Die Heimat der Lieblosen.

Das ist der wichtige Teil eines Beitrags über zwei meines Erachtens peinliche Figuren, den man keinesfalls ignorieren sollte:

Man sollte sich fragen, wer uns die Suppe eigentlich eingebrockt hat, ob daran nur die NSA und CIA schuld sind, oder nicht doch eher die selbsternannten Netzlobbyisten, die sich jahrelang gegen alles lokale, länderspezifische gewandt und auf eine Internationalisierung und Grenzenlosigkeit gedrängt haben. Jetzt hat sich die Sache als Rohrkrepierer erwiesen und man sucht irgendwen, dem man die Schuld zuweisen könnte. Ist aber keiner da.

Es sind in diesem Beitrag noch mehr feine Überlegungen, und das Feinste ist, dass ich es deshalb nicht nötig habe, es nochmal aufzuschreiben. Aber es ist tatsächlich so, dass Sozialsysteme eine gewisse Ortsbindung haben, sonst funktionieren sie nicht mehr. Es ist vielleicht möglich, diese Orte auch virtuell zu erschaffen, und das durchaus mit grossen Vorteilen - aber das wird ja gerade nicht gemacht, denn Twitter und Facebook kommen ja aus dem WLAN und HTML-Tags sind sooo 2003. Das Netz ist über weite Strecken ein sehr lieblos gemachter Ort, und nirgendwo ist er scheusslicher als bei denen, die zu dumm sind, Bilder selbst zu machen, und sie dann bei Creative Commons nehmen, ohne dazu mehr als ihr Gesülz zu geben. Da bräuchte man dann eine Funktion, ein Regulativ, das diese Schulden auf Kosten der Allgemeinheit in Grenzen hält. Und so wird es mehr ein Ort, an dem man rausholt, was man kriegen kann und weniger eine sinnvolle Umsetzung eines Lebensumfelds. Es liegt vielleicht auch an Nutzern, die selbst keinen Heimatbezug mehr haben und deshalb gut damit leben können, wenn die Strukturen wie das Fastfood geliefert werden.

Und dann muss man sich eben wirklich nicht wundern, wenn andere dieses System exponential besser ausschlachten, weil sie sich nicht mehr an der angeblich so nette Netzkulturfassade orientieren müssen, sondern das Spiel konsequent zu Ende denken. Je weniger Heimat, desto stärker der Neoliberalismus in all seinen Verkleidungen.

Dienstag, 13. Mai 2014, 01:39, von donalphons | |comment

 
Auf der verlinkten Seite ist auch eine notwendige (und ellenlange) Anklage des Gender-Schwachfugs.

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noch ein Beitrag, den man nicht ignorieren muß: mit-maennern-unterwegs-reisende-kann-m von Frau Diener in der FAZ.
Frau Diener scheint eine sehr verschwiegene Reisebegleiterin zu sein. Kein (negatives) Wort, daß man auf den Don beziehen könnte. Nicht mal, wenn man sich bemüht.

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Hier der Link zum Frau Diener-Artikel.
http://bit.ly/1g34QI2
Das Foto da, der Mann von hinten, der sieht aus wie...

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... jemand, der womöglich halbe Tage in Buchhandlungen herumsteht?

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Radlerwaden und ein breites Kreuz
das könnte so einer mit starken Schultern sein, der Schwachen und Bedürftigen gerne aushilft mit Torte, Trüffeln, Culatello


und eventuell in den nächsten Tagen mit einem Bericht über die Reiseziele (mit) der Elterngeneration.

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Hm, die Kritik an Lobos Vortrag würde ich sogar weitgehend unterschreiben (habe für eine ähnlich gelagerte Schlussfolgerung nur etwa 7000 Zeichen weniger gebraucht).

Aber Danischs Versuch, Stefanowitsch zu demontieren, ist m.E. leider ziemlich in die Hose gegangen. Nicht dass ich es dem genderösen Sprachstalinisten nicht gegönnt hätte, mal ordentlich eins eingeschenkt zu kriegen. Aber die paar berechtigten Einwände gehen leider unter in einer Suada, die intellektuell nicht wirklich satisfaktionsfähig ist.

Nur weil S. Professor ist, heißt das doch nicht, dass so ein Vortrag wissenschaftlichen Kriterien genügen muss. Wenn der Papst "guten Morgen, schönes Wetter heute" sagt, ist das doch auch keine Enzyklika oder theologische Lehrmeinung, für die der Vatikan Unfehlbarkeit postuliert. Dass sein Vortrag Wissenschaft sei, hat Stefanowitsch mit keinem Wort behauptet und nach meinemVerständnis auch nicht implizit vorausgesetzt. Ich, meine, wenn man A.S: die wissenschaftliche Befähigung total absprechen will, wie Danisch es tut, dann muss man sich seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen und seine Lehrveranstaltungen vornehmen, sonst macht man sich leider zum Vollidioten. Wer von der Mehrschichtigkeit von Sprachakten (wie sie etwa das Bühlersche Zeichenmodell postuliert) noch nie gehört hat und Sprache stattdessen einfach mal mit Computersprache und Input-Output gleichsetzt, kann mit seinem Verbalgefuchtel allenfalls ein paar Glückstreffer landen, aber mehr auch nicht.

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Yep danke. Meine eigene Beschäftigung mit Sprachphilosophie ist zu lange her, als dass ich meinen nagenden Eindruck kritischer Unzulänglichkeit an Danischs Beitrag hätte in fundierte Kritik übersetzen können.

Einen Einwand habe ich allerdings auch bei Ihrer Kritik - wenn sich ein Wissenschaftler öffentlich äussert, sollte auch ein umgangssprachlich verständlicher Beitrag mit dem Stand der Wissenschaft zumindest nicht unvereinbar sein.

Gruss,
Thorsten Haupts

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Ha,
und was ist mit der Enzyklika Sudum est hodie?


War doch nur Spaß!

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@thorha: Meine zuletzt besuchten/absolvierten Linguistik-Veranstaltungen liegen nun auch schon ein gutes Vierteljahrundert zurück, insofern bin ich da sicher nicht ganz à jour. Grundsätzlich sollte sich auch herumgesprochen haben, dass die Sprachwissenschaft keine exakte Naturwissenschaft mit Experimenten und reproduzierbaren Ergebnissen darstellt, von daher habe ich den Verdacht, dass Danisch von vornherein mit einer falschen Erwartungshaltung rangeht. Seinen Kritikpunkt, dass Stefanowitsch besser beraten gewesen wäre, seine benutzten Begrifflichkeiten erst mal genauer zu definieren, teile ich indessen. Erst mal lang und breit ein Rohrpost-Modell zu beschreiben und es dann zu demontieren, das war didaktisch auch eher ungeschickt, da hätte man m.E. schon genauer darlegen müssen, warum es so nicht funktioniert. Und ohne die Mehrschichtigkeit von Sprache lässt sich das nur schwer plausibel erklären. Ich glaube zu verstehen, warum Stefanowitsch dieses Fass nicht aufmachen wollte, und ich halte das auch für einen Fehler. Aber um ihm nachzuweisen, dass er mit seinen Darlegungen völlig quer zu irgendwelchen aktuellen Lehrmeinungen der Linguistik liegt, müsste man sich schon bisschen weiter auf dieses Terrain vorwagen als Danisch es tut. Ansonsten wäre mein Vorschlag an seine Adresse nämlich mehr so im Geiste Dieter Nuhrs...

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Habe das Lesen vom Artikel bzw. der Surade des Herrn Danisch nach rund sechs Bildschirmseiten abgebrochen.

Es gab Punkte, die ich interessant fand, und einiges, was mir nicht gefiel. Wenn Danisch dem Lobo vorwirft, dass dieser nicht gut reden und vortragen könne, so muss an Danisch der Vorwurf gehen, dass dieser nicht schreiben kann...

Pardon. Für deutlich zu gewagt halte ich den Versuch, die Re:publica anhand von zwei Vorträgen zu beurteilen. Fast hätte ich Danisch noch gelobt dafür, einen Bogen um den Feminismus zu machen , aber ach, ausgerechnet bei Anatol Stefanowitsch musste er sich dann einhakeln.

Schön fand ich das Argument von Danisch, dass eine aus den USA importierte übersteigerte PC-Denke letztlich eine ein Überwachungsregime darstellt.

Andere Argumente von Danisch sind dünn, um nicht zu sagen grob falsch. Lobo hat z.B. noch nie das getan, was Danisch ihm und dem CCC vorwirft, nämlich "Internationalisierung, diese Loslösung von deutschem Recht und deutschem – als spießig und engstirnig empfundenen – Rechtsdenken.

Das Gegenteil ist richtiger.

Eine Aussage von Danisch wie "NSA und GCHQ habt Ihr bekommen, weil das Routing eben grenzenlos ist. " hat für mlich allenfalls dadaistische Qualitäten. Auch diese Seit-20-Jahren-weiß-ich-es-besser-Atitüde von Danisch, ähem, die deutet für mich auf eine eher skurrile Persönlichkeitsstruktur. Ein Danisch-Klassiker quasi.

Dass Anatol, mit dem ich inhaltlich so gut wie nie übereinstimme (für mich ein Flachdenker) mit "sprachpolizeilichen Ermittlungen" einen dezidiert selbstironischen Titel für seinen Vortrag gewählt hat, ist Danisch entgangen.

Ironie oder gar Selbstironie: Das kapiert einer wie Danisch halt nicht. Die Sozialkompetenz eines Aspie. Nee, vom Danisch halte ich nichts. Immer noch nicht. Da ist mir einer wie Lobo um mehrere Zehnerpotenzen lieber, auch wenn ich gelegentlich facepalmiere, wenn sich Lobo mal wieder in Pose wirft.

Trotzdem. Ich finde, Lobo hat sich recht gut gemausert.

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@dr. dean:
Ich finde, Lobo hat sich recht gut gemausert.

Ich bin da zwiegespalten: Bei aller Genugtuung darüber, dass er den Schuss in Sachen Überwachung etc. anscheinend gehört hat, kann man ihm den Vorwurf, jahrelang mit Schallschutz auf den Ohren rumgelaufen zu sein, durchaus machen.

Der andere Punkt ist das, auf was der Don immer wieder abhebt: all die gescheiterten Projekte und die immer wieder riesengroße Fresse bei neuen Projekten, da stellt sich dann halt schon die Frage, wie ernst kann man den Typen letztlich nehmen, selbst wenn seine Analyse des Ist-Zustands nicht völlig grundverkehrt ist?

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@dr.dean: da spielt sicher eine "früher war alles besser hab ich nicht schon immer gesagt" - Denke mit.

Aber auch wenn man nicht allem folgen mag: es ist schön zu lesen, wie einer scheibchenweise analysiert und auseinandernimmt, hinterfragt und gegen eigene Erkenntnisse und Ansichten - die natürlich subjektiv sein können - abwägt.

So eine richtig kleinkariert-spiessige Diskussion eben. Davon würde man sich manchmal mehr wünschen, denn solche Leute haben das Talent und die Geduld, die ganzen Heissluftballone, die uns vorschreiben wollen. wie die Welt zu funktionieren hat, auseinanderzunehmen.

BTW mit einer anständigen Diktatsoftware und einem Audiomitschnitt kriegt man erstaunliche Mengen von Text in einer relativ geringen Zeit runtergeschrieben. Wenn man da ein bisschen Übung hat, wirkt das sogar einigermaßen strukturiert. Ich glaube also nicht dass er da tagelang dransass.

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Muss euch Lobo erst sein Arschgeweih zeigen, bevor ihr ihm die Tupperware abkauft?

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@DrDean Zur Länge möchte ich etwas verteidigend einwerfen: Jeder hat seine Leser. Herrr Danisch sicher die seinen. Und diese Leser freuen sich auch über redundante längere Artikel.

Wahrheiten an die einer glaubt, kann er nicht zu oft hören.
Und die meisten Sachbücher und -Artikel sind doch um eine Erkenntnis herum aufgebaut und dann gepolstert.

In DEM BUCH werden wichtige Aussagen ebenfalls wiederholt und in verschiedenen Zusammenhängen wieder und wieder verkündet - Empfängersensitive Gestaltung der Botschaft.
Und selbst anders herum rät dort der Herr, man solle oft und viel bitten, man dürfe dem Vater seine Wünsche und Nöte mehrfach unterbreiten.

Und c) hier beim Don, können mir die Texte gar nicht lang genug sein. Mehr ist einfach mehr und besser. Einen besonders gelungenen Ausdruck überlese ich vielleicht, eine Aussage genieße ich mangels Metawissen nicht - aber viel lesen ist viel Genuß.

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Lobo ist nicht das Problem. Dumpfsprecher, PR-Tröten und und andere High-Profile-Junkies gab es immer und muss es geben, um Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen. Nur stehen hinter Lobo eben nicht die tapferen, sich unermüdlich abrackernden Köpfe, die im Hintergrund die Arbeit machen. Was Lobo im Grunde in seinem Rant kritisiert. Die Arbeitsteilung funktioniert nicht.

Wird es nie, weil die Forderung: "Gebt uns Geld, dann können wir in Ruhe unsere Genialität pflegen" einen rein egozentrischen Anspruch impliziert. Das ist übrigens bei den Krautreportern nicht anders. Die Aussicht sich aus Zwängen und Abhängigkeiten befreien zu können, impliziert selten die Übernahme von Verantwortung.

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"Die alte Heimat der Liebevollen" -oder: "Mittlerweile gibt es Erbengemeinschaften, die wegen der höheren Preise ausschließlich an Russen verkaufen wollen“, sagt Böhlen.

Wenn man die Zahlen sieht, muss man keine Angst vor den Russen haben. Wir haben etwa 2000 Villen in der Stadt, etwa vierzig wechseln pro Jahr den Besitzer. Wirtschaftlich gehe es der Stadt blendend, es gebe mehr Unternehmensgründungen als in Ulm oder Stuttgart."

Dank der FAZ gibt es auch weiterhin Informationen von Belang. Aber wer hier bloggt, wüsste ("vor lauter Kleinbürgerinternetaufgeregtheiten vom laufenden Band"?) wahrscheinlich gar nicht, dass es überhaupt eine Villa Chantal Grundig gäbe, nocht kennte er deren Geschichte, noch schickte er sich an in int. Märkten demnächst auch unternehmerisch tätig zu werden, noch würden er da spazierenflanieren, die Liebe im Arm - also bei Kaiserwetter zumeist.

Denn sie wissen nicht, was sie tun sollen, ach ja ... .
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