: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Kontinuität im Fortgang

"Champagner, Candelight, Musik und Tanz begleiten das Grand Menü."
Aus dem Sylvesterprogramm eines feinen Rottacher Hotels


Sagen wir mal so: Wenn 2009 wird, wie mein letzter Tag 2008 war, kann es gar nicht schlecht werden, wenn man nicht gerade Banker, Werber, Berufsblogger oder PRler ist, denn die Krise ist da noch nicht eingepreist. Statt dessen wird sein:



Grandiose Aussichten für die, die über den Dingen stehen.



Beste Unterhaltung im Sonnenschein.



Bezahlbare kulinarische Freuden in unbezahlbarem Ambiente.



Einzigartige Gipfelerlebnisse fern der kleinlichen Bedenken.



Grandiose Sonnenuntergänge am See.



Und natürlich immer ein paar Zentimeter Schnee unter den Kufen beim Talwärts fahren, wenn es die anderen beim wilden 09er Ritt in die Botanik nagelt. Rutscht gut - und passt in den Kurven auf.

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Mittwoch, 31. Dezember 2008

Das vielleicht letzte Picnic des Jahres

1100 Meter hoch oben über dem Tegernsee, Sonne, 11 Grad, windstill, Sicht 150 Kilometer, gute Literatur.



Das Blau des Himmels in Technicolorkitsch, kein Laut aus dem Tal, nur ein paar Fesselballone über Gmund.



Über den Berg der Felssturz hinunter zum Ödberg und weiter nach Norden, Gmund noch im feinsten Wetter, dahinter unter dem allgegenwärtigen Dunst und den Abgasen der Städte in der grauen Zone:



(Grossbild)
1 Stuttgart
2 Augsburg
3 Frankfurt
4 München
5 Hamburg
6 Berlin

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Schon eingepreist

Das schönste Fernsehprogramm ist immer noch der Ofen, sagt die Beifahrerin, und sie hat so unrecht nicht. Was nicht nur an der aufgehenden Tarte, sondern auch an der Alternative liegt.



Eine Alternative, die, wie auch das Internet, sich im Bereich Wirtschaft einer grossen Lüge hingibt, dem "ist schon eingepreist", wenn irgendwelche kroiminelle Koksfresser in Frankfurt Papiere nach oben zocken, deren Aussichten in den kommenden Jahren miserabel sind. Dabei gibt man ohnehin ur zu, was man zugeben muss. Auch, wenn ganze Geschäftsbereiche wegbrechen, die Börse klammert sich an der Blase fest und negiert, was jahrelang gepredigt wurde: Dass sie eigentlich in der Lage sein soll, das zukünftige KGV einzupreisen.



Da schaut es 2009 mehr als mau aus. Gerade Banken mit starkem Investmentgeschäft. Überhaupt sieht es gar nicht so arg nach Kreditklemme aus: Im Gegenteil, es wird weniger investiert, also braucht man auch weniger Kredite. Und Banken. Tatsächlich würde man vielleicht aus mit der Hälfte der Banken auskommen, und volkswirtschaftlich besser fahren. Kommt vielleicht 2009. Lustigerweise sind Banken trotz der Kursmanipulationen immer noch so billig, dass sie eigentlich Angreifer anziehen müssten. Aber niemand findet sich, der sich jetzt sowas ans Bein hängen will. Ab einem Kursziel von 3 Euro können wir nochmal drüber reden.



Wenn man davon ausgeht, dass diese Leute dort die Entwicklung generell zu positiv einschätzen, werden wir nach dem Platzen der Obama-Blase ein lustiges Frühjahr sehen, und all diejenigen, die jetzt - zum wievielten Mal eigentlich? - von Bodenfindung reden, dürften ein paar unschöne Überraschungen erleben. Staatsanleihen, Währungen, Rohstoffe: Alles, was nicht gerade der von den Pressemehrlochhinhaltern ohne Fachkenntnis unter Beobachtung steht, also, sagen wir mal: Alles, was nicht der DAX ist, ist ausser Kontrolle.



Und natürlich wartet man auch heute wie schon nach der New Economy von einer grossen Entschuldigung derjenigen, die sich haben kaufen und nur zu gerne haben anlügen lassen. Iich wünsche keinem was Schlechtes, aber wenn für 10 arbeitslose Banker auch ein PR-Stricher und sein Medienfreier aus Arbeitssuche geschickt werden, ist das nicht gerade ein Anlass für Trauer. Auch das, keine Sorge, wird man dann als "schon eingepreist" bezeichnen.



"Schon eingepreist" ist nur das Mantra zur Selbstvergewisserung unserer modernen Scharlatane und Zukunftsschauer, das "wir wussten das alles schon vorher", man sollte sie anspucken, wenn sie dergleichen Lügen verbreiten, und sie wissen lassen, dass die Reinigung ebenfalls eingepreist ist; nur wenn ihnen jemand, wenn die Welt die Schnauze voll hat von diesen Leuten, das Maul einschlagen würde - das müssten sie dann selber zahlen.

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Montag, 29. Dezember 2008

Inversionswetterlage

Es ist kalt im Tal. Schön und bitterkalt. Wenigstens ist es nur diesig und nicht graubraun wie über München, wo sich die Abgase von hier aus erkennbar über der Stadt sammeln.



Der surreale Traum der erstarrten Landschaft verliert sich schon nach ein paar Metern im Wald, und auf der ersten Lichtung hat der Berg alle Zweideutigkeit abgeschüttelt; zurück bleibt ein Bilderbuchaufstieg durch eine Reisekataloglandschaft.



Oben auf dem Sonnenhang dann der Blick über das Tal: Unten die schwere, kalte Luft voller Dunst und Nebel, darüber die klare Luft der Berge und Sonnenschein. Man sieht sehr deutlich die Inversionsschicht, an der das schlechtere Wetter an seine Grenzen stösst.



(Grossbild)

Das hat sein Gutes und sein Schlechtes. Die Fernsicht nach München und Augsburg ist begrenzt, denn die liegen unter der Dunstglocke. Dafür ist es hier oben mit der vom Schnee reflektierten Sonne bacherlwarm. Man kann gar nicht anders als eine Stunde bräunen.



GemeinerNetterweise bekommen die Münchner gar nicht richtig mit, dass sie in einem stickigen Abgasmoloch sitzen, denn wenn sie nach oben schauen, sieht es dennoch blau aus. Man müsste anstelle der Plakatwerbung solche Bilder übertragen, mit der Aufschrift: "Fühlen Sie sich gefälligst schlechter - das Wetter ist gar nicht so schön, wie Sie glauben".



Aber das wäre natürlich nicht nett in einer Stadt, die Sorgen um ihre Banken und ihre Erfolgsgeschichte hat, und die ausserden schon mit der Staatspartei gestraft ist. Eine Staatspartei, die eine Art Inversionswetterlage des Terrors gegen die eigene Bevölkerung ist: Man weiss, wie schön es hier sein könnte, aber über allem lastet der Dreck, der Rauch und der Gestank all der Dekaden voller dummdreister Korruption, Lüge und Scheinheiligkeit.

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Sechstimmobilie oder was zu tun bleibt

[x] Wohnung oben im Stadtpalast
[x] Wohnung in der Maxvorstadt
[x] grosse Wohnung im Stadtpalast
[x] Wohnung am Tegernsee
[ ] Villa Minerva in Riva/Gardasee



[ ] Bergalmhütte ohne Internet

[Edit: Kommentare wegen eines Rekordversuchs der dümmsten Debatte 2008/9 geschlossen]

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Sonntag, 28. Dezember 2008

Bergruhe

Wieder in den Bergen, nach einem kleinen Zwischenhalt beim Antikmarkt Pfaffenhofen, und früh genug für eine kleine Rodeltour in den frühen, viel zu frühen Abend, hinauf über die Dunstschleier auf 1150 Meter, ausruhen, warten, und dann wieder hinunter ins Tal.











Es ist sehr still hier, und vorhin habe ich einfach vergessen, mein Postfach zu öffnen. Vielleicht, wenn ich immer hier wäre, würde ich einfach weniger irgendwas im Internet machen, weniger Nachrichten lesen, weniger Mails beantworten und schreiben, und wie eine um Essen bereicherte und qualitativ minderwertig bebilderte Version des Salzblogs
ausschauen.

Dummerweise muss ich hier am Abend arbeiten. Im Netz. Über das Netz. Und 2009 wird zu wichtig, als dass man davonlaufen und sich davor in einer Hütte in den Bergen verstecken könnte.

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Sonntag, 28. Dezember 2008

Kochen in Zeiten des Trüffelnotstandes

Was also tun, wenn unverhofft Trüffelbutter in einem Hause ist, das sich um deren Verwendung nie Gedanken gemacht hat, in Zeiten wirtschaftlichen Irrsinns und politischer Eskalation? Nicht unterkriegen lassen, gegen die Malaise der Banken helfen Silber und Damast, gegen den Nahen Osten blauweisses Porzellan, und gegen die Trüffelbutter ein selbst kreiertes Rezept, das da genannt wird:

Gnocchi mit in Trüffelbutter und Ricotta gedünsteten Kräuterseitlingen.



(Grossbild hier, Mittelbild hier)

Dazu nimmt man für zwei Personen die übliche Menge Gnocchi, einen grossen, etwa 80 Gramm schweren Kräuterseitling und schneidet ihn in feine Scheiben. In einer Pfanne erwärmt man 50 Gramm normale Butter und dünstet darin die Scheiben an, und fügt anschliessend einen Esslöffel Ricotta hinzu. Dazu kommen, sobald die Gnocchi im Wasser sind, drei Esslöffel vom Kochwasser, etwas Salz, Pfeffer und Safran, und dann 20 Gramm gute Trüffelbutter. Aufkochen, in eine Sauciere geben und nochmal ein Bröckerl Trüffelbutter dazu, und mehr braucht es eigentlich nicht. Vom Trüffelgeschmack bleibt nur ein angenehmer Hauch, der sich gut mit dem Rest ergänzt. So wird man auch mit dem Trüffelnotstand fertig, ohne, sagen wir mal, die Butter zum Rauskochen von Pfannkuchen zu verwenden.

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Es geht uns gut

Es ist gar nicht so schlecht, dass meine vegetarische Marotte daheim und auf dem Markt allgemein bekannt ist. Ich kaufe trotzdem bei Fleischanbietern ein; der Hofladen im Moos zum Beispiel hat ein selbstgebackenes Olivenciabatta, das alles, wirklich alles aussticht, was ich in der Hinsicht aus Italien kenne. Dort, wo ich meine Pilze und den Broccoli kaufe, gäbe es neben anderen ausgefallenen Dingen auch Gänseleberpastete, über die hier erhitzt geredet wird. Doch auch dort kennt man eine - für hiesige Verhältnisse - eigenartige Einstellung zum Fleisch, und folglich wurde mir heute als Präsent nicht die elsässische Innerei, sondern italienische Trüffelbutter mitgegeben. Also, richtige Trüffelbutter. Nicht das aromatisierte Zeug.



Und da haben wir schon das Luxusproblem des guten Essens mitten in der Krise: Trüffel als Pilz sind nämlich auch nicht so meines. Ich mag einen Hauch Trüffel in Ravioli, ich schätze es, wenn man ihn ahnt. Mich hebt es buchstäblich, wenn ich irgendwo beim Essen bin, und nebenan lässt sich ein Parvenü seine Pasta mit Trüffel überreiben, als wäre es Grana Padano der billigeren Sorte. Dazu kommt noch die Erinnerung: In meiner Jugend, nach dem Abitur, rutschte eine Bekannte erst in den Drogenmissbrauch und dann in die Psychosen ab, und dieser auch äusserliche Zerfall wurde von dem leicht fauligen Geruch von Trüffeln begleitet. Das Wissen, dass sich die Trüffelsau bei der Suche eigentlich nach dem Sexualgestank des Ebers orientiert, den sie mit dem Geruch von Trüffeln verwechseln, trägt auch nur begrenzt zu meiner Begeisterung bei - kein Mensch käme auf die Idee, sagen wir mal, Butter am Primärgenital eines männlichen Schweines zu reiben.

Ich bin, das kann man hier sehen, eher ein schlichtes Gemüt, banale frische Pasta mit einer Tomate und ein paar Gewürzen aus meinem Dachgarten ziehe ich im Sommer jedem Edelrestaurant vor, und ich wüsste im Winter wenig, was mir eine grössere Freude bereiten würde, als eine warme, verzwickt süss und sauer schmeckende Kürbistarte mit Schwammerl und Käse, deren Zutaten 2,50 Euro kosten, mithin also ein Zehntel dessen, was für 100 Gramm dieser Butter gezahlt wird. Edle Speisen dagegen verlangen nach komplexen, ein schlichtes Gemüt anstrengende Arrangements, und so kann ich sagen, dass sich italienische Trüffelbutter wirklich sehr gut mit Tete de Moine oder Scamorza ergänzt, wenn man über geschmacksintensive Brezensemmeln verfügt. Vielleicht probiere ich es heute Abend auch mit etwas aus Kartoffeln aus. Ich werde angesichts der wirklich dezenten Verwendung noch lange rumprobieren können, aber wieder einmal merke ich, dass ich die Verfeinerung nach Gusto der Masse nur bis zu einem gewissen Grad ertrage, dann wird es zu viel, dann brauche ich das Bodenständige, die Erde, ein Brett, die Kälte, einen schlichten Frischkäse wie den St. Ceols und ein Stück Kartoffelbrot, oder ein in Käse ersäuftes Gratin.

Ich bin eigenartig, ich weiss. Es gäbe so viel Wein zu trinken und Fleischstücke zu hypen, man könnte sich mit Fischeiern gross tun, ich habe Krebsmesser und Austernzangen aus Silber daheim, aber es geht mir gut, wie es ist, und nur, weil etwas anders schmeckt und mit Leid für das Tier verbunden ist, muss ich es nicht mögen. Generell frage ich mich, was eigentlich exklusiv ist: Der Cretin, der in einem Zelt unter hunderten anderer Hirnloser das Ergebnis einer Sternekantine a la Glotze in sich hineinschaufelt, oder derjenige, der die, seien wir ehrlich, banalen Grundlagen der Mythen kennt und für sich beschliesst, dass er es nicht haben muss.

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Freitag, 26. Dezember 2008

Feiertagslektüre a la Kaput oder Spass mit Bloomberg

Nun, was man in solchen Zeiten als Spass verstehen kann, mit etwas Zynismus und einem bestimmten Ruf:



Chamonix kaput. Wenn der Quadratmeter "nur" noch 6200 Euro kostet, ist das für mich eher eine natürliche Preisanpassung, denn so toll ist Chamonix, Schweizer Grenze hin, Mont Blanc her, nun auch wieder nicht. Es ist ziemlich scheusslich verbaut, bei (im Winter seltenen) Licht betrachtet. Allerdings: Die Hölle für Spekulanten. Schliesslich sind das die Winterpreise. Sommer in Chamonix ist wie Burma zur Monsunzeit. Da wird es noch lawinenartige Rutschereien geben, bis, sagen wir mal, 3000 Euro.



Kalifornien kaput. So kennt man das: Staatlich lizensierter Mord in den überfüllten Gefängnissen, aber keine Kohle, um Gerichte oder Schulen fertig zu stellen. Liebe Kalifornier, seid mit nicht böse, aber das Wählen von Österreichern ausserhalb von Österreich hat einen negativen Track Record. In Europa lernt man das in der Schule.



Japan kaput. Innerhalb eines Monats 8,1% Produktionsrückgang, zusammen mit den schon bekannten 27% Exportrückgang im November könnte man jetzt auf die Idee kommen, dass die bisherigen Vorhersagen etablierter Ökonomen zur Rezession 09 mit 3% global ein klein wenig optimistisch waren. Das passt alles nicht zusammen. Aber ich denke, dass man mit Maschinenbau immer noch besser dran ist, als mit dem Export von Altpapier (USA), überflüssiger Elektronik (Japan) oder Gänseleberpastete (Frankreich).

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the most exciting woman alive

Was ich an Eartha Kitt wirklich grandios, überlebensgross fand, war der Umstand, dass sie nicht älter, sondern immer nur besser wurde. Je älter sie wurde, desto mehr konnte man ihr den Wunsch nach einem Cadillac, so lang, dass man im Fond eine Kegelbahn bauen konnte, oder die Wunschliste an Santa Baby wirklich abgenommen hat. Sie war schon als junge Frau sehr, sehr gut, aber erst im Alter bewahrheitete sich das, was Orson Welles über sie von der aufregensten lebenden Frau gesagt hat. Eartha Kitt war für mich immer jemand, der mit die Angst vor dem Alter genommen und Lebenswege aufgezeigt hat. Und nun muss sie mit all den verstorbenen aufregenden Frauen konkurrieren. Sehr, sehr schade. Dabei hätte die Popmusik doch noch viele andere alte Schachteln für den Schredder gehabt, namentlich alle, die versucht haben, Eartha kommerziell nachzusingen.



Was uns wieder einmal zur Frage bringt, ob ein gewisses Mass an vorsichtigem Luxus & angemessener Verschwendung wirklich so schlecht sind, wie uns das von den Freunden von Frohn und Ausgezehr immer so gerne erzählt wird. Cui bono, sollte man fragen, wer hat eigentlich etwas davon, und die Antwort ist einfach: Keiner, am allerwenigsten man selber. Es stimmt natürlich: Am Ende geht man ohne alles und hinterläst den Besitz, aber davor, davor ist man dumm für jede Nacht, die man nicht angenehm unter dem Kronleuchter verbracht und davor von Silber gegessen hat. Zumal man es sich ja leisten kann, wenn man auf andere, weitgehend akzeptierte Verschwendungen wie Pay-TV, Rauchen, Pokern oder - bewahre - Kinder verzichtet.



Dazu könnte ich übrigens an dieser Stelle einiges erzählen, das vergangene Fest hat in unserer kleinen, verträumten Stadt eine dicke Spur aus Tränen, Rotz und Scherben der Familienkonflikte durch die besseren Strassen hinterlassen, aber angesichts diverser verdächtiger IPs und der Gefahr, dass diejenigen Nichtkinderlosen, die den Kelch des Leides bislang nicht trinken mussten, das missverstehen oder gar auf sich beziehen, lasse ich das lieber - und begnüge mich mit dem Hinweis, dass Eartha Kitt NIE ein Lied über Mutterfreuden geschrieben hat - im Gegenteil, sie wollte ein Kindermädchen, das den Nachwuchs hütet, der nicht vom Geräusch des Geldzählens gestört werden soll.

Das sollte uns zu denken geben.

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Donnerstag, 25. Dezember 2008

Himmelsgeist

Hinweg sie soll, die stille Zeit.



Der Bauch ist voll, der Arsch ist breit.
Fahr sie doch endlich zum Himmel
mit ihrem peinlich kurzen

(Aus der Serie Berufe die nicht jeder hat: Barockengelaufhänger)

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Mittwoch, 24. Dezember 2008

Tag der Lügen

Und als ich das Paket zur Post gebracht hatte und nach Hause kam, sah ich noch den Silbergegenstand, der unbedingt mit nach Berlin hätte gehen sollen, und dachte mir: Du wirst alt und vergesslich. Das ganze Prozedere nochmal. Ich bin kein Freund der Post, seitdem sie mit schöner Regelmässigkeit Pralinen auf dem Weg nach Berlin in Schokobrei verwandelt, ich mag Postämter nicht und wenn möglich, bevorzuge ich Kuriere. Heute durfte ich dann erkennen, dass es gar nicht so dumm war, das Silber zu vergessen:



Komischerweise war der gesamte Inhalt bei der "Rücksendung" verschwunden, die Maschine hatte nur für die Karte und Zeichenkartons keine Verwendung, Süsswaren und andere Nettigkeiten jedenfalls sind verloren. Sowas passiert mir nur bei Post, die nach Berlin geht. Wer glaubt, dass das ein Zufall ist, für den hätte ich auch eine Geschichte von einer Herbergssuche, einem Messias, ein paar Viechern und Hirten im Programm. Oder eine Powerpoint, dass Blogwerbung wirkt, oder eine Investmentmöglichkeit bei einem gewissen Herrn Madoff.



Die eine Möglichkeit wäre, sich mit diesem Laden in Verbindung zu setzen und irgendeiner rehäugigen Callcenter-Mitarbeiterin im tiefsten Sachsen an diesem Tag einen Vorgeschmack auf das Ende der Geschichte zu geben - in sage nur: Nägel. Die andere ist, das wohltuende und beruhigende Putzen des Silbers für den späteren Abend. Es ist nicht schlimm, es ist aller ersetzbar, und ich mein, hey, ich kann die Schokolade in Rottach nachkaufen, und der Depp wird bis zu seiner pensionierung in einem Postcenter in der Berliner Pampa sitzen.



Dergestalt friedlich geht es in den gemütlichen und runden Teil des Tages, und weiter zum Essen, zum Foodporn, den sich mancher Leser und Schenker - danke an dieser Stelle - so sehnlich wünscht, und den zu bieten ich an so einem Tag zur Feier des Endes des Weihnachtsterrors der Mehrheitsgesellschaft unter Aufbietung diverser sonst nicht benutzter Stücke gerne bereit bin:







Nun aber rasch in die Stadt, in die alte Kneipe, wo all die Unverheirateten schon warten, um die neusten Geschichten aus dem letzten Jahr zu erzählen, weihnachtliche Tragödien in Erfahrung zu bringen und Vaterschaften in Zweifel zu ziehen - was sich in dieser Nacht historisch gesehen besonders anbietet.

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