Aus dem Nebel

Die Zahlen sinken. Nachdem es kurzfristig so aussah, als würden die Bergregionen ein neues Oberitalien werden, geht es jetzt recht schnell mit dem Abbau der Inzidenz. Und: Vor allem sind bei uns im Landkreis Gemeinschaftsunterkünfte bettoffen, Pflege und Asyl. Wenn man das herausrechnet, geht es. Eigentlich. Es gibt unangenehme Schwerpunkte, aber darüber hinaus, wenn man nur ein paar einfache Grundregeln beachtet, keine besonderen Risiken. Hier jedenfalls hat die Seuche viel von ihrem früheren Schrecken bei den Leuten verloren. Man arrangiert sich damit. Allein schon, weil es nicht anders geht



Und man ist froh, hier zu sein. Enge ist ein Kernproblem, neben zu vielen Menschen, und am See kann man dem allen entgehen. Kentern sollte man nicht und vom Rad fallen sollte man auch nicht, denn niemand will gerade in die Klinik. Aber insgesamt kann man es hier schon aushalten. es hängt besonders viel Weihnachtsschmuck an den Häusern, die Inneneinrichter machen gerade gute Geschäfte, und die Schlangen vor den Tortenläden sind bemerkenswert lang. Man gönnt sich das, was einem die Zeiten eigentlich nicht gönnen wollen. Das ist ein wenig Hoffnung in den Tagen, die sich wie Nebel über dem See hinziehen.

Montag, 30. November 2020, 22:52, von donalphons | |comment

 
Vielleicht geht es nur mir so, aber mein Eindruck ist, es ist auch hier in München einfach.... ruhiger. Und die vielbeschworene "stade Zeit" fängt einfach mal etwas früher an.

Zumindest bei mir ist normalerweise beruflich ab Mitte Oktober Hochbetrieb. Alle wollen ihre Projekte vor Weihnachten durchhaben, oder zumindest soweit sein, den Externen (mich) über die Feiertage beschäftigen zu können, während man Ski fährt, Omi besucht oder still oder sich mit dem Partner streitend beschließt, gewisse Verwandte nie mehr zu besuchen, das war es jetzt, was durchgehalten wird bis nächstes Jahr.

Diesmal ist es anders - ruhig. Ob das beginnende Strukturschäden der Wirtschaft sind, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, aber es ist einfach - ruhig. Nicht leer, es sind gefühlt mehr Leute auf der Straße zu sehen, die sonst in Büros sitzen würden. Aber die Läden empfinde ich als leer, und selbst an einem Samstagmittag, sonst eine unerträglich hektische Zeit auch außerhalb der Kaufingerstraße, kann man über den Viktualienmarkt gehen und hat noch Zeit für drei freundliche Sätze mit den Verkäufern. Ich hatte gestern einen Tag Urlaub, sonst völlig undenkbar um diese Zeit.

Und wer radelt, ist sowieso fast alleine. Mein Winterkit bringt mich bis ca. -5, -7 Grad recht kommod durch die Landschaft, und trifft man einen ähnlich Vermummten, ist der Radrennfahrergruß nicht mehr nur Floskel, sondern auch ein Zeichen des respektvollen Erstaunens "Du auch"?

Wären die Umstände für die anderen Menschen und die Wirtschaft nicht so schlecht, hätte ich Vertrauen in diejenigen, die sich als Führung unseres Landes ausgeben, es könnte von mir aus auch eine Weile so weitergehen.

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Da muss ich doch gleich mal in die Runde fragen: Was tun gegen kalte Füße beim Radfahren? So ab einer Stunde wird das bei mir zum Problem, und ich habe schon mehrere gute Socken an. Oberkörper, Beine etc. sind kein Problem, nur die Füße kriege ich irgendwie nicht richtig warmgehalten. Hab schon überlegt, obich mir so Wärmepads in die Schuhe lege, aber das kanns ja auch nicht sein. Bin dankbar für Tipps!

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Meine Winterschuhe sind grösser und mit Luftpolsterfolie vorn und oben ausgestopft.

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Danke, das werde ich mal ausprobieren.

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Grüße vom Ortasee
Danke für den Hinweis auf die kalten Füße beim Radeln.
Ich hoffe, der Don meldet sich jetzt öfters...

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Ich hab über den Knöchel gehende Northwave Extreme GTX irgendwas, die gibt es wohl auch in einer etwas klobigen Version "Himalaya" für noch kälter. Haben allerdings SPD cleats, man müsste schauen, ob es die für SPD-SL gibt.

Habe die größte verfügbare Größe gekauft, um Platz für wollige Socken zu haben. Das reicht eigentlich. Gamaschen/Überzieher hab ich zwar, aber noch nicht getestet, ebenso auch noch nicht Plastiktüten.

Was an den Händen sehr viel bringt, sind dünne Unterziehhandschuhe. Ansonsten: viele Schichten, Beine 2, Arme/Oberkörper eher 3-4, Merinowolle sollte irgendwo dazwischen dabei sein, und nicht vergessen, ein Käppi mit Ohrenklappen unter dem Helm zu tragen, auch die Ohren wollen gewärmt sein. Oder halt gleich eine Sturmhaube. Um den Hals auch noch etwas wärmendes.

2-3h komme ich damit gut hin, wenn kein heftiger Wind geht. Ich fahre allerdings mehr Feldwege, neumodisch "gravel", rennradübliche Geschwindigkeiten von 30+ km/h passieren da eher selten.

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Vorhin habe ich meine Schuhe mit der Luftpolsterfolie vorbereitet, könnte aber sein, dass ich mir auch größere Schuhe werde zulegen müssen, ist schon ziemlich eng vorne mit Folie und drei Paar Socken. Morgen mache ich eine Testfahrt, mal sehen. Überschuhe habe ich probiert, die haben aber nicht soviel gebracht, obwohl die auch schon recht dick sind. Also, wenns 2h werden, bin ich zufrieden, bis vor 3 WOchen bin ich noch eine echt schöne 3h-Strecke gefahren, fast alles Asphalt, aber durchweg ungeschützt und dementsprechend windig. Wenn ich die mit relativ warmen Füßen am Wochenende fahren könnte, wäre ich glücklich.

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Frage zu dem Bild...
Interessantes Bild. Vieeel zu knapp gegen die Sonne belichtet oder eine Nachtaufnahme?

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Ja, es ist ruhiger geworden, greenbowlerhat. Ich genieße es und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich es genieße.

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ein schlechtes Gewissen, weil ich es genieße.
Warum? Ruhe ist doch auch mal schön.
Mir ist es noch zuwenig ruhig, ich bekomme einfach noch zuviel Fernsehgeplärr aus der Nachbarschaft mit, auf das ich gerne verzichten würde.

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Ein schlechtes Gewissen
weil ich genieße, während andere krank werden, sterben, ihre Arbeit verlieren - suchen Sie sich etwas aus. Nichts für ungut.

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Es nützt den anderen, die krank werden, sterben, ihre Arbeit verlieren aber nichts, wenn Sie auch noch den Kopf hängen lassen.

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So isses. Und wer ständig den Kopf hängen läßt, belastet dadurch sein Immunsystem und wird am Ende selbst auch krank. Was wiederum die Ressourcen der Pfleger und Mediziner stärker belastet.
Wenigstens ein paar Leute müssen im Interesse des jroßen Janzen deshalb weiterhin den Mut zu etwas Fröhlichkeit aufbringen.

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Heute also tatsächlich 3h geradelt, das ging mit der Folie in den Schuhen ganz gut, es war schön warm, danke nochmals für den Tipp. Ich bin jedenfalls begeistert. Größere Schuhe muss ich noch ordern, einbißchen eng wars schon ganz vorne ;-)

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meine Winterschuhe sind dicker, haben eine Korkeinlegesohle, die Langlöcher für die Cleats sind mit Alutape zugeklebt und dann an der alten Position durchgeschraubt. Wenn nasses Wetter erwartet wird, wrappe ich mir wadlabwärts/etwa stiefelhoch die Füße mit Wickelfolie ein.

Wenn die Schuhe Salzmatsch abbekommen haben: in der Dusche spülen was geht, mit Zeitungspapier ausstopfen und kalt trocknen lassen.

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Das ist nett, daß das Eckchen hier wieder auf hat.
Ist ja sonst fast alles zu.
Gerne würde ich bei den Weihnachtseinkäufen mal an einem Stand einen Glühwein trinken oder im Café mich hinsetzen und ein Stück Kuchen und einen leckeren frischen Karotten-Orangen-Ingwer-Saft verzehren, allein, diesen Winter wird einem ja alles vermiest. Das Berufsverbot für die Gastronomie geht mir schwerst auf den Wecker. Alles nur noch Pampa, wo man seine Stulle stets dabeihaben muß, keinerlei Ausflugsziele mehr, wo man gern einkehrt. Widerlich.
Ansonsten bin ich weniger betroffen als andere, weil Arbeit wie üblich weiterging - auch keine argen Einbussen durch Kaufzurückhaltung, nur durch Krankenstand (Beinbruch u.ä.), seit 1, 2 Wochen geht nun die Erkältetheit los, aber das ist wie jeden Winter...

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Am Tegernsee gibt es jetzt einen Glühweinstand. Gute Besserung!

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Danke. Die Nase tropft halt unter der Maske, da macht das Einkaufen keine wirkliche Freude - vielleicht gibt es irgendwo bei uns ja auch einen Glühweinstand, aber da es kalt und trüb ist und man sich nirgendwo setzen darf, fehlt die Motivation zum Herumlaufen.
Dafür sind die Nachbarn geradezu "coronawild" (wie mein GG das nannte) und finden ständig Gründe, warum man noch dieses und jenes bereden müsse.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt
Schön, daß hier wieder geöffnet ist - Danke.

Leider sieht es bei uns im Dorf und Umgebung nicht sehr hoffnungsvoll aus. Weder bei den Corona-Zahlen, noch beim stationären Einzelhandel. Den ersten Lockdown haben einige schon nicht überlebt und den aktuellen de facto Lockdown werden noch etliche, auch alteingesessene, Einzelhändler nicht überleben. Ja, die Geschäfte sind geöffnet, aber die Umsätze tendieren gegen Null. Nur der Onlinehandel boomt.

Da hilft es auch wenig, sich selbst im Onlinehandel zu betätigen. Denn gerade dort ermöglichen einzig sehr hohe Umsätze die Einkaufspreise, die erforderlich sind, um mit den Großen überhaupt mithalten zu können. Einige Händler haben das auch hier versucht - ohne Erfolg aber mit zusätzlichen Kosten und Verlusten.

Ob es 2021 besser wird? Kaum vorstellbar. Der Nebel wird sich so schnell wohl nicht auflösen.

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die üblichen Verdächtigen
langweilen sich vorm Computer und schauen immer mal wieder, ob hier was Neues passiert. Ich fürchte auch, dass uns kein so schnelles Impfwunder wieder in den Alltag hilft..

Gruss an alle und eine den Umständen angepasste schöne Vorweihnachtszeit!

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Haha, bei der übers Knie gebrochenen Impferei laß ich anderen gern den Vortritt, da drängel ich mich nicht danach... bis jetzt hatte ich nur in den 1970ern mal eine wirklich schlimme Grippe, die mich ins Bett zwang.

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Moin allerseits,
schön, dass das Büdchen wieder auf hat :-).

Gruss,
Thorsten Haupts

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Die Umschrift von Bayeux https://twitter.com/_donalphonso/status/1334215353384251396 *grööhl* (in meinem Mikro-Umfeld gehen übrigens die Löhne hoch, nicht die Mieten runter. )

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