Kickback für besseren Journalismus

Oha.

Also, dem Vernehmen nach ist es so, dass die Firma Bitcrowd das Programm Sparker gemacht hat, mit dem Krautreporter das Geld mehr oder weniger eingezogen hat. Normalerweise kostet diese Plattform über 10.000 Euro, wurde früher verkündet, aber Krautreporter bekam sie angeblich für lau.

Und jetzt geht es also los und was steht im ersten Beitrag?

"Das ist der Plan: Wir beginnen sofort mit der Software-Planung mit den Entwicklern Christoph und Darren von Bitcrowd.

Da war also schon vorher klar, dass Bitcrowd noch mehr als nur die Bezahlplattform machen würde. In der Wirtschaft nennt man so etwas ein Kickback-Geschäft. Man liefert eine Leistung zum Sonderpreis und wird danach sehr nett behandelt und kann dabei seinen Schnitt machen. Zahlen tun die Kunden von Krautreporter, aber zu melden haben sie da natürlich gar nichts. Auch wenn Krautreporter nirgendwo vorher erwähnt hat, bei wem sie all das schöne Geld für die techniche Umsetzung auszugeben gedenken. So ist das halt auf dem grauen Kapitalmarkt üblich. Feinste New Economy, diese Krautreporter. Werbefrei, aber manchmal ist Werbung nicht das Schlimmste.

Mittwoch, 18. Juni 2014, 10:02, von donalphons | |comment

 
Tja, offenkundig gibt es sie ja doch, die klare Roadmap fürs Projekt: Erst mal die Kumpels versorgen...

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Der Plan ist also, nach dem Kassieren mit dem Planen zu beginnen.

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Auch das ist ein Plan und sie wussten wenigstens, wen sie für die Planung bezahlen werden,

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Aber es ist doch herrlich - wie in der New Economy! Und viellicht kauft am Ende Springer alles auf.

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Planet der Affen

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Rohrkrepierer
donalphonso 31.05.2014: »Tatsächlich jedoch droht Krautreporter jetzt zu einem grandiosen Rohrkrepierer zu werden...«

Eingetreten ist wohl eher das:
donalphonso 16.06.2014: »Wie das ist, wenn man zu den Bezwingern solcher Pässe gehört und von da an alle Kritiker mit einem Satz zum Schweigen bringen kann. Denn so einen Pass, den kann einem keiner mehr nehmen.«

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Absolut.
Nach meiner Meinung sind die tatsächlich ein Rohrkepierer - nur mit Verzögerungszünder. Denn Kohle von Neven DuMont und Augstein zu bekommen ist das eine. Die hohen Ansprüche umsetzen - wie das aussieht, sieht man ja an der peinlichen Eigenschleichwerbung dieser unsäglichen "Hanna" Hünniger, die sogar für Judenwitze zu dumm ist, und der ich wirklich aus ganzem Herzen wünsche, dass sie ihr Zeug packt und das Jahr dort drüben im Plattenbau des neuen Journalismus geniesst, wo man so eine Schande haben will.

Ansonsten, wollen Sie mal sagen, wie Sie sich diese komischen Zufälle da erklären, mit der Anwerbung von Bitcrowd?

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Gute Ideen leben gefährlich. Allzuleicht werden sie zertreten, sobald man sie nach draußen pflanzt. Besonders dann, wenn der Kontext nicht hinreichend vorbereitet wurde, was bei den Krautreportern zweifellos der Fall ist.

Journalistisches Crowdfunding ist eine gute und wichtige Idee. Das Projekt hat trotz gravierender Fehler breite Unterstützung gefunden. Offenkundig wollen Menschen für guten und investigativen Journalismus freigiebig Geld bereitstellen, wenn sie von Paywalls und Micropayment-Groschengräbern verschont bleiben. Das ist doch erst einmal ein beeindruckender Erfolg, oder?
Der Ansatz der Krautreporter um Unterstützung zu werben – Sie nannten das »Geld her oder wir töten dieses Medienbaby« – kann so falsch nicht gewesen sein, denn er hat funktioniert.
Was bis jetzt von verschiedenen Seiten gegen die Krautreporter mit erstaunlichem emotionalem Engagement vorgebracht worden ist, war entweder fette Polemik mit mageren Fakten oder spekulative pränatale Diagnostik.

Natürlich ist eine Vorgehensweise wie mit Bitcrowd ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Ich habe von Anfang an Zweifel daran, ob ein Geschäftführer BWL mit Reputation Bertelsmann-Stiftung für so ein Projekt die richtige Wahl ist. Und Hanna Hünniger? A fast, sexy, beautiful nightmare? OK, sowas kann man schon mal haben.

Ich sehe die Krautreporter nicht als Rohrkrepierer, sondern als Pioniere eines frei finanzierten investigativen und kritischen Journalismus. Die machen die Fehler, von deren Kenntnis Folgeprojekte hoffentlich profitieren werden. Man könnte ein weiteres Projekt auch anders aufziehen, etwa im Rahmen einer gemeinnützigen Körperschaft. Aber man muss es halt machen. Das Polemisieren dagegen ist zwar unterhaltsam, aber nicht zielführend.

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Funktionieren tun auch die AfD, der Onlineauftritt der Bildzeitung und Wortwalz: https://www.startnext.de/wortwalz und zwar auch ohne Zuwendung durch den Augstein, der seine Blogger mit 25 Euro abspeist, wenn sie einen Artikel ins Blatt bringen.

Ich sehe einige der Autoren mit ihrer Vorgeschichte und dass manche einen gewissen Drall haben - Niggemeierbuddy Schader mit seier Vorliebe zu Grosshandelskonzernen ist da nur ein Beispiel - stehen der Annahme von unabjängigem Journalismus klar entgegen. Schleichwerberin Hünniger ist das beste Beispiel, wie die Haltung dieser Autoren ist und wie ihre Ideale aussehen. Und Crowdfunding gab es auch schon früher. ich erinnere da an das Buch eines anderen Mitarbeiters, das glaube ich auch jetzt noch nicht da ist.

Das wäre aber nochmal eine ganz andere Debatte. Worum es hier geht, ist intransparentes Absprechen von Leistungen, die man auch vorher hätte sagen können, als man noch tönte, das sei kostenlos zur Verfügung gestellt. Das kann man im Grauen Kapitalmarkt - so sieht die BaFin Crowdfunding - machen. Da geht vieles. Es gibt keinen Zwang, ehrlich zu sein, Aber wenn sich Krautreporter um diese Vorgeschichte herumschwindelt, muss man halt darüber reden. Wie mit so einem Management un Geldabflüssen dann moralisch sauberer und vorbildhafter Journalismus rauskommen kann, weiss ich nicht, aber wir werden es ja sehen, wenn Schader mal wieder die PR von Rewe übernimmt. Oder die übliche kurzsichtige Siedlergeschichte drin steht.

Der Merkt, das sehe ich allerdings auch so, wird es schon richten, und sei es, dass die Nevens und Augsteins sich da ihre Krautpüppchen halten, während die Profite dafür aus weitaus weniger menschenfreundlichen Konzexten, gar mit Werbung stammen.

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Das Projekt hat trotz gravierender Fehler breite Unterstützung gefunden.

Ich würde gern wissen, wieviel von dem Geld von anderen Medienarbeitern kam und wieviel von Leuten, die beruflich nix mit Medien und Social Media machen. Möglicherweise ist die Unterstützung nämlich gar nicht so breit, wie manche glauben.

Edit: Abgesehen davon, glaube ich auch nicht, dass das Projekt sauber geplant und durchgerechnet ist. Don verwies bereits auf die Sozialversicherung, das Stichwort KSK-Abgabe fiel auch schon.

Insgesamt ist mir dabei viel zu viel Maulheldentum dabei.

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Dieser Beitrag der KR ist vom 30. Mai blog.krautreporter.de/post/zahlen/
Da machen sie - eine Tortengrafik mit entsprechender Kostenaufschlüsselung ist dort auch verlinkt http://infogr.am/krautreporter-046?src=web - die Ansage, monatlich 11% für "Software" ausgeben zu wollen - monatlich! Ein 2%-Törtchenstück für "IT" ist ebenfalls vorhanden (aber z.B. kein Posten Rücklage für rechtliche Kosten). Und dann der Satz "Dabei haben wir uns an einem “normalen” Monat orientiert – die großen Anfangsinvestitionen – vor allem für Softwareentwicklung – sind nicht erfasst."

Also anfangs eine einmalige erhebliche Summe für Software und dann jeden Monat 11% des Budgets - für Software, verstehe ich das richtig oder habe ich was übersehen?

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knallhart auf die weiche Tour
Das Gegenstück zu den "weichen Kosten" windiger Graumarktskonstruktionen sind in diesem Fall offenkundig die Softwarekosten.

Das leuchtet ein.

Software ist ja schließlich softe bzw. "weiche Ware". Wenn es also darum geht, sich möglichst unauffällig aus den Budget von knapp 1 Mio Euro zu bedienen, dann passiert das knallhart auf die weiche Tour...

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Ich denke, die Million ist auch etwas Fiktion, denn es gibt ja auch noch MwST. Vermutlich ist das Funding weiter offen (und wird von best buddy Lobo auch kräftig beworben), weil ihnen durchaus klar ist, dass es mit den angeblichen 2000 pro Autor und Monat nichts werden wird. Mein Bauch sagt mir, dass die pro Monat nicht mehr als 1500 zahlen werden.

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1500,- Euro pro Monat (fest! planbar!) für ein einzelnes Artikelchen in der Woche empfinde ich aus der Sicht von freien Journalisten aber auch noch als sehr erfreulich.

Jedenfalls gemessen an den derzeitigen Realitäten im freien Journalismus und erst recht gemessen daran, dass ein "sehr ehrenwerter" Verleger für Artikel mitunter nur sehr schlappe 25,- Euro zahlt.

Ich denke, sie werden es schon irgendwie hinbekommen. Die spannendere Frage ist allerdings, das Projekt so ins Laufen zu bekommen, dass es ein wirklich respektables Bild abgibt. Dann werden am Ende die real vielleicht 9.000 Unterstützer sagen, dass sie das im nächsten Jahr wieder haben möchten.

Einige der dort versammelten Journalisten mag ich, bei anderen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich von denen nicht einen einzigen Artikel lesen möchte. Im Moment sehe ich nicht so recht, weder, was da genau entsteht, noch, ob die dort produzierten Artikel spannend sein werden. Wenn da einfach nur "Geschichten" erzählt werden, dann werden jede Menge Unterstützer hinterher ganz schön genervt sein, sei es, dass sie sich echte Hintergrundberichte und investigativen Journalismus gewünscht haben, sei es, dass die Möglichkeiten zur Mitwirkung nur sehr mau ausgefallen sind.

Für die "Krautreporter" wird nicht einfach, hier richtig etwas zu reißen, zumal - pardon - mit dem verpflichteten Teilzeit-Personal.

Ähem - und ein richtiger Lacher würde es werden, zum Beispiel, wenn sie für ihre "Software" am Ende mehrere Hunderttausend ausgegeben haben

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Näheres kann man wohl erst sagen, wenn man Gesellschaftsform kennt. Das Problem ist halt, man hat so oder so eine Firma am Bein, und das verursacht Kosten egal ob noch was kommt oder nicht und wer zahlt das im Zweifelsfall?Gibt es bei Insolvenz vielleicht sogar Durchgriffsmöglichkeiten? Ich hätte die Grenze für so eine Firma bei 2 Millionen gesehen, dan wäre eine Anschubfinanzirung da. Und ich glaube auch, Esser sah das ähnlich - nur lief es halt gerade mal eben so.

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Krautreporter GmbH: Geschäftsführer Sebastian Esser

Sparker UG (haftungsbeschränkt): Geschäftsführer Christoph Beck, Sebastian Esser

Bitcrowd GmbH: Geschäftsführer Christoph Beck

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Der feine Ausdruck dafür ist "Joint Venture".

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aber SEHR haftungsbeschränkt...

Firmen mit fast null Stammkapital, die mal schnell eine Million einnehmen, mit absurden AGBs (wer haftet, mit wem schließt man eigentlich den Vertrag und über was?), und eine Anhängerschar, die mich inzwischen etwas an die Anleger der "windigen" PROKON erinnern, die inzwischen pleite ist.

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@greenbowlerhat,

sagte das Huhn zum Schwein, "wir machen ein Joint Venture". Fragte das Schwein, "Huhn, was ist das?" Das Huhn: "Ganz einfach, Schwein, du gibst den Schinken, ich die Eier."


@ avantgarde,

wenn ich so einige Kommentare dort lese, erinnert mich das mehr an so eine Art religiöse Sekte, die so wie einst der Königin eines European Kings Club, Damara Bertges, round about 2 Milliarden Märker anvertrauten und selbst nach der Verurteilung wg. Betrugs, noch fähnchenschwingend vor dem Gericht standen und ihre Königin der Könige feierten, nicht den geringsten Zweifel daran habend, dass ihre Königin ihnen ihr Geld mit Zins und Zinseszins auf Heller und Pfennig zurückzahlt.

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Herrjeh - jetzt entspannt euch doch mal, sicher sind die Krauter jetzt nicht die super intelligenten Sympathietraeger ( ok, schraege Truppe triffts vielleicht ganz gut) - aber das Ganze ist nur eine Crowdfundingnummer, man gibt ein paar Euro fuffzig (ich bitte euch - sechzig Euro, ein ordentliches Menu (ohne Wein)) und dann schaut man mal ob der Ballon fliegt. Wenn ja - super! Wenn nein, ein Essen weniger. Thats it.

Ich habe denen nix gegeben - sondern die sechzig Euro in das Crowdfunding fuer mein lokales Strassen Open Air Festival gegeben - das Festival war toefte. Jetzt ist es vorbei.

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