: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Draussenseiter

Als ich nach Berlin gegangen bin. war Rotgrün an der Macht ud damit waren viele jüngere Menschen zufrieden. Auch war gerade die New Economy untergegangen. Neoliberalismus schien weit. weit abgedrängt zu sein. Und ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es dort politische Debatten gegeben hätte. Das war nicht wirklich das Thema.



Ich bin da schon länger wieder draussen, wie ich ohnehin, alles in allem, ein Einzelgänger und damit eigentlich zufrieden bin. Es gibt da nur so ein paar Sachen, die ich nicht verstehe. Dass neue Leute nach Berlin gingen und eine Repolitisierung kam, ist halt so. Dass viele von den Jüngeren die Älteren zwangen, sich anzupassen und deren Vorstellugen zu übernehmen, ist auch so. Was mir aber wirklich schräg vorkommt, ist diese, wie soll ich sagen, Doppelmoral. Dass politische Vorgaben von Leuten gemacht werden, die beruflich genau das Gegtenteil tun. Von Sascha Lobo, der mit seiner Bücherklitsche Daten verkauft, lasse ich mir nichts erzählen über das, was der Staat tun sollte. Von einem wie dem Lauer will ich nichts über Politik für Menschen hören, und Feministinnen, die sexistische und rassistische Zuschreibungen benutzen wie andere ein Taschentuch, sind keine Vorbilder. Aber wenn man da nur mitnickt und die Sprache spricht, so erlebe ich das, kann man in diesen neuen Berliner Kreisen als Blogger prima mitmachen. selbst wenn man seine Exfreundin bei Twitter öffentlich blossgestellt hat.



Insofern sind netzöffentliche Ansagen, man werde mich ausgrenzen, ein wenig lächerlich, denn das habe ich schon selbst hinreichend gemacht. Mal ganz abgesehen davon, dass man in Berlin sofort vergessen ist, wenn der Umzugswagen den Wannsee erreicht - was will ich mit Leute, mit denen ich einmal etwqas trinken war und die auf dieser Basis fordern, man müsste ihre geschäftlichen oder shitstormpolitischen Eskapaden freundlich dulden. Das öffentliche Anraunzen und Hinterdemrückenreden ist auch nicht gerade untypisch - kann man machen, aber ich reagiere dabei so, wie ich das im normalen Leben auch tue. Ich würde nie erst öffentlich erklären, dass ich all Kontakte zu X. abbreche und ein halbes Jahr später mein Buch auf seiner Plattform anbieten. Da fehlt mir einfah die moralische Flexibilität.



Das globale dorf, heiss es einmal über das Internet, aber es stimmt nicht, es ist längst eine globale Metropole mit all den Erscheinungen, die in solchen Städten mit grosen sozialen Problemen üblich sind.. Es ist kein Geheimnis, dass weite Teile der Berliner Netzprominenz irgendwo zwischen prekär und total pleite sind, und die Zeit, die sie für die Durchsetzug ihrer Agenda haben, wäre mit einem geregelten Dasein einfach nicht da - eine der Vertreterinnen des Piratenfeminismus zum Beispiel macht gerade einen Managerjob und schlagartig wurde es still um Quote und Pay Gap. Das ist in Ordnung, das kann man tun und es spricht nichts dagegen - das Netz erwartet bei Umdenkenden auch keine Entschuldigung. Aber was radikal bleibt, was sich äussert und seine Vorstellugen zuerst im eigenen Umfeld, dann im Netz und schliesslich in den Medien umsetzen möchte, definiert sich über Lautheit. Und das ist etwas, wo ich inzwischen längst weghöre.Auch, wenn ich solche Leute privat kenne.



Nach meiner bescheidenen Meinung hat sich da eine ganze Gruppe ziemlich von dem entfernt, was in Deutschland wirklich passiert. Ihre Partikularinteressen zählen, zu Bankenkrisen, Ukraine, Entstaatlichung und Umverteilung hahen sie noch nicht mal eine Meinung - einfach, weil es sie nicht fühlbar betrifft. Ihr Privates ist für sie das allein Politische. Aber das wird dann mit aller Kraft auch durchgesetzt. Das mag für Lute egal sein, die nicht sonderlich bekannt sind und für Leute, die nicht in Berlin leben - aber dort zu sein und eine andere Meinung haben ist im Moment keine gute Sache. Die Freakshow der immer gleichen Vortragenden ihrer Camps ist auch nicht wirklich erbaulich. es ist alles eben sehr - unhöflich. Nicht meine Welt. Daneben gibt es Zilliarden andere interessante Leute, aber in den Medien sind halt nur diese alten Reste. Und Dagibee.



Nun ja. Ich bin wieder am Tegernsee und es sieht gut, sehr gut aus. Hier spielt das Nez keine Rolle und hier kann ich leben, wie ich das gern tue, solange ich ein paar ganz einfach Regeln beachte. Nichts ist ganz problemlos, aber man ist hier auch nicht Teil einer teilweise alt gewordenen und teilweise infantilen Netzbewegung. die gewisse Figuren ertragen muss, weil es jeder tut, und gewisse Grundwahrheiten zu akzeptieren hat.



Es wird hier sehr früh dunke,, aber nie so findter wie in deren Netzwerken, und am nächsten Morgen wird es weider hell. Das sind so die Unterschiede zu den engen tälern, in denen der Inzest Pflicht und der geistige Genpool schlecht gefüllt ist.

... link (10 Kommentare)   ... comment


Lob statt Streit

Irgendwann habe ich nach dem letzten Beitrag aufgehört, die Rufe nach meiner Entlassung zu zählen. Es waren jedenfalls viele und statt hier darauf einzugehen, möchte ich lieber im Symbolbild zeigen, wie es sich so auf dem Boden der genderwissenschaftlichen Tatsachen anfühlt.



Ernsthaft, es ist zu hoffen, dass die Medien genauer hinschauen, welche Ziele angebliche Netzgrössen wie Antje Schrupp, Anne Wizorek und Anne Roth so verfolgen - man lässt ja auch nicht unbedingt Extremisten anderer politischer Richtungen einfach so schreiben. Schrupp hat das übrigens mal selbst erwähnt, dass man sie in Mainstreammedien nicht drucken würde, wenn sie wirklich das schriebe, was sie denkt. Anne Roth ist damit trotzdem mal durchgerutscht - da stand dann leider eine Verteidigung von Sprüchen wie "Maskus gibts in jeder Stadt, bildet Banden, macht sie platt". Dass man etwas gegen HoGeSa tun muss, versteht jeder, aber das heisst nicht, dass man andere einfach so laufen lässt, weil es der "richtige" Hass gegen andere problematische Gruppen - oder nur solche, die so definiert werden - und gleichzeitig auf die elementaren Grundabsprachen unseres Systems ist. Niemand bildet hier bitte Banden, um andere platt zu machen und wenn doch, muss man eben darüber reden und deutlich machen, dass sie damit nicht durchkommen. Wer das anders sieht, möchte sich bitte demokratische Mehrheiten beschaffen.

Aber das ist die Debatte der letzten Tage und diesmal geht es um ein erfreuliches Thema - Helikoptereltern. Die werden ja auch gern blöd angeraunzt, aber meine Meinung in der FAZ ist, dass sie damit auch nur Getriebene von veränderten Lebensgewohnheiten und dem Druck der Globalisierung sind. Das gleiche steht auch im Kommentarblog.

... link (6 Kommentare)   ... comment