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Montag, 15. März 2004
Real life 15.03.2004 - Post Graduate
Sie war heute zum ersten Mal in ihrem Leben bei der Arbeitsagentur, erzählte sie, und vielleicht ist das der Grund, warum sie etwas bleich erschien, und ihre Lippen nicht richtig rot waren; eher in einem bläulichen Rosa. Nein, besonders schön war es nicht, weil vor ihr lauter Herren und Damen Doktor dran waren. Sie hat sich nur mal vorsorglich gemeldet, um keine Lücke in der Bio zu haben, bevor es in ein paar Wochen zum Praktikum geht. Und als freie Mitarbeiterin wird sie schon was machen können, manchmal. Hoffte sie am Ende des Tages, als die Erinnerung nicht mehr ganz frisch war.
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Wenn ich nicht noch ein paar Stunden zu tun hätte, wäre es vielleicht ein guter Moment gewesen, was mit ihr in den Sonnenuntergang zu fahren, irgendwo zu halten, etwas quatschen und trinken zu gehen. So viel, dass sie zu Hause einfach umkippen würde und schlafen könnte. Wenn sie das Besäufnis heute allein macht, kriegt sie wahrscheinlich Depressionen. In Berlin sind die Gänge der Arbeitsagentur besonders trist, sagen die, die es erlebt haben.
.Wenn ich nicht noch ein paar Stunden zu tun hätte, wäre es vielleicht ein guter Moment gewesen, was mit ihr in den Sonnenuntergang zu fahren, irgendwo zu halten, etwas quatschen und trinken zu gehen. So viel, dass sie zu Hause einfach umkippen würde und schlafen könnte. Wenn sie das Besäufnis heute allein macht, kriegt sie wahrscheinlich Depressionen. In Berlin sind die Gänge der Arbeitsagentur besonders trist, sagen die, die es erlebt haben.
donalphons, 23:58h
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5000 Zeichen
Auftragsarbeit. Ich stelle einen Bezug zwischen der Vermüllung der Stadt und dem Niedergang der Immobilienfonds her. These: Es entsteht ein Abwärtssog. Vermüllung auf Freiflächen senkt die Mieten, zieht schlechte Kunden an, die wirtschaften frisch restaurierte Häuser runter, den Fonds fehlt das Geld, Häuser werden baufällig, Projekte werden nicht beendet, statt dessen mit Müll gefüllt, weiterer Niedergang der Investoren, Rückbau wegen Einsturzgefahr, neue Freiflächen für neuen Müll.
Schliesslich muss das Zeug von Ikea irgendwo hin.
Schliesslich muss das Zeug von Ikea irgendwo hin.
donalphons, 18:37h
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Denn sie wissen, was sie werden sollen:
"Studentin (Germanistik und Journalismus) und bald arbeitslos." Von hier. Abteilung: Unnützes Wissen, um im Neon-Bild zu bleiben.
donalphons, 18:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 14. März 2004
Das Ende der Revolte
Es ist ein grosser Steinbrocken, den das Proletariät in Händen hielt.
Auf der anderen Seite war nur das fragile Glas des Kapitalismus.
Aber es war stark genug, um das Proletariat aufzuhalten.

Gewonnen hat niemand. Selbst, wenn das Proletariat aufgespürt, verhaftet, verklagt und zu einer Jugendstrafe verdonnert wird. Das System ist negativ, und es ist so stabil wie Panzerglas. Und dem Proletariat fehlt der Mut, der Hass und die ideologische Verblendung, den ganzen Weg zu gehen.
Was man schon daran sieht, dass sie es bei einer Drogerie haben bewenden lassen. Und die Banken, Parteien und Lobbyorganisationen, die ein paar Kilometer Luftlinie entfernt sind, geschont haben.
Am nächsten Morgen geht eine Mutter geht vorbei und hält ihr Kleinkind davon ab, etwas anzufassen.
Auf der anderen Seite war nur das fragile Glas des Kapitalismus.
Aber es war stark genug, um das Proletariat aufzuhalten.

Gewonnen hat niemand. Selbst, wenn das Proletariat aufgespürt, verhaftet, verklagt und zu einer Jugendstrafe verdonnert wird. Das System ist negativ, und es ist so stabil wie Panzerglas. Und dem Proletariat fehlt der Mut, der Hass und die ideologische Verblendung, den ganzen Weg zu gehen.
Was man schon daran sieht, dass sie es bei einer Drogerie haben bewenden lassen. Und die Banken, Parteien und Lobbyorganisationen, die ein paar Kilometer Luftlinie entfernt sind, geschont haben.
Am nächsten Morgen geht eine Mutter geht vorbei und hält ihr Kleinkind davon ab, etwas anzufassen.
donalphons, 22:06h
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Erster Frühlingsabend
Morgen wird in den Berlinern Krankenhäusern, Polizeistationen und Pathologien Bilanz gezogen, und alle werden vielleicht überrascht feststellen, dass es heute kein einziger junger Mensch für nötig erachtet hat, freiwillig aus dem Dasein abzuhauen.

Was definitiv am Wetter liegt. Nicht an der Stadt.

Was definitiv am Wetter liegt. Nicht an der Stadt.
donalphons, 21:47h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 13. März 2004
Real Life 13.03.04 - Wie im Buch
Der Verursacher, Typ junger Kreativer, steht am Strassenrand und starrt die Polizisten an. Viel scheint ihm nicht passiert zu sein. Aber sein Z3 kann wertberichtigt werden, wie auch der gesamte Abend. Nichts mehr mit Loungen im Cafe Moskau und danach ab ins Kurvenstar. Kann man knicken, wenn man noch nicht mal die Gerade beherrscht.

Es sieht so aus, als ob er die Geschwindigkeit überschätzt hätte. Die Feuerwehr hat über 30 Meter Sand auf die Strasse geschüttet, angefangen beim Lieferwagen, dessen hintere Stossstange verbeult ist, bis zu der Stelle, wo sich der Wagen nach einer Rutsch- und Schleifpartie entlang der abgestellten Autos zum Stehen gekommen ist. Auf der Beifahrerseite ist der Z3 einen halben Meter verkürzt.
Vielleicht war es auch nur Mamas Z3.
Glitschige Berliner Strassen können sehr tückisch sein.

Es sieht so aus, als ob er die Geschwindigkeit überschätzt hätte. Die Feuerwehr hat über 30 Meter Sand auf die Strasse geschüttet, angefangen beim Lieferwagen, dessen hintere Stossstange verbeult ist, bis zu der Stelle, wo sich der Wagen nach einer Rutsch- und Schleifpartie entlang der abgestellten Autos zum Stehen gekommen ist. Auf der Beifahrerseite ist der Z3 einen halben Meter verkürzt.
Vielleicht war es auch nur Mamas Z3.
Glitschige Berliner Strassen können sehr tückisch sein.
donalphons, 23:00h
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Ausblick
Irgendwo da oben ist vielleicht Leben, sagte man den Besuchern der Starnwarte. Ansonsten sagte man ihnen, dass sie die Schnauze zu halten hatten, wie in der DDR üblich.

Und irgendwann in der Zukunft wird es wieder wie 1999. Aber bis dahin werden noch viele kommen und verlangen, dass wir uns unterordnen sollen, Praktika für lau machen und auf die hören, die mit ihren fetten Ärschen und ihrem Sicherheitsdenken alles Neue zerstören. Wie im Kapitalismus üblich.

Und irgendwann in der Zukunft wird es wieder wie 1999. Aber bis dahin werden noch viele kommen und verlangen, dass wir uns unterordnen sollen, Praktika für lau machen und auf die hören, die mit ihren fetten Ärschen und ihrem Sicherheitsdenken alles Neue zerstören. Wie im Kapitalismus üblich.
donalphons, 19:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 13. März 2004
"alternde Nischenkultur"
eine Herabwürdigung der New Economy in der Zeit über Minusvisionen - so lange ist es noch gar nicht her. Von 1997 bis 2000 war es ein unaufhaltsamer Aufstieg, mit einem furiosen Finale im Frühling des Jahres. Bis Ende 2000 hiess es, das Einknicken des Neuen Marktes sei Konsolidierung. 2001 sagten die VCs, endlich könne man wieder günstig in Startups einsteigen. An einem Frühsommertag 2001 sass ich mit ein paar Gründern und Professoren im Cafe der Glyptothek in München, und sprach über neue Geschäftsmodelle. Nebenbei liess einer fallen, es wären noch nie so viele Startups gegründet wurden wie im ersten Halbjahr 2001. Die grossartigsten Parties, die besten Buffets sind noch keine drei Jahre her. Bis zum 11. September 2001 war die Hypemachine noch in voller Fahrt, und nur die Betroffenen litten unter den Pleiten - der Rest stürmte weiter vorran ins Nichts. Kurse und Workshops zur Krisenbewältigung wurden erst vor etwa zwei Jahren ins Leben gerufen.
Anders gesagt: Wir leben im Jahr 2 nach der Katastrophe, oder maximal Ende des vierten Jahren, wenn man den Crash 2000 zugrunde legt. Für den Holtzbrinck-Konzern, in dem die Zeit erscheint, ist es noch immer nicht vorbei. Denn auf jeder Seite ist Mr. Check und erinnert an das eigene Versagen.
Mr. Check ist pure New Economy. Es ist eine Corporate-VC-Gründung, von einer Firma namens Holtzbrinck Networx - man betrachte das x am Ende. Mr. Check gehörte zum Content Syndicator Xipolis, dessen Chef eines schönen Herbsttages des Jahres 2001 in München verkündete, seine Firma sei profitabel. Was er nicht sagte, war, dass der Zwangsvertrieb von Mr. Check auf den Websites des Holtzbrinck-Konzerns das Geld einbrachte. Wer nicht musste, nahm das Programm natürlich nicht. Die Zeit muss wohl bis heute, und steckt noch knöcheltief in einer Vergangenheit, die hässlicher kaum sein kann: Xipolis wurde letztlich zerschlagen, und der erfolgsverwöhnte Chef sass eineinhalb Jahre später zufällig an einem Nebentisch in einem typischen New-Eco-Cafe und hatte ganz neue Zukunftspläne.
Und das alles soll jetzt Vergangenheit sein. Geschichte. Hätten sie gerne. Denn Geschichte ist vorbei, abgeschlossen, belästigt kaum mit den eigenen Fehlern im eigenen Konzern, und zum Glück sind die Business Developer im eigenen Haus zu feige, ihre Fehler in einem Buch zu versammeln. Und darüber zu reden, dass in der Holtzbrinck-Networx-Geschichte auch eine halbstaatliche Bank Geld verloren hat.
Anders gesagt: Wir leben im Jahr 2 nach der Katastrophe, oder maximal Ende des vierten Jahren, wenn man den Crash 2000 zugrunde legt. Für den Holtzbrinck-Konzern, in dem die Zeit erscheint, ist es noch immer nicht vorbei. Denn auf jeder Seite ist Mr. Check und erinnert an das eigene Versagen.
Mr. Check ist pure New Economy. Es ist eine Corporate-VC-Gründung, von einer Firma namens Holtzbrinck Networx - man betrachte das x am Ende. Mr. Check gehörte zum Content Syndicator Xipolis, dessen Chef eines schönen Herbsttages des Jahres 2001 in München verkündete, seine Firma sei profitabel. Was er nicht sagte, war, dass der Zwangsvertrieb von Mr. Check auf den Websites des Holtzbrinck-Konzerns das Geld einbrachte. Wer nicht musste, nahm das Programm natürlich nicht. Die Zeit muss wohl bis heute, und steckt noch knöcheltief in einer Vergangenheit, die hässlicher kaum sein kann: Xipolis wurde letztlich zerschlagen, und der erfolgsverwöhnte Chef sass eineinhalb Jahre später zufällig an einem Nebentisch in einem typischen New-Eco-Cafe und hatte ganz neue Zukunftspläne.
Und das alles soll jetzt Vergangenheit sein. Geschichte. Hätten sie gerne. Denn Geschichte ist vorbei, abgeschlossen, belästigt kaum mit den eigenen Fehlern im eigenen Konzern, und zum Glück sind die Business Developer im eigenen Haus zu feige, ihre Fehler in einem Buch zu versammeln. Und darüber zu reden, dass in der Holtzbrinck-Networx-Geschichte auch eine halbstaatliche Bank Geld verloren hat.
donalphons, 00:21h
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Pailetten
Immer wieder mal werden Pailetten hochgeschwemmt. Immer dann, wenn eine Revolte kommt. Zumindest seit der vorvorletzten Boom. Da machten Pailetten mit den 68ern Furore. Seitdem haftet den Metallplättchen etwas Aufrührerisches an.
Insofern war es kein Wunder, dass die rebellischen Grossmeister des Pret-a-Porter der späten 80er wieder darauf zurückgriffen. Pailetten konnten sich bei Byblos (längst pleite), Gibo (bedeutungslos), Gaultier (Survivor) und Montana (dank Parfum überlebt) neben dem obligatorischen Schwarz behaupten - sonst nichts.

Danach, als Yohi Yamamüde wurde und die Garcons nicht mehr commen, begannen die 90er mit dem Cocooning und schluffiger Mode. Pailetten wurden wieder ein Outfit für den Christopher Street Day und den Jahresempfang der Geiselhartinger CSU. Dann begann die New Economy, und plötzlich waren die Pailetten wieder da. Nicht an den Kleidern, aber an den Wänden der In-Locations, an denen sich das Licht brach und die Pupillen in irren Reflexen funkeln liess.
Ein paar Ecken weiter von diesem Bild war noch ein anderes Beispiel für schimmernde, leise klimpernde Funkelwände. Es hiess Goldrausch. Es sieht seit ein paar Wochen sehr tot aus.

Heute waren die Rolläden kurz oben. Die Pailetten sind rausgerissen.
In der Post lag eine Einladung zu einem Ball von Liz Mohn.
Insofern war es kein Wunder, dass die rebellischen Grossmeister des Pret-a-Porter der späten 80er wieder darauf zurückgriffen. Pailetten konnten sich bei Byblos (längst pleite), Gibo (bedeutungslos), Gaultier (Survivor) und Montana (dank Parfum überlebt) neben dem obligatorischen Schwarz behaupten - sonst nichts.

Danach, als Yohi Yamamüde wurde und die Garcons nicht mehr commen, begannen die 90er mit dem Cocooning und schluffiger Mode. Pailetten wurden wieder ein Outfit für den Christopher Street Day und den Jahresempfang der Geiselhartinger CSU. Dann begann die New Economy, und plötzlich waren die Pailetten wieder da. Nicht an den Kleidern, aber an den Wänden der In-Locations, an denen sich das Licht brach und die Pupillen in irren Reflexen funkeln liess.
Ein paar Ecken weiter von diesem Bild war noch ein anderes Beispiel für schimmernde, leise klimpernde Funkelwände. Es hiess Goldrausch. Es sieht seit ein paar Wochen sehr tot aus.

Heute waren die Rolläden kurz oben. Die Pailetten sind rausgerissen.
In der Post lag eine Einladung zu einem Ball von Liz Mohn.
donalphons, 01:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 11. März 2004
Nachts unter der eisernen Brücke
Noch unbewohnt.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Andererseits, in Berlin gibt es so viel Leerstand, da wird sich immer irgendwo ein Zimmer finden. Wohnen ist billig. Und die mangelhaft ausgestattete Polizei kann wenig gegen den Drogenhandel tun, was die Preise niedrig hält.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Andererseits, in Berlin gibt es so viel Leerstand, da wird sich immer irgendwo ein Zimmer finden. Wohnen ist billig. Und die mangelhaft ausgestattete Polizei kann wenig gegen den Drogenhandel tun, was die Preise niedrig hält.
donalphons, 00:54h
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Meredes Volvo Mercedes
Die Barer Strasse in München Schwabing. Ziemlich genau dort, wo Zahnärzte ihren Kindern 34 Quadratmeter für 177.000 Euro kaufen, damit sie in Ruhe studieren können.

Eine übliche Abfolge von Automobilen. Kein Skoda, Twingo oder verrosteter Peugot stört den Anblick. Niemand wundert sich. Schliesslich sind hier die Zeiten noch golden, und vierziggejenseitigte, künstliche Blondinen mit Hermestüchern und cremefarbenen Stiefeln trinken Latte zu 4 Euro mit mittlerem Management.
Nur die Tatsache, dass in der Lücke nicht der früher unvermeidliche Boxter steht, zeigt, dass wir in der Krise sind.

Eine übliche Abfolge von Automobilen. Kein Skoda, Twingo oder verrosteter Peugot stört den Anblick. Niemand wundert sich. Schliesslich sind hier die Zeiten noch golden, und vierziggejenseitigte, künstliche Blondinen mit Hermestüchern und cremefarbenen Stiefeln trinken Latte zu 4 Euro mit mittlerem Management.
Nur die Tatsache, dass in der Lücke nicht der früher unvermeidliche Boxter steht, zeigt, dass wir in der Krise sind.
donalphons, 12:27h
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User generated Profit
"In wenigen Jahren werden die Top-Blogs Millionen wert sein." Träumt der Gründer von Weblog Inc.
Das träumten aber auch schon die Gründer von epinion, von Ciao, von Lycos und viele viele andere. Der Glaube, man könne mit quasi von selbst entstehenden Inhalten und einer gewissen Glaubwürdigkeit User binden, halten und ausschlachten.
Und übersehen das Grunproblem: Vor dem Internet gab es einen Haufen Flöhe, die man in einen Sack kriegen musste. Mit den Blogs gibt es keinen Sack mehr, sondern nur noch Flöhe, die mit anderen Flöhen rummachen. Schlechte Zeiten für Sackanbieter.
Das träumten aber auch schon die Gründer von epinion, von Ciao, von Lycos und viele viele andere. Der Glaube, man könne mit quasi von selbst entstehenden Inhalten und einer gewissen Glaubwürdigkeit User binden, halten und ausschlachten.
Und übersehen das Grunproblem: Vor dem Internet gab es einen Haufen Flöhe, die man in einen Sack kriegen musste. Mit den Blogs gibt es keinen Sack mehr, sondern nur noch Flöhe, die mit anderen Flöhen rummachen. Schlechte Zeiten für Sackanbieter.
donalphons, 12:18h
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Mittwoch, 10. März 2004
Help!
Sollte sich einer der Recken aus den Kämpfen des Jahres 1968ff, ganz gleich ob rot oder schwarz, in der Befindlichkeit sehen, Berlins Selbstmordrate in der kalten Spree zu erhöhen, findet sich an repräsentativer Stelle ein Hilfsmittel, um sie der Gesellschaft zu erhalten.

An den schlammigen Gewässern weiter draussen, an den Häfen und Kanälen, wo eher alleinstehende Mütter, arbeitslose Philosophiestudenten und Barpersonal ohne Zukunft der Wunsch nach Auslöschung überkommt, gibt es dergleichen nicht.
Es gibt ja so viele von denen, und nur so wenig wirklich verdiente Etappenkämpfer der grossen Zeit der kleinen Barrikädchen.

An den schlammigen Gewässern weiter draussen, an den Häfen und Kanälen, wo eher alleinstehende Mütter, arbeitslose Philosophiestudenten und Barpersonal ohne Zukunft der Wunsch nach Auslöschung überkommt, gibt es dergleichen nicht.
Es gibt ja so viele von denen, und nur so wenig wirklich verdiente Etappenkämpfer der grossen Zeit der kleinen Barrikädchen.
donalphons, 00:56h
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Dienstag, 9. März 2004
Sick-o-blog
Lieber Joachim Bessing, wenn Du das liest (Und Du wirst es lesen, weil Du und alle Deine Kumpane laut Referrer und Mails täglich bei google schaut, wer was über Euch schreibt): Ich bin gerade krank. Und wenn ich krank bin, kann ich nicht nett. Nur Hass. Sorry.
Und jetzt noch viel Spass beim Lesen Deiner neuen Jünger beim Soundtrack Deiner Reinhard-Mey-Platten.
Und jetzt noch viel Spass beim Lesen Deiner neuen Jünger beim Soundtrack Deiner Reinhard-Mey-Platten.
donalphons, 00:32h
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Pop ist tot
und am besten pisst man auf den Kadaver, indem man Joachim Bessings neues Buch nicht kauft: "Bessings provokantes Fazit: Wir müssen uns besinnen auf den Wert der klassischen Familie, denn jedes Zugeständnis an die »Umstände« oder die »Gesellschaft« oder die »Zeit« treibt die Zerstörung weiter voran." quasselt die Presseabteilung.
"Eine kluge und längst überfällige Provokation" - was macht der eigentlich einen auf Rebell, nur weil er den Merkels und Stoibers nach dem Mund redet? Vielleicht sollte man dem armen Popliteraturkrepierer mal mitteilen, dass er mit sowas nicht mehr in die Harald Schmidt Show kommen kann.
"Eine kluge und längst überfällige Provokation" - was macht der eigentlich einen auf Rebell, nur weil er den Merkels und Stoibers nach dem Mund redet? Vielleicht sollte man dem armen Popliteraturkrepierer mal mitteilen, dass er mit sowas nicht mehr in die Harald Schmidt Show kommen kann.
donalphons, 00:23h
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Aus Marketing-Gründen,
weil mich grad jemand zum Messias erkoren hat, sollte ich vielleicht anmerken, dass Journalisten attackieren ähnlich sinnvoll ist wie das Fischeabknallen im Fass. Deshalb haben wir das Buch erweitert und noch 15 Seiten Rechtsbelehrung reingetan, zur Frage, was man tut, wenn der Anwalt kommt.
Journalisten - hey, es gibt kaum eine Berufsgruppe mit mehr Arbeitslosen. Das Netz macht aus den Medien, was die Elektrizität mit den Kerzenziehern gemacht hat.
Journalisten - hey, es gibt kaum eine Berufsgruppe mit mehr Arbeitslosen. Das Netz macht aus den Medien, was die Elektrizität mit den Kerzenziehern gemacht hat.
donalphons, 00:05h
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Der Tee schmeckt noch genau so,
wie damals als Kind, wenn ich krank war, und kommt aus der alten Glaskanne, die in den frühen 70ern entworfen wurde . Salzletten sind auch noch da, wo sie früher waren. Soweit ist nichts neu.
Nur der Laptop ist eine Veränderung, die nachweist, dass dieses Haus in der Privinz im frühesten dritten Jahrtausend angekommen ist. Allerdings: Die Adressenliste im Explorer ist noch genau so wie vor drei Wochen. Auch bei den Dokumenten hat sich nichts getan. Eigentlich braucht hier niemand dieses Ding; nur ich, wenn ich hier bin.
Aber auch dann ist das Internet hier nicht das gleiche wie in München oder Berlin. Internet findet im alten Arbeitszimmer statt, zwischen unbeliebten Historismusmöbeln und einem angegrauten Chefschreibtisch aus einer Firma, die in dieser Stadt seit Jahrzehnten Marktführer ist. Mag sein, dass das Netz eine eigene Welt ist, aber hier sieht man an der Position und der Nutzung des Interfaces, dass es eine Welt ist, die vielen Leuten am Arsch vorbei geht. Weil sie es nicht wollen und brauchen.
Nur der Laptop ist eine Veränderung, die nachweist, dass dieses Haus in der Privinz im frühesten dritten Jahrtausend angekommen ist. Allerdings: Die Adressenliste im Explorer ist noch genau so wie vor drei Wochen. Auch bei den Dokumenten hat sich nichts getan. Eigentlich braucht hier niemand dieses Ding; nur ich, wenn ich hier bin.
Aber auch dann ist das Internet hier nicht das gleiche wie in München oder Berlin. Internet findet im alten Arbeitszimmer statt, zwischen unbeliebten Historismusmöbeln und einem angegrauten Chefschreibtisch aus einer Firma, die in dieser Stadt seit Jahrzehnten Marktführer ist. Mag sein, dass das Netz eine eigene Welt ist, aber hier sieht man an der Position und der Nutzung des Interfaces, dass es eine Welt ist, die vielen Leuten am Arsch vorbei geht. Weil sie es nicht wollen und brauchen.
donalphons, 00:02h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 7. März 2004
Sie hat kein Volontariat
Noch nicht. Aber sie hat es in Aussicht. Immerhin gab es über 100 Bewerber. Niemand wurde genommen, aber sie hat wenigstens das Vorpraktikum gekriegt. Vorpraktikum ist ein halbes Jahr als Praktikantin arbeiten, bevor das Volontariat dann doch beginnt. Haben sie ihr versprochen.
Schriftlich hat sie nichts. Sie hat auch nicht danach gefragt. Sie denkt, wenn sie sie nehmen und jetzt schon an die Aufgaben ranführen, dann werden sie sich schon daran halten. Und sie arbeitet wirklich gut und viel.
Ich erzähle ihr nichts von den Realitäten des Daseins, obwohl ich den Konzern von innen erlebt habe. Es ist nicht meine Sache, und ändern könnte ich auch nichts.
Schriftlich hat sie nichts. Sie hat auch nicht danach gefragt. Sie denkt, wenn sie sie nehmen und jetzt schon an die Aufgaben ranführen, dann werden sie sich schon daran halten. Und sie arbeitet wirklich gut und viel.
Ich erzähle ihr nichts von den Realitäten des Daseins, obwohl ich den Konzern von innen erlebt habe. Es ist nicht meine Sache, und ändern könnte ich auch nichts.
donalphons, 14:26h
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