: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 12. Mai 2014

Die Heimat der Lieblosen.

Das ist der wichtige Teil eines Beitrags über zwei meines Erachtens peinliche Figuren, den man keinesfalls ignorieren sollte:

Man sollte sich fragen, wer uns die Suppe eigentlich eingebrockt hat, ob daran nur die NSA und CIA schuld sind, oder nicht doch eher die selbsternannten Netzlobbyisten, die sich jahrelang gegen alles lokale, länderspezifische gewandt und auf eine Internationalisierung und Grenzenlosigkeit gedrängt haben. Jetzt hat sich die Sache als Rohrkrepierer erwiesen und man sucht irgendwen, dem man die Schuld zuweisen könnte. Ist aber keiner da.

Es sind in diesem Beitrag noch mehr feine Überlegungen, und das Feinste ist, dass ich es deshalb nicht nötig habe, es nochmal aufzuschreiben. Aber es ist tatsächlich so, dass Sozialsysteme eine gewisse Ortsbindung haben, sonst funktionieren sie nicht mehr. Es ist vielleicht möglich, diese Orte auch virtuell zu erschaffen, und das durchaus mit grossen Vorteilen - aber das wird ja gerade nicht gemacht, denn Twitter und Facebook kommen ja aus dem WLAN und HTML-Tags sind sooo 2003. Das Netz ist über weite Strecken ein sehr lieblos gemachter Ort, und nirgendwo ist er scheusslicher als bei denen, die zu dumm sind, Bilder selbst zu machen, und sie dann bei Creative Commons nehmen, ohne dazu mehr als ihr Gesülz zu geben. Da bräuchte man dann eine Funktion, ein Regulativ, das diese Schulden auf Kosten der Allgemeinheit in Grenzen hält. Und so wird es mehr ein Ort, an dem man rausholt, was man kriegen kann und weniger eine sinnvolle Umsetzung eines Lebensumfelds. Es liegt vielleicht auch an Nutzern, die selbst keinen Heimatbezug mehr haben und deshalb gut damit leben können, wenn die Strukturen wie das Fastfood geliefert werden.

Und dann muss man sich eben wirklich nicht wundern, wenn andere dieses System exponential besser ausschlachten, weil sie sich nicht mehr an der angeblich so nette Netzkulturfassade orientieren müssen, sondern das Spiel konsequent zu Ende denken. Je weniger Heimat, desto stärker der Neoliberalismus in all seinen Verkleidungen.

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