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Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ich mag heute Porno nicht, aber ich finde Porno
aus kulturgeschichtlichen Überlegungen heraus gut. Sage ich, Rainer sagt etwas anderes. Und eines voraus: Wer was wie mit welchen Mitteln in welche Körperöffnung steckt, ist zuerst mal Privatsache. Jenseits von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Prävention von Kind und Krankheit haben sich da alle rauszuhalten, Staat, Kirche, wer auch immer. Ich denke, beim Sex gibt es keinen Anlass, mehr Vorschriften als beim essen zu machen.
Porno also. Ich habe eiiges im Bücherschrank, was man früher als pornographisch ansah, von den Klassikern der Aufklärung wie Diderot und de Sade, über Josephine Mutzenbacher und versteckte Publikationen der 50er Jahre, die "Memoiren einer Sängerin" und ähnlich heissen. Es sind Bücher, die bekämpft und verfolgt wurden, und man kennt auch die Namen derer, die sie verbieten wollten. In dieser langen Reihe der Verfolger und Unterdrücker ist niemand, in dessen Folge ich stehen wollte, und auf der anderen Seite finden sich all jene, die sich um Aufklärung und Offenheit verdient gemacht haben. Wobei: Es steht völlig ausser Frage, dass man gewisse Praktiken, die man bei Diderot und Louvet de Couvray, namentlich Sex mit Minderjährigen, heute nicht mehr akzeptieren würde. Es war eben eine andere Zeit, was jeder weiss, der das harmlose Schaspiel Romeo und Julia kennt: Da prahlt Julias Mutter mit ihrer Jugend, in der sie zum ersten Mal schwanger war.

Wir leben kulturgeschichtlich gesehen in einer verrückten Zeit, innerhalb christlicher Regeln und gleichermassen jenseits jeder aufgeklärten Vorstellung: Wir haben einerseits einen Jugendschutz, der noch aus dem 19. Jahrhundert und der damals vorherrschenden Prüderie stammt, und an jeder Litfasssäule, im Musikfernsehen und in den Serien so viel Fleisch, dass es einem Menschen der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfassbar erschienen wäre. Man erinnere sich, dass damals Tänze im Bananenrock Skandale auslösten. Und tatsächlich ist die Öffentlichkeit in einem Masse durchsexualisiert, dass es zu Alltagskultur gehört.
Wenn man so will, hat sich die Doppelmoral eines Herzogs von Lauzun heute aufgelöst, und was früher in kleinen Zirkeln vorgelebt und verfasst wurde, ist heute das Übliche der Nachmittagstalkshows. Es ist eine Demokratierung, es ist ein Zeichen des Absterbens moralischer Autoritäten, denen wir früher den Scheiterhaufen, die Folter, das Gefängnis und die Elektrotherapie "verdankt" haben. Was sich damit verbindet, der Trash, die Hässlichkeit des Öffentlichen und das Fehlen jeden Reizes, der noch als solcher wahrgenommen wird, die Übersextheit zusammen mit dem auf Malle und in Thailand abregierten Unterficktsein der Sekretärinnen und Bandarbeiter, kann einem Libertin auch nicht durchgängig gefallen, aber ich sehe keine echte Alternative.
Es gibt, das muss man zugeben, parallel zum Elend der Zensoren auch das Elend der Dumpfen, und um es in meinem System wieder zu ordnen, behaupte ich, dass der Christenpropagandist von früher heute zum Werber oder Bildredakteur bei SPon und Sueddeutsche.de geworden ist. Enthaltsamkeit lohnt sich nicht mehr, der zurückgebliebene Depp kauft keine Heiligenbildchen mehr, er ist bei Youporn, und deshalb zieht man mit und bietet, was der Markt fordert. Es ist besser als das System, das meine Helden eingekerkert hat, Porno hat dien Unfreiheit weggefegt, aber wie so oft führt die Befreiung nicht zur Aufklärung, sondern wieder zu einer neuen Form der despotischen Kultur, in der Pornographie nicht mehr reglementiert, sondern grossflächig verwertet wird.
Man kann sich jede körperliche Ausschweifung der Philosophie im Bodoir heute bei den internationalen Pornohändlern des Netzes runterladen. Leider besteht de Sades Buch auch aus grossen philosophischen Erörterungen, ohne die all der Sex bedeutungslos wäre. Davon ist im Internet nichts zu finden, das bieten weder Werbung noch Nacktbildstrecke. Alles ist verfügbar, es hat seinen Zweck erfüllt und unsere Kultur aus dem Loch herausgerissen, in dem andere Kulturen vom iranischen Terrorregime bis zu den chinesischen Mördern bis heute stecken. Porno hat den Adenauermief beseitigt und auch mir eine sorglose Jugend ermöglicht, und keiner muss heute noch eine Anzeige fürchten, wenn er unverheirateten Paaren eine Wohung vermietet. Porno, da hatten die Aufklärer recht, war der entscheidende Treibsatz der Aufklärung.
Aber was heute daraus wurde - meins ist es nicht. Was bleibt, ist weiter an der Aufklärung zu arbeiten. Das vehikel Porno jedoch zu verdammen, um damit der Reaktion in die Hände zu arbeiten und die eigene Herkunft zu diskreditieren, finde ich falsch. Wenn überhaupt, dann geht es um die Frage einer aufgeklärten Pornographie, um die Befreiung von Porno aus den Ketten von Werbung, Medien und Marketing.
Porno also. Ich habe eiiges im Bücherschrank, was man früher als pornographisch ansah, von den Klassikern der Aufklärung wie Diderot und de Sade, über Josephine Mutzenbacher und versteckte Publikationen der 50er Jahre, die "Memoiren einer Sängerin" und ähnlich heissen. Es sind Bücher, die bekämpft und verfolgt wurden, und man kennt auch die Namen derer, die sie verbieten wollten. In dieser langen Reihe der Verfolger und Unterdrücker ist niemand, in dessen Folge ich stehen wollte, und auf der anderen Seite finden sich all jene, die sich um Aufklärung und Offenheit verdient gemacht haben. Wobei: Es steht völlig ausser Frage, dass man gewisse Praktiken, die man bei Diderot und Louvet de Couvray, namentlich Sex mit Minderjährigen, heute nicht mehr akzeptieren würde. Es war eben eine andere Zeit, was jeder weiss, der das harmlose Schaspiel Romeo und Julia kennt: Da prahlt Julias Mutter mit ihrer Jugend, in der sie zum ersten Mal schwanger war.

Wir leben kulturgeschichtlich gesehen in einer verrückten Zeit, innerhalb christlicher Regeln und gleichermassen jenseits jeder aufgeklärten Vorstellung: Wir haben einerseits einen Jugendschutz, der noch aus dem 19. Jahrhundert und der damals vorherrschenden Prüderie stammt, und an jeder Litfasssäule, im Musikfernsehen und in den Serien so viel Fleisch, dass es einem Menschen der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfassbar erschienen wäre. Man erinnere sich, dass damals Tänze im Bananenrock Skandale auslösten. Und tatsächlich ist die Öffentlichkeit in einem Masse durchsexualisiert, dass es zu Alltagskultur gehört.
Wenn man so will, hat sich die Doppelmoral eines Herzogs von Lauzun heute aufgelöst, und was früher in kleinen Zirkeln vorgelebt und verfasst wurde, ist heute das Übliche der Nachmittagstalkshows. Es ist eine Demokratierung, es ist ein Zeichen des Absterbens moralischer Autoritäten, denen wir früher den Scheiterhaufen, die Folter, das Gefängnis und die Elektrotherapie "verdankt" haben. Was sich damit verbindet, der Trash, die Hässlichkeit des Öffentlichen und das Fehlen jeden Reizes, der noch als solcher wahrgenommen wird, die Übersextheit zusammen mit dem auf Malle und in Thailand abregierten Unterficktsein der Sekretärinnen und Bandarbeiter, kann einem Libertin auch nicht durchgängig gefallen, aber ich sehe keine echte Alternative.
Es gibt, das muss man zugeben, parallel zum Elend der Zensoren auch das Elend der Dumpfen, und um es in meinem System wieder zu ordnen, behaupte ich, dass der Christenpropagandist von früher heute zum Werber oder Bildredakteur bei SPon und Sueddeutsche.de geworden ist. Enthaltsamkeit lohnt sich nicht mehr, der zurückgebliebene Depp kauft keine Heiligenbildchen mehr, er ist bei Youporn, und deshalb zieht man mit und bietet, was der Markt fordert. Es ist besser als das System, das meine Helden eingekerkert hat, Porno hat dien Unfreiheit weggefegt, aber wie so oft führt die Befreiung nicht zur Aufklärung, sondern wieder zu einer neuen Form der despotischen Kultur, in der Pornographie nicht mehr reglementiert, sondern grossflächig verwertet wird.
Man kann sich jede körperliche Ausschweifung der Philosophie im Bodoir heute bei den internationalen Pornohändlern des Netzes runterladen. Leider besteht de Sades Buch auch aus grossen philosophischen Erörterungen, ohne die all der Sex bedeutungslos wäre. Davon ist im Internet nichts zu finden, das bieten weder Werbung noch Nacktbildstrecke. Alles ist verfügbar, es hat seinen Zweck erfüllt und unsere Kultur aus dem Loch herausgerissen, in dem andere Kulturen vom iranischen Terrorregime bis zu den chinesischen Mördern bis heute stecken. Porno hat den Adenauermief beseitigt und auch mir eine sorglose Jugend ermöglicht, und keiner muss heute noch eine Anzeige fürchten, wenn er unverheirateten Paaren eine Wohung vermietet. Porno, da hatten die Aufklärer recht, war der entscheidende Treibsatz der Aufklärung.
Aber was heute daraus wurde - meins ist es nicht. Was bleibt, ist weiter an der Aufklärung zu arbeiten. Das vehikel Porno jedoch zu verdammen, um damit der Reaktion in die Hände zu arbeiten und die eigene Herkunft zu diskreditieren, finde ich falsch. Wenn überhaupt, dann geht es um die Frage einer aufgeklärten Pornographie, um die Befreiung von Porno aus den Ketten von Werbung, Medien und Marketing.
donalphons, 14:07h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Empfehlung heute - Nicht offen fahren.
Das ruiniert nur die Gesundheit. Ja, der himmel ist blau, nein, es ist trotzdem nicht gut. Nicht offen... HE! WARTE!!! Verdammter Volld... Zu spät. Weg isser. Na, wenigstens hat er bei Loreley angenehm schaurige Lektüre vom Weihnachtsmarkt, wenn er im Krankenhaus ist.
donalphons, 14:22h
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Stagnation.
Dieser komische Drang nach Aktionen und täglich neuer Selbsterfindung. Ich denke, es gibt wirklich sowas wie schlechte Blogger. Leute, die alle zwei, drei Wochen Aktionen, Blogparaden, Kettenbeiträge lostreten, die sich von Event zu Event hangeln, und die, so nehme ich an, stündlich Technorati checken. Die einmal mit einem Linkbait Awareness bekommen haben, und es dann immer wieder auf die gleiche Tour versuchen. Weil sie hoffen, dass es sie noch grösser macht, ihnen neue Gefolgschaft und Verlinker einbringt, auf die sie dann furchtbar stolz sind. Es gab eine Zeit bei Dotcomtod, als ich auch scharf auf "Quote" war, als ich unbedingt 1000 oder mehr Leser am Tag pro Beitrag wollte, aber zumindest hatte das den Zweck, relevante Nachrichten zu verbreiten. Und ich bin bis heute froh, qualifizierte Besucher zu haben, die sich mit dem auseinandersetzen, was ich schreibe. Das ist eine Lösung, mit dem Problem der Halböffentlichkeit umzugehen.
Ich möchte, dass ein Blog wie ein Roman gelesen wird, wie eine Fortsetzungsgeschichte. Was ich sagenhaft affig finde, sind diese Versuche von Spreeblick, Bildblog, MC Winkel, Lanu und vielen anderen, zwanghaft alle zwei, drei Wochen irgendwas in die Charts zu schiessen. Und ich frage mich, ob das nicht auch etwas mit deren inneren, verschutteten Erkenntnis zu tun hat, dass sie eigentlich nur noch von der Vergangenheit zehren und nun panisch versuchen, der Stagnation zu entgehen. Ob hinter all dem Gewackel und Geschrei nicht irgendwo auch so etwas wie Existenzangst liegt. Seit zwei, drei vier Jahren werkeln sie an einem Erfolg, einem Ziel, einer weiteren Relevanzsteigerung, die aber nicht mehr kommt.

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Und über allem ist auch die Frage, was da bitte noch draus werden soll. Das Bildblog ist seit Jahren vorne und hat seine Leser, aber jünger werden die Macher auch nicht. Ab Mitte 30 ist man kein Rapper mehr, sondern allenfalls ein peinlicher Opa mit Stottersprech. Die Zukunft, deren goldener Schein diese Leute hierher gebracht hat, ist inzwischen hübsch nah und nur mässig erbaulich, der Lauf der Zeit, langsam und unerbittlich, erreicht nun auch die Hosenbeine derer, die sich für blitzschnell gehalten haben, und jetzt kommt es zu diesen Ah-Oh-Eh-Eiertänzen, die Verlinkung sinkt oh mein Gott wir werden alle sterben und irrelevant schnell wo ist das nächste Ding was können wir jetzt noch bringen wo kommt jetzt noch was wo können wir noch.
Was bringt das Gehampel? Mehr Leser durch Aktionen bedeuten vor allem ein mehr an dummen Gaffern, und das gilt es eigentlich zu vermeiden. Insofern ist Stagnation nichts schlechtes. Es ist halt so. Man ist so gut, wie man ist. Mei. Dagegen ankämpfen, ein wenig aufsteigen und wieder abrutschen ist auch kein Vergnügen. Ich frage mich schon, wann diese Leute eigentlich das letzte Mal richtig Spass beim bloggen hatten. Und wann sie das begreifen, um dann lieber die Kiste zu schliessen, als weiter gegen die unvermeidliche Stagnation anzuschreiben. Ich glaube, dass Leser das Zwanghafte durchaus erkennen, und auch der groteske Veitstanz ist irgendwann nicht mehr wirklich spannend sein. Die Zeit heilt bekanntlich alle sich selbst zugefügten Wunden, aber nicht die zugrunde liegende Dummheit.
Und jetzt bitte weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen. Ausser Foodporn.
Ich möchte, dass ein Blog wie ein Roman gelesen wird, wie eine Fortsetzungsgeschichte. Was ich sagenhaft affig finde, sind diese Versuche von Spreeblick, Bildblog, MC Winkel, Lanu und vielen anderen, zwanghaft alle zwei, drei Wochen irgendwas in die Charts zu schiessen. Und ich frage mich, ob das nicht auch etwas mit deren inneren, verschutteten Erkenntnis zu tun hat, dass sie eigentlich nur noch von der Vergangenheit zehren und nun panisch versuchen, der Stagnation zu entgehen. Ob hinter all dem Gewackel und Geschrei nicht irgendwo auch so etwas wie Existenzangst liegt. Seit zwei, drei vier Jahren werkeln sie an einem Erfolg, einem Ziel, einer weiteren Relevanzsteigerung, die aber nicht mehr kommt.

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Und über allem ist auch die Frage, was da bitte noch draus werden soll. Das Bildblog ist seit Jahren vorne und hat seine Leser, aber jünger werden die Macher auch nicht. Ab Mitte 30 ist man kein Rapper mehr, sondern allenfalls ein peinlicher Opa mit Stottersprech. Die Zukunft, deren goldener Schein diese Leute hierher gebracht hat, ist inzwischen hübsch nah und nur mässig erbaulich, der Lauf der Zeit, langsam und unerbittlich, erreicht nun auch die Hosenbeine derer, die sich für blitzschnell gehalten haben, und jetzt kommt es zu diesen Ah-Oh-Eh-Eiertänzen, die Verlinkung sinkt oh mein Gott wir werden alle sterben und irrelevant schnell wo ist das nächste Ding was können wir jetzt noch bringen wo kommt jetzt noch was wo können wir noch.
Was bringt das Gehampel? Mehr Leser durch Aktionen bedeuten vor allem ein mehr an dummen Gaffern, und das gilt es eigentlich zu vermeiden. Insofern ist Stagnation nichts schlechtes. Es ist halt so. Man ist so gut, wie man ist. Mei. Dagegen ankämpfen, ein wenig aufsteigen und wieder abrutschen ist auch kein Vergnügen. Ich frage mich schon, wann diese Leute eigentlich das letzte Mal richtig Spass beim bloggen hatten. Und wann sie das begreifen, um dann lieber die Kiste zu schliessen, als weiter gegen die unvermeidliche Stagnation anzuschreiben. Ich glaube, dass Leser das Zwanghafte durchaus erkennen, und auch der groteske Veitstanz ist irgendwann nicht mehr wirklich spannend sein. Die Zeit heilt bekanntlich alle sich selbst zugefügten Wunden, aber nicht die zugrunde liegende Dummheit.
Und jetzt bitte weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen. Ausser Foodporn.
donalphons, 12:29h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 4. Dezember 2007
Empfehlung heute - Einfach mal nein sagen
Am besten so, wie in der Druckerey nein gesagt wird.
donalphons, 19:33h
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Geschmack, besser als der Geldbeutel
Mitunter beneide ich diejenigen, die sich I*ea leisten können, leisten wollen und gar nichts anderes in ihrer Wohnung sehen möchten. Konsum, Vermögen und Geschmack sind im Einklang, und nicht in den scharfen, gierigen Dissonanzen, die mir das Besuchen der Vorbesichtigungen zur grossen Weihnachtszeit so unsagbar schwer machen. Man muss sich dort nicht auskennen; Schätzpreise und Limits sagen alles, wenn man Gefallen findet, und man kann sich die passenden Stücke ersteigern, nach Hause bringen und aufhängen. Wenn man reich genug ist. Was ich definitiv nicht bin. Es gibt Auktionen in Nürnberg, bei denen ich über 5, 6 Bieterrunden mitspielen kann, aber in München sind es schon die Aufrufpreise ohne Aufgeld, die meine Grenzen, man muss es so sagen, atomisieren. Und zwar schon beim Einstiegsauktionshaus mit dem Namen Nusser, in Schwabing.

Nehmen wir nur mal diesen Herren, der allseits wenig Beachtung findet. Ein fetter Ratspensionär, Mitte des XVIII. Jahrhundert gemalt, der selbst nicht wirklich hübsch ist, sondern feist, aufgequollen, offensichtlich ein Opfer der Ernährung dieser Zeit, die den Folgen von McDreck und Würgerking kaum nachsteht. Jenseits von Fleisch und Fett jedoch zeigt das Bild eine entzückendes Interieur, das den Reichtum des Mannes aufs Schönste beschreibt, und dann ist da noch diese Handhaltung, die dem Kundigen unmissverständlich die sexuelle Konotation seiner Begierden offen zeigt. Dieses Bild also - nun, es würde fraglos für Diskussionen sorgen, nicht jeder Besucher würde es schätzen, auch nicht in dem fraglos passenden Umfeld, den so ein jesuitischer Stadtpalast des Jahres 1600 bietet, aber: Doch. Es würde mir gefallen. Irgendwie. Wäre da nicht das vierstellige Limit + 24% Aufgeld. Und dann ist da noch die Erfahrung, dass es in aller Regel nicht dabei bleibt. Statt also ein Objekt zu haben, an dem man die Vorläufer von Max Ernsts "Beim ersten klaren Wort" trefflich diskutieren könnte, geht es ein paar Strassen weiter zu Hugo Ruef.

Aus mir völlig unerklärlichen Gründen kaufen Menschen barocke Schutzmantelmadonnen. Für mich wäre das absolut überflüssig, sowas steht bei uns auf dem Giebel und ist schon dort eher fragwürdiges Zierat eines Hauses, in dem Atheisten ihr Wesen treiben, und ich würde die Frau auch nicht haben wollen. Aber die Schlange, die hätte ich gerne. Würde man einen Kompagnon finden, der die Madonna wollte, könnte man einen Deal machen: Zusammenersteigern, er zahlt 4/5 des Materials - die Madonna - und ich 1/5 für die Schlange. Dann wäre es möglich. Wenn es beim Limit bliebe, und man den Sägegehilfen fände. Allerdings hat eine Bekannte auf ein kleines Engerl geboten, das im Eingangsbereich hing - und dessen Limit hat sich gestern mehr als verdreifacht. Also weiter.

Ebenfalls quasi um die Ecke, gleich bei meiner Münchner Wohnung, ist Hampel. Während bisher die Limits meist wenig mit dem zu tun haben, was danach tatsächlich zu bezahlen ist, orientiert man sich in der Schellingstrasse an Sotheby´s und bleibt bei Schätzpreisen, die dem Bieter schonungslos mitteilen, was ihn später mal erwartet, wenn er Glück hat. Man kann bei Hampel eigentlich nichts falsch machen, die Gemälde sind gut gehängt und fein beleuchtet, es gibt eine angenehme Cafeteria und Aufpasserinnen, die so aussehen, als gingen sie nachher auf die Fuchsjagd. In ihrem eigenen Wald, hinter ihrem Schloss. Es verringert das Vergnügen, es stört das Träumen erheblich, wenn man Haifische kennt, die Mandanten kennen, die dort auch hingehen und sich ein paar Bilder dieser Privatsammlung kaufen wollen, und das mit der Finanzkraft von ein paar hundert Millionen - Stichwort gerade noch rechtzeitig verkaufter Hedgefond - tun. Nur kurz erfrischt der Gedanke, dass die daheim an der Küchenwand hängende chinesische Keramik hier für den Preis eines Kleinwagens über den Tisch gehen würde - danach steht man wieder vor einem Stilleben mit angekettetem Affen, der Erdbeeren verschüttet, und fühlt sich ähnlich gefangen in seinen Leidenschaften, denen keine Erfüllung gegeben ist. Es sei denn, man betrachtet das alles als langfristige Geschichte, die Jahre und Jahrzehnte dauert. Die grauen Herren, die heute Vermeer und Fischer in ihre Anwesen hängen, haben ausgesorgt auf Kosten ihrer Jugend, und man weiss ja, wie das geht: Die Stücke tauchen nur kurz auf, verschwinden wieder für lange Phasen in Privatsammlungen, und wer weiss, wann sie wieder erscheinen. Aber sie werden wieder erscheinen.

Und es ist ein nicht unköstlicher Gedanke zu wissen, dass man später die gleiche Chance noch einmal haben wird, dann vielleicht mit etwas mehr Geld, wenn die Chancen der jetzigen Gewinner alle verspielt sind, und alle Tricks und gezinkten Karten mit einem Sensenhieb vom Tisch gefegt werden, zugunsten von Erben, die sich zwecks Steuer dann der alten Stücke wieder entledigen werden. Es ist ein Geschäft mit dem Tod, da darf man sich keine Illusionen machen, feiner, aber nicht weniger auf das Ableben anderer bedacht als Waffenhandel, Krieg und Drogenvertrieb.

Nehmen wir nur mal diesen Herren, der allseits wenig Beachtung findet. Ein fetter Ratspensionär, Mitte des XVIII. Jahrhundert gemalt, der selbst nicht wirklich hübsch ist, sondern feist, aufgequollen, offensichtlich ein Opfer der Ernährung dieser Zeit, die den Folgen von McDreck und Würgerking kaum nachsteht. Jenseits von Fleisch und Fett jedoch zeigt das Bild eine entzückendes Interieur, das den Reichtum des Mannes aufs Schönste beschreibt, und dann ist da noch diese Handhaltung, die dem Kundigen unmissverständlich die sexuelle Konotation seiner Begierden offen zeigt. Dieses Bild also - nun, es würde fraglos für Diskussionen sorgen, nicht jeder Besucher würde es schätzen, auch nicht in dem fraglos passenden Umfeld, den so ein jesuitischer Stadtpalast des Jahres 1600 bietet, aber: Doch. Es würde mir gefallen. Irgendwie. Wäre da nicht das vierstellige Limit + 24% Aufgeld. Und dann ist da noch die Erfahrung, dass es in aller Regel nicht dabei bleibt. Statt also ein Objekt zu haben, an dem man die Vorläufer von Max Ernsts "Beim ersten klaren Wort" trefflich diskutieren könnte, geht es ein paar Strassen weiter zu Hugo Ruef.

Aus mir völlig unerklärlichen Gründen kaufen Menschen barocke Schutzmantelmadonnen. Für mich wäre das absolut überflüssig, sowas steht bei uns auf dem Giebel und ist schon dort eher fragwürdiges Zierat eines Hauses, in dem Atheisten ihr Wesen treiben, und ich würde die Frau auch nicht haben wollen. Aber die Schlange, die hätte ich gerne. Würde man einen Kompagnon finden, der die Madonna wollte, könnte man einen Deal machen: Zusammenersteigern, er zahlt 4/5 des Materials - die Madonna - und ich 1/5 für die Schlange. Dann wäre es möglich. Wenn es beim Limit bliebe, und man den Sägegehilfen fände. Allerdings hat eine Bekannte auf ein kleines Engerl geboten, das im Eingangsbereich hing - und dessen Limit hat sich gestern mehr als verdreifacht. Also weiter.

Ebenfalls quasi um die Ecke, gleich bei meiner Münchner Wohnung, ist Hampel. Während bisher die Limits meist wenig mit dem zu tun haben, was danach tatsächlich zu bezahlen ist, orientiert man sich in der Schellingstrasse an Sotheby´s und bleibt bei Schätzpreisen, die dem Bieter schonungslos mitteilen, was ihn später mal erwartet, wenn er Glück hat. Man kann bei Hampel eigentlich nichts falsch machen, die Gemälde sind gut gehängt und fein beleuchtet, es gibt eine angenehme Cafeteria und Aufpasserinnen, die so aussehen, als gingen sie nachher auf die Fuchsjagd. In ihrem eigenen Wald, hinter ihrem Schloss. Es verringert das Vergnügen, es stört das Träumen erheblich, wenn man Haifische kennt, die Mandanten kennen, die dort auch hingehen und sich ein paar Bilder dieser Privatsammlung kaufen wollen, und das mit der Finanzkraft von ein paar hundert Millionen - Stichwort gerade noch rechtzeitig verkaufter Hedgefond - tun. Nur kurz erfrischt der Gedanke, dass die daheim an der Küchenwand hängende chinesische Keramik hier für den Preis eines Kleinwagens über den Tisch gehen würde - danach steht man wieder vor einem Stilleben mit angekettetem Affen, der Erdbeeren verschüttet, und fühlt sich ähnlich gefangen in seinen Leidenschaften, denen keine Erfüllung gegeben ist. Es sei denn, man betrachtet das alles als langfristige Geschichte, die Jahre und Jahrzehnte dauert. Die grauen Herren, die heute Vermeer und Fischer in ihre Anwesen hängen, haben ausgesorgt auf Kosten ihrer Jugend, und man weiss ja, wie das geht: Die Stücke tauchen nur kurz auf, verschwinden wieder für lange Phasen in Privatsammlungen, und wer weiss, wann sie wieder erscheinen. Aber sie werden wieder erscheinen.

Und es ist ein nicht unköstlicher Gedanke zu wissen, dass man später die gleiche Chance noch einmal haben wird, dann vielleicht mit etwas mehr Geld, wenn die Chancen der jetzigen Gewinner alle verspielt sind, und alle Tricks und gezinkten Karten mit einem Sensenhieb vom Tisch gefegt werden, zugunsten von Erben, die sich zwecks Steuer dann der alten Stücke wieder entledigen werden. Es ist ein Geschäft mit dem Tod, da darf man sich keine Illusionen machen, feiner, aber nicht weniger auf das Ableben anderer bedacht als Waffenhandel, Krieg und Drogenvertrieb.
donalphons, 14:45h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 3. Dezember 2007
Veranstaltungshinweis
Am kommenden Freitag versuche ich mich in Münster an ein paar kommunikationswissenschaftlichen Überlegungen hoffentlich nicht allzu minderer Güte, und wer es sehen will, kann es natürlich tun.
donalphons, 23:43h
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Ist es eigentlich ok,
einen Dieb, der zudem noch ungefragt mit einem wirbt, noch in der Weihnachtszeit finanziell zur Ader zu lassen, oder sollte man warten bis ins neue Jahr, damit er noch ein wenig mehr klaut und man ihn dann entsprechend üppig sein ergaunertes Geld abknöpfen kann?
donalphons, 19:53h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 2. Dezember 2007
Küchenhardcore Porno
Ihr kennt das: Ihr hättet alle Möglichkeiten der Welt, ihr könntet euren geselligen 14-Stunden-Arbeitstag geniessen oder noch ein Meeting zwitschern, vielleicht 2er Klasse eine Businessreise mit dem Flieger nach Mönchengladbach oder Düsseldorf machen, oder einen netten Abend mit dem dritten Marketingassistenten des grossen Kunden an der Hotelbar, Privatvergnügen für ihn eingeschlossen, abfeiern. Alle sind dabei gut drauf, allen geht es prima, alle twittern und xingen ihre Freude in die Welt - aber eucht habt euch breitschlagen lassen, mit dem Don nach Italien zu fahren: Laute Leute, schlechte Strassen, zu viel Essen und der dauernde Luftzug in einem Auto ohne Dacht, dazu stundenlange Erklärungen zu Geschichten, die euch nicht interessieren, und als ihr versucht habt, ihn mit einer Grosstour durch die Schuhläden endlich zu ermüden, hat er fröhlich weitergequasselt und euch Schuhe aufgequatscht, die ihr nicht braucht und ohnehin nicht mehr tragen könnt, weil euer erfressenes Körpergewicht jeden Absatz zum Knicken bringt. Ihr seid in Italien, ihr hasst es, und das Schlimmste: Das Schlimmste liegt noch vor euch. Denn da vorne, am Rand der Strasse voller Kopfsteinpflaster, über das ihr mit euren Schuhen schwankt, ist ein Schaufenster, in etwa so:

Und das nimmt der Don nun zum Anlass, euch zuzuquatschen für den Rest dessen, was andere als Urlaub bezeichnen würden und für euch zur Qual wurde. Wie unsagbar gemein es doch sei, dass sich dergleichen Küchengerät nur in Italien finde. Dass es solche Geschäfte, mit diesen Mengen zumal, in Deutschland nicht gäbe. Wie dringend er sowas bräuchte, aber im Auto sei wegen eurer Shopperei nun kein Platz mehr. Wie sehr er diese alten Formen liebe, vom Stromliniendesign bis zur altertümlichen Holzkurbel, und dass nur Italiener so etwas erschaffen könnte. Er holt aus zu einer Suada über den Niedergang der Küchen- und Kochkultur in Deutschland, und ihr verschliesst Euer Bewusstsein, denkt an diese wunderbare Sushibar in Hamburg und den Abend mit Mathias, den Shootingstar des Sales Departments eines Global Broadband Services, global von Kiel bis Kielerhafen, und seine Karriere als deutscher Rapstar auf Platz 285 1/2 der deutschen Charts, oder euer Date mit Sascha in Berlin, seinen schicken alten Mercedes von Opa und seinem tollen Marketingdeal mit Stefan, der inzwischen sogar Hilfsschreiber für ein superschickes Lohas-Portal wurde. Das sind Karrieren, und ihr steht da mit dem Don inmitten des Veroneser Kopfsteinpflasters und hört euch das Genörgel an, nur weil es in Deutschland diese italienischen Küchendinger nicht gibt, die ihr nie bräuchtet, weil das Essen ohnehin aus der Microwelle kommt - und ihr schwört euch, dass ihr das nächste mal doch zu Johnny und seinen schicken, kritischen Web2.0werbekongress geht. Statt euch von jetzt bis an den Fuss des Jaufenpass diese Scheisse anzuhören, bis der Schneesturm, bei dem dieser Depp offen drüberfahren will, ihm endlich das Maul verschliesst. Doch - ihr habt Glück, zumindest dieser Teil bleibt euch nächstes Jahr erspart, wenn ihr schon wieder auf seine Lobeshymnen auf Italien reingefallen seid, denn:

Wie der Don heute feststellen durfte, gibt es diese italienischen Küchenmaschinen auch in Deutschland. Und zwar von deutschen Herstellern. Sprich, sie sehen nicht nur schick aus, sie funktionieren auch noch nach 50 Jahren reibungslos. Diese Monsterkäsereibe etwa ist nicht nur aus Druckguss und hat ein scharfes, unverrostetes Schnittblatt, sie hat auch einen sich verjüngenden Trichter, in den der Käse praktisch von der Reibe hineingesaugt, gequetscht und damit gegen die raspelnden Löcher gedrückt wird. Die Marke nannte sich "Solar", hinten ist ein Eichenkranz und die Inschrift "seit über 50 Jahren". Weisser Korpus, silberne Schneiden, schwarze Kurbel und schwarzer Holzgriff: Das ist der deutsche SSKL-Beitrag zur Küchen-Milliemiglia, hier raucht der Scamorza weg, und vom Parmeggiano bleibt nur ein Haufen Trümmer. Das, was es in Italien noch gibt - das gab es auch hier. Und der Don findet es auf dem Flohmarkt, für einen bescheidenen Euro. Und kurz darauf noch diesen stromlinienförmigen Rennwagen des Gemüseniederhobelns:

Gut 50 Jahre hat dieser Silberpfeil aus dem längst verloschenen Hause Mimma auf dem Buckel, und dennoch, er könnte frisch aus einem italienischen Designbüro stammen. Man betrachte nur mal den Saugfuss und seinen Hebel, und das kreisende Blatt: Der Protonendiversator und das Thiortemgetriebe des Raumschiffs Orion sind Lowtek gegen diese Form. Damit könnte man die Frogs aus der Galaxie pusten, und schneller eine Gemüsetarte machen, als man in den schlechten Bars bei Alpha Zentauri einen 1982er Ghuapetrl Cru runterschüttet, oder bei adical die nächste Erfolgslüge an Spiegel Online vertickt. Der Druck eines interstellaren Triebwerks ist nichts gegen die gewaltige Kraft, die hier Kürbis und Kartoffel in die rasend rotierenden Zacken presst.
Wenn ihr also nächstes Jahr all das Generve vergessen habt und doch wieder mit dem Don in Italien gelandet seid, statt mit den Spitzen der Blogbewegung an den Fleischtöpfen von Sony, Yahoo und Trigami, könnt ihr euch sicher sein, dass das Wehklagen über fehlende Küchenspielzeuge für Hardcore Foodporn einem lässigen "Hab ich auch, aber in alt, original und deutsch" weichen wird. Gefolgt von einer nervigen Aufzählung all derer, die ihm angeblich wegen seiner Kocherei verfallen sind.

Und das nimmt der Don nun zum Anlass, euch zuzuquatschen für den Rest dessen, was andere als Urlaub bezeichnen würden und für euch zur Qual wurde. Wie unsagbar gemein es doch sei, dass sich dergleichen Küchengerät nur in Italien finde. Dass es solche Geschäfte, mit diesen Mengen zumal, in Deutschland nicht gäbe. Wie dringend er sowas bräuchte, aber im Auto sei wegen eurer Shopperei nun kein Platz mehr. Wie sehr er diese alten Formen liebe, vom Stromliniendesign bis zur altertümlichen Holzkurbel, und dass nur Italiener so etwas erschaffen könnte. Er holt aus zu einer Suada über den Niedergang der Küchen- und Kochkultur in Deutschland, und ihr verschliesst Euer Bewusstsein, denkt an diese wunderbare Sushibar in Hamburg und den Abend mit Mathias, den Shootingstar des Sales Departments eines Global Broadband Services, global von Kiel bis Kielerhafen, und seine Karriere als deutscher Rapstar auf Platz 285 1/2 der deutschen Charts, oder euer Date mit Sascha in Berlin, seinen schicken alten Mercedes von Opa und seinem tollen Marketingdeal mit Stefan, der inzwischen sogar Hilfsschreiber für ein superschickes Lohas-Portal wurde. Das sind Karrieren, und ihr steht da mit dem Don inmitten des Veroneser Kopfsteinpflasters und hört euch das Genörgel an, nur weil es in Deutschland diese italienischen Küchendinger nicht gibt, die ihr nie bräuchtet, weil das Essen ohnehin aus der Microwelle kommt - und ihr schwört euch, dass ihr das nächste mal doch zu Johnny und seinen schicken, kritischen Web2.0werbekongress geht. Statt euch von jetzt bis an den Fuss des Jaufenpass diese Scheisse anzuhören, bis der Schneesturm, bei dem dieser Depp offen drüberfahren will, ihm endlich das Maul verschliesst. Doch - ihr habt Glück, zumindest dieser Teil bleibt euch nächstes Jahr erspart, wenn ihr schon wieder auf seine Lobeshymnen auf Italien reingefallen seid, denn:

Wie der Don heute feststellen durfte, gibt es diese italienischen Küchenmaschinen auch in Deutschland. Und zwar von deutschen Herstellern. Sprich, sie sehen nicht nur schick aus, sie funktionieren auch noch nach 50 Jahren reibungslos. Diese Monsterkäsereibe etwa ist nicht nur aus Druckguss und hat ein scharfes, unverrostetes Schnittblatt, sie hat auch einen sich verjüngenden Trichter, in den der Käse praktisch von der Reibe hineingesaugt, gequetscht und damit gegen die raspelnden Löcher gedrückt wird. Die Marke nannte sich "Solar", hinten ist ein Eichenkranz und die Inschrift "seit über 50 Jahren". Weisser Korpus, silberne Schneiden, schwarze Kurbel und schwarzer Holzgriff: Das ist der deutsche SSKL-Beitrag zur Küchen-Milliemiglia, hier raucht der Scamorza weg, und vom Parmeggiano bleibt nur ein Haufen Trümmer. Das, was es in Italien noch gibt - das gab es auch hier. Und der Don findet es auf dem Flohmarkt, für einen bescheidenen Euro. Und kurz darauf noch diesen stromlinienförmigen Rennwagen des Gemüseniederhobelns:

Gut 50 Jahre hat dieser Silberpfeil aus dem längst verloschenen Hause Mimma auf dem Buckel, und dennoch, er könnte frisch aus einem italienischen Designbüro stammen. Man betrachte nur mal den Saugfuss und seinen Hebel, und das kreisende Blatt: Der Protonendiversator und das Thiortemgetriebe des Raumschiffs Orion sind Lowtek gegen diese Form. Damit könnte man die Frogs aus der Galaxie pusten, und schneller eine Gemüsetarte machen, als man in den schlechten Bars bei Alpha Zentauri einen 1982er Ghuapetrl Cru runterschüttet, oder bei adical die nächste Erfolgslüge an Spiegel Online vertickt. Der Druck eines interstellaren Triebwerks ist nichts gegen die gewaltige Kraft, die hier Kürbis und Kartoffel in die rasend rotierenden Zacken presst.
Wenn ihr also nächstes Jahr all das Generve vergessen habt und doch wieder mit dem Don in Italien gelandet seid, statt mit den Spitzen der Blogbewegung an den Fleischtöpfen von Sony, Yahoo und Trigami, könnt ihr euch sicher sein, dass das Wehklagen über fehlende Küchenspielzeuge für Hardcore Foodporn einem lässigen "Hab ich auch, aber in alt, original und deutsch" weichen wird. Gefolgt von einer nervigen Aufzählung all derer, die ihm angeblich wegen seiner Kocherei verfallen sind.
donalphons, 19:23h
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Empfehlung heute - Obszönes
passt zu diesem eitlen Tag der Kerzenfehlverwendung, deshalb verweise ich hier auf einen etwas älteren und sehr gelungenen Text von der Auffahrtsallee über die gesellschaftlichen Vorteile der Pornographie.
donalphons, 16:44h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 2. Dezember 2007
4 Wochen Hass
Es erleichtert den Gang durch die Konsumkloake der 5 Höfe, wenn man sich vorher ein paar exzeptionelle Kakiemon und Kutani Gefässe aus dem lange vergangenen Kultur Japans angeschaut hat. Dann ist es leichter zu ertragen, die aktuellen Trends aus diesem Land zu sehen, das sich beim platzsparenden Umsetzen falsch verstandener Interpretationen aus den stupiden Hirnen von Werbebratzen amerikanischer Provenienz, die sich zwecks Konsumanreiz aus dem europäischen Niederkulturkreis Brocken zusammenklaubten - kurz, es ist dann leichter, das Plexiglaszeug von einer Firma zu sehen, die als kultig gilt:

Silberne Leuchterhirsche erscheinen dagegen plötzlich wieder als stilvolle Zutat zu jedem Ambiente. Und wenn die Dame des Hauses dann noch so etwas mit orangem Lametta unter dem Plexiglastannenbaum findet

kann man sich gleich Gedanken über weitere Gütertrennungen machen. Ich stelle mir die Hölle wie die unendlichen fünf Höfe vor, mit durchgehend britischem, japanischem und amerikanischem Essen. Zur Vorweihnachtszeit. Und Zwang, den Gesprächen der dortigen Jungneocons und ihrer blondierten Begleiterinnen zu lauschen. Ohne je eine Waffe zur Hand zu haben. Oder auch nur einen Ziegelstein. Oder ein Blog.

Silberne Leuchterhirsche erscheinen dagegen plötzlich wieder als stilvolle Zutat zu jedem Ambiente. Und wenn die Dame des Hauses dann noch so etwas mit orangem Lametta unter dem Plexiglastannenbaum findet

kann man sich gleich Gedanken über weitere Gütertrennungen machen. Ich stelle mir die Hölle wie die unendlichen fünf Höfe vor, mit durchgehend britischem, japanischem und amerikanischem Essen. Zur Vorweihnachtszeit. Und Zwang, den Gesprächen der dortigen Jungneocons und ihrer blondierten Begleiterinnen zu lauschen. Ohne je eine Waffe zur Hand zu haben. Oder auch nur einen Ziegelstein. Oder ein Blog.
donalphons, 00:57h
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In meiner Stadt
gibt es eine hässliche, schlecht vermietbare Immobilie. Dort findet sich inzwischen die "Swiss World of Erotic", und alle Gäste machen sich einen Witz daraus. Warum nicht gleich "Eastfriesian World of Erotic". Man stelle sich ein erotisches Gespräch dieser Überschwaben im Stile von Emil vor, da hat man den Salat. Im gleichen Markt versucht sich der nach dem Promoten einer Sekte, Spammern und Abzockern in die Kritik geratene PR-Anbieter Trigami (aus der Schweiz) für einen Kunden (ebenfalls aus der Schweiz). Nackiche Kundenkommunikation und andere Luschtbarrchäätn an dr Blokchbarrr. Die sie nicht erfunden haben, diese Bergschwaben.
donalphons, 11:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 30. November 2007
Der alte Westen, vor 1970
Sie sagen, Berlin habe die meisten Startups, und die Stadt komme jetzt langsam wieder: Die Preise stiegen an, Top-Wohnungen würden wieder teurer, und es gibt sogar Fonds, die wieder behaupten, eine Pleite wäre ausgeschlossen. Döner erreicht in den besseren Lagen wieder Preise über zwei Euro, und ausserdem gebe es inzwischen einen Club, in dem der Suff genauso teuer sei wie in den schlechteren Teilen des Westens und 2/3 von dem kostet, was man in München bezahlen würde. Verschuldung sei weiterhin ein Problem, aber langsam wandle sich etwas, Berlin ist auf einem guten Weg, besser zumindest als vor drei Jahren, als ich dort war. Demzufolge hätte ich die Stadt im Moment der Agonie erlebt, aber nun soll es da eine neue Bürgerlichkeit geben. Bezirke, die einmal durchsaniert wurden und sich ausweiten; das runtergekommene Berlin an die Ränder, hinein nach Brandenburg drücken, und in Potsdam und anderen Vororten entstehen die Zweigstellen des Wohlstandes. Es gibt zumindest Anzeichen, dass es wieder aufwärts geht. Ich höre das von Freunden, wenn ich, das Telefon in der Schulter eingeklemmt, in der Küche stehe, und historische Aufküchungspraxis übe.

Ultra geiles XXL- Porn Ficken Sex hardcore Bild hier, hier für Google Suche endgeiles Fuck Fick Porno Video Picture Download Gratis XXX L. Das hier ist quasi das Biblia Pauperum Rezept für meine Kürbistarte.
In dieser kleinen, piefigen Stadt an der Donau, die für manche meiner Freunde sowas wie das Versprechen der guten Provinz ist, in der man sich später mal niederlassen kann. Reich, sauber, breites Angebot an Vergnügungen, nicht zu gross und nicht zu klein, mit gepflegten Strassen, die man auch ohne SUV befahren könnte. Man kann viel gegen die Stadt sagen, aber wenn man eine offene, sozialdemokratisch regierte Metropole braucht, ist München-Schwabing mit dem Auto de facto näher, als für den Neuperlacher mit dem MVV.
Und während der Job des Arbeitsagenturenchefs andernorts, von Oder bis Rhein, von der Küste bis zum Main in aller Regel die Arschlochkarte ist, die Verwaltung von Not und Elend und das Wegschieben derer, die nicht mehr können, gibt es hier ein anderes Problem: 3,4% Arbeitslosenquote in einem November - das ist Vollbeschäftigung, wie früher, im alten Westen, Wirtschaftswunderzeit. Die Frage hier ist nicht, wie man die Leute in Lohn und Brot bringt, die Frage ist, wo man Leute hernimmt, die man in Lohn und Brot bringen kann. Kann schon sein, dass Berlin sich aus dem Staub kratzt, aber der Unterschied von hier zu dort, ist etwa so gross wie der Unterschied von Berlin zu Karatchi. Und wenn meine Auftraggeber nicht im Ausland sässen, hätte ich hier ein Gefühl, das man so kaum irgendwo anders haben kann, wo sie alle den Terror der Ökonomie spüren: Ich wüsste, dass es keinen sozialen Abstieg gibt. Wohin soll man absteigen, wenn jeder dringend Leute braucht? Man kann es in dieser Zeit, zu dieser anderen Republik im Norden nicht oft genug sagen: Es gibt hier keine Angst. Es gibt hier einfach keine Angst.
Wir leben hier in einer Parallelwelt, in der die Sorgen tatsächlich das Nachrüsten der Holzöfen sind, und die sich das Massenphänomen Armut in Berliner oder Ostdeutscher Dimension einfach nicht vorstellen kann. Es gibt hier keine Startups, keine Communities und Internetfuzzies, es gibt hier nur den alten Westen mit brandneuem Hochleistungstriebwerk, es ist eine Welt ohne grosse Befürchtungen und Sorgen, dumm natürlich und ungebildet, man würde ohne Blog krepieren in dieser Stadt, aber so, von hier aus mit dem Blick auf das Münster, gibt es wenig, was so unvorstellbar ist, wie ein Rücksturz an die Spree für länger als, sagen wir mal, eine Woche. Verona, das italienische Gegenstück, ist von hier aus übrigens näher als Berlin.
Nachtrag: "Aktuelle Themen" des Berliner Tagesspiegels gerade eben: "Charité - Pädophilie - Umweltzone - Drogenschmuggel - Rauschgiftkuriere - Potsdamer Schloss - Geiselnahme - Drehorte - Filmleute - Ostbezirke"

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In dieser kleinen, piefigen Stadt an der Donau, die für manche meiner Freunde sowas wie das Versprechen der guten Provinz ist, in der man sich später mal niederlassen kann. Reich, sauber, breites Angebot an Vergnügungen, nicht zu gross und nicht zu klein, mit gepflegten Strassen, die man auch ohne SUV befahren könnte. Man kann viel gegen die Stadt sagen, aber wenn man eine offene, sozialdemokratisch regierte Metropole braucht, ist München-Schwabing mit dem Auto de facto näher, als für den Neuperlacher mit dem MVV.
Und während der Job des Arbeitsagenturenchefs andernorts, von Oder bis Rhein, von der Küste bis zum Main in aller Regel die Arschlochkarte ist, die Verwaltung von Not und Elend und das Wegschieben derer, die nicht mehr können, gibt es hier ein anderes Problem: 3,4% Arbeitslosenquote in einem November - das ist Vollbeschäftigung, wie früher, im alten Westen, Wirtschaftswunderzeit. Die Frage hier ist nicht, wie man die Leute in Lohn und Brot bringt, die Frage ist, wo man Leute hernimmt, die man in Lohn und Brot bringen kann. Kann schon sein, dass Berlin sich aus dem Staub kratzt, aber der Unterschied von hier zu dort, ist etwa so gross wie der Unterschied von Berlin zu Karatchi. Und wenn meine Auftraggeber nicht im Ausland sässen, hätte ich hier ein Gefühl, das man so kaum irgendwo anders haben kann, wo sie alle den Terror der Ökonomie spüren: Ich wüsste, dass es keinen sozialen Abstieg gibt. Wohin soll man absteigen, wenn jeder dringend Leute braucht? Man kann es in dieser Zeit, zu dieser anderen Republik im Norden nicht oft genug sagen: Es gibt hier keine Angst. Es gibt hier einfach keine Angst.
Wir leben hier in einer Parallelwelt, in der die Sorgen tatsächlich das Nachrüsten der Holzöfen sind, und die sich das Massenphänomen Armut in Berliner oder Ostdeutscher Dimension einfach nicht vorstellen kann. Es gibt hier keine Startups, keine Communities und Internetfuzzies, es gibt hier nur den alten Westen mit brandneuem Hochleistungstriebwerk, es ist eine Welt ohne grosse Befürchtungen und Sorgen, dumm natürlich und ungebildet, man würde ohne Blog krepieren in dieser Stadt, aber so, von hier aus mit dem Blick auf das Münster, gibt es wenig, was so unvorstellbar ist, wie ein Rücksturz an die Spree für länger als, sagen wir mal, eine Woche. Verona, das italienische Gegenstück, ist von hier aus übrigens näher als Berlin.
Nachtrag: "Aktuelle Themen" des Berliner Tagesspiegels gerade eben: "Charité - Pädophilie - Umweltzone - Drogenschmuggel - Rauschgiftkuriere - Potsdamer Schloss - Geiselnahme - Drehorte - Filmleute - Ostbezirke"
donalphons, 15:19h
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Empfehlung heute - Man darf nie vergessen,
man darf nie verzeihen, was die FAZ ist: Das Medium, das sich mit dem sog. "Historikerstreit" aus der Riege der für geschichtsbewusste Menschen lesbaren Produkte komplett verabschiedet hat. Wenn Eva Hermann untragbar ist, ist es auch die FAZ. Und ich bin verdammt froh, keinen Fernseher zu haben, wenn der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dann für die Ehrung eines Scientology-Mitglieds, das einen deutschen Judenhasser, Nazi und Kriegsbefürworter filmisch zum Helden aufhübscht, den servilen Laudatiosteigbügel gibt.
donalphons, 13:18h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 30. November 2007
Die Lösung
des zweiten Food Porno Rätsels, oder genauer die Lösungen. Manche Erklärungsversuche waren wirklich nicht schlecht und wären auch denkbar gewesen, aber was ich mir dabei dachte, sah so aus:

In allen drei Fällen fängt die Geschichte schon bei den extrem verwühlten Tüchern auf dem Tisch an. So deckt man keinen Tisch, wenn man nicht gerade ein Berliner Prekariatsangehöriger ist, und selbst dann macht man das nicht, weil man keine Tischdecke hat. Wie auch immer: Der Tisch ist aufgewühlt, es ist etwas in Unordnung, ein Konflikt vielleicht?
Dafür findet man eigentlich sofort einen Beweis: Denn während von der Platte mit der Torte eine feine Silbergabel die darunterliegende Tarte durchbohrt, rammt die Tarte dem Kuchen ein grobes Messer in die Seite. Dass sie zusammengehören, das symbolisieren die ähnlichen Silberteller. Wir haben es also mit einem Konflikt zu tun. Ebenso gegenseitig sind der braune Korb mit den Zutaten links und die braunen Zimtrinden mit Früchten rechts angeordnet. Auch hier ein Gegensatz. Nur welcher?
1. HGW - Herbst gegen Winter, Tarte des Winters gegen Kuchen des Herbstes. Die Tarte enthält, wie man auf der linken Seite sieht, vor allem Dinge, die man spät im Jahr erntet, im Winter bekommt oder lange lagern kann: Kürbis, Maronen, Eier, Broccoli, Käse. Der Kuchen dagegen ist voller vergänglicher, angestossener und verschimmelter Dinge auf der rechten Seite. Das Buch könnte man als Lesestoff für die schlechte Jahreszeit ansehen, während der Winter den Herbst, dessen letzte hartknäckige Streitmacht des türkischen Honigs sich noch wehrt, nach hinten verdrängt. Nur bleiben dann die Figuren im Hintergrund unerklärt und unerklärbar. Denn der Winter wird durch einen bärtigen Mann symbolisiert, während der Herbst eine dralle Frau ist - und hier unterliegt der Mann der Frau. Was sonst könnte es sein?
2. DSDM Die Sündhaftigkeit des Menschen, könnte sich anbieten. Denn der Herr ist Herakles, der durch den Löwenkopf auf seinem Haupt eindeutig gekennzeichnet ist, und der hatte bakanntlich Zeit seines Lebens Probleme, den richtigen Weg zwischen Tugend und Laster zu finden. Hier ist er unter eine indische Tempelprostituierte gefallen. In diesem Kontext würde also die verderbliche, süsse Sünde, symbolisiert vom Apfelkuchen, Apfel (Brüste) und aufgebrochene Feige (Vagina), Mandeln und Nüssen (galten als sexuell anregend), die saure Tarte mit ihren christologisch zu deutenden, frischen Zutaten - Eier als Symbol für Ostern - verdrängen. Dazu passt auch Rousseaus Lebensbeichte, die davon handelt, wo er gefahlt hat. Nur - links unten ist noch was. Eine Miesmuschel. Die nicht in der Tarte ist. Und die eine Bedeutung hat, die wir hier nicht unterbringen können. Aber dafür in der einfachsten aller Deutungen:
3. KVFUV, Krieg von Fasten und Völlerei. Denn links sind alle Speisen, die im 17. Jahrhundert als mal billige, mal exklusive Fastenspeisen galten. Besonders die Miesmuschel weist darauf hin. Rechts dagegen ist die Völlerei mit allerlei Spezereien, teuren Importprodukten, Süsse, Durcheinander auf dem Teller, während die Tarte eine harmonische Einheit bietet. Und worüber schreibt Rousseau schon im ersten Band seiner Lebensbeichte? Dass er schon als Kind der Entsagung nicht entsprechen konnte. Die Tempeldienerin komplettiert das Bild als Zeichen ungehemmter Fleischeslust, und unser Herkules liegt mit all seinen guten Vorsätzen vor ihr im Staub.
Und der Gegensatz von Fastenspeisen und Luxusessen ist dermassen üblich in der Malerei des 17. Jahrhunderts, dass ich geneigt bin, die letzte Deutung darin zu erkennen, auch wenn die anderen mit hineinspielen können.

In allen drei Fällen fängt die Geschichte schon bei den extrem verwühlten Tüchern auf dem Tisch an. So deckt man keinen Tisch, wenn man nicht gerade ein Berliner Prekariatsangehöriger ist, und selbst dann macht man das nicht, weil man keine Tischdecke hat. Wie auch immer: Der Tisch ist aufgewühlt, es ist etwas in Unordnung, ein Konflikt vielleicht?
Dafür findet man eigentlich sofort einen Beweis: Denn während von der Platte mit der Torte eine feine Silbergabel die darunterliegende Tarte durchbohrt, rammt die Tarte dem Kuchen ein grobes Messer in die Seite. Dass sie zusammengehören, das symbolisieren die ähnlichen Silberteller. Wir haben es also mit einem Konflikt zu tun. Ebenso gegenseitig sind der braune Korb mit den Zutaten links und die braunen Zimtrinden mit Früchten rechts angeordnet. Auch hier ein Gegensatz. Nur welcher?
1. HGW - Herbst gegen Winter, Tarte des Winters gegen Kuchen des Herbstes. Die Tarte enthält, wie man auf der linken Seite sieht, vor allem Dinge, die man spät im Jahr erntet, im Winter bekommt oder lange lagern kann: Kürbis, Maronen, Eier, Broccoli, Käse. Der Kuchen dagegen ist voller vergänglicher, angestossener und verschimmelter Dinge auf der rechten Seite. Das Buch könnte man als Lesestoff für die schlechte Jahreszeit ansehen, während der Winter den Herbst, dessen letzte hartknäckige Streitmacht des türkischen Honigs sich noch wehrt, nach hinten verdrängt. Nur bleiben dann die Figuren im Hintergrund unerklärt und unerklärbar. Denn der Winter wird durch einen bärtigen Mann symbolisiert, während der Herbst eine dralle Frau ist - und hier unterliegt der Mann der Frau. Was sonst könnte es sein?
2. DSDM Die Sündhaftigkeit des Menschen, könnte sich anbieten. Denn der Herr ist Herakles, der durch den Löwenkopf auf seinem Haupt eindeutig gekennzeichnet ist, und der hatte bakanntlich Zeit seines Lebens Probleme, den richtigen Weg zwischen Tugend und Laster zu finden. Hier ist er unter eine indische Tempelprostituierte gefallen. In diesem Kontext würde also die verderbliche, süsse Sünde, symbolisiert vom Apfelkuchen, Apfel (Brüste) und aufgebrochene Feige (Vagina), Mandeln und Nüssen (galten als sexuell anregend), die saure Tarte mit ihren christologisch zu deutenden, frischen Zutaten - Eier als Symbol für Ostern - verdrängen. Dazu passt auch Rousseaus Lebensbeichte, die davon handelt, wo er gefahlt hat. Nur - links unten ist noch was. Eine Miesmuschel. Die nicht in der Tarte ist. Und die eine Bedeutung hat, die wir hier nicht unterbringen können. Aber dafür in der einfachsten aller Deutungen:
3. KVFUV, Krieg von Fasten und Völlerei. Denn links sind alle Speisen, die im 17. Jahrhundert als mal billige, mal exklusive Fastenspeisen galten. Besonders die Miesmuschel weist darauf hin. Rechts dagegen ist die Völlerei mit allerlei Spezereien, teuren Importprodukten, Süsse, Durcheinander auf dem Teller, während die Tarte eine harmonische Einheit bietet. Und worüber schreibt Rousseau schon im ersten Band seiner Lebensbeichte? Dass er schon als Kind der Entsagung nicht entsprechen konnte. Die Tempeldienerin komplettiert das Bild als Zeichen ungehemmter Fleischeslust, und unser Herkules liegt mit all seinen guten Vorsätzen vor ihr im Staub.
Und der Gegensatz von Fastenspeisen und Luxusessen ist dermassen üblich in der Malerei des 17. Jahrhunderts, dass ich geneigt bin, die letzte Deutung darin zu erkennen, auch wenn die anderen mit hineinspielen können.
donalphons, 00:35h
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Holtzbrinck, StudiVZ und der Umgang mit dem braunen Sumpf
StudiVZ lernt es nicht mehr. Sie lernen es einfach nicht mehr. Da spielt es keine Rolle, ob der alte Chef geht und Leute entlassen werden, und neue kommen: Es ist egal. Es ist vollkommen egal.
donalphons, 16:43h
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Gut festhalten bitte
Die gute Nachricht zuerst: Bei den anstehenden Auktionen der grossen Häuser in München könnte es sein, dass die Preise diesmal in einem erträglichen Rahmen bleiben - und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten.
Die schlechte Nachricht: Inzwischen hört man an allen Ecken und Enden von einem heftigen Durchschlag der amerikanischen Immobilienkrise auf das bayerische Bankwesen, das in nicht allzu langer Zeit bekannt werden dürfte. *hüstel* So etwas liegt ja schon länger in der Luft, aber wenn es schon das Gesprächsthema der Konzertvereinspause ist, sollte man das doch ernst nehmen. Und sowas drückt erheblich auf die Ausgabenfreudigkeit derer, die im Normalfall bei Auktionen die Preise treiben. Der Umstand, dass dieses Thema sogar die wütenden Debatten um das 1200 Euro, das muss man sich mal vorstellen, 1200 Euro! Solche Halunken in Berlin! teure Nachrüsten der hier üblichen Holzöfen mit Filtern verdrängt, zeigt deutlich dessen Relevanz. Nur hunderte Millionen? Oder schon Milliarden Abschreibungen?
Ja, man hat es nicht leicht mit den Anlagen, hört man im Moment oft, in diesen Kreisen. Vielleicht doch noch Gold kaufen. Möglicherweise geht dann wenigstens der Schmuck zu hohen Preisen weg, nächste Woche in der grossen Stadt.
Die schlechte Nachricht: Inzwischen hört man an allen Ecken und Enden von einem heftigen Durchschlag der amerikanischen Immobilienkrise auf das bayerische Bankwesen, das in nicht allzu langer Zeit bekannt werden dürfte. *hüstel* So etwas liegt ja schon länger in der Luft, aber wenn es schon das Gesprächsthema der Konzertvereinspause ist, sollte man das doch ernst nehmen. Und sowas drückt erheblich auf die Ausgabenfreudigkeit derer, die im Normalfall bei Auktionen die Preise treiben. Der Umstand, dass dieses Thema sogar die wütenden Debatten um das 1200 Euro, das muss man sich mal vorstellen, 1200 Euro! Solche Halunken in Berlin! teure Nachrüsten der hier üblichen Holzöfen mit Filtern verdrängt, zeigt deutlich dessen Relevanz. Nur hunderte Millionen? Oder schon Milliarden Abschreibungen?
Ja, man hat es nicht leicht mit den Anlagen, hört man im Moment oft, in diesen Kreisen. Vielleicht doch noch Gold kaufen. Möglicherweise geht dann wenigstens der Schmuck zu hohen Preisen weg, nächste Woche in der grossen Stadt.
donalphons, 14:56h
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