: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Mittwoch, 21. Juli 2004

Hoffnung

Gemeint haben wir alle, die Hoffnung auf ein befreites Leben entwickeln zu können, jenseits von Ausbeutung und Entfremdung.

Ex-RAF-Mitglied Knut Folkerts in der Jungle World

Da trifft er diese jungen Menschen, die so furchtbar gut gelaunt sind und trotzdem viel Geld verdienen, die voller Hoffnung sind und Optimismus, vielleicht auch Naivität, [...]. Die sich selbstständig machen, weil sie wissen, was Ausbeutung ist, und sich lieber selbst ausbeuten, als ausgebeutet zu werden.

Brand1-Redaktionsmitglied Peter Lau, B1 7/2000

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Ich in 2 Sätzen für den Klappentext

irgendwo zwischen Demut und Grössenwahn.

Don Alphonso lehrte als Informant der Kultwebsite dotcomtod.com den Vorständen der deutschen Internetwirtschaft jahrelang das Fürchten. Mit dem Dotcom-Schlüsselroman "Liquide" (Schwarzkopf & Schwarzkopf 2003) hat er dem Untergang der New Economy ein literarisches Denkmal gesetzt.

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Tafel im Nichts

Die Ankündigung, das Bild auf der Tafel, der Text - das alles wäre sehr viel überzeugender, wenn es nicht schon etwas lang auf der öden Fläche nahe der Volksbühne in Berlin a.d. Spree stehen würde.



Auf der Tafel steht konkret was von 2004. Das Unkraut ist inzwischen hüfthoch; es gedeiht prächtig in den Trümmern, die hier seit 1945 liegen. Übr den Zaun haben Anwohner ihren Müll gekippt; Plastikflaschen, Computerschrott, abgenutztes Samtmobiliar.

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Dienstag, 20. Juli 2004

Real Life 19.7.04 - opt-out nach Osten

Seit heute liegen Einladungen nach Nepal und Australien vor, neben den üblichen Anfragen aus München, die sowieso nicht verstehen, warum ich wieder nach Berlin bin. Und es ist schwer, die Gemengelage aus Job, Projekten und Verpflichtungen erklären, wenn alle anderen Optionen klar und einfach strukturiert sind. Das Slum Berlin ist in etwa so bedingt, wie es einen Kriegsreporter nach Jenin zieht. Berlin/Jenin - das eine könnte glatt ein Vorort des anderen sein. Nach P´berg? also, quer durch Chatillaottenburg, den Kuhdamm hoch, dann über die langsam fliessende Kloake, dann geht´s durch Jenin bis zum Fernsehturm, dann links, und schon ist man da...

In Nepal tut jemand das, wovon hier in Berlin alle nur reden. In Australien scheffelt jemand das Geld, das hier alle brauchen. Beide haben es nicht nötig, ihre beruflichen Websites zu optimieren, wie das hier alle fordern. Berlin - if you can´t make it there, you can still make it anywhere.

Ach so, richtig: Buch fertig. Nicht immer so gut wie Sex, aber sicher besser als Privatfernsehen. Und die Ungepoppten sollen doch Illies lesen (c) Luna_Lu

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Wegen Blogbuch

und dringenden Arbeiten daran vorläufig geschlossen (bis heute ca. 20 Uhr)

*

wenn alles gut geht, natürlich...

*man beachte den kleinen grünen Kaktus, der draussen am Balkon steht, holleri, holleri, hollero.

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Sonntag, 18. Juli 2004

Ugly in Pink

Ich bringe ihr das Luxusobjekt vorbei, und sie kommt noch mit runter. In diesem Moment fährt ein Auto aus einem Parkplatz. Sie sagt, ich soll schnell parken, dann können wir doch schnell was essen gehen. Es wäre sehr unhöflich, Nein zu sagen, also stelle ich den Wagen ab und gehe mit ihr durch das Gärtnerplatzviertel.

Sie sagt, es hat sich sehr verändert, seit sie hier 1990 eingezogen ist. In jedem zweiten Haus wäre eine Boatzn gewesen, eine dieser kleinen, schmalen Kneipen mit den üblichen Sozialfällen an der Theke und einem wenig erbaulich riechenden Besitzer, der entweder Schorsch oder Franzl heisst. In der Fraunhoferstrasse haben die nach Hundebraten riechenden chinesischen Takeaways, die mediterranen Feinkötzler und ein paar immer leere Griechen die Oberhand gewonnen.

An der Ecke zur Klenzestrasse haben sie aber auch schon wieder verloren: Hier hat, nachdem der Grieche vor ein paar Jahren aufgab, das Parkcafe sein wechselndes Unglück mit einem neuen Restaurant versucht. 2002, nachdem die New Economy in Scherben lag, stellte das Munich Network seinen Event "Venture City" für die breite Masse ein, verliess die alte Location, den Schlachthof, und versuchte hier was kleines, feines zu machen. Die Fenster wurden zugehängt, an die Tür kam ein Schild: "Geschlossene Gesellschaft!". Angesichts der miserablen Stimmung bei dieser Niedergangserscheinung hätte man auch "Erschossene Gesellschaft" schreiben können.

Inzwischen wurde es nochmal umgebaut und trägt jetzt einen Namen, der verpflichtet: Noodles. Das Noodles war Ende der famosen 80er ein Kellerrestaurant in der Maximilianstrasse, das outfitmässig ziemlich auf Mafia machte. Herr Praschl wird sich wohl noch an die Werbung erinnern, auf der ein ranker Jüngling einer drallen Blondine eine Nudel von den T*tten grapschte. Ins Noodles konnte man gehen, wenn man es auf Wolfratshausener höhere Töchter abgesehen hatte, oder auf die Tempo- und Wiener-Redakteure, die manchmal genug Geld hatten, um sich auf dem Weg ins Schumann´s noch eine solide Grundlage in den Bauch zu schaufeln.

Jetzt also ein neues Noodles. Postmodern/Poststrukturalistisch weit, hell und bei Tag beige.



Abends schalten sie die Lichter ein. Die haben sie sich bei eo von Interlübke abgeschaut. eo ist noch nicht mal New Economy, eo ist schlimmer: eo ist pre-IPO-fullservice-Webagentur, es ist Pit Kabel, es ist Argonauten, vielleicht auch Pixelpark. Das waren die Leute, die langsam überblendenden Lichter total frisch fanden. Wenn sie grade nichts zu tun hatten, spielten sie an der Fernbedienung rum und suchten cooles Blau. Es hatte was von Flash-Animationen in Möbelform.

Mein eigener Flash lässt gleich wieder nach, nachdem ich mich an dieses Retro-Ambiete der neuesten Unzeit gewöhnt habe. Die Musik ist ziemlich chillig, in etwa wie das Zeug, das 99 in den Warteräumen vor den CEO-Büros gespielt wurde, wo man als Berater gewohnheitsmässig mit einem Stundensatz von 400 Euro warten durfte, bis der Typ dahinter genug Arbeitsüberlastung simuliert hatte. Kost ja nur VC.

Auf jedem Tisch steht eine tropische Obszönität von Blume, die Stühle sind unbequem, und die Nudeln das einzige, was hier an Italien erinnert. Was nicht lang dauert, denn die Portionen sind eher klein. Noodles eben. Keine Pasta, wie damals noch im Keller an der Maxstrasse. Da gab es sogar dunkles Holz und weissrotkarrierte Tischdecken.

Rotweiss ist das einzige, was es hier nicht gibt. Es bleibt nicht Pink. Rot, Grün, Blau, Gelb, alles durcheinander und in verschiedenen Mustern. Fast sowas wie Glotze. Wenn einem nichts mehr einfällt, was man dem Gegenüber sagen soll, kann man über das Licht reden. Chillig, nicht?

Wir sitzen in diesem monströsem Alptraum der dekadenten Endphase der New Economy, ich muss um den Parmesan bitten, und während ich darauf warte und die paar Kräuterbrösel am Tellerrand affig finde, überlege ich, ob man das hier nicht unter Denkmalschutz stellen solllte und jeden, der nochmal was von Förderung der Neuen Medien erzählt, oder IPO, oder auch nur von Marktpositionierung, hier eine Woche einsperren sollte. Für Noodles al Zahnfleisch.

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Sonntag, 18. Juli 2004

Real Life 17.7.04 - Scary Discussions

Beiu uns in der Schule war klar, dass man nicht mit Frauen ins Bett geht, die Kinder wollen, sagte ich ihr heute, nachdem sie sich zu Blagen bekannt hatte. Das waren noch andere Zeiten, als ich in der Schule war, sagte ich (und meine Worte waren nicht besonders galant, wenn ich mir das rückblickend noch mal durch den Kopf gehen lasse)...

Das sind die heutigen Zeiten: Eine Debatte bei der Kaltmamsell, die damals im gleichen Umfeld war - und bedworthy, weil kindabstinent, zu werten ist. Was für Gefühlswallungen der Kindsüchtigen!

Zum Glück hat die letzte Generation meines Clans beschlossen, auszusterben und die letzten Millionen dabei rechtzeitig zu verhauen. Neffen und Nichten bleiben mir erspart.

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Täglich wie der Hass

oder halt, es heisst andersrum bei Dino Segre alias Pittigrrilli: Hässlich wie der Tag.



Das Gegenstück zu hier. Weniger die Gebäude, für die einiges an schützenswerter bausubstanz niedergerissen wurde. Aber besonders die Fläche in der Mitte. Wie wär´s mit ein wenig Grün? Es ist alles so praktisch, so sauber. Mehr aber auch nicht.

Der oberste Stock heisst bei mir "Smokers Alley". Sie qualmen nicht ihre Bude voll. Sie gehen raus. Und das sieht dann halbliterarisch so aus.

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Freitag, 16. Juli 2004

the media will not blog the revolution

Sie sind jung. Sie haben das Studium begonnen, als wir Top Dogs der New Economy die Zukunft vernichtet haben, mit Worten über das grenzenlose Internet, falschen Zahlen und dem Glauben an die Richtigkeit und die glatte Rechtfertigung unserer Ideale. Es klang so gut, und auch, wenn wir selbst nicht mehr daran geglaubt haben - sie glauben noch irgendwo dran, sonst sässen sie hier nicht auf den Holzstuhlen dieses Kommunikationswissenschafts-Seminars und würden sich anhören, was ich zu sagen habe.

Sie sehen es nicht. Blogs sind ziemlich neu für sie, selber eines schreiben ist nicht auf ihrem Radar. Tamagotchi im Internet, sagt eine, das ist es, wenn man sich täglich das Leben einer 28-jährigen Bürokauffrau antut, wenn es witzig ist. Ich sage ihr, dass es ein ziemlich klasse Begriff ist, ganz anders als die akademische Journalismus-Auffassung, die hier voherrscht, die ich selbst als Lehrer vertrete. Das soll sie so schreiben im Netz, dann ist es bloggen, dann ist es griffig, nicht dieses

kranke, verstaubte, hirnfickrige Old-Media-Zeug.

Sie sollen es tun, weil sie und all die anderen da drinnen jung sind. Weil man sich, wenn man schon in ihrer privilegierten Situation ist, nie damit zufrieden geben darf, dass etwas so ist und deshalb so geschrieben werden muss, wie es in den Lehrbüchern steht. Die Lehrbücher vertreten die Medien, wie sie in den 60er Jahren waren, but this is 2004, fuck it, also weg mit dem Unsinn, schon die Fernbedienung ist die Krankheit der Medienmonopole gewesen, und im Internet wird mit dem Maus getötet, da scheren sich die User einen Dreck um unsere Theorien, die wissen nicht mal, dass sie Rezipienten sind und wenn doch, dann klicken sie einfach weiter.

Wer nicht geklickt wird, stirbt. Wer seine Audience verliert, wird arbeitslos. Wer nicht genug Werbung bekommt, weil er zu wenige User hat, ist kein Journalist mehr, sondern nur noch eine Zahl in der Nürnberger Statistik. Das ist schlimm für sie, das wird darüber entscheiden, ob sie mal das tun, was sie sich erträumen, oder ob sie eben nochmal eine weitere abgelehnte Initiativbewerbung in meinem Account werden.

Ich erkläre es. Blogs sind bei Google auf der ersten Seite, und Google ist das Internet. Blogs kopieren Inhalte und stellen sie kostenfrei ins Netz, wenn andere schon längst Firstgates davor gesetzt haben. Jeder Click im Blog ist einer weniger bei ihnen. Sie leben später mal nicht von der Theorie oder den Lehrbüchern, sie leben von der Wirtschaft, die ihre Inhalte verwertet, und wenn die Käufer lieber bei den Blogs sind, dann haben sie keinen

Markt

mehr, der Markt, dieses alles aufsaugende und verzehrende Irrsinnsgebilde, das unser Leben dominiert, der Kern, der unsere Welt im Innersten zusammenhält, aber sie kennen den Markt nicht, und schon gar nicht seine Mechanismen.

Denn sie sagen, dass kopierte Inhalte ja wohl geklaut ist. Na und? Information ist nicht einsperrbar, sie will raus, sie muss es auch, denn Information ist der Grundbaustein jeder Kultur, und der Gedanke, dass man sie besitzen kann, ist Vor-Internet, Vor-Napster und damit so tot und so prähistorisch wie der Dinosaurier. Vergesst es einfach.



Und sie sagen: Es sagt mir nichts. Sie sind Journalisten. Sie müssen sich reindenken können in den anderen. Sie müssen wissen: Was will mein Leser? Was will der Politiker wirklich sagen? Was ist der Kern der Botschaft? Das ist ihre Kernkompetenz, die Fähigkeit, sich 24 Stunden am Tag anpassen und verstehen zu können, was Information ist - und dann sagen sie: Blogs sagen mir nichts. Ihre Kunden sehen das aber ganz anders. Jeden Tag mehr.

Ist da keine Neugier? Keine Lust an Informationen, die sie sonst nicht bekommen?

Und ist da keine Lust an der Carte Blanche, an der weissen Fläche, das das Internet ihnen gibt? Ihr Publikum, ihr Markt liegt nur drei Clicks von ihnen entfernt, wenn sie Träume haben, müssen sie sie nach draussen tragen. Sind sie nicht angekotzt von den Regeln, die man ihnen eintrichtert? Haben sie nicht Lust auf den Tabubruch, es mal ganz anders zu machen, neu, alles Bekannte hinter sich zu lassen, den quälenden, trockenen Stil, die erlogene Objektivität, und mal das zu erzählen, was sie sind und was sie wollen? Oder wollen die wirklich nur einem alten Politikersack das Mikro unter die Fresse halten und das dann rauspusten?

Ist das das Leben?

Ich rede eineinhalb Stunden an Wände hin. The revolution will not be blogged. Klar. Aber der Niedergang der Medien wird dortselbst schön analysiert, und die wissen am Ende theoretisch und laut Lehrbuch genau, warum sie draufgegangen sind. Weil die Information den Markt nicht mehr durch sie erreicht, sondern durch jeden, der kann und will.

Weil wir es dürfen. Wir dürfen alles. Wir dürfen über das schreiben, was wir in ihnen sehen, was wir ihnen unterstellen, wo wir ihr Versagen sehen.

Sie sind Monopolisten ohne Monopol. Sie haben keinen Markt, und sie wissen auch nicht, wie man rebelliert.

Und in ihnen ist etwas, steinalt, unbeweglich, agnostisch, tot,
wahrscheinlich bringt man ihnen das hier bei,
ich kann es nicht beschreiben,
aber hey, es ist auch egal,
hier draussen im
Internet.

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Donnerstag, 15. Juli 2004

Real Life 15.7.04 - Heute hier

um meinesgleichen was über das Bloggen zu erzählen. Für Journalisten ist ein Blog erst mal eine komische Sache, weil es nicht in die klassische Theorie der Medien als Gatekeeper passt. Was nicht Journalist, ist kein Medium.

Blogger kennen das noch nicht mal, haben keinen blassen Schimmer von Medientheorie, und werden trotzdem gelesen. Von Leuten, die das laut medientheorie auch nicht tun sollten. Entweder ist die Theorie falsch, dann gehört sie auf den Müll. Oder die Theorie ist unfehlbar, dann muss man den Blogger ausschalten und den Leser umerziehen.

Und wenn das nicht geht, dann hassen sie die Blogger.

So einfach ist das mit dem Konflikt. So einfach kann man es sich im Blog machen. Im Journalismus müsste man noch so tun, als wäre man unabhängig.

Wird sicher lustig - und natürlich gebloggt.

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Donnerstag, 15. Juli 2004

Real Life 14.7.04 - Goldenes Zeitalter in München

Die Stadt am Nordrand der Alpen negiert die Realität. Es ist nicht Sommer, aber die Strassencafes sind voll. Sonnenschirme helfen auch gegen Regen. Saban entlässt weiter, schichtet um, verlagert in billigere Regionen. Den Zeitungen geht es schlecht. Seit vier Jahren herrscht ein Klima, zäh und giftig wie kaltes, flüssiges Blei. Aber noch immer ist Gold die bestimmende Farbe der Stadt.



Da ist nicht nur das Gold an Fingern, Armen und Hälsen, die in den letzten Jahren faltiger geworden sind, ziemlich schnell, weil die Schönheitsfarmen für die Dreissigjährigen zu teuer geworden sind. Da ist der alte Goldton der Hauswände, da ist der schimmernde Glanz der Cabrios und das freundliche Gelb der vitaminstrotzenden O-Säfte und der betäubenden Longdrinks, da ist der Golden Retriever, der den Dackeln und Möpsen der Urbayern längst den Rang als Münchner Hund par Excellence abgenommen hat. Und da ist das Blond der Haare, so strahlend und falsch wie eine Regierungserklärung der CSU zum Hightechstandort.

Es ist eine Stadt, die sehr golden tut. Wenn man nicht aufpasst, beginnt man zu glauben, dass es wirklich Gold ist.

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Wege zum Ruhm ;-)

Ich habe das hier eines Nachts in der Provinz runtergeschrieben, in weniger als einer halben Stunde, und es war mir fast zu peinlich, es zu bringen.

Inzwischen hat es aber dank ITW eine gewisse Verbreitung gefunden, wird zitiert, verbreitet sich, manchmal auch ohne Link - fast so was wie ein Volkslied.

Vielleicht sollten wir im Buch vielleicht doch eine Seite dafür freiräumen.

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Mittwoch, 14. Juli 2004

Nacht nicht nur zum Schlafen

Das Team tötet den Schlaf. Das Team wird zur Maschine, zum System, das automatisch voranschreitet, durch die Existenzangst der Computerarbeiter, ein mechanischer Kadaver, der sich nicht an Zeiten orientiert, sondern nur an Milestones. Niemand zählt die Stunden, niemand überwacht den anderen, und alle wissen, dass jeder alles gibt.



Jetzt zu sagen, dass man heim will, auf den Futon und eine Fertiglasagne in den Ofen, wäre innerhalb des Systems falsch und unlogisch. Es würde den Rythmus der Menschteammaschine stören. Alle haben Hunger. Aber der Druck ist grösser. Die anderen essen auch nichts. Und da sind andere Frauen im Team, die noch dünner, noch sportlicher sind, also weiter.

Und selbst der Milestone reicht nicht, es muss ein Polster da sein, also setzt man sich und die anderen noch etwas unterDruck. Nur wer überfordert wird, wird besser, sagen sie sich, und hängen noch eine Stunde dran. Zu viel Koffein im Blut, zu viele Zigaretten, der Magen hebt ab, und die Müdigkeit, die die Augen schwer macht, macht das Hirn angenehm leicht.

Noch eine Stunde heute. Oder vielleicht zwei. Wenn sie das die ganze Woche über durchhalten, müssen sie Sonntags nicht ins Büro.

Oder zumindest nur ganz kur, 6 Stunden, oder so.

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Und falls dieses Metropolen- und Slum-Blog

zu negativ sein sollte: Beschaffen Sie sich einen Tiefseefisch und erfreuen sich an seinen schillernden Luftblasen. Grandios.

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Real Life 13.7.04 - Out of town

In den Heydays des Goldenen Zeitalters von etwa 1991 - 2001, in der New Economy und dem langen Weg dorthin. mit Techno, Popliteratur, Medienberufen, Creative Irgendwas, war Früh aufstehen was für Sauger mit geregeltem Beruf.



Nicht, dass ich damals nicht auch solche Stimmungen gesehen hätte. Nach dem Parkcafe, nach dem Nachtcafe, dem BaBaLu, dem Dorian Grey, dem Tresor, oder auch mal der gleissenden, nächtlichen Wirtschaftswelt unter Neonröhren. Diese Companies, den Tresor, Dorian und BaBaLu gibt es nicht mehr, Nachtcafe war pleite, Parkcafe ist zu einer mittelmässigen Location abgesunken,

und ich habe 4 Stunden geschlafen, bevor ich aufstehe, diesen Himmel sehe und einen weiteren Transfertag in den Süden beginne.

Besser nicht zu viel drüber nachdenken.

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