Sonntag, 24. Oktober 2004
Neues aus der Gerüchteküche
aus dem heise-Forum, von hier:
Hal Faber ist vermutlich mit Don Alphonso (https://rebellmarkt.blogger.de/) identisch.
Und Lanu bin ich auch. Ist doch klar.
Hal Faber ist vermutlich mit Don Alphonso (https://rebellmarkt.blogger.de/) identisch.
Und Lanu bin ich auch. Ist doch klar.
donalphons, 18:56h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 15. Oktober 2004
Manchmal wache ich auf
Und dann hatte ich wieder diesen Alptraum, irgendwo zu sein, im Mittelpunkt des Geschehens, aber es war kaum jemand gekommen; zuwenig, um etwas zu tun, aber zu viele, um die Show abzusagen. Es klingt dumm, wenn ein Journalist das sagt, aber im Kern verabscheue ich Öffentlichkeit und Treffen mit mehr als 1 Person, ich bin dann unsicher, tolpatschig und in gewisser Weise auch gehemmt. Man merkt es mir nicht an, aber ich habe jahrelang gekämpft, das Gefühl der Verlorenheit unter vielen zu unterdrücken, und mir einzureden, dass es toll ist, One2Many-Communication zu betreiben. Awareness als etwas positives zu begreifen. Den Mittelpunkt nicht zu fliehen. Kein Puls von 180 mehr am Mikrophon. Und nicht mehr diese Angst vor den Aufstehern, Weggehern und Ausschaltern.

Manchmal wache ich auf, und dann erinnere ich mich an Fetzen dieses Traumes, und die sehen so aus, wie der Event, auf dem ich gestern war, der mir als ganz gross angekündigt wude und der sich als Rohrkrepierer der PR erwies. In letzter Minute wurde noch telefoniert, eingeladen und bestürmt, damit es wenigstens etwas Kulisse gibt, Klatschvieh, Weinfürlausäufer. Es kamen die Künstler, ihre Freunde, Bekannten und Eltern, ein paar Journalisten, die das Buch abgriffen, und vielleicht noch ein paar andere Leute, die aber schnell wieder gingen. Man beklatschte sich selbst, man brachte das Publikum mit, man war unter sich und allein, einsam und verlassen, und so hatten sie es ganz sicher nicht vorgestellt mit der ersten Vernissage.

Manchmal wache ich auf , und mir laufen Bilder aus einem anderen Leben durch den müden Kopf, Bilder der Kunst und der Architektur, Bilder der Romanik mit ihren doppelstöckigen Kapellen und das Mysterium, das ihnen inne wohnt, die gnadenlose Akustik dieser Räume, die klare Stimmen verlangt, um nicht im Hall zu einem kakophonischen Choral zu werden, Bilder von schlanken Säulen und dünnen Gestalten auf den Tympanoi , grossäugig und mit gespannter haut wie viele meiner jetzigen Mitmenschen, und heute morgen habe ich mich ernsthaft gefragt, ob das nicht ein grandioser Raum für eine Lesung wäre, so weiss, so glatt, so konzentriert und mit Emporen über den Seitenflügeln, hinter deren Brüstung man sich zurückfallen lassen kann, um über das gehörte nachzudenken, über den da unten, der ich dann hoffentlich nicht bin, sondern ein anderer.

Manchmal wache ich auf, und dann erinnere ich mich an Fetzen dieses Traumes, und die sehen so aus, wie der Event, auf dem ich gestern war, der mir als ganz gross angekündigt wude und der sich als Rohrkrepierer der PR erwies. In letzter Minute wurde noch telefoniert, eingeladen und bestürmt, damit es wenigstens etwas Kulisse gibt, Klatschvieh, Weinfürlausäufer. Es kamen die Künstler, ihre Freunde, Bekannten und Eltern, ein paar Journalisten, die das Buch abgriffen, und vielleicht noch ein paar andere Leute, die aber schnell wieder gingen. Man beklatschte sich selbst, man brachte das Publikum mit, man war unter sich und allein, einsam und verlassen, und so hatten sie es ganz sicher nicht vorgestellt mit der ersten Vernissage.

Manchmal wache ich auf , und mir laufen Bilder aus einem anderen Leben durch den müden Kopf, Bilder der Kunst und der Architektur, Bilder der Romanik mit ihren doppelstöckigen Kapellen und das Mysterium, das ihnen inne wohnt, die gnadenlose Akustik dieser Räume, die klare Stimmen verlangt, um nicht im Hall zu einem kakophonischen Choral zu werden, Bilder von schlanken Säulen und dünnen Gestalten auf den Tympanoi , grossäugig und mit gespannter haut wie viele meiner jetzigen Mitmenschen, und heute morgen habe ich mich ernsthaft gefragt, ob das nicht ein grandioser Raum für eine Lesung wäre, so weiss, so glatt, so konzentriert und mit Emporen über den Seitenflügeln, hinter deren Brüstung man sich zurückfallen lassen kann, um über das gehörte nachzudenken, über den da unten, der ich dann hoffentlich nicht bin, sondern ein anderer.
donalphons, 22:05h
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Donnerstag, 14. Oktober 2004
Nach dem Sturm
Obwohl die Zugriffszahlen in den letzten Tagen nie so hoch waren, wie bei DCT während eines normalen Tages, bin ich ganz froh, dass es jetzt etwas ruhiger wird. Es ist einfach was anderes, ob man von vielen in einem grossen Büro besucht wird, oder ob eine Horde Aufgescheuchter durch das eigene Wohnzimmer trampelt. Ab und zu hier reinschauen ist ok, irgendwann steht hier auch die Meldung vom Anlaufen von DCT.
However, wenn ich mir meine Referrers anschaue, würde ich sagen, dass die Abodienste Kress.de und IBusiness schnellstens den Laden schliessen sollten, die Zahlen sind echt peinlich, jeder Blogger schafft mehr.
However, wenn ich mir meine Referrers anschaue, würde ich sagen, dass die Abodienste Kress.de und IBusiness schnellstens den Laden schliessen sollten, die Zahlen sind echt peinlich, jeder Blogger schafft mehr.
donalphons, 13:37h
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Dienstag, 12. Oktober 2004
msn mit Gmail ficken
Gmail vergibt im Moment keine Invitations mehr, aber ich habe noch einen Spareaccount, und da liegen noch 4 Invits drauf rum. Also, wer will, entweder eine Mail an donalphonso at gmail com oder hier melden. Wer zuerst kommt, den belohnt das Leben.
donalphons, 15:27h
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Donnerstag, 7. Oktober 2004
Hell ahead
Ich schiebe die Akkus wie Patronen in die Kamera. Eins, zwei, drei, vier. Testlauf - das Objektiv surrt raus. Ziehen, zielen, geht schnell. In dreihundert Kilometer Entfernung warten die Monster, meine Kollegen, mein Literaturbetrieb, all die netten Gesichter, die sich von ihrer besten Seite zeigen. Ich passe da nicht hin. Ich werde höflich sein, wohlerzogen, korrekt.
Und nach der Verzweiflung und der sinnlosen Gier in ihren Augen Ausschau halten...
Und nach der Verzweiflung und der sinnlosen Gier in ihren Augen Ausschau halten...
donalphons, 12:45h
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Sonntag, 3. Oktober 2004
2 Sekunden
Nicht länger. Zu kurz, um zu schalten. Ich ging gerade zur Kasse, als sie mir entgegen kam. Sie sah mich an. Irgendwas war da, aber ich wusste nicht mehr, wann und wo. Ich habe letzte Nacht nicht geschlafen, meine Synapsen waren zu langsam, aber ich hätte es wissen müssen, als ich den Wagen vor mit an der Tankstelle gesehen hatte, und das Zeichen des Alumni-Clubs.
Der Kassierer schaute noch zum Fenster raus und ihr hinterher, als sie einstieg, und auf die Strasse preschte. In dem Moment begriff ich, wer sie war. Andere Frisur, kürzer und cleaner, andere Sonnenbrille, anderes Auto, immer noch sie. Ich hatte ihr Gesicht verdrängt, sie, den Umkreis, überhaupt alles, was in dieser zeit geschehen war.
Das wär was, mit ihr nach München mitgenommen zu werden, sagte der Typ an der Kasse. Er wusste nicht, was er sagte, er ist sicher nie mitgenommen worden. Ich schon. Ich bin mit ihnen den ganzen Weg gefahren in die Nebelwand, ganz unten bin ich ihr damals begegnet, und dann bin ich jeden verdammten Meter wieder zurück, zuerst auf dem Zahnfleisch, und am Ende mit einer Bombe unter den Flügeln. Als es raus kam, mussten ein paar Leute ihre Schreibtische räumen. Sie natürlich nicht. Es gibt Menschen, die werden immer oben sein. Und sie gehört zu denen, deren Paps räumen lässt.
Immerhin, wahrscheinlich hat sie mich erkannt. Es gab auch einen guten Grund dafür. Eigentlich sind wir quit, nach all dem, was damals war, aber selten bin ich so langsam, so widerwillig nach München, in die einzigartige Munich Area gefahren wie heute, in ihren Spuren, und dass sie heute Nacht nur 400 Meter von hier unter einem Gris ganz ruhig schlafen wird, nagt an meiner Seele. Falls ich sowas habe, natürlich.
Der Kassierer schaute noch zum Fenster raus und ihr hinterher, als sie einstieg, und auf die Strasse preschte. In dem Moment begriff ich, wer sie war. Andere Frisur, kürzer und cleaner, andere Sonnenbrille, anderes Auto, immer noch sie. Ich hatte ihr Gesicht verdrängt, sie, den Umkreis, überhaupt alles, was in dieser zeit geschehen war.
Das wär was, mit ihr nach München mitgenommen zu werden, sagte der Typ an der Kasse. Er wusste nicht, was er sagte, er ist sicher nie mitgenommen worden. Ich schon. Ich bin mit ihnen den ganzen Weg gefahren in die Nebelwand, ganz unten bin ich ihr damals begegnet, und dann bin ich jeden verdammten Meter wieder zurück, zuerst auf dem Zahnfleisch, und am Ende mit einer Bombe unter den Flügeln. Als es raus kam, mussten ein paar Leute ihre Schreibtische räumen. Sie natürlich nicht. Es gibt Menschen, die werden immer oben sein. Und sie gehört zu denen, deren Paps räumen lässt.
Immerhin, wahrscheinlich hat sie mich erkannt. Es gab auch einen guten Grund dafür. Eigentlich sind wir quit, nach all dem, was damals war, aber selten bin ich so langsam, so widerwillig nach München, in die einzigartige Munich Area gefahren wie heute, in ihren Spuren, und dass sie heute Nacht nur 400 Meter von hier unter einem Gris ganz ruhig schlafen wird, nagt an meiner Seele. Falls ich sowas habe, natürlich.
donalphons, 00:22h
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Freitag, 1. Oktober 2004
Nachttransfer
in die Provinz, über die Ebenen hinein in die Hügel und dann hinunter in die Tiefebene.

Meine kleine Schwester überlegt, ob sie mir ihren Sportflitzer vermachen soll, mit der Begründung, da wäre man viel schneller damit in Berlin. Mag ja sein, aber wer würde ihr dann die Kronleuchter bringen? In ihren Kofferraum passen noch nicht mal 2 Kisten Wasser, und im Winter regnet es rein - der Fluch der schicken Autos.
Spätestens, wenn der Sitz hartgefroren ist, wünscht man sich den Punto zurück. Einen Winter lang hat sie meinen Punto gehabt, und ich musste jeden Tag mit einer Flasche voll heissem Wasser die Tür ihres Autos enteisen, und danach die innere Eisschicht von den Scheiben kratzen. Ich mag kleine, unscheinbare 5-türige Puntos in dunkelblau, die so aussehen, als habe Frau Mama ihren Einkaufswagen abgelegt, weil sie doch lieber den A8 nimmt. Sieht übrigens nicht nur so aus. War auch so.

Meine kleine Schwester überlegt, ob sie mir ihren Sportflitzer vermachen soll, mit der Begründung, da wäre man viel schneller damit in Berlin. Mag ja sein, aber wer würde ihr dann die Kronleuchter bringen? In ihren Kofferraum passen noch nicht mal 2 Kisten Wasser, und im Winter regnet es rein - der Fluch der schicken Autos.
Spätestens, wenn der Sitz hartgefroren ist, wünscht man sich den Punto zurück. Einen Winter lang hat sie meinen Punto gehabt, und ich musste jeden Tag mit einer Flasche voll heissem Wasser die Tür ihres Autos enteisen, und danach die innere Eisschicht von den Scheiben kratzen. Ich mag kleine, unscheinbare 5-türige Puntos in dunkelblau, die so aussehen, als habe Frau Mama ihren Einkaufswagen abgelegt, weil sie doch lieber den A8 nimmt. Sieht übrigens nicht nur so aus. War auch so.
donalphons, 06:56h
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Dienstag, 28. September 2004
Herbsteinkäufe
Vier Zitronen, 200 Gramm Pfifferlinge, 1 Kilo rote Trauben, 250 Gramm korsischer Bergkäse, warme dunkelbraune Schuhe, feine mittelbraune Handschuhe, eine "Mehr Skalpe meiner Feinde"-Rolex Oyster. Es wird Herbst 2004, ich will Vitamine und nicht frieren, und weil andere das auch nicht wollen, beschaffen sie sich das Geld für die Miete durch den Verkauf von Assets.
donalphons, 08:38h
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Freitag, 24. September 2004
Ich sehe mich genötigt klazustellen,
dass es sich bei diesem Text keinesfalls um einen Verriss des "Freund" von Christian Kracht handelt, wie mancherorts behauptet wird. Ich finde das Heft ganz bewundernswert. Es ist endlich wieder ein mutiges Produkt in der deutschen Publizistik, das verdient Achtung. Man mag im Gegenzug bedenken, dass andere Verleger Zeitschriften wie den Freibeuter einstellen. Es waren auch sehr viele angenehme Menschen vor Ort, wirklich. Leider hat in meinen Augen das Springer-Umfeld mit seinem teilweise niederen Verhalten die Party belastet.
Aber ich zerreisse mir darüber nicht das Maul. Ich versuche nur zu schildern, wie ich das als Angehöriger einer gewissen, ja, man kann sagen, Klasse, empfunden habe. Die Leser möchten bedenken, dass ich nicht nur so, man mag es als schnöselig oder arrogant diffamieren, sein kann, wie im Text angedeutet, sondern in derartigen Situationen auch tatsächlich so bin.

Es war sehr viel Erhabenes an diesem Ort, und viel banale Niedertracht. Aber es war weder luxuriös moch dekadent, wie auch einige Pressepinscher den Lesern vormachen wollen. Beachten sie nur den gewellten Teppich auf dem Bild! "Feinste Auslegeware", was für ein geistbitterarmer Ignorant schreibt so etwas? Cognac, Zigarren und Rehrücken sind eigentlich nichts, worüber man ein neidisches Wort verlieren dürfte. Aus dieser unterschiedlichen Wahrnehmung heraus aber eine Aversion meinerseits gegen andere, angenehme Orte und an diesem Abend anwesende Menschen ableiten zu wollen, wäre verfehlt.
Aber ich zerreisse mir darüber nicht das Maul. Ich versuche nur zu schildern, wie ich das als Angehöriger einer gewissen, ja, man kann sagen, Klasse, empfunden habe. Die Leser möchten bedenken, dass ich nicht nur so, man mag es als schnöselig oder arrogant diffamieren, sein kann, wie im Text angedeutet, sondern in derartigen Situationen auch tatsächlich so bin.

Es war sehr viel Erhabenes an diesem Ort, und viel banale Niedertracht. Aber es war weder luxuriös moch dekadent, wie auch einige Pressepinscher den Lesern vormachen wollen. Beachten sie nur den gewellten Teppich auf dem Bild! "Feinste Auslegeware", was für ein geistbitterarmer Ignorant schreibt so etwas? Cognac, Zigarren und Rehrücken sind eigentlich nichts, worüber man ein neidisches Wort verlieren dürfte. Aus dieser unterschiedlichen Wahrnehmung heraus aber eine Aversion meinerseits gegen andere, angenehme Orte und an diesem Abend anwesende Menschen ableiten zu wollen, wäre verfehlt.
donalphons, 16:09h
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Mittwoch, 22. September 2004
Gentlemen are requested to wear neckties
beim Cocktail mit diesem Herrn, und etlichen anderen Herren. Und Damen natürlich auch, nachher. Zeit für ein ausgiebiges Bad und eine Rasur. Man muss mir den Revoluzzer nicht gleich ansehen.
Deshalb entfällt hier das Abendposting. Bericht über das Ereignis in der üblichen Art nicht ausgeschlossen.
Ich gehe. Er bleibt sitzen.
Deshalb entfällt hier das Abendposting. Bericht über das Ereignis in der üblichen Art nicht ausgeschlossen.
Ich gehe. Er bleibt sitzen.
donalphons, 19:31h
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