: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Freitag, 18. August 2006

Drinnen/Draussen

Die Ruhe, das gemächliche Patschen der nassen Rolle auf der Decke, die Langsamkeit des Sonnenuntergangs, das alles ist nur ein Teil der Realität.





Denn woanders hat Fortuna gerade miese Laune, der Teufel bläst Septen in den Dudelsack, Haifische beissen zu und ein ohnehin nötiger Besuch in der Munich Area wird sich mehr ausweiten, als mir lieb sein kann.

Irgendwo da unten muss man sich noch eine erheblich zu junge Mutter vorstellen, und ihr Kind, das neben dem Studium aufgezogen wird, und wer weiss, was mal aus ihm wird, vermutlich auch so etwas Zielstrebiges, eine, die den Weg zu kennen glaubt und die Roadmap schreiben will.

Vielleicht wird sie auch eine Anwältin so korrupt und verdorben wie der, über den fast täglich neue Details bekannt werden, so viel Geld, und alles scheint verschwunden zu sein und umgesetzt in Dinge, die keinen echten Wert haben. Was tut man mit den Anzügen, den Schuhen und der Krawattensammlung, die zum grossen Teil auf den Geldern der Mandanten basieren? Versteigern, beschlagnahmen, ihm belassen, damit er wengistens nach was ausschaut, wenn er nach der Verhandlung Berufsverbot bekommt? Man wird es erfahren, die Stadt ist ja nicht gross.

Nichts ist eigentlich gross, alles scheint so beschränkt in diesen Tagen, die Politik der Kanonenboote2.0 und einem Sturz von das Merkel, der keinen Spass macht, das langsame Entgasen der Zukunft der anderen, manchmal wäre es vielleicht schön, schon Rentner zu sein mit 68er-Biographie und sich um die kommende Scheisse nicht mehr sorgen zu müssen, sondern nur noch um die PS-Zahl des neuen Wagens im Wissen, dass es der letzte sein wird und die anderen das alles werden auslöffeln müssen, was man an Kleinigkeiten jetzt verursacht. Gross ist nur der Himmel, der hirnlos wie eine schöne Frau über allem seine selbstgefälligen Wölkchen pudert und sich, einem Spiegel gleich, im Objektiv fängt. Seitdem es wieder Krieg ist, und ich leider nicht im Keller wohnen kann, lalala.

kann man nicht einfach die munich area wegmachen, irgendwie?

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Heruntergekommen

Die braunen Flecken, die unsauberen Stellen, die Risse, das alles hat beim Streichen der Decke gehalten. Sieht halt nicht so toll aus. Heruntergekommen sind allen die Flächen, die glatt, sauber und ordentlich waren.



Ich glaub, ich ziehe auf die Dachterasse um. Erstmal.

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Donnerstag, 17. August 2006

Sehr zu empfehlen - Tarantella

Mein erstes und gleichzeitig vorletztes Motivationsseminar erhielt ich eher unfreiwillig auf dem Höhepunkt der New Economy. Zum einem brauche ich keine Motivation, zum anderen war ich damals längst der Meinung, dass dem Internet-Irrsinn, der gerade wieder durch die social Hintertür hereingeschlichen kommt, keine Motivation der Welt mehr helfen konnte. Da trat dann also auf einem Kongress voller angeblicher zukünftiger Wirtschaftsgenies so ein - in Bayern sagt man - Sparifankerl auf, der mit Tschacka light die Leute zu offeneren, offensiveren, überzeugenderen Charakteren formen wollte. Danach, bei den Cocktails, versuchten sich manche gleich an der Umsetzung des Gelernten, in der Hoffnung, das Gift der Dummheit und Gier in ihren Körpern irgendwie nach draussen zu promoten.

Wer sowas in unserer Ultramoderne, deren Kennzeichen angeblich erfolgreiche Blogs wie dieses hier sein sollen, mal mitgemacht hat, steht den voraufklärerischen Versionen dieser Veitstänze auf digitalem St.-Petri-Schnee eher gelassen gegenüber.



Die Tarantella ist in der Region Neapel und Apulien zu Hause. Ein wilder Tanz, der seinen Namen seiner Verursacherin verdankt, der giftigen Tarantel, die in dieser Gegend in grossen Mengen vorkam und auch Menschen anfiel. Ihr Gift hatte eine betäubende, schwächende Wirkung, und wer gebissen wurde, musste tanzen, schnell und wild, und singen, um dem Gift entgegen zu wirken. Musik als Gegengift, ungebändigt, laut, direkt, mitreissend, heiss und immer schneller werdend, sollte das Gift in Schach halten und die Krankheit bezwingen.

Die Tarantella fand Eingang in die klassische Musik, aber unverstellt, ursprünglich mit Lauten und Castagnetten, so wie sie die ersten Forscher im frühen 17. Jahrhundert erlebt haben, die auf der Suche nach einer göttlichen Harmonie waren und den Tanz als eine extreme Ausformung verstanden, so mitreissend und energiegeladen, hört man sie selten. Fernab vom hektischen Leben in der grossen Stadt gibt es einen Herrn, der sich auf High End Audio spezialisiert hat und neben Boxen aus Vogelahorn und Röhrenverstärkern auch Musik vertreibt, die man andernorts nicht bekommt oder langwierig bestellen muss. So eben auch die Tarantellaeinspielungen, die unter der Musikhistorikerin Christina Pluhar beim französischen Label Alpha erschienen sind, im Jahr 2001, dem Jahr der Schrecknisse, das bewies, dass alle meine Bekannten dieser Tage und dieser Peer Group nicht die Tarantella, sondern den Totentanz aufführten.

Für die 20 Euro, die ich bezahlt habe, bekommt man heute auch eine Menge verbliebener Penny Stocks dieser Zeit, aber ich verspreche, dass man mit der CD in jedem Fall mehr Spass haben wird, wenn man Alte Musik und hervorragende, engagierte Aufnahmen jenseits der ausgetretenen Pfade der Klassik schätzt.

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Einmal hat Fidel Castro noch gewonnen

Nämlich beim Wegrennen von der Schippe des Todes am Abend.



Für den dreckigen Ex-Diktator von Paraguay Alfredo Stroessner, der so aussah wie ein Bilderbuch-Gestapomann, gibt es keinen Morgen mehr. Und den Pinochet packst Du auch noch, Fidel. OK? Prima.

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Das Gute an der Sache mit Grass ist,

dass man in Zukunft weiss, welches kläffende Autorenpack man in Zukunft nicht mehr mit einem Buchkauf adelt.

ok, ok, ich geb´s zu, ich kaufe sowieso fast keine lebenden Autoren

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Dienstag, 15. August 2006

Ganz oben

Da ist noch ein Stockwerk. In München oder anderswo würde man dort eine kleine Wohnung reinquetschen, oder zumindest noch ein, zwei Zimmerchen, die Balken verkleiden, dünnes Rigipswände einziehen, wo jetzt der offene Speicher ist. Von hier oben durch eine Dachluke, 20 Meter über der Stadt, hat man den besten Blick auf die Welt da unten. Und den Himmel da oben.



Letzte Woche gab es eine Situation, in der ein Anruf wichtig gewesen wäre. Nicht für mich, aber für einen Haifisch. Jedenfalls fand ich es bedeutungslos genug, um nicht anzuhalten und nach einer Telefonzelle zu suchen. Ich habe zwar ein Handy, aber ich war schon immer der schlechteste Kunde, den Vodafone je hatte, und seitdem das Handy kaputt und Anrufen nicht mehr möglich war, ging der Umsatz mit mir auf absolut Null. Handies sind einfach nicht mein Ding.

Der Haifisch tobte, ich giftete zurück, wir schrien uns ein wenig an und schoben grosszügig Schuldpakete hin und her, bis sie letztlich ganz zerfasert und hässlich waren, und machten dann woanders weiter. Ich jedenfalls, sagte ich, würde wegen diesem Unsinn keinesfalls irgendwelchen Telcos Geld in den Rachen schmeissen, indem ich mir schon wieder so ein Ding kaufte. Ist ja schon schlimm genug, dass da dauernd einer anruft. Ich sei glücklich mit dieser Situation, auch wenn ich es dann nicht auflade und es konsequenterweise ohne Strom nicht mal mitnehme. Am Tag darauf, nach einer Besprechung, kam der Haifisch rüber, betonte die Notwendogkeit meiner 24/7-Erreichbarkeit in den nächsten Wochen, und drückte mir so ein unpraktisches Schiebeding in die Hand, das er nach einem Jahr nicht mehr brauchte, weil es mit seiner neuen Karre nicht kommunizieren wollte, was immer das bedeutet.

500 Euro hat es damals gekostet, als auf den Pressebildern Koreanerinnen damit lächend einem Gaga-Lifestyle zwischen Prada und Seoul Downtown frönten, heute ist es praktisch wertlos. Weil es Trümmer gibt, die noch mehr sinnlose Funktionen haben, die keiner braucht. 90% Wertverlust in 12 Monaten, das ist der ganz kleine, private Nemax-Crash für Millionen Deutsche, für ein bescheuertes Spielzeug, das sich nach drei Tagen älter anfühlt als alle Möbel, die ich habe, älter als das Haus, dessen Kern seit 700 Jahren steht und in 700 Handygenerationen noch immer stehen wird, weil die Zeit praktisch stillsteht für die Steine, das Holz und die Ziegel, und es hat was Beruhigendes zu wissen, dass mich das Haus genauso lässig überleben wird, wie ich das Handy. Und hoffentlich viele, denen die Fixierung auf so einen Plastikschrott den Blick auf das Grosse, Ganze, den Betrug, das Wahre, das Gute, das Böse und die Relativität der Zeit verstellt.

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Wieso sagt einem das keiner?

Dass heute Feiertag ist. Ich stehe viel zu spät auf mit der Alptraumvision, dass die Karre noch im tagsüber geltenden Parkverbot steht, renne los, denn die Büttel sind hier gnadenlos, hüpfe ins Auto, fahre zum Leitinger wegen der Farbe, wundere mich schon, warum hier nichts los ist ... Maria Himmelfahrt. So ist das, wenn man nicht der Mehrheitsgesellschaft angehört, keiner 9-5-Beschäftigung nachgeht und sonst jeder glaubt, dass es jeder wissen muss. Gilt natürlich nur in Bayern und ähnlich zurückgebliebenen Regionen.

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Dienstag, 15. August 2006

Für die Gäste

Schlafzimmer. Blick vom Bett aus.



Urlaub in der Provinz, anyone?

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Tanz den Bertolt

Er hat geschuftet und gelitten. Er hat Geld gemacht mit seiner Arbeit, nur um sich in einem jämmerlichen Kaff namens Mahagonny wiederzufinden, wo alles verboten ist, voller Regeln und Spiessertum. Gemacht werden die Regeln von den Dreckschweinen, die er finanziert. Die Frau liebt ihn vielleicht und sein Geld ganz sicher, und sie braucht Whiskey. Alkohol gegen die Enttäuschung, Betäubung für das hier und jetzt, und vor ihnen allen steht die grosse Katastrophe, denn es naht der Hurrikan, der sie und alles vernichten wir, die Reklame, die Kaschemmen, die Regeln und alle, die sich ihnen beugen.

Und dann steht dieser Paule Ackermann auf, während die anderen noch falsche Brüderlichkeit beschwören, die es hier nie gegeben hat, er steht auf und tritt die Regeln in den Staub, er schreit es heraus, sein Gift und seinen Hass, der Dämon spricht durch ihn die Wahrheit und das Vitriol, das auf immer das Antlitz des Jahrhunderts entstellen wird, er spritzt sich und allen und uns die Droge, die uns tanzen lässt, mich, Euch, uns verhurte Kinder der Auflösung aller Normen und Gesetze, wir klatschen in die Hände dazu und fordern alles für uns, die Ansprüche und die Gier sind unsere Gesetze, er sagt es für uns und die SS-Wachmannschaften, für die Partypeople und seinen Namensvetter an der Spitze der Türme, für die Raffzähne der VCs und die Raser auf der Autobahn, für den Dreck der PR und den Abschaum der institutionalisierten Bedenkenträger und die Kotze der Subventionsbetrüger und den Schleim der besseren Viertel mit ihren Steuersparmodellen, er brüllt es hinaus in die ewige Nacht über der Aufklärung und er tritt damit die Fresse der Lügenkirchen ein, denn wie man sich bettet, so liegt man, es deckt einen keiner da zu, und wenn einer tritt, dann ist er es, und wird wer getreten, dann sind es wir, und er stiefelt uns mit der Wahrheit, bis wir am Boden liegen und immer noch im Takt seines Schlachtgesangs zucken, denn er ist Paul Ackermann und der Teufel und der Heilige und Märtyrer unserer Zeit, die eintritt und gemordet wird für die Grösse des Schmutzes, für die Ehre der Mörder, für die Unsterblichkeit der Gemeinheit und für den Fortbestand des goldenen Zeitalters, und er also steht da vor uns, ganz allein, hört nicht auf die anderen und spricht Luzifers Abendlied und den Fluch aus, der uns für immer verfolgen wird:

Laßt euch nicht verführen!
Es gibt keine Wiederkehr.
Der Tag steht in den Türen,
ihr könnt schon Nachtwind spüren:
Es kommt kein Morgen mehr.

Laßt euch nicht betrügen!
Das Leben wenig ist.
Schlürft es in vollen Zügen!
Es wird euch nicht genügen,
wenn ihr es lassen müßt!

Laßt euch nicht vertrösten!
Ihr habt nicht zu viel Zeit!
Laßt den Moder den Erlösten!
Das Leben ist am größten:
Es steht nicht mehr bereit.

Laßt euch nicht verführen
Zu Fron und Ausgezehr!
Was kann euch Angst noch rühren?
Ihr sterbt mit allen Tieren
und es kommt nichts nachher.

Und während uns der Schmerz und die Sucht weiter makaber tanzen lässt, schreien wir zurück auf die Bühne zu Luzifer und Paul und seinem Schöpfer Berolt Brecht, dass es stimmt und nicht, denn auch 50 Jahre nach dem Tod tanzen wir immer noch, wir kennen das Lied, ohne es zu verstehen, es ist der Soundtrack unseres Lebens, wir bewegen unsern Arsch und tanzen den Kapitalismus und den Hedonismus, denn schlimm ist der Hurrikan und schlimmer ist der taifum, doch am schlimmsten ist der Mensch, der weiss, begreift und trotzdem nichts tut, wes es ihm und uns und allen scheissegal ist, aber trotzdem danke, dass es einen gibt, der uns aus den schmalen Bänden des Suhrkampverlages die Wahrheit gesagt hat und sagen wird, für diesen nie endenden Tanz der Moderne.

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Sonntag, 13. August 2006

Nachdenkhilfe für Laberer

In meiner Schule gab es einen rabenschwarzen Geschichtslehrer, der, als es im Leistungskurs an die Behandlung von Waffen-SS und SS ging, so eine gewisse Art Oral History betrieb: Er erzählte, dass er Ende des Krieges bei der Waffen-SS war, und wir sollten nicht alles glauben, was da erzählt wurde. Keiner störte sich daran, dass dieser Herr und Geschichte vermitteln sollte, was in Bayern zu Zeiten des kalten Krieges und des nichtwarmen Bruders Strauss noch einen gewissen Indoktrinationsauftrag hatte, da wurde uns "Einsicht" vermittelt und "Verständnis" von Vorgängen, die dem Staat so passten und vielleicht weniger der Realität der jüngsten Geschichte. Dafür war dieser Herr durchaus prädestiniert, inclusive seinem Stolz, dabei gwesen zu sein.

Ehrlichkeit in Bezug auf Extremsituationen ist eher selten, das vereint Opfer und Täter, Mitläufer und Gegner. Vermutlich ist das Leben eines 16-jährigen, der sein ganzes bewusstes Leben der Indokrination der Nazis ausgesetzt war und der die Wahl hat zwischen freiwillig melden und zwangsrekrutiert werden, um sich in einem verlorenen Krieg umbringen zu lassen, so eine Extremsituation. In dieser Zeit war die Waffen-SS nicht mehr der politische Elitekader der kämpfenden Truppe, sondern ein Truppenteil, in den man ungeachtet der politischen Auffassung abgeordnet wurde. Natürlich gab es da nicht weniger Verbrechen; mit Panzern Kriegsgefangene zu überrollen, wie es die Waffen-SS-Abteilung "Hitlerjungend" 1944 bei der Invasion in der Normandie getan hat, ist ein Beispiel dafür, was frisch von der Schulbank kommende Kinder zu tun in der Lage sind.

Aber wie in jedem Fall gibt es keine Kollektivschuld, auch wenn das Wort Waffen-SS hoffentlich auf immer kollektiv Abscheu und Empörung hervorrufen wird. Sollte Günther Grass also jetzt die Wahrheit gesagt haben - in den allerletzten Kriegstagen zur sich auflösenden Waffen-SS-Abteiling Frundsberg abkommandiert und ohne Kampfhandlungen in Gefangenschaft geraten, was ich durchaus zu glauben bereit bin - bleibt allein die Frage, warum er es so spät zugegeben hat. Einerseits muss man es wohl respektieren, dass er hier offen und ehrlich ist, andererseits ist es doch recht spät und nicht wirklich sauber, angesichts dessen, was Grass über Verdrängung und Vergessen gesagt hat. Mir erscheint es weniger als moralisches Dilemma denn als Nullsummenspiel eines Autors, der bereits so über den Niederungen des Gekeifes seiner rechten Feinde steht, dass er sich und allen diese Wahrheit nicht mehr ersparen braucht.

Und sollte doch einer die Stimme erheben wollen aus dem braunschwarzen Sumpf, so sei ihm geraten, sich erst mal mit denen auseinanderzusetzen, die immer noch an den Legenden einer sauberen Wehrmacht stricken.

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Samstag, 12. August 2006

Kennen Sie den?

Haifisch der Gegenseite: HörnsAmoi, unser Kunde kennt den einen und den anderen und bei der X-Bank den und der Y-Bank den...
Haifisch: Die kennen ihn, aber halt noch nicht das Wort Urkundenfälschung.
Haifisch der Gegenseite: ...

aus der serie: kleine spässe zur auflockerung eines traurigen berufslebens. investieren sie NIE in immofonds.

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Freitag, 11. August 2006

Teil des Systems

Die Familie, so sagt man bei einer Podcastfirma, deren Vortand Schwiegersohn von Edmund Stoiber ist, habe bei der Auftragsvergabe für Filme von das Merkel keine Rolle gespielt. Wahrscheinlich auch nicht bei der immer noch staatsnahen Hypo-Vereinsbank, dem FC Bayern oder dem Verleger Hubert Burda, dem allerbeste Kontakte in die Staatsregierung nachgesagt werden.

Ich glaube denen. Ich glaube denen, dass sie das glauben und auch so empfinden. Weil sie es vermutlich nicht anders kennen, weil das System in bayern und vermutlich auch überall so funktioniert, wo geschlossene Gesellschaftsgruppen definieren, wie die Realität zu sehen ist. Das zuckergestopfte, definitiv nicht entsagende Gebäck da unten heisst bei uns "Gebetbuch", und genauso verlogen ist Bayern, und so sieht es auch aus: Aussen schwarz und innen weiss wie die Seele eines Neugeborenen.



Wer hier in diesen Kreisen zur Welt kommt, kann sich die Unschuld lange bewahren. Es gibt Viertel, in denen man wohnt, es gibt Leute, mit denen man verkehrt, es gibt gewisse Themen und andere gibt es nicht. Im Block wohnen ist kein Thema. Wer keinen Garten hat, kann kein Gartenfest machen und wird auch nicht eingeladen, und so kennt man auch keine anderen Kinder. Man erfährt nichts über den Beruf der Eltern. Ist der Vater etwas, erzählt er wenig über die wirtschaftlichen Aspekte. Kennt er einen Lokalpolitiker, ist es ein Freund der Familie und bleibt es auch, wenn er zum Minister in München oder Berlin aufsteigt. Wenn er jemanden kennen muss, um ein Geschäft zu machen, gibt es sicher einen Nachbarn, der den kennt, und sie vorstellt.

Aber darüber wird nicht geredet. Wichtiger, allein wichtig ist, dass der Nachwuchs das Abitur macht, und wenn man ihn dafür auf die lascheste Schule schicken muss, ist das zwar weniger schön, es muss halt sein. Nachdem viele direkt beruflich ihren Eltern nachfolgen, denn wohin sollten sie auch gehen, nachdem schon die Eltern an der Spitze sind, vererben sich die Netzwerke in kleinen Gruppen, sehr schön zu beobachten bei Klassentreffen, wenn sich gewisse Kreise absondern und ihr Netzwerk einrichten. Es gibt keinen Grund, das System zu hinterfragen. Es funktioniert. Es sichert die Arbeitsplätze, es hält schlechtere Gegner draussen, so hat man es schon am Baggersee beim Kampf um die wenigen Sandflecken gemacht, und so bleibt das auch.

Ich habe, zugegeben, etwas gezögert, dieses Ding zu schreiben. Da sind keine Links drin, ich musste nichts recherchieren, ich bin formal einer von denen, und es ist immer so eine Sache, über Leute zu schreiben, die nicht vom Wesen, aber qua Geburt der gleichen Gruppe angehören. Ich bin der gleichen Auffassung wie diese Leute, dass wir in einer 1/10 Gesellschaft leben, 1/10 sagt was passiert und 9/10 folgen mehr oder weniger meckernd. Denn wie die Gutsherren - oder hier besser Grossbauernmentalität - ist auch die Mentalität der Knechte und Mägde einbetoniert, das sorgt für die Existenz der grossen Parteien, deren Repräsentanten sich beim oberen Zehntel als Mitglieder bewerben, indem sie weiter Privilegien zuschanzen und, wenn sie mal dabei sind, nicht begreifen, dass es nicht ewig so weiter gehen kann. Und tatsächlich steht das Volk den Raubzügen lethargisch gegenüber. Noch. Aber es bröckelt. Das Ende der Volksparteien ist kein Ende des Volkes, sondern das Ende der Geduld des Volkes mit den Parteien und einer Schicht, auf die hinter der Parteienfassade alles wieder zusammenläuft. Der rotrotgrün bekniete Immobilieninvestor in Kreuzberg genauso wie der schwarze Internetfernsehmacher in der Munich Area.

Die Beide, nebenbei erwähnt, beim Tanz im P1 den Umstand negieren, dass es tatsächlich Leute in Deutschland gibt, die an Mangelernährung leiden, und denen sie empfehlen, dann eben nicht mehr zu rauchen.

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Freitag, 11. August 2006

Munich Area, neues Viertel







Es war die zweite Heimat, entweder Schwabing oder hier in der Nacht, genau genommen ist München verdammt klein, keine Ahnung, was die in Moosach oder Sendling eigentlich tun. Es hat sich in den letzten drei Jahren einiges geändert, aber nicht zu viel, die Mützen sind dem sehr atypischen Augustwetter geschuldet und nicht einem Berlinbezug, und die Galerien gibt es zumeist auch länger als 5 Jahre. Hinter den schwarzen Scheiben der Schwulenbars langweilen sich die ergrauten Helden der bewegung wahrscheinlich genauso wie das Paar, die beim Mexikaner nach draussen schauen und sich nichts mehr zu sagen haben, während in einer neuen Bar im Postgebäude gerade das Leben tobt.

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Merkels Podcast geht an?

Na ratet mal. Ganz fies, fieser geht es nicht. Wer könnte in Zukunft den Podcast der Bundeskanzlerin machen?

Die Evisco AG. Aus München.

Einer der Vorstände: Jürgen Hausmann.

Ist verheiratet mit einer gewissen Constanze, geborene Stoiber. Der Papa heisst Edmund und ist bayerischer Ministerpräsident. Übrigens ist er auch Vositzender des Verwaltungsbeirates des FC Bayern. Für den die Evisco AG auch das FCB.tv produziert. So ein Zufall.

Aufsichtsratsvorsitzender: Roland Berger, der bekannte Politikberater.

So geht das Podcastbizz in Berlin und München. Voll spontan, oder so.

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Terrormarketing

Viren glauben so lange, dass sie fies sind, bis sie mal eine Bazille treffen, die noch fieser ist. Sowas züchte ich an der Blogbar. Mutmasslich habe ich mir damit mindestens 9 Agenturmitarbeiter plus mutmasslich mindestens 2 externe Blogprofiler plus einige bloggende Mitwisser und ihren Auftraggeber zum Feind gemacht. Ich freue mich schon auf die IP-Auswertung der Kommentare. It´s a hell of fun.

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