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Samstag, 2. Januar 2016

Es gibt eine richtige Einstellung zur Zeit

Diese hier:



Genau dieser Blick durch zwei Jahrhunderte. Abschätzig,, leicht verächtlich, gern in Öl auf Leinwand, in Fleisch und Blut wäre sie vermutlich Dynamit der schwankenden Launen.

Es ist der letzte Zugang, der mich im letzten Jahr erreichte - und er war spottbillig. Man kann nur mutmassen, warum dieses wirklich imposant grosse und gut restaurierte Gemälde aus dem Empire so billig blieb. Vermutlich liegt es am Angezogensein mit der Chemisette.

Chemisette nennt man das durchsichtige Rüschenhemdchen, das Damen damals unter Napoleon über dem nach griechischer Mode sehr ausgeschnittenen Kleid trugen. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt der kleinen Eiszeit kamen in nördlichen Gefielden nämlich Kleider nach Vorbildern der antiken Warmzeit in Mode, die viel, viel zu dünn waren, und sehr empfindliche Partien der Umwelt aussetzten. Also trug man über dem Kleid noch diese durchsichtigen Hemdchen. Es war auch die Zeit, da man Haut mit quecksilberhaltiger Salbe bleichte. So eitel waren Frauen damals.

Die einen geben sich der Torheit hin und die anderem dem Sex: Nennen Sie die Sammler von mir aus Sexisten, aber würde diese Frau ihre volle Oberbrust zeigen, dann hätte ich sie mir nicht leisten können. Dann hätten sich andere auf sie gestürzt wie der Stier auf Europa. Mit Chemisette ist sie jedoch zu verrüscht und verpackt, zu wenig nackert, und zu wenig Fleisch begegnet dem Betrachter. Ja, es ist bitter, dass auch unter Freunden der Kunst die gleiche Hirnmechanik wie bei den Anhängern der Sasha Grey arbeitet. Und dass auch weibliche Sammlerinnen zu wenig Interesse haben, derartig züchtig verpackte Frauen zu kaufen, ist vermutlich auch ein Zeichen für unser Pornosaeculum. So bleibt das alles an mir und meinen Wänden hängen. So ist nun mal die Welt, verdorben und gemein, und wenig rücksichtsvoll gegen sittsame Überkleider. Das ist die bittere Wahrheit, die man aus den Auktionshallen mitnehmen muss.

Sexismus und Sinneslust verkaufen sich einfach besser. Schiessen Sie bitte nicht auf den Boten dieser Nahricht, der Frauen auch mit Chemisette die Ehre erweist und sein Konto für sie plündert.

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Samstag, 15. August 2015

Das letzte Hemd und das drittletzte Pinarello

Ein paar Repräsentanten des alten Westens sind über die letzten Monate gestorben. Das macht schreibfaul und nachdenklich. Manches Haus wird inzwischen schon weggerissen, denn die Erben haben es eilig. So gross ist der Altersunterschied zu mir übrigens auch nicht mehr, mehr so "im niedrigen zweistelligen Bereich". Ich habe mir sagen lassen, dass es dazu gehört und man mit dem zufrieden sein muss, was man hat.

Oder auch weniger.

Jedenfalls war ich die Tage im Keller, wo die Radschätze funkeln, und da ist mir das Pinarello aufgefallen.



Aufgebaut, restauriert, erheblich stabiler und einsteigerfreundlich gemacht, weil es ja für die Gäste ist, die dann aber doch andere Räder genommen haben. Es läuft hübsch und gut und war zu seiner Zeit 2001 als obere Mittelklasse fein, aber hier stehen nun nochmal ganz andere Dinge herum. Und so ist das immer mal wieder ergänzt und verbessert worden, aber nie wirklich gefahren.



Normalerweise würde man es zerlegen und dann in Einzelteilen lagern oder verkaufen, zwecks des Geldes, das dann mehr fliessen würde, aber das wäre auch schade - schliesslich ist es ganz nett ausgewogen, so wie es ist. Es steckt Arbeit drin, und daran gehe ich ungern mit dem Bolzenschneider. Ausserdem müsste, wer immer es wieder zusammenbaut, dann auch wieder rumbasteln. Zeit vergeuden. Und das Leben ist doch so schön. Und so kurz.



Ausserdem hat es ja auch so seine Macken, und daher lohnt es sich kaum, das dann wieder mit teuren Einzelteilen zu restaurieren. Die Aufkleber lösen sich, und die bei Ebay nachzubestellen und zu verkleben, sollte dem neuen Eigner eigentlich Arbeit genug sein, bevor es ins Blaue geht.



Ja, so ist das. Es löst sich der Aufkleber vom Rad, der Geist vom Körper und am Ende die Buchstaben vom Grabstein. Das sollte uns zu denken geben. Ich war jedenfalls draussen und bin es nochmal gefahren, und es ist ein gutes Rad. Ich habe es nicht so benutzt, wie es sein sollte, aber dafür habe ich gelebt und das ist ja auch etwas wert.

Es ist ein seltsames Gefühl, ein Rad zurück in die Bucht zu werfen - ich denke, ich werde es sorgfältig legen und es soll ja auch hübsch aussehen, wenn es davon schwimmt zu anderen Gestaden. Es ist aber schon mal eine gute Übung für all das, was - hoffentlich, recht sicher, fast garantiert - reichlich später kommt.

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Sonntag, 26. April 2015

Tu felix Austria

Man müsste eigentlich eine Serie darüber machen, wie Österreicher wertvolle Dinge verpacken. Jemand in München wünscht sich die Abholung von Laufrädern, die auch 200 Kilo Belastung aushalten, denn es könnte ihnen etwas passieren, und in Österreicht hat man ein Barockgemälde, zwei dünne Styroporplatten, eine Plastiktüte, Packpapier und Klebeband. Sonst nichts. Das Bild kommt in die Tüte, wird mit den Styroporplatten verklebt und dann mit dem Papier umwickelt. Fertig ist es für die weite Reise die Donau hinauf, über die Grenze, zwischen zwei Dienstleistern, bis zu mir,



Und die Platten - ich habe es ausprobiert - brechen leicht. Das ist nur bei Österreichern so, Italiener, Franzosen und Deutsche geben sich da wirklich Mühe, oder bringen es gleich vorbei. Alles schon erlebt, im Guten, weil derartige Händler Kunst wirklich achten, und im Schlechten, weil es Österreicher sind. Deshalb war ich auch öfters in Niederösterreich und Tirol zu Besuch.

Man kann das recht leicht erklären: Die Habsburgermonarchie war so eine Art Krake, die alle von ihr unterjochten Länder hemmungslos ausplünderte. Ich gucke oft nach Italien, aber die meisten italienischen Gemälde kommen tatsächlich aus Wien und wurden im vorletzten Jahrhundert eingeführt, als Oberitalien zu einer armen Provinz der Monarchie herabgesunken und der Willkür der Besatzer ausgeliefert war. Besonders schlimm muss es nach dem Versuch einer bürgerlichen Revolution gewesen sein - danach blieben den Abgesandten Wiens über zwanzig Jahre, sich schadlos zu halten an genau jener Kunst, die damals mit Historismus und Wiener Barock wieder in Mode kam. Besonders Venetien mit seinem alten Reichtum und verarmten Adel wartete nur darauf ,ein Opfer der Händler aus Wien zu werden.

Das hier ist nun ziemlich sicher italienisch:



Einfach, weil hinten auf dem Keilrahmen etwas auf Italienicch steht, in einer kursiven Schrift, die für das Rokoko typisch ist. Das Stück an sich ist zwar dekorativ, aber nichts Besonderes: Wahrsageszenen warn damals beliebt, und das hier ist wahrscheinlich auch nur nach einem Stich gemalt -eine übliche Methode einer Zeit, die bei weitem nicht so genialisch-kunstsinnig war, wie es heutige Maler und ähnliche Kreative für sich in Ansprucht nehmen.

Aber das ist kein Grund, es achtlos zwischen zwei Styroporplatten zu packen.Das können sich die Österreicher nur leisten, weil sie erst so viel geplündert haben und dann im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise glimpflich davon kamen: Wenig Bomben,wenig Plünderungen - und obendrein, das ist in Österreich immer im Hintergrund, mit den Juden eine vertriebene und ermordete Gruppe in jenem Bereich der Vermögenden, die genau solche Gegenstände in den Wohnungen hatte.Indolent bin ich da nicht, aber generell ist es absurd zu glauben, dass irgendein Gegenstand, der älter als 200 Jahre ist, in seiner Geschichte nicht einmal unrechtmässig den Besitzer gewechselt hat.

Ich habe lange überlegt, was da zu tun ist und ich denke, man sollte sie nun auch italienisieren: Also so viel davon kaufen, dass sie nur noch wenig haben und es beim Verpacken mehr schätzen. Das ist ein langsamer und zäher Prozess, aber ich finde, andere Sammler sollten es später einmal besser haben und nicht zittern müssen, ob in den Paketen nicht die zerrissenen Trümmer ihrer Erwartungen sind.

Dafür stehe ich ein. Selbstlos, wie ich bin.

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Samstag, 18. April 2015

Nichts ist umsonst im Leben.

Scheitern gehört ja irgendwie dazu, und die Fehleinschätzung auch. Es hat mal jemand, wie ich damals fand, durchaus couragiert über die Rollenbilder eines grossen Bekleidungsgeschäfts geschrieben. Daraus - und aus dem Erfolg - hätte man lernen können, dass sich die Beschäftigung mit Problemen lohnt. Offensichtlich hat sie aber nur gelernt, dass öffentlich anpöbeln Aufmerksamkeit erzeugt und das mit anderen auf den ersten Blick leichten Opfern immer weiter gemacht. Und je mehr schiefer sie sich eingezogen hat, desto lauter und schräger wurde es. Jetzt schreibt sie selbst, dass es für "Feministinnen" schwierig sei, eine Arbeit zu finden und ich frage mich eh, was jemand mit ihrer angeblichen Qualifikation bei einem Schnellkaffeeimbiss hinter der Theke verloren hatte: Ich kenne auch andere mit so einem Titel, die während ihrer Dissertation genug mit richtigen Aufträgen zu tun hatten, und dabei gut verdienten.

Und inzwischen mault sie die damala angegrunzte Bekleidungskette auch wieder an, wenn sie mit ihren Einkäufen dort nicht zufrieden ist. Irgendjemand muss das Zeug halt kaufen, und die Kette gewinnt am Ende wohl sehr oft. Allein schon wegen der Preise.

Das ist wohl auch so eine Erziehungsfrage: Bei uns gab es das nicht, allein schon, weil wir nur in einem Laden einkauften, der der Nachbarin gehörte und mit deren Mutter man in der schlechten Zeit auch schon gehandelt hatte. Etwas anderes als Markenkleidung - so hiess das damals - gab es nicht. Wenn ich kam, wurde das vorher über die niedrige Hecke besprochen, und dann kümmerte sich die Chefin persönlich. Ich bekam, was ich wollte und die Bezahlung geschah direkt. Man kannte sich halt, man haute sich nicht über das Ohr und jeder hatte, soweit man das damals sah, sein Auskommen. Das war auch noch vor dem Zusammenbruch des Ostblocks, und die Schneidereien waren bei Markenkleidung noch nicht in Billiglohnländern. Die Auswahl war nicht so gross, trotzdem ist keiner gestorben, und niemand fühlte sich deshalb hässlich.

Heute ist das auch für mich recht schwierig geworden. Wir hatten vor Ort ein früher bekanntes Modeunternehmen, das vor sechs Jahren pleite ging - damals habe ich noch gekauft, was zu bekommen war, und dank der sich wenig ändernden Männermode bin ich gut damit durchgekommen. Ich habe eine Hemdenschneiderei in Mantua und einen Schuster in Verona, und inzwischen kenne ich auch wieder Firmen, die nur hierzulande produzieren. Kleiner Nachteil: Alle, wirklich alle kommen aus dem Bereich der Tracht. Nicht Trachtenmode, sondern wirklich Tracht. Also robuste Sachen, aus schweren Stoffen mit massiver Verarbeitung. Wenn die schreiben: Hirschhornknöpfe - dann sind die Knöpfe aus den Hörnern der Hirsche aus der Region. Fertig. Wenn die schreiben: Schurwolle - dann ist die von hier. Vorne ist der Laden und dahinter ist die Näherei. Die Sache ich halt nur: Die passen sich nicht den Kundenwünschen an. Die machen das, was sie schon immer machen, man kann es nehmen, man kann es sich anpassen lassen, man kann die Farben in gewissen Grenzen bestimmen, aber am Ende ist es immer noch das, was sie seit jeher machen.



Passt dann auch wirklich perfekt. Aber es ist Tracht.

In meiner ganz wilden Zeit habe ich einmal einen Bolero von Gaultier nicht gekauft. Der war selbst mir viel zu wild bestickt, und dass der Hintern darunter rausschaut, war ein Zeichen, das zu senden im Parkcafe für heterosexuelle Männer vielleicht nicht immer ganz verwechslungsfrei war. Jetzt bin ich ein viertel Jahrhundert älter und sage mir, dass es halt etwas anderes ist, schon recht knackig ausschaut und trainiert genug für so etwas bin ich ja auch bald wieder. Es ist von hier und das ist eben der Preis, den man für Ideale zahlt. Andere Firmen anpöbeln bringt wenig, wenn fast alle anderen genau das wollen, was Primark und Co. liefern.

Und nach ein paar Tagen fühlt sich so etwas auch gar nicht mehr so fremd an.

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Freitag, 27. März 2015

Die Ecke der Unzufriedenheit

Wer sagt es denn: Zwei Barockportraits, und schon ist aus der Ecke, in der der Naturseidenvorhang ein wenig bedeutungslos herumschlackerte, fast schon mein Lieblingseck in der ganzen Wohnung geworden.



Barock und Gold wirken immer.

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Dienstag, 17. Februar 2015

Passt nicht

Ich habe es vorher ausgemessen und sogar testweise schon umgehängt, was ich sonst nie mache - und es sah so aus. als würde der Platz reichen. Aber leider ist das Gemälde einfach zu wuchtig für die Küche. Und dann letztlich auch zu gut. Ich habe es ja im Original nicht gesehen, aber insgesamt ist es einfach nichts, das man in die Küche hängen kann. Und man muss es auch so sagen: Es hat wirklich Jahre gedauert, bis ich etwas aus dem weiteren Umfeld der Asams fand und bezahlen konnte. Es musste sein und jetzt passt es nicht.



Das wird jetzt alles ganz verteufelt schwierig, weil ich die ganze Küchenhängung umgeworfen habe und vermutlich auch die Bibliothek werde umwerfen müssen - nur dort passt er thematisch mit seinem Buch und all dem Rot hinein.

Es gäbe sogar einen perfekten Ort, nur hängt da schon eine Sibylle von Cumae

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Sonntag, 19. Oktober 2014

Bewährt und gut

Ich habe schon ein Scott CR1. Feines Rad, ich fahre es gern am Tegernsee. Und weil ich den Rahmen günstig bekam und etwas zum Basteln brauche...



Das heisst, wirklichen brauchen tue ich es nicht, aber es ist eine sehr, sehr willkommene Abwechslung in diesen grauen, kurzen Tagen. Der Übergang nach Italien war ein wenig, wie soll ich sagen - hart. In Italien ist das Gefühl da, es könnte immer so weiter gehen, aber kaum ist man auf der anderen Seite der Alpem, riecht die Luft ganz anders, und man würde sich och so gern mit etwas beschäftigen, das sommerlich ist.



Das mag ein Grund sein, warum ich so etwas tue. Ich quetsche meine Ungeduld und das Gefühl, dass nichts so ist, wie es sein könnte, wie einen Steuersatz in das Rohr hinein, ich ziehe Schrauben so fest, dass sie so halten, wie mein Dasein halten soll, und rund soll es laufen, so rund, wie das Leben eigentlich sein sollte.

Man sagt, mit der Trauerfeier geht das Verarbeiten an. aber das ist nicht so, nicht bei mir, jedenfalls. Es hat nichts zu bedeuten, das war schon immer so. Also lenke ich mich ab, und merke mir ein paar Namen für später.

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Sonntag, 24. August 2014

Pelzbesatz

Der Pelzbesatz ist eine gute Ausrede. Denn natürlich kann ich damit behaupten, dass es in diesem Sommer so kalt war, und ich deshalb um so leichter dafür anfällig wurde. Nachgerade absurd, noch absurder als diese Frisur, die nie wieder in der Weltgeschichte höher werden sollte, ist der Umstand, dass eine etwas ältere Dame so einen Ausschnitt zeigt und dann den Rand mit einem Pelzbesatz wärmt. Kein Wunder, dass sie damals oft früh starben, aber so ist das nun mal mit der Schönheit: Im nachfolgenden, angeblich ach so bescheidenen und sittsam bürgerlichen Biedermeier verwendete man hochtoxische Quecksilberpasten zum Bleichen der Haut.



Alles nur für die äussere Erscheinung.

Eine andere gute Aurede wäre natürlich, dass ich an diesem Bild Demut vor weiblichen Eigenheiten üben kann; Nicht fragen, einfach akzeptieren. Im Vergleich zu unserer magersüchtigen Gegenwart mit Piercings und Blauschimmel wird so ein Verhalten auch nicht wirklich klüger, aber da ist wenigstens nichts, was man nicht schnell mit einem Brusttuch beheben könnte. Oder einem Feuer im Kamin, oder wenigstens der Hoffnung, dass der Gegensatz von Haut und Pelz allein dem Willen des Malers und der Auftraggeberin entsprungen ist, und sie freizügiger wirken sollte, als sie letztlich war. Sind sie das nicht immer?

Und natürlich weiss ich, dass es damals nicht besser war und damals jede, sofern das Geld vorhanden gewesen wäre, zum Kurpfuscher für eine neue, moderne Lyotardnase gerannt wäre - nur ging das damals noch nicht. Damals ging nur Wachsschminke und Turmfrisuren und ein riesiger Ausschnitt, und ein passender Pelzflauschrahmen. Frau muss tun, was möglich ist und Männer nehmen, was sie kriegen können. So ist das immer, und hier ist nur der Umstand zu bemerken, dass zwischen Frau und Mann üppige 240 Jahre liegen.

Wo hänge ich das jetzt nur auf?

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Mittwoch, 6. August 2014

Das wird den N. freuen

Der N. mag die italienische Traditionsmarke Campagnolo. Ich mag sie eigentlich auch, denn sie hat lange in Europa produziert - die neueren Sachen jedoch, sagt man, kämen auch aus teilweise aus Fernost und nicht mehr aus Vicenza. Aber ich kenne sie auch aus der ganz schlechten Zeit, als die Italiener für eine Bremse 10 mal so viel nahmen wie die Japaner für ihre gute Mittelklasse- und mit den Japanern blieb man stehen und Campagnolo versprach, die nächste Serie der Deltas würde das Problem lösen, und man würde nicht mehr über die Klippe fallen.



In meiner Jugend war das, so in etwa von 1982 bis 1992. 10 Jahre, in denen Campagnolo ein paar gute Ideen hatte, und ganz viele schlechte. Vieles war hoffungslos veraltet. Dass ich das heute wieder restauriere und andere Qualitäten sehe. ändert nichts daran, dass die Firma zwischenzeitlich ganz weit weg von der technischen Spitze war. Inzwischen ist das anders, man kann die Marke wieder unbesehen durch alle Gruppen kaufen, und die alte 9- oder 10fach-Record ist meine auch noch heute bevorzugte Gruppe - knapp vor der 7700er Dura Ace. Wobei ich finde, dass 9fach langfristig gesehen mit den etwas grösseren Toleranzen im Normalbetrieb besser schaltet. Und die Laufräder kann man bedenkenlos kaufen. So bedenkenlos, dass ich einen Satz Campagnolo Eurus auf Vorrat gekauft habe, ohne zu wissen, wo ich den verbaue. Aber jetzt ist er am Pasculli und ich finde, da passt er auch hin.



Sehr italienisch, das alles. N., der Shimano vehement ablehnt, wird es mögen und vielleicht gar nicht merken, dass Lenker und Vorbau von Pro sind, einer Tarnmarke des Teilegiganten aus Japan. Aber ich habe, wie gesagt, die schlechte Zeit von Campagnolo mitgemacht, an Schaltwerken gefeilt und über ungedichtete Lager geflucht. Ich bin offen und unideoligisch. Ab einer gewissen Qualität gibt es einfach kein schlechtes Rad.

Und das hier ist schon recht gut.

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Sonntag, 3. August 2014

Und hier

Ich mag ja Perlenketten und andere schätzen sie auch - manche sogar so sehr, dass sie rabiat werden:

Denn, indem sie das Kabinett der Degenfeld durchstöberte, fand sie nicht nur alle die Liebesbriefchen des Kurfürsten, sondern auch all die Schmucksachen, die er ihr geschenkt hatte. Das versetzte sie in eine Wut und sie ließ mich und meine Schwester rufen. Die Degenfeld hatte ihrerseits den Kurfürsten benachrichtigen lassen, und als wir eintrafen, erblickten wir einen ganz außergewöhnlichen Auftritt. Der Kurfürst stand vor seiner Geliebten, um die Schläge abzuwehren, die sie von seiner Gemahlin hätte bekommen können, die Kurfürstin ging im Zimmer hin und her und hatte alle Schmucksachen der Degenfeld in den Händen. Voll Zorn kam sie auf uns zu und schrie: Prinzessinnen, schaut her, das alles ist der Lohn der Hure, das alles ist nicht für mich bestimmt. Als der Kurfürst ihr sagte, sie solle die Juwelen derjenigen, der sie gehörten, zurückgeben, warf sie alles durchs Zimmer und kreischte: Wenn sie mir nicht gehören sollen, nun dann sind sie da, und da, und hier!

Man kann es natürlich auch übertreiben mit der Raffgier, besonders, wenn man Schmuck an einer Frau zu teuer verkaufen will. Es gibt da den ein oder anderen Vielanbieter, den ich verdächtige, hin und wieder selbst die Preise nach oben zu treiben, und mittlerweile sorgen solche Verhaltensweisen dafür, dass Gemälde, so sie beim ersten Mal teuer verkauft wurden, beim zweiten oder gar dritten Mal generell sehr kritisch gesehen werden. Regelmässig gehen daher die Preise nach unten, denn die Käufer sind misstrauisch und möchten nicht zu Höchstpreisen ausgeplündert werden. Sprich, Internet verlangt ein ganz anderes Raff und Kaufverhalten, alte Fallstricke kommen im neuen Gewand daher, und hier nicht und hier nicht - aber jetzt.



Manche Händler wissen das und lassen Monate vergehen, bevor sie Gemälde erneut bringen, aber diese Dame war dann doch zu aufällig und irgendwie wollten nur noch ein paar Leute mitbieten. Im Verhältnis Alter zu Kosten ein ungewöhnlich gutes Geschäft, denn die Dame ist von 1690, und die zwei, drei Generationen zu meinem Hauptjagdgebiet machen Bilder sehr viel seltener.

Es fand sich übrigens auch recht schnell ein Platz. Und hier noch einer, und hier, und hier.

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