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Freitag, 25. August 2006
Jung, dumm, ahnungslos
zu sein ist manchmal, rückblickend betrachtet, gar nicht so schlecht, im Gegenteil, man erfreut sich an Banalem und Einfachem, man denkt nicht an morgen, es kommen noch so viele Tage und man fällt schon irgendwie auf die Füsse.

Ins Team abgeordnet ist einer aus Westdeutschland, der mit 26 schon Abschlüsse hat, dass man nur staunen kann. Aber hallo. Und leistungsbereit. Der denkt an nichts anderes als an die Herausforderungen von morgen. Ich fahre ihn raus zum Flughafen und erzähle ihm was über die Stadt, über das, was die Leopoldstrasse in den 80ern war, und weil er den ganzen Tag nichts gegessen hat, biete ich ihm an, ein Stück legendär schleimige Pizza bei Adria zu holen, es ist noch genug Zeit, und dann, denke ich, erzähle ich ihm was vom Babalu und den Abenden, als die Mädchen noch Catsuits trugen so eng, dass man schon vor dem Abschleppen eigentlich wusste, was einen erwartete, damals, in der wilden Zeit der frühen ... aber nein, er will zum Flughafen, dann kann er in der Lounge noch was arbeiten, morgen muss er wieder um 6 raus.
Ich liefere ihn ab, fahre wieder rein und drehe nochmal eine Runde rauf und runter. Einfach nur schön, für mich. Aber es gibt Leute, für die haben die Sirenen umsonst die Klippen aufgeworfen. Die etwas gealterten Catsuitträgerinnen aus dem Babalu sollten mal langsam das Geschäftsmodell ändern, die neue Felswand, an der solche Jungs zerschmettert werden, heisst Schwangerschaft.

Ins Team abgeordnet ist einer aus Westdeutschland, der mit 26 schon Abschlüsse hat, dass man nur staunen kann. Aber hallo. Und leistungsbereit. Der denkt an nichts anderes als an die Herausforderungen von morgen. Ich fahre ihn raus zum Flughafen und erzähle ihm was über die Stadt, über das, was die Leopoldstrasse in den 80ern war, und weil er den ganzen Tag nichts gegessen hat, biete ich ihm an, ein Stück legendär schleimige Pizza bei Adria zu holen, es ist noch genug Zeit, und dann, denke ich, erzähle ich ihm was vom Babalu und den Abenden, als die Mädchen noch Catsuits trugen so eng, dass man schon vor dem Abschleppen eigentlich wusste, was einen erwartete, damals, in der wilden Zeit der frühen ... aber nein, er will zum Flughafen, dann kann er in der Lounge noch was arbeiten, morgen muss er wieder um 6 raus.
Ich liefere ihn ab, fahre wieder rein und drehe nochmal eine Runde rauf und runter. Einfach nur schön, für mich. Aber es gibt Leute, für die haben die Sirenen umsonst die Klippen aufgeworfen. Die etwas gealterten Catsuitträgerinnen aus dem Babalu sollten mal langsam das Geschäftsmodell ändern, die neue Felswand, an der solche Jungs zerschmettert werden, heisst Schwangerschaft.
donalphons, 17:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 25. August 2006
Real Life 24.08.06 - Der indiskrete Charme der Munich Area
Du klappst den Rechner zusammen, gehst raus, grüsst ein paar Leute, bleibst bei der Frau hängen, die ein wenig Aufmunterung brauchen kann angesichts der drohenden Nachzahlungen, erwähnst, dass es im schlimmsten Fall einen Plan B gibt, es gibt immer einen Plan B, du musst nur noch drüber nachdenken, was der sein soll, wenn die Banken nicht mitspielen, du lächelst, obwohl dir schlecht ist beim Gedanken an das, was da noch alles kommen mag. Bayern ist inzwischen die Hochburg für Wirtschaftskriminelle, 6 verdammte Monate ist die Verjährungsfrist für Prospektbetrug, wegen einer bescheuerte Lücke, aber die bringt die Leute um und macht die schönsten Beweise wertlos. Man kriegt sie trotzdem, hintenrum, denn was da über die Money Machine rausgenommen wurde, wurde nicht versteuert, und wenn die Richter zu so einem Kickback-Abschöpfer durchaus nett sind, wenn er die richtige Kanzlei hat, so sind zumindest die Steuerbehörden noch ein anderes Kaliber. Es geht längst nicht mehr um den Gewinn, es geht nur noch um den maximalen Schaden für die andere Seite und die Hoffnung, dass sie aus Angst vor weiteren Geschichten einknicken. Die wissen ja genau, was da noch kommen kann. Und vielleicht glauben sie, dass ihr es auch wisst. Versteht keiner so genau? Prima. Ist wie Giftgas. Man muss nicht alles kennen.

Draussen, auf dem Weg zum Wagen ist es schön. Unendlich schön. Die Stadtstreicher haben die Kiesbank besetzt und werden braun, einer wäscht sich die langen, grauen Haare in der grünen Isar. Wenn erst mal der geplante Isarstrand kommt, wird dieser Moloch aus Geld und Dummheit sie vertreiben, irgendwo nach Süden zu den Heizkraftwerken. Diese Stadt ist ein Traum, sie ist manchmal so unschuldig wie die Hunde, die auf der Wiese herumtollen, und am Flaucher sitzen die Studenten und hätten gern noch ein wenig mehr schöne Tage bis zum Herbst, wenn es wieder los geht. Aber dann gehört ihnen die Nacht und die neuen Läden, von denen du nichts mehr weisst und die du nicht finden wirst, denn deine Zeit der Unschuld ist schon lange vorbei, und bis Dezember gehören die Nächte der ewigen Finsternis über dem Fondsgeschäft.

Draussen, auf dem Weg zum Wagen ist es schön. Unendlich schön. Die Stadtstreicher haben die Kiesbank besetzt und werden braun, einer wäscht sich die langen, grauen Haare in der grünen Isar. Wenn erst mal der geplante Isarstrand kommt, wird dieser Moloch aus Geld und Dummheit sie vertreiben, irgendwo nach Süden zu den Heizkraftwerken. Diese Stadt ist ein Traum, sie ist manchmal so unschuldig wie die Hunde, die auf der Wiese herumtollen, und am Flaucher sitzen die Studenten und hätten gern noch ein wenig mehr schöne Tage bis zum Herbst, wenn es wieder los geht. Aber dann gehört ihnen die Nacht und die neuen Läden, von denen du nichts mehr weisst und die du nicht finden wirst, denn deine Zeit der Unschuld ist schon lange vorbei, und bis Dezember gehören die Nächte der ewigen Finsternis über dem Fondsgeschäft.
donalphons, 01:17h
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Magazine für deutsche Elite sind sinnlos.
Gestern Nacht und heute Morgen war ich in zwei Besprechungen, in denen das offensichtlich wurde. Denn es gibt sie nicht, die deutsche Elite. Da sitzt man in einem Raum mit Leuten, die qua Geld und Herkunft zu den 5% Oberklasse gehören. Die von einem miesen, kleinen Arschloch geleimt wurden, das keine Manieren hat und keinen Stil, nur eine Vertreterbande, die so angenehm ist wie ein NE-Pleitier nach zu viel Gaudipillen. Und von sowas lassen sich Leute ausnehmen wie eine Weihnachtsgans in der Hoffnung, dass sie durch diesen Deal noch ein wenig klüger sind als der dumme Rest des Landes. Das wird schon, sagen sie sich, dieses Schlupfloch ist wie für micht gemacht - und dahinter wartet nur der Metzger mit dem Bolzenschussgerät.
Da hocken dann Manager aus München, Firmenerben aus Dortmund und neureiche Zahnklinikbesitzer aus Dresden zusammen und schauen sich an. Elite dieses Landes. Und obwohl alle gleich dumm waren und jetzt die gleichen Probleme und Schulden haben, können sie einander nicht ab. Das ist das regionale Problem der Elite in diesem Land. Deutschland ist nicht Frankreich, wo alles in Paris zusammen läuft. Es ist nicht England, wo man in London sein muss. Deutschland hat nur die verschissene, bankrotte Ruinenkulisse vor Berlin und darin ein paar Bunker für die besseren Kreise, die sich grossenteils aus verarmten Popliteraten, Altwestberliner Subventionsbetrügern, mittigen Beraterschleim und Medienkamarilla requirieren, also genau der Abschaum, der dort sein muss, weil er andernorts nicht mal die Spucknäpfe des Rotaryclubs auslecken dürfte. Es hat keine Park Avenue, es gibt hier noch nicht mal eine Ostküste, nur ein paar Landkreise vor München, Frankfurt, Köln und Hamburg, wo Leute mit zu viel Geld in Häusern mit zu wenig Geschmack schimmeln. Die Lücken zwischen diesen föderalen Clans schliesst dann genauso dumm und hässlich die deutsche Architectural Digest mit Themen wie Gloria in Kenia. Eklusiv: Die Strandvilla der Fürstin.
Womit wir bei Park Avenue wären. Und bei Gruner und Jahr und Bertelsmann dahinter, namentlich bei der grossen Mama des Konzerns. Frau Mohn nämlich gibt sich leidlich Mühe, das, was an Elite so da ist, einzusammeln mit ihrem Rosenball. Ergebnis: Nicht vorzeigbar, da hilft auch keine Frau Minelli. Deutsche Elite dieser Kategorie ist so sexy wie die Unterwäsche aller deutschen Innenminister von 48 bis heute und zum Erbrechen langweilig, gerade noch irgendwie Gala-tauglich. Man nehme nur mal die deutsche AD in die Hand und schaue sich die Rubrik "AD bei" an, Du lieber Himmel, lass bitte den China Club einstürzen und im Boden verschlingen, das will keiner sehen, nicht umsonst landet das sogar in der AD ganz hinten, Stichwort Kundenpflege.
Es sind diese Freakshows ohne freakiges Verhalten, die so einem Societyblättchen hierzulande das Leben zur Hölle machen. Die, an die es sich wendet, lesen sowas sicher nicht. Bleibt also nur das Ausweichen auf die D-Prominenz der deutschen Glotzenlandschaft, mit Erkan und Stefan auf da korrekten Terasse vom Pacha ich schwör und die Keule is kein Dönertier (tm). Oder die Zilliardste Geschichte über Herrn Eichinger, der mal wieder das riskanteste Projekt aller Zeiten macht, wie bei jedem anderen auch. Dabei die Hoffnung, zwecks grosser Auflage irgendein postkulturelles Publikum Marke Sachbearbeiter anzusprechen, die das an sich artgerechte Neocongewürge von Cicero zu begreifen nicht in der Lage sind, und denen Focus zu viel Information enthält. Blöderweise haben die aber garantiert nicht das Geld, sich ein Poltrona Frau Sofa mit Seide von Dedar beziehen zu lassen.
Und damit wird es eng, zu eng. Eine verwertbare Elite bräuchte eine Art Regulierung und Ausbildung, die es hier nicht gibt. Macht nichts. Den Herrschaften, deren Frauen mit dem Cayenne auf die Koppel gefahren sind, wie einem die Haushälterin wissen lässt, ist sowas völlig egal. Das Pferd ist wichtiger und der neue Flachbildschirm, damit die Tochter ganz gross Gilmore Girls gucken kann. Im Prinzip ganz normale Leute, mitunter etwas dumm, wenn sie an Berlinimmobilien glauben, aber einfach nichts, was mehr als 5 Zeilen wert wäre. Der nächste Versuch kann kommen, wenn der Föderalismus abgeschafft wurde und alle a la Versailles unter Ludwig XIV nach Berlin drängeln, und sich dort dem Diktat der Kamarilla beugen. Davor ist das alles sinnlos. Darüber, um mitSaumagen der rheinichen Provinz Kohl zu sprechen, sollten wir uns freuen.
Da hocken dann Manager aus München, Firmenerben aus Dortmund und neureiche Zahnklinikbesitzer aus Dresden zusammen und schauen sich an. Elite dieses Landes. Und obwohl alle gleich dumm waren und jetzt die gleichen Probleme und Schulden haben, können sie einander nicht ab. Das ist das regionale Problem der Elite in diesem Land. Deutschland ist nicht Frankreich, wo alles in Paris zusammen läuft. Es ist nicht England, wo man in London sein muss. Deutschland hat nur die verschissene, bankrotte Ruinenkulisse vor Berlin und darin ein paar Bunker für die besseren Kreise, die sich grossenteils aus verarmten Popliteraten, Altwestberliner Subventionsbetrügern, mittigen Beraterschleim und Medienkamarilla requirieren, also genau der Abschaum, der dort sein muss, weil er andernorts nicht mal die Spucknäpfe des Rotaryclubs auslecken dürfte. Es hat keine Park Avenue, es gibt hier noch nicht mal eine Ostküste, nur ein paar Landkreise vor München, Frankfurt, Köln und Hamburg, wo Leute mit zu viel Geld in Häusern mit zu wenig Geschmack schimmeln. Die Lücken zwischen diesen föderalen Clans schliesst dann genauso dumm und hässlich die deutsche Architectural Digest mit Themen wie Gloria in Kenia. Eklusiv: Die Strandvilla der Fürstin.
Womit wir bei Park Avenue wären. Und bei Gruner und Jahr und Bertelsmann dahinter, namentlich bei der grossen Mama des Konzerns. Frau Mohn nämlich gibt sich leidlich Mühe, das, was an Elite so da ist, einzusammeln mit ihrem Rosenball. Ergebnis: Nicht vorzeigbar, da hilft auch keine Frau Minelli. Deutsche Elite dieser Kategorie ist so sexy wie die Unterwäsche aller deutschen Innenminister von 48 bis heute und zum Erbrechen langweilig, gerade noch irgendwie Gala-tauglich. Man nehme nur mal die deutsche AD in die Hand und schaue sich die Rubrik "AD bei" an, Du lieber Himmel, lass bitte den China Club einstürzen und im Boden verschlingen, das will keiner sehen, nicht umsonst landet das sogar in der AD ganz hinten, Stichwort Kundenpflege.
Es sind diese Freakshows ohne freakiges Verhalten, die so einem Societyblättchen hierzulande das Leben zur Hölle machen. Die, an die es sich wendet, lesen sowas sicher nicht. Bleibt also nur das Ausweichen auf die D-Prominenz der deutschen Glotzenlandschaft, mit Erkan und Stefan auf da korrekten Terasse vom Pacha ich schwör und die Keule is kein Dönertier (tm). Oder die Zilliardste Geschichte über Herrn Eichinger, der mal wieder das riskanteste Projekt aller Zeiten macht, wie bei jedem anderen auch. Dabei die Hoffnung, zwecks grosser Auflage irgendein postkulturelles Publikum Marke Sachbearbeiter anzusprechen, die das an sich artgerechte Neocongewürge von Cicero zu begreifen nicht in der Lage sind, und denen Focus zu viel Information enthält. Blöderweise haben die aber garantiert nicht das Geld, sich ein Poltrona Frau Sofa mit Seide von Dedar beziehen zu lassen.
Und damit wird es eng, zu eng. Eine verwertbare Elite bräuchte eine Art Regulierung und Ausbildung, die es hier nicht gibt. Macht nichts. Den Herrschaften, deren Frauen mit dem Cayenne auf die Koppel gefahren sind, wie einem die Haushälterin wissen lässt, ist sowas völlig egal. Das Pferd ist wichtiger und der neue Flachbildschirm, damit die Tochter ganz gross Gilmore Girls gucken kann. Im Prinzip ganz normale Leute, mitunter etwas dumm, wenn sie an Berlinimmobilien glauben, aber einfach nichts, was mehr als 5 Zeilen wert wäre. Der nächste Versuch kann kommen, wenn der Föderalismus abgeschafft wurde und alle a la Versailles unter Ludwig XIV nach Berlin drängeln, und sich dort dem Diktat der Kamarilla beugen. Davor ist das alles sinnlos. Darüber, um mit
donalphons, 15:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 23. August 2006
Küchenexperimente
Mag mancher Ziegenbockbart auch stöhnen
NE-Pleitiers und Pillenfreunde es mit Kotzen löhnen
mag es für Beraterscharlatene der Arbeitsplatz sein
in meine Küche kommt mir sowas nicht hinein.

Und jetzt ab nach München. Zu den Profis. Immer wieder nett zu sehen, dass es im Geschäftsleben nicht nur Abschaum gibt, sondern auch welche, die ihn wegputzen.
NE-Pleitiers und Pillenfreunde es mit Kotzen löhnen
mag es für Beraterscharlatene der Arbeitsplatz sein
in meine Küche kommt mir sowas nicht hinein.

Und jetzt ab nach München. Zu den Profis. Immer wieder nett zu sehen, dass es im Geschäftsleben nicht nur Abschaum gibt, sondern auch welche, die ihn wegputzen.
donalphons, 15:31h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 22. August 2006
Cuisine Surprise
Was ist das eigentlich für eine Platte an der Decke?
Wos fia a Bladdn?... Ah so, de Bladdn... Oiso, des woa... woadns...do homma voa 8 Joah des Obwossa valegt und zeast amio provisorisch zuagmacht, fois wo aussikemmt ned woa... und nochhea hod eana Muada jo glei vamietet glaub i, und mia hom nimma zuamocha kenna, so woa de Gschicht ned woa.
Und wie schaut es drunter aus?
Jo mei. Oiso, i dad des ned aufmocha, weil bei damois de ganze Vafüllung aussekemman is, do is sicha no wos nochgrutscht.
So kann ich keinen Stuck hinmachen. Aufmachen, bitte.
Wanns moana. (Spezialschraubersirr, Krach, Rumms, Polter, Staub)

(Hust) Zumachen bitte.
Is bessa, wenns Roah amoi blatzt, glaums mas, no kemma leichta nei.
Zur weiteren Gestaltung der Küche: Lieber vielleicht eine klassische Messinglampe im Adolf-Loos-Stil, die die Blicke nicht so an die Decke zieht und ausserdem nur nach unten strahlt?

Oder ein Kronleuchter, so überladen, dass man die Ecke mit der Platte gar nicht mehr anschaut? Eine Frage so drängend, dass der Weggang des Alex fon Irgendwas bei einem Blättchen namens Park Avenue nicht mehr besonders freuen mag.
Wos fia a Bladdn?... Ah so, de Bladdn... Oiso, des woa... woadns...do homma voa 8 Joah des Obwossa valegt und zeast amio provisorisch zuagmacht, fois wo aussikemmt ned woa... und nochhea hod eana Muada jo glei vamietet glaub i, und mia hom nimma zuamocha kenna, so woa de Gschicht ned woa.
Und wie schaut es drunter aus?
Jo mei. Oiso, i dad des ned aufmocha, weil bei damois de ganze Vafüllung aussekemman is, do is sicha no wos nochgrutscht.
So kann ich keinen Stuck hinmachen. Aufmachen, bitte.
Wanns moana. (Spezialschraubersirr, Krach, Rumms, Polter, Staub)

(Hust) Zumachen bitte.
Is bessa, wenns Roah amoi blatzt, glaums mas, no kemma leichta nei.
Zur weiteren Gestaltung der Küche: Lieber vielleicht eine klassische Messinglampe im Adolf-Loos-Stil, die die Blicke nicht so an die Decke zieht und ausserdem nur nach unten strahlt?

Oder ein Kronleuchter, so überladen, dass man die Ecke mit der Platte gar nicht mehr anschaut? Eine Frage so drängend, dass der Weggang des Alex fon Irgendwas bei einem Blättchen namens Park Avenue nicht mehr besonders freuen mag.
donalphons, 22:56h
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Bildung oder aus dem Leben eines Antiquitätenjägers
Aus diversen Emails betreffs englischer Möbel:
Cheppentail, Chickenpail, Chibntale (und Mischungen): Chippendale (englischer Möbelhersteller des 18. Jh., Bezeichnung wird meistens für alles verwendet, was irgendwie gebogen ist)
Hepelwait: Hepplewhite (englischer Möbelhersteller, Klassizismus Ende 18. Jh., wird gern für alles verwendet, was nicht so kurvig ist)
im Sheraton-Hotel-Stil: Sheraton (englischer Möbelhersteller ähnlich Hepplewhite, aber kein Hotelgründer)
Viktorisch: Victorianisch (nicht wirklich eine Stilepoche, umfasst so ziemlich alles von Neogotisch über Historismus bis Arts and Crafts - und wird auf alles angewendet, was man nicht kennt)
Gorganisch, georgisch, gregorianisch: Georgianisch (für Möbel äusserst ungenauer Begriff für die Stilepoche zwischen 1720 und 1840, umfasst u. a. Adams, Hepplewhite, Sheraton und Chippendale, wird aber angewendet bis zur Segmüllerepoche Ende des 20. Jahrhunderts)
Magoni, Mahgony: Mahagoni (Rötliches bis fast schwarzes Edelholz, wird für jede Holzart verwendet, die nicht Kiefer natur ist)
Kirsch: Furnierimitat
Original (das können sie schreiben): Fälschung, Stilkopie
Cheppentail, Chickenpail, Chibntale (und Mischungen): Chippendale (englischer Möbelhersteller des 18. Jh., Bezeichnung wird meistens für alles verwendet, was irgendwie gebogen ist)
Hepelwait: Hepplewhite (englischer Möbelhersteller, Klassizismus Ende 18. Jh., wird gern für alles verwendet, was nicht so kurvig ist)
im Sheraton-Hotel-Stil: Sheraton (englischer Möbelhersteller ähnlich Hepplewhite, aber kein Hotelgründer)
Viktorisch: Victorianisch (nicht wirklich eine Stilepoche, umfasst so ziemlich alles von Neogotisch über Historismus bis Arts and Crafts - und wird auf alles angewendet, was man nicht kennt)
Gorganisch, georgisch, gregorianisch: Georgianisch (für Möbel äusserst ungenauer Begriff für die Stilepoche zwischen 1720 und 1840, umfasst u. a. Adams, Hepplewhite, Sheraton und Chippendale, wird aber angewendet bis zur Segmüllerepoche Ende des 20. Jahrhunderts)
Magoni, Mahgony: Mahagoni (Rötliches bis fast schwarzes Edelholz, wird für jede Holzart verwendet, die nicht Kiefer natur ist)
Kirsch: Furnierimitat
Original (das können sie schreiben): Fälschung, Stilkopie
donalphons, 15:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 22. August 2006
Già la mensa è preparata.
Voi suonate, amici cari!
Giacché spendo i miei danari,
Io mi voglio divertir.

Leporello, presto in tavola!
Giacché spendo i miei danari,
Io mi voglio divertir.

Leporello, presto in tavola!
donalphons, 01:26h
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Studenten aus arabischen Ländern
Nun wollen rechte Kreise also die Unis schärfer angehen und die ausländischen, besonders muslimischen Studenten "besser" kontrolieren oder gleich begrenzen. Nehmen wir mal an, der zweite Zugattentäter vom 7. Juli war Pizzabäcker und hat die Gasflaschen besorgt - muss man in Zukunft auch den Zugang muslimischer Köche zu Gasflaschen genau kontrollieren?
Die Debatte ist ebenso verhängnisvoll wie dumm. Denn Studenten aus islamischen Ländern kommen nach Deutschland, weil sie eine gute Ausbildung wollen. Terror könnten sie auch in Afghanistan lernen. Wir dürfen ihnen, egal was später daraus wird, erst mal eine gewisse Bereitschaft unterstellen, sich auf dieses Land, seine Menschen und seine deutlich andere Kultur einzulassen. Sie kommen in ein deutsches Umfeld, das so aufgeschlossen, gebildet und offen ist wie kein Zweites - die Studenten. Wenn ein Ausländer irgendwie die Chance haben kann zu begreifen, was die Vorzüge unserer Freiheit und Offenheit ist, dann als junger Mensch an der Uni.
Wer mit ausländischen Studenten zu tun hat - eines meiner Nebenfächer etwa bildete in Deutschland über Jahrzehnte grosse Teile der Forschungselite der arabischen Welt aus - weiss: Genau das hat funktioniert, zum Vorteil beider Seiten, egal ob menschlich, kulturell oder wirtschaftlich. Diese Studenten bilden in aller Regel intellektuelle Brückenköpfe im arabischen Raum. Wenn es Helfer für unsere Anliegen der Freiheit, Säkularismus und Demokratie in der muslimischen Welt gibt, dann sind es diese Studenten, die die Vorzüge erleben und nutzen können. Vielleicht sind nicht alle prima, manche werden vielleicht korrupte Beamte und wieder andere bauen Bomben, aber das sind Erscheinungen, die man nur an der Wurzel bekämpfen kann und nur mit Leuten, die vor Ort sind und aus ihren guten Erfahrungen mit unserem System unsere Sache vertreten.
Stammtischparolen für die tumben Deppen, die immer nur die Kosten sehen und nie die langfristigen Chancen, die sich daraus ergeben, helfen nicht weiter. Wer in der Welt etwas verändern will, kann sich nicht einfach abschotten, sondern muss Freunde suchen. Mit gegenteiligen Vorschlägen verraten diese Leute den Geist der Universitäten, die selbst in den Zeiten des schlimmsten Religionshasses und Kriege in Europa immer noch in der Lage waren, Verbindendes zu gestalten. Antiwestlicher geht es eigentlich nicht.
Die Debatte ist ebenso verhängnisvoll wie dumm. Denn Studenten aus islamischen Ländern kommen nach Deutschland, weil sie eine gute Ausbildung wollen. Terror könnten sie auch in Afghanistan lernen. Wir dürfen ihnen, egal was später daraus wird, erst mal eine gewisse Bereitschaft unterstellen, sich auf dieses Land, seine Menschen und seine deutlich andere Kultur einzulassen. Sie kommen in ein deutsches Umfeld, das so aufgeschlossen, gebildet und offen ist wie kein Zweites - die Studenten. Wenn ein Ausländer irgendwie die Chance haben kann zu begreifen, was die Vorzüge unserer Freiheit und Offenheit ist, dann als junger Mensch an der Uni.
Wer mit ausländischen Studenten zu tun hat - eines meiner Nebenfächer etwa bildete in Deutschland über Jahrzehnte grosse Teile der Forschungselite der arabischen Welt aus - weiss: Genau das hat funktioniert, zum Vorteil beider Seiten, egal ob menschlich, kulturell oder wirtschaftlich. Diese Studenten bilden in aller Regel intellektuelle Brückenköpfe im arabischen Raum. Wenn es Helfer für unsere Anliegen der Freiheit, Säkularismus und Demokratie in der muslimischen Welt gibt, dann sind es diese Studenten, die die Vorzüge erleben und nutzen können. Vielleicht sind nicht alle prima, manche werden vielleicht korrupte Beamte und wieder andere bauen Bomben, aber das sind Erscheinungen, die man nur an der Wurzel bekämpfen kann und nur mit Leuten, die vor Ort sind und aus ihren guten Erfahrungen mit unserem System unsere Sache vertreten.
Stammtischparolen für die tumben Deppen, die immer nur die Kosten sehen und nie die langfristigen Chancen, die sich daraus ergeben, helfen nicht weiter. Wer in der Welt etwas verändern will, kann sich nicht einfach abschotten, sondern muss Freunde suchen. Mit gegenteiligen Vorschlägen verraten diese Leute den Geist der Universitäten, die selbst in den Zeiten des schlimmsten Religionshasses und Kriege in Europa immer noch in der Lage waren, Verbindendes zu gestalten. Antiwestlicher geht es eigentlich nicht.
donalphons, 20:59h
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Halbfertig
im Esszimmer. Leider kommen die Farben nicht wie im Original rüber, oben lachsrot, unten gelblich-orange.

Vielleicht freut sich ein gewisser Herr über die neue Heimat der Stühle.

Vielleicht freut sich ein gewisser Herr über die neue Heimat der Stühle.
donalphons, 19:14h
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Schreibwettbewerb Ankündigung
Nachdem in 9 Tagen hier der 1000. Tag Rebellen ohne Markt ansteht, greife ich mal wieder in die Silberkiste. Insgesamt gibt es für vorbüldliche blogbasierte Literatur der Leser hier
vier Mal Silber
und als Hauptpreis ein Wochenende
Leben wie Don Alphonso in der Provinz
gewissermassen also ein Kurzurlaub, bei dem ich dafür sorge, dass der Tisch nie leer und das Glas stets voll sein wird.
Und nachdem es das letzte Mal thematisch nicht so einfach war, gibt es diesmal 2 Themen zur Auswahl:
1. Meine Bekehrung
2. Meine Provinz
Der Rest bleibt Euch überlassen, genaueres zum Ablauf in den nächsten Tagen. Teilnehmen kann jede/r, auch ohne Blog, solange sie/er hier nicht rausgeflogen ist.
vier Mal Silber
und als Hauptpreis ein Wochenende
Leben wie Don Alphonso in der Provinz
gewissermassen also ein Kurzurlaub, bei dem ich dafür sorge, dass der Tisch nie leer und das Glas stets voll sein wird.
Und nachdem es das letzte Mal thematisch nicht so einfach war, gibt es diesmal 2 Themen zur Auswahl:
1. Meine Bekehrung
2. Meine Provinz
Der Rest bleibt Euch überlassen, genaueres zum Ablauf in den nächsten Tagen. Teilnehmen kann jede/r, auch ohne Blog, solange sie/er hier nicht rausgeflogen ist.
donalphons, 15:48h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 21. August 2006
Was ich wollte
war ein französischer Schreibtisch. Wenn möglich, aus der Zeit der französischen Revolution, vom Übergang zwischen Klassizismus und Empire, dass man sich vorstellen kann, dass darauf ein Danton geschrieben hat, ein frivoler Roman verfasst oder ein Anschlag auf Napoleon schriftlich verabredet wurde. Mit einer Marmorplatte, die im Sommer kühl ist und bei der es keine Rolle spielt, wenn man mal den Tee verschüttet. Ein Tisch, schwer und solide, der fest steht in der Wohnung und Heimat symbolisiert und die Ruhe, die man an so einer schweren Steinplatte wohl zwangsläufig bekommt. Mit Säulenbeinen, die eine schwere Last tragen, und dennoch elegant sind. Mahagoni immer gerne, und dazu fein ziselierte Bronzebeschläge. Ein Stück, wie man es in Auktionskatalogen sieht, mit der Beschreibung "A fine Empire Bureau Plat with Marble Top, 4.500-6.000 $".
Weil sowas selten ist und mitsamt Reise zur Auktion und 20% Aufgeld jenseits meiner finanziellen Mittel, fand ich mich mit der Idee ab, einen englischen Schreibtisch zu kaufen. Im Januar fand ich einen in rötlichem Mahagoni, um 1850, mit drop leafs bei Antik Du Kanti in Berlin, war mit dem Roadster unterwegs, und als ich bald darauf mit dem Audi kam, war er schon weg. Im Prinzip fluchte ich jeden Morgen beim Aufstehen wegen dieses Schreibtisches, bis ich dann missmutig und eher in Gedanken an meine Liebste einen Tisch kaufte, der auf dem Photo wie eine Stilkopie eines Regencyschreibtischs aussah, mit Lederfläche, gespreizten Beinen und Löwenfüssen aus Bronze mit Rollen. Es erwies sich als keine Stilkopie, sondern als altes Original, daneben stand noch ein Sofa Table, den ich auch nahm - und das alles für die Hälfte des ohnehin günstigen Preises, den Du Kanti verlangt hat. Alles prima, dachte ich, das Schicksal ist mein Freund. Bis heute morgen um 11, als ich auf dem Flohmarkt einen Händler aus Frankreich kennenlernte.

Ich veranstalte deshalb die grosse Blogmarketing-Spendenaktion "Jeder Leser 1 Euro" Ich habe definitiv keinen Platz mehr dafür. Und er ist auch nicht ganz billig, wenngleich alles andere als teuer für so ein Stück, mit Verhandeln unter 1000 Euro. Sollte jemand anderes sowieso mal ins Elsass fahren und schon immer von einem Empireschreibtisch geträumt haben: Ich habe die Adresse und die Nummer. Und gebe sie auf Anfrage heraus, auch wenn es weh tut.
Weil sowas selten ist und mitsamt Reise zur Auktion und 20% Aufgeld jenseits meiner finanziellen Mittel, fand ich mich mit der Idee ab, einen englischen Schreibtisch zu kaufen. Im Januar fand ich einen in rötlichem Mahagoni, um 1850, mit drop leafs bei Antik Du Kanti in Berlin, war mit dem Roadster unterwegs, und als ich bald darauf mit dem Audi kam, war er schon weg. Im Prinzip fluchte ich jeden Morgen beim Aufstehen wegen dieses Schreibtisches, bis ich dann missmutig und eher in Gedanken an meine Liebste einen Tisch kaufte, der auf dem Photo wie eine Stilkopie eines Regencyschreibtischs aussah, mit Lederfläche, gespreizten Beinen und Löwenfüssen aus Bronze mit Rollen. Es erwies sich als keine Stilkopie, sondern als altes Original, daneben stand noch ein Sofa Table, den ich auch nahm - und das alles für die Hälfte des ohnehin günstigen Preises, den Du Kanti verlangt hat. Alles prima, dachte ich, das Schicksal ist mein Freund. Bis heute morgen um 11, als ich auf dem Flohmarkt einen Händler aus Frankreich kennenlernte.

donalphons, 01:42h
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Verschwendung und Laster als Wirtschaftsstimmulanz
Wir müssen unseren Eltern dankbar sein, dass sie so freundlich waren, uns etwas Sinnvolles studieren zu lassen. Nicht etwa BWL, wo allenthalben ein Dasein als Sachbearbeiter droht, oder Jura, deren Jünger für die doppelte Arbeit eines Facharbeiters 2/3 dessen Lohnes bekommen, wenn sie dem Kunden erst mal die Mahnungen geschickt haben - und der als GmbH nicht pleite ist. Glücklicherweise erkannten unsere Eltern den Wert einer universellen Bildung und liessen Studiengänge der Kulturgeschichte zu, die zwar keinen direkten Beruf nach sich zogen, uns aber zu gebildeten, wissenden und erfahrenen Menschen gemacht haben. Wir wissen, dass die sog. Evolution des Menschen eine dumme Einbildung desselbigen ist, der gern in Verblendung zurückschaut, sich heute überlegen fühlt und nicht daran denkt, dass man über ihn in 100 Jahren ähnlich schlecht reden wird, und er kann dann nicht mal mehr in deren Blogs kommentieren.
Dieses tumbe Dasein in der Menschenbrühe, an deren Spitze sich jeder vermuten möchte, zu durchschauen ist nicht nur eine geistige Übung, es ist der Schlüssel zum guten Leben. Wer jemals in einer neolithischen Siedlung einen schminktauglichen Rötelstein und eine kleine Reibe aus Quarzit gefunden hat, die damals mit unsäglichen Mühen über 200 Kilometer transportiert wurden, macht sich über die Natur der Frauen noch die gleichen Illusionen, die angesichts von frühmittelalterlichen Männergräbern entstehen, bei denen die Schädeldecken vom Hieb einer Spatha gespalten sind. Und wenn heute der respektierte Meister Lumma das Buch "Verschwendung" eines unsäglichen Autors einer wahrhaft erbärmlichen Postille "Brand1" mit grosser New Economyvergangenheit empfiehlt, nun, dann

greifen wir nur müde lächelnd in das Buchregal nach Bernard Mandevilles "Bienenfabel oder private Laster als gesellschaftliche Vorteile", legen es auf unseren Regencyschreibtisch und bereiten uns eine Kanne Tee. Denn eine wirklich üble Verschwendung wäre es, einen weichgespülten Apologeten des genial bösartigen Originals zu erwerben. Was, bitte, könnte denn ein Autor so einer windigen Luftnummer vermögen gegen einen der grossen Aufklärer, einen gottlosen, zynischen Beobachter des Lasters und seiner Folgen, die doch immer gleich sind? Was soll so ein Amazoninsidelesenbuch, der in einem Jahr auf dem Ramsch liegt, gegen einen Klassiker, der auch schon auf dem Index der katholischen Kirche stand? "Verschwendung", das wissen wir ohne Lesen, ist etwas für die Post-68er, die sich cool finden, weil sie heute saubere Resopaltische mit abartig teurem Kirschfurnierimitat haben, genauso cool wie der 68er, der stolz war, eine verdreckten Obstkiste das Eigen seiner Kommune zu nennen und dort Marxens ursprüngliche Akkumulation zu büffeln - und doch sitzen sie beide am gleichen Müll.
Mandeville - zu seiner Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts allseits verhasst und als Mandevil verunglimpft - hat gut doppelt so viel geschrieben wie das deutsche Nachmacherlein in seinem erbärmlichen Hayekschismus. Denn Mandeville kritzelt nicht irgendwelchen hirnlosen Tschaka-Liberalismus für die geistige Tiefflughöhe des durschnittlichen Brand1-Liebhabers, er ist sich durchaus der negativen Folgen und Voraussetzungen der Verschwendung im Klaren, die in seinem Buch breiten, mit geistreich-zynischen Erzählungen gefüllten Raum einnehmen. Jenseits der Ironie bleibt Mandeville strikt bei einer sinnvollen Äquidistanz zwischen Knauserei und Verschwendung, er führt die Extreme vor und überlässt dann dem Leser die Entscheidung.
Was in meinen Augen der Unterschied zwischen einem europäischen Aufklärer und den Hayeks Kadaver ausbudelnden ökonomischen Terrorstaatsfanatikern ist. Was Wunder, dass des kecken Autors Verleger deshalb von einem Vorfahr der zweiten Gruppe vor den Kadi gezerrt wurde. Wir aber blättern also wieder in Mandeville, essen ein Stück gedeckten Apfelkuchen dazu, verstehen, dass der Mittelweg nicht immer golden, aber doch sinnvoll ist und heben uns ein feines Lächeln für die Schwächen und Triebe der Menschen auf, denen letztlich unser Naturell, der Sex, die Literatur, das verfeinerte Essen und die Musik entspringt, aber zwingend weder ein Geschäftsmodell noch ein Bestseller von so einem Typen da.
Wer den Mandeville noch nicht hat, bestelle sich am besten im Buchladen die Hardcoverausgabe von C.H. Beck in München, 1988, 19,90 Euro. Natürlich mit Lesebändchen.
Dieses tumbe Dasein in der Menschenbrühe, an deren Spitze sich jeder vermuten möchte, zu durchschauen ist nicht nur eine geistige Übung, es ist der Schlüssel zum guten Leben. Wer jemals in einer neolithischen Siedlung einen schminktauglichen Rötelstein und eine kleine Reibe aus Quarzit gefunden hat, die damals mit unsäglichen Mühen über 200 Kilometer transportiert wurden, macht sich über die Natur der Frauen noch die gleichen Illusionen, die angesichts von frühmittelalterlichen Männergräbern entstehen, bei denen die Schädeldecken vom Hieb einer Spatha gespalten sind. Und wenn heute der respektierte Meister Lumma das Buch "Verschwendung" eines unsäglichen Autors einer wahrhaft erbärmlichen Postille "Brand1" mit grosser New Economyvergangenheit empfiehlt, nun, dann

greifen wir nur müde lächelnd in das Buchregal nach Bernard Mandevilles "Bienenfabel oder private Laster als gesellschaftliche Vorteile", legen es auf unseren Regencyschreibtisch und bereiten uns eine Kanne Tee. Denn eine wirklich üble Verschwendung wäre es, einen weichgespülten Apologeten des genial bösartigen Originals zu erwerben. Was, bitte, könnte denn ein Autor so einer windigen Luftnummer vermögen gegen einen der grossen Aufklärer, einen gottlosen, zynischen Beobachter des Lasters und seiner Folgen, die doch immer gleich sind? Was soll so ein Amazoninsidelesenbuch, der in einem Jahr auf dem Ramsch liegt, gegen einen Klassiker, der auch schon auf dem Index der katholischen Kirche stand? "Verschwendung", das wissen wir ohne Lesen, ist etwas für die Post-68er, die sich cool finden, weil sie heute saubere Resopaltische mit abartig teurem Kirschfurnierimitat haben, genauso cool wie der 68er, der stolz war, eine verdreckten Obstkiste das Eigen seiner Kommune zu nennen und dort Marxens ursprüngliche Akkumulation zu büffeln - und doch sitzen sie beide am gleichen Müll.
Mandeville - zu seiner Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts allseits verhasst und als Mandevil verunglimpft - hat gut doppelt so viel geschrieben wie das deutsche Nachmacherlein in seinem erbärmlichen Hayekschismus. Denn Mandeville kritzelt nicht irgendwelchen hirnlosen Tschaka-Liberalismus für die geistige Tiefflughöhe des durschnittlichen Brand1-Liebhabers, er ist sich durchaus der negativen Folgen und Voraussetzungen der Verschwendung im Klaren, die in seinem Buch breiten, mit geistreich-zynischen Erzählungen gefüllten Raum einnehmen. Jenseits der Ironie bleibt Mandeville strikt bei einer sinnvollen Äquidistanz zwischen Knauserei und Verschwendung, er führt die Extreme vor und überlässt dann dem Leser die Entscheidung.
Was in meinen Augen der Unterschied zwischen einem europäischen Aufklärer und den Hayeks Kadaver ausbudelnden ökonomischen Terrorstaatsfanatikern ist. Was Wunder, dass des kecken Autors Verleger deshalb von einem Vorfahr der zweiten Gruppe vor den Kadi gezerrt wurde. Wir aber blättern also wieder in Mandeville, essen ein Stück gedeckten Apfelkuchen dazu, verstehen, dass der Mittelweg nicht immer golden, aber doch sinnvoll ist und heben uns ein feines Lächeln für die Schwächen und Triebe der Menschen auf, denen letztlich unser Naturell, der Sex, die Literatur, das verfeinerte Essen und die Musik entspringt, aber zwingend weder ein Geschäftsmodell noch ein Bestseller von so einem Typen da.
Wer den Mandeville noch nicht hat, bestelle sich am besten im Buchladen die Hardcoverausgabe von C.H. Beck in München, 1988, 19,90 Euro. Natürlich mit Lesebändchen.
donalphons, 18:37h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Samstag, 19. August 2006
Von 8 bis 9
Blumengiessen war heute überflüssig.




Gegenstände auf der Dachterasse sichern war degegen sinnvoll.




Gegenstände auf der Dachterasse sichern war degegen sinnvoll.
donalphons, 23:27h
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Real Life 19.08.96 - Westliche Vorstadtdialoge
DeutscheBankMünchnerRückImmobilienundFondsbesitzer (DMIFB): De nemma uns ois.
DeutscheBankSiemensSchweizerPharmawerteBesitzerin (DBSSPB): Und wenn de erst de Eabschaftsschteia naufsetzn, mia miassn 100.000 Euro jetzt scho zoin!
DMIFB: De san Vabrecha.
DBSSPB: I hobs mein Mo scho gsagt, ea soi a ois wia sei Bruada ind Schweiz bringa.
DMFIB: Wenn des mit denen Sozialabgaben so weidageht, nimm i mei Rentn und wanderd aus nach Thailand.
DBSSPB: Wenn de des Land weita so kaputt machan, bleibt oam nix anders übrig.
KeineAktienkeineFondsBesitzer (Du): Ich glaube, da kommt ein Gewitter, entschuldigen Sie mich bitte, ich muss in die Stadt und die Fenster zumachen.
DMFIB: Schens Wochenend, Herr Porcamadonna. A so, no wos, mia san de nächstn drei Wochen auf de Seychellen und wens ins Oiderheim nübaschaun und mei Muada segn, sogns ihr nix, de regt se imma so auf.
DeutscheBankSiemensSchweizerPharmawerteBesitzerin (DBSSPB): Und wenn de erst de Eabschaftsschteia naufsetzn, mia miassn 100.000 Euro jetzt scho zoin!
DMIFB: De san Vabrecha.
DBSSPB: I hobs mein Mo scho gsagt, ea soi a ois wia sei Bruada ind Schweiz bringa.
DMFIB: Wenn des mit denen Sozialabgaben so weidageht, nimm i mei Rentn und wanderd aus nach Thailand.
DBSSPB: Wenn de des Land weita so kaputt machan, bleibt oam nix anders übrig.
KeineAktienkeineFondsBesitzer (Du): Ich glaube, da kommt ein Gewitter, entschuldigen Sie mich bitte, ich muss in die Stadt und die Fenster zumachen.
DMFIB: Schens Wochenend, Herr Porcamadonna. A so, no wos, mia san de nächstn drei Wochen auf de Seychellen und wens ins Oiderheim nübaschaun und mei Muada segn, sogns ihr nix, de regt se imma so auf.
donalphons, 22:34h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 18. August 2006
Enemy at the Gate
Allgemein wird empfohlen, die Munich Area demnächst wegen eines Staatsbesuches von Europas letztem absolutistischen Herrscher - mit allen Nebeneffekten von Staatsreligion über kranke Ansichten zu AIDS bishin zu nicht wirklich gelungenen Inszenierungen des finsteren Mittelalters - zu meiden.

Falls jemand meint, es gäbe noch was verrückteres als die new Economy der Munich Area, wird er jetzt katholisch gemacht aka eines Schlimmbesseren belehrt. Wo bleibt eigentlich das watchblog, das die übelsten Einlassungen dieses Herrm und seiner Untertanen zur Debatte stellt?

Falls jemand meint, es gäbe noch was verrückteres als die new Economy der Munich Area, wird er jetzt katholisch gemacht aka eines Schlimmbesseren belehrt. Wo bleibt eigentlich das watchblog, das die übelsten Einlassungen dieses Herrm und seiner Untertanen zur Debatte stellt?
donalphons, 23:39h
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Memme M. oder Chance als Scheitern
Im Spätwinter 2000 machte ich mich, wie viele Kollegen, auf nach Wien. Ich hatte den Auftrag einer renommierten US-Zeitung und ein paar freie Aufträge, etwas über die Machtergreifung von ÖVP und der Bewegung von Jörg Haider zu schreiben. Es waren turbulente Tage in Wien, und als Vertreter der jüdischen Ostküste schlugen mir Bemerkungen und Verhaltensweisen entgegen, die einiges vom Bild des braunen Österreichs belegten, das nichts begriffen hat und auch nicht begreifen will.
Damals war auch die besagte Ostküste nicht eben zimperlich, und keiner wollte weichgespülte Interviews mit ÖVPlern, die sagten, dass alles ok ist und man bittschön die Chance haben wollte, jetzt mal was anderes auszuprobieren. Beliebt macht man sich mit solchen Angriffen nicht, und wenn die erste Charge reingefallen ist und bei einem Interview ohne abgesprochene Fragen absauft, hat man einen gewissen Ruf, der sich in der zwingenden Abgabe eines Fragenkatalogs äussert. Na schön, gerne, dachte ich, sollen sie sich halt vorbereiten. Und schickte die Fragen in etwa so, wie man sie über dem Atlantik stellt, direkt, kein Blabla, ohne Kriecherei oder billige Stöckchen und Belohnung für das Hüpfen.
Unangemessen sei das, sagte mir die Pressefrau eines Ministers am Telefon, als ich mich gerade durch die Baustelle bei Linz quälte, das geht gar nicht, sowas sei ihr - die im Übrigen gerade erst vier Wochen vorher als Tochter eines braunschwarzen Vordenkers auf diesen Posten gekommen war - noch NIE untergekommen. Nun war ich aber auf amerikanischem Ticket unterwegs und hatte vorher schon gewisse Kontakte zu Leuten in der US-Botschft, und die wiederum kümmerten sich um das Problem, so dass Minister X mich während eines anderen Gesprächs im Keller Radio Orange wissen liess, dass er die Fragen doch als hart, aber fair einstufe, und ich solle doch einfach über die Wäschestiege (so heisst das wirklich in felix Austria) hoch zu ihm kommen.
Es war nicht das weltbeste Interview, es blieben konträre Standpunkte, aber er hat sich bemüht, das Beste aus der damals komplett verfahrenen transatlantischen Situation zu machen. Und auch auf die härtesten Nachfragen umfassend seinen Standpunkt dargestellt. Ich habe dennoch keinen Respekt für einen Politiker, der mit dem Haider rummacht, aber trotzdem eine begrenzte Achtung vor diesem Interviewpartner.
Der hatte etwas, das Klaus Madzia, selbst Journalist und Chefredakteur der Business News fehlt: Das Standing und den Willen, sich auch gegen bohrende Fragen jenseits der Grenzen des Üblichen durchzusetzen. Aber die unbeantworteten Fragen von Ben Schwan an Madzia sind auch eine Art Antwort.
Damals war auch die besagte Ostküste nicht eben zimperlich, und keiner wollte weichgespülte Interviews mit ÖVPlern, die sagten, dass alles ok ist und man bittschön die Chance haben wollte, jetzt mal was anderes auszuprobieren. Beliebt macht man sich mit solchen Angriffen nicht, und wenn die erste Charge reingefallen ist und bei einem Interview ohne abgesprochene Fragen absauft, hat man einen gewissen Ruf, der sich in der zwingenden Abgabe eines Fragenkatalogs äussert. Na schön, gerne, dachte ich, sollen sie sich halt vorbereiten. Und schickte die Fragen in etwa so, wie man sie über dem Atlantik stellt, direkt, kein Blabla, ohne Kriecherei oder billige Stöckchen und Belohnung für das Hüpfen.
Unangemessen sei das, sagte mir die Pressefrau eines Ministers am Telefon, als ich mich gerade durch die Baustelle bei Linz quälte, das geht gar nicht, sowas sei ihr - die im Übrigen gerade erst vier Wochen vorher als Tochter eines braunschwarzen Vordenkers auf diesen Posten gekommen war - noch NIE untergekommen. Nun war ich aber auf amerikanischem Ticket unterwegs und hatte vorher schon gewisse Kontakte zu Leuten in der US-Botschft, und die wiederum kümmerten sich um das Problem, so dass Minister X mich während eines anderen Gesprächs im Keller Radio Orange wissen liess, dass er die Fragen doch als hart, aber fair einstufe, und ich solle doch einfach über die Wäschestiege (so heisst das wirklich in felix Austria) hoch zu ihm kommen.
Es war nicht das weltbeste Interview, es blieben konträre Standpunkte, aber er hat sich bemüht, das Beste aus der damals komplett verfahrenen transatlantischen Situation zu machen. Und auch auf die härtesten Nachfragen umfassend seinen Standpunkt dargestellt. Ich habe dennoch keinen Respekt für einen Politiker, der mit dem Haider rummacht, aber trotzdem eine begrenzte Achtung vor diesem Interviewpartner.
Der hatte etwas, das Klaus Madzia, selbst Journalist und Chefredakteur der Business News fehlt: Das Standing und den Willen, sich auch gegen bohrende Fragen jenseits der Grenzen des Üblichen durchzusetzen. Aber die unbeantworteten Fragen von Ben Schwan an Madzia sind auch eine Art Antwort.
donalphons, 21:06h
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Du rauchst.
Deine Bekannten meinen, Du riechst, als hättest Du einen Aschenbecher leergefressen. Deine Kleider stinken. Und es geht verdammt ins Geld. 5 Jahre wirst Du früher verrecken, und wenn ich sage verrecken, meine ich das auch - Lungenkrebs ist so richtig scheisse.
Oder - Du gehst zu Holgi und lässt es Dir austreiben. Du Suchtgurke.
Oder - Du gehst zu Holgi und lässt es Dir austreiben. Du Suchtgurke.
donalphons, 12:32h
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