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Dienstag, 10. Mai 2011
Neue Preise für Journalisten
Der Radetzkypreis für den besten Beitrag über Fehlleistungen anderer, die das eigene Haus nicht minder kennt.
Die Tom-Kummer-Medaille für die echteste abgedruckte Pressemitteilung eines Entertainmentkonzerns.
Der Thommy-G.-Award für besondere Nähe zu deutschen Autokonzernen bei minimalsten Aufwendungen.
Der Hegemann in Gold für wirklich grenzenlose Entdeckerfreude ältlicher Lustmolche im Literathurzirkus.
Die Niebelschütz-Auszeichnung für besonders gelungene Fantastik bei der Recherche.
Die BauchaufdemBadboden-Skulptur für engagiertes Abtippen heimischer dpa-Meldungen in Krisenregionen über Krisenregionen.
Die Berliner Ehrenklobürste für federturnerische Rektalakrobatik.
Das braune Würdekissen mit Bommeln für die meisten im Büro abgesessenen Tage ohne den Willen, auich mal etwas "draussen" zu machen.
Der eiserne Deleteknopf für 1.000 unbeantwortete Leserkommentare, die dem Journalisten grobe Fehler und Ahnungslosigkeit hinlänglich nachweisen.
Das wuschige Wiki für die schnellste Internetnachforschung am Bande.
Dann muss der Spiegel auch nicht mehr weinen, wenn einem Bubi mal nach einem dichterisch wertvollen Einstieg ein Preislein aberkannt wird - es gibt ja noch viele andere.
Die Tom-Kummer-Medaille für die echteste abgedruckte Pressemitteilung eines Entertainmentkonzerns.
Der Thommy-G.-Award für besondere Nähe zu deutschen Autokonzernen bei minimalsten Aufwendungen.
Der Hegemann in Gold für wirklich grenzenlose Entdeckerfreude ältlicher Lustmolche im Literathurzirkus.
Die Niebelschütz-Auszeichnung für besonders gelungene Fantastik bei der Recherche.
Die BauchaufdemBadboden-Skulptur für engagiertes Abtippen heimischer dpa-Meldungen in Krisenregionen über Krisenregionen.
Die Berliner Ehrenklobürste für federturnerische Rektalakrobatik.
Das braune Würdekissen mit Bommeln für die meisten im Büro abgesessenen Tage ohne den Willen, auich mal etwas "draussen" zu machen.
Der eiserne Deleteknopf für 1.000 unbeantwortete Leserkommentare, die dem Journalisten grobe Fehler und Ahnungslosigkeit hinlänglich nachweisen.
Das wuschige Wiki für die schnellste Internetnachforschung am Bande.
Dann muss der Spiegel auch nicht mehr weinen, wenn einem Bubi mal nach einem dichterisch wertvollen Einstieg ein Preislein aberkannt wird - es gibt ja noch viele andere.
donalphons, 00:38h
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Ja,
ich habe auch gesehen, dass die FAZ neue Blogs hat. Nein, ich weiss auch nichts darüber. Ich bin auf Urlaub, und wer mal eine wirklich verfehlte Blogstrategie sehen will, schaue sich die kalten Krieger bei der Welt an.
Die FAZ bringt halt langweiliges Zeug über lang vergessene Kulturthemen. Aber keine springerschen Militaristen und Hetzpropaganda.
Die FAZ bringt halt langweiliges Zeug über lang vergessene Kulturthemen. Aber keine springerschen Militaristen und Hetzpropaganda.
donalphons, 00:06h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 9. Mai 2011
Mehr als die Summe der einzelnen Teile
Bastelarbeit. Am Ende hoffentlich etwas Nettes.
Fluss. Wasser. Pflanzen. Was man uf dem Bild nicht sieht, sind die Pollen. Man sieht sie aber an den Spinnweben, die gar nicht mehr fein, sondern verklebt sind. Und ich merke sie. Sofort.

Die Bastelarbeit wird dereinst schön werden, aber dieses Jahr hat den Deife, wie wir in Bayern sagen. Es wird etwas dauern, nehme ich an.
Fluss. Wasser. Pflanzen. Was man uf dem Bild nicht sieht, sind die Pollen. Man sieht sie aber an den Spinnweben, die gar nicht mehr fein, sondern verklebt sind. Und ich merke sie. Sofort.

Die Bastelarbeit wird dereinst schön werden, aber dieses Jahr hat den Deife, wie wir in Bayern sagen. Es wird etwas dauern, nehme ich an.
donalphons, 00:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 8. Mai 2011
Rituale
Geschenke kaufen. Das ist immer so am Ende eines Urlaubs, wobei: Es muss nicht das Ende sein, dem Röcheln nach zu schliessen, das sich ab Innsbruck vernehmen lässt, ist Deutschland für mich noch immer so erfreulich wie die Reuse für den Fisch. Es ist also eher ein Schauen nach dem Rechten. Post öffnen, telefonieren, Termine verschieben, die ein oder andere unerfreuliche Nachricht hören. Ist man länger weg, sind die Nachrichten selten so gut wie das Leben in Italien.

Am Ende jedoch geht es nicht anders, und alles, was man hat, muss ins Auto. Bei einem Fahrer ohne Beifahrer ist es nicht schwer, zumal die Barchetta mit dem Gepäckträger sehr flexibel ist. Es geht auch mit viel Gepäck, es hätte auch eine Begleiterin hineingepasst, und dennoch ist genug Platz für mehr als nur ein Rad. Selbst die Polizei hat nichts daran auszusetzen, während sie andere, unscheinbare Gefährte kontrolliert.

Es könnte schlimmer sein. Man könnte hier im Schulbus sitzen. Manchmal frage ich mich, ob die hiesigen überhaupt begreifen, in welcher Schönheit sie leben. Es ist nicht schwer, den Kontrast zu erleben, da reicht eine Fahrt zu den billigen Vergnügungsparks, aber vielleicht wird einem diese ewige Schönheit auch irgendwann etwas langweilig, und man geht nicht weg, weil man woanders etwas tun muss, sondern denkt, woanders wäre es irgendwie besser.

Nun, es ist zumindest ohne dieses verfluchte Regime und das System dieses Landes mit all seinen Tücken. Es ist ein wunderbares Land für den Urlaub. Eine Geliebte. Aber heiraten? Schnell in den Wagen, nach Norden, es eilt. Was man mitnehmen kann, hat jedenfalls Platz,

Am Ende jedoch geht es nicht anders, und alles, was man hat, muss ins Auto. Bei einem Fahrer ohne Beifahrer ist es nicht schwer, zumal die Barchetta mit dem Gepäckträger sehr flexibel ist. Es geht auch mit viel Gepäck, es hätte auch eine Begleiterin hineingepasst, und dennoch ist genug Platz für mehr als nur ein Rad. Selbst die Polizei hat nichts daran auszusetzen, während sie andere, unscheinbare Gefährte kontrolliert.

Es könnte schlimmer sein. Man könnte hier im Schulbus sitzen. Manchmal frage ich mich, ob die hiesigen überhaupt begreifen, in welcher Schönheit sie leben. Es ist nicht schwer, den Kontrast zu erleben, da reicht eine Fahrt zu den billigen Vergnügungsparks, aber vielleicht wird einem diese ewige Schönheit auch irgendwann etwas langweilig, und man geht nicht weg, weil man woanders etwas tun muss, sondern denkt, woanders wäre es irgendwie besser.

Nun, es ist zumindest ohne dieses verfluchte Regime und das System dieses Landes mit all seinen Tücken. Es ist ein wunderbares Land für den Urlaub. Eine Geliebte. Aber heiraten? Schnell in den Wagen, nach Norden, es eilt. Was man mitnehmen kann, hat jedenfalls Platz,
donalphons, 00:33h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 7. Mai 2011
Da haben wir noch gelacht
Nach meiner bescheidenen Meinung gehört der Gardasee zu den wirklich zu Unrecht verrufenen Gegenden dieser Welt. Es war einmal ein Sehnsuchtsort, vom Beginn der Tourismus bis in die 70er Jahre, und dann kamen die Fernreisen. Nur noch in Oberbayern, wo man den See quasi zum Münchner Umland rechnet, hat er noch einen guten Ruf. Ich war sehr erstaunt, als mir vor zwei Jahren jemand sagte, ein Urlaub am Gardasee gelte in Norddeutschland als etwas, naja, primitiv.

Man muss aber auch sagen: Die Frau hatte drei Kinder, schreibt Rezensionen über deutsche Literatur, sah auch so lustfeindlich aus, und besitzt kein offenes Fahrzeug. Sie hat also den Vergleich nicht. Sie weiss nichts vom feinen Zypressenduft, der im Mai noch nicht betörend ist, von der Ruhe, die über dem See in jenen Tagen der Zwischensaison liegt, von der wirklich delikaten Landschaft. Manche gar halten das für den schönsten Ort der Welt.

(Grossbild)
Da frage ich mich dann natürlich schon, warum solche Flachlandbewohner es überhaupt wagen, ihren Mund... aber mei, es gibt Meinungsfreiheit, sollen sie halt alte Salzwege in der Heide beradeln. Jeder, wie es ihm gefällt. Mir gefaällt es hier. Vielleicht auch etwas weiter nördlich, wo die Berge etwas höher und die Landschaft ein klein wenig wildromantisch ist, wie etwa in Brenzone.

Aber es hilft ja nichts, ich kann nicht ewig bleiben, ich muss weiter nach Norden, Malcesine, Tempesta, die Tunnel und Galerien, die Wellen, der Wind, es trreibt mich hinauf nach Torbole und weiter durch Arco, und dann nach Pietramurata. Dort, ein kleiner, alter Radladen, der hat vielleicht, was ich brauche: Einen alten Steuersatz. Der Verkäufer ignoriert standhaft meine Sprachmängel, wir finden den richtigen Schubladen und darin, bitteschön, der Silberglanz eines alten Steuersatzes von Campagnolo.

Den jedoch kann er mir nicht einfach so geben, lacht der Besitzer, er muss erst mal umrechnen, vecchio sei er, classico, von 2000, seitdem liegt er hier, vergessen, denn jemand kam vor einem Jahr vorbei und habe alles gekauft, was er noch von Campagnolo hatte, nur der Steuersatz wurde vergessen, bitte - aber erst muss er umrechnen. Denn der alte Preis stünde noch in Lira drauf.
Da haben wir gelacht. Das waren noch Zeiten, und scherzhaft fügt er hinzu, es würde ihm nichts ausmachen, wenn der Lire wieder käme; auf vielen Dingen würden noch die alten Preise draufstehen, er müsste nur die Eurobapperl wegmachen. Wir amüsieren uns köstlich, dann fahre ich weiter.
Und lese am Abend, dass die Griechen den Euro verlassen wollen.

Man muss aber auch sagen: Die Frau hatte drei Kinder, schreibt Rezensionen über deutsche Literatur, sah auch so lustfeindlich aus, und besitzt kein offenes Fahrzeug. Sie hat also den Vergleich nicht. Sie weiss nichts vom feinen Zypressenduft, der im Mai noch nicht betörend ist, von der Ruhe, die über dem See in jenen Tagen der Zwischensaison liegt, von der wirklich delikaten Landschaft. Manche gar halten das für den schönsten Ort der Welt.

(Grossbild)
Da frage ich mich dann natürlich schon, warum solche Flachlandbewohner es überhaupt wagen, ihren Mund... aber mei, es gibt Meinungsfreiheit, sollen sie halt alte Salzwege in der Heide beradeln. Jeder, wie es ihm gefällt. Mir gefaällt es hier. Vielleicht auch etwas weiter nördlich, wo die Berge etwas höher und die Landschaft ein klein wenig wildromantisch ist, wie etwa in Brenzone.

Aber es hilft ja nichts, ich kann nicht ewig bleiben, ich muss weiter nach Norden, Malcesine, Tempesta, die Tunnel und Galerien, die Wellen, der Wind, es trreibt mich hinauf nach Torbole und weiter durch Arco, und dann nach Pietramurata. Dort, ein kleiner, alter Radladen, der hat vielleicht, was ich brauche: Einen alten Steuersatz. Der Verkäufer ignoriert standhaft meine Sprachmängel, wir finden den richtigen Schubladen und darin, bitteschön, der Silberglanz eines alten Steuersatzes von Campagnolo.

Den jedoch kann er mir nicht einfach so geben, lacht der Besitzer, er muss erst mal umrechnen, vecchio sei er, classico, von 2000, seitdem liegt er hier, vergessen, denn jemand kam vor einem Jahr vorbei und habe alles gekauft, was er noch von Campagnolo hatte, nur der Steuersatz wurde vergessen, bitte - aber erst muss er umrechnen. Denn der alte Preis stünde noch in Lira drauf.
Da haben wir gelacht. Das waren noch Zeiten, und scherzhaft fügt er hinzu, es würde ihm nichts ausmachen, wenn der Lire wieder käme; auf vielen Dingen würden noch die alten Preise draufstehen, er müsste nur die Eurobapperl wegmachen. Wir amüsieren uns köstlich, dann fahre ich weiter.
Und lese am Abend, dass die Griechen den Euro verlassen wollen.
donalphons, 01:55h
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Freitag, 6. Mai 2011
Wahrer Luxus
An diesem Herrn vorbei gehen und zu wissen, dass man sein Mahl nur selten teilen muss.

(Dinge, die man in Breschia plötzlich sieht, wenn man nicht nur Autos sieht)

(Dinge, die man in Breschia plötzlich sieht, wenn man nicht nur Autos sieht)
donalphons, 01:46h
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Bestellung eines Latte Macchiatos für Teetrinker
Giovanni? Ich hätte gernen eine Latte Macchiato.

Das dauert zwar bei meiner Art von Latte Macchiato zwei Monate, aber dann ist Giovanni fertig und kann servieren, in elfenbein und kaffebraun.

Und ich denke, das ist noch ein wenig hübscher als in Grigio.

Das dauert zwar bei meiner Art von Latte Macchiato zwei Monate, aber dann ist Giovanni fertig und kann servieren, in elfenbein und kaffebraun.

Und ich denke, das ist noch ein wenig hübscher als in Grigio.
donalphons, 01:41h
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Donnerstag, 5. Mai 2011
Das Monster ist tot
Physisch.
Aber es lebt in vielen Einzelteilen weiter, und wird nicht so schnell sterben. Sicherheitsgesetze. Schnüffellizenzen. Abschaffung von Freiheiten. Überwachung. Kontrolle. Bis hinunter zum Bapperl auf besseren Schuhkartons.

Und wenn man sich nun bemühen würde, die Überwachung mit der gleichen Energie überflüssig zu machen und abzuschaffen, wie man den alten Mann in Pakistan abgeschafft hat - oder vielleicht sogar ein wenig besser und offener - wäre das Monster wirklich tot. und nicht nur seine Inkarnation.
Aber es lebt in vielen Einzelteilen weiter, und wird nicht so schnell sterben. Sicherheitsgesetze. Schnüffellizenzen. Abschaffung von Freiheiten. Überwachung. Kontrolle. Bis hinunter zum Bapperl auf besseren Schuhkartons.

Und wenn man sich nun bemühen würde, die Überwachung mit der gleichen Energie überflüssig zu machen und abzuschaffen, wie man den alten Mann in Pakistan abgeschafft hat - oder vielleicht sogar ein wenig besser und offener - wäre das Monster wirklich tot. und nicht nur seine Inkarnation.
donalphons, 01:52h
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Die nicht schöne Stadt
Die nicht schöne Stadt ist nicht wirklich "nicht schön"; wäre ich nur 10 Minuten in Berlin, Essen oder Frankfurt, fände ich sie durchaus entzückend, und auch den Vergleich mit Städten wie Cremona und Monza muss sie nicht scheuen. Aber da ist die Geschichte der Stadt, die sich manchmal tief in ihr Gesicht gegraben hat, und manchmal nur schemenhadt sichtbar, aber nicht vergangen ist.

Diese Stadt hatte einst eine grosse Geschichte, aber während Verona von den Reisenden von Nord nach Süd und umgekehrt immer geküsst ward, blieb diese Stadt ein Zentrum des Schaffens, der harten Arbeit, auch der Maloche am Metall. Sie ist kein Schaufenster des Landes, und viele Schaufenster sind verwaist.

Die Neofaschisten, die echten und ihre schlecht getarnten Nachahmer hinter dem Schnoindreba an der Regierung und der Separatisten machen dafür vor allem die anderen verantwortlich. um von den grundsätzlichen Problemen abzulenken; der Globalisierung etwa, die spielend gerade die Kompetenzen der Hiesigen ins Ausland verlagert.

Man wählt braun. Und kauft Waren aus China beim fliegenden Händler, der in der besseren Hälfte der Altstadt zu finden ist. Es gibt auch noch die andere Hälfte der Altstatdt, die ist für eine Stadt dieser Region erstaunlich desolat.

Bevor Prostitution in Italien nur verboten war; und nicht explizit verfolgt wurde, solange sie sich jenseits des Umfeldes der Machthaber abspielte, standen in manchen Hauseingängen des schlechteren Teils auch Frauen, die nur zu warten schienen. Irgendwie duldete man das Warten der Zuwanderinnen auf die Zuwanderer, aber das ist jetzt auch vorbei. Wohin diese Zuwanderinnen verschwunden sind - nun, der Fall von einer gewissen Ruby ging durch die internationale Presse.

Diese Stadt und Verona, das Industriezentrum und das Weltkulturerbe, sie sind wie New York und Gotham City. Ich habe sie nie so leicht, so lebenslustig und liebenswert wie die Stadt an der Etsch erlebt. Wer kann, entflieht eher an die nahen Seen. Sie ist nicht hässlich, diese Stadt, aber Italiens Muse hat sie nur beiläufig geküsst.

Aber so, wie Verona die glanzvolle Oper hat, hat auch diese Stadt ihr eigenes Spektakel. Nicht das Opernhaus, in dem man gerade nordischen Titanen huldigt. Etwas anderes, einen Exzess, einen Ausnahmezustand, laut, brutal, kalt, stinkend, mit echten Toten in früherer Zeit und ohne Theaterblut, und Zigtausenden, denen jede Kultur abgeht. Und für die wird gerade die Piazza della Loggia mit einem Gerüst verschandelt. Absperrgitter für die Tiere, die da kommen.

Und obwohl es naht, sieht man noch wenig davon. Dann aber werden die Schaufenster wieder mit Waren prunken, und die Stadt wird rot und schwarz tragen. Für eine Woche wird alles anders sein, und man wird Gesetze brechen und Vorschriften missachten, es wird ein Feuerstrahl von hier aus durch Italien brennen und wiederkehren. Hier und da werden die Monster schon poliert und ausgestellt.

Und mich durchfährt ein Schaudern bei jedem Geräusch eines schweren Motorrads. Sie kommen, denke ich, sie kommen, um mich mitzunehmen durch die erste Nacht des totalen Ausnahmezustands voll mit Benzingestand und Stahlgerippen der Gescheiterten am Strassenrand, sie kommen, denke ich, ich kann mir diese Stadt nur so vorstellen, sie kommen, die HHölle bricht los, und dann fahre ich die ersten 50 der 1000 Meilen bis vor die Tore Veronas und wundere mich übber die Schilder, die 50 künden.

Hier geht nämlich auch 100, und man wird dabei mit Blaulicht begleitet. Ich weiss das. Andere wissen auch, dass hier noch mehr geht. Ausnahmezustand, drei Tage. Diese Stadt hat dann ihren Zweck erfüllt, sie darf wieder ein Jahr die hässliche Schwester von Verona sein, ihre Läden schliessen und die Nazis wählen. Ich bremse. Ich zügle mich. Noch sind das keine Schikanen bei einem Rennen. Es sind normale Kreisel. Ausnahmezustand ist in einer Woche.
Heute ist alles noch ruhig, am Gardasee (Blick Richtung Sirmione, ganz vergessen, diese FAZ geschichte zu verlinken von den Hängen über Salo'). Zwischensaison, kaum jemand unterwegs auf den Bürgersteigen und Strassen, wo sie nächste Woche überall stehen, jubeln und schreien werden, für den Ausnahmezustand aus der nicht schönen Stadt Breschia.

Diese Stadt hatte einst eine grosse Geschichte, aber während Verona von den Reisenden von Nord nach Süd und umgekehrt immer geküsst ward, blieb diese Stadt ein Zentrum des Schaffens, der harten Arbeit, auch der Maloche am Metall. Sie ist kein Schaufenster des Landes, und viele Schaufenster sind verwaist.

Die Neofaschisten, die echten und ihre schlecht getarnten Nachahmer hinter dem Schnoindreba an der Regierung und der Separatisten machen dafür vor allem die anderen verantwortlich. um von den grundsätzlichen Problemen abzulenken; der Globalisierung etwa, die spielend gerade die Kompetenzen der Hiesigen ins Ausland verlagert.

Man wählt braun. Und kauft Waren aus China beim fliegenden Händler, der in der besseren Hälfte der Altstadt zu finden ist. Es gibt auch noch die andere Hälfte der Altstatdt, die ist für eine Stadt dieser Region erstaunlich desolat.

Bevor Prostitution in Italien nur verboten war; und nicht explizit verfolgt wurde, solange sie sich jenseits des Umfeldes der Machthaber abspielte, standen in manchen Hauseingängen des schlechteren Teils auch Frauen, die nur zu warten schienen. Irgendwie duldete man das Warten der Zuwanderinnen auf die Zuwanderer, aber das ist jetzt auch vorbei. Wohin diese Zuwanderinnen verschwunden sind - nun, der Fall von einer gewissen Ruby ging durch die internationale Presse.

Diese Stadt und Verona, das Industriezentrum und das Weltkulturerbe, sie sind wie New York und Gotham City. Ich habe sie nie so leicht, so lebenslustig und liebenswert wie die Stadt an der Etsch erlebt. Wer kann, entflieht eher an die nahen Seen. Sie ist nicht hässlich, diese Stadt, aber Italiens Muse hat sie nur beiläufig geküsst.

Aber so, wie Verona die glanzvolle Oper hat, hat auch diese Stadt ihr eigenes Spektakel. Nicht das Opernhaus, in dem man gerade nordischen Titanen huldigt. Etwas anderes, einen Exzess, einen Ausnahmezustand, laut, brutal, kalt, stinkend, mit echten Toten in früherer Zeit und ohne Theaterblut, und Zigtausenden, denen jede Kultur abgeht. Und für die wird gerade die Piazza della Loggia mit einem Gerüst verschandelt. Absperrgitter für die Tiere, die da kommen.

Und obwohl es naht, sieht man noch wenig davon. Dann aber werden die Schaufenster wieder mit Waren prunken, und die Stadt wird rot und schwarz tragen. Für eine Woche wird alles anders sein, und man wird Gesetze brechen und Vorschriften missachten, es wird ein Feuerstrahl von hier aus durch Italien brennen und wiederkehren. Hier und da werden die Monster schon poliert und ausgestellt.

Und mich durchfährt ein Schaudern bei jedem Geräusch eines schweren Motorrads. Sie kommen, denke ich, sie kommen, um mich mitzunehmen durch die erste Nacht des totalen Ausnahmezustands voll mit Benzingestand und Stahlgerippen der Gescheiterten am Strassenrand, sie kommen, denke ich, ich kann mir diese Stadt nur so vorstellen, sie kommen, die HHölle bricht los, und dann fahre ich die ersten 50 der 1000 Meilen bis vor die Tore Veronas und wundere mich übber die Schilder, die 50 künden.

Hier geht nämlich auch 100, und man wird dabei mit Blaulicht begleitet. Ich weiss das. Andere wissen auch, dass hier noch mehr geht. Ausnahmezustand, drei Tage. Diese Stadt hat dann ihren Zweck erfüllt, sie darf wieder ein Jahr die hässliche Schwester von Verona sein, ihre Läden schliessen und die Nazis wählen. Ich bremse. Ich zügle mich. Noch sind das keine Schikanen bei einem Rennen. Es sind normale Kreisel. Ausnahmezustand ist in einer Woche.
Heute ist alles noch ruhig, am Gardasee (Blick Richtung Sirmione, ganz vergessen, diese FAZ geschichte zu verlinken von den Hängen über Salo'). Zwischensaison, kaum jemand unterwegs auf den Bürgersteigen und Strassen, wo sie nächste Woche überall stehen, jubeln und schreien werden, für den Ausnahmezustand aus der nicht schönen Stadt Breschia.
donalphons, 01:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 4. Mai 2011
Hässliche Schuhe für hässliche Männer
Ich glaube ja immer noch, dass ein Schuhblog, wenn es von der richtigen Psychopathin gemacht wird, grandiose Erfolge haben kann. Als Mann sehe ich es dagegen mit Vergnügen, wenn in Italien die Dominapumps am Aussterben sind. In der FAZ, für die Rechte der Frauen!
donalphons, 00:26h
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Es hilft ja alles nichts.
Ich möchte hier erst mal die Geschichte eines 1. Mai nacherzählen, die ein anderer, Giovannino Guareschi nämlich, erfunden hat. Est ist eine Geschichte mit Peppone, aber ohne Don Camillo, und ich mag sie sehr.
Sie beginnt damit, dass sich die Tochter eines Adligen der Poregion auf Urlaub vom Internat befindet, und ziemlich gelangweilt auf dem Landgut herumhängt. Schnell entschlossen klaut sie das Rennrad ihres Bruders und fährt durch die Landschaft, die wir uns in etwa so vorstellen sollten:
Dann kommt sie bei einem Fest vorbei, bei dem viele Leute ausgelassen feiern. Die Feiernden sind begeistert von der guten Figur, die sie auf dem Rennrad macht, nötigen sie zum Anhalten, und fordern sie zum Tanzen auf. Dort ist sie also, einer nach dem anderen will sie auffordern, sie sagt nicht nein, sie trinkt etwas und freut sich nach der langen Ödnis daheim des Lebens. Dass da ein paar rote Fahnen hängen, spielt für sie keine Rolle. Dann tritt Peppone auf und sagt, man werde nun das Miss Unita - Unita ist die kommunistische Parteizeitung - wählen. Mit riesiger Mehrheit, kaum dass sie sich versieht, ist die junge Dame zur Miss Unita des revolutionären 1. Mai von Boscaccio gewählt, wird auf das Podium geschleift -
und in diesem Moment trifft ihre Familie ein, die nach der Ausreisserin nach dem Verlust des Rades sucht. Nun ist auf beiden Seiten das Entsetzen natürlich gross, weil die Tochter des Erzfeudalisten nun plötzlich die Vorzeigefrau des kommunistischen Kampfblattes ist. Peppone nimmt sich den Adlugen zur Seite, redet mit ihm, geht dann auf das Posium und sagt, dass die KPI unter diesen Gesichtspunkten die Wahl wiederholen lässt, diesmal aber ohne die Adlige.
Seine Leute wählen erneut - die Adlige bekommt 100% der Stimmen. Kann man nichts machen.
Und den ersten Tanz danach bekommt Peppone.
Liebe Leserinnen, Sie verstehen:
Frauen machen auf einem Rennrad so eine gute Figur, dass sogar Kommunisten Adlige zu schätzen wissen.
Die Anfragen, die hier aber aufschlugen, bezogen sich mehr auf normale Damen- und Herrenräder, wie sie damals jene fuhren, die sich kein Auto und schon gar kein Rennrad leisten konnten. Besonders nach jenem in Grigio. Ich habe nachgefragt an jenem Art, da es sie gibt, und mit Gepäckträger in Rahmenfarbe, Stahllenker und unbequemen Brookssattel, Licht, Schutzblechen und anderem, was kein Mensch braucht, sowie 1-Mai-NichtwahlzurMissUnita-Garantie in Mattgraugrün und ohne Schaltung, aber zwei Handbremsen:
450 Euro glatt.
Dafür bekommt man schon ein gutes, gebrauchtes Rennrad der Oberklasse bei Freund Mata in Salo'. Und von mir den Tip, wo heute noch 1. Mai Feiern sind. Die anderen wenden sich bitte an
Cicli Belladelli Di Alessio Belladelli, Via Filippo Corridoni, 50, Mantova, Tel(0039) 0376 224539.
Der hat aber auch Rennräder.
Sie beginnt damit, dass sich die Tochter eines Adligen der Poregion auf Urlaub vom Internat befindet, und ziemlich gelangweilt auf dem Landgut herumhängt. Schnell entschlossen klaut sie das Rennrad ihres Bruders und fährt durch die Landschaft, die wir uns in etwa so vorstellen sollten:
Dann kommt sie bei einem Fest vorbei, bei dem viele Leute ausgelassen feiern. Die Feiernden sind begeistert von der guten Figur, die sie auf dem Rennrad macht, nötigen sie zum Anhalten, und fordern sie zum Tanzen auf. Dort ist sie also, einer nach dem anderen will sie auffordern, sie sagt nicht nein, sie trinkt etwas und freut sich nach der langen Ödnis daheim des Lebens. Dass da ein paar rote Fahnen hängen, spielt für sie keine Rolle. Dann tritt Peppone auf und sagt, man werde nun das Miss Unita - Unita ist die kommunistische Parteizeitung - wählen. Mit riesiger Mehrheit, kaum dass sie sich versieht, ist die junge Dame zur Miss Unita des revolutionären 1. Mai von Boscaccio gewählt, wird auf das Podium geschleift -
und in diesem Moment trifft ihre Familie ein, die nach der Ausreisserin nach dem Verlust des Rades sucht. Nun ist auf beiden Seiten das Entsetzen natürlich gross, weil die Tochter des Erzfeudalisten nun plötzlich die Vorzeigefrau des kommunistischen Kampfblattes ist. Peppone nimmt sich den Adlugen zur Seite, redet mit ihm, geht dann auf das Posium und sagt, dass die KPI unter diesen Gesichtspunkten die Wahl wiederholen lässt, diesmal aber ohne die Adlige.
Seine Leute wählen erneut - die Adlige bekommt 100% der Stimmen. Kann man nichts machen.
Und den ersten Tanz danach bekommt Peppone.
Liebe Leserinnen, Sie verstehen:
Frauen machen auf einem Rennrad so eine gute Figur, dass sogar Kommunisten Adlige zu schätzen wissen.
Die Anfragen, die hier aber aufschlugen, bezogen sich mehr auf normale Damen- und Herrenräder, wie sie damals jene fuhren, die sich kein Auto und schon gar kein Rennrad leisten konnten. Besonders nach jenem in Grigio. Ich habe nachgefragt an jenem Art, da es sie gibt, und mit Gepäckträger in Rahmenfarbe, Stahllenker und unbequemen Brookssattel, Licht, Schutzblechen und anderem, was kein Mensch braucht, sowie 1-Mai-NichtwahlzurMissUnita-Garantie in Mattgraugrün und ohne Schaltung, aber zwei Handbremsen:
450 Euro glatt.
Dafür bekommt man schon ein gutes, gebrauchtes Rennrad der Oberklasse bei Freund Mata in Salo'. Und von mir den Tip, wo heute noch 1. Mai Feiern sind. Die anderen wenden sich bitte an
Cicli Belladelli Di Alessio Belladelli, Via Filippo Corridoni, 50, Mantova, Tel(0039) 0376 224539.
Der hat aber auch Rennräder.
donalphons, 00:26h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 3. Mai 2011
Entschuldigung
Meine Arbeit mache ich zwar, aber ansonsten ist mir gerade nicht nach Schreiben oder Internet zumute. So im Grossen und Ganzen bin ich in Italien gesund geworden, aber zu zwei Gelegenheiten meldeten sich gewisse Beschwerden wieder zu Wort, aber auf die hatte ich leider keinen Einfluss. Der Erholungswert von sowas ist dann auch eher begrenzt, und ansonsten habe ich gerade wenig zu sagen. Nur Bilder. Die müssen reichen.






Ansonsten: Geht es sehr gut.






Ansonsten: Geht es sehr gut.
donalphons, 01:34h
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§
Ist es zu viel verlangt, sich Leute wie bin Laden und Gaddafi vor einem ordentlichen Gericht zu wünschen?
donalphons, 12:45h
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