Shitstorms überstehen.

Das Leben hat einen ganz langen Lauf. Und es gibt keine Garantie, dass jemand dauerhaft vorne ist. Was einen relativ sicher relativ lange vorne hält, ist dagegen eine intakte Familie, ein relativ hohes Vermögen mit Wohnungseigentum, und relative Gesundheit. Damit kommt man ziemlich sicher ziemlich gut durch. Und man hat Jahre, auf den Moment zu warten, da man es den anderen heimzahlen kann.



Ich habe das eher zufällig an der Bucht am See begriffen, nach meinem Abitur. Die 5., 6., 7., 8. und 9. Klassen waren ziemlich ätzend für jemanden, der nicht wie die anderen konnte, in der 10. und 11. kam ich in eine andere Klasse, und das hat enorm geholfen: Sobald keine Mädchen mehr in der Klasse sind, endet auch ein spezifisches Mobbing als Imponiergehabe vor Frauen. Dann habe ich noch die Kollegstufe abgesessen, wurde untauglich für den Bund, und hatte einen schönen Sommer. Die Quälgeister von früher verloren ihre Freundinnen, weil sie zum Bund mussten, begannen mit dem Saufen und Rauchen, waren weit weg und hatten Themen, die ich nie haben wollen würde: Ich bin Zivilist. Es war, als wäre eine Klaue aus dem Himmel hernieder gefahren, hätte die ganzen miesen Typen ergriffen und in eine Parallelwelt gezwungen. Was habe ich daraus gelernt? Man muss nur warten und sich verdeutlichen, dass es den anderen vielleicht auch nicht gut geht. Eine Art der zynischen Empathie, würde ich sagen.

Natürlich hatten wir auch Selbstmörder, und fast alle waren relative Aussenseiter, Mobbingopfer und Verfolgte des damaligen Schulsystems. Wenn sie es nicht getan hätten, wäre e Ihnen vergönnt gewesen, einige ihrer Gegner fallen zu sehen, und mitunter auch recht unschön: Es gibt keine göttliche Gerechtigkeit, sber hin und wieder den Moment, da hört man etwas, und sagt: Ach? Hebt kurz einen Mundwinkel an und schämt sich dann gleich dafür, aber so etwas passiert immer wieder, man muss nur warten und wissen, dass der öffentliche Hass der anderen auch nicht gerade ein Zeichen des guten Daseins ist. Und je mehr bei so einer Aktion mitwirken, desto eher sieht man auch den ersten unter die Räder kommen.

Schauen Sie, ich habe ja so einiges mitgemacht im letzten Jahr, da war im Netz auch sehr viel los, manche haben das explizit gefeiert und mein damaliges Blogfell schon geteilt. Daraus wurde dann natürlich nichts, weil Pöbeln im Netz keine Qualifikation ist, und mir geht es heute bestens und die anderen haben immer noch Geldsorgen massivster Art, und ihre wenig erbaulichen Lebensumstände. Die Welt war für mich definitiv ein Schritt nach vorn, die anderen sind nur ein Jahr älter. Der Wechsel war nicht schön - die Ankündigung der FAZ ereilte mich in einem Moment, da ich jemand pflegen musste und nicht mehr wirklich viele Reserven hatte - aber heute ist alles wieder gut. Man hat sich im Netz viele andere Opfer ausgesucht. Ich kann warten. Man muss beim Klettern immer daran denken, wiee es ist, wenn man wieder oben ankommt. Und den festen Glauben haben, dass es dieses oben gibt.



Obwohl ich gerade wegen des günstigen Kurses eine britische Kanne sehr billig bekommen habe, glaube ich, dass auch England sich wieder erheben wird. Solange es Chancen gibt, muss man sie nutzen, und daran denken, dass es nicht so schlimm bleiben wird. Da ist halt sowas in einem drin, das sich an kleinen, kleinsten Erfolgen hochziehen kann. Beim Rennradfahren muss man das lernen, die Regerneration am Berg, während man trotzdem weiter nach oben fährt. Das Provinzdasein macht das möglich, da lebt man doch deutlich entspannter und hat auch noch etwas anderes als das Netz all der Einsamen. Es kommen bessere Tage.

Und schlechtere für die anderen.

Dienstag, 6. August 2019, 11:01, von donalphons | |comment

 
Tja, die Fahrradsaison neigt sich dem diesjährigen Ende zu: Wieviele Meter (bislang waren's sechs) haben Sie denn diesmal vom Jaufenpass abgehobelt? fragt Frauke Amgelin.
Da kann man sich ja erstmal wieder dem Kannensilber widmen. Und darauf der Kronleuchterei v.gd/exTByr , denn bald ist Weihnachten...

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Es hat etwas Beruhigendes,
... dass sich der Jahreskreis zuverlässig weiterdreht. Pfaffen, Knallzeugen Jehovas usw. kann ich gar nicht folgen, einigen Bloggern wohl.

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"Todo lo que sube, baja." Alles, was hoch steigt, kommt auch wieder herunter. Eines meiner spanischen Lieblingssprichwörter.

Kleinere Shitstorms kann man ignorieren, wenn man nicht gerade in der Öffentlichkeit steht, größere habe ich noch nicht erlebt. Gegen das Mobbing in der 10. Klasse hat in meinem Fall François Villon geholfen, und in der Oberstufe hatten wir das Kurssystem, wo die Mobber froh waren, wenn ich sie abschreiben ließ. So kann's gehen.

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Das Kurssystem war allgemein eine ganz gute Sache, um "den Mief der Klasse" loszuwerden. Dadurch wurden die vorher vorhandenen Strukturen aufgebrochen und es gab nicht mehr den einen Mainstream. Ab da gefiel mir die Schule auch deutlich besser ;)

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Ja, da haben Sie Recht.

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Sei immer freundlich und verbindlich zu denen,
die dir auf dem Weg nach oben begegnen.
Du siehst die Meisten wieder, auf deinem Weg nach unten.
.
Körperliche Abwesenheit
ist manchmal besser
als Geistesgegenwart.

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Hat der Don den Mobbingopfan eine Kummaecke gestiftet? Selbst Perfi wittert Morgenluft.

Apropos, @perfi: (sicherlich nur eine Variation meiner bisherigen Empfehlungen, Dennoch (sic! und hihi):)

Angesichts der Brisanz auch kleinster Mengen moderner Sprengstoffe einerseits und der Miniaturisierung verläßlicher Zeitzünder andererseits ist es heute ohne weiteres auch dem Laien möglich, beides zusammenzubasteln, in ein Kondom zu stecken und dieses zu verknoten und in einem Haps zu schlucken.

Sodann begebe sich der, der ja nicht 91 Jahre alt werden will, in ein Restaurant, in dem die Mobber von damals ständig ihr lustiges Leben feiern, nehme an einem benachbarten Tisch platz, gebe seine Bestellung auf ("ich nehme alles!"), verzehre diese - und eleminiere sich auf spektakuläre Weise aus dem Gen- und Blogpool.
Na, wie wärs:

https://www.youtube.com/watch?v=lhbHTjMLN5c

(Die "Cleaningwoman" wird nebenbei von @Deano dargestellt und ist als eine vorweggenommene Allegorie auf seinen Versuch zu verstehen, durch einen blödsinnigen Dialog mit @Thora davon abzulenken, daß er dem Don, ausgerechnet dem Don, "Israelkritik" unterschieben wollte.

(@Deano: wo kann man dich, sich windenden Wurm treffen? Ich hätte da auch dieses Bedürfnis, mir über dir alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen...)

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@bizarro

Wenn ich DA Israelkritik unterstellen würde, so würde ich das deutlich formulieren, wie es eben meine Art ist. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich nach. Ulkige Fantasien mit Sprengstoffen und Kondomen plagen mich übrigens auch nicht.

Die, die mich kennen, stellen bei mir Rationalität und menschliche Wärme heraus.

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Andere leben nicht mehr, ...
... die nicht der gleichen Meinung waren. Wo käme man sonst noch hin?

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"Die, die mich kennen, stellen bei mir Rationalität und menschliche Wärme heraus.

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Namen!
Wir grillen sie!

Aber erstmal Gute Nacht in die Runde.

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Ein dickes Fell
ist das, was wirklich hilft. Fallen und Aufstehen, so ist das Leben halt.

Da spricht viel Enttäuschung, Wut und Frust aus diesen Zeilen. Aber auch das gehört zum Leben. Den Wunsch, es anderen heimzuzahlen, den verspürt wohl jeder. Für mich habe ich schon vor langer Zeit entschieden, diesem verständlichen Wunsch nicht weiter nachzugeben. Das ist doch nur reine Zeit- und Energieverschwendung mit ungewissem Ausgang. Das Leben ist einfach zu kurz, warum sich also nicht einfach auf die schönen Seiten konzentrieren - und seien es auch nur Teekännchen.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind kompliziert, eine Gebrauchsanweisung gibt es nicht, Überraschungen sind der Normalfall. Aber falls sie funktionieren, gibt es kein größeres Glück. Es lohnt sich also, daran zu arbeiten - immer.

Leider leben wir in einer Zeit zunehmenden Neben- und Gegeneinanders, der Oberflächlichkeit, der menschlichen Kälte und Isolation. Selbst die eigene kleine heile Welt bleibt davon nicht mehr verschont. Das Miteinander bleibt immer häufiger auf der Strecke, für das nächste Umfeld wird kaum noch ein Finger gerührt.

Lange habe ich mich gefragt, warum so viele Menschen sich quasi blind für Themen wie Flüchtlinge, Klima, Gendering etc. engagieren. Mir scheint, daß es sich dabei um die Kompensation der selbstgewählten Isolation geht, ohne diese aufgeben zu müssen und zu wollen. Nur, das kann nicht funktionieren, solange das so geschaffene Glück rein äußerlich bleibt, die Isolation nicht durchbricht, nicht wirklich bei den Akteuren ankommt. Solche Glücksprojektion auf Dritte hilft einem selbst eben nicht. Man muß das selbstgewählte Gefängnis schon verlassen, sonst wird das nichts.

Der Wahnsinn im Netz ist Ausdruck dieser Isolation.

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@querulant

ad "Wahnsinn im Netz"

Ich finde Ihren Gedanken nachvollziehbar.

Mein Eindruck ist, dass im Netz recht viele, nun, aktiv sind, die vor allem auf Resonanz hoffen, und in der Hoffnung darauf überdrehen bzw. einen Zug ins Krasse entwickeln. Manche Menschen werden sogar, so sieht es für mich aus, ein Stück weit von dieser Resonanz geformt bzw. von dem Publikum, mit dem sie in Verbindung stehen, das sie motiviert und antreibt. Manche werden von diesen Prozessen bzw. der eigenen Abhängigkeit von falscher Resonanz sehr unangenehm deformiert.

Es ist ein eigentümlicher Prozess - und die Resonanz im Netz unterscheidet sich deutlich vom realen Leben. Sie ist im Netz viel einfacher zu erzeugen, und am Einfachsten mit der Verbreitung von puren Schund Bei manchen liegt der besondere Anreiz wohl auch darin, dass sie im realen Leben kaum noch Resonanz erzeugen, und damit umso mehr auf die fade Resonanz der Algorithmen angewiesen sind, auf die ständigen Aufreger, auf das ständige Aufgepeitsche (z.B. die erstunkenen Berichte bzw. die moral panic rund um angebliche Schwimmbad-Kriminalität), auf einen falschen Pseudodiskurs, dessen eigentliche Essenz darin besteht, "engagement" für die jeweilige Plattform zu erzeugen.

Soziale Isolation mag in manchen, vermutlich sogar vielen Fällen eine gewisse Rolle spielen - ich würde eher von "falscher Sozialität" bzw. einem Resonanzfehler sprechen. Nicht das Wahre, nicht das Ausgewogene, nicht das tief Durchdachte, nicht das Wertvolle, nicht das menschlich Warme, sondern vielfach nur die Gosse macht das Rennen. Und hier wiederum weniger niedliche Bilder von Katzen und jungen Igeln, und stattdessen das künstlich Empörte und der falsche Hass. Wenn es um Politik geht, um öffentliche Angelegenheiten, die eigentlich essentiell auf Abwägungsvermögen und Ausgleich angewiesen sind, dann reden wir im Fall von "social" Media im Wesentlichen von einem Urinal extremer Auffassungen.

Ausgerechnet Lauren Southern (eine braune Kackbratze aus Kanada, welche die "Ausrottung der weißen Rasse" und Wahnideen des Renaud Camus promotet hat) hat diese Zusammenhänge in diesen Tagen in sehr großer Klarheit begriffen.

Und sich entsprechend von allen "social" media-Kanälen zurück gezogen.

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'in einem Moment, da ich jemand pflegen musste und nicht mehr wirklich viele Reserven hatte' - man kennt es, und meint daher auch aus erfahrung zu wissen, dass während des tuns (oder mit der zeit) aus dem müssen ein durfte wurde/wird. hinterher ist man gelassener, weiter, ruhiger, höher, entspannter, reicher, fast geduldiger,abgeklärter, einsichtsvoller, kenntnisreicher. 91 jahre alt werden, statt nur 71, dass alleine machte schon eine ziemliche zahl herzschläge mehr. nicht nur schnelleres zittern in jungen jahren. außerdem sind des menschen kräfte unerschöpflich, sobald er über sich hinauswächst.

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Daß aus dem Müssen ein durfte wird
Das haben Sie gut beschrieben. In der Tat sehe ich vieles so. Das mag ein reiner Bewältigungsmechanismus sein, und doch lohnt sich dieser Blickwinkel sehr oft.

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Konfuzius
Zürne nicht, sondern setze dich ans Ufer des ruhigen Flusses, sei geduldig, und du wirst die Leichen deiner Feinde vorbeitreiben sehen.

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Ein selten dämlicher Rat, sorry. Wird deshalb auch selten von den Gewinnern einer Auseinandersetzung benutzt ...

Gruss,
Thorsten Haupts

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@Thorsten Haupts

Ich warte jedenfalls auch nicht auf vorbei treibende Leichen, wenn ich an einem Fluss sitze.
;-)

Und sollte ich an einem Fluss sitzend an Stelle guter Gedanken meine Aufmerksamkeit für irgendwelche Auseinandersetzungen verschwenden, die lange schon Vergangenheit sind:

Die mir übel wollenden Ex-Opponenten dürfen dann gerne auch in einer prächtigen Yacht oder einem hübschen Segelboot an mir vorbeigleiten, in allergrößter Behaglichkeit und gerne auch freundlich winkend.

Nehme ich mein ganzes bisheriges Arbeitsleben zum Anlass, fallen mir vielleicht auch ein paar Menschen bzw. Vorgänge ein, die weniger optimal liefen. Ich trage es aber nicht mir mir herum, und im Zweifel halte ich eben die Dinge für deutlich interessanter, bei denen ich selbst einen Beitrag geliefert habe für ein suboptimales Ergebnis. Das sind Dinge, die man evtl. ändern kann - mit allen anderen Dingen mache ich meine inneren Frieden, was mir ziemlich oft gelingt. Oder ich belasse sie einfach in ihrem jeweiligen Kapitel, das beendet ist.

Manche Menschen, bei denen meine Achtung vielleicht etwas geringer ausfällt, aus welchen Gründen auch immer, fallen doch immer wieder auf die Füße, und andere wiederum straucheln - und dann tun sie mir eher leid.

Wer bin ich denn, dass mich das Elend anderer freut?

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Wenn man der Webseite des Kaisers von China glaubt, hat Konfuzius gesagt "Die Zeit fließt Tag und Nacht dahin wie ein Fluss." 子 在 川 上 曰, 逝者 如 斯夫, 不舍 昼 夜.

Die beiden Zeichen nach dem ersten Komma können sich offenbar auf verblichene Menschen, vergangene Dinge oder zurückliegende Zeit beziehen, was zu verschiedenen Interpretationen führt. Leiche eines Feindes kommt in keinem dieser Fälle vor.

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Außerhalb der Blase (1) - hatten uns kürzlich noch mal der kleinen Mühe unterzogen nachzuprüfen wie Gustav Gustav Gründgens (4) und Wernher von Braun im Mai 1945 den 'Sytemübergang' vollzogen. Beide waren ja nicht unmittelbar 'Volk' und hatten Gestaltungsspielräume.

Gründgens, als unser Vertreter der Sparte 'irgendetwas mit Medien' fand sich 115 Straßenkilometer südöstlich Berlin Nähe Cottbus in einem nun leider russischen Lager wieder. WvB wartete südlich von Ulm an der österreichischen Grenze in einem Hotel auf das Ende und traf in Reutte aktiv auf die Amerikaner.

Plakativ gesprochen Gründgens kam kaum 2h über Berlin hinaus, WvB dagegen 1000km aus Peenemünde (zB maps). (2,3)

Und das erinnert ein wenig an heute, anscheinend ist es immer noch so, die huestel mehr technischen Eliten haben, leicht verkannt, wohl immer noch die souveräneren Pläne innerhalb der Welt, für sich in der Welt und für die Welt - und 'irgendwas mit Medien' ist dichter dran - und bildet doch nur ab. Weiß aber von sich im Brustton der Überzeugung das Gegenteil. Anscheinend ein Naturgesetz?

1 - der Satz wird heute sogar zu Führungszwecken verwendet, er ist gerade sehr modern, wenn man unbedingt innerhalb der bubble erzählen und argumentieren möchte - aber solche vor sich wähnt, die tatsächliches out-of-the-box denken kaum honorieren könnten oder wollten. Und die daher genau da bleiben sollen, wo sie sind. (5)

2 - wegen eines gebrochenen Arms ist der von Braun in den letzten Tagen vor dem Zusammenbruch auch in Sonthofen und anderen Städten am Alpenrand gewesen, der ist da regelrecht hin und her gefahren. 'Privatklinik' ist da auch schon einmal ein mit höchst erfreulicher Begriff.

3 - man muss allerdings genau genommen feststellen der kam wohl aus Mittelbau-Dora, und nicht aus Peenemünde, und wir wissen heute, wie schuldig er war.

4 - leider später so elend in Manila

5 - und die Völker sind so klug - Demokratie und Meinungsfreiheit sind nicht zu schlagen, https://youtu.be/EUWCj-d2heM - die Kommentare unter dem Video vermutlich auch bezeichnend für den historischen Moment

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Da ich ja auch nach der 8. Klasse abgegangen bin, dachte ich immer, das mit der Fließerei sei von Heraklit. (hab ich mir wohl nur so gedacht, weil ich die dritte Silbe so passend fand)
Nun bin ich völlig konfuz.

Dafür habe ich aber ein kleines Quiz. Wer hat das gesagt:

"Nehme ich mein ganzes bisheriges Arbeitsleben zum Anlass, fallen mir vielleicht auch ein paar Menschen bzw. Vorgänge ein, die weniger optimal liefen."

a) Florida-Rolf
b) Fritz Honka
c) Josef Stalin

Womit ich latürnich nicht sagen will, daß "Menschen, die weniger optimal liefen", im Landwehrkanal an einem vorbeitreiben sollten.

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Anatomie eines Shitstorms
Ich fand Lobos Kommentar zum selben Thema am 07.08. lustig.

Ja.

Und jetzt komme, was wolle.

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@britishislands:
Ich muss sagen, dass Lobo als Internet-Erklärbär in seiner Kolumne gerade in den ersten Jahren immer wieder mal ganz gute Beiträge hatte.

Der Don war sich ja ziemlich sicher, dass Mensch-Maschine auf Spon nichts anderes sein könne als ein Abklatsch von Deus ex machina bei der FAZ. Aber da ich bei DeM ja auch oft den Erklärbären geben durfte, kann ich neidlos anerkennen, das Lobo immer wieder mal einen guten Dreh fand, kompliziertere Netzthemen auf ein verständlicheres Level runterzubrechen.

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Shitstorm
Lobo entschuldigt sich ja schon 2013, dass er durch einen Vortrag und ein Interview 2010 für die Einführung des Begriffs bzw. dessen Bedeutung im deutschen Sprachraum schwer mit-, wenn nicht gar hauptverantwortlich ist;)

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Damit's die Minimalanforderung für lustig erfüllt, dürfte Lobo die Rolle von drögen Labertaschen wie ihm selbst nicht aussparen (15 b), auf das Hochjazzen jedes geraden und jedes schiefen Satzes aufzusatteln, indem er Rassismus kreischt oder sonst ein Totschlagargument, um nichts inhaltlich besprechen zu müssen.

Da Sie es aus Versehen vergessen haben, reiche ich mal den Link nach. Vorsicht, geht zum Shitsturmgeschütz der Demokratie.

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Lobo ist der ungekrönte König der Selbstbeweihräucherer.
Wer den Schwafler mal erleben möchte sollte sich Alternativlos Folge 33 anhören. Sich mehrfach in einem Satz selbst zu widersprechen ist auch eine Kunst.
https://alternativlos.org/33/

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Wahrscheinlich fällt das unter Spiesser: jemand, der solch einen Haarschnitt hat und kein Profimusiker einer Punkband ist, dem höre ich aus Prinzip nicht zu. Und wenn er in ner Punkband spielt, ist er dreissig Jahre aus der Zeit gefallen, die tragen heute keinen Iro mehr.

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@ Gastgeber - mal sehen wie dieses Land diesmal den Weg in die Zukunft meistert.

'Er wollte junge Leute um sich sehen. War ein Vorsitzender einer der Rüstungsausschüsse älter als 55 Jahre, wurde ihm ein Stellvertreter attachiert, der die 40 nicht überschritten haben durfte. Im Rüstungsministerium galt die Minister-Devise: "Keiner sollte älter sein als ich." (6) Schlieker war damals 28 Jahre alt.'

Und man nimmt den ganzen Text drum zu zur Kenntnis - https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46414277.html - von 'der Sache her' gutgeschrieben, ein historischer Text, und selbstverständlich 'mit der nötigen Distanz der Objektivität und persönlichen Unschuld - felsenfest zum Tage und doch für die Ewigkeit - geschrieben'.

Und man meinte anhand dieses Textes sehen zu können, wo die Doppel-, ja Vielfachaufgabe der Gegenwart liegt: möglich vauf ähnliche Art und Weise Erneuerung zu schaffen, ohne die so offensichtlichen Fehler (1) der Vergangenheit zu wiederholen.

(Sah man vor einer Woche anlässlich der Tönnies Rede in dem 59 sek. Bericht des WDR den Schwenk ins Publikum, so konnte man sich den Gedanken, dass auch dort dem ein- oder anderen zur dringenden Beförderung des allgemeinen Guten 'vermutlich fast zwangsweise' jemand Junges zur Seite gestellt gehörte, fast kaum aus dem Kopf schlagen. (2,3,4,5))

Vor allem aber wie gut, dass es - mit Einschränkungen - ein teilweise noch unmanipuliertes Internet gibt.

1 - weniger als sinnloser, mehr als unkritischer Dienst einer falschen Sache, vorsichtig ausgedrückt
2 - womöglich nur, dass wir heute im Alter von 55 oder 65 doch nicht alle so ganz anders und viel weiter sind. Evtl. hat sich aber auch das menschl. Altern in drei Generationen nicht wirklich statistisch repräsentativ geändert.
3 - und niemand sollte gezwungen werden, daher lassen wir einfach alles laufen, wie es geht
4 - womöglich halten allerdings auch gegenwärtige Trends schon so lange an, dass ähnlich fähige 28-Jährige auch zahlenmäßig im deutschen Volk heute nicht so häufig auszulesen wären wie damals
5 - unbedingt ist die Aufrechterhaltung des Friedens wichtiger als jede andere Bedingungen. Im Verhältnis zu dieser Bedingung, der Frieden dauert an, kann alles andere immer nur Randbedingung sein - und Erwägung von lediglich nachfolgender Qualität
6 - und Speer war 38

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Perfi!!! Nein!,!,ä

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Ich muss nichts belegen
Wenn die innere Neigung zum Ressentiment überhand nimmt und längst schon begonnen hat, die eigene Person zu dominieren und zu überformen, dann entwickelt sich die davon betroffene Person am Ende zum Wissenschaftsleugner, und dies mitunter auch in der bigottesten Variante:
"Ich muss nichts belegen."
Das ist wahr. Das ist sogar unangenehm wahr, wie eben fast alle großen Wahrheiten in der Entwicklungsgeschichte einer Person, und in der Weltgeschichte deutlich unangenehme Aspekte beinhalten. Zudem ist es eine Wahrheit, die eine gewisse wesensmäßige Gemeinsamkeit mit einigen der markantesten Köpfe der Weltgeschichte garantiert. Das entspricht einer großen, für manche Menschen sogar unwiderstehlichen inneren Wahrheit: Wozu sich den Mühen des Belegs aussetzen, wozu eventuell doch verwendete Belege seriös abwägen, wozu die qualitativ besten Gegenauffassungen durchdenken und berücksichtigen, wenn diese Mühen das eigene Ressentiment oder die eigene Tendenz bremsen könnten?

Ja, wozu?

Höflichkeit und gute Umgangsformen in der persönlichen Begegnung zählen ohnehin viel mehr. Es verschließt kaum Türen, und schon gar nicht in der Publizistik (die in den meisten Fällen auch eher eine Rinnsteinvariante des Feuilletons repräsentiert), eher ist es so, dass sich damit neue öffnen. Antaios ante portas. Ab diesem Punkt werden die Shitstorms seltener, ohne dass der Kreis, in dem man sich bewegt, kleiner wird. Wie das Beispiel des Stefan Molyneux zeigt, der zudem alle Menschen aus seinem Umfeld verbannte, die im Gegensatz zu seinen Auffassungen stehen, das exakte Gegenteil ist sogar der Fall: Man beginnt, mit der eigenen Filterblase zu verschmelzen, formt diese zugleich, und bleibt sich dabei auf eine fast unwiderstehliche, jedenfalls zunehmend ungeheuerliche Weise treu und beginnt in der damit enthemmten Unbeirrbarkeit sogar, regelrecht zu strahlen, und nur Gott allein weiß, was am Ende daraus resultieren wird. Ich habe Menschen erlebt, z.B. einen "Professor Lahmenspuck" (Insider werden hier genau wissen, um wen es hier geht), der an genau dieser Stelle von Selbstekel geplagt wurde und noch größeren Ekel vor denjenigen, die ihm folgten.

Er zog sich daraufhin aus "social" media zurück, nicht völlig freiwillig (gewisse Aktien an dieser Entwicklung wurden da auch von mir erworben, ich bin bis heute darauf stolz), und wurde dann tatsächlich Professor - eine Entwicklung die bis zu diesem Punkte komplett unwahrscheinlich war. Er reifte seitdem, auf eine sehr angenehme Weise. Er besann sich auf seine alten Stärken, wurde offener und zugänglicher - und zudem um ein Mehrfaches seriöser, ohne sich damit untreu zu werden. Für Selbstekel besteht keinerlei Grund mehr für ihn. Dieses belastende Gefühl hatte er seit diesem Punkt nie wieder und sein Weg, sich davon zu befreien, hat etwas sehr Ermutigendes an sich, auch dann, wenn man dabei die drei dunklen Jahre nicht ausblendet, die er von diesem Wendepunkt an durchleiden musste. Aber es hat sich gelohnt, sehr sogar!

Die Wege eines Menschen sind selten vorher bestimmt, wenn man einmal vom Vermögenstatus absieht, der einem in verblüffend vielen Fällen treu ergeben ist. Bei manchen Menschen mag es aber so sein, dass die inneren Notwendigkeiten, im Wechselspiel mit den Reaktionen, die sich daraus ableiten, den Menschen sogar zur Gänze umgestalten können. Wir werden uns noch wundern, wohin das führen wird. Indes, ich kann mir selbst, und zur Zeit sogar besser als an anderen Punkten meines Lebens, jede Menge Vorwürfe machen, auch solche charakterlicher Art, und ich finde diese in der Summe und in ihrer Bedeutung deutlich gravierender. Trotzdem habe ich noch Hoffnung für mich, und insofern, sofern ich damit nicht vollkommen unrealistisch bin, dürfen wir im Grunde genommen für fast jede Person Hoffnung empfinden.

Es gibt eine Stelle aber, die im Grunde genommen völlig unverdient ist, also ganz sicher kein Verdienst von mir, ja mehr noch, im Prinzip eine Selbstverständlichkeit - und doch ist dies ein Unterschied, der mir wichtig ist und jenen, die mich lieben. Niemals werde ich mir Ressentiments zur inneren Richtschnur machen, niemals werde ich denken und schreiben:
Ich muss nichts belegen.
Es ist erstaunlich, zweifellos, wie stark und erbärmlich einzelne Menschen herab sinken können, trotz großer Stärken und Schätze, die in ihnen wohnen, wenn sie doch eigentlich nur ihren inneren Notwendigkeiten folgen und dieser Richtschnur treu ergeben sind. Der Trost für diese Person, und mehr noch, für die größeren Teile seines Umfeldes, besteht allerdings darin, dass sie diesen Sinkvorgang für sich selbst nicht wahr nehmen oder sogar als schlichten Zugewinn ansehen können, quasi gestützt von dem Schlamm, in den sie hereingesunken sind, Zugewinne wie auch eben den Umstand, dass die Shitstorms in Zukunft seltener werden.

Das ist ab einem bestimmten Punke unvermeidlich und es wird sich sehr gut anfühlen, sogar viel besser noch als der wärmende Schlamm, der einen umgibt.

P.S.
Trockene bzw. etwas umständliche Texte sollte man immer mit einem guten Witz abschließen, hier einem, der den Begriff "Schlamm" illustriert.
Ein Groupie auf der Suche

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Milchmeermond am Pusemuckels Jauchehorizont
Die Einwanderungswellenintegration:
bedeutet Umformatierung von Wertestandards,
von Selbstverständlichkeiten des Gemeinwesens:

ein Herunternivellieren von Ansprüchen und Erwartungshaltungen,
die finale Verblödung einstmals sprachbegabter Biertrinker,
elende Höflichkeitsbekundungen zwischen trottligem Konsument und Krämergeist,
übelstes PhrasendrescherIndoktrinat,

die Geburt der Tragödie aus dem Geiste entgrenzter Codetipper,
das Primat der Häßlichkeit,
die Präsenz schwindelerregender Schweinspragmatiker,
Spottchimären mit Lizenz zur Gängelei,
Overdesign, Luxustrollerey,
Sportidioten und triggante Selbstausbeuter

mehr geht nicht in die kleine K-Tüte

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Aber auch der Text vom Problem oder über das Problem kann simpel und einfach noch zu dicht dran sein - oder sich eben mit falschen Inhalten (1) beschäftigen?

Hier sehen wir einen jungen Mann, er erzählt uns aus seinem Leben, wir fanden das interessant und angenehm - https://youtu.be/twOXjO1JtVk (sehr angenehm auch die englischen Untertitel, die vor allen Dingen auch die Zahlen noch mal leichter näher brachten, 1500 km Kanäle, 100 Toyota Hilux für die Mitarbeiter, (2) ...)

Dieses Bauernland liegt südlich dieser 180.000 Einwohner Stadt in Rumänien in der Walachei. https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C4%83ila

Meinungsfreiheit kann niemals anstrengend sein, höchstens ansteckend - https://youtu.be/4qqeZtydpi8

1 - 'blöden, alten Leuten z.b.?'
2 - 'Barley' ist übrigens Gerste

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Giftzwerg NZZ-Leserin,
... keine Saarländer*innen (und außen) in die Bundespolitik!

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weLT & Zuzug
- da wird die Kommentarluft dünn. Heute mal wieder ein ganz ziviler Kommentar wg. Migrationproblemen und einer Parallele zwischen Forderungen der AfD im ostdeutschen Landtagswahlkampf und der Politik der Dänischen sozialdemokratischen Regierungschefin Mette Frederiksen - perdu. Knapp zweihundert Zustimmungen ebenfalls perdu. - Mit Schwund muss man leben. Offenbar rechnen die weLT Redakteure nicht so mit der zahlenden Kundschaft. - Man wird dann aufgefordert, sich per mail zu melden. Hab' ich gemacht. Schau'n mer mal.

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'Es war, als wäre eine Klaue aus dem Himmel hernieder gefahren, hätte die ganzen miesen Typen ergriffen und in eine Parallelwelt gezwungen' invVerbindung mit 'Klassen' - da fanden wir uns hier erinnert (ca. Minute 9:40 - 16:40):

https://www.youtube.com/watch?v=LQaK3tL6qIE

... da endete es aber nicht so, dass eine höhere macht alles änderte, einfach weil zeit vergangen war. und den einsatz von militär im inneren, andere an freiheit, teilhabe und rechten zu hindern, das auch gab es früher, das war schon damals mies.

und das war gar nicht so schlecht dargestellt in dem film, wir alle wissen, so ist es vor 1924, ungefähr dem zeitpunkt dieser spielszene (lt. angabe im film), noch genauer vor 1914 (aber später auch) an vielen stellen auf der welt teils gewesen.

'Die Verelendungserscheinungen verschwanden erst nach und nach, als sich die Arbeiter Tarif- oder Mindestlöhne, vertragliche Garantien im Krankheitsfall, bei Arbeitsunfällen und bei Arbeitslosigkeit sowie eine Alters- und Invalidenrente erkämpft hatten', heißt es an anderer stelle.

wir alle wissen, wer sich der auflösung der eigenen, guten ordnung nicht wehrhaft eingegenstellt, braucht für die folgen nicht zu sorgen. die hat er dann von alleine.

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