: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Sonntag, 31. Dezember 2006

Über Vermögen

Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Beitrag stehen, aber bei Blogger.de gehen gerade die Bilder nicht, und nachdem Che hier eine kleine Sozialneiddebatte ;-) anstösst und ausserdem bei der Kaltmamsell ob eines Zeit-Artikels über Starnberg ähnliches geschieht, ein paar Worte über Vermögen. Das ich allen meinen wohlmeinenden Lesern und mir selbst und allen meinen Freunden für das nächste jahr und alle weiteren Zeiten wünsche. Weil nur, wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Das mit dem Reichtum ist so eine Sache. Ich kenne reiche Leute, die sich den ganzen Tag ärgern können, weil ihnen der Staat Knüppel zwischen die Beine wirft. Der Höhepunkt war ein Herr, der unter den 100 reichsten Deutschen zu finden ist und sich mir gegenüber über den Verwaltungsaufwand beschwerte, den ihm die Beschäftigung seines Gärtners auf 400-Euro-Basis bereitete. Doch, das gibt es. Wie auch die Tochter eines hiesigen Unternehmers, der ihre Eltern ein Geschäft in bester Lage geschenkt haben, mit allem Drum und Dran, in dem irgenwelche Geschäftsführer viel Geld erzeugen, aber sie steht jeden Tag auf und hasst ihr Leben bis zum Schlafengehen. Ich kenne jemanden, der hat eine 400 m² Villa mit 5 Räumen, dem sie jetzt nicht mehr gefällt und der, obwohl er auf den mittleren siebenstelligen Verkaufspreis nicht angewiesen ist, bei jeder Begegnung jammert, wieviel Zinsen ihm entgehen, weil den potentiellen Käufern die exotische Holzvertäfelung des Schwimmbades dann doch zu Spät-70er ist. Und ich kannte einen Haufen Leute aus meinem Viertel, die sich vor dem 30. Geburtstag umgebracht haben; das war eine Zeitlang eine Mode unter meiner Kohorte, deren Erzeuger es in all ihrem Luxus nicht begriffen haben.

Umgekehrt kenne ich aber auch die andere Seite. Den Schwarzarbeiter, der zur Sicherung seiner Sozialbezüge jeden Trick zum Linken des Staates ausnützt. Die Emporkömmlinge, die nie genug haben und es an denen auslassen, die sie daran erinnern, dass sie selbst auch mal unten waren, und die beschleimen, die immer wissen werden, wer da vor ihnen steht. Die Mieter billiger Räume, die alles runterwirtschaften und für die Luxus ein teurer Urlaub, ein teures Auto und jedes Jahr der neueste Fernseher und die frische Couchgarnitur ist, und die sich in die Überschuldung wirtschaften, die sie dann am Vermieter rauslassen. Und die Arschkrampen, die irgendwas demolieren, weil es cool ist, dann jemand krankenhausreif schlagen und sich vor Gericht auf ihr soziales Umfeld berufen.

Der Umstand, dass Armut ebensowenig automatisch den Anstand bildet wie Reichtum jemanden asozial macht, ändert natürlich nichts daran, dass es in Deutschland eine enorme Kluft zwischen den sozialen Schichten gibt. Meines Erachtens gibt es keine irgendwann in den 70ern abgekoppelte Schicht der Reichen; ich denke, diese Schicht gab es schon immer, und erst die Bedrohung der Mittelschicht durch den sozialen Abstieg als Folge des Übergangs von einer Nachfragewirtschaft zu einem produktionsbedingt abartigen Konsumsystem lässt die Unterschiede sichtbar zu Tage treten. Helfen tut dabei die Johurnaille, die die längste Zeit auf dem monopolymässigen Weg nach oben war und momentan darum kämpft, nicht die Avantgarde des Niedergangs zu werden.

Ich denke, dass die pauschale Betrachtung der "Reichen" nicht weiterhilft. Es gibt "die" Reichen nicht, sowohl die Definition als auch die Abgrenzung ist schwierig. Ich würde grob gesagt das Sechstel der Bevölkerung, die weitgehend frei von materiellen Sorgen leben, als reich bezeichnen, wenn man den Begriff schon anwenden möchte. Reich ist damit weniger eine Frage des Verdienstes, der heutigentags eine sehr variable Grösse darstellen kann, wie einem sicher gern mancher der 5000 arbeitslosen Manager in München bestätigen wird. Desto weniger Basis da ist, desto höher muss das Einkommen sein. Und, jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt, desto verantwortlicher mit der Basis umgegangen wird, desto eher wird Reichtum zu einer Tugend. Das klingt jetzt vielleicht etwas calvinistisch, aber ich denke, man muss nicht prüde oder geizig sein, um das so zu sehen.

Che fragt in seinem Kommentar danach, ob sich hier in der absoluten Boomregion jemand das Bauen leisten kann. Die Antwort ist Ja und Nein. Tatsächlich sorgen die Preise nahe der Munich Area und mit zwei auf vollen Touren laufenden Weltkonzernen in der Provinz dafür, dass der Traum vom eigenen Haus nicht leicht realisiert werden kann. Das stetige Ausweisen neuer Baugrundstücke ändert nichts an den Kosten. Umgekehrt haben wir hier Leute, die einfach keine Nachbarn haben wollen und deshalb ein Grundstück neben sich kaufen und verwildern lassen, oder ein Haus leer stehen lassen, weil es sie an etwas Unerfreuliches - eine Scheidung, einen Selbstmord, ein nicht wirklich geschmackvolles Ambiente - erinnert. Und wir haben den klassischen Fall der älteren Herrschaften ohne Kinder in der Nähe, die drei Stadthäuser verrotten lassen, die man restauriert für 3000 Euro pro m² verkaufen könnte.

An der Dummheit der Leute kann man wenig ändern. Vor der Stadt wird von Immobilienhaien wie blöd Toskanakitsch für Irrsinnspreise gebaut, und was wollen die privaten Bauherren? Toskanakitsch. Lieber 100 m² Toskanakitsch, nach eigenen Vorstellungen als Doppelhaushälfte in die Landschaft geschissen, als sich ein älteres Gebäude kaufen. Weil man das nicht nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. Weil die Küche ein Eckchen zu klein ist und in das Wohnzimmer nicht die monströse Liegelandschaft vor die 180-cm-Glotze passt. Den hilfreichen Bausparer der Eltern hat man sowieso im offenen Zweitwagen für die Frau versenkt. Und weil das eine eben nicht geht und das andere zu viel kostet, mietet man doch lieber weiter. Das ist für das gleiche Geld grösser, und ausserdem gibt es einen Vermieter, den man wegen dem kleinsten Problem anhauen kann. Statt selber mal zu schauen, ob die Sicherungen alle wieder drin sind.

Manche Reiche und manche Nichtreiche kapieren ein System nicht: Besitz ist gleich Verantwortung. Reiche können sich von den meisten Verantworungen irgendwie loskaufen, die Tujenhecken für den Gärtner, den Pool für den Schwarzen und das Internat für die Blagen. Nichtreiche verzichten manchmal auf die Vermögensbildung, indem sie sich nicht einschränken wollen. Mein Mitleid mit Rauchern, Aktienspekulanten, Klingeltonrunterladern, Tempo-200-Bolzern, Feuerwerksteufeln und Malleeimersäufern ist da kleiner gleich Null. Und ich wehre mich dagegen, in diesen Fällen irgendetwas von sozialer Ungerechtigkeit hören zu müssen. Wer das Geld so verbrennt, muss selber wissen, was er tut. Wie auch der Reiche, der nach einem halben Vollgasleben plötzlich Ärger mit der Steuer und der Bank bekommt. Das deckt beileibe nicht alle Fälle der hierzulande existierenden Ungerechtigkeit ab, aber es relativiert so einiges.

Am Rest muss man arbeiten. Die sozialen Spannungen dürfen sich nicht erweitern, sonst wird das Land instabil, und das ist für niemanden gut. Es wird hierzulande keine Revolution geben, aber ein dominierendes Gefühl der Lecktmich-Haltung gegenüber der Gemeinschaft, die eigentlich alle umfassen sollte. Und jeder, der Scheisse baut, wird auf die andere Schicht zeigen und sagen: Aber die machen doch auch sowas. Der Sprayer findet die Bankchef asozial und umgekehrt - beides stimmt, aber keiner hat Recht. So etwas kann und wird nicht gut gehen, und daran ändert es auch nichts, wenn die Politikervolldeppen dieses Landes alle zusammen nächstes Jahr mehr kassieren wollen, bei gleichzeitig anhaltender Umverteilung. Dabei wären Steuern ein prima Mittel zur Bekämpfung von Unverantwortlichkeiten - zu dumm, dass Aprigoat, Spitzelede und AsozialPD in der Hinsicht die Vorreiter sind. Nur: Wer sich darüber beklagt, soll zeigen, dass er es selbst anders macht.

Wie wär´s? Rauchen aufhören, Tempo 100 auf der Autobahn, ein kleines, solides Haus kaufen mit Hilfe der Verwandtschaft, statt Urlaub das Haus herrichten, und die nächsten drei Jahre keinen neuen Rechner kaufen - so Zeug halt. Das macht keinen zum Millionär, aber es ist ein Stück Sicherheit; und wenn man es hat, kann man weiterschauen. Was? Klingt spiessig? Ich habe mit einem Stadtpalast leicht reden? Liebe Leute, heute ist der 31.12., und während andere den freien Tag geniessen, habe ich heute beim Einzug von Mietern geholfen und statt einem Spaziergang in der Sonne einen Boiler repariert. Ich bin auf dem Ohr heute TAUB.

Frohes neues Jahr.

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Sonntag, 31. Dezember 2006

Sehr zu empfehlen - Gipsköpfe oder kauft beim Italiener

Wer in Italien oder Griechenland Museen besucht, kennt vermutlich die langen Reihen von Gipsnachbildungen der Exponate, die in den angegliederten Shops verkauft werden. Oder auch die unvermeidlichen Stände davor, an denen das Gleiche in erheblich schlechterer Qualität kaum billiger angeboten wird. Solche Mitbringsel haben eigentlich allerbeste europäische Tradition, denn die jungen Briten, die man im vorletzten Jahrhundert auf die Grand Tour schickte, kauften diese Figuren in grossen Mengen, um sie dann zu Hause als Beweis ihrer Bildung auf den Kamin zu stellen. Und weil die wissenschaftliche Beschäftigung mit antiker Plastik gut 150 Jahre älter ist als die Photographie, und Figuren am besten immer noch in drei Dimensionen wirken, schickten sich auch Sammlungen nördlich der Alpen an, das Wichtigste, was man nicht mehr zusammenrauben konnte, als Gipsabguss zu erhalten.

Was da also von Verona an Richtung Süden angeboten wird und vielen als Kitsch erscheint, ist ein mehr oder weniger gesunkenes Kulturgut. So eine mediceische Venus sieht neben einer Lavalampe auf der Glotze natürlich bei weitem nicht so elitär aus, wie als singuläres Exponat in der Bibliothek. Aber angesichts der von den Römern praktizierten Art, jedes griechische Original von Sklaven nachbohren und an jeder unmögliche Stelle aufstellen zu lassen, kann man auch dafür noch Verständnis haben. Ich allerdings bin dieses Jahr ohne einen Blick auf die Figürchen an den Ständen vorbeigelaufen, denn, so dachte ich, was ich brauche, beschaffe ich mir im Museumsshop in München. Da weiss man, was man bekommt. Nicht angeblich echtes Alabaster, sondern hochwertige, ehrliche Gipsabgüsse.

Ich habe solche Figuren früher auch schon ein paar mal gekauft. Wenn ich nichts anderes gefunden habe, wenn es bei einem Deal dabei war. Und ich dachte mir, es lohnt sich nicht wirklich, denn besonders alt und wertvoll sind die Abgüsse nicht. Was die Freude des Wissenschaftlers angeht, sind sie nicht fein genug, da greift man wirklich besser zu den Produkten aus München. Dachte ich. Und ging vorgestern frohgemut zur Glyptothek. Um dort festzustellen, dass mein Etat für den billigsten Gipskopf gerade mal bis zur Unterlippe reichen würde: 495 Euro sagte das Preisschild an einem Köpfchen minderer Grösse, von dessen Sorte ich ein halbes Dutzend brauche. Zwei poplige Repliken von Tanagrafigürchen hätte ich mir kaufen können. Dabei sind Tanagrafiguren antiker Brutalkitsch, vergleichbar mit Meckiigeln und Heidiluftballons.



Und ich habe in Italien nichts gekauft... und so fuhr ich nach Hause, ging nach oben, wo die von mir gering geachteten alten Gipsabgüsse stehen, entschuldigte mich bei Zeus, Herkules, Venus und dem beim Hebräer Verfolgen ersaufenden Pharao für mein Verhalten, und brachte sie nach unten, wo schon die Konsolen auf sie warteten. Wenn ich daran denke, wie oft ich so etwas liegen gelassen habe, vergeht mir der Hunger. Denn vermutlich werde ich jetzt Woche um Woche vergeblich nach dem suchen, was ich so abschätzig betrachtet habe. Oder ich muss bis zum nächsten Italienurlaub warten.

Ich Rindvieh.

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Nichtoskana

Nach einer kleinen Spritztour ins Voralpenland macht es den Anschein, als könnte ich kommendes Jahr eine gewisse Zeit dadurch aufwerten, dass ich einen neuen Drittwohnsitz einnehme: Man überlegt auf Seiten des Clans ernsthaft, eine alte Familientradition a la 1900 wiederzubeleben und sich einen kleinen Sommersitz am Tegernsee anzulächeln. Nichts grosses, lediglich eine Wohnung mit Balkon, aber so, wie ich die Clanmitglieder kenne, wird das Ding drei Viertel der Zeit leer stehen. Und das heisst sturmfreie Bude. Kenner dieses Blogs wissen vielleicht, dass ich dort Bekannte habe, ausserdem kann man dem See eine gewisse Schönheit nicht absprechen, und von dort aus ist man in 30 Minuten in Hall, in weniger als einer Stunde in Innsbruck und in zwei Stunden in Italien. Warum also nicht einen Teil der Zeit dort verbringen.

Ja, die CSU-Prominenz nebenan ist ein Schönheitsfehler, genauso schlimm wie die Lega Nord am Lago und die FPÖ in Kärnten. Desto reizvoller die Gegend, desto mieser die Politik, gesteigert zu betrachten in Thailand, Indonesien, Burma und von den Arkaden des bayersichen Landtages aus. Dieser grandiose Blick auf die Isar, und davor diese Kotzbrocken, es ist unfassbar, aber gut, am Tegernsee kann man sich aus dem Weg gehen. Die gehen Viecher abknallen und Landrätinnen mobben, ich geh cabriofahren. Wenn der Clan das Angebot annimmt. Was mich überrascht: Der Tegernsee ist mitunter immer noch billiger als das vernebelte Donautal.

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Samstag, 30. Dezember 2006

Gegen den Zeitgeist

Da, wo früher der Türkendolch war, wurde Anfang des Jahrzehnts alles rausgerissen. Statt dem einzigen Studentenkino in Schwabing machte sich dort ein Kleiderladen breit, dessen Auswahl sich in nichts unterschied von dem, was es auch in der Kaufingerstrasse oder in der Amalienpassage so gibt. Die Maxvorstadt verlor eine weitere Tradition im Austausch gegen den üblichen Krempel. Als ich in Berlin war, ging der Laden über den Jordan, und das Cafe, das sich jetzt dort beitgemacht hat, heisst ebenfalls Zeitgeist. Das Publikum sind die langweiligen Typen, die beim Vorgänger eingekauft haben dürften. Selbst üble bayerische Provinzkäffer haben heute solche Cafes, und nichts ist dem Charme des Besonderen abträglicher als das, was man auch in Altötting finden kann. Oder n Straubing. Regensburg ist da schon mitunter fortschrittlicher.

Die Mieten in dieser Gegend machen es eben schwer, wenn man sich halten will gegen die uniforme Pest, aber manche schaffen es trotzdem. Manche, weil sie beizeiten die Häuser gekauft haben, in denen sie sind, und andere, weil sie etwas Besonderes haben. Das dürfte der Grund sein, warum etwa die Teppichreinigung weiter unten in der Türkenstrasse jetzt immer noch genauso aussieht wie früher.



Im Gegensatz zum Prenzlauer Berg und anderen Szenebezirken ist die Maxvorstadt durchaus teuer, das gehobene Bürgertum ist nicht eine abgedrängte Minderheit, sondern eher dominierend. Während meiner Studienzeit etwa hatte ich nur drei Bekannte, die hier in der Nähe der Uni wohnten, der Rest war über die Stadt verstreut. Damals kostete der Quadratmeter - nach heutiger Vorstellung schlappe, früher enorme - 3.500 Mark. Heute kostet es immer noch 3.500 - Euro. Was dafür sorgt, dass hier auch Leute wohnen, die ihre Teppiche hin und wieder von Profis reinigen lassen, oder einen antiken Perser kaufen. Scheint zumindest zu laufen, die letzten Jahrzehnte. Etwas kürzer ist dagegen der Italiener daneben da:



Mit dem immer gleichen Sconto am Schaufenster. Italienische Mode zu Sonderpreisen, die immer gleich sind. Gar nicht so dumm, der Trick, und die Qualität ist auch in Ordnung. Zumal Kleiderkauf für Männer in der Ecke der Stadt gar nicht so einfach ist. Man landet hier gewissermassen zwangsweise, seitdem es Annas nicht mehr gibt. Weil es gut ist, und dennoch nicht so verstaubt wie Konen oder Frey in der Innenstadt, jenseits des Altstadtrings.

Das Beständige wurde natürlich abgedrängt in die Ränder des Unibezirks, aber es ist immer noch da, trotz allem, was einem das bequeme, eingelatschte alte Südschwabing heute so vermiest. Nicht alles hat sich verschlechtert, manches früher hochnäsige Antiquariat stellt heute auch Kisten mit wirklich alten Büchern und Stichen raus, was sofort die üblichen Verdächtigen anzieht, insofern: Sollte ich dauerhaft zurück nach München gehen, würde ich wieder hier landen.

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Sie können es nicht.

PRler, die noch jedesmal versagt haben, versagen auch diesmal. Erwartungsgemäss. Und kriegen dann noch nicht mal die Klappe auf, wenn sie es versenkt haben. Peinliches Schauspiel an der Blogbar.

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Donnerstag, 28. Dezember 2006

Maxvorstadt,

von der Arcisstrasse bis zum Königsplatz. Und für alle ist es das gleiche, in diesem sagenhaften Winter und unter der Sonne, die von dieser Stadt nicht lassen kann. Für die Millionäre in den bevorzugten Wohnlagen



und für die Stadtstreicher, denen die Wärme des Tages die Heizung ersetzt



und für die Ruinen des Fortschritts, die neuen, besseren, kommenden Ruinen des noch grösseren Fortschritts weichen



und für die Touristen an der Glyptothek, deren goldene Wände jetzt, am Nachmittag schimmern wie gehämmertes Gold.



Für all das hat der Himmel über der Stadt ein Herz, in diesen Tagen, bevor dann der Regen fällt auf alle, aber dann ist es schon dunkel, und auch das Glatteis geht an der Stadt vorüber. Es ist besser hier, sagen wohl alle, und vermutlich stimmt es auch.

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Donnerstag, 28. Dezember 2006

Den Feinden ein Pfahl im Fleische

Bekanntheit, kontroverse Bekanntheit zumal, führt oft zu witzigen Situationen. Lustiger als das forschende Googlen, das Gemecker und andere Versionen mehr oder weniger leichter Verhaltensstörungen, die durch das Abarbeiten einer Kunstfigur deutlich werden, ist das, was in der Realität passiert. Ich bin davon weniger direkt betroffen als Freunde von mir. Die kriegen dann oft was zu hören. Nicht immer positiv, zumal, wenn es auf irgendwelchen Bundesversammlungen der W"eb2.0-Scharlatane, PRoleten und generell Internetabschaum stattfindet. Danach bimmelt bei mir das Telefon, und es geht so:

Freund des Don: Übrigens haben sie auf dem Podium auch über Dich geredet.

Der Don (ahnend, was kommt): Ach? Nur das Beste, hoffe ich.

FdD: Naja...

DD: Komm, ich bin der höflichste Mensch von der Welt, wer sollte über mich Böses sagen?

FdD: Nun, also der X hat gesagt...

Sowas geschah heute morgen wieder. X ist eine verkommene männliche 2Loch-Pressenutte einer Internetscharlatanerie, würde ich sagen, wenn ich nicht der höflichste Mensch der Welt wäre. Dabei könnte es mir jetzt keiner verübeln, denn X meint es nicht gut mit mir. Im Gegenteil, er offenbahrte, dass es ihn unsagbar ankotzt, wenn er Rebellmarkt aufmacht und jeden Tag wieder sieht, dass es mir in meinem grosskotzigen Dasein immer noch gut geht. Und das, obwohl Leute seines Erachtens sicher zahlen würden, wenn mir mal jemand was auf´s Maul gibt. Was bei einer Kunstfigur eher schwer ist und bei ihrem Schöpfer, der neben einem oberbayerischen, seinen viehhandelnden und steuereinteibenden Vorfahren entsprungenen Körper über eine Donautaler Rauflust und einen rechtskundigen Clan verfügt, jetzt nicht zwingend eine gute Idee ist. Weil, wenn ich zuhau, hau ich zu. Soweit ich das als höflichster Mensch von der Welt mit dieser bayerischen Brauchtumspflege in Einklang bringen kann.

Aber noch ist es nicht soweit. Und nachdem ich momentan in dieser stillen Zeit auch ausgefallene Wünsche erfülle, zeige ich jetzt Bilder meines heutigen Abends, der ihm sicher allen Grund geben wird, seiner mickrigen, dummen 2Loch-Nutten-Existenz mittels Wut einen kleinen, mickrigen Sinn zu geben. Denn heute war ein Abend ganz nach meinem Geschmack: Rauh, satt, lustig, laut, scharf und gut gewürzt. Ich ging also hungrig in die Küche, schaltete das Radio ein, und hörte:

Voi che sapete
che cosa è amor,
donne, vedete
s'io l'ho nel cor.


Nun mag ich das Gesäusel des Cherubino so gar nicht, ich hatte eher Lust auf etwas Handgreifliches, und während Susanna und die Gräfin dem Jungen ein paar nicht jugendfreie Dinge sagten, trieb ich wie ein Infanterist das Bajonett den Dosenöffner in die Bohnendose, denn wie heisst es nicht so schön:

Dort vergiss leises Flehn, süsses Wimmern,
Da, wo Lanzen und Schwerter dir schimmern


Und wahrlich, es schimmert bald im Kerzenschein, das Chile senza carne:



Wir brauchen pro ausgewachsenem Bayern oder 2 hungerleidende Castingalleegirlies:

1 rote Zwiebel, kleingehackt, in
3 Esslöffel Öl gedünstet, dazu
1 zehe Knoblauch
2 scharfe Paprikaschoten
5 gewürfelte Tomaten, die dazugeben und
3 grosse, spitze Paprika, die in schmale Streifen geschnitten und hinzugefügt werden,
1 EL gemahlenen Kreuzkümmel,
40 Gramm grobes Kichererbsenmehl für Falafel, das in
Rotwein aufquillt und hineinkommt sowie am Ende
1 Dose mit ca. 240 Gramm Kidneybohnen

Das dann 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, mit Thymian würzen, salzen und ab auf den Tisch, in der Pfanne, grob und ungehobelt unter all dem Silber, aber zur Hölle mit denen, die Chili aus dem Teller essen - Pfanne, Gabel, Brot, mehr braucht es nicht zum glücklich sein, und dann singen sie auch mit mir im Quintett:

Al dolce contento
di questo momento,
quest'anima appena
resister or sa.




Natürlich hält es nicht bis über das Ende des 3. Aktes, das Ende aller Ränke von Almaviva wird auf dem englischen Sofa genossen, das jetzt praktischerweise gleich neben der Küchentür steht. Zusammen mit einer guten Kanne Tee und Pirandellos "Einer nach dem anderen", frisch bei Wagenbach Salto neu erschienen und beim Buchhändler des Vertrauens erworben:

Son storditi, son sbalorditi,
oh che scena, che piacer!




So ist das, hier bei mir. Morgen fahre ich nach München. An den PRoleten werde ich nicht mal denken. Warum auch. Ich kaufe ein paar aussergewöhnliche Dinge, besorge einige Büsten für mein Esszimmer in der Antikensammlung, und gehe mit einer wunderbaren Frau essen, e giubilar mi fa.

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München, wie wir es lieben

Das grossartige, einzigartige Isar-Athen in den Augen und den famosen Worten eines verlorenen, wieder aufgetauchten Sohnes, beim Mann, den sie den heiligen Burnster nennen: Überfluss, Reichtum, diese fette, zufriedene, etwas beschränkte und doch liebenswerte Stadt.

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Dienstag, 26. Dezember 2006

Parma in der Garage

Der katholische Cristenmensch aus dem Rheinland erzählt, dass die Töchter da sind, und auch der Ehemann der einen. Er klingt dabei gleich ein wenig frostiger, als hätte er Rauhreif in der Stimme. Aber alles in Ordnung, bisher. Sehr harmonisch. Also. Was er nicht sagt ist, dass der Schwiedersohn evangelischer Pastor aus dem Norden ist, aber das weiss ohnehin hier jeder.

Dann sagt der katholische Cristenmensch, nur die Sache mit dem Parmaschinken, die musste anders als sonst gelöst werden. Weil es da letztes Jahr ein Problem gab. Da hat der Pastor nämlich den ganzen Schinken schon am ersten Tag gegessen. Der ist nämlich so, dass er, wenn er am Tisch hockt, nach dem Gebet gleich die Hälfte alles Sachen auf seinen Teller schiebt, ohne zuerst die Frauen zu bedienen, und das dann auch nicht macht, sondern gleich losfrisst, bevor die Dame des Hauses Platz nimmt. Und das ist ja keine Art.

Der katholische Cristenmensch hat nichts gegen Diener des Herrn und auch nichts gegen Preussen, er ist nur für Manieren. Und er findet es fragwürdig, wenn so einer dann kommt und den ganzen Tag die Vorräte frisst und dann noch nicht mal höflich fragt, ob er bitte noch etwas bekommen könnte. Statt dessen erschallt die Frage, ob noch mehr da ist. Nicht mehr, nicht weniger. Das sind solche Preussen vom alten Schlag mit einem "von" im Namen und Verhalten wie ostelbische Junker und Kriegsverbrechern in der Ahnengalerie und einem Benimm wie an der Ostfront. Aber deren Verhalten ist es, das den katholischen Cristenmenschen das Antworten leicht macht.

Auf "Oh, der Schinken war phänomenal, könnte ich bitte noch ein Stück haben", könnte man nicht zugeben, dass es billiger Schinken einer Discounterkette ist, bei der geschmacklose New Economy Pleitiers das Zeug zum Verseuchen des Kühlschrankes und katholische Cristenmenschen das Füllfleisch für den Pastor kaufen. Man müsste sagen "Aber gerne, ich hole noch welchen". Stellt die Person aber die unhöfliche Frage, ob noch mehr da ist, und unterstallt damit die Möglichkeit, dass man nicht ausreichend habe; die anderen müssten dennoch daraus schliessen, dass er mehr will und sie den Schinken holen müssen, kann man mit einem klaren, kurzen Nein antworten. Was auch geschehen ist.

Der katholische Cristenmensch muss dafür noch nicht mal lügen, denn tatsächlich ist der Vorrat an Billigschinken begrenzt. Der Parmaschinken allerdings ist in der Garage versteckt, und das in enormen Mengen. Weil der Pastor auch in die Küche geht und den Kühlschrank öffnet, der nun so kahl ist wie das Innere einer protestantischen Kirche. Der katholische Cristenmensch hofft, den Pastor so zu erziehen. Wenn man ihm schon durch das eigene Beispiel keine gute Manieren beibringen kann, dann muss man ihm eben das schlechte Benehmen austreiben. Und sei es mit Hunger und klaren Absagen.

Und ich verstehe jetzt, wieso unsere Katzen dauernd bei denen in der Garage auf der alten Kommode sind. Hier, im besseren Viertel der Stadt, wo die guten Leute wohnen.

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Dienstag, 26. Dezember 2006

Real Life 24.12.06 - Von einer, die auszieht.

Es könnte ein Abschlussball sein, eine Abiturfeier, die Überreichung des Magisterzeugnisses, wenn man nach dem Äusseren gehen wollte. Die Herren sind in Schwarz, dreiteilig, und der ein oder andere trägt heute sogar eine Vollsavonette statt der üblichen Rolex. Die Krawatten und Fliegen auf den weissen Hemden jedoch sind gelockert, die Krägen geoffnet, und so manches Sakko sitzt nicht mehr ganz optimal, nach der heimischen, fünfgängigen Stopfung ohne jeglichen sportlichen Ausgleich, wollte man die Flucht in die Altstadt nicht unter lebenserhaltung, sondern unter Leibesertüchtigung abhaken. Das kann es aber nicht sein, denn der Rest der legendären 11b, die letzten Unverheirateten der einzigen Jungenklasse des Gymnasiums, befüllt den Leib mit Alkoholika, als gäbe es kein Morgen mehr und kein Resteficken heute Nacht. Aussenstehende aber wissen nicht, dass die 11b sich vor allem aus Kindern von Grossbauern zusammensetzte, und so fehlt Ihnen das Einfühlungsvermögen in die Volumina, die in so einen 11bler passen. Du aber, der du damals schon bei den Austragshausparties im Donaumoos dabei warst und dem abschliessenden Novemberschwimmen im Dorfteich, um dann die Physikschulaufgabe ernüchtert antreten zu können, du weisst, was geht. Selbst wenn du nur Tee trinkst.

De Boazn is gschdegt voi mit vor allem jüngeren Semestern, aber kaum Zugreisten, denn die sind alle daheim, und ihre Standardkneipen sind eher leer. Hier aber wackeln die Wände vom Lachen, als die Geschichten über die anderen abgeglichen werden. Die, die im gegensatz zu ihren Sprüchen von damals heute nacht brav daheim sitzen, oder vielleicht später heimlich kommen, während die Frau die Blagen aus der Kirche nach Hause bringt. Die, sie sich dann immer komisch fühlen, wenn die unverheirateten Reste der weiblich dominierten 11c vorbeikommen. Man kennt sich ja noch aus der Klassenfahrt nach Rom. So ist das. Der 24. Dezember zeigt gnadenlos auf, wie es um euch alle bestellt ist, wer die Ideale noch lebt und wer draussen vor der Stadt vegetiert, in seinem Einfamilienhaus mit Nachwuchs und mässig funktionierender Beziehung.

Du machst eine kleine Runde, begrüsst die Reste der humanistischen Oberrealschule und die abgefallenen Töchter des Mädchenpensionats mit geschenktem Abitur und freust dich, dass die, die mit 33 allen Begehrlichkeiten des geregelten Lebens widerstanden haben, auch heute noch der Bürgerlichkeit entsagen. Das Vorankommen wird zunehmend schwierig, aus der Tür drängeln sich die ersten Gottesdienstbesucher ins Warme, mancher schaut etwas verlegen drein, wie es so ist, wenn man als Ü30 noch von den Eltern mitgeschleift wird in den eiskalten Steinsarg, und man sich nicht widersetzen kann. Du redest noch mit Sabine, die inzwischen den Laden von Dad übernommen hat und immer noch oder schon wieder ein gschlampertes verhältnis mit einem anderweitig verheirateten Mann hat, da siehst du Iris von hinten, ihre lange, dunkle Silhouette, ihren bestimmten Gang, der sich nie wieder von einem Ehemann wird hemmen lassen, höchstens noch von einer der seltenen depressiven Anfälle, alle zwei, drei Tage. Jürgen ist sowieso gerade dabei, Sabine zu übernehmen. Also verabschiedest du dich so hastig, dass Sabine fragt, was los ist, und Jürgen deutet auf die Neuangekommene und sagt, dass der Don der Iris ja verfallen ist. Jürgen war schon in der 11b ein Arschloch.

Du aber hast eine Aufgabe, eine Pflicht zum Schenken, schliesslich stand der nicht ganz schlichte, kristallübersähte Leuchter für den Nachttisch schon seit Monaten offen in deiner Wohnung rum, wurde von ihr sehr bewundert und wechselt so jetzt den Besitz. Ein Küsschen hauchst du auf ihre Wange, schnupperst an ihr, wirst leicht geschüttelt von der Ähnung von Kälte und Weihrauch, die aber schnell von dem herbwarmen Ton ihre Parfüms überdeckt wird. Sie guckt in das Geschenk, freut sich, hat nichts für dich und meint dann unversehens und ernst: Ich muss dir was zeigen.

Einen neuen Mann?

Nein. Übler. Komm.



Und so eilt ihr hinaus in die kalte, nebelverseuchte graue Weihnachtsnacht, was soll´s, Kinder werden ohnehin zu viele geboren, das kümmert nicht, aber ihre Laune ist nicht gut. Durch die engen, krummen Gassen der Oberstadt führt euer Weg, keine Seele und nur wenige Messenbesucher sind unterwegs, und Iris will nicht sagen, was sie in diese Gegend führt. Dann hält sie vor einem Haus inne, drückt sich an die Tür und sperrt auf. Du folgst ihr ins Innere eines sanierten, alten Professorenhauses, sie geht die Treppen nach oben, und sperrt eine Wohnung im zweiten Stock auf.

Das ist es, sagt sie, das haben sie mir geschenkt. Damit ich endlich wieder auf eigenen Beinen stehe, soll das wohl heissen. Du streifst durch die Räume, durchaus angemessen für ihren sozialen Stand, 3 Zimmer, Bad, Galerie und eine Wohnküche, die, wenn sich der Nebel hier in fünf Monaten gelichtet hat, sicher ganz nett und freundlich im Morgenlicht erstrahlen wird. Stuck fehlt noch, Kronleuchter, all das, was man so zum Leben braucht, aber die Basis ist prima und das frische Weiss der Wände wartet nur darauf, in warmen Farben überstrichen zu werden. Und das alles keine 10 Minuten vom Stadtpalast.

Grossartig! Phänomenal! Knorke! brichst du in Entzückenskieksern aus, endlich keine langwierigen Gespräche mehr mit ihrem Vater über dessen konservative Politikeinschätzung, wenn Iris mal wieder 30 Minuten länger im Bad braucht, kein Earl Grey mehr, den man in deren Haus serviert, ohne Rücksicht auf deine - nie zugegebene - Abscheu vor Bergamotte, du weisst ja, was sich gehört.

Iris steht im Türrahmen, schaut an die Decke und sagt: Weisst du, was so schlimm daran ist? Als meine Eltern so alt waren wie ich, hatten sie sich schon zwei Autos verdient, ein Haus erworben und umgebaut, eine Position im Leben, ein Kind grossgezogen und nie erwartet, dass ich mit meinen Noten und den Startbedingungen es nötig haben würde, mir von ihnen eine Wohnung schenken lassen zu müssen.

Du protestierst und verweist darauf, dass auch eure Eltern damals Autos geschenkt bekamen; grünelfenbeinfarbene Käfer Cabrios etwa und später die abgelegten Isabellas der Väter, von der die Legende geht, dass ihre Mutter den ihrigen Ende der 60er mit Paisleymotiven bemalen liess, und ausserdem war die Heirat ihrer Eltern ja auch durch den dicken Bauch von Mama bedingt, das Haus draussen vor der Stadt kam dann von ihrem Grosspapa. Und überhaupt, wenn man nur mal nach Berlin schaut, wie sie dort sorglos in ewiger Jugend und im Wissen, dass sie mangels Nachkommen ohnehin alles durchbringen können, in ewiger Jugend Richtung Vergreisung gehen - von denen lernen heisst froh sein lernen.

Aber nichts vermag die Betrübnis von ihr zu nehmen, und irgendwann später, nachdem sie zwischenzeitlich schon auf dem Sofa eingeschlafen ist, ist sie dann aufgewacht und wieder hinausgefahren in die Vorstadt, in die sumpfige Niederung heim zu den Eltern, die jetzt mit ihr Ralph Lauren Home Kataloge wälzen und nicht begreifen, was sie jetzt schon wieder hat, obwohl sie doch alles hat.

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Allerlei Porno für die Sucher

Auch während der Feiertage fällt die Zahl derer, die hier auf der Google-Suche nach "Ficken" und anderen sexuellen Zeitvertreiben eintreffen, nicht auf weniger als 150. Normalerweise werden sie ja bitter enttäuscht, denn wer wäre ich, dass ich mich um die Wünsche der Leser kümmerte, aber diesmal will ich nicht so sein, ich mein, es ist X-Mas, diesmal kriegen die Sünder den besten Porno des XVI., XVII., und XVIII. Jahrhunderts hier geliefert.



Titten!



Striptease!



Verführung!

Scharfe Oldies aus Norditalien. Nur das Beste von heute, das bleibt mein süsses Geheimnis.

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Sonntag, 24. Dezember 2006

Der Schmarrn hat auch sein Gutes

Nachher gehen die Aberimmernochgläubigen mit den Mitgeschleiften und den Erzkatholen in das gotische Kirchenloch, um sich eine Erkältung zu holen, und die Heiden wie ich warten solange mal im verräuchtern MO, um dann später die kirchenmitgeschleiften Frauen zu knutschen und nicht zu erwähnen, dass durchgefrorene Frau irgendwie gar nicht so gut schmeckt, wer wird denn kleinlich sein. Dann lacht man über Scheidungsprobleme und darüber, wie doof man damals war. Wie jedes Jahr. Das ist so eine Art Jahresabschlussergänzung, das 13. Monatsgehalt in Sachen Tratsch. Eine Ergänzung ist übrigens auch dieses Präsent:



Nein, es passt überhaupt nicht zu den von mir präferierten Silberstreuern. Aber dafür prima zu schon erhaltenen Präsenten. Die anderen gönnen einem ja sonst nichts.

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Bad News is Bad News2

Ich würde jedem raten wollen, sich mal diesen Artikel in der Zeit von 2001 sehr genau durchzulesen. Unter besonderer Berücksichtigung von Net Business, Peter Turi und Martin Fischer. Oder den Artikel des Manager Magazins.

Und dann diesen Artikel von 2001 bei Heise. Und zu bedenken, wie es unter gewissen Leuten läuft, wenn es mal nicht so läuft. Sowie diesen Beitrag über Turis Pleite mit der Net Business. Und diesen Artikel über den Niedergang der Milchstrasse.

Auf Martin Fischer, den ehemaligen Milchstrasse-Geschäftsführer, trifft Peter Turi, Ex-Besitzer der 2001 von Milchstrasse in die Wüste geschickten Net-Business, jetzt erneut. Momentan werkeln sie eifrig und still am Launch ihres neuen Dings - aber wie es nun mal so ist im Leben, es gibt neben devoten Abschreibern, die vor Entrepleitiers einknicken, auch noch Leute, die mal etwas genauer hinsehen und andere am Wissen teilhaben lassen. Also, so schaut der Plan bei denen aus:

Die Website und der Name: http://www.medien2.de - gehört Peter Turi, ist aber noch verrammelt. Weitere Seiten wie Marketing2 und Anzeigen2 sind auch schon registriert.

Das Blog: Zu dumm, dass Turi es mal wieder nicht lassen konnte. http://medien2.blog.de ist neben anderen schon da. Test Test.

Die Firma: medien 2.0 Verwaltungsgesellschaft mbH,
Martinistr. 11, 20251 Hamburg, eine Gmbh mit der Einlage von 25.000 Euro. Viel ist das nicht.

Die Leute: Geschäftsführer sind Peter Turi (s.o.) Martin Fischer (s.o. und hier) und André Klotzsche, Geschäftsführer einen Hamburger Steuerberatungsgesellschaft.

Die Umsetzung: Peter Turis Partner von blog.de, jetzt agierend unter mokono GmbH, sind mit von der Partie.

Ergebnis: Kress ohn(lin)e Markt, denke ich. In Blogform. Gähn.

Lebenserwartung: Boocompany freut sich 2.0. 1. Insider hier schon vor der Pressemitteilung.

Mitarbeiter: Jeder, der es wissen wollte, wird es gewusst haben.

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