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Samstag, 3. April 2004
Alexoholkrank
Alles andere ist schon irgendwie weg und matschig. Dann lassen die Augen nach. Alles dreht sich. Farben zerfliessen in der Dunkelheit, mitten auf dem Platz. Schritte, geradeaus, schräg, immer wieder knapp am straucheln, weiter, die Drehung wird schneller. Zu schnell. Sein Kopf kommt nicht mit.

Irgendwie schafft er es, sich an einem Pfosten festzuhalten. Er atmet schnell und stossweise, senkt den Kopf und wartet. Es kommt nicht. Erst, als er den nächsten Schritt machen will, schiesst die gelbe Brühe aus seinem Mund und klatscht auf die Pflastersteine.

Irgendwie schafft er es, sich an einem Pfosten festzuhalten. Er atmet schnell und stossweise, senkt den Kopf und wartet. Es kommt nicht. Erst, als er den nächsten Schritt machen will, schiesst die gelbe Brühe aus seinem Mund und klatscht auf die Pflastersteine.
donalphons, 00:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 1. April 2004
Leid macht weich. Zu weich.
(langer Eintrag, sorry. Some don´t like that)
Ende der 80er war ich in Amerika. Was mir die Städte und das Land gründlich vermieste, war das Elend, das für einen Mitteleuropäer unglaubliche Elend in den Städten. So ähnlich geht es mir heute in Berlin, ich sehe all den Schmutz, das Leid und den Zerfall. Es gibt in Berlin keine Professorentöchter, die sich neckisch downdressen. Wer in Berlin arm aussieht, ist auch arm. 17% der Bewohner von Mitte beziehen Sozialhilfe.
Als ich vorgestern beruflich, freiwillig, unbedingt zum Luftholen nach den Berliner Wochen nach München fuhr, hielt ich kurz hinter der Stadt an einem Rastplatz an, um Cola für die lange Fahrt zu kaufen.Vor der Tanke sass ein Mädchen auf dem Rasen, dünn, kurze blonde Haare, leicht slawische Gesichtszüge, wie sie bei den Preussen üblich sind, mit einem Rucksack, und fragte mich, ob ich sie in Richtung Leipzig mitnehmen könnte. Ich fahre am liebsten allein, aber nach drei Wochen Elend, dem dauernden Ablehnen von Beiträgen und den traurigen Geschichten solcher Mädchen fehlte mir irgendwo die Kraft zum Lügen.
Sie machte sich auf dem Beifahrersitz ganz klein, spielte nur manchmal am Radio rum und summte bei Blumfeld mit. Sie wollte nicht glauben, dass man als Münchner Journalist nach Berlin versetzt werden kann, wo es doch keine Jobs gibt, wie die, die sie selbst auch nicht hat. Studieren macht sie auch nicht mehr. Es ist alles sehr schwer geworden in Berlin. Bis 2002 hatte sie Arbeit, erst bei einem Startup als Mädchen für alles, dann noch eine Weile in einer Bar, und jetzt weiss sie auch nicht, sie bewirbt sich für Praktikas, aber sie bräuchte eines mit Bezahlung, denn sonst ... ich sagte nicht viel, stopfte sie mit Tropi Frutti, und log viel von dem Blau herunter, das sich über uns im Himmel in die Unendlichkeit spannte - das wird schon wieder, spätestens 2005, oder so.
Ich fuhr dann noch den Umweg, um sie direkt in Leipzig abzusetzen, wo sie mir gerne ihre Handynummer gegeben hätte, aber ihres ist gerade kaputt, sagte sie, aber sie würde mich gern anrufen, wenn sie wieder in Berlin ist, und anschauen, wie das so in der Redaktion ist. Dann ging es weiter, immer nach Süden, über den Harz hinein in die Berge Frankens, wo die Luft sauber ist und die Häuser wie aus dem Bestellkatalog für Gemütlichkeitsprodukte sind.
Die kleinen namenlosen Opfer des Untergangs der New Economy, meine Opfer, wenn man so will, wenn ich daran denke, was ich 2 Leben vorher alles getan habe, diese Opfer waren unnötig und sinnlos. Niemand hat sich damals darüber Gedanken gemacht, es war nur ein fucking Spiel, Doomen mit Companies, wir glaubten, die Gefeuerten würden halt was anderes machen, aber als ich ausgestiegen bin, lag alles in Trümmern und alle Alternativen waren tot.
Im ersten Moment hatte ich damals genug eigene Probleme, ein verdammtes Netzwerk am Hals, ich war eine lebende Bombe und musste hoffen, dass es denen einfach zu riskant war, sich nochmal mit mir anzulegen. Nach einer Weile sprang mein Antrieb wieder an, und ich ging unbeschadet durch die Vernichtung, die ich zu verantworten hatte. Ich bin ein Gewinner der New Economy, I made my share, und die anderen Gewinner können längst wieder mit mir, aber nicht mit den Versagern, die Pleite sind, und die paar zigtausend zerstörten Bios, die am Ende des Massakers namens New Economy stehen, schreibt niemand auf.
Ich kam in München an. Es wurden zwei Tage voller Arbeit, Meetings, Unterhaltungen, Absprachen, und dann heute noch ein Pressetext für einen Freund, ich kann es noch immer, dieses rasen auf der Überholspur im Pulk mit den anderen, es reicht in München zu sein, und ich werde wieder der, der ich vor zwei Leben war. Man wird das nicht los, es steckt in einem drin wie ein ätzendes Gift, dieser New Economy Spirit.
Ist aber auch egal, denkt man sich nach den zwei Tagen, man muss wieder aufbauen, es muss wieder was entstehen, jede verlogene PM, jeder hingedrehte Quote, jedes Hoffnungsprojekt ist vielleicht doch wieder der Hauch, der die Glut wieder zu Feuer macht, und wenn wir erst mal wieder die Welt in Brand setzen, dann schaffen wir es diesmal vielleicht, die alten, verlogenen Säcke der Reaktion in Notwehr zu verbrennen, so wie sie uns seit 2001 auslöschen wollten. Dieses Mal dürfen wir keine Gefangenen machen, dürfen uns nicht belügen lassen von den Alt-68ern, die uns von hinten bekrochen und beim ersten Anzeichen der Krise fallen liessen. Nicht der Hype war der Fehler, sindern die mangelnde Konsequenz in der Umsetzung, und die falschen Freunde in unserem Rücken.

Das war der Stand der Dinge, als ich die Theresienstrasse runter ging. Das Odeon, wo ich das letzte Telefonat mit einer Frau hatte, die bald danach den falschen Cocktail, den definitiv falschen, letzten Cocktail nahm, und die nie erfahren wird, dass unser Dasein damals nicht die einzige Alternative war, auch wenn wir das damals genau so empfunden haben, dieses Odeon liegt schon um 14 Uhr im tiefen Schatten, und ist ausgestorben, eine leere Hülle, tot, zurecht tot, und es ist gut, dass es so leer ist, denn da drinnen geschah damals nichts Gutes. Bestenfalls, später, nach allem, noch ein paar ironische Nachklänge, Interviews am Originalschauplatz der einzigartigen Munich Area
Vielleicht ist das der richtige Moment, um Frieden zu machen. Es muss irgendwann Schluss sein, der Krieg ist vorbei, nur noch nicht in manchen Köpfen, aber es bringt nichts. Man muss sein eigenes Ding tun, Schlussstriche ziehen, und wer kämpfen will: Auch die Zukunft braucht Auseinandersetzungen. Aber hier ist nichts mehr zu gewinnen, das System von damals ist tot, aus, vorbei....

Und dann kommt, die Strasse weiter runter auf der rechten Seite, ein Süssigkeitengeschäft.Oder besser, es kam, bis vor ein paar Wochen. Jetzt ist es weg, Statt dessen expandiert dort der Japaner, der 2 Leben zuvor schon mal in mein Leben trat, mit einer astronomischen Rechnung, die damals in unseren Händen zur Waffe wurde.
Vor dem neuen Laden stehen zwei Typen wie früher, klassische Berateranzüge, so wie ich eigentlich auch, aber das dummdreiste Grinsen im Gesicht, das nur Idioten haben, die Schmerz und Leid nicht kennen wollen und immer irgendwie oben sind oder einen ihrer Clone finden, um sie wieder nach oben zu bringem, ganz gleich, was sie angerichtet haben. Im Vorbeigehen höre ich, wie sie über Spesenrechnungen reden. Einer hat das neue Monopol in der Hand.
Es gab so viele Opfer. Aber ausgerechnet dieser Menschenschlag hat irgendwo überlebt. Der Krieg in den Areas muss weitergehen.
Ende der 80er war ich in Amerika. Was mir die Städte und das Land gründlich vermieste, war das Elend, das für einen Mitteleuropäer unglaubliche Elend in den Städten. So ähnlich geht es mir heute in Berlin, ich sehe all den Schmutz, das Leid und den Zerfall. Es gibt in Berlin keine Professorentöchter, die sich neckisch downdressen. Wer in Berlin arm aussieht, ist auch arm. 17% der Bewohner von Mitte beziehen Sozialhilfe.
Als ich vorgestern beruflich, freiwillig, unbedingt zum Luftholen nach den Berliner Wochen nach München fuhr, hielt ich kurz hinter der Stadt an einem Rastplatz an, um Cola für die lange Fahrt zu kaufen.Vor der Tanke sass ein Mädchen auf dem Rasen, dünn, kurze blonde Haare, leicht slawische Gesichtszüge, wie sie bei den Preussen üblich sind, mit einem Rucksack, und fragte mich, ob ich sie in Richtung Leipzig mitnehmen könnte. Ich fahre am liebsten allein, aber nach drei Wochen Elend, dem dauernden Ablehnen von Beiträgen und den traurigen Geschichten solcher Mädchen fehlte mir irgendwo die Kraft zum Lügen.
Sie machte sich auf dem Beifahrersitz ganz klein, spielte nur manchmal am Radio rum und summte bei Blumfeld mit. Sie wollte nicht glauben, dass man als Münchner Journalist nach Berlin versetzt werden kann, wo es doch keine Jobs gibt, wie die, die sie selbst auch nicht hat. Studieren macht sie auch nicht mehr. Es ist alles sehr schwer geworden in Berlin. Bis 2002 hatte sie Arbeit, erst bei einem Startup als Mädchen für alles, dann noch eine Weile in einer Bar, und jetzt weiss sie auch nicht, sie bewirbt sich für Praktikas, aber sie bräuchte eines mit Bezahlung, denn sonst ... ich sagte nicht viel, stopfte sie mit Tropi Frutti, und log viel von dem Blau herunter, das sich über uns im Himmel in die Unendlichkeit spannte - das wird schon wieder, spätestens 2005, oder so.
Ich fuhr dann noch den Umweg, um sie direkt in Leipzig abzusetzen, wo sie mir gerne ihre Handynummer gegeben hätte, aber ihres ist gerade kaputt, sagte sie, aber sie würde mich gern anrufen, wenn sie wieder in Berlin ist, und anschauen, wie das so in der Redaktion ist. Dann ging es weiter, immer nach Süden, über den Harz hinein in die Berge Frankens, wo die Luft sauber ist und die Häuser wie aus dem Bestellkatalog für Gemütlichkeitsprodukte sind.
Die kleinen namenlosen Opfer des Untergangs der New Economy, meine Opfer, wenn man so will, wenn ich daran denke, was ich 2 Leben vorher alles getan habe, diese Opfer waren unnötig und sinnlos. Niemand hat sich damals darüber Gedanken gemacht, es war nur ein fucking Spiel, Doomen mit Companies, wir glaubten, die Gefeuerten würden halt was anderes machen, aber als ich ausgestiegen bin, lag alles in Trümmern und alle Alternativen waren tot.
Im ersten Moment hatte ich damals genug eigene Probleme, ein verdammtes Netzwerk am Hals, ich war eine lebende Bombe und musste hoffen, dass es denen einfach zu riskant war, sich nochmal mit mir anzulegen. Nach einer Weile sprang mein Antrieb wieder an, und ich ging unbeschadet durch die Vernichtung, die ich zu verantworten hatte. Ich bin ein Gewinner der New Economy, I made my share, und die anderen Gewinner können längst wieder mit mir, aber nicht mit den Versagern, die Pleite sind, und die paar zigtausend zerstörten Bios, die am Ende des Massakers namens New Economy stehen, schreibt niemand auf.
Ich kam in München an. Es wurden zwei Tage voller Arbeit, Meetings, Unterhaltungen, Absprachen, und dann heute noch ein Pressetext für einen Freund, ich kann es noch immer, dieses rasen auf der Überholspur im Pulk mit den anderen, es reicht in München zu sein, und ich werde wieder der, der ich vor zwei Leben war. Man wird das nicht los, es steckt in einem drin wie ein ätzendes Gift, dieser New Economy Spirit.
Ist aber auch egal, denkt man sich nach den zwei Tagen, man muss wieder aufbauen, es muss wieder was entstehen, jede verlogene PM, jeder hingedrehte Quote, jedes Hoffnungsprojekt ist vielleicht doch wieder der Hauch, der die Glut wieder zu Feuer macht, und wenn wir erst mal wieder die Welt in Brand setzen, dann schaffen wir es diesmal vielleicht, die alten, verlogenen Säcke der Reaktion in Notwehr zu verbrennen, so wie sie uns seit 2001 auslöschen wollten. Dieses Mal dürfen wir keine Gefangenen machen, dürfen uns nicht belügen lassen von den Alt-68ern, die uns von hinten bekrochen und beim ersten Anzeichen der Krise fallen liessen. Nicht der Hype war der Fehler, sindern die mangelnde Konsequenz in der Umsetzung, und die falschen Freunde in unserem Rücken.

Das war der Stand der Dinge, als ich die Theresienstrasse runter ging. Das Odeon, wo ich das letzte Telefonat mit einer Frau hatte, die bald danach den falschen Cocktail, den definitiv falschen, letzten Cocktail nahm, und die nie erfahren wird, dass unser Dasein damals nicht die einzige Alternative war, auch wenn wir das damals genau so empfunden haben, dieses Odeon liegt schon um 14 Uhr im tiefen Schatten, und ist ausgestorben, eine leere Hülle, tot, zurecht tot, und es ist gut, dass es so leer ist, denn da drinnen geschah damals nichts Gutes. Bestenfalls, später, nach allem, noch ein paar ironische Nachklänge, Interviews am Originalschauplatz der einzigartigen Munich Area
Vielleicht ist das der richtige Moment, um Frieden zu machen. Es muss irgendwann Schluss sein, der Krieg ist vorbei, nur noch nicht in manchen Köpfen, aber es bringt nichts. Man muss sein eigenes Ding tun, Schlussstriche ziehen, und wer kämpfen will: Auch die Zukunft braucht Auseinandersetzungen. Aber hier ist nichts mehr zu gewinnen, das System von damals ist tot, aus, vorbei....

Und dann kommt, die Strasse weiter runter auf der rechten Seite, ein Süssigkeitengeschäft.Oder besser, es kam, bis vor ein paar Wochen. Jetzt ist es weg, Statt dessen expandiert dort der Japaner, der 2 Leben zuvor schon mal in mein Leben trat, mit einer astronomischen Rechnung, die damals in unseren Händen zur Waffe wurde.
Vor dem neuen Laden stehen zwei Typen wie früher, klassische Berateranzüge, so wie ich eigentlich auch, aber das dummdreiste Grinsen im Gesicht, das nur Idioten haben, die Schmerz und Leid nicht kennen wollen und immer irgendwie oben sind oder einen ihrer Clone finden, um sie wieder nach oben zu bringem, ganz gleich, was sie angerichtet haben. Im Vorbeigehen höre ich, wie sie über Spesenrechnungen reden. Einer hat das neue Monopol in der Hand.
Es gab so viele Opfer. Aber ausgerechnet dieser Menschenschlag hat irgendwo überlebt. Der Krieg in den Areas muss weitergehen.
donalphons, 18:45h
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Unter Null
Null. Literatur im Netz [RESTEXEMPLAR]
von Thomas Hettche, Jana Hensel
Statt:EUR 24,80
Jetzt: EUR 3,95
Sie sparen: EUR 20,85 (84%)
Amazon.de-Verkaufsrang 295.968
Thomas Hettche war fünf Jahre Jury-Mitglied beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.
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Thomas Hettche war fünf Jahre Jury-Mitglied beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.
donalphons, 16:19h
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Crash mit Golf in der Choriner Strasse (Mitte)
Menu bei Monopol: Themen geht nicht. Autoren geht nicht. Fotografen geht nicht. Archive gehen nicht. Das ist schlecht, am Erstverkaufstag.
Aktuell: Begeisterung bei der Werbeagentur. Wann hat man schon einmal die Chance von Null zu starten? Eine Marke von Anfang an mit aufzubauen und einem Produkt Glaubwürdigkeit zu verleihen, indem man ein zentrales Thema in unterschiedlichen Kommunikationskanälen verschiedenartig interpretiert?“ (Stefan Schmidt, Executive Creative Director TBWA\)
Sonst nichts bei Aktuell. Typisch für Berliner ökonomische Seiten: Sie haben eine Idee, sie glauben an einen Markt, sie brauchen keine Kunden, erst mal, oder so. Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie verläuft in Spiralen.
Aktuell: Begeisterung bei der Werbeagentur. Wann hat man schon einmal die Chance von Null zu starten? Eine Marke von Anfang an mit aufzubauen und einem Produkt Glaubwürdigkeit zu verleihen, indem man ein zentrales Thema in unterschiedlichen Kommunikationskanälen verschiedenartig interpretiert?“ (Stefan Schmidt, Executive Creative Director TBWA\)
Sonst nichts bei Aktuell. Typisch für Berliner ökonomische Seiten: Sie haben eine Idee, sie glauben an einen Markt, sie brauchen keine Kunden, erst mal, oder so. Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie verläuft in Spiralen.
donalphons, 12:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 31. März 2004
Sonnenuntergang hinter der Welt
wo man schon wieder Geld verdient, aber auch schon nachdenkt, wie man den neuen Stil des Herrn Saban nutzen kann. So ein bisschen Rotation schadet ja nicht, und draussen sind viele, die für weniger Geld neuere Chancen ergreifen wollen.

Und sei es nur, um den Taxifahrerjob los zu werden.

Und sei es nur, um den Taxifahrerjob los zu werden.
donalphons, 04:09h
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Real Life 30.03.04 - Ortswechsel
In der Post liegt:
1 Brief der Hausverwaltung, die den Taubenkot moniert und deshalb verlangt, dass jede Fütterung zu unterbleiben hat, da dies ohnehin in der Stadt von der Stadt verboten ist.
1 hübscher Scheck.
1 Paket eines teuren und weitgehend ungehörten Rundfunksenders, genauer, einer wenig zuverlässigen Abteilung, die zu dumm ist, selbst Ideen zu entwickeln und statt dessen lieber von Externen klaut, und die jetzt, über ein Jahr, nachdem sie bei dem Versuch was auf die Bratzen bekommen hat, jetzt auch die entsprechenden Materialien zurückschickt.
6 Einladungen zum Treffen mit wichtigen Wirtschaftsvertretern, bezahlt von der Stadt oder dem Land.
Ein paar Werbebriefe teurer Hotels, etwa in Rottach-Egern oder Elmau.
Kein Pizzadienst, kein Billig-Inder, kein Prospektmaterial drittklassiger Einrichtungshäuser.
Munich Area eben.
1 Brief der Hausverwaltung, die den Taubenkot moniert und deshalb verlangt, dass jede Fütterung zu unterbleiben hat, da dies ohnehin in der Stadt von der Stadt verboten ist.
1 hübscher Scheck.
1 Paket eines teuren und weitgehend ungehörten Rundfunksenders, genauer, einer wenig zuverlässigen Abteilung, die zu dumm ist, selbst Ideen zu entwickeln und statt dessen lieber von Externen klaut, und die jetzt, über ein Jahr, nachdem sie bei dem Versuch was auf die Bratzen bekommen hat, jetzt auch die entsprechenden Materialien zurückschickt.
6 Einladungen zum Treffen mit wichtigen Wirtschaftsvertretern, bezahlt von der Stadt oder dem Land.
Ein paar Werbebriefe teurer Hotels, etwa in Rottach-Egern oder Elmau.
Kein Pizzadienst, kein Billig-Inder, kein Prospektmaterial drittklassiger Einrichtungshäuser.
Munich Area eben.
donalphons, 03:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 28. März 2004
Dieser Begriff ist neu.
Zumindest wird er laut Google noch nirgends verwendet. Nun denn - bevor es ein anderer tut:
APPLIED TERRORISM
Damit kann man was anfangen. Das werden die Feuilletonisten lieben, weil es ihrem Hirnfick bei der Penetration nachhilft. Damit kann man Klagenfurt töten. Einen Stein aufheben, das Panzerglas zertrümmern und sich über die Splitter freuen. Einen Boulevard in die Ausweglosigkeit sprengen.
Bald. 2006, spätestens, sind die Bedingungen gegeben, wenn es so weitergeht.
APPLIED TERRORISM
Damit kann man was anfangen. Das werden die Feuilletonisten lieben, weil es ihrem Hirnfick bei der Penetration nachhilft. Damit kann man Klagenfurt töten. Einen Stein aufheben, das Panzerglas zertrümmern und sich über die Splitter freuen. Einen Boulevard in die Ausweglosigkeit sprengen.
Bald. 2006, spätestens, sind die Bedingungen gegeben, wenn es so weitergeht.
donalphons, 20:21h
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Äh, also, ja...
und dann war es spät in der Kneipe, und dann haben wir mal so gesprochen und dann hat einer natürlich auch gleich gesagt, das machen wir.

(no ruin was painted for this picture)
Und mir haben sie natürlich die E-Card aufgedrückt, ich sag den Eingeweihten auch wo das ganze stattfindet, Modalitäten und all so´n Zeug.
Wird aber ganz nett. Ein paar Sentinels haben ihr Kommen schon zugesagt.

(no ruin was painted for this picture)
Und mir haben sie natürlich die E-Card aufgedrückt, ich sag den Eingeweihten auch wo das ganze stattfindet, Modalitäten und all so´n Zeug.
Wird aber ganz nett. Ein paar Sentinels haben ihr Kommen schon zugesagt.
donalphons, 20:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 27. März 2004
Verloren haben beide
Die Punks unten in den Wägen werden noch geduldet, weil niemand den Platz braucht. Weiter hinten kommt eine Ruine, dann noch eine, eine Brachfläche, und dann erst ein altes Lagerhaus. Die letzten Autonomen des früher berüchtigten schwarzen Blocks stören hier nicht weiter, und die Stadt ist so pleite, dass sie sich noch nicht mal den Polizeieinsatz zur Räumung leisten kann.

Also können sie in ihren kalten Wägen weiterhin von der Autonomie und vom gewaltsamen Umsturz träumen. Niemand wird sie dabei stören, denn der Nachwuchs bleibt aus.
Über ihnen sind die Relikte eines anderen Traumes. Exorbitante Wertsteigerung, hohe Mieten, gute Rendite bei hoher Verlustzuweisung, erzählten die Projektmanager. Die Revolution bei den Immoblilienanlagen, hiess es in den 90ern über Berlin. Leerstand, Kosten, insolvente Fonds, sagt das Plakat.
Zum Überarbeiten der Werbestrategie bleibt viel Zeit, denn Kunden sind, man mag es im Kapitalismus kaum glauben, Mangelware. Und wenn, wollen sie erst mal so mietfrei wohnen wie die letzten verschimmelten Autonomen.
Den Autonomen und den Miethaien fehlt schlichtweg der Markt für die Revolution, an die sie geglaubt haben.

Also können sie in ihren kalten Wägen weiterhin von der Autonomie und vom gewaltsamen Umsturz träumen. Niemand wird sie dabei stören, denn der Nachwuchs bleibt aus.
Über ihnen sind die Relikte eines anderen Traumes. Exorbitante Wertsteigerung, hohe Mieten, gute Rendite bei hoher Verlustzuweisung, erzählten die Projektmanager. Die Revolution bei den Immoblilienanlagen, hiess es in den 90ern über Berlin. Leerstand, Kosten, insolvente Fonds, sagt das Plakat.
Zum Überarbeiten der Werbestrategie bleibt viel Zeit, denn Kunden sind, man mag es im Kapitalismus kaum glauben, Mangelware. Und wenn, wollen sie erst mal so mietfrei wohnen wie die letzten verschimmelten Autonomen.
Den Autonomen und den Miethaien fehlt schlichtweg der Markt für die Revolution, an die sie geglaubt haben.
donalphons, 23:52h
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Real life 27.03.04 - Grund für Absage
"Ich kann heute Abend nicht, ich muss auf eine Hochzeit."
Sowas tut weh, wenn man die Person und das Umfeld kennt. Ist aber im Moment eine Modeerscheinung, wie das Studium des Kommunikationsdesigns Anfang der 90er. Oder die Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule in den 50ern.
Sowas tut weh, wenn man die Person und das Umfeld kennt. Ist aber im Moment eine Modeerscheinung, wie das Studium des Kommunikationsdesigns Anfang der 90er. Oder die Ausbildung an der Hauswirtschaftsschule in den 50ern.
donalphons, 23:23h
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Freitag, 26. März 2004
Neue deutsche Literathuren
Spitzentitel, 50.000 Startauflage, Amazon Platz etwa 4.000. Tendenz nach 1 Woche schon wieder fallend. Open Mic noch super, Verlag gefunden, Literaturinstitut hat sich gelohnt, nur kauft es keiner, ooopps. Bestsellerautorin, neues Thema eindrücklich wie nie New Economy ganz grosser Erfolg, oder auch nicht, oder so.

Verlässt man die Autobahn Berlin-Leipzig bei Coswig, kommt nach drei Kilometern auf der linken Seite eine Ruinenansammlung. Es hat in einer Lagerhalle aus den 70er Jahren gebrannt; innen ist alles voller Trümmer, die die Hitze zersprengt hat. Unter dem Steinversturz ragen die Federn einer verkohlten Matratze ins Nichts. Hier wird es keinen Sex geben, keinen Spass, nur Leere und Abwesenheit. Niemand braucht das.
Wenn man das gesehen hat, kann man wieder ins Auto steigen und zurück nach Berlin fahren. Auf der Buchmesse gibt es zwar mehr Platz für neudeutsche Tristesse, aber die hat dann weniger Qualität.
Verdünntes Coswig, sozusagen.

Verlässt man die Autobahn Berlin-Leipzig bei Coswig, kommt nach drei Kilometern auf der linken Seite eine Ruinenansammlung. Es hat in einer Lagerhalle aus den 70er Jahren gebrannt; innen ist alles voller Trümmer, die die Hitze zersprengt hat. Unter dem Steinversturz ragen die Federn einer verkohlten Matratze ins Nichts. Hier wird es keinen Sex geben, keinen Spass, nur Leere und Abwesenheit. Niemand braucht das.
Wenn man das gesehen hat, kann man wieder ins Auto steigen und zurück nach Berlin fahren. Auf der Buchmesse gibt es zwar mehr Platz für neudeutsche Tristesse, aber die hat dann weniger Qualität.
Verdünntes Coswig, sozusagen.
donalphons, 23:47h
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Donnerstag, 25. März 2004
Blue Skies,
blue mood: Der Himmel über Berlin ist ähnlich leer wie das Gebäude Wilhelm43.

Nicht ganz ohne Ironie: Zumindest ein Einrichtungshaus für Bürointerieur mit gehobenen Preisen hat darin schon Platz gefunden. Und wartet auf Käufer.

Nicht ganz ohne Ironie: Zumindest ein Einrichtungshaus für Bürointerieur mit gehobenen Preisen hat darin schon Platz gefunden. Und wartet auf Käufer.
donalphons, 18:22h
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Mittwoch, 24. März 2004
Das kommt davon,
wenn man ein subventionsgepudertes Literaturbetriebsprodukt dritter popliterarischer Qualität in ihrer Neubrandingsuche auf die New Economy loslässt:
"Wir sprechen hier von Zombies!" Pause. "Wenn man nur immer diesen Logiken verbunden ist, kann man gar nicht mehr aussteigen. Und das würde ich mit einem vielleicht merkwürdigen Begriff umschreiben: Man wird unmenschlich."
Das kann einem natürlich nicht passieren, wenn man Hörspiele im öffentlich-rechtlichen Kulturgestaltungsauftrag für 0,003% Einschaltquote produziert, damit die vergreisten Hirnficker ah und oh sagen können, und sich schön vor den bösen Jungmanagern und Beratern ekeln.
Und nachdem die 100%-Burnrate solcher Sender ja auch nicht gemessen wird, leistet man sich eben mal eine Runde Abscheu.
Sorry, man kann die New Economy dissen, aber wer nicht dabei war, kann nicht mitreden. Es war eine absolut geile Zeit. Der Kater danach ist normal. Und schlafen können wir, wenn wir tot und die Rögglas vergessen sind.
"Wir sprechen hier von Zombies!" Pause. "Wenn man nur immer diesen Logiken verbunden ist, kann man gar nicht mehr aussteigen. Und das würde ich mit einem vielleicht merkwürdigen Begriff umschreiben: Man wird unmenschlich."
Das kann einem natürlich nicht passieren, wenn man Hörspiele im öffentlich-rechtlichen Kulturgestaltungsauftrag für 0,003% Einschaltquote produziert, damit die vergreisten Hirnficker ah und oh sagen können, und sich schön vor den bösen Jungmanagern und Beratern ekeln.
Und nachdem die 100%-Burnrate solcher Sender ja auch nicht gemessen wird, leistet man sich eben mal eine Runde Abscheu.
Sorry, man kann die New Economy dissen, aber wer nicht dabei war, kann nicht mitreden. Es war eine absolut geile Zeit. Der Kater danach ist normal. Und schlafen können wir, wenn wir tot und die Rögglas vergessen sind.
donalphons, 14:13h
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Real Life 24.03.04 - Du weisst,
dass die New Economy nicht umsonst gestorben ist, dass es noch immer nicht ganz vorbei ist, dass es nie enden wird, wenn Du am frühen Morgen aufstehst und Dir auf dem Flur Dein Gast entgegentaumelt.

Du sagst was belangloses, das er nicht versteht, Du wiederholst es, und langsam beginnen die Worte zu wirken.
Ah so, dagt er. Sorry. Ich bin noch nicht voll gebootet.
Und Strg+Alt+Entfernt sich, um noch ein paar Minuten zu schlafen, äh, auf Standby zu gehen.

Du sagst was belangloses, das er nicht versteht, Du wiederholst es, und langsam beginnen die Worte zu wirken.
Ah so, dagt er. Sorry. Ich bin noch nicht voll gebootet.
Und Strg+Alt+Entfernt sich, um noch ein paar Minuten zu schlafen, äh, auf Standby zu gehen.
donalphons, 12:52h
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