Draussenseiter

Als ich nach Berlin gegangen bin. war Rotgrün an der Macht ud damit waren viele jüngere Menschen zufrieden. Auch war gerade die New Economy untergegangen. Neoliberalismus schien weit. weit abgedrängt zu sein. Und ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es dort politische Debatten gegeben hätte. Das war nicht wirklich das Thema.



Ich bin da schon länger wieder draussen, wie ich ohnehin, alles in allem, ein Einzelgänger und damit eigentlich zufrieden bin. Es gibt da nur so ein paar Sachen, die ich nicht verstehe. Dass neue Leute nach Berlin gingen und eine Repolitisierung kam, ist halt so. Dass viele von den Jüngeren die Älteren zwangen, sich anzupassen und deren Vorstellugen zu übernehmen, ist auch so. Was mir aber wirklich schräg vorkommt, ist diese, wie soll ich sagen, Doppelmoral. Dass politische Vorgaben von Leuten gemacht werden, die beruflich genau das Gegtenteil tun. Von Sascha Lobo, der mit seiner Bücherklitsche Daten verkauft, lasse ich mir nichts erzählen über das, was der Staat tun sollte. Von einem wie dem Lauer will ich nichts über Politik für Menschen hören, und Feministinnen, die sexistische und rassistische Zuschreibungen benutzen wie andere ein Taschentuch, sind keine Vorbilder. Aber wenn man da nur mitnickt und die Sprache spricht, so erlebe ich das, kann man in diesen neuen Berliner Kreisen als Blogger prima mitmachen. selbst wenn man seine Exfreundin bei Twitter öffentlich blossgestellt hat.



Insofern sind netzöffentliche Ansagen, man werde mich ausgrenzen, ein wenig lächerlich, denn das habe ich schon selbst hinreichend gemacht. Mal ganz abgesehen davon, dass man in Berlin sofort vergessen ist, wenn der Umzugswagen den Wannsee erreicht - was will ich mit Leute, mit denen ich einmal etwqas trinken war und die auf dieser Basis fordern, man müsste ihre geschäftlichen oder shitstormpolitischen Eskapaden freundlich dulden. Das öffentliche Anraunzen und Hinterdemrückenreden ist auch nicht gerade untypisch - kann man machen, aber ich reagiere dabei so, wie ich das im normalen Leben auch tue. Ich würde nie erst öffentlich erklären, dass ich all Kontakte zu X. abbreche und ein halbes Jahr später mein Buch auf seiner Plattform anbieten. Da fehlt mir einfah die moralische Flexibilität.



Das globale dorf, heiss es einmal über das Internet, aber es stimmt nicht, es ist längst eine globale Metropole mit all den Erscheinungen, die in solchen Städten mit grosen sozialen Problemen üblich sind.. Es ist kein Geheimnis, dass weite Teile der Berliner Netzprominenz irgendwo zwischen prekär und total pleite sind, und die Zeit, die sie für die Durchsetzug ihrer Agenda haben, wäre mit einem geregelten Dasein einfach nicht da - eine der Vertreterinnen des Piratenfeminismus zum Beispiel macht gerade einen Managerjob und schlagartig wurde es still um Quote und Pay Gap. Das ist in Ordnung, das kann man tun und es spricht nichts dagegen - das Netz erwartet bei Umdenkenden auch keine Entschuldigung. Aber was radikal bleibt, was sich äussert und seine Vorstellugen zuerst im eigenen Umfeld, dann im Netz und schliesslich in den Medien umsetzen möchte, definiert sich über Lautheit. Und das ist etwas, wo ich inzwischen längst weghöre.Auch, wenn ich solche Leute privat kenne.



Nach meiner bescheidenen Meinung hat sich da eine ganze Gruppe ziemlich von dem entfernt, was in Deutschland wirklich passiert. Ihre Partikularinteressen zählen, zu Bankenkrisen, Ukraine, Entstaatlichung und Umverteilung hahen sie noch nicht mal eine Meinung - einfach, weil es sie nicht fühlbar betrifft. Ihr Privates ist für sie das allein Politische. Aber das wird dann mit aller Kraft auch durchgesetzt. Das mag für Lute egal sein, die nicht sonderlich bekannt sind und für Leute, die nicht in Berlin leben - aber dort zu sein und eine andere Meinung haben ist im Moment keine gute Sache. Die Freakshow der immer gleichen Vortragenden ihrer Camps ist auch nicht wirklich erbaulich. es ist alles eben sehr - unhöflich. Nicht meine Welt. Daneben gibt es Zilliarden andere interessante Leute, aber in den Medien sind halt nur diese alten Reste. Und Dagibee.



Nun ja. Ich bin wieder am Tegernsee und es sieht gut, sehr gut aus. Hier spielt das Nez keine Rolle und hier kann ich leben, wie ich das gern tue, solange ich ein paar ganz einfach Regeln beachte. Nichts ist ganz problemlos, aber man ist hier auch nicht Teil einer teilweise alt gewordenen und teilweise infantilen Netzbewegung. die gewisse Figuren ertragen muss, weil es jeder tut, und gewisse Grundwahrheiten zu akzeptieren hat.



Es wird hier sehr früh dunke,, aber nie so findter wie in deren Netzwerken, und am nächsten Morgen wird es weider hell. Das sind so die Unterschiede zu den engen tälern, in denen der Inzest Pflicht und der geistige Genpool schlecht gefüllt ist.

Mittwoch, 29. Oktober 2014, 21:10, von donalphons | |comment

 
* Bei "Netzprominenz" fehlen mir die " ". Prominent ist anders.

* feine Bilder. Der Tegernsee ist am Berg schöner als am Ufer.

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"moralische Flexibilität".
Das ist FEIN bemerkt, hätte Loriot angemerkt.
... SEHR fein und vornehm. Ich drücke mich da meist deutlicher aus. Aber nicht hier.

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Don, den schlecht gefüllten geistigen Genpool und den Inzest in engen Tälern werde ich Ihnen bei passender Gelegenheit klauen. Schöne Wortbilder.

Gruss,
Thorsten Haupts

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schöne wortbilder
in der tat. und schon einmal ist "berlinerische und ddr-selbstherrlichkeit" ähnlich eingeschätzt worden - allerdings in brutalere bilder gekleidet - in der "legende vom berliner bären" in dem versroman "schloss fleurac".

darüber hinaus sollte der werte hausherr das feministinnen-bashing reduzieren. die mädels müssen halt erst lernen, konstruktiv mit macht umzugehen. das dauert nun mal ein paar jahrzehnte. außerdem verwechseln sie immer noch emanzipation mit "zum manne werden". das geht wahrscheinlich nicht anders in einem volk von herrschsüchtigen, plumpen kerlen, die ihre eigenen weiblichen anteile immer noch ins unbewusste zwingen oder von jenen, die ins gegenteil hetzen, jenen, die "zur frau" werden oder zu entnervten weinerlichen weicheiern mutieren. weder bei "mann" noch bei "frau" ist derzeit gleichgewicht zu finden. also in bezug auf frauen-bashing mal den ball flach halten. ist eben hart, macht abzugeben und dafür jahrhundertelang gepflegte weibliche inkompetenz zu ernten.

http://www.amazon.de/Schloss-Fleurac-oder-sch%C3%B6ne-Marguerite-ebook/dp/B006ZKYHMQ/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1415872057&sr=1-2&keywords=hildegard+holtschneider

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"Berliner Kreise".
Man hört so garnix mehr von dieser Barbusigen, die in Dresden unbedingt auffallen wollte... Dazu an diesem grauen Novembertag dies hier: http://bit.ly/Jwo3Sz

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Schlecht geschlafen?
Rein auf die Rechtschreibung bezogen bin ich vom Don anderes gewöhnt. Ich finde ungewöhnlich viele Tippfehler in diesem Artikel, könnte man da mal ein Rechtschreibprogramm drüberschauen lassen? Allein im vorletzten Satz:

dunke,, - findter - weider anstatt
dunkel, - finster - wieder

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Na ja, ist halt eine alte Netbook-Tastatur (wahrscheinlich noch mit unter 22 mm mittlerer Tastenabstand) und schon ziemlich alt. Die fangen an irgendwann schlecht zu kontaktieren, und dann fängt man unwillkürlich an, fester drauf zu hacken, und dann steigt die Fehlerquote.

@Hausherr: Leisten Sie sich halt eine ordentliche Tastatur! Eine solche überlebt bei guter Pflege mehrere Rechner, und ist ihr Geld wert, auch wenn sie nicht gebraucht für 25% hergeht. Ihre Handgelenke, Karpaltunnel und Finger werden es ihnen danken :)

Ich persönlich nutze http://de.wikipedia.org/wiki/IBM_Model_M bzw. den UNICOMP-Nachbau, aber die Auswahl der Tastatur ist eine sehr persönliche Entscheidung.

Schlaumachen hier: http://deskthority.net/ und hier: http://geekhack.org/

Wenn das eepc-Ding einen Nachfolger braucht, solche hier (http://thinkwiki.de/X220) schwirren gerade in der Bucht herum, zu oft sehr günstigen Preisen, und es gibt sehr lange Zeit Ersatzteile.

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achwas. Ich hab' mich inzwischen dran gewöhnt und nenn' es: Stil. Dons Stil.

(außer sein ahnungsloser fauler bequemer Gebrauch von ss/ß: fahren wirklich grosse Rußen in Bußen zur Busse? ...oder doch bloß große Russen im Bussen zur Buße in die nächste Kirche?)

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gleich das oberste bild zeigte vermutlich, für wie überholt hier längst vieles manchmal empfunden wärewürde?

woanders fahren - nicht: führen - die deutschen pendler, die in luxemburg immer noch im vergleich sehr überdurchschnittlich verdienten, kein vergleich zu münchen oder augsburg oder neu-ulm - eben weil die luxemburger sozialleistungen fürs geld und von den geringen abzügen auch unter juncker immer noch so herausragend wären - längst immer an solchen bürogebäuden vorbei - schönes gebäude, schönere arbeit:

http://www.prodomos.lu/sites/default/files/references/images/h2o_5.jpg (direkt nebendem croix de gasperich)

aber der stil stimmte wohl schon so, vergleichsweise, mit den drei türmchen obendrauf.
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(und @ stil: hauptsache es schriebe einer überhaupt noch irgendwie eigentümlich, normabweichend? denn wie ein duden immer nur korrekte sätze grammatikalisch richtiger gedanken aneinanderreihen, das könnte bald schon jedes briefentwurf-neuschreibsstem?)

("niemand hat vor, überall einfachere bürogebäude zu errichten"? http://tinyurl.com/lvvcv2q - http://tinyurl.com/kcx9sky )
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joachim kaiser in dem bekannten ausschnitt übers gerade und unmittelbare und eingängig-eindeutige in der musikkunst wilhelm furtwänglers - unserer aller kenntnisse. vielleicht schon fast mit fundament? geschichte als vollkommen diskreter und unzusammenhängender ablauf und zufall sfolge einzigartiger, selbstisch "aus der platte emporgetriebener" männer auch?

http://www.youtube.com/watch?v=TTLm8EsC2KU


wenn man(n) also vier, sechs oder acht mal 40 jahre einer "erwerbsbiographie", nein die hingabe an eine profession!, zeit hätte, also 240 oder 320 plus x jahre jugend davor und alter danach leben dürfte, dann wäre die vollständige hingabe an eine "furtwänglernachfolge" (neben arzt, rennfahrer, staatsmann oder verleger) sicherlich unbedingt einer der notwendigen bausteine davon.

(und "herr hitler" übte auf seine weise als massenmittel auch den rhetorischen kniff des verzögerten anfangs. da unbedingt die verantwortung, die wir alle voraussetzungslos beachten. hier wie bekannt ab ca. ca. 4:17 bis 5:15 http://www.youtube.com/watch?v=V0zzy2xMOTE )
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