Grad mit Fleiss

Nur Idioten kommen heute noch mit Koran und Blasphemie daher. Kluge Menschen sprechen von Kinderschutz, sozialem Ausgleich und Schutz vor Diskriminierung. Ich habe mir deshalb ein Buch mit einer nach meinem Geschmack etwas zu schlanken Frau gekauft, aber Hauptsache, sie ist natürlich, leicht bekleidet und sieht nicht aus wie Alice Schwarzer oder eine andere weisse Privilegienfrau mit sexistisch-totalitäten Ansichten.



Man sollte wieder mehr beleidigen. Jede Rücksichtsnahme führt nur dazu, dass die Leute sehen, wie sie mit ihrem Gewinsel durchkommen. Man solle deshalb ganz offen gerade dann darauf herumtreten, wenn sie drohen, ihre Twitteraccounts zu schliessen oder anderweitig den Rückzug ankündigen - es ist nicht ihre Absicht, sie sind nicht wirklich empfindlich, sie wenden sich damit nur an die Umstehenden, die sie für eine Art Vergewaltigte halten sollen. Ein Opfer halt. Man kann doch nicht jemanden verfolgen, der ein Opfer ist und in Situationen wie dieser aufhört, von weissen Cis-Männern zu sprechen, sondern nur noch Cis-Mäünner sagt, Hauptsache sie sind alle Breivik.

Das zieht mittlerweile Kreise. Man wird doch als Privilegierter Rücksicht haben müssen mit dem armen Drogenhändler, der in Berlin Haschisch an Minderjähriuge verkauft - stand letzthin auch in der taz. Und dass wirklich schlimm doch der überall auftretende Sexismus ist, da soll man sich doch wegen so ein wenig illegaler Aktivitäten nicht so haben - ebenso dort. Sei nett zu jeder Randgruppe vom Angler über den Dartspieler bis zum Trekkiefan und pass auf, dass sie sich nicht beleidigt fühlt - nur Du selbst, der du zur Mehrheit gehörst, die sie definieren, Du bist schuld daran und musst schon damit leben, dass Du gerade mal kein Unterdrücker der Freiheit, Vergewaltiger oder Mörder bist. Toleranz ist in diesen Machtverhältnissen natürlich eine Einbahnstrasse, der eine hat zu liefern und die Unterdrückten wollen bitte hier noch eine Förderung und da noch eine Erleichterung - und wenn es Pegida ist, die gern gemeinnützig wären.

Da haben sie ein Recht darauf, das zu bezeifeln, ist auch wieder Unterdrückung. Deshalb darf so eine ja auch bei Spiegel online schreiben, ein freigesprochener Student sei immer noch ein "mutmasslicher Vergewaltiger", nachdem sie über Monate den falschen Anschulfigungen breiten Raum gegeben hat. Das ist öfters so. Schleuser sind momentan sehr unschuldig, geschleuste Flüchtlinge sind arme Menschen, Frontex ist Terror und die EU ein Mörder - so geht das. Bloss nichts dagegen sagen. Sie könnten sich ja beleidigt fühlen.



Der letzte Unsinn kommt übrigens sinngemäss von Anne Roth, die ihre Schrippen von der Linken bekommt. Ganz viel Aktivismus, bester Aktivismus auf einem Haufen. Immer auf der Seite der unterdrückten. Darf man nichts gegen sagen, die wurde nämlich mal überwacht und gibt seitdem die Heilige Johanna des Reichshauptslums. weil Opfer der Behörden.

Komischerweise bleiben sie aber immer da und beklagen es nur, wenn andere kein Asyl bekommen. Müssen sie nicht, es kommen schon Neue und dann geht es weiter mit dem Anteilnehmen am Opfer, und in ein paar wochen schreibt man auch wieder das Wort "weiss" dazu und fordert Martensteins Kopf. Ist gerade nicht so ganz opportun, aber es kommt wieder. Der Mann hat schliesslich Humor. Das darf nicht sein für jene, die bei der taz wenig verdienen und deshalb gern bei anderen, besser zahlenden Medien rektalturnen. aber "Ihr Leben als Buttplug" darf man natürlich auch nicht sagen.

Ja, und deshalb empfehle ich den respektlosen Andrea Camillieri und eine nächtliche Runde auf dem Rad, um die gröbsten Aggressionen los zu werden und dem Verein deutlich und amüsiert nach Hause in ihren Slum zu leuchten, in dem sie hoffentlich noch lange Spreewasser saufen.

Mehr beleidigen. Man kann das gar nicht genug tun.

Donnerstag, 8. Januar 2015, 17:41, von donalphons | |comment

 
Weniger beleidigen.
Gelegentlich, genauer gesagt eher sehr selten, so als gezielte Lockerungsübung, kann enspanntes Rumbeleidigen schon mal Sinn ergeben.

Ich gebe allerdings zwei Punkte zu bedenken:

Erstens, Menschen, die das Beleidigen als eine Art Kunstform oder als ständig zu pflegendes Anrecht auffassen, die sind zumeist hochgradig unsympathisch oder anderswie problematisch, und hierzu möge man sich Personen wie den Leppenschmidt oder Oli Höfinghoff vorstellen, oder auch Radfem-Aktivistinnen, oder auch im Kommentarbereich von "pi-news" rumturnende Pegida-Organisatoren, welche selten länger als eine zehntel Sekunde nachdenken, wenn ihnen irgendwer beleidigenswert erscheint. Möchte man jemals so sein wie solche Leute?

Zweitens, im anderen sehe ich fast immer ein Stück von mir, sei es im Guten oder im Schlechten. Es gibt natürlich einen Anteil von Menschen (ich schätze diesen auf rund 10 Prozent der Population), die in einem Ausmaß rücksichtslose Arschlöcher sind, dass diese Wiedererkennungsübung eher schwer fällt. Aber weil es regelmäßig eben so ist, weil man selbst nicht strahlendes Licht - und der andere der schwärzeste Schatten darstellen, darum ist das mit dem Rumbeleidigen halt so eine Sache.

Man kann das gar nicht selten genug tun.

(Für die oben angesprochene Restmenge: Spott genügt)

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Weniger beleidigt sein
Der Grund dafür, dass sich jemand beleidigt fühlt, liegt nie in dem was ich sage, sondern immer in dem, was sich der andere über das denkt, was ich gesagt habe. Menschen, die von anderen verlangen, in dem was sie sagen auf die Befindlichkeiten des anderen Rücksicht zu nehmen, übertragen die Verantwortung für die Ergebnisse ihres eigenen Denkens auf die anderen. Für seine eigenen Gedanken ist aber jeder selbst verantwortlich.

Wenn ich Don Alphonsos 'mehr beleidigen' als 'weniger Rücksicht nehmen auf Menschen, die ihre Befindlichkeiten dem Rest der Menschheit aufoktroyieren wollen' interpretiere, kann dem nur voll zustimmen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten frohes Beleidigen.

Stephan

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@nvc

Ich stimme zu, ein "weniger Sichbeleidigtfühlen" halte ich auch für eine gute Idee. So rein auf der Beziehungsebene - wenn mich z.B. ein Freund beleidigen sollte - ist das nicht immer machbar, und wenn es einem Beleidiger wirklich gelingen sollte, mir a) etwas Neues und b) etwas mich selbst Beschämendes über mich mitzuteilen, ist das evtl. auch mal auf Sachebene schwierig.

Und, nicht jeder Mensch hat eine derart undurchdringliche, teflonartige Beschaffenheit seiner äußeren Hülle wie z.B. mit RA Geedo Paprotta ein Anwalt der katholischen Kirche in der Auseinandersetzung mit Missbrauchsopfern katholischer Pädokrimineller.

Komplette Unzugänglichkeit halte ich dann doch für kein erstrebenswertes Ziel.

Im Fall des Geheimdienstinteressen vertretenden "Postprivacy"-Aktivisten Michael Seeman, um das mal zu exemplifizieren, hieße das, dass der Seemann keine persönlichen Beleidigungen, aber nach wie vor fast jede erdenkliche Menge Hohn für seine inhaltlichen Positionen verdient hat, und darüber hinaus noch eine kleine Restmenge dafür, dass er offenkundig mit Geld kaum anders als tölpelhaft umzugehen weiß. Dass er sich selbst nun seitens DA ständig beleidigt sieht, ist dennoch erstaunlich wie inadäquat, denn von einer "Beziehungsebene" in Bezug auf DA sollte hier besser nicht gesprochen werden, zumal kaum eine persönliche Feindschaft einen wirklichen Wert hat. Neuigkeiten erfährt er, in Bezug auf seine eigene Person, auch nicht. Er könnte an dieser Stelle also wirklich einmal seine "Filtersouveränität" unter Beweis stellen und die von DA regelmäßig ausgehenden (bzw. als Reaktion erfolgenden) Sticheleien ignorieren.

Statt jedes Mal, aus eigener Betroffenheit heraus, DA in seinen eigenen Kreisen zum Thema zu machen zu versuchen, was den Seemann von Mal zu Mal unglücklicher aussehen lässt, vergleichbar mit einem Mann, der seinem eigenen Schrei hinterher zu laufen versucht.

Ich wüsste, wäre ich selbst Michi Seemann, zudem kaum etwas dümmeres, als ausgerechnet meine eigene fetischartige Fixierung auf DA zum Ausgangspunkt eines Beitrags über "Filtersouveränität" zu machen. Was zudem viel über fehlende Souveränität erzählt.

All das hätte er sich sparen können, hätte er den Ratschlag von Stephan (sichwenigerbeleidigtfühlen) ordentlich beherzigt!

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Also würde ich twittern würde es mich nicht stören, wenn Herr S. meine Ergüsse nicht mehr zur Kenntnis nehmen würde. Ich sehe keinen Mehrwert oder Ritterschlag darin von dem Herren gelesen zu werden.

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Ich habe den Don anders verstanden. Weniger Rücksichtnahme auf die Empfindlichkeiten von Leuten, die sich schnell beleidigt fühlen. Und nicht "mehr persönliche Beleidigungen" wie "Du A*".

Die Tweet Austäusche zu Seemann sind da erhellend genug - kaum retweetet DA einen (öffentlichen) Seemann-tweet, kommt irgendeiner angelaufen und beklagt sich über Verletzungen der "Privatsphäre". Das ist genau die gegen Kritik selbstimmunisierende Empfindlichkeit, die keinesfalls weiter um sich greifen darf, wenn man überhaupt noch öffentlichen Debatten führen will.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Wie Allah schon sagte:
" im anderen sehe ich fast immer ein Stück von mir, sei es im Guten oder im Schlechten"

Wie das wohl ist, beim morgendlichen Blick in den Spiegel vor Verzückung fast ohnmächtig zu werden?
Andererseits: was dem Scheißhaufen gefällt, gefällt dem Jupiter vielleicht doch nicht automatisch?

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Herr Sylter3,
wie kommen Sie in diesem Zusammenhang auf "Allah"??

Frei jeglichen inhaltlichen Zusammenhangs zum zuvor Geschriebenen suggerieren Sie sich Koraninhalte mittels frei flottierender Fantasie. Es gibt jedoch, das mag Ihnen jetzt eher fremd vorkommen, tatsächlich ein Blick auf den Mitmenschen, der im anderen vor allem das Gemeinsame sieht. Schlicht, weil es nahe liegt. Sie haben ansatzweise recht, wenn Sie andeuten, dass dieser Gedanke im Islam (sie nutzten dafür die Chiffre "Allah") durchaus vorkommt (wenn es Sie wirklich interessieren sollte, hören Sie hier z.B. *hier* dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Abdullahi Ahmad An-Na´im),- nur: in gleichen Maß existiert diese Idee auch bei den anderen Weltreligionen - und desgleichen bei nichtreligiösen Menschen.

Wie Sie wiederum auf den morgendlichen Blick in den Spiegel vor allem auf sehr ungesund klingende Extreme zu sprechen kommen, oder gar auf "Scheißhaufen", wäre dann auch noch einmal eine Frage wert.

Die sollten Sie sich dann bitte aber selber stellen.

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@thorha

"selbstimmunisierende Empfindlichkeit"

Diese Formulierung gefällt mir sehr gut. Denn das trifft es ganz wunderbar - und mir fallen auf Anhieb einige Politsekten ein, die damit charakterisiert werden können.

Es könnte zutreffen, wie Sie Dons Beitrag interpretieren - ich glaube allerdings eher, dass er sich gerade durch ein Buch, ein intelligent-charmant vorgetragenes Exempel italienischer Schimpfwut, angeregt gesehen hat - und hier eine Verbindung mit ein paar Personen gezogen hat, die deutlich zu feige sind, um sich direkt mit Don bzw. seinen Ansichten auseinander zu setzen.

Was die Frage eröffnet, wie mensch mit ärgerlich agierenden Leuten umgehen sollte. Wenn diese zudem ganz offenkundige Kindköpfe sind, dann spricht für mich vieles für milden Spott. Würde ich solche Leute beleidigen, hieße das für mich, dass ich sie in irgendeiner Hinsicht übermäßig ernst nähme.

Und das müssen sich solche Leute erst einmal erarbeiten.

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@first_Dr.dean:
Danke, aber die Formulierung ist nur leicht abgewandelt bei Popper geklaut.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Herr Doktor,
Religionen empfinde ich selbstverständlich und zurecht ausschließlich als Belästigung.
Den Begriff "Allah" statt "Gott" habe ich nur verwandt, weil ich wußte, daß Ihnen Ihre lachhafte Apologie des Islam wesentlich leichter fällt als - sagen wir die des Judentums.
Sie dürfen sich mich aber gern als den Eremiten bei Monty Python vorstellen, der tanzend "Jehova" ruft.

Ach ja: egal wieviel akadämliche Titel Sie Ihrem oder dem Namen irgend eines wüsten Sohns auch voranstellen, ich lese weder Ihr Blog noch Ihre Literaturempfehlungen.

Und jetzt dürfen Sie weiter Ihr holdes Antlitz in jedem Ihrer Mitmenschen erblicken, Sie guter, Sie.

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Das die taz sich für Dealer einsetzt wundert nicht. Wer schreibt schon gegen die eigenen Lieferanten an? Wahrscheinlich redet sich der ein oder andere Kunde ein, dass der Kauf beim armen Dealer um die Ecke eine soziale Tat sei.

Ansonsten, "man darf ja nichts sagen" kenne ich von der Generation, die nach 45 gelegentlich den "es war nicht alles schlecht"-Zeiten nachhing.

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Jein...
Ich bin durchaus der Meinung, dass man mehr zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen und Migranten tun müsste. Ich gehe davon aus, dass die Mehrzahl dieser Menschen ihre Heimat nicht aus Jux und Dollerei verlässt. In diesem Punkt möchte ich Ihnen also widersprechen.

Die geschliffene Beleidigung hingegen hat ihre Berechtigung, jedenfalls da, wo sie angemessen ist. Überall sonst macht es mehr Spaß, die Heuchler, die Tugendbolde, die Puritaner und die Pharisäer mit aller Sanftmut und unendlicher Güte auf die Palme zu treiben.

Ansonsten mein Mantra zur Abwehr von Heuchlern (welches Sie sich gerne für den Notfall ausleihen dürfen): Dáme vino, amada joven mía, que más vale cuando amanece el día, el eructo de un borracho que el rezo de un hipócrita. (Schenk mir Wein ein, mein geliebtes Mädchen, denn mehr gilt, wenn der Tag anbricht, der Rülpser des Säufers als das Gebet des Heuchlers.) Keine Ahnung, von wem das ist, die Übersetzung aus dem Spanischen ist jedenfalls von mir.

Lesen Sie Camilleri eigentlich im Original? Wenn's irgendwie geht, probieren Sie es, es lohnt sich. Seine Sprache ist allerkorrektestes Italienisch, aber nach all den Jahren noch mit der Rauheit des Sizilianischen.

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Die letzten 3 Montalbanos waren leider in der deutschen Üersetzung nicht mehr wirklich gut. Zuviel Altersdepression. Ich hoffe, im italienischen Original sind sie besser.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Camillieri?
Ich war kurz verwirrt: Gemeint ist "Camilleri", nicht "Camillieri", oder?

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mene
mene
menetekel

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das fahrrad im wintertarnanzug vor den schneebergen hatte schon was.

http://thumbs1.ebaystatic.com/d/l225/pict/121264285016_1.jpg

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Kommentar zur "etwas zu schlanken Frau"
Deine Ausführungen zur Höflichkeit aus Political Correctness nehme ich - mit angemessener Distanz - zur Kenntnis ...

... aber bei dem Mädel vollständig undistanziert: ja, etwas mehr Gewicht dürfte sie schon auf die Waage bringen.

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