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Montag, 26. August 2013
Das Schicksal mit Bedacht bedienen
Jahtelang bin ich in meiner Jugend auf eine Art und Weise über die damals teilweise noch radwegfreie Leopoldstrasse gerast, dass es zum Fürchten war: Mitten auf der Fahrbahn und nie bereit, ein Auto einfach so überholen zu lassen. Man muss sie disziplinieren, sagte ich mir, und auch wenn ich kein fussgängerscheuchender Rowdy war: Ich nahm mir gegenüber dem motorisierten Verkehr meine Rechte.
Es ist nie etwas passiert. Nichts. Kein Kratzer.


Inzwischen meide ich eher den Verkehr der Automobile und lege meine Routen so, dass ich sie kaum zu sehen bekomme. Das ist das Privileg des Lebens in eher ländlichen Regionen, nach ein paar Kilometern kann man sich das aussuchen, wo man sein möchte und mit wem. Es gibt sehr, sehr ruhige Strassen und nochmals ruhigere Wirtschaftswege, die betoniert sind, und sollte doch einmal mehr Verkehr sein, ist oft auch ein Radelweg. Meine Vergangenheit als Strassenkämpfer sagt mir: Hier, zwischen Freizeitradlern und Rollschuhfahrern und Wanderern bist Du viel zu schnell, schiesse hinüber auf die Strasse und jage dort dahin. Das sieht zwar unangepasst aus, ist aber eine Wohltat für alle Schwachen und die Autos müssen halt aufpassen. Aber dann sage ich mir, wenn die schon so nett sind, so etwas anzulegen... und man soll doch den Kindern ein Vorbild sein... und so bleibe ich auf dem Radweg.
Bremse natürlich, wenn da zwei nebeneinander fahren. Nähere mich ganz langsam an, und wenn sie es nicht merken, sage ich Entschuldigung. Dürfte ich bitte kurz vorbei? Das erscheint mir höflicher, als hinter ihnen mit einem Schlenker auf die Strasse zu donnern und vor ihnen wieder grusslos hinein, ich bremse halt und bedanke mich nachher. Heute bemerkte der Mann auf der linken Seite mein schneckenhaftes Kommen, fuhr vor seine Frau und ich hatte noch nicht einmal angetreten, nichts getan, ich war da einfach nur schräg hinter ihr, vielleicht drei, vier Meter, da drehte sie sich um, erschrack, dass da jemand war, verriss den Lenker, geriet an einen nur an dieser Stelle befindlichen Bordstein und stürzte.


Ich hatte testweise das Gepäck dabei und nagelneue Pedale mit Titanachsen. Da passt man auf. Ich war kein Raser sondern wirklich nur jemand, der schauen wollte, ob alles funktioniert, ich war vorsichtig, höflich und langsam. Mehr hätte ich auch gar nicht tun können. Zum Glück ist nichts passiert, nicht mehr als der Schreck. Aber.
Da habe ich mir dann vorgenommen: In Zukunft brenne ich wieder, rase kurvenreich zwischen den Wegen, mache riesige Schlenker und zum Teufel mit der dezenten Annäherung mit angemessener Geschwindigkeit. Ich gehe meinen Weg und der ist halt in weiten Bögen und wenn es sein muss auf der Gegenfahrbahn. Ich bin dann eben so schnell, dass sie mich erst realisieren, wenn ich in 10 Meter Abstand vorbeigeflogen bin.


4 Meter breite Radwege wären prima. Prima wären übrigens auch Eltern, die ihre Kinder erst darauf fahren lassen, wenn sie das Rad beherrschen und nicht links hinter und vor den schlingernden Bratzen als Deckung den Weg blockieren und heftig wackelnd panisch werden, wenn einer ankommt. Man kann ja auch über alles reden. Ich bremse ja eh. Ich will eigentlich nur nicht von so einem überforderten Stück Elternaas abgeschossen werden. Vor denen habe ich mehr Angst als vor den Amokkindern.
Auf einer Strecke, wo es übrigens jede Menge Rennradler gibt. Es ist also nicht so wahnsinnig überraschend, wenn ich mich kangsam und höflich annähere. Aber wenn bei den Eltern 110% der Konzentration auf das versagende Balg verschwendet werden, bleibt halt nichts für den restlichen Verkehr. In Richtung Meran sind dann hoffentlich weniger Kinder und Eltern unterwegs. Oder ich mache das, was ich tue, dann halt auf der Strasse. Schlchte Omen gab es auf dem Radweg genug,
Es ist nie etwas passiert. Nichts. Kein Kratzer.


Inzwischen meide ich eher den Verkehr der Automobile und lege meine Routen so, dass ich sie kaum zu sehen bekomme. Das ist das Privileg des Lebens in eher ländlichen Regionen, nach ein paar Kilometern kann man sich das aussuchen, wo man sein möchte und mit wem. Es gibt sehr, sehr ruhige Strassen und nochmals ruhigere Wirtschaftswege, die betoniert sind, und sollte doch einmal mehr Verkehr sein, ist oft auch ein Radelweg. Meine Vergangenheit als Strassenkämpfer sagt mir: Hier, zwischen Freizeitradlern und Rollschuhfahrern und Wanderern bist Du viel zu schnell, schiesse hinüber auf die Strasse und jage dort dahin. Das sieht zwar unangepasst aus, ist aber eine Wohltat für alle Schwachen und die Autos müssen halt aufpassen. Aber dann sage ich mir, wenn die schon so nett sind, so etwas anzulegen... und man soll doch den Kindern ein Vorbild sein... und so bleibe ich auf dem Radweg.
Bremse natürlich, wenn da zwei nebeneinander fahren. Nähere mich ganz langsam an, und wenn sie es nicht merken, sage ich Entschuldigung. Dürfte ich bitte kurz vorbei? Das erscheint mir höflicher, als hinter ihnen mit einem Schlenker auf die Strasse zu donnern und vor ihnen wieder grusslos hinein, ich bremse halt und bedanke mich nachher. Heute bemerkte der Mann auf der linken Seite mein schneckenhaftes Kommen, fuhr vor seine Frau und ich hatte noch nicht einmal angetreten, nichts getan, ich war da einfach nur schräg hinter ihr, vielleicht drei, vier Meter, da drehte sie sich um, erschrack, dass da jemand war, verriss den Lenker, geriet an einen nur an dieser Stelle befindlichen Bordstein und stürzte.


Ich hatte testweise das Gepäck dabei und nagelneue Pedale mit Titanachsen. Da passt man auf. Ich war kein Raser sondern wirklich nur jemand, der schauen wollte, ob alles funktioniert, ich war vorsichtig, höflich und langsam. Mehr hätte ich auch gar nicht tun können. Zum Glück ist nichts passiert, nicht mehr als der Schreck. Aber.
Da habe ich mir dann vorgenommen: In Zukunft brenne ich wieder, rase kurvenreich zwischen den Wegen, mache riesige Schlenker und zum Teufel mit der dezenten Annäherung mit angemessener Geschwindigkeit. Ich gehe meinen Weg und der ist halt in weiten Bögen und wenn es sein muss auf der Gegenfahrbahn. Ich bin dann eben so schnell, dass sie mich erst realisieren, wenn ich in 10 Meter Abstand vorbeigeflogen bin.


4 Meter breite Radwege wären prima. Prima wären übrigens auch Eltern, die ihre Kinder erst darauf fahren lassen, wenn sie das Rad beherrschen und nicht links hinter und vor den schlingernden Bratzen als Deckung den Weg blockieren und heftig wackelnd panisch werden, wenn einer ankommt. Man kann ja auch über alles reden. Ich bremse ja eh. Ich will eigentlich nur nicht von so einem überforderten Stück Elternaas abgeschossen werden. Vor denen habe ich mehr Angst als vor den Amokkindern.
Auf einer Strecke, wo es übrigens jede Menge Rennradler gibt. Es ist also nicht so wahnsinnig überraschend, wenn ich mich kangsam und höflich annähere. Aber wenn bei den Eltern 110% der Konzentration auf das versagende Balg verschwendet werden, bleibt halt nichts für den restlichen Verkehr. In Richtung Meran sind dann hoffentlich weniger Kinder und Eltern unterwegs. Oder ich mache das, was ich tue, dann halt auf der Strasse. Schlchte Omen gab es auf dem Radweg genug,
donalphons, 01:10h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 24. August 2013
Nach der Flut
Hochzeiten sind bekanntlich nicht mein Ding. In aller Regel täusche ich Urlaube vor, vom Stacheldraht ruinierte Oberschenkel, generelle Unpässlichkeit oder ich sage einfach die Wahrheit: Dass ich keine Lust habe, Menschen beim grössten Fehler ihres Lebens zuzuschauen. Natürlich mag ich die Gatten meiner guten Freundinnen eher selten. Aber leider habe ich damit langfristig auch recht, denn die Scheidungsquote liegt bei uns längst auf einem Niveau, das man vielleicht eher in Hellersdorf erwarten würde. In meinen Augen ist das einer der dramatischen, wirklich dramatischen Wandel in der Gesellschaft, von 0% Scheidungen bei der Generation meiner Eltern zu über 50% bei uns. Und dann wundert man sich, wenn keine Villen mehr gebaut werden, sondern nur noch Vierspänner, in deren Parzellen auch einer bleiben kann, wenn es daneben geht.

Ich entnehme den Gesprächen in Niederbayern, dass es dort auch nicht mehr wirklich anders ist, und dass ich diesmal hier bin, liegt an mehreren Gründen. Einerseits kenne ich die Leute hier gar nicht so, Niederaltaich war halt Gegenstand der Berichterstattung beim Hochwasser, aber der Beitrag wiederum hat denen sehr gut gefallen. Und so konnte ich mir andererseits nicht nur die Kirche und den ehemals überschwemmten Ort, sondern bei der Gelegenheit auch die Hochzeit anschauen, die eigentlich schon bei der Flut geplant war, aber aus den bekannten Gründen verschoben werden musste. Überhaupt, das sind bei Naturkatastrophen die kleinen Folgen, über die keiner redet: Dass das Leben mit all seinen Plänen aus den Angeln gehoben wird, bis in die intimsten Bereiche hinein. Generell ist zu bemerken, dass Naturkatastrophen sicher schlecht für Heiraten und Lebensplanung sind, aber auf der anderen Seite ist da etwas in uns, was in diesem nun wirklich nicht dazu tauglichen Moment an Fortpflanzungsaktivitäten denken lässt, in einer Mischung aus "eh schon alles egal", "wer weiss schon was morgen ist" und all dem angestauten Adrenalin im Körper. Oder vielleicht gibt es da auch nur den allerprimitivsten Mechanismus der Arterhaltung in uns, der sagt: Oh, das überleben viele vielleicht nicht, mach hin und sorge für den Genpool!

So weit war es hier nicht, die Braut passte perfekt ins Kleid und freute sich auch sehr über den Mercedes. Es gab sehr feine, wirklich feine Musik, die man so und unter Trachttragenden vielleicht gar nicht erwartet hätte, dazu schwiegen die Katakombenheiligen und voll war es, weil sie alle eingeladen hatten, wirklich alle und sogar der komische Typ da mit den Kameras war da, der sich damals in bester oberitalienischer Tradition durch das Unterholz in die Zona Rossa vorgearbeitet hat, in dem man sich dann kennenlernte. Man lernt Menschen halt manchmal unter komischen bedingungen kennen (Wea san nochad Sie? I bin vo da FAHDS Ah so.). Wir sind noch einmal davon gekommen, versichern wir uns gegenseitig dann im Gasthof. Das Wasser ist weg, aber die Ströme haben sich tief in die Erinnerung eingegraben, hier noch mehr als bei uns; was für mich das Erdbeben war, ist für sie der Fluss, der längst wieder Flaschengrün in seinem Bett schwappt.

Es hat etwas Tröstliches. Es ist eigentlich ein schönes Thema, trotz allem.
Abgesehen davon haben wir auch einen nicht ganz richtigen Begriff von "Katastrophe". Katastrophe ist oft, zu oft, was passiert, wenn der Mensch seinen Verstand beiseite lässt. Da sehe ich keinen Unterschid zwischen den Bankstern und den Überflutungsbereicher der Flüsse: Man muss halt die Grenzen kennen. Ob man sie hier dauerhaft lernen wird, weiss ich auch nicht, denn auch hier wollen sie bauen und die Grundstücke liegen nun mal in der Nähe des Flusses. Aber es ist immer noch besser hier als in Fukushima, wo man nicht wieder heiratet, sondern erst in vielen Jahren ansatzweise begreifen wird, was da wirklich geschah, und welche Folgen das haben wird. Niederbayern hatte Pech mit dem Fluss, aber Glück mit dem Atomstandort, das es bald nicht mehr sein wird. Gar nicht weit von hier wäre übrigens Wackersdorf. Und damit ein anderes Baudenkmal, das sogar die CSU in ihren Polyestertrachten gern vergessen würde. Ich kann es nicht vergessen, und wenn ich 100 Jahre alt werde.

Gut schaut Niederalteich aus. Das ist eine gute Nachricht, aber nach ein paar Monaten vollkommen egal, denn es gibt ja die NSA und Syrien und die britischen Totalitaristen und eben Fukushima mal wieder, aber das alles ist weit weg und alle interessieren sich eigentlich nur für die beiden Hauptpersonen, und wer sonst noch so da ist und etwas taugen würde, weil auch in Niederbayern ist es so wie überall: Der Mensch ist gut, owa d'Leid san schlecht. Heute mag ich sie und ihr an der Katastrophe geschärftes Bewusstsein. In ein paar Wochen wählen sie trotzdem wieder die Staatspartei, auch wenn nach dem Seehofer die nächsten Ökononimienazis daherkommen, die gleiche Brut wie in Frankfurt, nur eben in Trachtenjanker, und die Tore öffnen für Waffenfirmen, Energiekamarilla, GewerbeflächeninNaturschutzgebietenausweiser und sonstige Feinde der Schöpfung, für die es gar nicht genug Fluten geben kann.

Ich entnehme den Gesprächen in Niederbayern, dass es dort auch nicht mehr wirklich anders ist, und dass ich diesmal hier bin, liegt an mehreren Gründen. Einerseits kenne ich die Leute hier gar nicht so, Niederaltaich war halt Gegenstand der Berichterstattung beim Hochwasser, aber der Beitrag wiederum hat denen sehr gut gefallen. Und so konnte ich mir andererseits nicht nur die Kirche und den ehemals überschwemmten Ort, sondern bei der Gelegenheit auch die Hochzeit anschauen, die eigentlich schon bei der Flut geplant war, aber aus den bekannten Gründen verschoben werden musste. Überhaupt, das sind bei Naturkatastrophen die kleinen Folgen, über die keiner redet: Dass das Leben mit all seinen Plänen aus den Angeln gehoben wird, bis in die intimsten Bereiche hinein. Generell ist zu bemerken, dass Naturkatastrophen sicher schlecht für Heiraten und Lebensplanung sind, aber auf der anderen Seite ist da etwas in uns, was in diesem nun wirklich nicht dazu tauglichen Moment an Fortpflanzungsaktivitäten denken lässt, in einer Mischung aus "eh schon alles egal", "wer weiss schon was morgen ist" und all dem angestauten Adrenalin im Körper. Oder vielleicht gibt es da auch nur den allerprimitivsten Mechanismus der Arterhaltung in uns, der sagt: Oh, das überleben viele vielleicht nicht, mach hin und sorge für den Genpool!

So weit war es hier nicht, die Braut passte perfekt ins Kleid und freute sich auch sehr über den Mercedes. Es gab sehr feine, wirklich feine Musik, die man so und unter Trachttragenden vielleicht gar nicht erwartet hätte, dazu schwiegen die Katakombenheiligen und voll war es, weil sie alle eingeladen hatten, wirklich alle und sogar der komische Typ da mit den Kameras war da, der sich damals in bester oberitalienischer Tradition durch das Unterholz in die Zona Rossa vorgearbeitet hat, in dem man sich dann kennenlernte. Man lernt Menschen halt manchmal unter komischen bedingungen kennen (Wea san nochad Sie? I bin vo da FAHDS Ah so.). Wir sind noch einmal davon gekommen, versichern wir uns gegenseitig dann im Gasthof. Das Wasser ist weg, aber die Ströme haben sich tief in die Erinnerung eingegraben, hier noch mehr als bei uns; was für mich das Erdbeben war, ist für sie der Fluss, der längst wieder Flaschengrün in seinem Bett schwappt.

Es hat etwas Tröstliches. Es ist eigentlich ein schönes Thema, trotz allem.
Abgesehen davon haben wir auch einen nicht ganz richtigen Begriff von "Katastrophe". Katastrophe ist oft, zu oft, was passiert, wenn der Mensch seinen Verstand beiseite lässt. Da sehe ich keinen Unterschid zwischen den Bankstern und den Überflutungsbereicher der Flüsse: Man muss halt die Grenzen kennen. Ob man sie hier dauerhaft lernen wird, weiss ich auch nicht, denn auch hier wollen sie bauen und die Grundstücke liegen nun mal in der Nähe des Flusses. Aber es ist immer noch besser hier als in Fukushima, wo man nicht wieder heiratet, sondern erst in vielen Jahren ansatzweise begreifen wird, was da wirklich geschah, und welche Folgen das haben wird. Niederbayern hatte Pech mit dem Fluss, aber Glück mit dem Atomstandort, das es bald nicht mehr sein wird. Gar nicht weit von hier wäre übrigens Wackersdorf. Und damit ein anderes Baudenkmal, das sogar die CSU in ihren Polyestertrachten gern vergessen würde. Ich kann es nicht vergessen, und wenn ich 100 Jahre alt werde.

Gut schaut Niederalteich aus. Das ist eine gute Nachricht, aber nach ein paar Monaten vollkommen egal, denn es gibt ja die NSA und Syrien und die britischen Totalitaristen und eben Fukushima mal wieder, aber das alles ist weit weg und alle interessieren sich eigentlich nur für die beiden Hauptpersonen, und wer sonst noch so da ist und etwas taugen würde, weil auch in Niederbayern ist es so wie überall: Der Mensch ist gut, owa d'Leid san schlecht. Heute mag ich sie und ihr an der Katastrophe geschärftes Bewusstsein. In ein paar Wochen wählen sie trotzdem wieder die Staatspartei, auch wenn nach dem Seehofer die nächsten Ökononimienazis daherkommen, die gleiche Brut wie in Frankfurt, nur eben in Trachtenjanker, und die Tore öffnen für Waffenfirmen, Energiekamarilla, GewerbeflächeninNaturschutzgebietenausweiser und sonstige Feinde der Schöpfung, für die es gar nicht genug Fluten geben kann.
donalphons, 19:51h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 23. August 2013
Oh Du mein Bayernland
von dem ich immer fand
dass es ein Gfred mit Dir ist
wenn Du mit den Schwarz'n bist
weil Du auch anders kennerst
wannst nur einmal echt mecherst.
Owa du wuisd ned leana
und nochad liegd mia nix feana
ois kommod mid sie sei
Do kriagst jetzt oane nei.
dass es ein Gfred mit Dir ist
wenn Du mit den Schwarz'n bist
weil Du auch anders kennerst
wannst nur einmal echt mecherst.
Owa du wuisd ned leana
und nochad liegd mia nix feana
ois kommod mid sie sei
Do kriagst jetzt oane nei.
donalphons, 11:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 22. August 2013
Grand Tour
und zwar auf Französisch: Heute frisch eingetroffen und bereit, auf eine grosse reise zu gehen, auf die es in den letzten 40 Jahren nie gegangen ist.

Es heisst Hirondelle - Schwalbe auf Deutsch - und wäre eigentlich eine ganz wunderbare, schwalbengleiche Retroidee: So wie vor 40 Jahren verreisen, alles wie in Echt, mit einem alten Zelt und altem Gepäck und vorher gar nicht wissen, wohin einen Sonne und Wind treiben. Natürlich weiss ich, dass in einem dünnen Schlafsack in einem undichten Zelt bei Regen liegen nicht ein wirklich grosser Spass ist, aber selbst, wenn nicht: Ist es doch ein schönes Weltenrad. Wie ein Globus, wie ein alter Koffer erinnert es an das Andere.
Und es erinnert mich an die Frage, was eigentlich Glück ist? Ich schaue nach Hamburg und sehe, wie der neue Chefredakteur, der seinen Springer-Buddy als Nummer 2 installieren wollte, zu scheitern droht, ich sehe unwürdige Schauspiele und scheussliche Nummern hässlicher Menschen: Das ist gar nicht meine Welt. Meine Welt ist befahrbar und will genossen werden.

Waren Sie schon mal mit der S.Bahn auf dem Weg zu einer Medienkantine und am Tag drauf in einem Klosterbiergarten, zu dem man radeln kann?
Das ist eine Grand Tour, und echtes Lebem. Alles andere möchte man gern denen überlassen, die sich dazu berufen fühlen. Aber natürlich befriedigt es mich zu sehen, wie es jetzt zum Hamburger Fenstersturz kommt, und wenn der Büchner verschwindet, soll er gleich noch die anderen Rechtsausleger und Gossenschmierer und den Scheinlinken Augstein mitnehmen, dessen Haltung auch nichts anderes als ein Marketingtrick von SPONschleim ist.

Es heisst Hirondelle - Schwalbe auf Deutsch - und wäre eigentlich eine ganz wunderbare, schwalbengleiche Retroidee: So wie vor 40 Jahren verreisen, alles wie in Echt, mit einem alten Zelt und altem Gepäck und vorher gar nicht wissen, wohin einen Sonne und Wind treiben. Natürlich weiss ich, dass in einem dünnen Schlafsack in einem undichten Zelt bei Regen liegen nicht ein wirklich grosser Spass ist, aber selbst, wenn nicht: Ist es doch ein schönes Weltenrad. Wie ein Globus, wie ein alter Koffer erinnert es an das Andere.
Und es erinnert mich an die Frage, was eigentlich Glück ist? Ich schaue nach Hamburg und sehe, wie der neue Chefredakteur, der seinen Springer-Buddy als Nummer 2 installieren wollte, zu scheitern droht, ich sehe unwürdige Schauspiele und scheussliche Nummern hässlicher Menschen: Das ist gar nicht meine Welt. Meine Welt ist befahrbar und will genossen werden.

Waren Sie schon mal mit der S.Bahn auf dem Weg zu einer Medienkantine und am Tag drauf in einem Klosterbiergarten, zu dem man radeln kann?
Das ist eine Grand Tour, und echtes Lebem. Alles andere möchte man gern denen überlassen, die sich dazu berufen fühlen. Aber natürlich befriedigt es mich zu sehen, wie es jetzt zum Hamburger Fenstersturz kommt, und wenn der Büchner verschwindet, soll er gleich noch die anderen Rechtsausleger und Gossenschmierer und den Scheinlinken Augstein mitnehmen, dessen Haltung auch nichts anderes als ein Marketingtrick von SPONschleim ist.
donalphons, 20:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 22. August 2013
Nachrufen
Ich halte bekanntlich gar nichts davon, über jeden dreckigen Cretin, ungeachtet seiner Taten, nach seinem Tod erst mal nur Gutes zu sagen, bis genug Teit da ist, die Akten zu sichten und zu erkennen, dass man von Anfang an wusste, was für ein Scheusal uns da verlassen hat. Ich bin Historiker und könnte einpacken, wenn man das mit dem "nur Gutes" wirklich durchziehen würde, Tatsächlich finde ich es vollkommen gerechtfertigt, auch noch über warme Kadaver zu sagen, was zu sagen ist. Vielleicht nicht über jeden Einzelnen, aber man muss die Sache pragmatisch sagen:
DING DONG die Welt steht dann insgesamt besser da.
Ja, und auf der Liste der Gestalten, über die wir hier noch reden werden, ist jetzt auch ein schlechter Witz von einem Friedensnobelpreisträger. Es ist halt nicht jeder ein Jimmy Carter, die Bushs und Nixons überwiegen deutlich.
Yes we can deutlich sagen, was die Welt dereinst in ihm verlieren wird. Ich weiss nicht, ob das 35 Jahre oder länger dauert, aber ich hoffe, ich bin dann noch hier, um das zu tun. Über den Schauprozess-Obama und seine Junta.
DING DONG die Welt steht dann insgesamt besser da.
Ja, und auf der Liste der Gestalten, über die wir hier noch reden werden, ist jetzt auch ein schlechter Witz von einem Friedensnobelpreisträger. Es ist halt nicht jeder ein Jimmy Carter, die Bushs und Nixons überwiegen deutlich.
Yes we can deutlich sagen, was die Welt dereinst in ihm verlieren wird. Ich weiss nicht, ob das 35 Jahre oder länger dauert, aber ich hoffe, ich bin dann noch hier, um das zu tun. Über den Schauprozess-Obama und seine Junta.
donalphons, 01:33h
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Ich habe die Wortschöpfung "Blomerta" erfunden
und Redakteure von Spiegel Online und Spiegel dürfen sie ohne Leistungsschutzrechtvorbehalte während der verbleibenden Amtszeit von diesem Springer-Blome da und dem Typen der ihn angeschleppt hat auch gerne verwenden - solange sie die angekündigte "Inventur" überleben, natürlich. Blomerta wird dort nämlich das gebot der Stunde sein, viele Tage und wenn es nicht bald knallt, womöglich auch noch dann. wenn der Laden komplett verspringert und gediekmannt ist.
Falls einer von Euch in Hamburg an meinem Preisrätsel zu meiner Radtour nach Meran teilnehmen will: Sagt vorher Bescheid. Dann kaufe ich auch Grappa. Ich bin ja kein Unmensch.
Wie manche andere.
Ganz ehrlich, lieber würde ich mich an Bezos verkuafen lassen, als von Blome rumschubsen lassen. Das ist nun wirklich mal eine Medienkrise.
Zur Verdeutlichung: Ein gewisser Springermann namens Nikolaus Blome wird Vize-Chefredakteur des Spiegels. Klingt wie ein schlechter Witz. Stimmt aber.
Falls einer von Euch in Hamburg an meinem Preisrätsel zu meiner Radtour nach Meran teilnehmen will: Sagt vorher Bescheid. Dann kaufe ich auch Grappa. Ich bin ja kein Unmensch.
Wie manche andere.
Ganz ehrlich, lieber würde ich mich an Bezos verkuafen lassen, als von Blome rumschubsen lassen. Das ist nun wirklich mal eine Medienkrise.
Zur Verdeutlichung: Ein gewisser Springermann namens Nikolaus Blome wird Vize-Chefredakteur des Spiegels. Klingt wie ein schlechter Witz. Stimmt aber.
donalphons, 15:35h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 20. August 2013
Nordkorea? China? Russland? Iran?
England.
A little over two months ago I was contacted by a very senior government official claiming to represent the views of the prime minister. There followed two meetings in which he demanded the return or destruction of all the material we were working on. The tone was steely, if cordial, but there was an implicit threat that others within government and Whitehall favoured a far more draconian approach.
The mood toughened just over a month ago, when I received a phone call from the centre of government telling me: "You've had your fun. Now we want the stuff back." There followed further meetings with shadowy Whitehall figures. The demand was the same: hand the Snowden material back or destroy it. I explained that we could not research and report on this subject if we complied with this request. The man from Whitehall looked mystified. "You've had your debate. There's no need to write any more."
During one of these meetings I asked directly whether the government would move to close down the Guardian's reporting through a legal route – by going to court to force the surrender of the material on which we were working. The official confirmed that, in the absence of handover or destruction, this was indeed the government's intention. Prior restraint, near impossible in the US, was now explicitly and imminently on the table in the UK. But my experience over WikiLeaks – the thumb drive and the first amendment – had already prepared me for this moment. I explained to the man from Whitehall about the nature of international collaborations and the way in which, these days, media organisations could take advantage of the most permissive legal environments. Bluntly, we did not have to do our reporting from London. Already most of the NSA stories were being reported and edited out of New York. And had it occurred to him that Greenwald lived in Brazil?
The man was unmoved. And so one of the more bizarre moments in the Guardian's long history occurred – with two GCHQ security experts overseeing the destruction of hard drives in the Guardian's basement just to make sure there was nothing in the mangled bits of metal which could possibly be of any interest to passing Chinese agents. "We can call off the black helicopters," joked one as we swept up the remains of a MacBook Pro.
Whitehall was satisfied, but it felt like a peculiarly pointless piece of symbolism that understood nothing about the digital age. We will continue to do patient, painstaking reporting on the Snowden documents, we just won't do it in London. The seizure of Miranda's laptop, phones, hard drives and camera will similarly have no effect on Greenwald's work.
Das Furchtbare ist, dass jetzt noch nicht mal Cameron wird zurücktreten müssen. Man kann das machen und es politisch problemlos überleben. Das ist nur in Diktaturen möglich.
Der Guardian ist die wichtigste Zeitung der Welt und ich hoffe, dass sie überleben wird - und natürlich würde ich für solche Inhalte auch zahlen. Mir ist klar, dass ich hier das Urheberrecht ein klein wenig verletze, aber das sind so Texte, die so weit wie möglich verbreitet und bewahrt werden müssen. Damit man es weiss Und damit es später nicht heisst, man hätte es nicht wissen können, dass mindestens ein Staat, der in der EU ist, zu einer Geheimdienstdiktatur verkam. Und wenn ich mir IM Erika, den Pofalla und den Friedrich anschaue, würde ich auch nicht sagen, dass das hier nicht möglich ist.
A little over two months ago I was contacted by a very senior government official claiming to represent the views of the prime minister. There followed two meetings in which he demanded the return or destruction of all the material we were working on. The tone was steely, if cordial, but there was an implicit threat that others within government and Whitehall favoured a far more draconian approach.
The mood toughened just over a month ago, when I received a phone call from the centre of government telling me: "You've had your fun. Now we want the stuff back." There followed further meetings with shadowy Whitehall figures. The demand was the same: hand the Snowden material back or destroy it. I explained that we could not research and report on this subject if we complied with this request. The man from Whitehall looked mystified. "You've had your debate. There's no need to write any more."
During one of these meetings I asked directly whether the government would move to close down the Guardian's reporting through a legal route – by going to court to force the surrender of the material on which we were working. The official confirmed that, in the absence of handover or destruction, this was indeed the government's intention. Prior restraint, near impossible in the US, was now explicitly and imminently on the table in the UK. But my experience over WikiLeaks – the thumb drive and the first amendment – had already prepared me for this moment. I explained to the man from Whitehall about the nature of international collaborations and the way in which, these days, media organisations could take advantage of the most permissive legal environments. Bluntly, we did not have to do our reporting from London. Already most of the NSA stories were being reported and edited out of New York. And had it occurred to him that Greenwald lived in Brazil?
The man was unmoved. And so one of the more bizarre moments in the Guardian's long history occurred – with two GCHQ security experts overseeing the destruction of hard drives in the Guardian's basement just to make sure there was nothing in the mangled bits of metal which could possibly be of any interest to passing Chinese agents. "We can call off the black helicopters," joked one as we swept up the remains of a MacBook Pro.
Whitehall was satisfied, but it felt like a peculiarly pointless piece of symbolism that understood nothing about the digital age. We will continue to do patient, painstaking reporting on the Snowden documents, we just won't do it in London. The seizure of Miranda's laptop, phones, hard drives and camera will similarly have no effect on Greenwald's work.
Das Furchtbare ist, dass jetzt noch nicht mal Cameron wird zurücktreten müssen. Man kann das machen und es politisch problemlos überleben. Das ist nur in Diktaturen möglich.
Der Guardian ist die wichtigste Zeitung der Welt und ich hoffe, dass sie überleben wird - und natürlich würde ich für solche Inhalte auch zahlen. Mir ist klar, dass ich hier das Urheberrecht ein klein wenig verletze, aber das sind so Texte, die so weit wie möglich verbreitet und bewahrt werden müssen. Damit man es weiss Und damit es später nicht heisst, man hätte es nicht wissen können, dass mindestens ein Staat, der in der EU ist, zu einer Geheimdienstdiktatur verkam. Und wenn ich mir IM Erika, den Pofalla und den Friedrich anschaue, würde ich auch nicht sagen, dass das hier nicht möglich ist.
donalphons, 11:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 19. August 2013
Was Deutschland schon wieder braucht
- neben kriminellen Banken und Investoren natürlich, die davon profitieren - sind wieder kleine, miserable Klitschen, die unter brutalster Ausnutzung aller Gelegenheiten schnell wachsen; mit auf dem Boden schlafende Mitarbeitern in der Zentrale, Servicecentern irgendwo im Osten mit staatlicher Förderug, Ausschluss der Gewerkschaften, und jede Menge arbeitswilligem New-Media-Personal, das sonst keine Hoffnung ausser vielleicht ein paar Kröten von Zwangsgebührenprofiteur Sixtus hat, oder vielleicht mal 4 Monate lang eine Internetshow auf dem absteigenden Ast comoderieren durfte. Sowas brauchen wir unbedingt wieder, damit es das Medienplebs in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und Köln aufsaugt.
Und weil das alles Geld kostet und das am besten moit staatlichen Subventionen geht, braucht man dafür auch eine Exitoption. Irgendwas, wo sich diese traumhaften Gewinne materialisieren lassen. Zumindest so lange, bis das alles wieder zusammenkracht. Eine Börse mit superlaxen Regeln, denn man will die jungen Hoffnungsträger nicht gleich wieder überlasten, wenn sie ihre Zeit damit zubringen, das Geld zu verjuxen. Mit einer lustigen Publizitätspflicht, die wieder bis zum letzten Moment die goldene Zukunft beschwört. Mit Automotiveprodukten für China, die es gar nicht gibt, mit zusammengekauften Agenturdreck, der zu teuer ist, als dass die Firma nach dem IPO laufen könnte, mit Firmenvermögen, das zum Schwiegervater für ein paar lausige Server verschoben wird. Und damit die Ostdeutschen auch träumen dürfen, kriegen sie einen Cargolifter und die Paketzentren ohne Mindestlohn. In der Realität werden Marken wie Wiessmann und Gumpert vom Markt gewischt, weil sich die Zeit geändert hat, aber in Berlin möwenpickt ein Wirtschaftsminister laut herum - ist sein Boss, der sich nach Medienberichten einfach so und keinesfalls betrunken verletzt haben soll, eigentlih schon wieder da? - dass er den Neuen Markt wieder haben will.
Naja, bei der FDP sind ja auch genug Pleitiers, die davon noch mal profitieren könnten, wenn es bei der Wahl wieder Erwarten doch schief gehen könnte. Überhaupt, die ganze Partei sieht so aus wie so eine windige Klitsche für einen neuen Markz, votne Milchbubis, die Finanzmittel zweckentfremden und dahinter fettglänzende alte Männer, die die Zukunft bestimmen wollen. Die FDP braucht ganz sicher einen Neuen Markt.
Hauptsache Exit!
Den sollte man ihnen auch geben. Wenn schon nicht für alles andere, dann wenigstens dafür, dass sie ernsthaft versuchen, schon wieder ein eher unsolides Geschäftsmodell aus dem Grauen Kapitalmarkt in die erste Liga zu heben.
Ja, aber dann gehen doch die Firmen an die Amerikaner, werden sie sagen. Super, wie bei Groupon, sollte man antworten. Ja, aber man muss doch an die Jobs denken, die da geschaffen werden, werden sie dann tönen. Und an die anderen, gut bezahlten Arbeitsplätze, die durch solche künstlich hochgezogene Subventionskonkurrenz in Bedrängnis geraten, sollte man ihnen antworten, aber bei der FDP vermute ich mal. dasa auch das eine erwünschte Nebenwirkung ist: Für die Röslers, Brüderles, Westerwelles und Lindners ist Deutschland erst schön, wenn es in Sachen Arbeit überall wie in Mecklenburg aussieht, die Callcenterversklavung effektiv funktioniert und der ganze schöne Reichtum bei den 2% Möchtegerns sind, die als Stammwähler dieser Partei gelten müssen.
Es ist wie immer: Wer nachhaltige Firmen aufbauen will, braucht ein Geschäftsmodell, Investoren und einen langen Atem. Alle anderen brauchen eine Exitoption. Aber solche Firmen braucht man meines Erachtens nicht. Und auch kein Volk von Aktionären, in dem der Taxifahrer fragt, wo er Aktien kaufen soll.
Und weil das alles Geld kostet und das am besten moit staatlichen Subventionen geht, braucht man dafür auch eine Exitoption. Irgendwas, wo sich diese traumhaften Gewinne materialisieren lassen. Zumindest so lange, bis das alles wieder zusammenkracht. Eine Börse mit superlaxen Regeln, denn man will die jungen Hoffnungsträger nicht gleich wieder überlasten, wenn sie ihre Zeit damit zubringen, das Geld zu verjuxen. Mit einer lustigen Publizitätspflicht, die wieder bis zum letzten Moment die goldene Zukunft beschwört. Mit Automotiveprodukten für China, die es gar nicht gibt, mit zusammengekauften Agenturdreck, der zu teuer ist, als dass die Firma nach dem IPO laufen könnte, mit Firmenvermögen, das zum Schwiegervater für ein paar lausige Server verschoben wird. Und damit die Ostdeutschen auch träumen dürfen, kriegen sie einen Cargolifter und die Paketzentren ohne Mindestlohn. In der Realität werden Marken wie Wiessmann und Gumpert vom Markt gewischt, weil sich die Zeit geändert hat, aber in Berlin möwenpickt ein Wirtschaftsminister laut herum - ist sein Boss, der sich nach Medienberichten einfach so und keinesfalls betrunken verletzt haben soll, eigentlih schon wieder da? - dass er den Neuen Markt wieder haben will.
Naja, bei der FDP sind ja auch genug Pleitiers, die davon noch mal profitieren könnten, wenn es bei der Wahl wieder Erwarten doch schief gehen könnte. Überhaupt, die ganze Partei sieht so aus wie so eine windige Klitsche für einen neuen Markz, votne Milchbubis, die Finanzmittel zweckentfremden und dahinter fettglänzende alte Männer, die die Zukunft bestimmen wollen. Die FDP braucht ganz sicher einen Neuen Markt.
Hauptsache Exit!
Den sollte man ihnen auch geben. Wenn schon nicht für alles andere, dann wenigstens dafür, dass sie ernsthaft versuchen, schon wieder ein eher unsolides Geschäftsmodell aus dem Grauen Kapitalmarkt in die erste Liga zu heben.
Ja, aber dann gehen doch die Firmen an die Amerikaner, werden sie sagen. Super, wie bei Groupon, sollte man antworten. Ja, aber man muss doch an die Jobs denken, die da geschaffen werden, werden sie dann tönen. Und an die anderen, gut bezahlten Arbeitsplätze, die durch solche künstlich hochgezogene Subventionskonkurrenz in Bedrängnis geraten, sollte man ihnen antworten, aber bei der FDP vermute ich mal. dasa auch das eine erwünschte Nebenwirkung ist: Für die Röslers, Brüderles, Westerwelles und Lindners ist Deutschland erst schön, wenn es in Sachen Arbeit überall wie in Mecklenburg aussieht, die Callcenterversklavung effektiv funktioniert und der ganze schöne Reichtum bei den 2% Möchtegerns sind, die als Stammwähler dieser Partei gelten müssen.
Es ist wie immer: Wer nachhaltige Firmen aufbauen will, braucht ein Geschäftsmodell, Investoren und einen langen Atem. Alle anderen brauchen eine Exitoption. Aber solche Firmen braucht man meines Erachtens nicht. Und auch kein Volk von Aktionären, in dem der Taxifahrer fragt, wo er Aktien kaufen soll.
donalphons, 10:49h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 18. August 2013
Über den Berg. Mit Rad und Blog.
Ich sage es einmal ganz höflich: Man kann Urlaub machen. Oder Bloggen. Beides zusammen geht vielleicht noch, wenn man vollkommen rücksichtslos sein kann: Also die Reise bezahlt bekommt, keinerlei finanziellen Folgen zu tragen hat, allein unterwegs ist und niemand einen drängelt, an den Strand, in die nächste Stadt, zur nächsten Veranstaltung zu gehen. Zeitnahes Bloggen mit der Reise ist schwierig, organisatorisch komplex und dazu geeignet, die Erholung zu ruinieren. Ich spreche hier nicht von Tweets über gesponsortes Essen und Instagram, ich spreche von Text schreiben und Bilder bearbeiten und publizieren, also Arbeit. Ich kann darüber ein Lied singen, ich hatte schon mal bei so einer Arbeit so ein "Ich will jetzt sofort nach Vicenza"-Gequengel im Ohr. Und ich kann das auch nachvollziehen. Was Bloggen bedeutet, wenn die Dame im Bett endlich mal kuscheln will oder Kinder ihren Teil verlangem, kann ich mir auch ohne Unterleib ausmalen. Das geht dann halt nicht.

Ich war dieses Jahr auch mit nicht bloggenden Leuten unterwegs: Wenn das Verhältnis gut bleiben soll, leidet das Bloggen sogar, wenn man ein Superschnellschmierer und Nachteule ist. Im Prinzip geht bloggen unterwegs leichter, wenn man ein wirklich interessantes Ziel hat, darum schreiben kann und sich keine Sorgen machen muss, dass dafür ein wie auch immer gearteter Urlaub drauf geht - idealfall ist die Mille Miglia, wenn man sie beruflich besucht. Will man das dennoch alles unter schwierigeren Bedingungen unter einen Hut bringen, muss man wirklich fit in allen Belangen sein, und es wird dennoch nicht leicht. Und am besten sollte man einen einzigen Standort haben, von dem aus man Arbeiten kann. Alles andere ist - schwierig. Unwägbar. Allein schon wegen der Zeit. Vielleicht sieht das jemand anders, der von einem Touristikunternehmen gezielt geschmiert wurde, oder als Journalist meint, einem Leser verpflichtet zu sein, aber davon weiss ich nichts. Ich reise selbst. Das erspart das Geschmiert werden.

Und würde ich mit jemandem nach Meran radeln, der diese meine Marotten nicht kennt und teilt, würde ich das auch nicht machen. Denn Nichtbloggen würde mir anderthalb Kilo Gepäck ersparen und den Zwang, nach 1200 Höhenmetern zum Jaufenpass hoch noch einen Gedanken aus meinem Hirn zu quetschen. Selbst unter den guten Bedingungen, die sicher im Leben der Massen eine deutliche Ausnahme darstellen, mit all meiner Erfahrung: Ich habe Zweifel, ob das gut wird. Und so gut, dass man es gern lesen möchte. Das jetzt noch auf ein normales Leben herunter rechnen, auf weniger gelesene Blogs und relativ hohe Kosten, und man hat eine Antwort, warum es nicht sonderlich viel Reisebloggerei gibt und geben wird. Oh, und ich glaube auch nicht, dass sich daran etwas ändert, wenn Supergeschmierte aus ihren Privilegien heraus dazu ein Blog beschmieren. Weder für den Leser, dem der Unterschied zu seiner Existenz deutlich sein dürfte, als auch für die Konzerne, die so etwas bezahlen. Das ist konstruierte Fiktion. Die kann auch ohne 1200 Höhenmeter.

Mich bezahlt keiner, das ist alles "private venture", und das macht auch den Reiz aus. Es wird sein wie jeder andere, die Höhenmeter des Jaufenpasses sind für Schreibende und Analphabeten gleich, und ich bin auch zuversichtlich, dort auf dem Rad keine Geschmierten zu treffen: Solche Momente würde man sowohl in der PR als auch im normalen Reisejournalismus eher gern vermeiden. Denn da oben ist alles unwägbar, vor einem Jahr hat es kräftig geschneit und natürlich sind wir auf uns allein gestellt. Finde ich kein Netz, kann ich nicht bloggen, bricht eine Speiche, muss ich weit, weit schieben. So ist das eben. Und so meine ich, darüber auch schreiben zu können. Weil ich gern wie ein Mensch lebe, und nicht wie ein Teil des Systems, das mir anbietet, für viel Geld von der FAZ in die Schweiz zu einem Konzern zu wechseln, was vermutlich der Weg vieler Leute wäre, stünde er ihnen offen. Man weiss ja, Zeitung, das ist im Moment auch so etwas wie mit dem Rad einen Pass hoch unter den Augen von zwangsgebührenprassenden Aasgeiern wie Sickstuss, da muss man die Augen offen halten nach Auswegen -ich nicht Ich will das um das kleine, begrenzte Risiko von 30 Kilometer schieben. Hinab. 1500 Höhenmeter. Und darüber schreiben, wenn es sein muss.

Dass ich gerade drei lockere Kurbelschrauben an meinem Transalp-Scapin entdeckt habe, ist nicht gerade ein gutes Zeichen. Diesen unfreiwilligen Abstecher in den Stacheldraht sollte ich auch vermeiden, wenn, ja wenn bis dahin überhaupt der Oberschenkel heil genug ist - im Moment sehen die Schnitte so aus, wie sie sich anfühlen. Da oben kann es richtig scheusslich sein und am Ende muss da dennoch ein feiner Text stehen. Es geht nicht nur um die Frage, ob ich einen Pass an einem Vormittag schaffe, den ich mit dem Auto in 10 Minuten fahre, sondern auch darum, ob dann in diesem Schädel noch etwas geht. Ich darf körperlich nicht zu alt für die Leistung sein, und gedanklich jung genug, das zu beschreiben.
Man wird sehen. Und wer dann noch einmal maulen will, dass Reiseblogger fehlen, soll es mir einfach nachtun oder die Klappe halten.

Ich war dieses Jahr auch mit nicht bloggenden Leuten unterwegs: Wenn das Verhältnis gut bleiben soll, leidet das Bloggen sogar, wenn man ein Superschnellschmierer und Nachteule ist. Im Prinzip geht bloggen unterwegs leichter, wenn man ein wirklich interessantes Ziel hat, darum schreiben kann und sich keine Sorgen machen muss, dass dafür ein wie auch immer gearteter Urlaub drauf geht - idealfall ist die Mille Miglia, wenn man sie beruflich besucht. Will man das dennoch alles unter schwierigeren Bedingungen unter einen Hut bringen, muss man wirklich fit in allen Belangen sein, und es wird dennoch nicht leicht. Und am besten sollte man einen einzigen Standort haben, von dem aus man Arbeiten kann. Alles andere ist - schwierig. Unwägbar. Allein schon wegen der Zeit. Vielleicht sieht das jemand anders, der von einem Touristikunternehmen gezielt geschmiert wurde, oder als Journalist meint, einem Leser verpflichtet zu sein, aber davon weiss ich nichts. Ich reise selbst. Das erspart das Geschmiert werden.

Und würde ich mit jemandem nach Meran radeln, der diese meine Marotten nicht kennt und teilt, würde ich das auch nicht machen. Denn Nichtbloggen würde mir anderthalb Kilo Gepäck ersparen und den Zwang, nach 1200 Höhenmetern zum Jaufenpass hoch noch einen Gedanken aus meinem Hirn zu quetschen. Selbst unter den guten Bedingungen, die sicher im Leben der Massen eine deutliche Ausnahme darstellen, mit all meiner Erfahrung: Ich habe Zweifel, ob das gut wird. Und so gut, dass man es gern lesen möchte. Das jetzt noch auf ein normales Leben herunter rechnen, auf weniger gelesene Blogs und relativ hohe Kosten, und man hat eine Antwort, warum es nicht sonderlich viel Reisebloggerei gibt und geben wird. Oh, und ich glaube auch nicht, dass sich daran etwas ändert, wenn Supergeschmierte aus ihren Privilegien heraus dazu ein Blog beschmieren. Weder für den Leser, dem der Unterschied zu seiner Existenz deutlich sein dürfte, als auch für die Konzerne, die so etwas bezahlen. Das ist konstruierte Fiktion. Die kann auch ohne 1200 Höhenmeter.

Mich bezahlt keiner, das ist alles "private venture", und das macht auch den Reiz aus. Es wird sein wie jeder andere, die Höhenmeter des Jaufenpasses sind für Schreibende und Analphabeten gleich, und ich bin auch zuversichtlich, dort auf dem Rad keine Geschmierten zu treffen: Solche Momente würde man sowohl in der PR als auch im normalen Reisejournalismus eher gern vermeiden. Denn da oben ist alles unwägbar, vor einem Jahr hat es kräftig geschneit und natürlich sind wir auf uns allein gestellt. Finde ich kein Netz, kann ich nicht bloggen, bricht eine Speiche, muss ich weit, weit schieben. So ist das eben. Und so meine ich, darüber auch schreiben zu können. Weil ich gern wie ein Mensch lebe, und nicht wie ein Teil des Systems, das mir anbietet, für viel Geld von der FAZ in die Schweiz zu einem Konzern zu wechseln, was vermutlich der Weg vieler Leute wäre, stünde er ihnen offen. Man weiss ja, Zeitung, das ist im Moment auch so etwas wie mit dem Rad einen Pass hoch unter den Augen von zwangsgebührenprassenden Aasgeiern wie Sickstuss, da muss man die Augen offen halten nach Auswegen -ich nicht Ich will das um das kleine, begrenzte Risiko von 30 Kilometer schieben. Hinab. 1500 Höhenmeter. Und darüber schreiben, wenn es sein muss.

Dass ich gerade drei lockere Kurbelschrauben an meinem Transalp-Scapin entdeckt habe, ist nicht gerade ein gutes Zeichen. Diesen unfreiwilligen Abstecher in den Stacheldraht sollte ich auch vermeiden, wenn, ja wenn bis dahin überhaupt der Oberschenkel heil genug ist - im Moment sehen die Schnitte so aus, wie sie sich anfühlen. Da oben kann es richtig scheusslich sein und am Ende muss da dennoch ein feiner Text stehen. Es geht nicht nur um die Frage, ob ich einen Pass an einem Vormittag schaffe, den ich mit dem Auto in 10 Minuten fahre, sondern auch darum, ob dann in diesem Schädel noch etwas geht. Ich darf körperlich nicht zu alt für die Leistung sein, und gedanklich jung genug, das zu beschreiben.
Man wird sehen. Und wer dann noch einmal maulen will, dass Reiseblogger fehlen, soll es mir einfach nachtun oder die Klappe halten.
donalphons, 14:08h
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