Über Wahrheit

Irgendwann kommt raus, dass ich gar nicht Don Alphonso Porcamadonna heisse, nicht aus Palermo stamme und auch keine 363 Jahre alt bin. Und dann übersieht man auch, dass ich immer gesagt habe, dass ich a) mein Umfeld durch Verfremdung schütze und b) ein Grundrecht auf Unwahrheiten in Anspruch nehme. Bei einer neueren Zählung zum Beispiel hat sich herausgestellt, dass der Stadtpalast doch nur 54 statt 55 Räume hat. Der Einfachheit bleibe ich aber bei 55.



Es haben einige Leute zu der Doerry/Hingst-Geschichte wenig bis nichts gesagt, und das liegt nicht daran, dass sie Mlle Readon nicht kannten - tatsächlich hat sie wohl sehr viele Protagonisten der Szene getroffen. Es hat vermutlich auch damit zu tun, dass es die anderen weitaus mehr als mich betrifft, der ich nie behauptet habe, etwas anderes als eine Kunstfigur zu sein. Fehlende Wahrhaftigkeit, Verdichtung und Unkenntlichmachung gehören hier draussen wirklich dazu, und wie man nun durch die Wortmeldung aus der Denkmalstiftung erkennen kann, gibt es bei Marie Sophie eine weitere Ebene der Persönlichkeit, die mich offen gesagt kalt erwischt hat. Es ist insofern spannend, als bislang eine zeitliche und inhaltliche Lücke zwischen dem Readon-Blog und den - letztlich dem Spiegelbeitrag den nötigen Durchschlag bringenden - Biographien bei Yad Vashem lag. Wie schon gesagt, von diesen Biographien hat sie nie etwas erzählt und ich wüsste jetzt auch nicht, dass sie davon gegenüber anderen Bloggern gesprochen hätte. Das lief abseits der Realität hier draussen, aber parallel zu ihrem - wie auch immer gearteten - Tun bei der Stiftung.

So gesehen erscheint die Geschichte, die im Spiegel zu lesen war, nicht komplett, und sie bekommt ihre Dynamik nicht durch alle Fakten, sondern auch durch das Zusammenziehen dreier Ebenen: Das literarische Privatblog mit seinen Fiktionen, der Fehler, die im Blog erfundene Klinik in die Realität der Medien zu tragen, und dann letztlich noch die ganz alte, ganz grosse Dummheit mit Yad Vashem. Man fühlt beim Lesen irgendwie, dass eine Linie da war, an die die Fakten gehängt wurden, und ganz vorsichtig gesagt, fürchte ich, dass man so etwas mit vielen da draussen auch tun könnte. Bei mir sowieso - ich habe meine Geburtsurkunde aus Palermo bei einem Umzug verschlampt - aber auch bei vielen anderen bekannteren Personen, die diverse Lücken im Lebenslauf, aber nicht in den Blogs haben. Was bei dieser Geschichte fast völlig ausgeblieben ist, ist das Narrativ "Alter, weisser Mann jagt erbarmungslos verzweifelte Frau" - eigentlich ein Spezialgebiet von Spiegel, Bento, Zett und SZ. Keine Solidarität. Vielleicht Selbstschutz angesichts eigener Lücken? Die Angst, dass zu lautes Aufschreien den nächsten Verdacht auf einen selbst lenkt? Marie Sophie war nicht die einzige Labile da draussen.

Was mir das Leben leichter macht, ist die Knipserei - ich kann ziemlich gut belegen, dass ich wirklich dort war, woher meine Beiträge kommen, und was ich beschreibe, sieht man auch. Persönliches geht einfach nicht mehr, dazu sind die Risiken viel zu hoch, weniger für mich als vielmehr für die jeweiligen Bekannten, denen ein paar Gestalten da draussen sofort den Mob an den Hals hetzen würden. Aber vielleicht sollte man die Erkenntnis mitnehmen, dass mitunter die Recherche beendet ist, wenn alles für den Artikel schön genug ist. Und dass man besser das tut, was ich nun auch schon seit über 11 Jahren konsequent tue:

Keine Interviews, ausser man kennt die Leute.

Keine Phototermine.

Immer alles aufheben und keine Mails löschen. Der Bekannte von heute kann derjenige sein, der morgen entstellend zitiert.

Montag, 5. August 2019, 02:02, von donalphons | |comment

 
das streben nach diskretion ist mehr als nur verstaendlich - mich hat es stets gewundert, wieviel sie von sich bereit waren preiszugeben. mir persoenlich waere dies viel zu viel gewesen; dies haette ich nie gemacht. die zeitversetztheit des berichtens hilft da sicherlich ein wenig.

allerdings muss ich sagen, auch wir - ja, genau, die zwei gekuenstelten figuren ;-) - sind, was im nachhinein zu sehen war, in diesem fruehjahr im zeitraum von einer stunde an einem ort gewesen, man hat sich nur verpasst : ihnen zu begegnen, waere mir schlichtweg unheimlich und dazu unglaublich peinlich gewesen, da es doch recht merkwuerdig und nicht etwa zufaellig erscheinen wuerde.

wenn es dann jemanden gaebe, der alles aus dem umfeld ausspioniert, der hat doch gar nicht einmal so schlechte chancen. aber wer will das ? (nun, die antwort kann man sich denken.)

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Hallo sagen, wie alle anderen auch. Ich bin das durchaus gewohnt und psychisch nicht labil.

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das würde mich sehr freuen. Hallo sagen. Vielleicht können sie ein Blogtreffen +-sicher arrangieren. Ihre mail ist bekannt. Teilnahmewunsch per mail nach Aufforderung hier oder Stützen
Deztails zu Meran oder Neureuth wieder per mail von Ihnen.

Schee wärs

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sicherlich wuerde ich laut geben, und mich wohl auch namentlich vorstellen ;-). dazu wird es gleichwohl wohl kaum gelegenheit geben, denn solche zufaelle sind unwahrscheinlich.

die neureuth ? aechz. das waere prohibitiv ! im matsch zu waten, merci. mea parvitas est trop paresseuse pour faire des bêtises comme ça.

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Stein ins Wasser werfen?
Wollte der Autor mit dem Beitrag vom 05.08. einen Stein in ein stilles Wasser fallen lassen und erfahren, was seine Leser zur Dichtung & Wahrheit um seine Kunstfigur herum meinen?

Ich weiss es nicht.

Ich will aber hoffen, dass der Autor nicht all die Törtchen gefuttert hat, die Don Alphonso uns zeigte!!!
Wenn doch, wird ihn eines Tages der Blitz bei diesem ungesunden Tortenfuttern treffen!

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War das nötig?
Abgesehen davon, dass ich AntiFa- und Gewaltwünsche gegenüber der im realen Leben deutlich fragileren Kunstfigur widerwärtig finde, und abgesehen vom verständlichen Wunsch nach dem Schutz der Privatssphäre, der umso verständlicher wird, je mehr das Konkrete bekannt ist, zu dem ich übrigens auch künftig schweigen werde, ahne ich zunehmend, wo genau eine wichtige Ebene der Solidarität liegen könnte.

Naja, nicht mein Problem. Es wird zudem sehr viele Ebenen geben, wie so oft, wenn sich zwei Menschen sympathisch sind, und sei es, weil sie die gleichen Begeisterungen teilen oder die gleiche Fabulierlust. Ich wünschte von mir selbst, dass ich großzügiger wäre, und zwar auch dann, wenn ich Fehler klar sehe. Jedenfalls, ich will darüber nicht richten, und im Zweifel schreibt sich das ohnehin ins Buch der Ungerechten.

Im Übrigen ist das Leben eher grau und bevorzugt die mittleren, weniger eindeutigen und weniger gut ausgeleuchteten Farben. Dafür gibt es mehr als nur einen guten Grund. Das betrifft auch mich als Person. Ich würde nicht wollen, dass es auch nur drei Menschen gäbe, die von mir selbst so viele unangenehme Dinge wissen, wie ich es tue bzw. getan habe. Und es sind ja nicht immer diese unangenehmen Dinge, die einen Menschen auszeichnen.

Viele gute Dinge liegen im Schatten, und die weniger guten Dinge oftmals auch, und hier mit etwas größeren Bedarf. So ist es halt. Am Ende, spätestens dann, wenn der Tod uns einsammelt, hinterlassen wir mit unserem Leben und unseren Handlungen ein Erbe - damit meine ich nicht die leicht verwehende Resonanz in halbsozialen und von Algorithmen formierten Räumen - bei dem es ganz gewiss kaum darauf ankommen wird, wie ich gewisse Einzelaspekte als geborene Randfigur einschätze - zumal mir die wesentlichsten Dinge ganz sicher verborgen sind.

Also egal.

Etwas weniger egal ist dann, warum hier von von jemanden, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach Historiker genannt hat - und sogar ein solcher ist (siehe: Suchvorschlag), was in diesen Zeiten biografischer Inszenierungen ja keineswegs immer von vornherein klar ist, ausgerechnet an dieser Stelle von "ganz alte, ganz grosse Dummheit mit Yad Vashem" spricht.

Vor meinen unbedarften, von historischen Wissen nahezu unbedrängten Augen sieht es so aus, als ob Yad Vashem eine im Großen und Ganzen sogar überragende Arbeit leistet und dennoch nachvollziehbar unter der unverschuldeten Last leidet, mit millionenfachen Schicksalen hantieren zu müssen. Das ist allein schon von der Menge her gewaltig - von anderen Problemen, zum Beispiel weiblichen Erfindern jüdischer Selbstbiografien gar nicht erst zu sprechen.

Das wüsste ich gerne schon etwas genauer und würde das gerne etwas besser nachvollziehen können. Ich bin ja kein Historiker - ich lasse mich da gerne auch mal im Detail aufklären über die allgemeine, "ganz große Dummheit von Yad Vashem", die mir bis gerade eben noch völlig unbekannt war.

War das nötig?

https://www.yadvashem.org/de/righteous/faq.html

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Dr. Dean
"ganz große Dummheit von Yad Vashem"

MIT Yad Vashem, dann wird es verständlich.

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Lesen lernen, dringend!

Statt ganz große Dummheit von Yad Vashem hiess es im Beitrag ganz große Dummheit MIT Yad Vashem. Was schon an sich und erst recht im Kontext gelesen der Bemerkung eine völlig andere Zielrichtung gibt, als hier insinuiert.

Leicht angesäuerte Grüsse,
Thorsten Haupts

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Ein Natzi, er hat Yad Vashem gesagt!
Diesem paranoiden Irren muß man nur ein Triggerwort hinperlen und schon verfällt er in seine pathologische Antifaraserei.
Kann man das nicht vielleicht medikamentös behandeln? (paging @strappato)

Was nicht passt, macht sich so einer passend; da wird aus einem "mit" ein "von" - und wenn - wie meinereiner gestern - sich bei Mutti für die Einladung von ein paar jungen Männern bedankt, die dafür sorgen, daß die Zahl der Vergewaltigungen von Kindern und Frauen nicht ins Bodenlose fällt, tut er so, als sei das auf den neuesten Gleisschubser gemünzt gewesen.

Wie gesagt: Was nicht passt, machen sich diese rot lackierten Kackbratzen mit Unterstützung der Systemmedien passend.

Es ist einfach nur widerwärtig, wie sich diese Lumpen bei jeder von Einwanderern an Deutschen begangenen Gewalttat ins Fäustchen lachen, ja geradezu daran delektieren und höhnisch vermerken, daß eine offene Gesellschaft so etwas aushalten müsse.
Man müsse dann eben Bahnsteigtüren wie in London oder an Flughäfen installieren und auf seine Kinder im Freibad besser aufpassen.

Und wer vom Staatsrundfunk verlangt, zumindest über den Preis dieser Einwanderungspolitik informiert zu werden, der ist halt ein Nartsi und überhaupt.

Der (intellektuelle) Mittelstand ala @ Thora plappert auch schon das dumme Zeug von der PKS nach (Wobei der genannte sich plötzlich nicht mehr so sicher ist. Wie kommt denn das auf einmal?)

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@Thorha

Nie behaupte ich, dass ich vor Irrtum und Fehlinterpretationen gefeit bin, dazu kenne ich meine eigenen Schwächen viel zu genau, und dies schon gar nicht in den Fällen, wo ich die Frage, wie etwas zu verstehen ist, selbst gestellt habe.

Der andeutungsvolle, munkelnde Stil mag gut begründet sein, zumal bei einem stark narrativ arbeitenden Publizisten, der sein Herz, seine Obsessionen und seinen Ärger vielfach sehr offen vor seiner Leserschaft darstellt, schlicht zum Schutz der dadurch ohnehin etwas kleiner gewordenen verbleibenden Privatsshäre, die umso kostbarer wird, je mehr die eigene Person und ihre Ansichten zu einer öffentlichen bzw. halböffentlichen Figur gereift ist, vielleicht es dies auch lediglich taktisch klug, aber diese Stilistik hat nun einmal den Nachteil, dass man dann nicht von jedem gut verstanden wird.

Mit anderen Worten: Sagen Sie mir doch bitte, wie Sie diesen Passus verstehen. Ich verstehe ihn nämlich nicht. Für mich ist der Fall eigentlich sonnenklar (das ist imho all zu oft ein Warnzeichen genau dafür, dass man falsch liegen könnte), nämlich dergestalt, dass sich da eine junge Frau in eine unwahre Selbstdarstellung verrannt hat, und dann nicht mehr daraus heraus fand, was teils auch den Mechanismen von "social" media und dem Literaturbetrieb geschuldet ist bzw. der immensen Schwierigkeit, dort nach oben zu schwimmen, sodass Selbstinszenierungen beinahe unausweichlich erscheinen können - tja, und dann hat sie sich bzw. ihre überwiegend frei erfundene Familiengeschichte ausgerechnet auch auf Yad Vashem bezogen, um ihre verrannte Selbstdarstellung abzurunden. DA verstand ich hingegen so, dass dies nicht der Fehler der jungen Dame war, die im Übrigen talentiert war und überaus sympathisch, wie praktisch alle aus ihrem Umfeld berichten, sondern zu einem beachtlichen Teil eher ein Fehler anderer war.

Wie das? Wessen Fehler bzw. was für ein Fehler genau? Der Dame zuzuhören und ihre, geht man lediglich von der Zweckmäßigkeit aus, klug komponierte Selbstdarstellung weiter zu verbreiten, etwa? Und was hat Yad Vashem bzw. "mit Yad Vashem" noch einmal damit zu tun? Klären Sie mich auf - ich wäre da dankbar. Es ist immer schön, wenn man hinterher etwas klüger ist und ein Rätsel als gelöst betrachten kann. Oder, wenn man einfach ein alternatives Interpretationsmuster gefunden hat.

Ich weiß das zu schätzen.

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@first_dr.dean
Um Sie noch einmal im Original zu zitieren:

"... ausgerechnet an dieser Stelle von "ganz alte, ganz grosse Dummheit von Yad Vashem" spricht.

Vor meinen unbedarften, von historischen Wissen nahezu unbedrängten Augen sieht es so aus, als ob Yad Vashem eine im Großen und Ganzen sogar überragende Arbeit leistet und dennoch nachvollziehbar unter der unverschuldeten Last leidet ..."

Und in genau diesem Zusammenhang wirkt es (nicht nur auf mich) so, als würden Sie dem Don unterstellen, er hätte was gegen Yad Vashem et al. Das "von" - dass Sie inzwischen ausgetauscht haben - ist dafür entscheidend.

Entweder Sie haben ziemlich unsauber formuliert (also Ihre Gedanken nicht vor dem Schreiben sortiert) oder Sie haben den Don wirklich schlecht gelesen.

Ihre Entscheidung :-).

Gruss,
Thorsten Haupts

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@Thorsten Haupts

Danke soweit für die Antwort. Eine Deutungsvariante bzw. eine für mich nachvollziehare Erklärung konnte ich daraus leider nicht ableiten. Könnten Sie mir bitte darstellen, wie Sie diese Formulierung interpretiert haben?

Wie gesagt: Ich frage nur.

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Und in genau diesem Zusammenhang wirkt es (nicht nur auf mich) so, als würden Sie dem Don unterstellen, er hätte was gegen Yad Vashem et al.

Was zur Hölle ist an dieser Deutung (durch mich) für Sie jetzt unklar :-)?

Sie greifen einen Satz des Dons auf, verfälschen ihn und leiten ohne Zwischenschritt über zu einer Eloge auf die grossartige Arbeit von YV. Was soll man daraus anderes schliessen, als dass Sie dem Don (implizit) vorwerfen, er hätte was gegen YV (gesagt)?

Gruss,
Thorsten Haupts

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You just write on, dear, write on.

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Gastgeber, „Über Wahrheit“, 05.08.2019
Wissen Sie, zu Ihren Gedanken in „Über Wahrheit“ am 05.Aug möchte ich doch etwas aus Sicht eines 08/15-Lesers erzählen.

Vor kurzem las ich ein Buch von einem meiner Lieblingsschriftsteller. Das Buch war eine Sammlung von datierten Notizen aus jener Zeit, als er als junger Journalist anfing seinen Traum, Schriftsteller zu werden, intensiv zu verfolgen. Ein Verlag gab seine Notizen weit nach seinem Tod heraus, nach dem seine sonstige Bücher bereits x-mal vermarktet worden waren.

Solche datierte Notizen kann man aus heutiger Sicht sicher wie Blog-Einträge betrachten. Der Leser versank mit dem Autor in dem Elend der späten Zwanzigern, las mit, wie er quer durch Europa in Lumpen vagabundierend seine spätere Themen fand. Er beschrieb zur Übung Charaktere, Dialoge, die Landschaften und überhaupt alles was ihm begegnete. Er schrieb über prekären Gelegenheitsarbeiten, über Ungeziefer in Massenunterkünften, Hunger und Selbstmordgedanken auf nebligen Brücken. Er warf gelegentlich paar Zeilen über Frauen ein, und dabei sah er nicht einmal immer gut aus.

Alles glaubhaft. Dreiviertel der Europäer hatten damals ähnliche Erfahrungen machen müssen, schätze ich.
So weit, so gut.

Die Überraschung kam am Ende des Buches. Der Verlag veröffentlichte einiges aus seiner privaten Korrespondenz aus jenen Wanderjahren. Kein Literaturkritiker weiß, wie und wo er genau zu jener Zeit lebte (er starb jung und erlebte den Erfolg seiner Bücher nicht), aber offenbar war die Armut um ihn herum doch nicht so erdrückend oder zumindest nicht permanent: Er arbeitete regelmäßig für namhafte Zeitungen und erhielt Zuwendungen von seiner Familie. Einiges war angeblich rückdatiert.

Könnte ich, oder jemand anders, sich heute hinstellen und sagen: hach, ertappt!?
Mitleidiges Kopfschütteln wäre mir sicher.

Mir fielen mühelos weitere Schriftsteller ein, die entweder doppelte Notizbücher geführt haben, eins für die Öffentlichkeit und eins privat, oder von denen man nachträglich einiges herausfand, was wenig schmeichelhaft war; ….die Sache mit Madamoiselle X verlief nicht ganz so, wie er das dargestellt hat, …das Geschäft mit Monsieur Y hatte eine seinerzeit unbeleuchtete Kehrseite, usw.

Ich brauche dazu nicht einmal Literatur, Germanistik oder Historik studiert zu haben, Beispiele gibt es zuhauf. Manche leisteten sich Fehlgriffe – in die Gruppe können wir gewiss den ZEIT-Artikel und die Sache mit Yad Vashem einreihen – und blieben auf der Strecke, andere machten trotz Unstimmigkeiten im Lebenslauf das Rennen und wurden berühmt. Die Zeitspanne zwischen Fehlgriff und Entdeckung lag bei den Glücklicheren bei über 50 Jahren.

Was ich mit meinen holprigen Sätzen sagen möchte ist, dass möglicherweise träumte hier jemand in einem größeren Zeitbogen, als wir aktuell tun. Sie verstarb nur vorzeitig.

Diese Schreiberei funktioniert einfach nicht so, dass der werdende Schriftsteller Tag für Tag seinen Einkaufszettel den Lesern auftischt. Das schmeckt uns nicht.

Wahrheit?
Ich möchte aus Gerald Durrells „My Family and other Animals“ keine Zeile missen und sollte sich herausstellen, seine Familie war ganz anders und das Buch hätte er in einem Plattenbau in Tottenham frei erfunden, wäre meine Antwort:
„Well done! Tea?“

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Meinten Sie Lawrence oder Gerald Durrell?
Gerald D., der Hobby-Zoologe, wurde 1925 in Indien geboren, er konnte also nicht über das Elend der Zwanziger schreiben. Er starb auch nicht jung, sondern wurde immerhin 70 Jahre alt. Er schrieb "My Family...". Sein Bruder Lawrence, Schriftsteller und Freund Henry Millers, wurde 80 Jahre alt.

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Schrotsaege, 24.08.
Der Schriftsteller, den ich in dem langen Kommentar gemeint habe, war nicht Gerald Durrell.
Durrell fiel mir nur als Beispiel ein, weil er in seinem berühmten Buch über seine Familie schrieb. Wie Sophie hin und wieder das tat.

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@britishislands
Sie sind ein Wichtigtuer, der von nichts irgendeine Ahnung bat.

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Schrotsaege, 25.08.
Wie kommen Sie darauf?

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"Gerald D., der Hobby-Zoologe, wurde 1925 in Indien geboren, er konnte also nicht über das Elend der Zwanziger schreiben"

Schrotti, der Hobby-Zoophile, wurde auch 1925 geboren, er kann folglich nicht mehr richtig schreiben oder denken.

Die Tochter eines Freundes hat gerade mit Mitte Zwanzig sehr erfolgreich ihr Geschichtsstudium abgeschlossen. Selbst sie konnte über das Elend der Zwanziger schreiben.

Unabhängig davon, daß British-Elend einen anderen Schriftsteller meinte, läßt sein Beitrag die Interpretation, daß es sich bei dem von ihm angeführten Verfasser um einen nachgeborenen Faker handelt, mindestens zu.

Insofern ist Schrottis Beitrag gleich doppelt dämlich.

Lassen wir unseren Schraubergreis selbst sprechen:
"Sie sind ein Wichtigtuer, der von nichts irgendeine Ahnung bat."
Ist das nicht mal ein wirklich schöner Tippfehler - speziell in diesem Fall?

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Wieder unser Sylter mit glasigem Blick...
Der Lebenslauf der Durrells ist in GB wohlbekannt. Daß ein Kleinkind ein Tagebuch in den Zwanziger Jahren schreibt, glaubt nicht einmal ein Engänder. Aber um die Diskussion zu beenden: Britishislands möge uns den geheimnisvollen Tagebuchautor nennen, vielleicht wird er auch mein "Lieblingsschriftsteller".

Zum Thema Tagebücher:

Tagebuchnotizen aus Krisenzeiten über Hunger, Tod und Verzweiflung sind für den zeitgeschichtlichen Voyeur zum Gähnen, weil diese Umstände den menschlichen Mitteilungsdrang stark anfeuern und Elendsberichte in unübersehbarer Menge vorliegen. Da ändert auch literarischer Feinschliff nichts.

Ich selbst schreibe seit vielen Jahren Tagebuch und bemühe mich, das jeweilige zeitliche Umfeld gegen den Strich zu bürsten bzw. zu beschreiben. Heute lese ich viele Eintragungen mit mephistophelischem Grinsen. Warum das so ist, verrate ich nicht.

Mein Lieblingsbuch ist übrigens Golo Manns "Wallenstein". Golo Manns Tagebuch besteht wahrscheinlich nur aus Notizen zu diesem Thema.

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@Don Alphonso
Selbst wenn Sie als Kunstfigur Sizilianer wären, ich würde Sie mit Begeisterung lesen.
Da kommen Erinnerungen an eine meiner Lieblingsserien „Allein gegen die Mafia“ auf. Damals schaltete man den Fernseher nicht nur für BBC an. Da war die Zukunft schmutziger Verschwörungen schon vorweg genommen. Die schönen Namen der Gauner: Tano Credi u.s.w.

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Berg und Tal kommen nicht zusammen...
Berichte über das Tacheles in Berlin stimmten mich persönlich nachdenklich, traf eine der Betroffenen damals im Urlaub, sie sprach nur noch wenig, unsäglich wie für Auflage überzogen worden war, man hatte sich z.B. über gesponserte Frühstücke echauffiert. Lese seit damals betont sachliche Texte mit der alten Regel im Hinterkopf, die besagt: Glaube niemals etwas, das dir nicht von einer zweiten, unabhängigen Quelle bestätigt wurde. Von irgendwem selbst reklamierte Objektivität halte ich für eine der hartnäckigsten Wahrnehmungsstörungen und freue mich immer wieder, mich im Gespräch mit Leuten auszutauschen, die mir meine Weltsicht nicht verübeln.

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Paul Julius Reuter
Namensgeber der Agentur, die wie keine andere das Nachrichtenwesen und den Journalismus geprägt hat, gab eine einfache Grundregel vor: check three sources.
Leider eine längst vergessene Maxime.

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Tacheles in Berlin
Hä?? Ich denke, das ist schon seit Jahren abgerissen und gibts schon lang nicht mehr???

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"Paul Julius Reuter"? "Tacheles"?
Nebbich!!!

Deano: Doppeltrigger!!! Wieso bist du noch nicht dazwischen gegrätscht?! Ist dein Heuchelalgorithmus kaputt?

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Mit der Wahrheit ist das so eine Sache
Wer im Lichte der Öffentlichkeit steht und damit auch das Interesse der Medien erregt, sollte schon den Unterschied zwischen Dichtung und Wahrheit beachten und erkennen lassen. Die Nutzung einer Kunstfigur ist jedenfalls der Fälschung einer Biographie vorzuziehen.

Das Häuten der Zwiebel ist ein schmerzhafter Vorgang und nicht jedem möglich. Aber wie die Kunstfigur an anderer Stelle einmal schrieb, sollte man Person und Werk nicht in einen Topf werfen und gleichermaßen verteufeln. Denn, was bliebe dann noch?

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dazu noch den Deniz Yücel in WELT heute

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"Das Häuten der Zwiebel ist ein schmerzhafter Vorgang und nicht jedem möglich."
Latürnich hat nicht nur seine Mudda, sondern auch jede Hausfrau seit der letzten Eiszeit gelacht.
Aber wie fast immer ist @queru doch irgendwie lesens- bzw. bestellenswert:
https://edition-tiamat.de/beim-zwiebeln-des-haeuters/

Es ist ein schmerzhafter Vorgang, @queru zu lesen aber manchmal führt er zu Literatur.

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O tempora, o mores
Was soll man den Leuten heutzutage raten, um in Frieden ihr Dasein fristen zu können? Sun Tzu lesen? Es scheint jedenfalls, als könne jedermann jederzeit sich gegen einen wenden.
Si vis pacem, para bellum. Ja, das ist es wohl.

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"Was Blumenbeete über Gesellschaften verraten"
Ja, was verraten sie denn?
Hier werden die Verkehrsinseln und die Blumenkübel dreimal jährlich neu bepflanzt. Auf den Verkehrsinseln werden zu Ostern hunderte bunte Kunststoffeier zwischen die Narzissen gesteckt und der Kreisel am Ortseingang von Keitum ist mittlerweile eine häufig fotografierte Wildblumenwiese.

Und so verraten auch gepflegte Gärten viel über eine Gesellschaft:
Zwischen Keitum und Westerland (ich könnte die genaue Anschrift nennen) befindet sich z.B. ein etwas in die Jahre gekommener, aber sehr gepflegter Gelbklinkerbungalow. Er würde bei einem Eigentümerwechsel sofort abgerissen, zumal sein knapp 1.000 qm großes Grundstück bereits einen Preis von 1.100,-- Euro/qm hat.

Indes - es leben vier junge Männer in diesem Haus. Und das Grundstück würde vom Pflegezustand denen am Tegernsee druchaus das Wasser reichen können.
Das liegt daran, daß auch hier die Gemeinden "ihre Mitarbeiter losschicken, und dreimal im Jahr die Beete bepflanzen."
Und nicht nur das: während die vier genannten jungen Männer mit ihren Drinks feixend auf der Terrasse sitzen, kümmern sich regelmäßig drei Gemeindemitarbeiter, zwei von ihnen kurz vor der Rente, um den Garten und machen alles richtig hübsch.
Dieser und der letzte Sommer waren hier ungewöhnlich heiß. Da versteht es sich latürnich von selbst, daß nicht der traumatisierte 20-jährige Nafri das Rasenmähen und das wöchentliche Rausstellen der Mülltonnen übernimmt, sondern der zum Dank seines Besuchs beschäftigte 62-jährige Gemeindemitarbeiter.

https://www.youtube.com/watch?v=QEuoJZPqLu8

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Wahrscheinlich besser so. Uns hat es vor einigen Monaten in die Nähe des Einkaufszentrums Hamburg Eidelstedt verschlagen. Das Steakhaus war erträglich, aber der Weg über den im Abbau befindlichen Wochenmarkt wurde schnell gemacht und mit durchgedrücktem Rücken und auf dem Weg zurück zum Parkdeck sind wir woanders gegangen. Neben dem Parkdeck war ein ehemals hübsches Haus, der Garten sah aus wie eine Mülldeponie. Die Bewohnern hingen in Hausnähe rum oder standen vor Aldi.
Ich bin schon durch Slums in Jakarta, London, New York und Shanghai gegangen und habe mich dort weniger unwohl gefühlt als in Hamburg.
Sein Sie froh, dass Sie schon so alt sind und der Hindenburgdamm nur 4 Meter breit ist. Sylt lässt sich gut verteidigen.

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Slums in ... London, New York und Shanghai
Und um den berühmten deutschen Reichshauptslum haben Sie vorsorglich einen kontinenteumspannenden Bogen gemacht, sehr vernünftig.

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Tja, es gibt wenig Gründe, da hin zu gehen.

1990 aus Neugierde, irgendwann in den 90ern zu Verhandlungen mit irgendeinem Bürokraten aus einem Ministerium, später noch ein zwei Mal zu Empfängen, einmal Hochzeit und ein paar Schulungen Mitte der 2000er, als Dozent, mit Auto ins Hotel, zwei Übernachtungen und zurück. Slums fielen da aus, meine Drogen kommen vom Wein und Spirituosen Versender in geprüfter Qualität.

Allerdings fand ich Shanghai, HongKong und St Petersburg spannend, Russland erscheint mir stabiler als China, sozial betrachtet.

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Ah, Sylt - fast
so gut wie Uppsala! - Weil, es ist so: In Uppsala hat man anfang des Monats alle Frauen gebeten, sich nicht aufzuregen und sich auch bitte keine Sorgen zu machen wegen der hohen Frequenz der Vergewaltigungen neuerdings. Die Polizei könne freilich nicht alles unter Kontrolle haben, aber das sei normal.

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Nächste Station: Man empfiehlt Frauen sich sittsam zu Kleiden und das Haus nicht ohne ein männliches Familienmitglied zu verlassen.

Ihr wolltet es doch so, oder?

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"Ich bin schon durch Slums in ... New York ... gegangen und habe mich dort weniger unwohl gefühlt als in Hamburg."

Und da bezeichnen Sie, der Sie spätestens kurz nach dem 1. WK geboren sein müssen, mich als alt? Dascha allerhand!

Und einfach ist es auf diesem Eiland auch nicht mehr: Mir lag es immer fern, in den 10 Monaten, in denen die Nordsee zu kalt ist, in einer Suppe aus Chlorwasser und Kinderpipi und einer Einlage von Pflastern, Haaren und Fußnägeln zu baden.
Der Onkel Sylter hatte sich deshalb bis vor ca. zwei Jahren darauf beschränkt, die Patentnichten zur "Sylter Welle" zu chauffieren, ihnen einzuschärfen, daß sie sich nach dem Bad ihr Haar föhnen und in 3 Stunden wieder auf dem Parkplatz stehen sollen.
Mittlerweile muß der alte Mann jedoch selbst seinen Wanst in dieses Wasser wuchten und so eine Art Geleitschutz zur Abstandhaltung notgeiler glutäugiger Dauergäste vorhalten.
Schön ist das nicht - aber meine beiden Süßen schwimmen so gern und das ist ja gerade bei Heranwachsenden auch durchaus wünschenswert.

Die vier pro Schicht diensttuenden Bademeister sind verängstigt und sagen, daß sie nicht wegen jeder obszönen Geste und "versehentlichen" Berührung einschreiten oder gar die Polizei rufen könnten.

Zwölfjährige Mädchen müßen eben nicht nur den Umgang mit dem lernen, was man heute so alles im Internet vorfindet, sondern auch im Schwimmbad.

But of course: this can´t be tied to refugee influx.

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FAZ: Jeder 3. Flüchtling hat eine Anstellung gefunden
Womöglich "schaffen wir es doch". Dann würde Merkel als "die Große" in die Geschichte eingehen. Leider kommen die positiven Nachrichten überwiegend aus Süddeutschland, nach Brandenburg verirrt sich kaum ein "Schutzsuchender", aber gerade im überalterten Osten wird Nachwuchs dringend gebraucht.

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Die FAZ schaffts

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Die FAZ schaffts
in den Märchenwald - Abteilung Statistik und Schönfärberei. Der Zuzug ist finanziell ein derbes Zuschussgeschäft und sozial eine erhebliche Belastung des Gemeinwesens. Beisst die Maus kein' Faden ab. Die harten Zahlen haben die Herren Fuest, Rafffelhüschen und - insbeosondere, Sarrazin.

Überschlägig hat Rafffelhüschen 2015 gesagt, werden in fünf Jahren weniger als fünfzig Prozent der Zuzüger in einem regulären Arbeitsverhältnis sein. Dies stimmt ganz sicher: Mehr werden es ganz sicher n i c h t ! Aber das da ist zu berücksichtigen: Nur diejenigen unter den fünfzig Prozent Beschäftigen, die über dem bundesdeutschen Durchshnitt verdienen, sind für den Sozialstaat BRD ein wirtschaftlicher Gewinn. Das aber dürften (ich schätze jetz), vielleicht ein Prozent sein. Sagen wir das Doppelte: Zwei Prozent! Der Rest kostet! Der gesamte erkleckliche Rest kostet die hiesige Gesellschaft. Also - nach meiner Schätzung: 98% werden 2020, nach fünf Jahren kosten.

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Gibt es jemanden, der das mit guten Argumenten anders sieht?
Ich finde auch bei den üblichen Beschönigern nichts, so sehr ich auch ein bißchen Beruhigung in dieser Frage gebrauchen könnte...

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Wie hoch ist denn unsere Beschäftigungsquote?
Bei 82 Mio Einwohnern sind 44 Mio sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 30 Mio Einwohner sind unter 14 oder über 65 Jahre alt. Also Herr Kief, jetzt fangen Sie mal von vorne an zu rechnen und verzichten Sie auf gewagte Schätzungen. Wie hoch die Zahl der Selbständigen ist, mag ein anderer nachschlagen.

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Es ist doch müßig,
sich über Beschäftigungsquoten und sozialversicherungspflichtige Beschäftigte Gedanken zu machen. Und was die FAZ da titelt, ist auch ohne substantiellen Wert.

Vielmehr ist doch interessant, wieviel Menschen in diesem Land Anspruch auf staatliche Leistungen haben, ohne die sie nicht mehr menschenwürdig leben können, falls das trotz dieser Leistungen überhaupt noch gewährleistet ist.

Es fängt mit der Kinderarmut an und endet mit der Altersarmut. Die Flüchtlinge sind da nur ein geringer Teil.

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@Sylter, wenn Ihre Nichten 12 sind, und meine Töchter zwischen 6 und 24, dann bin ich wohl im Schnitt 3 Jahr älter als Ihr Geschwister ;-) . Als Highlander (Geestbewohner) war der Frankreichfeldzug 1870 erquicklicher als Flandern oder die abgefrorenen Zehen im 2 WW. Mir ist aber schon klar, warum aus dem Eisenbahndamm nie eine Strasse wurde.

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Durchaus keine "müßige Diskussion"
Der FAZ-Beitrag war zuerst auf der Online-Titelseite ohne Paywall zu lesen. Dann häuften sich vermutlich die bösartigen Kommentare, im Stile eines Dieter Kief, der offensichtlich begierig ein Scheitern der Integration wünscht, so daß der Text in den Nachrichtenfriedhof hinter die Bezahlschranke verschoben wurde.

Hoffen wir mal, daß Sie und Herr Kief die oben erwähnte sozialdarwinistische Sozialverträglichkeitprüfung überstehen und dem "Sozialstaat BRD ein wirtschaftlicher Gewinn sind". Da reicht es nicht, wenn der Pudelfriseur kräht, "ich bin Nettozahler!"

Die Rezession wird die Einstellung von Flüchtlingen beschleunigen, da nun großer Bedarf im Niedriglohnsektor besteht, weil man im höher bezahlten Bereich massiv entlassen wird. Daß die Neuankömmlinge auch gerecht bezahlt werden und nicht das Heer der Benachteiligten in der BRD vergrößern, das zu verhindern, ist Sache der Gewerkschaften und linken Parteien (ich weiß, daß das jetzt als Scherz aufgefaßt wird, ist aber keiner).

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Vermutlich haben Sie meinen Beitrag nicht richtig verstanden, schrotsaege. Er sollte zum Ausdruck bringen, daß es sich nicht um ein Flüchtlingsproblem handelt, sondern um ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Leider kann ich ihren Glauben an linke Parteien nicht (mehr) teilen, da diese spätestens seit Schröder in hohem Maße mitverantwortlich für die Probleme sind. Und was diese Parteien momentan für einen Kurs fahren, wird die Probleme nur noch weiter verschärfen.

Der Niedriglohnsektor war, schon lange vor der Rezession, unter anderem das Ziel linker Politik. Der Sozialstaat wurde zum Lohnersatzstaat. Und ganz nebenbei wurden die letzten Gewerkschaften, die diese Bezeichnung noch verdienten, unter Federführung der SPD an die politische Kette gelegt.

Sorry, aber linke Parteien haben diesen Staat in den letzten Jahrzehnten gründlich ruiniert. Leider gibt es für Linke nur noch eine Alternative: Wahlverzicht. Und ich wiederhole mich da gern, der nächste Bundeskanzler wird vielleicht noch grün, aber spätestens danach gibt es einen blauen. Das Land scheint das unbedingt zu brauchen, um wieder zu Verstand zu kommen. Vielleicht wird es danach ja wieder besser, auch für Linke.

Ach ja, die Integration. Die ist auch schon vor langer Zeit gescheitert. Das muß sich niemand mehr wünschen.

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Überall Linke...
Querulant, ich fürchte, daß Sie eher orientierungslos durch die politische Landschaft stolpern.

1. Die Integration von Flüchtlingen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, eine dringende demographische Erfordernis.

2. Sie können natürlich alle Entwicklungen, die Ihnen nicht gefallen, als "linke Politik" bezeichnen. "Oberlinke" wäre bei Ihnen vermutlich Merkel.

3. Waren Sie jemals Gewerkschaftsmitglied? In welcher? Waren Sie jemals in einer politischen Partei und in einem Interessenverband aktiv?

4. Die Integration der Flüchtlinge ist ein Prozeß, der jetzt erste Erfolge zeigt.

5. Sie müssen nicht an Gewerkschaften oder linke Parteien glauben. Wenn Sie wirtschaftlich unabhängig und stark sind, gehen Sie Ihre eigenen Wege und beschweren sich nicht dauernd über das "gründlich ruinierte Land".

Ich bin hier zufrieden.

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Es gibt winzige Erfolge
bei der Integration, das stimmt. Aber insgesamt wird die Intregration der Zuzüger finanziell die Lage des hiesigen Sozialstaats heftig verschlechtern. Denn, wie gesagt: Ein finanzieller Gewinn für den Sozialstaat stellen nur diejenigen Beschäftigten unter den Zuzügern dar, die über dem hiesigen Durchschnittsverdienst liegen. Ale anderen verschlechtern die Lage insgesamt. Das ist simple Rechenkunst - nachzulesen bei Fachleuten wie Raffelhüsschen, Sinn und Sarrazin.

Wir reden allein hier von Kosten im zweistelligen
Milliardenbereich pro Jahr. Zu glauben, dass der Zuzug dem Rentensystem helfe, ist finanzieller Voodoozauber.

Jetzt kommt aber noch der sozial-erosive Effekt dazu, den der massenhafte Zuzug von kulturfremden Leuten verursacht. Das hat übrigens die bekannten Unterstützer und Förderer des Sozialstaats wie Herbert Wehner und Hemut Schmidt sehr beunruhigt, weshalb sie auch für eine Steuerung des Zuzugs eingetreten sind.
Die sozial-erosiven Folgen sind erst mal nicht zu quantifizieren. Nicht weit von hier ist eine 73jährige in ihrem Garten überfallen und schwer verletzt worden von einem Zuzüger. Das wirkt sich auf das Leben der Dame und ihrer Nachbarinnen schleichend aus, die Schockwelle geht über die Dörfer. Schwer zu beziffern. Aber folgenreich.

Ich fahre ab und zu mit der Schwarzwaldbahn. Meine Verwandten sagen, sie lassen ihre Kinder nicht mehr allein auf die Bahn, weil - - - alkoholisierte Zuzüger sind ubiquitär. Die Schaffnerin auf dieser Linie kenne ich seit Jahrzehnten - Kiefer gebrochen von "einem Mann", der kein Ticket hatte. Die "Männer" werden unterdessen nicht mehr von allen Schaffnerinnen und Schaffnern kontrolliert, wie ich feststelle.

Na usw. - - - Das wird natürlich nicht aufhören, das wird so weitergehen. Nachzulesen bei Robert Putnam, USA - einem liberlen (=linken) Integrationsforscher.

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Orientierungslos
trifft es ganz gut, schrotsaege. Denn anders kann man die deutsche Politik ja kaum bezeichnen. Was mich betrifft, danke der Nachfrage, aber um mich müssen Sie sich nicht sorgen. Ich kann es mir leisten, zu leben, wo und wie ich will. Richtig ist, anders als Sie, glaube ich eher weniger und ganz sicher nicht (mehr) an linke Politik.

Ja, die Integration der Flüchtlinge ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, geht man davon aus, daß die Flüchtlinge nicht in ihre Heimat zurückkehren werden. Und ich fürchte, angesichts kultureller Unterschiede ist es zumindest teilweise ein unlösbares Problem, da helfen auch keine Islamkonferenzen.

Nein, die Integration der Flüchtlinge ist kein demographisches Erfordernis. Falls überhaupt erforderlich, wäre ein Einwanderungsgesetz besser und völlig ausreichend. Noch besser wäre es allerdings, den Staat mal gründlich zu reformieren, um all die politischen Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu beseitigen.

Dazu bedürfte es allerdings politischer Verantwortung und Führungsstärke, die Merkel in meinen Augen eher vermissen läßt. Aber was will man schon erwarten, wenn nicht einmal die Trennung von Kirche und Staat gelingt, stattdessen noch Wünschen fremder Kulturen und Religionen Rechnung getragen wird. Da sieht es für Reformen eher düster aus.

Letztlich macht es auch keinen Unterschied, ob linke, mittige oder rechte Politik, das Ergebnis ist immer dasselbe. Die einen buckeln direkt vor dem Kapital, die anderen eher indirekt, das nennt sich dann z. B. Agenda 2010.

Tatsächlich war ich sowohl Gewerkschaftsmitglied als auch Parteimitglied. Lang ist's her.

Die Integration der Flüchtlinge zeitigt ebensowenig erste Erfolge, wie das bei vielen Türken seit Generationen der Fall ist. Das muß man weder positiv noch negativ sehen, aber realistisch. Es bilden sich nur weitere Parallelgesellschaften.

Schlußendlich schreibe ich nicht aus persönlicher Betroffenheit, sondern ich versuche, einen möglichst neutralen Blick auf die Realität dieser Gesellschaft zu behalten und zu formulieren. Daß das bei Ideologen nicht besonders gut ankommt, ist mir nicht neu. Also stecken Sie mich nicht in Schubladen, solches Denken liegt mir fern.

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Obama, der Friedensnobelpreisträger des Unilateralismus - Der Rand von Italien wies in die Welt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Utah_Data_Center
https://de.wikipedia.org/wiki/Kunia_Regional_SIGINT_Operations_Center
https://de.wikipedia.org/wiki/Mobile_User_Objective_System
https://youtu.be/m9SMveQeFI4 ( - evtl. deutsche Untertitel).
https://www.wired.it/attualita/tech/2018/11/06/stazione-militare-muos-sicilia-bufale/

Auch die Gegenwart der letzten fünf oder sieben Jahre hat massiv gestaltet, es wurde nur nicht gesehen?

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Ich nochmal, weil ich einfach die Tinte nicht halten kann:
Da stand neben Uschi (nichts reimt sich auf Uschi) und Karri in ihren Kitteln die gesamte Bundeswehr.
Gerhard Schröder, Frank Hanebuth oder sonst ein Hannoveraner pfiff dazu virtuell und es war dunkel.

Vom Rhein sein heißt deutsch sein, sagte man 200 Jahre lang.
Aus Niedersachsen sein, heißt Scheiße sein, sagen wir Demokraten seit Albrecht.

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Fäkaliendurchflusskonstruktionen sind was Feines, borstet Frauke Amgelin
Lieber Sylter2,

danke für Ihre Anregung bezüglich Niedersachsen - denn dadurch habe ich einen Reim auf Uschi gefunden:

tushy (dot com)

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Frl. Amgelins Gespür fürs Arthouse-Kino
Bereits vor über 20 Jahren, als Wischmeyer und Kalkofe noch lustig waren, haben sie uns gelehrt, daß dieses aus verkommenen Grafschaften bestehende Pseudobundesland ausschließlich von Sodomiten und Koprophagen bevölkert wird.

Das gemeine Volk unterteilt sich in Ferkelwemser (Begriff selbsterklärend) und Njam-Njams (Hühnerzüchter, die ihr graubraunes Ejakulat über die Felder verspritzen).
Berherrscht wird das ganze von semihumanoiden Kothaufen, die sich in Güllegruppen namens VW (Hartz, Winterkorn etc.) und sog. Grünen (Trittin, Griefahn usw.) zusammengefunden haben. Auch eine tätowierte Schnalle aus einem Gelbklinkerhäuschen (s. den Link bei Frl. Amgelin) macht wieder von sich reden.
Die sind halt "erdverwachsen" (in Italien nennt man solches Volk "Terrone").

https://m.youtube.com/watch?v=8Mh8DujAOYQ

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Lieber Sylter2, ganz großes Arthouse-Kino geht heute mit spezieller Logik völlig anders, trällert Frauke Amgelin immer leicht neben den eigentlich vorgesehenen Tönen.
Da soll/will/muss ein Mädel unbedingt in einen Knabenchor hineingepfriemelt werden, koste es, was es wolle.

Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, das Mädel bekommt tatsächlich, was es soll/will/muss - nur ist der Knabenchor dann ja kein Knabenchor mehr, sondern ein gemischter Chor: Dicht daneben ist auch vorbei...

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Wir brauchen keine Knabenchöre,
... wir bräuchten eine Gesellschaft, die keine Knabenchöre braucht! (Na gut, eher schlecht, in den 70ern hieß es noch "Musik von Arnold Schönberg" statt Knabenchöre.)

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TDV streikt, also erwähne ich mal "Sushi", knödelt hilfreich Frauke Amgelin undeutlich mit voller Futterluke.
Wir brauchten Kastratenchöre noch und nöcher, bis die Erdgesamtbevölkerung wieder unter einer Milliarde angekommen ist.

Achja, auch auf so 'nem Segelboot muss der Skipper ja mal schlafen. Wenn er dann wieder aufwacht, könnte er feststellen, dass eine Passagierin vor lauter Panik den Küblböck nachgeahmt hat: Wär' ein bescheidener, aber immerhin ein Anfang...

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Nichts riecht wie Sushi.
Schwedischer Thunfisch schon mal gar nicht.
Die WELT hat neulich die Aussagen eines französischen Filosoofen sylterkompatibel reduziert. Er meinte, in seinem Duden sei unter dem Stichwort Autismus "Gleichgültigkeit gegenüber der Realität" vermerkt.
Hübsch, nicht?

https://m.youtube.com/watch?v=6ZcIUAe-DdI

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Immer alles aufheben und keine Mails löschen.
Das schlimme ist ja, dass Email immer weniger wird, und man irgendwie auch Messengertexte archivieren müsste... und da wirds inflationär. Wer hat denn noch seine IRC- und ICQ-Logs aus den 90ern? Wieviel misogynes -Material kann man wohl aus 30 Jahre altem Männerratsch extrahieren?
Wie sichert und archiviert man Whatsapp, Telegram, Viber, Wire, Wechat, Threema, Skype, alle PNs aus Foren, Facebook, Twitter, VK.com, wie alles was man in Firmen-Messengern wie Slack, Mattermost, Discord, RocketChat, Ryver, Chanty während seiner Projektarbeit unter Streß getextet hat.

Wie beweist man, dass man es selber war, wie dass der/die Account(s) gehackt wurden?

Und das in einer Welt, in der Fakten immer weniger zählen und die gefühlte Realität manch privilegierter Gruppen nicht mal mehr in Frage gestellt werden darf?

Keine Phototermine.

Nutzt nichts, in Zeiten in welchen man Fotos mal eben 1, 2 Jahrzehnte altern kann, oder die Köpfe in Erwachsenenunterhaltungsfilmen en passant austauschen kann.

Eine Plastiktüte voll Anstand für jeden da draussen, das wärs. Aber wahrscheinlich ist das nicht.

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