Brixen

So also ergab es sich, dass der junge Herr wie immer sehr spät aufzubechen sich bemüssigt fühlte, und froh sein konnte, nur bis Brixen durch Eis und Schnee zu fahtren. Brixen ist recht nah, aber schon in gewisser Weise Italien. Und dann, wenn man das richtige Hotel hat, auch wieder sehr deutsch.



Der ganze spröde Charme der k.u.k.-Monarchie ist erst dann wirklich schön, wenn auf dem Domvorplatz unerwarteterweise das Rahmenprogramm des grössten Kinderskirennens stattfindet. Ein Vorgeschmack auf Apresski in Kitzbühl. Dazu Kinder. Rahmenprogramm. Das Hotel ist glücklicherweise so weit entfernt, dass nur wenig Lärm durch die alten Flügelfenster dringt.



Die Natur ist übrigens kaum weiter als in Deutschland, und meine Lunge quittiert das mit leichtem Japsen. Die Cafes sind voll, Südtirol geht es weiterhin bestens, und oben an der Grenze war auch noch nichts von neuen Befestigungen zu sehen. Überhaupz. Brixen sieht immer noch aus wie in jenen Tagen, da ich oberhalb meinen Heuschnupfen kurierte. Ein pittoreskes Museum der 60er Jahre - kein Wunder, dass die heile Welt wieder Konkunktur hat. Wobei, was heisst schon heil?



Aber am Ende gibt es einfach welche, die solche Szenen im Hotelflur schätzen, und es kann auch nicht jeder Club Med und Aida machen. Es passt schon so, wie es ist. Und es kam auch keiner und hat mich abgerübt - jene, die es gern täten, sind zurückgeblieben, jenseits der Berge. Da sind sie gut aufgehoben.

Freitag, 1. April 2016, 22:03, von donalphons | |comment

 
Das "Greif" in Bozen nur noch eine Kindheitserinnerung - und dass Ihr Eintrag aus dem Elephanten in Brixen stammt, mag ich auch nicht mehr so recht glauben.
Wo also sind Sie abgestiegen?

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doch, natürlich ist es der Elephant. Warum sollte ich da nicht sein? Es ist ein wirklich schönes Hotel.



2. Fenster von rechts.

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Danke! Dann ist es wirklich immer noch ein schönes Hotel. Das erste Foto schien mir 25 Jahre alt.
Erfreulich zu sehen, daß sich dort offenbar nichts zum Negativen verändert hat.

(Dank eigener bescheidener Bleibe in Südtirol sind meine Erinnerungen an Hotelaufenthalte "etwas" angestaubt und beziehen sich ohnehin eher auf Bozen und das Unterland (die Wirkungstrinker unter uns nächtigten schon vor Jahrzehnten bspw. lieber im Schloß Korb)

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wir waren damals als Kinder ein paar Mal auf durchreise und dazwischen auch immer wieder mal. Die Begleitung hat keine Lust auf allzu lange Strecken, deshalb also solche Trödelaufenthalte.

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Vielleicht mag der Meran-lastige Don ja mal bereits in Bozen-Nord die Autobahn verlassen und sich in meiner Nachbarschaft, d.h. zwischen Rosengarten und Latemar umschauen.
Zur wunderschönen Umrundung der "Rotwand" und auch ausgedehnteren Wanderungen im oben genannten Gebiet kann ich diese Bleibe guten Gewissens empfehlen:
http://www.jolanda.it/
Völlig allein oberhalb der Nigerstraße liegend, blitzsauber, Küche für den hungrigen Wandersmann und ein traumhafter Sitz in der Abendsonne oberhalb des Eggentals.
(Motorräder sind bekanntermaßen überall in Südtirol ein Problem aber es hält sich dort in engen Grenzen. Und seit die atemberaubende Straße durch die Eggentaler Schlucht (sie hat Karl May zu "Durchs Wilde Kurdistan" inspiriert) zu einem großen Teil untertunnelt wurde, sind es nochmal weniger geworden).

Judith, äh Edith, quatsch edit (Ihre Bilder können einen aber auch verwirren):
Wie sonst als von "Trödelaufenthalt" zu "Trödelaufenthalt" ließe sich dieses Land bereisen? Recht hat sie, Ihre Begleitung!

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