anstellen mit dem Rücktritt, wenn er gelogen hat. Der letzte Kriegsminister der CSU, der wegen sowas erwischt wurde und seinen Hut nehmen musste, wurde später immer noch bayerischer Ministerpräsident. So verlogen, als dass man dieses Amt nicht bekleiden könnte, kann man auf dieser Welt gar nicht sein. Wenn man bei der CSU ist.
donalphons, 23:54h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 15. Dezember 2009
Westviertel vs. das Internet
Meine Mutter fragt mich ab und zu, wer dieser runtergekommene Punk ist, den man ab und zu im TV zujm Thema Internet sieht, und ob ich den kenne. Und eas ich von dem halte, wo der immer im Internet ist und so komisch (unser Wort für nicht gesellschaftsfähig), allen immer zu sagen, was er gerade tut. Ich erkläre ihr dann, dass es so ist wie überall und die Bezeichnung "Blogger" auf jden Deppen angewendet werden kann, und dass ich nichts von dem halte und er im Übrigen davon lebt, sein Gesicht in Kameras zu halten. Meine Mutter ist davon nur mässig angetan und erwartet, dass ich so etwas nicht tue. Ich glaube, es ist besser, ihr das Ganze hier draussen und die durchgeknallten Evangelisten einfach nicht vorzustellen.
Wie auch immer, für solche Freaks gehört es ja zum Rüstzeug, allen und jedem die Fähigkeit zur Beziehungspflege abzusprechen, wenn sie nicht in die sozialen Medien gehen und sich komplett daueronlinen. Lustigerweise kam ich gestern an einem der lustigsten und gastfreundlichsten Häuser im Viertel vorbei, das von Leuten bewohnt wird, die nun wirklich keine sozialen Probleme haben und allseits wohl gelitten sind - und was haben die an ihrem Zaun?

So ist das bei uns. Denken Sie daran, wenn Sie den nächsten Fasler was von Geocaching, augumented reality oder mobile social Media reden hören.
Wie auch immer, für solche Freaks gehört es ja zum Rüstzeug, allen und jedem die Fähigkeit zur Beziehungspflege abzusprechen, wenn sie nicht in die sozialen Medien gehen und sich komplett daueronlinen. Lustigerweise kam ich gestern an einem der lustigsten und gastfreundlichsten Häuser im Viertel vorbei, das von Leuten bewohnt wird, die nun wirklich keine sozialen Probleme haben und allseits wohl gelitten sind - und was haben die an ihrem Zaun?

So ist das bei uns. Denken Sie daran, wenn Sie den nächsten Fasler was von Geocaching, augumented reality oder mobile social Media reden hören.
donalphons, 00:28h
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Klassisches Thema
für einen Journalisten: Gehn Se raus, Herr Porcamadonna, zu den Betroffenen und bringen Se mir ein paar knackisge Statements mit -
das geht vielleicht bei Strassenumfragen und anderen journalistischen Kleinthemen, aber in meinen Kreisen kann das nicht jeder. Man kann ja nicht einfach klingeln und sagen: Guten Tag, ich komme von einer bekannten Zeitung, jetzt erzählen Sie mir mal, wie Sie sich vom Staat nach diesem Debakel entsolidarisieren. Allerdings bin ich embedded und silverspooned reporter, und mir geht das absolut flockig von der Hand, diese Frage für die FAZ, wie man verhindert, dass die einem alles nehmen.
das geht vielleicht bei Strassenumfragen und anderen journalistischen Kleinthemen, aber in meinen Kreisen kann das nicht jeder. Man kann ja nicht einfach klingeln und sagen: Guten Tag, ich komme von einer bekannten Zeitung, jetzt erzählen Sie mir mal, wie Sie sich vom Staat nach diesem Debakel entsolidarisieren. Allerdings bin ich embedded und silverspooned reporter, und mir geht das absolut flockig von der Hand, diese Frage für die FAZ, wie man verhindert, dass die einem alles nehmen.
donalphons, 16:13h
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