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Dienstag, 24. Oktober 2006
Zwei Nullen vom Web
Wenn man gerade etwas zu viel hat vom Irrsinn, der sich im koreanischen Baurecht und in heiklen Subunternehmerverträgen mit japanischen Dienstleistern und eigentlich ausgeschlossenen chinesischen Subsubbaufirmen verbirgt, dann ist es immer wieder nett zu sehen, dass auch andere Branchen jenseits der Prospektform so ihre Tücken haben:
So gibt es hier eine prima Untersuchung zum realen Zustand der angeblichen Überfliegerplattform Myspace. 43 Millionen echte Nutzer unter Murdochs Fuchtel ist immer noch mindestens 44 Millionen zu viel, aber besser als die 100 Millionen, mit denen geprahlt wird. Solche Untersuchungen würde ich mir auch bei StudiVZ wünschen, die demnächst angeblich eine Million Mitglieder haben wollen, aber bei einer Rundfrage unter zwei Dutzend mir bekannter Studenten kannten nur zwei überhaupt das Wort, Mitglied ist keiner. Oder bei den angeblich 10.000 täglichen Lesern des Essensabfallverwerterblogs. Und was da sonst noch an unbelegtem Lügenpack Raum greift.
Ehrlich währt am Längsten. Besonders übrigens bei Youtube. Denn das lustige Filmchenportal hat offensichtlich kein Problem damit, seine User an die Filmindustrie auszuliefern, wenn die Urheberrechte verletzen. Der Zeitpunkt, wo es dann nicht mehr nur die Einsteller erwischt, sondern vielleicht auch diejenigen, die besagte Videos mit dem praktischen Button zwengs Content in Blogs einbinden, ist nach meinem Gefühl nicht mehr sehr weit weg. Ein Milliardengeschäft. Übrigens entfernt Youtube auch den selbstgedrehten Film, der unter der Bezeichnung "Mouse Orgy" verkleidete Disney-Mitarbeiter beim simulierten Sex zeigt - ohne dass es gegen das Copyright verstossen würde.
Nach solchen Meldungen bekommen Bauruinen in Seoul plötzlich Charme und korrupte Richter fast so etwas wie Glaubwürdigkeit. Es gibt Fundamente, es gibt noch Chancen, und die Betroffenen heulen echtem Geld hinterher, nicht unexistenten Geschäftsmöglichkeiten auf Blogbasis.
So gibt es hier eine prima Untersuchung zum realen Zustand der angeblichen Überfliegerplattform Myspace. 43 Millionen echte Nutzer unter Murdochs Fuchtel ist immer noch mindestens 44 Millionen zu viel, aber besser als die 100 Millionen, mit denen geprahlt wird. Solche Untersuchungen würde ich mir auch bei StudiVZ wünschen, die demnächst angeblich eine Million Mitglieder haben wollen, aber bei einer Rundfrage unter zwei Dutzend mir bekannter Studenten kannten nur zwei überhaupt das Wort, Mitglied ist keiner. Oder bei den angeblich 10.000 täglichen Lesern des Essensabfallverwerterblogs. Und was da sonst noch an unbelegtem Lügenpack Raum greift.
Ehrlich währt am Längsten. Besonders übrigens bei Youtube. Denn das lustige Filmchenportal hat offensichtlich kein Problem damit, seine User an die Filmindustrie auszuliefern, wenn die Urheberrechte verletzen. Der Zeitpunkt, wo es dann nicht mehr nur die Einsteller erwischt, sondern vielleicht auch diejenigen, die besagte Videos mit dem praktischen Button zwengs Content in Blogs einbinden, ist nach meinem Gefühl nicht mehr sehr weit weg. Ein Milliardengeschäft. Übrigens entfernt Youtube auch den selbstgedrehten Film, der unter der Bezeichnung "Mouse Orgy" verkleidete Disney-Mitarbeiter beim simulierten Sex zeigt - ohne dass es gegen das Copyright verstossen würde.
Nach solchen Meldungen bekommen Bauruinen in Seoul plötzlich Charme und korrupte Richter fast so etwas wie Glaubwürdigkeit. Es gibt Fundamente, es gibt noch Chancen, und die Betroffenen heulen echtem Geld hinterher, nicht unexistenten Geschäftsmöglichkeiten auf Blogbasis.
donalphons, 01:15h
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Fakeblogs bei Germanblogs
gibt es an der Blogbar zu bestaunen, inclusive einer beteiligten PR-Agentur der Munich Area. Wie in alten Zeiten. Damals hätte man denen Liquidatoren auf den Hals gehetzt. Hoffentlich macht Holtzbrinck das noch.
Jetzt gibt es auch ein Update, denn es wird weiter mit heisser Nadel gefrickelt am PR-Fälschertum.
Jetzt gibt es auch ein Update, denn es wird weiter mit heisser Nadel gefrickelt am PR-Fälschertum.
donalphons, 13:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 23. Oktober 2006
Dummheit, Freude, Glanz und der goldene Oktober
Plötzlich war der Schmerz weg. Eigentlich genau in dem Moment, als der Gedanke "Das will ich haben" aus dem Unterbewussten auftauchte. Und von da an war es wieder ein optischer Rausch, der mich dann bis nach Hause betäubt hat.








donalphons, 01:56h
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Kein Mitleid
Ich habe mich 4 Wochen auf den grossen Pfaffenhofener Markt gefreut. Auf Antiquitäten, Stiche und tausend andere Sachen, von denen ich nicht mal ahnte, dass ich sie bräuchte, bevor ich sie sah. Dieser eine Sonntag ist jeden Monat Pflichttermin.
Aber als ich gestern Nacht aus München zurück kam, war die Vorfreude etwas zu gross. Eine recht unkolorierte Baritontonlage der Händel-Cantate "Tra le fiamme" - Voli per l´aria chipuo volare scorra veloce la terra il mare - hinzufügend, schüttelte ich im Schlafzimmer, anders als eigentlich in der besten aller Kinderstuben gelernt, die Hose vom Bein, welches sich dann, von der Last befreit, plötzlich grösserer Freiheiten erfreute und das zum Anlass nahm, den Fuss und namentlich den zweit und drittkleinsten Zehen mit velocita in das kanelierte Bein des Pralinenstuhls
Die Nacht liegenderweise ging noch, aber jetzt schmerzt jeder Schritt bis zum Mittelfussknochen, als ob da jemand von vorne einen Nagel reinhauen würde. Als ob das eine verfickte Tradition wäre, hebräischstämmige Mittelfüsse zu nageln, ha ha. Es ist eine absolute Dummheit, in der Situation nach Pfaffenhofen zu fahren, allein klug bin ich schon im Überfluss und ausserdem brauche ich den linken Fuss nichtals Bleifuss für das Bremspedal.
Ich schreibe das nur, damit es eine letzte Spur von mir gibt, sollte ich nicht zurückkommen und irgendwo im Strassengraben mit brandigem Bein liegen bleiben. Egal. Besser so als später mal mit Alzheimer.
Aber als ich gestern Nacht aus München zurück kam, war die Vorfreude etwas zu gross. Eine recht unkolorierte Baritontonlage der Händel-Cantate "Tra le fiamme" - Voli per l´aria chipuo volare scorra veloce la terra il mare - hinzufügend, schüttelte ich im Schlafzimmer, anders als eigentlich in der besten aller Kinderstuben gelernt, die Hose vom Bein, welches sich dann, von der Last befreit, plötzlich grösserer Freiheiten erfreute und das zum Anlass nahm, den Fuss und namentlich den zweit und drittkleinsten Zehen mit velocita in das kanelierte Bein des Pralinenstuhls
Die Nacht liegenderweise ging noch, aber jetzt schmerzt jeder Schritt bis zum Mittelfussknochen, als ob da jemand von vorne einen Nagel reinhauen würde. Als ob das eine verfickte Tradition wäre, hebräischstämmige Mittelfüsse zu nageln, ha ha. Es ist eine absolute Dummheit, in der Situation nach Pfaffenhofen zu fahren, allein klug bin ich schon im Überfluss und ausserdem brauche ich den linken Fuss nicht
Ich schreibe das nur, damit es eine letzte Spur von mir gibt, sollte ich nicht zurückkommen und irgendwo im Strassengraben mit brandigem Bein liegen bleiben. Egal. Besser so als später mal mit Alzheimer.
donalphons, 11:30h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 21. Oktober 2006
Kompletter Bericht folgt.
Ich bin jetzt hier, Kinder verderben. Und nachher vielleicht noch weg. Aber der Bericht wird kommen. Unschuldige Neugier trifft geballte soziale Inkompetenz - vielleicht machen manche ja dann doch eine Buchhandelslehre. Allein, weil sie Angst haben, mich später mal als Boss zu haben.
Update: Da waren also so 30, 40 angehende Jungjournalisten in der üblichen Verteilung, doppelt so viele Männer als Frauen. Vorne sassen fünf Männer. Wäre ich ehrlich gewesen, hätte ich ihnen gesagt, dass es in 20 Jahren noch immer so aussehen wird, die Frauen das nicht erleben, weil sie dann am Herd stehen, nachdem sie keine Lust mehr auf Praktika hatten. Hab ich aber nicht, ich bin schliesslich der höflichste Mensch von der Welt. Selbst wenn ich dafür die Wahrheit beugen muss.
Web2.0 also. Es war Dominik Grau da, von Burda Yukom, einem Corporate Publishing Dienstleister, der einen ziemlich schweren Stand hatte. Obwohl er immer schön blumig blieb mit den kommenden geschäftsmodellen um Youtube, Google, Bildercommunities und vieles andere, was auch bei urda gerade mit miesen Ergebnissen ausprobiert wird. Wir anden, Thomas Mrazek, Christian Jakubetz und ich, sahen das alles nicht so rosig. Und die im Publikum, die angeblich die Generation 2.0 sein sollten, hatten ziemlich oft keinen Peil, von was wir da vorne redeten. Auch ein Zeichen.
Die New Economy kannten sie nicht mehr, aber datür Sorgen. Die Angst, sich den Wünschen der Werbekunden unterordnen zu müssen, beispielsweise. Die Angst vor dem Praktikum. Die ich auch hätte. Die Frage, was man von der Unabhängigkeit aufgeben muss, um zu überleben, zwischen schrumpfenden Print und aufkommenden Privatmedien. ich glaube, es ist eine Scheisszeit, wenn man jung ist, Journalist werden will und noch vor dem ersten Artikel Angst vor PR und Marketing hat. Trotzdem, als ich dann PR vergleichsweise freundlich als "Dreck" bezeichnet habe, fand eine das auch nicht so gut - vielleicht sieht sie ihre Zukunft irgendwo auch in diesem Bereich.
Denn Dominik Grau sagte auch, was er an Zukunft erwartet: Die Umformung von Journalisten in Profit Center. ich war nett mit ihm und habe denen im Publikum gesagt, dass sie kündigen sollen, wenn ihr Boss dereinst mit siwas anfängt, denn das ist der FEIND, der eigentliche Feind unseres Berufes. Und dass sie besser erst gar nicht probieren sollten, sich auf sowas einzulassen. Die Welt braucht keine feigen Schweine in den Redaktionen, die immer darauf achten, genug Werbung anzuschleppen und mit allen gut zu stehen. Im kommenden Krieg geht es nicht mehr um das Halten von Hügeln und das Erobern der Strände, es geht zuerst um die Meinung. Der Feind ist nicht mehr der Soldat, der Feind ist das Lügenpack, und das zu bekämpfen, ist die Aufgabe des Journalisten und des Bloggers. Wer das nicht will, soll bitte eine Buchhändlerlehre machen. Oder sein Blog dichtmachen. Ich helfe da auch gerne.
Ich habe ihnen durch die Blumen gesagt, dass immer jemand da ist, der ihnen den Kopf abreisst, wenn sie sich auf die billigen PRostituierten einlassen. Ich denke, sie haben begriffen, dass es Leute wie mich da draussen gibt. Die nicht nachsichtig sind, egal ob in Print oder Web2.0. Einer, der ihnen ein zwei.0tes Loch in den Arsch macht, volle Breitseite, ohne Rücksicht, ohne Nachfrage, einfach so um diesen Dreck schon in der versauten Wiege zu erwürgen. Niemand braucht nochmal käufliche Johurnaille oder gefakede Blogs grosser PR-Agenturen. Das muss weg, und wenn ich es finde, brennt die Luft. Freunde der Blasmusik.
Und ich habe Wort gehalten.
Update: Da waren also so 30, 40 angehende Jungjournalisten in der üblichen Verteilung, doppelt so viele Männer als Frauen. Vorne sassen fünf Männer. Wäre ich ehrlich gewesen, hätte ich ihnen gesagt, dass es in 20 Jahren noch immer so aussehen wird, die Frauen das nicht erleben, weil sie dann am Herd stehen, nachdem sie keine Lust mehr auf Praktika hatten. Hab ich aber nicht, ich bin schliesslich der höflichste Mensch von der Welt. Selbst wenn ich dafür die Wahrheit beugen muss.
Web2.0 also. Es war Dominik Grau da, von Burda Yukom, einem Corporate Publishing Dienstleister, der einen ziemlich schweren Stand hatte. Obwohl er immer schön blumig blieb mit den kommenden geschäftsmodellen um Youtube, Google, Bildercommunities und vieles andere, was auch bei urda gerade mit miesen Ergebnissen ausprobiert wird. Wir anden, Thomas Mrazek, Christian Jakubetz und ich, sahen das alles nicht so rosig. Und die im Publikum, die angeblich die Generation 2.0 sein sollten, hatten ziemlich oft keinen Peil, von was wir da vorne redeten. Auch ein Zeichen.
Die New Economy kannten sie nicht mehr, aber datür Sorgen. Die Angst, sich den Wünschen der Werbekunden unterordnen zu müssen, beispielsweise. Die Angst vor dem Praktikum. Die ich auch hätte. Die Frage, was man von der Unabhängigkeit aufgeben muss, um zu überleben, zwischen schrumpfenden Print und aufkommenden Privatmedien. ich glaube, es ist eine Scheisszeit, wenn man jung ist, Journalist werden will und noch vor dem ersten Artikel Angst vor PR und Marketing hat. Trotzdem, als ich dann PR vergleichsweise freundlich als "Dreck" bezeichnet habe, fand eine das auch nicht so gut - vielleicht sieht sie ihre Zukunft irgendwo auch in diesem Bereich.
Denn Dominik Grau sagte auch, was er an Zukunft erwartet: Die Umformung von Journalisten in Profit Center. ich war nett mit ihm und habe denen im Publikum gesagt, dass sie kündigen sollen, wenn ihr Boss dereinst mit siwas anfängt, denn das ist der FEIND, der eigentliche Feind unseres Berufes. Und dass sie besser erst gar nicht probieren sollten, sich auf sowas einzulassen. Die Welt braucht keine feigen Schweine in den Redaktionen, die immer darauf achten, genug Werbung anzuschleppen und mit allen gut zu stehen. Im kommenden Krieg geht es nicht mehr um das Halten von Hügeln und das Erobern der Strände, es geht zuerst um die Meinung. Der Feind ist nicht mehr der Soldat, der Feind ist das Lügenpack, und das zu bekämpfen, ist die Aufgabe des Journalisten und des Bloggers. Wer das nicht will, soll bitte eine Buchhändlerlehre machen. Oder sein Blog dichtmachen. Ich helfe da auch gerne.
Ich habe ihnen durch die Blumen gesagt, dass immer jemand da ist, der ihnen den Kopf abreisst, wenn sie sich auf die billigen PRostituierten einlassen. Ich denke, sie haben begriffen, dass es Leute wie mich da draussen gibt. Die nicht nachsichtig sind, egal ob in Print oder Web2.0. Einer, der ihnen ein zwei.0tes Loch in den Arsch macht, volle Breitseite, ohne Rücksicht, ohne Nachfrage, einfach so um diesen Dreck schon in der versauten Wiege zu erwürgen. Niemand braucht nochmal käufliche Johurnaille oder gefakede Blogs grosser PR-Agenturen. Das muss weg, und wenn ich es finde, brennt die Luft. Freunde der Blasmusik.
Und ich habe Wort gehalten.
donalphons, 16:26h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 21. Oktober 2006
Edelman Märchenstunde für Wal-Mart
Vorgestern im Wald habe ich getanzt und gesungen:
Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen sag ich dem Steve Rubel mal ordentlich die Meinung über die letztklassigen Versuche von Edelman, die Identität der Verantwortlichen für Fake Blogs zu verheimlichen, wenn die amerikanischen Kollegen schon nicht in der Lage sind, die richtigen Fragen zu stellen.
Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen sag ich dem Steve Rubel mal ordentlich die Meinung über die letztklassigen Versuche von Edelman, die Identität der Verantwortlichen für Fake Blogs zu verheimlichen, wenn die amerikanischen Kollegen schon nicht in der Lage sind, die richtigen Fragen zu stellen.
donalphons, 01:54h
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Das soziodemographische Ende des Radios
Ich habe jetzt eine richtige, recht grosse Küche. Ich habe auch High End Boxen, aber die stehen drei Wände davon entfernt. Früher, in der alten Wohnung oben unter dem Dach, war das kein Problem, da haben die Boxen für alles gereicht. Weil ich gern und viel koche, bin ich lange in der Küche, selten weniger als eine Stunde am Tag, im Winter mitunter auch länger, weil ich dann häufig schonj am Morgen Brote überbacke. Bislang in mönchischer Stille.
Nun ist in der Küche ein CD-Player weniger gut, was jeder verstehen wird, der mal eine CD mit teigverschmierten Händen wechseln wollte. Boxen nehmen viel Platz weg, und es ist nicht wirklich die optimale Umgebung für hochwertige Technik. Deshalb habe ich mir - zum ersten Mal in meinem Leben - ein Küchenradio besorgt. Und zwar so, wie man das in grossen, alten Häusern macht: ich habe eines der alten, bei einer Restaurierung beiseite geschafften Radios eines Vorbesitzers, der es wegwerfen wollte, vom Speicher geholt. Dass die erste Serie der Sono-Clock (LatinoAnglizismus von ganz früher) von Grundig heute bei Altradiosammlern beliebt ist, wusste ich nicht, mir hat einfach das Design von 1968 gefallen. Sein Tag würde kommen - jetzt ist er da.

Seit es hier steht, tue ich wieder etwas, was bei mir mit dem Internet, Downloads und der Audiophilie für etwas abseitige Sachen wie Viola da Gamba, Sackpfeifen und historische Aufführungspraxis selten geworden ist - ich höre wieder Radio. In Bayern ist da ohnehin nicht viel zu wollen: FM4 sendet nicht hierher, das in Berlin dauernd laufende Fritz sowieso nicht, für Deutschlandradio bin ich noch gefühlte 180 Jahre zu jung, und den Bayerischen Staatsfunk der CSU-Nepoten ertrage ich als denkender Mensch nicht. Bleibt also nur Bayern 4 Klassik. Immerhin, für das Kochen reicht es. Ich höre wieder Radio, nach anderthalb Jahren
Der Kochfunk ist neben dem Aufstehen und dem Weg zur Arbeit eine der drei Stützen der Radionutzung. Inhaltlich so gut wie bedeutungslos und zumeist dröge gestaltet zwischen 10.000-Euro-Geräusch und werbefinanziertem 0:45er Aufsager, aber immerhin. Nur sass ich gestern Abend kurz nach 6 im Auto in der Innenstadt. Ich stand hinter dem Haus beim Wohnheim der Elitessen und schaute zu.
Da stand ein kleiner, nagelneuer Fiat Panda, und dahinter ein schwerer BMW. Eine ältere Frau entlud den Fiat, ein älterer Herr den BMW. Sie entnahmen Zeug und trugen es zu einem Fenster im Erdgeschoss, wo die Tochter, eines dieser belanglos hübschen Dinger, die immer Mareike, Johanna oder Jennifer heissen, schon auf die Lieferung wartete. Ich sass in meinem Roadster auf Höhe des Fensters, tat so, als würde ich was suchen, und schaute zu. Was sie da tragen: Fertigpizza einer etwas besseren Marke, Tiefkühlrisotto, Gemüsepfanne für das Gefrierfach, Suppen zum Aufgiessen, Schmutz und Dreck in Magenqualverwandtschaft inclusive eines bekannten bloggenden Gefrieressensresteanbieters (wieso die nicht ebenso diskriminiert werden wie ein potentielles Dieckman-Blog, habe ich nie verstanden).
Und nur ganz zum Schluss 1 kleiner Stock Basilikum. Ein einziger Topf. Wer weiss, zu welcher Dekoration. Nachdem ein Berg an Packungen durch das Fenster verschwunden war, redeten Mama und Papa nochmal auf Töchterchen ein, setzten sich in den BMW mit norddeutschen Kennteichen und fuhren unter Hinterlassung des Fiat davon.
Dieses Mädchen ist die Zukunft der Ernährung. Bis zu ihrem vorzeitigen Ableben an den Fluppen, deren erste sie sich sogleich anzündete, wird sie nie selbst kochen. Sie wird Business Lunches haben, die ebenso teuer wie nährwertarm sind, sie wird Dreck in die Mikrowelle stellen und vielleicht mal heulend Nudeln aus dem Topf löffeln, wenn Gerold aus dem 5 Semester sie nach der Erstipartyknutscherei gleich wieder für Franziskavom Marketing II Lehrstuhl sitzen lässt. Das ist alles. Sie wird nie genug kochen, dass sie ein Küchenradio bräuchte. Sie nicht, und vermutlich die allermeisten in ihrem Alter auch nicht. Was schon in meiner Altersstufe nicht unüblich ist, es gibt Haifische, bei denen besteht Nahrungsaufnahme in der Regel aus einer nächtlichen Taxifahrt zum Burgerking Im Tal.
Und meine Sono-Clock wird hoffen müssen, dereinst wegen ihres schicken Designs gerettet zu werden, aber nicht mehr wegen einer Funktion, für die es dann keinen Markt mehr geben wird.
Nun ist in der Küche ein CD-Player weniger gut, was jeder verstehen wird, der mal eine CD mit teigverschmierten Händen wechseln wollte. Boxen nehmen viel Platz weg, und es ist nicht wirklich die optimale Umgebung für hochwertige Technik. Deshalb habe ich mir - zum ersten Mal in meinem Leben - ein Küchenradio besorgt. Und zwar so, wie man das in grossen, alten Häusern macht: ich habe eines der alten, bei einer Restaurierung beiseite geschafften Radios eines Vorbesitzers, der es wegwerfen wollte, vom Speicher geholt. Dass die erste Serie der Sono-Clock (LatinoAnglizismus von ganz früher) von Grundig heute bei Altradiosammlern beliebt ist, wusste ich nicht, mir hat einfach das Design von 1968 gefallen. Sein Tag würde kommen - jetzt ist er da.

Seit es hier steht, tue ich wieder etwas, was bei mir mit dem Internet, Downloads und der Audiophilie für etwas abseitige Sachen wie Viola da Gamba, Sackpfeifen und historische Aufführungspraxis selten geworden ist - ich höre wieder Radio. In Bayern ist da ohnehin nicht viel zu wollen: FM4 sendet nicht hierher, das in Berlin dauernd laufende Fritz sowieso nicht, für Deutschlandradio bin ich noch gefühlte 180 Jahre zu jung, und den Bayerischen Staatsfunk der CSU-Nepoten ertrage ich als denkender Mensch nicht. Bleibt also nur Bayern 4 Klassik. Immerhin, für das Kochen reicht es. Ich höre wieder Radio, nach anderthalb Jahren
Der Kochfunk ist neben dem Aufstehen und dem Weg zur Arbeit eine der drei Stützen der Radionutzung. Inhaltlich so gut wie bedeutungslos und zumeist dröge gestaltet zwischen 10.000-Euro-Geräusch und werbefinanziertem 0:45er Aufsager, aber immerhin. Nur sass ich gestern Abend kurz nach 6 im Auto in der Innenstadt. Ich stand hinter dem Haus beim Wohnheim der Elitessen und schaute zu.
Da stand ein kleiner, nagelneuer Fiat Panda, und dahinter ein schwerer BMW. Eine ältere Frau entlud den Fiat, ein älterer Herr den BMW. Sie entnahmen Zeug und trugen es zu einem Fenster im Erdgeschoss, wo die Tochter, eines dieser belanglos hübschen Dinger, die immer Mareike, Johanna oder Jennifer heissen, schon auf die Lieferung wartete. Ich sass in meinem Roadster auf Höhe des Fensters, tat so, als würde ich was suchen, und schaute zu. Was sie da tragen: Fertigpizza einer etwas besseren Marke, Tiefkühlrisotto, Gemüsepfanne für das Gefrierfach, Suppen zum Aufgiessen, Schmutz und Dreck in Magenqualverwandtschaft inclusive eines bekannten bloggenden Gefrieressensresteanbieters (wieso die nicht ebenso diskriminiert werden wie ein potentielles Dieckman-Blog, habe ich nie verstanden).
Und nur ganz zum Schluss 1 kleiner Stock Basilikum. Ein einziger Topf. Wer weiss, zu welcher Dekoration. Nachdem ein Berg an Packungen durch das Fenster verschwunden war, redeten Mama und Papa nochmal auf Töchterchen ein, setzten sich in den BMW mit norddeutschen Kennteichen und fuhren unter Hinterlassung des Fiat davon.
Dieses Mädchen ist die Zukunft der Ernährung. Bis zu ihrem vorzeitigen Ableben an den Fluppen, deren erste sie sich sogleich anzündete, wird sie nie selbst kochen. Sie wird Business Lunches haben, die ebenso teuer wie nährwertarm sind, sie wird Dreck in die Mikrowelle stellen und vielleicht mal heulend Nudeln aus dem Topf löffeln, wenn Gerold aus dem 5 Semester sie nach der Erstipartyknutscherei gleich wieder für Franziskavom Marketing II Lehrstuhl sitzen lässt. Das ist alles. Sie wird nie genug kochen, dass sie ein Küchenradio bräuchte. Sie nicht, und vermutlich die allermeisten in ihrem Alter auch nicht. Was schon in meiner Altersstufe nicht unüblich ist, es gibt Haifische, bei denen besteht Nahrungsaufnahme in der Regel aus einer nächtlichen Taxifahrt zum Burgerking Im Tal.
Und meine Sono-Clock wird hoffen müssen, dereinst wegen ihres schicken Designs gerettet zu werden, aber nicht mehr wegen einer Funktion, für die es dann keinen Markt mehr geben wird.
donalphons, 18:46h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 19. Oktober 2006
Tschüss Medientage
Einladungen gab es genug. Termine auch, und eigentlich würde ich morgen gern dabei sein, wenn Thomas Knüwer Kunze "die Amtliche" von Edelman beim Thema Marketing und Blogs befragt. Und wenn es nicht hart genug ist, ihr noch ein paar unsägliche "Lügen ist ok wenn es in einem lügengewohnten Umfeld passiert"-Sager aus ihrem Haus reindrücken. So Podiumsgeschichten haben den Vorteil, dass die da vorne ja nicht einfach weg können. Ich müsste noch nicht mal zahlen, um schlechte Luft und kein Internet zu haben, auf einem Kongress, der Internet wieder zur Zukunft ausruft.
Es gibt ein paar Leute, die ich vielleicht sehen wollte. Und ein paar andere, denen meine Anwesenheit die Pisse in der Blase gefrieren lassen würde. Das wäre es schon wert gewesen. Nachdem ich, wie mir vorhin berichtet wurde, ohnehin Thema bin. Dummerweise bin ich lieber Don Giovanni als der steinerne Gast, und habe heute Nachmittag etwas Schöneres gemacht.
Der wahre Grund ist aber ein anderer. Ich war letztes Jahr nach etwas Abstinenz wieder dort, und wartete an einem Referentengate auf meine Papiere und den ganzen Krimskrams, den man da so bekommt. Um mich herum, in den Schlangen nebenan, war die Soldateska des regionalen Medienbeiwerks, Anwälte, Juristen vor allem, ein paar Berater, Investoren, Trendgurus und Mediaplaner, sowie das übliche moralisch-geistige Hurentum aus Marketing, PR und Werbung. In diesem Umfeld fliegt b ei mir immer ein Schalter um, ich werde wie die, übernehme fugenlose ihren Sprech und kenne sofort ihre glatte, menschenverachtende und dennoch vollkommen zynismusfreie Denke. Ich war zu lange mit denen zusammen, und in der schlimmsten - manche sagen heute tollsten - Zeit praktisch einer von denen, während sich "Don Alphonso" wegen dieser Drecksbrühe um mich herum von mir abspaltete und sein Lebensrecht bekam. Aber das ändert nichts daran, dass ich deren Seite kenne. Und immer noch kann.
Ich kann auch noch mit denen. Wenn es der richtige Rahmen ist, dann passt es. Aber das sind die Medientage. Medien sind für mich vor allem diejenigen, die Informationen und Geschichten erzählen. Da könnte man sehr viel tun, es gibt wichtige Themen, etwa, dass es heute mehr DrogenPRostituierte als Johurnaille bei stetig kleiner werdenden Strichbezirk gibt. Und warum es überhaupt so gekommen ist. Früher gab es diese Themen. Heute dagegen ist es weitgehend journalistenfrei. Es geht nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch darum, wie man sie möglichst gewinnbringend zur zerbröckelnden Kundschaft bringt. Dabei lügt man sich über den Umstand hinweg, dass die Medienkrise zuallererst eine Inhaltekrise ist. Diese Inhaltekrise steht mit den Blogs, Youtube und anderen Netzprojekten im Raum, aber für das Befüllen mit INHALT! SINN! VERLANGEN! gibt es keine Konzepte.
Wie auch. Dort treffen sich die Parasiten der Inhalte, die nicht wissen, was das ist und was dafür nötig ist. Der Journalist sitzt bei den Medientagen im Publikum, hat auch nicht den Peil vom Neuen und hofft, dass die Schädlinge da vorne die neue Wiese zum Grasen kennen, damit er fressen und Blut für das Geschmeiss entwickeln kann. Der Leidensdruck ist noch nicht gross genug, sich damit abzufinden, dass die Zeiten der grünen Wiesen vorbei sind, aber solange man das Gegenteil vorgaukelt, zottelt der Journalist willig mit.
Ich bin heute sehr viel intoleranter gegen Bullshit. Ich ertrage es nicht, diese Schwachköpfe über Blogs reden zu hören. Ich will auch gar nicht wissen, welcher Blogger gerade welchen Wirtschaftsarsch bekriecht. Das merke ich - und er - noch früh genug, wenn es Idioten gibt, die sich auf sowas einlassen. Ich könnte den Mund nicht halten. Die Zeiten, wo ich mir sowas einfach nur denken konnte, sind vorbei, ich schreibe es, also sage ich es auch. Heute Morgen im Halbschlaf hatte ich die Vision, da hinzugehen, abzuzählen und jedem zweiten PRler so eine zu scheuern, dass seine Kronen wackeln, und meine Hand ein stechend weisser Schmerz durchzuckt. Macht das mal besser ohne mich, ich pisse dann später auf den Friedhof Eurer Vorstellungen. Statt dessen schaue ich lieber den hilflosen Erstsemenstern bei den Kochversuchen zu.
Es riecht angebrannt hier. Aber wenigstens nicht nach Scheisse.
Es gibt ein paar Leute, die ich vielleicht sehen wollte. Und ein paar andere, denen meine Anwesenheit die Pisse in der Blase gefrieren lassen würde. Das wäre es schon wert gewesen. Nachdem ich, wie mir vorhin berichtet wurde, ohnehin Thema bin. Dummerweise bin ich lieber Don Giovanni als der steinerne Gast, und habe heute Nachmittag etwas Schöneres gemacht.
Der wahre Grund ist aber ein anderer. Ich war letztes Jahr nach etwas Abstinenz wieder dort, und wartete an einem Referentengate auf meine Papiere und den ganzen Krimskrams, den man da so bekommt. Um mich herum, in den Schlangen nebenan, war die Soldateska des regionalen Medienbeiwerks, Anwälte, Juristen vor allem, ein paar Berater, Investoren, Trendgurus und Mediaplaner, sowie das übliche moralisch-geistige Hurentum aus Marketing, PR und Werbung. In diesem Umfeld fliegt b ei mir immer ein Schalter um, ich werde wie die, übernehme fugenlose ihren Sprech und kenne sofort ihre glatte, menschenverachtende und dennoch vollkommen zynismusfreie Denke. Ich war zu lange mit denen zusammen, und in der schlimmsten - manche sagen heute tollsten - Zeit praktisch einer von denen, während sich "Don Alphonso" wegen dieser Drecksbrühe um mich herum von mir abspaltete und sein Lebensrecht bekam. Aber das ändert nichts daran, dass ich deren Seite kenne. Und immer noch kann.
Ich kann auch noch mit denen. Wenn es der richtige Rahmen ist, dann passt es. Aber das sind die Medientage. Medien sind für mich vor allem diejenigen, die Informationen und Geschichten erzählen. Da könnte man sehr viel tun, es gibt wichtige Themen, etwa, dass es heute mehr DrogenPRostituierte als Johurnaille bei stetig kleiner werdenden Strichbezirk gibt. Und warum es überhaupt so gekommen ist. Früher gab es diese Themen. Heute dagegen ist es weitgehend journalistenfrei. Es geht nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch darum, wie man sie möglichst gewinnbringend zur zerbröckelnden Kundschaft bringt. Dabei lügt man sich über den Umstand hinweg, dass die Medienkrise zuallererst eine Inhaltekrise ist. Diese Inhaltekrise steht mit den Blogs, Youtube und anderen Netzprojekten im Raum, aber für das Befüllen mit INHALT! SINN! VERLANGEN! gibt es keine Konzepte.
Wie auch. Dort treffen sich die Parasiten der Inhalte, die nicht wissen, was das ist und was dafür nötig ist. Der Journalist sitzt bei den Medientagen im Publikum, hat auch nicht den Peil vom Neuen und hofft, dass die Schädlinge da vorne die neue Wiese zum Grasen kennen, damit er fressen und Blut für das Geschmeiss entwickeln kann. Der Leidensdruck ist noch nicht gross genug, sich damit abzufinden, dass die Zeiten der grünen Wiesen vorbei sind, aber solange man das Gegenteil vorgaukelt, zottelt der Journalist willig mit.
Ich bin heute sehr viel intoleranter gegen Bullshit. Ich ertrage es nicht, diese Schwachköpfe über Blogs reden zu hören. Ich will auch gar nicht wissen, welcher Blogger gerade welchen Wirtschaftsarsch bekriecht. Das merke ich - und er - noch früh genug, wenn es Idioten gibt, die sich auf sowas einlassen. Ich könnte den Mund nicht halten. Die Zeiten, wo ich mir sowas einfach nur denken konnte, sind vorbei, ich schreibe es, also sage ich es auch. Heute Morgen im Halbschlaf hatte ich die Vision, da hinzugehen, abzuzählen und jedem zweiten PRler so eine zu scheuern, dass seine Kronen wackeln, und meine Hand ein stechend weisser Schmerz durchzuckt. Macht das mal besser ohne mich, ich pisse dann später auf den Friedhof Eurer Vorstellungen. Statt dessen schaue ich lieber den hilflosen Erstsemenstern bei den Kochversuchen zu.
Es riecht angebrannt hier. Aber wenigstens nicht nach Scheisse.
donalphons, 22:58h
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Old scandals never die
Ich habe Edelman schon wieder beim Lügen erwischt - und mit Screenshots festgenagelt. Ich zeige die Dinger an der Blogbar rum :-)
Und René hat ein paar gute Gedanken.
Und René hat ein paar gute Gedanken.
donalphons, 12:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 19. Oktober 2006
Es sind diese Tage
an denen der Nebel nie ganz aus der Stadt weicht, ein wenig Grau ist immer zu ahnen, es verwischt die Ferne und verleiht dem Himmel eine surreale Farbe, als hätte man ihn für ein Video im 40er Jahre Stil ausgebleicht. Es wird beim schönsten Wetter nicht warm, es ist etwas Eisiges in der Lift, wenn man schneller geht.
Abends, mit der Dunkelheit ziehen dann die Nebelschwaden über das alte Stadttor im Westen. Man muss es oft gesehen haben, wie die Luft in wenigen Minuten dick wie eine Sahnesosse wird, um nicht sogleich den Horror zu empfinden, der von diesem Wogen in der Luft ausgeht. Draussen, vor der Stadt über dem besseren Viertel, das im alten Sumpf anzulegen man sich nicht entblödete, kommt es aus der Erde, zieht über die Gräber des Friedhofs und nimmt mühelos die alten Befestigungsringe ein.

Es sind diese Tage, da sitzt man wieder oben unter dem Dach, greift zu den schweinsledergebundenen Folianten der bösen, schlimmen Epoche des Stadtpalastes, Attendite a falsis prophetis steht dort geschrieben von einem, der das Verbrennen und Aufhängen als natürlich empfand und einen selbst als Ausgeburt der Hölle betrachten würde, so weit ist man geistesgeschichtlich auseinander, mit der formal gleichen Tradition im gleichen Haus, aber da draussen sieht man keine 50 Meter weit, damals war es noich schlimmer, in der kleinen Eiszeit, da war schon der September grau und diesig, und vielleicht drückte das auf das Gemüt der Leute, deren Verstocktheit dann zu Bosheit geronn, die mit Druckerschwärze in das Papiergestanzt wurde, um zu verkünden Inferni poenae sunt sine fine.
Wer innerlich schon tot ist, kann dem definitiv toten Mönch der Gesellschaft lächelnd widersprechen, es ist egal und ohne Schmerzen, und in einem halben Jahr wird auch diese Prüfung des eisgrauen Nebels vorüber sein. Seine Bosheit aber, ein Bastard nichts schlechter Eltern zu diesem Zweck, die kann bleiben, und sich von hier oben aus in die ewige Nacht über dem Netz ergiessen und hinuntersickern in die Pressgläser mit den billgen Prosecco, mit dem sich schändliche PR die Gesundheit ruiniert, denn deren Qualen sollen nicht enden in diesem Jenseits, das zu erkennen ihnen nicht vergönnt ist, in ihrem Vertrauen auf die falschen Propheten.
Abends, mit der Dunkelheit ziehen dann die Nebelschwaden über das alte Stadttor im Westen. Man muss es oft gesehen haben, wie die Luft in wenigen Minuten dick wie eine Sahnesosse wird, um nicht sogleich den Horror zu empfinden, der von diesem Wogen in der Luft ausgeht. Draussen, vor der Stadt über dem besseren Viertel, das im alten Sumpf anzulegen man sich nicht entblödete, kommt es aus der Erde, zieht über die Gräber des Friedhofs und nimmt mühelos die alten Befestigungsringe ein.

Es sind diese Tage, da sitzt man wieder oben unter dem Dach, greift zu den schweinsledergebundenen Folianten der bösen, schlimmen Epoche des Stadtpalastes, Attendite a falsis prophetis steht dort geschrieben von einem, der das Verbrennen und Aufhängen als natürlich empfand und einen selbst als Ausgeburt der Hölle betrachten würde, so weit ist man geistesgeschichtlich auseinander, mit der formal gleichen Tradition im gleichen Haus, aber da draussen sieht man keine 50 Meter weit, damals war es noich schlimmer, in der kleinen Eiszeit, da war schon der September grau und diesig, und vielleicht drückte das auf das Gemüt der Leute, deren Verstocktheit dann zu Bosheit geronn, die mit Druckerschwärze in das Papiergestanzt wurde, um zu verkünden Inferni poenae sunt sine fine.
Wer innerlich schon tot ist, kann dem definitiv toten Mönch der Gesellschaft lächelnd widersprechen, es ist egal und ohne Schmerzen, und in einem halben Jahr wird auch diese Prüfung des eisgrauen Nebels vorüber sein. Seine Bosheit aber, ein Bastard nichts schlechter Eltern zu diesem Zweck, die kann bleiben, und sich von hier oben aus in die ewige Nacht über dem Netz ergiessen und hinuntersickern in die Pressgläser mit den billgen Prosecco, mit dem sich schändliche PR die Gesundheit ruiniert, denn deren Qualen sollen nicht enden in diesem Jenseits, das zu erkennen ihnen nicht vergönnt ist, in ihrem Vertrauen auf die falschen Propheten.
donalphons, 01:16h
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Der Spiegel-Online-Parasit
auf dem Blogwirtstier, entdeckt und gleich totgeschlagen von Thomas Knüwer.
donalphons, 15:17h
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Immobilien nächstes Jahr kaufen
Puh... wenn das stimmt, was mir gerade erzählt wurde, verabschieden sich im Moment nicht weniger als vier vor den Toren lauernde, aus dem anglophonen Raum stammende Immobilienfonds vom deutschen Markt. Der Grund: Die fallenden Preise und Bewertungen ihrer Anlagen in den USA nehmen ihnen den Hebel zur Gegenfinanzierung ihrer geplanten Deals aus der Hand. Plötzlich werden Verhandlungen extrem zäh, die deutschen Türöffner der Gegenseite, früher höchstbezahlte Spezialisten, warten momentan verdächtig lang auf ihre Spesenzahlungen. Hihi. Hätten sie mal besser den 2-Liter-Diesel genommen statt dem 4,2-Liter-Benziner SUV mit 30 Liter Verbrauch in der Stadt.
Betroffen von der heillosen Flucht: Frankfurt, München, Hamburg, ein Dutzend grössere Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften. Da bleiben jetzt einige ehemals steuersparende Fonds böse auf ihren abbröckelnden Traumschlössern sitzen, denn wer braucht schon auf die Schnelle einen Wolkenkratzer, oder eine Grossmarkthalle, oder vier Luxushotels. Wie ich die Branche kenne, werden nächstes Jahr alle sagen, jetzt in Amerika investieren, da ist es gerade billig, die Chance zum Einstieg - und manche der hiesigen Multimillionäre, die ohnehin dauernd vom Auswandern und vom miesen Deutschland reden, werden das machen. Sprich, es wird Kapital abfliessen, und es kann gut sein, dass die geplante Erhöhung der Immobilienpreise um 5%, die man sich für nächstes Jahr gewünscht hat, in ein Negativwachstum umschlägt.
Was nicht wirklich schlimm ist. Denn es wird die ab nächstem Jahr wegen der Mehrwertsteuererhöhung getroffene Bauwirtschaft stützen, nehme ich an. Geld verlieren werden nur die Spekulanten. Die meisten werden es noch nicht mal mitbekommen, was uns gerade erspart wird, durch das Platzen der Spekulationsbranche in den USA. Schlimm für die Rentner und die Verschuldeten zwischen LA und NY. Schlimm auch für den Irak, den sich die USA dann nicht mehr werden leisten können. Aber hey, das ist Globalisierung - eine Wette auf das Abzocken ganzer Nationen, und Wetten können auch mal schief gehen.
Betroffen von der heillosen Flucht: Frankfurt, München, Hamburg, ein Dutzend grössere Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften. Da bleiben jetzt einige ehemals steuersparende Fonds böse auf ihren abbröckelnden Traumschlössern sitzen, denn wer braucht schon auf die Schnelle einen Wolkenkratzer, oder eine Grossmarkthalle, oder vier Luxushotels. Wie ich die Branche kenne, werden nächstes Jahr alle sagen, jetzt in Amerika investieren, da ist es gerade billig, die Chance zum Einstieg - und manche der hiesigen Multimillionäre, die ohnehin dauernd vom Auswandern und vom miesen Deutschland reden, werden das machen. Sprich, es wird Kapital abfliessen, und es kann gut sein, dass die geplante Erhöhung der Immobilienpreise um 5%, die man sich für nächstes Jahr gewünscht hat, in ein Negativwachstum umschlägt.
Was nicht wirklich schlimm ist. Denn es wird die ab nächstem Jahr wegen der Mehrwertsteuererhöhung getroffene Bauwirtschaft stützen, nehme ich an. Geld verlieren werden nur die Spekulanten. Die meisten werden es noch nicht mal mitbekommen, was uns gerade erspart wird, durch das Platzen der Spekulationsbranche in den USA. Schlimm für die Rentner und die Verschuldeten zwischen LA und NY. Schlimm auch für den Irak, den sich die USA dann nicht mehr werden leisten können. Aber hey, das ist Globalisierung - eine Wette auf das Abzocken ganzer Nationen, und Wetten können auch mal schief gehen.
donalphons, 13:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 18. Oktober 2006
Wucher
Nach 28 Jahren ist von der - Architektur wäre zu viel gesagt - Aussengestaltung des Hauses praktisch nichts mehr zu sehen. Aber vielleicht wäre es doch besser gewesen, gleich von Anfang zu anderen Farben zu greifen als Weiss für die Mauern und Dunkelbraun für das Holz.

Manchmal kommen die Katzen über die Dachflächenfenster in den ersten Stock, wenn sie sich nicht mehr runterklettern trauen. Der grüne Panzer setzt sich in drei Reihen Baum und Strauch im Garten fort, bis zur Mauer, aber die kann man nicht mehr erahnen.
Und wäre es nach ihnen gegangen, würde ich oder meine kleine Schwester jetzt mit Familie da oben wohnen. Platz wäre genug für vier Leute. Vor 28 Jahren waren Themen wie Mobilität, Flexibilität, internationale Arbeitgeber, Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und Wohnen in der Altstadt einfach nicht vorstellbar. Damals baute man noch Flughäfen und verkaufte Werftanlagen an die Polen, grundsolide Sache, und ganz was anderes als Meetings mit Haifischen, die in Korea eine Bauruine verwalten sollen, die sie noch nie in echt gesehen haben und deren Betreiber mitsamt ein paar Millionen verschwinden konnten - nach Stand der Ermittlungen. Sowas versteht hier keiner, und die Katzen wollen sowieso nur gestreichelt werden. Und Futter. Und rein. Und raus. Oder einfach nur, dass man mal die Tür aufmacht.

Manchmal kommen die Katzen über die Dachflächenfenster in den ersten Stock, wenn sie sich nicht mehr runterklettern trauen. Der grüne Panzer setzt sich in drei Reihen Baum und Strauch im Garten fort, bis zur Mauer, aber die kann man nicht mehr erahnen.
Und wäre es nach ihnen gegangen, würde ich oder meine kleine Schwester jetzt mit Familie da oben wohnen. Platz wäre genug für vier Leute. Vor 28 Jahren waren Themen wie Mobilität, Flexibilität, internationale Arbeitgeber, Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und Wohnen in der Altstadt einfach nicht vorstellbar. Damals baute man noch Flughäfen und verkaufte Werftanlagen an die Polen, grundsolide Sache, und ganz was anderes als Meetings mit Haifischen, die in Korea eine Bauruine verwalten sollen, die sie noch nie in echt gesehen haben und deren Betreiber mitsamt ein paar Millionen verschwinden konnten - nach Stand der Ermittlungen. Sowas versteht hier keiner, und die Katzen wollen sowieso nur gestreichelt werden. Und Futter. Und rein. Und raus. Oder einfach nur, dass man mal die Tür aufmacht.
donalphons, 01:39h
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Lustig.
Blogger.de hatte gerade einen Ausfall, bei dem alle Referrer verschwunden sind. ich schaue die nie genau an, weil es immer ein paar hundert sind, aber jetzt bauen sie sich langsam wieder auf:
Search request: Katholische Kirche Arbeitsrecht Ehebruch
Soll passieren. Ist kein Spass
Search request: Türkische Swingerclubs
Moi? Äh, also...
Search request: rolex oyster perpetual date just
Kaufen. Werden nicht mehr billiger
Search request: site:rebellmarkt.blogger.de gartenfest
Ah. Ein Kenner
Search request: tattoo texte
Alles nur das nicht, Mädel
Search request: altersvorsorge
Und das bei mir, dem Jungbrunnen
Search request: BLOGS! don alphonso
Hallo Edelman!
Search request: dachziegel nanobeschichtung
Echt jetzt oder was?
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Echt jetzt oder was?
donalphons, 00:38h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 17. Oktober 2006
Alles, wirklich alles über Wal-Mart und Edelman
ist hier an der Blogbar.
12.000 Zeichen. Soviel habe ich, glaube ich, noch nie im Blog geschrieben. Also bitte, geht rüber und lest es, es ist alles dabei, was man sich wünschen kann.
12.000 Zeichen. Soviel habe ich, glaube ich, noch nie im Blog geschrieben. Also bitte, geht rüber und lest es, es ist alles dabei, was man sich wünschen kann.
donalphons, 01:18h
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Johannes G. und seine Gossenmethoden
Ich habe den andernorts bejubelten Artikel über Lyssa in der TAZ vor einer Weile zur Kenntnis genommen, und seitdem die Sache in mich hineingefressen. Hineingefressen, weil ich Teil der Genese des Artikels bin. Hineingefressen, weil der Artikel eine perverse Nummer eines miesen Journalisten ist, der gezielt versucht, Interviewpartner in Konfrontationen zu zerren und sie zu diesem Zweck anlügt. Hineingefressen, weil er das zuerst mal bei mir versucht hat. Ich möchte hier festhalten, dass ich mit Lyssa gut kann, keine Probleme und offenen Rechnungen mit ihr habe, die ganze Debatte für vorerst erledigt halte, und dieser Beitrag keiner über die WAZ-Online ist, sondern ausschliesslich ein Beitrag über die miesen Tricks von Johannes G..
Nun hat der im Beitrag erwähnte Ralf von Tom´s Diner seine Version gepostet. Und jetzt ist es an der Zeit zu erklären, warum sich Johannes G. so an Lyssa rangewanzt hat. Die Geschichte geht nämlich so: Am 3. August, kurz nach dem Abflauen der Debatten zum Thema Coke-WG, erhielt ich von Johannes G. eine Mail mit folgendem Inhalt:
ich recherchiere gerade für eine taz-reportage zum thema blogs,
neuerungen, versuchte image-transfers - speziell geht es also um die
neue online-chefredakteurin der waz. die würde ich gerne
porträtieren.außerdem würde ich mich gerne mit ihrem "blog-widersacher"
don alphonso unterhalten. darüber, warum sie das für unfug halten, was
dort passiert und so fort.
Man kennt das, da taucht einer auf und sagt: Komm, machse feddich, ich haltse und Du haust zu. So ein hübsches, lautes Stück mit viel Krawall und Geschrei, da die Lyssa, hier der Don, zwei Wortkönner, die sich kloppen.
Meine Reaktion sah so aus: Ich habe die Mail sofort an Lyssa weitergeschickt und sie gewarnt, dass G. offensichtlich versucht, dem Beitrag mit ihr in eine bestimmte Richtung zu drücken. Von dem Moment an war G. eigentlich erledigt, Lyssa hatte einen Wissensvorsprung, und das Machtverhältnis zwischen einem ertappten Journalisten und einem integren Interviewpartner ist nicht so doll. Denn gegenüber ihr hatte er eine ganz andere Version aufgetischt: Er wolle gar keine Konfrontation, sondern eher einen allgemeinen Beitrag über die Entwicklung der Blogger schreiben, und ich sollte auch nicht als ihr Widersacher aufgebaut werden. Schliesslich hatte ich ihm sofort abgesagt:
ich verstehe durchaus die Lust an Frontstellungen, aber wenn Sie mich
für einen Widersacher halten, haben Sie meine Texte gründlich falsch
verstanden. Wie auch immer, ich kenne Lyssa privat und bin deshalb
alles andere als ein geeigneter Gesprächspartner in diesem Fall. Und
sicher auch kein Kronzeuge durch das, was ich geschrieben habe -
insofern würde ich Sie ersuchen wollen, meine Wenigkeit aus der
Geschichte komplett heraus zu lassen.
Darauf versuchte er in seiner nächsten Mail am 4. August - wohl etwas nervös - auch bei mir, wie zuvor bei Lyssa, die Tour mit der allgemeinen Debatte zu bringen:
"widersacher" ist tatsächlich schwachsinn. und vermutlich habe ich mein
anliegen etwas missverständlich formuliert. die geschichte soll eher
folgende werden: lange schon haben viele blogger eine beträchtliche
leserschaft. jetzt wird eine eingekauft. aus diesem anlass: ein
hausbesuch in der blogosphäre, eine reportage. bei mehreren
protagonisten. wer sind die, was machen die, warum machen die das.
einerseits katharina borchert. andererseits ein weiterer exponierter,
nämlich sie. oder nun eben jemand anderes.
In der Folge hat er es dann genauso gemacht, wie in der ersten Mail behauptet: Mit Ralf gesprochen, ihm eine Menge Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und weitere Worte wie "SM-Gaby" reingeschoben, und so eine Frontstellung konstruiert, zugunsten Lyssa. Was einem halt so bleibt, wenn man mit solchen Methoden auffliegt und unangenehm den Druck der hohen Absätze im Gemächt fühlt. Nicht dass Lyssa sowas getan hat, aber was bleibtz so jemandem schon anderes übrig, wenn er aufgeflogen ist. Kleiner Tip für Anfänger des Schmierenjournalismus: Nie Mailen, nie schriftlich, immer nur anrufen. Ach so, und: Wer mich mit kleinem s siezt und was von mir will, hat sowieso keinen Spass am Leben.
Nun hat der im Beitrag erwähnte Ralf von Tom´s Diner seine Version gepostet. Und jetzt ist es an der Zeit zu erklären, warum sich Johannes G. so an Lyssa rangewanzt hat. Die Geschichte geht nämlich so: Am 3. August, kurz nach dem Abflauen der Debatten zum Thema Coke-WG, erhielt ich von Johannes G. eine Mail mit folgendem Inhalt:
ich recherchiere gerade für eine taz-reportage zum thema blogs,
neuerungen, versuchte image-transfers - speziell geht es also um die
neue online-chefredakteurin der waz. die würde ich gerne
porträtieren.außerdem würde ich mich gerne mit ihrem "blog-widersacher"
don alphonso unterhalten. darüber, warum sie das für unfug halten, was
dort passiert und so fort.
Man kennt das, da taucht einer auf und sagt: Komm, machse feddich, ich haltse und Du haust zu. So ein hübsches, lautes Stück mit viel Krawall und Geschrei, da die Lyssa, hier der Don, zwei Wortkönner, die sich kloppen.
Meine Reaktion sah so aus: Ich habe die Mail sofort an Lyssa weitergeschickt und sie gewarnt, dass G. offensichtlich versucht, dem Beitrag mit ihr in eine bestimmte Richtung zu drücken. Von dem Moment an war G. eigentlich erledigt, Lyssa hatte einen Wissensvorsprung, und das Machtverhältnis zwischen einem ertappten Journalisten und einem integren Interviewpartner ist nicht so doll. Denn gegenüber ihr hatte er eine ganz andere Version aufgetischt: Er wolle gar keine Konfrontation, sondern eher einen allgemeinen Beitrag über die Entwicklung der Blogger schreiben, und ich sollte auch nicht als ihr Widersacher aufgebaut werden. Schliesslich hatte ich ihm sofort abgesagt:
ich verstehe durchaus die Lust an Frontstellungen, aber wenn Sie mich
für einen Widersacher halten, haben Sie meine Texte gründlich falsch
verstanden. Wie auch immer, ich kenne Lyssa privat und bin deshalb
alles andere als ein geeigneter Gesprächspartner in diesem Fall. Und
sicher auch kein Kronzeuge durch das, was ich geschrieben habe -
insofern würde ich Sie ersuchen wollen, meine Wenigkeit aus der
Geschichte komplett heraus zu lassen.
Darauf versuchte er in seiner nächsten Mail am 4. August - wohl etwas nervös - auch bei mir, wie zuvor bei Lyssa, die Tour mit der allgemeinen Debatte zu bringen:
"widersacher" ist tatsächlich schwachsinn. und vermutlich habe ich mein
anliegen etwas missverständlich formuliert. die geschichte soll eher
folgende werden: lange schon haben viele blogger eine beträchtliche
leserschaft. jetzt wird eine eingekauft. aus diesem anlass: ein
hausbesuch in der blogosphäre, eine reportage. bei mehreren
protagonisten. wer sind die, was machen die, warum machen die das.
einerseits katharina borchert. andererseits ein weiterer exponierter,
nämlich sie. oder nun eben jemand anderes.
In der Folge hat er es dann genauso gemacht, wie in der ersten Mail behauptet: Mit Ralf gesprochen, ihm eine Menge Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und weitere Worte wie "SM-Gaby" reingeschoben, und so eine Frontstellung konstruiert, zugunsten Lyssa. Was einem halt so bleibt, wenn man mit solchen Methoden auffliegt und unangenehm den Druck der hohen Absätze im Gemächt fühlt. Nicht dass Lyssa sowas getan hat, aber was bleibtz so jemandem schon anderes übrig, wenn er aufgeflogen ist. Kleiner Tip für Anfänger des Schmierenjournalismus: Nie Mailen, nie schriftlich, immer nur anrufen. Ach so, und: Wer mich mit kleinem s siezt und was von mir will, hat sowieso keinen Spass am Leben.
donalphons, 15:42h
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