Sonntag, 24. Dezember 2006
Der Lebkuchen

Das sind nämlich die, die Bayern und seine Bewohner verstanden haben. So ist das hier. Wobei man nicht alles verstehen muss. So lief ich heute in die Arme des grössten Faktotums der Stadt, und wie ich dem Gast vorhergesagt habe: Das Faktotum hat meine Frau Mama angerufen, ihr mitgeteilt, dass er mich und den Gast in der Stadt gesehen hat, und er wird mich überzeugen, dass ich den Gast heirate, wenn schon meine Liebste nicht heiraten will. Und alles Abstreiten, Leugnen, Hinweisen auf die Liebste und betonen der ganz normalen Bekanntschaft wird mir nichts helfen - er weiss, was gut für mich ist, und ausserdem bin ich ja so eine gute Partie. Privatsphäre? Selbstbestimmung? Kennt hier keiner.
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Pauli vs. Stoiber vs. Don
Für einen Sieg der Pauli mit Abgang Stoiber spräche, dass eine Pauli den endlich nötigen Umbruch der CSU herbeiführen könnte. Der Stoiberismus ist letztlich nichts anderes als die Spätform des Straussismus, der den neuen Erfordernissen halbherzig angepasst wurde; eine neue, schlichtere Fassade vor dem alten, verfilzten CSU-Palast mit seinen Hofschranzen und dem Schimmel an den Wänden, dem gigantischen Bierkeller und all dem darin gedeihenden Ungeziefer. Bei aller wirtschaftlichen Modernität ist die Denke von Thron und Altar heute nicht mehr zu halten, Bayern ist über weite Strecken nicht mehr das Böllerschützenparadies mit Alpenkulisse. Selbst die Dörfer haben sich durch das Bevölkerungswachstum massiv verändert. In den Neubaugebieten wohnen Menschen, die mit der alten CSU-Struktur aus Landfrauen, Kriegerverein, Bolzplatz und Freiwilliger Feuerwehr nichts mehr zu tun haben. Die sind von einer geschiedenen Pauli auf der Ducati erreichbar, aber nicht mehr von der verstaubten Stoiberbürokratie in München, die über weite Strecken nur noch dem stoiberschen Machterhalt dient.
Stoiber selbst ist inzwischen auf einem Kurs, der schon Helmut Kohl nicht gut getan hat: Verbohrt, uneinsichtig, und von dummdreisten Vergötterungen a la "der geborene Spitzenkandidat" seiner Raubritterrunde unterstützt. Das Bayern, für das Stoiber zu stehen versucht, ist kleiner geworden, und andere wie Seehofer könnten das genauso ansprechen. Die Erzkatholen werden die CSU auch nioch wählen, wenn sich zeigen würde, dass der gesamte Parteivorstand in schwarzen Messen Ministrantinnen mit Drogen abgefüllt hätte. Für die gibt es keine Alternative. Verlieren kann die CSU aber in der Mitte - und die hat Stoiber und Merkel schon bei der letzten Bundestagswahl die Gefolgschaft verweigert. Nachdem die CSU zum Machterhaltungsorgan verkommen ist, wird sie unter Stoiber sicher nicht anfangen, die nötige Öffnung einzuleiten. Die Hubers, Söders und Becksteins können nicht den Schwenk vollziehen, der die Partei auch nur als konstruktive Opposition zur gegenwärtigen Gesellschaft positionieren könnte. Nicht umsonst werden Linksabweichler wie Seehofer bei jeder Gelegenheit hintenrum mit Dolchen gespickt. Der offizielle Parteiapparat hat Angst davor, sich zu verändern und dabei unter die Räder zu kommen, wie 1989 die SED-Bonzen.
Der kurzfristige Schaden, den ein Erfolg von Frau Pauli über die CSU bringt, ist meines Erachtens nichts gegen den langfristigen Schaden, den ein Sieg von Stoiber zur Folge haben wird. An der Entwicklung von Bayern weg vom alten Bierdimpflsumpf kann die CSU so oder so nichts ändern. Unter einer Person wie Seehofer würde die CSU aber am Ruder bleiben. Das hat sie nicht verdient. Schöner und gerechter wäre es, wenn sie in einer langen Folge von Skandalen, Panik und internen Bruderkriegen ihre Macht verlieren würde.
Und deshalb sage ich: Pauli, mach den Stroiber alle! Pack den Dreck auf den Tisch! Und Ede, lass Dir von dem Weibadsn nix gfoin! Los! Killt Euch! Letztlich ist es mir wurscht, was wer im Parteivorstand die letzten Jahrzehnte an Sauereien abgenickt hat, von den Sautergeschichten über den Versuchsreaktor bishin zu den geschönten Waldschadensberichten - sie waren alle mit dabei, und es wäre gut für Bayern, wenn sie alle weg wären. Bayern braucht die CSU nicht, die CSU braucht Bayern wie die Zecke das Wirtstier. Ich will sie nicht modernisiert sehen, und nicht veraltet und marginalisiert - ich will sie tot haben. Also macht hin. Mit Stasimethoden und Lügen, mit Bestechung und Erpressung. Basst scho.
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 23. Dezember 2006
Und 46 in Burma...

"Well, Booldog, ol pal, you might remember Sgt. Hockeystick, who shot down that nasty CEO back in 03, and when the pathologe buried him, we had that party over at Che´s camp..."
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Awareness former known as bullshit
Awareness also. Schmarrn. Awareness ist was für Sickos. Wie diesen Typen auf dem Podium, der letztes Jahr nichts gerissen hat. Die nach Awarenss geifernden Schleimbatzen mit Blogsoftware, deren Namen man hier nicht erwähnen muss, laufen auf dem Stoff, wenn die Pillen und das Koks alle ist. Ansonsten ist Awareness eher ein Klotz am Bein. Sie ist das imaginäre Augenpaar, das einem virtuell über die Augen schaut, die Hemmung, die manche haben, heute noch den Abschaum als Abschaum zu bezeichnen, der Hintergrund der dicken Zigarre, die sich manche Veteranen angezündet haben, wenn sie heute das mal berüchtigte Blog füllen. Awareness ist für die einen Crack und für die anderen das Fettpolster, und für manche beides, aber es ist kein Wert. Schon gar nicht im Internet mit den vielen strukturellen Analphabeten, dem superkurzen Hirn und der Unfähigkeit, Geschichten extensiv zu fahren.
Bestenfalls ist Awareness also wertlos und glücklicherweise sehr flüchtig. Wäre es eine Währung, müsste man von Hyperinflation sprechen, was den Einzelnen betrifft. Awareness ist nicht nachhaltig, es ist der komplett hochgeladene Ordner einer Speicherkarte, das dumme, miserable Photo, die Funpicseite mit Blondinen, die Denke der SPONacken, der hirnlose Kommentar, die Wichse der Werber, der Prostitutionslohn der PR, der hingeschmierte Kommentar, das Fehlen des Denkens, der Herdentrieb, das Fastfood, den alle fressen und am Ende jede Form von Scheisse, für die auf Dauer keiner irgendwas zahlt.
Das, was wirklich wertvolle Menschen als Lesezeit einem Blog schenken, ist keine Awareness, es ist Zuneigung - zumindest empfinde ich das so bei meinen Lieblingsblogs. Denen bleibe ich konstant erhalten, als Freund, als Bewunderer und mit verträumten, staunenden Augen. Sie sind mit Hauptmedium, Vergnügen, Freunde und noch vieles, was nie offen im Blog stehen würde. Das hält, da warte ich auf Neues und freue mich, von ihnen zu lesen.
Und dafür, für all das Schöne, egal ob von mir empfunden oder über mich gedacht, möchte ich mich hier bedanken. Feiert schön.
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Und Ede wusste natürlich nichts
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Freitag, 22. Dezember 2006
Die längste Nacht

Und sie ist auch schon wieder vorbei. Was meine Person angeht, könnte jetzt langsam mal der Frühling kommen, so in ein, zwei Tagen.
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Grundkurs Logik bei SPON
Als sie nach Hause kam, fand sie nur noch eine rauchende Ruine vor: Das Haus der "Lost"-Darstellerin Evangeline Lilly auf Hawaii ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Schauspielerin wurde nicht verletzt.
Ne, echt jetzt?
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Sie tanzten nur einen Herbst
Wie das mit dem Nichtraucherschutz werden soll, wundert ihn schon etwas. Er kann ja nicht jede viertel Stunde rausgehen und den Nachbarn bitten, auf den durch das Rumschleifen schon ziemlich ramponierten Apple aufzupassen. Gut, wenn sich das mit der Auftragslage nicht bessert, wird er das Ding sowieso nicht halten können. Diese Ärsche von der Filmfirma, ihn monatelang Entwürfe einreichen lassen, und dann behaupten sie, es hätte keine Absprachen gegeben. Die ganze Sicherheit ist futsch, und Vanessas Laden, für den die Seite gerade ist, hat auch ziemlich wenig Umsatz gemacht während der letzten Wochen. War keine so gute Idee, einen T-Shirt-Shop im Winter aufzumachen.
Schon wieder geht die Tür auf. Er erkennt am Luftzug, dass der Depp die Tür nicht schliesst, und sie ganz langsam, der Kälte eine Bresche bietend, zurückfällt. Er hebt den Kopf, um den Neuankömmling anzuraunzen, aber es ist Marc von der PR-Agentur, von der keiner weiss, welche Kunden sie eigentlich hat, und Marc ist sowas wie ein potenzieller Kunde. Nicht wirklich Kunde, aber jemand, der vielleicht einen kennt, der was braucht. Also grüsst er Marc, aber der übersieht ihn, ist ja nur ein weiterer Notebookpenner auf dem Stangerl, auf dem keine goldenen Eier gelegt werden.
Dier Bedienung, so eine verhungerte Blondine kommt vorbei und fragt ihn, ob er jetzt noch was zu trinken will oder ob er zahlen möchte. Blöde Kuh, denkt er, und sucht sein Kleingeld zusammen, um es ihr auf den Cent genau zu geben. Ja ne is klar, die brauchen den Platz für zahlende Gäste, die sich nicht 3 Stunden an einer Tasse Kaffee festhalten. Er klappt den Apple zusammen, grüsst die anderen, die aber alle im Stress sind und nicht aufschauen, und geht hinaus auf die Brunnenstrasse. Der leichte Wind ist bitterkalt, der Winter hält Einzug, und von nun an wird es übel, für 4, 5, 6 Monate ist Schluss mit dem Rumlaufen und draussen was tun. Wird teuer, das alles. Na, wenn Mami ihm zu Weihnachten sagen wir mal 1000 Euro alles in allem zusteckt und er einen Rucksack voller Fressalien mitnimmt, dann reicht das bis März, wenn sie wegen der Nebenkosten von 2004 nicht vollstrecken. Isa kann ihm vielleicht helfen, die hat auch keine Kunden für ihre Kanzlei, stimmt, die macht das vielleicht für einen Zehner, irgendwas wird sich in der Rechnung schon finden, man kennt ja die Berliner Schludrigkeit. Oder er haut ab und zieht um, das wäre ja nicht das erste Mal. Die Stadt ist gross genug.
Jetzt erst mal packen, dann die Mitfahrzentrale checken, und daheim die alten Kumpels treffen, im lahmen Kaff. Na, denen wird er was erzählen, wie saucool das so als Kreativer in Berlin ist. Und nächstes Jahr macht er ihn dann, den ultimativen Berlinroman für die Post9/11Welt, cooler Webdesigner trifft auf islamistischen Dönermann, dessen Schwester ausbrechen und Photographin werden will.
Wird sicher ein Renner. Oder so.
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Donnerstag, 21. Dezember 2006
Der Gast kann kommen

Und wohnen wird der Gast ohnehin oben, in der Gästewohnung, während ich hier unten weiter entmülle.
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Absage
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Real Life 19.12.06 - Kunst besiegt Grenzen
Meine kleine Schwester hatte Stress .... da war noch diese Besprechung .... ich konnte nicht gleich weg .... und Parkplatz ... und überhaupt .... quillt es entschuldigend und hastig aus dem Munde des Mannes hervor, der dir nicht unähnlich ist, und langsam kommt dir der unschöne Verdacht, dass du es tatsächlich bist, der hier gerade versucht, auf dem weiblich dominierten Feld der Ausreden die 2. Niederlage des Tages zu kassieren, nachdem deine kleine Schwester eine superlockere Ausrede hatte, dich eine Stunde in einem anderen Raum mit ein paar PR-Tanten schmoren zu lassen.
Und, würgt dich die Prinzessin 2. Grades unwirsch ab, wie war es? Hat sie alles kassiert? Du blamierst dich auf Lebenszeit damit, etwas bei der Chefin auf asiatisch radebrechend zu bestellen und wünscht dir, dass deine
Also, sagst du, die Lage ist so: Es gab nur, leider nur 12 Bildseiten von Yoshitoshi, und 16 Textseiten. Genommen habe ich alle. Genommen hat sie dann auch alle, aber erst mal nur zur Ansicht. Also, die Bilder. Aber sie will nur die Kriegsszenen, das heisst, der Lautenspieler und die Maler und die zarten Damen bleiben alle mir, hoffe ich. 6 mal Splatter für sie, 6 mal angenehmes Leben für mich. Wenn die Habgier bei ihr nicht einsetzt. Also, sagen wir mal, 50/50, dass ich auch was abbekomme.
Und das da, fragt die Prinzessin 2. Grades und deutet auf die Kartons? Ein Stich nach Szothard, sagst du und reichst ihr die weithin bekannte "Vintage", zwei dralle französische Rötelzeichnungen und das da, du ziehst die grösseren Kartons hervor, sind zwei Holzschnitte von Hokusai aus den 100 Ansichten des Fuji.

Die beiden Koreanerinnen neben euch, die bislang über irgendwas auf koreanisch vor sich hingekichert haben, verstummen schlagartig. Das sind dann so die Momente, in denen man erwartet, dass jetzt irgendeines dieser Mädchen irgendwas mit einem langen, scharfen Schwert macht, das nicht wirklich angenehm ist und für europäische Konfliktvorstellungen unangemessen erscheint. Koreaner reden über Japaner gemeinhin wie Griechen über Türken und Bayern über Österreicher, was in allen Fällen darin begründet liegt, dass man von denen mal besetzt war - und nebenbei wohl auch darin, dass man sich in den ersten beiden Fällen dank Feindschaft keinen Gedanken darüber machen muss, dass man genetisch jeweils die ziemlich gleiche Pampe sein sollte, was bei Bayern und Österreichern natürlich ganz anders ist, der Bayer unterscheidet sich grundlegend von den in Braunau beginnenden Degenarationen auf der falschen Seite von Inn und Salzach. Was ein würdiger letzter Gedanke gewesen wäre, wenn jetzt jemand irgendwelche Szenen aus der Werbung nachgestellt hätte. Von wegen, dass die Suppe zu salzig und die Holzschnitte zu japanisch sein sollten.
Hokusai, fragt eines der Mädchen. Echt? Darf ich mal? und zieht das Bild, ohne auf eine Antwort zu warten, zu sich rüber, und in ihren Augen erstrahlt ein warmer Glanz, der im völligen Widerspruch zur dargestellten, kalten Winterszene ist.
Was hättest du gemacht, wenn sie dich gefragt hätte, ob du es ihr schenkst, will die Prinzessin 2. Grades später, auf dem Weg zum Auto wissen. Du ahnst die tückische Falle in ihren Worten, du willst es behalten und deshalb lügst du sie an und behauptest, du hättest natürlich widerstanden. Was noch zu prüfen sein wird, denn die Koreanerin hat deine Nummer, damit sie dich anrufen kann und erfahren, ob deine Quelle noch weitere Holzschnitte von Hokusai hat. Und wenn nicht, nun...
Hinweis: Kleine raffgierige Schwestern hat es auch hier.
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Dienstag, 19. Dezember 2006
Scheintot, oh Baby, Baby, scheintot
Sind sie mangels Fleischtöpfen verhungert? Auf dem Weg vom Lobbyisten besoffen in den Hauseingang gekippt und dort erfroren? So kalt war es nicht... Oder einfach nur faul in Urlaub, Parteispenden verbraten? Gibt es sie noch? Wollte da nicht jemand was machen mit Alternativen zur grossen Koalition? HALLO?
Schweigen. Na ja. Der Aff ist tot, um es mit Shakespeare zu sagen - passt schon. Kein Verlust.
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Dienstag, 19. Dezember 2006
Her mit den Asiatinnen!
Dort erschien dann auch pünktlich mein Kontaktmann, und meinte, der eigentliche Gesprächspartner könne gerade nicht weg, er würde mich aber hinfahren. Ich setzte mich also in seinen Wagen, wir verliessen München Richtung Westen, dann telefonierte der Herr am Steuer in einer anderen Sprache und lenkte den Wagen auf einem Parkplatz an der Autobahn. Dort stand ein schwarzer Mercedes und ein ebenso schwarzer VW-Bus. Aus dem Bus quollen drei Kleiderschränke, ein vierter vom Fahrersitz des Mercedes, der öffnete die Tür, und ein Herr kam heraus, sowie zwei indezent geschminkte jüngere Frauen mit allem, was die westliche Luxusinsdustrie oder möglicherweise asiatische Fälscherwerkstätten so hergeben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Der Herr der Kleiderschränke sagte dann, dass das Interview jetzt nicht so wichtig wäre, ihn würde es interessieren, was der Sendung eigentlich kosten würde, denn den bräuchte er, und zwar bald.
Ich versuchte ihm dann schonend zu erklären, dass ich lediglich Reporter sei und er sich in dieser Sache an den Chef der BLM wenden müsse, er solle sich aber keine allzu grossen Hoffnungen machen, in Bayern könne man nicht einfach so Sendungen kaufen. Und auf Nachfrage: Nein, es gibt da wohl auch keine Ausnahme, das läuft hier wirklich etwas anders als in Weissrussland, das er als Beispiel anführte. Nein, auch genze Sender könne man hier nicht einfach so erwerben. Gerne aber zeigte ich mich bereit, ihm einen Kontakt mit den Verantwortlichen zu machen, aber hier jetzt gleich was Endgültiges machen - das ginge nicht mit mir, sondern nur mit dem Chef der BLM. Wenn überhaupt.
Dann brachte mich mein Kontaktmann zurück nach München, ich wunderte mich über meine Verteidigung der verfilzten bayerischen Medienlandschaft und rief danach bei der Vertrauensperson an, um die Lage zu erklären. Was in der Folge dann zu ein paar Turbulenzen woanders führte, weil man die in dieser Szene ohnehin üblichen Vorwürfe der russischen Mafia als bestätigt ansah. Der Herr jedenfalls hat sich nicht mehr bei mir gemeldet, der Chef der BLM wurde nicht unter Vortäuschung falscher Tatsachen auf einen Parkplatz gebracht, und Sender hat er zumindest in Bayern auch keine gekauft. Auch wenn radio Horeb so klingen sollte: Das ist die religiöse Konkurrenz, mit der hatte der Herr nichts zu tun, und angesichts der Frauen in seinem Mercedes hätte es wohl auch anders geklungen.
Trotz dieser schlechten Erfahrungen werde ich morgen mit dem Auto auf einen Parkplatz in der Nähe von München fahren und dort einen Mann treffen, der in seinem - allerdings gelben - VW-Bus Frauen mit sich führt. Frauen fern der Heimat, grazile Geschöpfe aus Japan, Korea, China und Kambodscha. Ich gebe das zu, ich will sie haben, denn ich kann sie stundenlang anschauen. Für meine Küche, für mein Bad, mein Schlafzimmer und meine Vitrinen. Sind sie doch aufgemalt auf Seide, Porzellan, gegossen aus Bronze und gedruckt auf Papier. Einen Platz auf meinem Blog bekommt der Verkäufer hiermit auch, und dazu noch Geld. Nur seinen Namen verschweige ich natürlich, denn solche Quellen teilt man nicht mit anderen.
So also geht es zu auf den Parkplätzen der Republik. Vielleicht kommen auch noch ein paar kesse, gerundete Französinnnen des XVIII. Jahrhundert als Rötelzeichnung dazu. Meine kleine Schwester giert schon nach ihrem Anteil. Allein meine Frau Mama ist untröstlich, und auch das Argument, ansonsten könnte ich zugunsten meiner Gier nach Frauen meinen Besitz allenfalls in den gnadenlos überteuerten Freudenhäusern des Bayernlandes verschwenden, vermochte sie nicht gnädig zu stimmen. Egal. Her mit den kleinen Asiatinnen!
nachtrag: falls kenner unter den lesern sein sollten, ich sage nur yoshitoshi taiso.

der gottvater aller manga. Und zwar aus der meiji-periode.
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Ich finde es absolut unterstützenswert.
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Dirt Picture Contest - Expat

Da weiss man, was man dort hat.
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Montag, 18. Dezember 2006
Die beiden Russen

Marienfiguren, Sowjetschick, alter Christbaumschmuck und Lametta für die Brüste der sozialistischen Arbeiterhelden, mitunter auch ein verrostetes Stück Abfall der Wehrmacht. Das alles ist ihnen eins, Hauptsache, es verkauft sich. Wobei aber zu bemerken ist, dass Totalitarismus gar nicht mal so gut läuft, ganz im Gegenteil: Profan sind die Objekte, mit denen sie ihr Hauptgeschäft machen.
Sie lachen herzlich, als ich ihnen vorschlage, die Kerzenhalter billig zu erwerben, ich lache über ihre Preisvorstellung und verlange ob des Wetters einen Regenpreis, sie lachen noch mehr, denn wir sind ja in der Halle, der Regen ist draussen, und ich schlage vor, nach draussen zu gehen, und weil wir so viel gelacht haben, einigen wir uns. Nur auf das Stamperl Vodka - oder Obstler? sie haben vieles! - darauf verzichte ich.
Nichts kapitalistisches auf der Welt, kein anderer Konsum macht je so viel Spass wie der Antikmarkt mit seiner gnadenlosen Nachfrage- und Angebotspolitik, es ist die Verkörperung des reinen handels, dirket, verschlagen, mit allen Tricks und Finten, ohne Staat, Steuern und Buchführung, und ohne Berater ... wobei ... beim Hinausgehen:
Da standen zwei ältere Männer hinter einem Stand, nicht wirklich schlank und auch nicht gerade fein angezogen. Der eine hielt eine dieser seltenen, rosanen, bemalten Glasvasen der Zeit um 1880 in der Hand, und fragte ein Ehepaar, genauer dessen weiblichen Teil Rosi vor dem Stand:
Du Rosi, schaug amoi, dea wui fia de schene Vosn 130 Öiro, owa i hob eam gsogt, i gib eam 100. Wos moanstn Du?
Darauf Rosi in dieser unnachahmlich direkten bayerischen Art:
I moan, de is a greislichs Glump.
Ich liebe es.
Edit: Auch in Hamburg ist Flohmarkt.
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Ich war heute etwas investigativ.
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Samstag, 16. Dezember 2006
Pflichttermin
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Mikroklimatische Schwankungen

Das hier ist die ehemals altwasserdurchzogene Gegend, in der die besseren Leute der Stadt heute wohnen. Blick vom Damm Richtung Fluss, mit dem Rücken zu den Villen. Und Folgendes ist 700 Meter entfernt, 5 Minuten später und 12 Höhenmeter weiter oben, auf dem ehemaligen Hochufer aufgenommen:

Das ist die Ecke der Altstadt, in der ich wohne und die Vorfahren der besseren Leute gelebt haben. Irgendwie war man so gegen 70o etwas klüger als 1300 Jahre später. Von Spritkosten, weiten Wegen und enorm teurer Heizung mal abgesehen. Übrigens, weiter unten, wo das privat finanzierte Studentenwohnheim auf dem hoffentlich entseuchten Gelände der früheren Wäschereien und Gerbereien steht, ist noch Dunst in den Strassen.
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