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Sonntag, 20. September 2009
Im Fabergé-Ei
Es passiert nicht oft, dass ich mir denke: Das ist zu viel. ich bin versuat durch zu viele Schlösser und Klöster, mehr ist nur selten schlecht, und wenn ich wirklich könnte, wie ich wollte... würde ich wie im Ansbacher Schloss einen weissen Raum haben , um dann immer wieder aufs Neue einzutauchen in neue Prunklandschaften. Ich mag Schlösser. Ich mag es, wenn es voll ist. Aber manchmal ist es auch zu voll:

(Grossbild)
Im Dom von Bergamo etwa konnte man nach dem Mittelalter nicht mehr anbauen. Die Stadt breitete sich im Tal aus, auf der Oberstadt war der Platz zu eng. Also stopfte man alles, was man hatte, erwarb und sich leisten konnte, auf die Flächen, die man hatte. Man ging also an die Decken, und wenn manche bayerische Kirche innen wie ein explodierter Punschkrapfen aussieht, dann ist Bergamo ein zu gross geratenes Fabergé-Ei. Eines jener dem russischen geschmack angepassten Dinge, die schon in klein eher gewöhnungsbedürftig sind. Als Dom ist es auf Dauer schwer zu ertragen. Zumal, wenn es darunter anders aussah:

Unter dem Barock das Mittelalter, manchmal, wie hier, gotisch, andernorts romanisch und von recht guter Qualität. Damals jedoch konnte keiner ahnen, was man später an die Decke machen würde.
Wie gesagt: Mir ist es selten zu viel, und an jenem tag dachte ich, der Regen wäre schlimm. Aber der Dom von Bergamo, mein Lieber: Da hätte ich mir wirklich nachher einen weissen Raum gewünscht.

(Grossbild)
Im Dom von Bergamo etwa konnte man nach dem Mittelalter nicht mehr anbauen. Die Stadt breitete sich im Tal aus, auf der Oberstadt war der Platz zu eng. Also stopfte man alles, was man hatte, erwarb und sich leisten konnte, auf die Flächen, die man hatte. Man ging also an die Decken, und wenn manche bayerische Kirche innen wie ein explodierter Punschkrapfen aussieht, dann ist Bergamo ein zu gross geratenes Fabergé-Ei. Eines jener dem russischen geschmack angepassten Dinge, die schon in klein eher gewöhnungsbedürftig sind. Als Dom ist es auf Dauer schwer zu ertragen. Zumal, wenn es darunter anders aussah:

Unter dem Barock das Mittelalter, manchmal, wie hier, gotisch, andernorts romanisch und von recht guter Qualität. Damals jedoch konnte keiner ahnen, was man später an die Decke machen würde.
Wie gesagt: Mir ist es selten zu viel, und an jenem tag dachte ich, der Regen wäre schlimm. Aber der Dom von Bergamo, mein Lieber: Da hätte ich mir wirklich nachher einen weissen Raum gewünscht.
donalphons, 01:20h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 19. September 2009
Vom Nichtdahingehen der Japaner
Wenn man quasi auf der anderen Seite der Alpen mit aufgewachsen ist und eigentlich immerAnfang September dort war, wurde man Zeuge einer schleichenden Invasion: Die Japaner kamen in immer grösseren Gruppen, dann folgten Koreaner und Taiwanesen, schliesslich auch in den letzten Jahren die Chinesen, die zusammen trotteten, während ihre Vorgänger längst alle Bande gelöst hatten und - als Frauen - kieksend auf frisch gekauften, viel zu hohen Schuhen durch höllisches Kopfsteinplaster schaukelten und sich an ihren LV-Täschchen festhielten, als wären sie Rettungsringe.
Es wird einem ja von Politik und Medien viel in Sachen "Ende der Krise" und "Aufschwung" vorgelogen, was gar nicht sein kann, wenn man sich den Goldpreis, die Arbeitslosenzahlen, die eingebrochenen Exporte und den immer noch auf dem Niveau der Lehmankernschmelze verharrenden Schweizer Franken anschaut. Aber das sind Indikatoren für Spezialisten, von denen die Lügnerbande des politisch-ökonomischen Systems nichts verstehen will - deutlich wird das Problem hieran:

Das ist eine von 3 Japanerinnen, die ich in diesem Urlaub gesehen habe - und sie trägt nicht LV, sondern interessiert sich für Kultur. Und das durchaus in jenen touristischen Zentren, in denen man Japaner stets antrifft. Deren Abwesenheit fällt 2009 ziemlich auf. Nun spielen Gäste aus Fernost keine besonders wichtige Rolle bei den restlichen Massen, die jeden Sommer nach Italien fahren - aber es zeigt deutlich, wie nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Asiaten auf der Konsumbremse stehen. Man hört, dass die Zeiten, wo deren Reisegesellschaften ganze Stockwerke in den Hotels buchten, erst mal vorüber sind.
Vorüber dürften damit auch die grandiosen Zeiten der italienschen Modeindustrie sein; reichlich verloren glänzt ein weisses Koffersystem im Stil der 50er durch Schaufenster, vor denen keine japanischen Studentinnenhorden, wie sonst üblich, mit dem Handy Bilder nach Hause schickten.

Die sind gar nicht so dumm, die Asiaten. Schade um das gepäck, aber gut für deren Heimat. In China fordert das Mörderregime übrigens die Menschen auf, Gold zu kaufen. Nur die Deutschen, die rennen weiterhin in die Elektromärkte und kaufen billigen chinesischen Dreck, und in England schaltet man massiv Werbung für Strategien zur Verbesserung des Kreditratings, um neue Kredite zu bekommen.
Es wird einem ja von Politik und Medien viel in Sachen "Ende der Krise" und "Aufschwung" vorgelogen, was gar nicht sein kann, wenn man sich den Goldpreis, die Arbeitslosenzahlen, die eingebrochenen Exporte und den immer noch auf dem Niveau der Lehmankernschmelze verharrenden Schweizer Franken anschaut. Aber das sind Indikatoren für Spezialisten, von denen die Lügnerbande des politisch-ökonomischen Systems nichts verstehen will - deutlich wird das Problem hieran:

Das ist eine von 3 Japanerinnen, die ich in diesem Urlaub gesehen habe - und sie trägt nicht LV, sondern interessiert sich für Kultur. Und das durchaus in jenen touristischen Zentren, in denen man Japaner stets antrifft. Deren Abwesenheit fällt 2009 ziemlich auf. Nun spielen Gäste aus Fernost keine besonders wichtige Rolle bei den restlichen Massen, die jeden Sommer nach Italien fahren - aber es zeigt deutlich, wie nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Asiaten auf der Konsumbremse stehen. Man hört, dass die Zeiten, wo deren Reisegesellschaften ganze Stockwerke in den Hotels buchten, erst mal vorüber sind.
Vorüber dürften damit auch die grandiosen Zeiten der italienschen Modeindustrie sein; reichlich verloren glänzt ein weisses Koffersystem im Stil der 50er durch Schaufenster, vor denen keine japanischen Studentinnenhorden, wie sonst üblich, mit dem Handy Bilder nach Hause schickten.

Die sind gar nicht so dumm, die Asiaten. Schade um das gepäck, aber gut für deren Heimat. In China fordert das Mörderregime übrigens die Menschen auf, Gold zu kaufen. Nur die Deutschen, die rennen weiterhin in die Elektromärkte und kaufen billigen chinesischen Dreck, und in England schaltet man massiv Werbung für Strategien zur Verbesserung des Kreditratings, um neue Kredite zu bekommen.
donalphons, 01:41h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 17. September 2009
Duschen in Wasser und Trüffel
Ich habe schon Schlimmeres erlebt. Wochenlang Regen. Einmal bin ich im Regen von Ulm bis nach Lyon geradelt. Das war wirklich hässlich. Schlimm war auch jene Exkursion in die Schweiz und nach Südfrankreich, während der sich herausstellte, dass die Schweizer selbst mit billigen Hotels zu stark für das Unibudget hingelangt hatten und die nur für Notfälle mitgeführten Zelte dann während einer regnerischen Woche im Burgund zu Ehren kamen. Oppida der späten La-Tene-Zeit sind dort auf Hügeln und müssen triefend bestiegen werden, aber wenigstens war es im Museum von Vix trocken. So gesehen sage ich mir angesichts dieser fetten, schwangeren Wasserflugschweine aus den Bergen:

Could habe been worse. Ich denke da etwa an jenen Knaben, der letzten Sonntag mit einem Freund ein Schild gegenüber meinem Fenster zertrat und dann, als ich nach unten blickte, auch noch einen Spiegel eines Autos zertrat und weitertorkelte. Als ich die Polizei rief, gab es noch einen Schlag. Die Polizei kam etwas zu spät, fand die Täter nicht mehr, aber einen weiteren Wagen, bei dem der Spiegel demoliert war; der Wagen eines Lokalbesitzers. Den suchte der aufnehmende Polizist sogleich auf - und wer hielt sich an dessen Bar fest? Jemand, der auf die Beschreibung perfekt passte, und zudem auch noch beim Barras ist. Da kommt sowas besonders gut, Stichwort Disziplinarmassnehmen. So schlimm kann es hier gar nicht regnen, als dass ich nicht jemanden wüsste, dem es zur Zeit noch übler ergeht.
Über die Verpflegung will ich jetzt gar nicht reden - on Stresa gibt es nämlich ein Restaurant, dass jede natogrüne Kantine wie einen Schweinetrog erscheinen lässt. Ich bin ja, vorsichtig gesagt, nicht besonders anfällig für Luxusessen wie Kaviar, Wachteleier, Gänseleberpasteten, und sogar Erdbeeren im Winter erachte ich als unangemessen - finde ich aber weisse Trüffel auf Speisekarten, ist es öfters um mich geschehen, als mir lieb sein kann. Die Kombination von Steinpilzen und Trüffel ist eher ungewähnlich, aber doch, it could have been worse: Man stelle sich nur mal von tanzenden Blogwerbestrichern im Stringtanga servierten Champagner vor. Bäh. Bitte nicht hier in Stresa.
Dergestalt körperlich runderneuert, geht es zur Besichtigung. Wir kommen exakt bis zur letzten Villa am Ortsrand, sind in jener regenfreien Pause exakt am Scheitelpunkt angelangt - da geht es wieder los mit dem Regen. Aber in Bayern kriegt ein Rowdy gerade die Folgen seiner Tretereien reingewürgt, ist es nicht herrlich hier?
Es ist. Am Abend dann sitze ich in der grandiosen Hotelhalle und suche im Internet nach passenden Überwachungskameras. Mit der Kamera in der Hand zum Fenster springen, wenn es drunten knallt, wäre zwar sportlicher - aber das ist kein Sport, sondern die Jagd. It could get worse, für die Dreckschweine da unten.

Could habe been worse. Ich denke da etwa an jenen Knaben, der letzten Sonntag mit einem Freund ein Schild gegenüber meinem Fenster zertrat und dann, als ich nach unten blickte, auch noch einen Spiegel eines Autos zertrat und weitertorkelte. Als ich die Polizei rief, gab es noch einen Schlag. Die Polizei kam etwas zu spät, fand die Täter nicht mehr, aber einen weiteren Wagen, bei dem der Spiegel demoliert war; der Wagen eines Lokalbesitzers. Den suchte der aufnehmende Polizist sogleich auf - und wer hielt sich an dessen Bar fest? Jemand, der auf die Beschreibung perfekt passte, und zudem auch noch beim Barras ist. Da kommt sowas besonders gut, Stichwort Disziplinarmassnehmen. So schlimm kann es hier gar nicht regnen, als dass ich nicht jemanden wüsste, dem es zur Zeit noch übler ergeht.
Über die Verpflegung will ich jetzt gar nicht reden - on Stresa gibt es nämlich ein Restaurant, dass jede natogrüne Kantine wie einen Schweinetrog erscheinen lässt. Ich bin ja, vorsichtig gesagt, nicht besonders anfällig für Luxusessen wie Kaviar, Wachteleier, Gänseleberpasteten, und sogar Erdbeeren im Winter erachte ich als unangemessen - finde ich aber weisse Trüffel auf Speisekarten, ist es öfters um mich geschehen, als mir lieb sein kann. Die Kombination von Steinpilzen und Trüffel ist eher ungewähnlich, aber doch, it could have been worse: Man stelle sich nur mal von tanzenden Blogwerbestrichern im Stringtanga servierten Champagner vor. Bäh. Bitte nicht hier in Stresa.
Dergestalt körperlich runderneuert, geht es zur Besichtigung. Wir kommen exakt bis zur letzten Villa am Ortsrand, sind in jener regenfreien Pause exakt am Scheitelpunkt angelangt - da geht es wieder los mit dem Regen. Aber in Bayern kriegt ein Rowdy gerade die Folgen seiner Tretereien reingewürgt, ist es nicht herrlich hier?
Es ist. Am Abend dann sitze ich in der grandiosen Hotelhalle und suche im Internet nach passenden Überwachungskameras. Mit der Kamera in der Hand zum Fenster springen, wenn es drunten knallt, wäre zwar sportlicher - aber das ist kein Sport, sondern die Jagd. It could get worse, für die Dreckschweine da unten.
donalphons, 11:52h
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Donnerstag, 17. September 2009
Tage des Monsuns
Draussen im alten Europa des Piemont sieht es so aus, wenn es gerade mal nicht regnet:
Zum Glück haben wir für das Innere der alten Europas alles dabei, was man braucht, um einen Nachmittag angenehm und würdevoll zu gestalten.
Ausserdem ist zumindest schon der Reisepunkt "Andenken kaufen" erledigt; ein wenig üppiger Tischschmuck für die eiskalten Tage, wenn man gern etwas abschaut und an die mittelkalten Tage zurückdenkt: Ein Granatapfelbäumchen, ein paar täuschend aussehende Gemüsenachbildungen - man kann das echte gemüse ja nicht so einfach in der Küche rumliegen lassen - ein - wirklich nur kleiner - Früchtekorb aus Capodimonte. Aus irgendwelchen - mir nicht ganz ersichtlichen - Gründen gibt es in Stresa etliche Läden, die sich auf diese Nippsachen aus Bassano und Capodimonte spezialisiert haben. Nachdem der erste Früchtekorb aus Rom sehr gut angekommen ist, war es sicher keine schlechte Idee, mehr zu nehmen.
Diese Stücke fanden nach einer ersten Mode im 19. Jahrhundert in den 80er Jahren wieder ihren Weg über die Alpen in die Herzen des bayerischen Publikums, denn man hört schnell auf, das kitschig zu finden, wenn man in Nichtfrüchtejahreszeiten gern Früchte auf dem Tisch hätte. Hinter dem Hotel Bayerischer Hof in München gab es eine italienische Bankfiliale, die dergleichen im Schaufenster hatte und bald darauf in einem Laden nebenan verkaufte. Zu Preisen, die reichlich hoch waren. In Stresa dagegen kann man sie, wenn man so etwas möchte, durchaus günstig erwerben.
A propos Erwerb: Die bislang beste Analyse der versuchten Erwerbung von Aufmerksamkeit und Anführerschaft der 17er-Bande findet sich bei Vigilien.
Zum Glück haben wir für das Innere der alten Europas alles dabei, was man braucht, um einen Nachmittag angenehm und würdevoll zu gestalten.
Ausserdem ist zumindest schon der Reisepunkt "Andenken kaufen" erledigt; ein wenig üppiger Tischschmuck für die eiskalten Tage, wenn man gern etwas abschaut und an die mittelkalten Tage zurückdenkt: Ein Granatapfelbäumchen, ein paar täuschend aussehende Gemüsenachbildungen - man kann das echte gemüse ja nicht so einfach in der Küche rumliegen lassen - ein - wirklich nur kleiner - Früchtekorb aus Capodimonte. Aus irgendwelchen - mir nicht ganz ersichtlichen - Gründen gibt es in Stresa etliche Läden, die sich auf diese Nippsachen aus Bassano und Capodimonte spezialisiert haben. Nachdem der erste Früchtekorb aus Rom sehr gut angekommen ist, war es sicher keine schlechte Idee, mehr zu nehmen.
Diese Stücke fanden nach einer ersten Mode im 19. Jahrhundert in den 80er Jahren wieder ihren Weg über die Alpen in die Herzen des bayerischen Publikums, denn man hört schnell auf, das kitschig zu finden, wenn man in Nichtfrüchtejahreszeiten gern Früchte auf dem Tisch hätte. Hinter dem Hotel Bayerischer Hof in München gab es eine italienische Bankfiliale, die dergleichen im Schaufenster hatte und bald darauf in einem Laden nebenan verkaufte. Zu Preisen, die reichlich hoch waren. In Stresa dagegen kann man sie, wenn man so etwas möchte, durchaus günstig erwerben.
A propos Erwerb: Die bislang beste Analyse der versuchten Erwerbung von Aufmerksamkeit und Anführerschaft der 17er-Bande findet sich bei Vigilien.
donalphons, 00:40h
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Kronleuchter-Pr0n
Die Copilotin so, im Vorbeigehen einen Blick auf den Monitor werfend: Ach, das war das Grunzen gerade eben.

Ich so: Ja. Ich will sowas haben. Sofort.
(Grossbild 1024 x 768)

Ich so: Ja. Ich will sowas haben. Sofort.
(Grossbild 1024 x 768)
donalphons, 23:37h
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Dienstag, 15. September 2009
Urlaub zählt nicht,
meinte die ungetreue Geliebte, wenn sie auf Reisen mehr Verlockungen begegnete, als sie widerstehen konnte. Urlaub zählt nicht, sage ich, wenn ich kistenweise Keramik aus Bassano anschleppe, und ich widerhole es, wenn meine Beiträge in der FAZ ein wenig literarischer werden. Wie etwa ein zukünfiger Brief eines Mastdarmakrobaten einer national-liberal-konservativen Gesellschaft zur Verbesserung des Ansehens des Berliner Stadtschlosses, das irgendwann in die Landschaft geklotzt werden soll, auf dass Berlins Mitte das bekommt, was sie verdient.
{Edit: Viel zu später Nachtrag]
In Stresa gibt es noch diese wunderbaren Belle-Epoque-Lampen mit Milchglaskugeln, deren Licht am Abend ganz wunderbar ist.

Das ist der Blick Richtung Süden, nach Mailand, von wo aus die reicheren Leute gern nach Stresa fliehen. Verständlich, denn Mailand ist scheusslich.
Das ist die Isla Bella von Stresa aus gesehen. Leider ist das Hotel im Winter geschlossen, sonst könnte man hier bei den Palmen die schlimmste Zeit überstehen.

Und so sehen die Grand Hotels bei nacht aus. Nachdem ich heute Bilder vom Originalzustand gesehen habe, muss ich leider sagen: Sie sind ziemlich nach amerikanisch-saudischen Geschmack überformt worden. Weniger war mehr.

Immerhin. 1 schöner Tag. Das ist schon was. Wir hatten auch schon mal nur Regen.
{Edit: Viel zu später Nachtrag]
In Stresa gibt es noch diese wunderbaren Belle-Epoque-Lampen mit Milchglaskugeln, deren Licht am Abend ganz wunderbar ist.

Das ist der Blick Richtung Süden, nach Mailand, von wo aus die reicheren Leute gern nach Stresa fliehen. Verständlich, denn Mailand ist scheusslich.
Das ist die Isla Bella von Stresa aus gesehen. Leider ist das Hotel im Winter geschlossen, sonst könnte man hier bei den Palmen die schlimmste Zeit überstehen.

Und so sehen die Grand Hotels bei nacht aus. Nachdem ich heute Bilder vom Originalzustand gesehen habe, muss ich leider sagen: Sie sind ziemlich nach amerikanisch-saudischen Geschmack überformt worden. Weniger war mehr.

Immerhin. 1 schöner Tag. Das ist schon was. Wir hatten auch schon mal nur Regen.
donalphons, 19:00h
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Montag, 14. September 2009
Zum Glück nicht meine Schule.
Ich könnte viel Negatives über meine Schule erzählen, denn die 80er Jahre waren in der bayerischen Provinz alles andere als ein Vergnügen für einen Menschen mit unkonventionellen Ansichten. Immerhin, es hätte auch noch was schlimmeres als die Abrichtung zum bayerischen Abitur gegeben, und gestern bin ich an sowas vorbeigekommen. Und habe es mir nicht nehmen lassen, darüber - und die kommenden gesellschaftlichen verwerfungen - auch in der FAZ zu schreiben. Wenn das mein alter Direktor wüsste.
Nachtrag: Zimmer mit Aussicht. Hinten im Wasser, die Isola Bella

Prinzipiell finde ich es ja sehr unfair, wenn die Pracht venezianischer Leuchter an Banausen verschwendet wird, die strategisches Türmen am Frühstücksbuffet als Morgensport betrachten.

Ansonsten ist das hier ein sehr feiner Ort, um feine Tage zu verbringen. Kein Grand Hotel, aber schon etwas prächtig.

Für den Federballsport haben wir den ehemaligen Küchengarten missbraucht, von wo aus unser leises Plopp-Plopp die draussen verweilenden, unvermeidlichen Rezipienten deutscher Gossenjournaille kaum stören dürfte.

Man kann hier bestens bleiben. Auch hätte ich nichts dagegen, das hier als jene grossbürgerliche Villa zu besitzen, die das Hotel einst war.
Nachtrag: Zimmer mit Aussicht. Hinten im Wasser, die Isola Bella

Prinzipiell finde ich es ja sehr unfair, wenn die Pracht venezianischer Leuchter an Banausen verschwendet wird, die strategisches Türmen am Frühstücksbuffet als Morgensport betrachten.

Ansonsten ist das hier ein sehr feiner Ort, um feine Tage zu verbringen. Kein Grand Hotel, aber schon etwas prächtig.

Für den Federballsport haben wir den ehemaligen Küchengarten missbraucht, von wo aus unser leises Plopp-Plopp die draussen verweilenden, unvermeidlichen Rezipienten deutscher Gossenjournaille kaum stören dürfte.

Man kann hier bestens bleiben. Auch hätte ich nichts dagegen, das hier als jene grossbürgerliche Villa zu besitzen, die das Hotel einst war.
donalphons, 14:43h
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Montag, 14. September 2009
Durch die Schweiz an den Lago Maggiore
Der neue Koffer ist gepackt. Ob jemand bei Brachers gedacht hätte, dass ihr Produkt auch nach über 70 Jahren nochmal auf Reisen muss, auf den Kofferraum eines Cabrios gespannt? Hat man damals nicht geglaubt, 2009 würde man längst zum Mond reisen?

So aber geht es an den See, über eine der ältesten Passstrassen der Alpen, über Landeck nach Zuoz, über St. Moritz zum Malojapass, was eine eher karge und gar nicht so schöne Gegend ist, wie der Ruf suggeriert.

Im Gegenteil: Ich verstehe heute absolut nicht mehr, was mir vor einem viertel Jahrhundert (wie das schon klingt!) daran so gefallen hat. St. Moritz ist scheusslich, und ich ringe noch mit mir, einen beitrag darüber zu schreiben.

Im Kern sieht St. Moritz so aus, als hätte man hunderte von neuen Hotels am Tegernsee gegossen, übereinander geschlichtet und dann auf die alten Hotels draufgeklebt. Der See ist zu kalt zum baden, das Wetter ist sehr kalt, mitten im September, und es windet. Nach ein paar Minuten habe ich den Eindruck, ich werde krank.

Gesund werde ich beim Kurbeln den Malojapass hinunter, wenn all die Palaces und Grand Hotels und die diversen Anbauten mit Eigentumswohnungen - wer zum Teufel will da leben? - verschwunden sind, und die steingedeckten Dächer Italien ankündigen.

Spät, sehr spät kommen wir dann in Stresa an. Es ist mittelunprächtig, aber das Hotel ist grandios, und Internet ist umsonst, womit der urlaub auch gerettet wäre, würden sich im Schreibtisch keine Rommekarten neben der Bibel befinden. Morgen probieren wir, wie es mit federball im Park des Hotels aussieht.


So aber geht es an den See, über eine der ältesten Passstrassen der Alpen, über Landeck nach Zuoz, über St. Moritz zum Malojapass, was eine eher karge und gar nicht so schöne Gegend ist, wie der Ruf suggeriert.

Im Gegenteil: Ich verstehe heute absolut nicht mehr, was mir vor einem viertel Jahrhundert (wie das schon klingt!) daran so gefallen hat. St. Moritz ist scheusslich, und ich ringe noch mit mir, einen beitrag darüber zu schreiben.

Im Kern sieht St. Moritz so aus, als hätte man hunderte von neuen Hotels am Tegernsee gegossen, übereinander geschlichtet und dann auf die alten Hotels draufgeklebt. Der See ist zu kalt zum baden, das Wetter ist sehr kalt, mitten im September, und es windet. Nach ein paar Minuten habe ich den Eindruck, ich werde krank.

Gesund werde ich beim Kurbeln den Malojapass hinunter, wenn all die Palaces und Grand Hotels und die diversen Anbauten mit Eigentumswohnungen - wer zum Teufel will da leben? - verschwunden sind, und die steingedeckten Dächer Italien ankündigen.

Spät, sehr spät kommen wir dann in Stresa an. Es ist mittelunprächtig, aber das Hotel ist grandios, und Internet ist umsonst, womit der urlaub auch gerettet wäre, würden sich im Schreibtisch keine Rommekarten neben der Bibel befinden. Morgen probieren wir, wie es mit federball im Park des Hotels aussieht.

donalphons, 01:57h
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Sonntag, 13. September 2009
Schuld war nur der Federball
Beide - die Copilotin und ich - möchten etwas am Gewicht tun. Entsprechend tortenlos geht es hier seit dem ersten Zwetschgendatschirausch zu; statt dessen wird seit Tagen Federball im Stadtpark gespielt, wo man freie Wiesen für sich allein hat und eifrig am Ziel arbeiten kann; sei es, um wieder in ein Kleid zu passen, oder der Verwandtschaft, die man sich nicht ausgesucht hat, den Mund zu stopfen.

Natürlich dauert das etwas, eine Stunde, die dann fehlt, wenn sich die Sonne verabschiedet und die Dunkelheit in eben jenen Hof hereinbricht, in dem man eigentlich das Hardtop demontieren und eine neue Heckscheibe in das Verdeck einbauen wollte. Nachdem mein Schrauber meinte, das sei eine Arbeit für Spezialisten, war ich schon froh, dass zu Beginn der Nacht die alte, zerbrochene Scheibe draussen war. Der Ersatz machte ziemlich lang Zicken, bis er an Ort und Stelle war. Immerhin hat es überhaupt funktioniert. Was aber nicht mehr geklappt hat, war der Transfer zum Tegernsee.
Das ist suboptimal. Am Tegernsee sind alle, wirklich alle Kopfbedeckungen, etliche Fahrerhandschuhe, Schuhwerk, Kleidung, gerade die warmen Stücke, eine Roadsterbrille und - besonders tragisch - beide Dirndl, die die Copilotin für die Alpenüberquerung in München erstanden hatte. Und morgen kommen wir dort nicht mehr hin, denn der See liegt im Südosten; wir jedoch müssen nach Südwesten, wollen wir auch nur halbwegs früh am Lago Maggiore und den davor liegenden drei Pässen sein. Hätten wir nur heute den Federball ausfallen lassen. Immerhin:

Mehr oder weniger aus einer Laune heraus habe ich heute nochmal ein paar Hemden gekauft, und ich freue mich schon auf die Grenze, wenn die Zöllner fragen, was in dem Koffer ist, auf dem ich nervös mit den Fingern herumtippe und mir auch sonst alle Mühe gebe, wie ein Liberaler auszusehen, der zu einem Treffen mit einem Atomlobbyisten fährt.
Den Rest wird man sich unterwgs beschaffen müssen. Mal schaun, was die Schweiz so zu bieten hat - man sollte das jetzt kaufen, wo das Land doch so schrecklich an seiner Schweizerhaftigkeit verliert, und gar nicht mehr die Schweizer Schweiz ist, sondern nur noch ein Spielball der globalen Steuerfahndung.

Natürlich dauert das etwas, eine Stunde, die dann fehlt, wenn sich die Sonne verabschiedet und die Dunkelheit in eben jenen Hof hereinbricht, in dem man eigentlich das Hardtop demontieren und eine neue Heckscheibe in das Verdeck einbauen wollte. Nachdem mein Schrauber meinte, das sei eine Arbeit für Spezialisten, war ich schon froh, dass zu Beginn der Nacht die alte, zerbrochene Scheibe draussen war. Der Ersatz machte ziemlich lang Zicken, bis er an Ort und Stelle war. Immerhin hat es überhaupt funktioniert. Was aber nicht mehr geklappt hat, war der Transfer zum Tegernsee.
Das ist suboptimal. Am Tegernsee sind alle, wirklich alle Kopfbedeckungen, etliche Fahrerhandschuhe, Schuhwerk, Kleidung, gerade die warmen Stücke, eine Roadsterbrille und - besonders tragisch - beide Dirndl, die die Copilotin für die Alpenüberquerung in München erstanden hatte. Und morgen kommen wir dort nicht mehr hin, denn der See liegt im Südosten; wir jedoch müssen nach Südwesten, wollen wir auch nur halbwegs früh am Lago Maggiore und den davor liegenden drei Pässen sein. Hätten wir nur heute den Federball ausfallen lassen. Immerhin:

Mehr oder weniger aus einer Laune heraus habe ich heute nochmal ein paar Hemden gekauft, und ich freue mich schon auf die Grenze, wenn die Zöllner fragen, was in dem Koffer ist, auf dem ich nervös mit den Fingern herumtippe und mir auch sonst alle Mühe gebe, wie ein Liberaler auszusehen, der zu einem Treffen mit einem Atomlobbyisten fährt.
Den Rest wird man sich unterwgs beschaffen müssen. Mal schaun, was die Schweiz so zu bieten hat - man sollte das jetzt kaufen, wo das Land doch so schrecklich an seiner Schweizerhaftigkeit verliert, und gar nicht mehr die Schweizer Schweiz ist, sondern nur noch ein Spielball der globalen Steuerfahndung.
donalphons, 01:50h
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