the most exciting woman alive

Was ich an Eartha Kitt wirklich grandios, überlebensgross fand, war der Umstand, dass sie nicht älter, sondern immer nur besser wurde. Je älter sie wurde, desto mehr konnte man ihr den Wunsch nach einem Cadillac, so lang, dass man im Fond eine Kegelbahn bauen konnte, oder die Wunschliste an Santa Baby wirklich abgenommen hat. Sie war schon als junge Frau sehr, sehr gut, aber erst im Alter bewahrheitete sich das, was Orson Welles über sie von der aufregensten lebenden Frau gesagt hat. Eartha Kitt war für mich immer jemand, der mit die Angst vor dem Alter genommen und Lebenswege aufgezeigt hat. Und nun muss sie mit all den verstorbenen aufregenden Frauen konkurrieren. Sehr, sehr schade. Dabei hätte die Popmusik doch noch viele andere alte Schachteln für den Schredder gehabt, namentlich alle, die versucht haben, Eartha kommerziell nachzusingen.



Was uns wieder einmal zur Frage bringt, ob ein gewisses Mass an vorsichtigem Luxus & angemessener Verschwendung wirklich so schlecht sind, wie uns das von den Freunden von Frohn und Ausgezehr immer so gerne erzählt wird. Cui bono, sollte man fragen, wer hat eigentlich etwas davon, und die Antwort ist einfach: Keiner, am allerwenigsten man selber. Es stimmt natürlich: Am Ende geht man ohne alles und hinterläst den Besitz, aber davor, davor ist man dumm für jede Nacht, die man nicht angenehm unter dem Kronleuchter verbracht und davor von Silber gegessen hat. Zumal man es sich ja leisten kann, wenn man auf andere, weitgehend akzeptierte Verschwendungen wie Pay-TV, Rauchen, Pokern oder - bewahre - Kinder verzichtet.



Dazu könnte ich übrigens an dieser Stelle einiges erzählen, das vergangene Fest hat in unserer kleinen, verträumten Stadt eine dicke Spur aus Tränen, Rotz und Scherben der Familienkonflikte durch die besseren Strassen hinterlassen, aber angesichts diverser verdächtiger IPs und der Gefahr, dass diejenigen Nichtkinderlosen, die den Kelch des Leides bislang nicht trinken mussten, das missverstehen oder gar auf sich beziehen, lasse ich das lieber - und begnüge mich mit dem Hinweis, dass Eartha Kitt NIE ein Lied über Mutterfreuden geschrieben hat - im Gegenteil, sie wollte ein Kindermädchen, das den Nachwuchs hütet, der nicht vom Geräusch des Geldzählens gestört werden soll.

Das sollte uns zu denken geben.

Freitag, 26. Dezember 2008, 11:49, von donalphons | |comment

 
Wie traurig. Ich habe Eartha Kitts Werk leider erst vor zwei Monaten kennengelernt, dafür war ich dann aber sofort begeistert und hin und weg. Was für eine Stimme, was für eine Frau! Auf einem Live-Album sagt sie "I may be eighty but I'm still burning", und was könnte wahrer sein? An dieser Lebensfreude könnte sich so mancher 20-Jährige eine dicke Scheibe abschneiden.

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Ich schließe mich Autor und Kommentator vollinhaltlich an ;-)

[http://www.markus1803.de/2008/12/26/earther-kitt-ist-mit-81-jahren-verstorben/]

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Selbst wenn es nach Opa klingt:
Das Schlimme ist, dass nichts Vergleichbares nachkommt. Nur noch Hüpfdohlen aus den Castingshows und Kinder drittklassiger TV-Prolls. Kein Stil, keine grossen Gesten mehr, keine Ansprüche, nur noch Trällerei für das kleine Glück am Herd, aber bitte alles gleich laut und ohne Extravaganz.

Bäh.

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Wirklich schade um Eartha. Andererseits war "d`Hebam nimma schuid"!

But, she´s still inside the genpool.

Vielleicht konnte sie ein paar positive davon auf ihre Tochter übertragen und wenn das Talent diese überspringt können wir ja immer noch auf die Enkel hoffen.

Bei Ihr stimmt der Spruch auf jeden Fall sicher nicht, dass manche Leute wohl instinktiv schon wüssten, warum sie sich nicht fortpflanzen.

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Kein Bedarf
Wer ist tot? Noch nie von ihr gehört und nach ein paar Hörproben komme ich zum Urteil, dass ich sie nicht vermissen werde. Dennoch wunsche ich ihr einen guten Rutsch und das alles glatt geht, wenn denn etwas noch geht.

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