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Freitag, 14. Dezember 2007
Slow Food bavarese
In Bayern setzt man sich an den Tisch, isst, bis aller weg ist, und das war es. Dass vorher gebetet wird, ist eine Legende christlich-totalitärer Fanatiker, denn das Risiko wäre viel zu gross, dass es kalt wird oder schlimmer, einer mehr bekommt als die anderen, also legt man los. Das ist genetisch in uns drin, das kenna mia ned ondas ned. Das verleiht uns unseren kerngesunden Wuchs und ein Aussehen, das nicht an Drogensucht und Mangel gemahnt - man vergleiche nur den bumberlgsunden Bayern mit all den Berliner Grischperln. Das kann ja so nichts werden mit denen.
Nur für das moderne Slow Food, das langsame Essen, ist diese Haltung nicht wirklich zuträglich. Nehmen wir also an, es steht noch eine mitternächtliche Auberginenpasta auf dem Programm - wie schafft man es, dass ein Bayer diese langsam, gemessen und mit der nötigen Zeit zu sich nimmt, und somit den modernen Gepflogenheiten des zivilisierten Essens entspricht? Bislang galt es als unmöglich, aber ich habe zusammen mit meiner Frau Mama heute die Lösung gefunden, und die sieht so aus:

senga´S dös Eggal do om? Dös is des wos bei am Konditor ois a oanzigs Schdiggl kriagn. Ois ondare kennan´S eana ausrechna.
Ein zwei Kilo schwerer Apfelstrudel aus Sahne, Weinberl, Vainille, Teig, Butter und Zucker. Der wird am Nachmittag ins Rohr geschoben, gebacken und dann mitgegeben. Es folgt ein für das Darstellen nicht allzu geeigneter Vorgang, bei dem die Hierodramen von Henri-Joseph Rigel und die Grands et Petits Motets von Jean Gill das Kratzen des Tortenhebers auf Blech übertönen, und am Ende das Geräusch des Abspülens unter schwerem Atmen. Der Strudel entfaltet dann seine Wirkung, er babbt as Mei und an Mogn zam, wie wir in Bayern sagen, er führt zu einem süssrigen Gefühl, mit Pattex ausgeschäumt zu sein, und der Körper schreit nach etwas Saurem, wie eben Pasta mit Auberginen und Knoblauch mit viel Salz und Pfeffer. Nachdem der Strudel aber noch gefühlt über der Stelle ist, wo sich bei Bayerinnen der zum Halten des Kropfbandes nötige Kropf bildet, ist der Verzehr eine äussert langsame, von vielen Pausen begleitete Angelegenheit, und dazu dreht der Bayer seine Augen in den Himmel, als wäre er eine verhungerte Castingalleeblondine, der man eine gschpritzte Schweinshaxe anbietet.
So klappt das mit dem Slow Food auch in Bayern.
Nur für das moderne Slow Food, das langsame Essen, ist diese Haltung nicht wirklich zuträglich. Nehmen wir also an, es steht noch eine mitternächtliche Auberginenpasta auf dem Programm - wie schafft man es, dass ein Bayer diese langsam, gemessen und mit der nötigen Zeit zu sich nimmt, und somit den modernen Gepflogenheiten des zivilisierten Essens entspricht? Bislang galt es als unmöglich, aber ich habe zusammen mit meiner Frau Mama heute die Lösung gefunden, und die sieht so aus:

senga´S dös Eggal do om? Dös is des wos bei am Konditor ois a oanzigs Schdiggl kriagn. Ois ondare kennan´S eana ausrechna.
Ein zwei Kilo schwerer Apfelstrudel aus Sahne, Weinberl, Vainille, Teig, Butter und Zucker. Der wird am Nachmittag ins Rohr geschoben, gebacken und dann mitgegeben. Es folgt ein für das Darstellen nicht allzu geeigneter Vorgang, bei dem die Hierodramen von Henri-Joseph Rigel und die Grands et Petits Motets von Jean Gill das Kratzen des Tortenhebers auf Blech übertönen, und am Ende das Geräusch des Abspülens unter schwerem Atmen. Der Strudel entfaltet dann seine Wirkung, er babbt as Mei und an Mogn zam, wie wir in Bayern sagen, er führt zu einem süssrigen Gefühl, mit Pattex ausgeschäumt zu sein, und der Körper schreit nach etwas Saurem, wie eben Pasta mit Auberginen und Knoblauch mit viel Salz und Pfeffer. Nachdem der Strudel aber noch gefühlt über der Stelle ist, wo sich bei Bayerinnen der zum Halten des Kropfbandes nötige Kropf bildet, ist der Verzehr eine äussert langsame, von vielen Pausen begleitete Angelegenheit, und dazu dreht der Bayer seine Augen in den Himmel, als wäre er eine verhungerte Castingalleeblondine, der man eine gschpritzte Schweinshaxe anbietet.
So klappt das mit dem Slow Food auch in Bayern.
donalphons, 00:02h
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Es gibt da etwas,
das sich wehrt, in einen Beitrag gefasst zu werden, und es hat einiges mit den Reisen und Erlebnissen dieses Jahres zu tun, allem voran meinem zweiten Aufenthalt in Italien, und dort spezifisch dem glühend heissen, nicht im Blog beschrieben Tag in Sabbioneta, einer Planstadt der Gonzaga in der Poebene, die völlig auf den Willen des dort herrschenden Fürsten zugeschrieben war. In Sabbioneta gibt es noch den Vorläufer späterer Parks, den Hortus Conclusus, einen von der Sorte der abgeschlossene Gärten, die man aus dem Decamerone und den Asolaner Gesprächen kennt.

In Italien werden diese Gärten weder gepflegt noch genutzt, schrecliche Beispiele finden sich in Modena und Ferrara, und auch Sabbioneta hat nicht erkannt, dass die Geistesgeschichte des Ortes mehr in solchen Nischen, und weniger in den Palästen stattfand. Ich hätte so etwas gerne. Nicht in Realität, denn ich bin ein bescheidener Gärtner, aber in virtuell. Ich würde dieses Blog hier gern noch etwas weiter zuschneiden, begrenzen, unoffener gestalten. Ich will keinen rausschmeissen, aber noch ein wenig unattraktiver für Gaffer machen. Man muss mir das nachsehen, es gibt genug Blogs, die um jeden Besucher froh sind und jeden Klick feiern, ich aber hätte das gern anders.
Ich weiss noch nicht, wie ich es umsetze, und welche Stellschrauben ich betätige, aber es erscheint mir wichtig, um das zu bewahren, was es ist. Ohne es auf 2008 festlegen zu wollen, wird im nächsten Jahr vieles auseinanderfliegen, es wird gegenläufige Entwicklungen geben, und gerade im direkten Umfeld der grösseren Blogs wird es viele Erscheinungen weg vom Blog hin zum Online-Magazin geben, Kräfte werden sich vereinen, die Schlagzahlen werden raufgesetzt, es wird effektiver, vermarktbarer und dominanter. Deshalb möchte ich die Grenzen des Gartens klar definieren, und die Mauern so hoch ziehen, dass man ungestört verweilen kann. Ich möchte Distelhecken für Medien und Artverwandtes vor dem Tor, und ich möchte schöne Geschichten von anderen, die ich verlinken kann.
Ich kann nicht sagen, was ich mir von all dem hier erwarte, ich habe nie darüber allzu tief nachgedacht, aber ich habe einen ganz guten Begriff von der Funktion, die ich mir wünsche. Auch dann noch Spass haben, wenn um mich herum nur noch Ödnis ist, weil die hochfliegenden Pläne unrealisierbar waren und man an natürliche Grenzen kommt. Da sind mir meine Mauern und die Nischen lieber.

In Italien werden diese Gärten weder gepflegt noch genutzt, schrecliche Beispiele finden sich in Modena und Ferrara, und auch Sabbioneta hat nicht erkannt, dass die Geistesgeschichte des Ortes mehr in solchen Nischen, und weniger in den Palästen stattfand. Ich hätte so etwas gerne. Nicht in Realität, denn ich bin ein bescheidener Gärtner, aber in virtuell. Ich würde dieses Blog hier gern noch etwas weiter zuschneiden, begrenzen, unoffener gestalten. Ich will keinen rausschmeissen, aber noch ein wenig unattraktiver für Gaffer machen. Man muss mir das nachsehen, es gibt genug Blogs, die um jeden Besucher froh sind und jeden Klick feiern, ich aber hätte das gern anders.
Ich weiss noch nicht, wie ich es umsetze, und welche Stellschrauben ich betätige, aber es erscheint mir wichtig, um das zu bewahren, was es ist. Ohne es auf 2008 festlegen zu wollen, wird im nächsten Jahr vieles auseinanderfliegen, es wird gegenläufige Entwicklungen geben, und gerade im direkten Umfeld der grösseren Blogs wird es viele Erscheinungen weg vom Blog hin zum Online-Magazin geben, Kräfte werden sich vereinen, die Schlagzahlen werden raufgesetzt, es wird effektiver, vermarktbarer und dominanter. Deshalb möchte ich die Grenzen des Gartens klar definieren, und die Mauern so hoch ziehen, dass man ungestört verweilen kann. Ich möchte Distelhecken für Medien und Artverwandtes vor dem Tor, und ich möchte schöne Geschichten von anderen, die ich verlinken kann.
Ich kann nicht sagen, was ich mir von all dem hier erwarte, ich habe nie darüber allzu tief nachgedacht, aber ich habe einen ganz guten Begriff von der Funktion, die ich mir wünsche. Auch dann noch Spass haben, wenn um mich herum nur noch Ödnis ist, weil die hochfliegenden Pläne unrealisierbar waren und man an natürliche Grenzen kommt. Da sind mir meine Mauern und die Nischen lieber.
donalphons, 19:45h
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Empfehlung heute - Einige sehr feine Gedanken
über Sicherheit und Demokratie gibt es drüben bei moreintelligentlife zu lesen. Was ich übrigens an Intelligent Life auch mag: Man kann jetzt die bei weitem nicht veralteten Texte der ersten Ausgabe komplett online lesen. Ich mag dieses Zugehen auf den Leser. Wirklich sehr.
donalphons, 14:00h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Empfehlung heute - Stellt euch vor,
daheim sitzt Eure neue Bekannte auf dem britischen Sofa, hoppelt ein wenig auf der strammen Polsterung und wartet darauf, dass ihr den Tee serviert. Da kommt ihr auch schon, mit einem englischen Silbertablett, und stellt alles ab. Sie erfreut sich am Glanz, kneift die Augen zusammen, um zu sehen, was auf dem Tablett steht, und liest:
S - A - V - O - Y, Savoy, hm, was hat das zu bedeuten?
Ihr lächelt mokant, gebt Euch den Anschein des Ertappten, atmet tief durch und sagt: Nun - was ich vergessen habe Dir zu sagen: Eigentlich verdiene ich mein Geld gar nicht als Knochenbrecher für A., und auch meine Kaufbeiträge im Blog bringen nicht so viel ein, dass ich mir das alles leisten könnte. An dieser Stele macht ihr eine lässige Handbewegung zur Beschreibung eurer enormen, britisch anmutenden Habe mit Tea Tables, Hepplewhite Chairs, Breakfront Sideboards und des unvermeidlichen, 24-flammigen Kronleuchters. Es ist nämlich so, fahrt ihr fort und giesst ihr einen Tee ein, eigentlich - bin ich Hoteldieb.
Kunstpause.
Und wenn Du genau hinschaust, wirst Du sehen, dass alles hier aus dem Savoy stammt. Also, DEM Savoy in London. Weil, die alten Damen dort, die verstecken heute ihren Schmuck sonstwo, in Sofas, auf dem Kronleuchter, in den Teekannen, also fahre ich Nachts mit einem Laster und ein paar bei StudiVZ angeheuerten Freunden vor, gebe mich als Restaurator aus, räume ganze Suiten leer und sortiere die Brillianten daheim aus. Das hier sind nur ein paar Andenken...
Du verarscht mich, oder?
Aber nein, glaub mir, es ist mein Ernst! In der Küche liegen vom letzten Mal noch 40 weitere Tabletts, die Dutchess O. geklaut hat, und die ich dann in ihrem Sekretär fand, genau, dem da drüben.
...
Du glaubst mir nicht? Moment, ich hole sie [...] Siehst Du, 40 Tabletts. Alle vom Savoy, gestohlen von Dutchess O.. Wir hätten uns an dem Sekretär beinahe einen Bruch gehoben. Magst du eines haben? Ein paar vielleicht? Nächste Woche hole ich ein paar Neue. Übrigens nehmen wir dann die russische Oligarchentante B. aus, wenn du ein paar Pateks willst, lässt sich einrichten...
So also redet Ihr, gebt Euch als neuer Robin Hood aus, und sie wird nie begreifen, dass ihr das alles für schmales Geld bei der Hotelauktion des Jahres über das Internet ersteigert habt, die in weniger als zwei Wochen in London stattfindet. Denn dann kommt bei Bonhams das berühmte Savoy unter den Hammer, 3000 Positionen, über 10000 Gegenstände. 10 Tabletts für 100 britische Pfund, das ist nicht teuer, besonders, wenn nächste Woche noch eine britische Bank crasht.
S - A - V - O - Y, Savoy, hm, was hat das zu bedeuten?
Ihr lächelt mokant, gebt Euch den Anschein des Ertappten, atmet tief durch und sagt: Nun - was ich vergessen habe Dir zu sagen: Eigentlich verdiene ich mein Geld gar nicht als Knochenbrecher für A., und auch meine Kaufbeiträge im Blog bringen nicht so viel ein, dass ich mir das alles leisten könnte. An dieser Stele macht ihr eine lässige Handbewegung zur Beschreibung eurer enormen, britisch anmutenden Habe mit Tea Tables, Hepplewhite Chairs, Breakfront Sideboards und des unvermeidlichen, 24-flammigen Kronleuchters. Es ist nämlich so, fahrt ihr fort und giesst ihr einen Tee ein, eigentlich - bin ich Hoteldieb.
Kunstpause.
Und wenn Du genau hinschaust, wirst Du sehen, dass alles hier aus dem Savoy stammt. Also, DEM Savoy in London. Weil, die alten Damen dort, die verstecken heute ihren Schmuck sonstwo, in Sofas, auf dem Kronleuchter, in den Teekannen, also fahre ich Nachts mit einem Laster und ein paar bei StudiVZ angeheuerten Freunden vor, gebe mich als Restaurator aus, räume ganze Suiten leer und sortiere die Brillianten daheim aus. Das hier sind nur ein paar Andenken...
Du verarscht mich, oder?
Aber nein, glaub mir, es ist mein Ernst! In der Küche liegen vom letzten Mal noch 40 weitere Tabletts, die Dutchess O. geklaut hat, und die ich dann in ihrem Sekretär fand, genau, dem da drüben.
...
Du glaubst mir nicht? Moment, ich hole sie [...] Siehst Du, 40 Tabletts. Alle vom Savoy, gestohlen von Dutchess O.. Wir hätten uns an dem Sekretär beinahe einen Bruch gehoben. Magst du eines haben? Ein paar vielleicht? Nächste Woche hole ich ein paar Neue. Übrigens nehmen wir dann die russische Oligarchentante B. aus, wenn du ein paar Pateks willst, lässt sich einrichten...
So also redet Ihr, gebt Euch als neuer Robin Hood aus, und sie wird nie begreifen, dass ihr das alles für schmales Geld bei der Hotelauktion des Jahres über das Internet ersteigert habt, die in weniger als zwei Wochen in London stattfindet. Denn dann kommt bei Bonhams das berühmte Savoy unter den Hammer, 3000 Positionen, über 10000 Gegenstände. 10 Tabletts für 100 britische Pfund, das ist nicht teuer, besonders, wenn nächste Woche noch eine britische Bank crasht.
donalphons, 00:08h
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Ich mag die Krise der Pin
Denn neben Springer sind auch die WAZ und Holtzbrinck mit an Bord. Und im Fall der Pin sieht man beispielshaft, wie die hinter der vierten Macht im Staate stehenden Konzerne wirklich drauf sind, wenn es um das Wohl der Bewohner dieses Staates geht. Exekutive, Legislative und Judikative erhalten schlagartig frischen Charme im Vergleich zu der Mischung aus Ausbeutung, Ausnützen von Notlagen, Instrumentalisieren des Presseprivilegs und Machtmissbrauch bei gleichzeitig maximaler Verantwortungslosigkeit, die man hier vorgeführt bekommt. So ticken Medien, wenn man sie lässt. Nicht nur als eifrige, bezahlte Claquere des ökonomisch-terroristischen Komplexes, sondern als Anführer im Krieg der Umverteiler gegen die Gesellschaft.
donalphons, 23:22h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 11. Dezember 2007
.
mist. gerade gemerkt, dass der 4. geburtstag schon vorbei ist. und ich eigentlich vorhatte, ihn wie meine anderen Geburtstage auch in zurückgezogenheit und sinnieren über die vergänglichkeit zu verbringen. mach ich dann heute.

Sinnieren über die vergänglichkeit anderer beispielsweise.

Sinnieren über die vergänglichkeit anderer beispielsweise.
donalphons, 22:52h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 10. Dezember 2007
Werbt nicht für die SPD!
Und auch nicht für jemand anderen! Werbt für Euch und Eure eigenen Belange und Anliegen.
donalphons, 21:36h
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Empfehlung heute - Die Folter für Pharmalobby
heisst Strappato und hat jetzt wieder etwas genauer hingeschaut, was es mit dem Bloggen und grossen Firmen so auf sich hat. Das findet natürlich mein Wohlgefallen.
donalphons, 20:22h
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Programmvorschau
Wer meint, dass die Blogosphäre ein Ort der Streiter, Konfliktsucher, Schleichwerber und Trolle sei -
der besuche mal ein einschlägiges Forum für Violinisten und frage, ob Geigen aus China etwas taugen, oder ein Korpus aus unterschiedlichen Stücken Ahorn mit Flammen sein darf.
ich habe übrigens unter aufbietung aller meiner kampfeskünste überlebt. meine trouvaille aus dem deutsch-niederländischen grenzgebiet ist allerdings auch aus deutschland, und sie hat sogar einen griff aus flammahorn, deshalb hat man mich nicht verbrannt, sondern nur versucht, mich um ein paar hundert euro für einen bogen zu erleichtern.
der besuche mal ein einschlägiges Forum für Violinisten und frage, ob Geigen aus China etwas taugen, oder ein Korpus aus unterschiedlichen Stücken Ahorn mit Flammen sein darf.
ich habe übrigens unter aufbietung aller meiner kampfeskünste überlebt. meine trouvaille aus dem deutsch-niederländischen grenzgebiet ist allerdings auch aus deutschland, und sie hat sogar einen griff aus flammahorn, deshalb hat man mich nicht verbrannt, sondern nur versucht, mich um ein paar hundert euro für einen bogen zu erleichtern.
donalphons, 20:10h
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Wohl dem Besiegten
Nüchtern betrachtet liegen die USA auf der Fresse: Zwei vollkommen vergeigte Kriege am Arsch der Welt, die mit horrenden Finanzrisiken und Unterstützung für Regime bezahlt werden, die selbst kein Jota besser sind als das, was man zu bekämpfen beabsichtigt. Dazu eine Akzeptanz der Folter wie in einer drittklassigen Südamerikadiktatur. Eine in einen sorgenfreien Boom hineingeplatzte, fundamentale Wirtschaftskrise, für die man keine Reserven hat, ethnische Spannungen, massenhaft verpasste Chancen im Inland, von der Integration über die Sozialpolitik bishin zur Justiz, die jetzt erst langsam begreift, dass sie einen Haufen Morde auf dem Buckel hat. Und obendrein schlägt das Versagen beim Klimaschutz zurück: Die Automobilindustrie krepiert gerade an einer von oben verordneten Ignoranz der Probleme von Verschwendung und Lecktmichhaltung. Kurz, Amerika ist unter seinem aktuellen Machthaber noch verrückter, als es der verhasste Putschist Chavez an gleicher Stelle bewirken könnte.
Es gibt in der deutschen Renaissance und Barock vergleichbare Herrschaftssysteme, die ähnlich katastrophale Bilanzen habe; man beschäftige sich etwa mit Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach oder dem blauen Kurfürsten Max II. Emmanuel. Demokratie und kritische Medien galten allgemein als ein stabilisierendes System, das das Risiko solcher Administrationspleiten verhindern können. Heute wissen wir, dass sie das könnten, wenn sie nicht verarschbar und zutiefst korrupt wären.
Gemessen daran - geht die Welt mit Amerika superfreundlich um. Das ist sicher auch dem neuen globalen Duopol mit dem grusligen kapitalbolschewistischen Russland geschuldet, das man allenfalls als Heuschreckeninvestor oder Ex-Kanzler toll finden kann. Im Vergleich mit dem Regime der chinesischen Mörder wirken die USA noch wie die "beste aller möglichen Welten", mehr aber auch nicht.
Betrachtet man das Versagen der Bush-Adminsitration und alle Folgen nüchtern, muss man eingestehen: Die USA haben immer noch ein irrational gutes Standing im Westen. Man sieht die Fehlentwicklungen, aber eben auch die, die weitgehend machtlos und vergeblich dagegen angehen. Man traut Amerika immer noch zu, ein Hort der Freiheit zu sein, oder wieder zu werden. Man ist bereit, sich auf Gedeih und Verderb an Hillarys Busen zu schmeissen, egal wie oft sie Falludscha niederballern lassen wird. Aus all den Berichten, Kommentaren und Reportagen, aus der ungebrochenen touristischen Faszination für dieses Land, seinen globalen Mythen in Film und Ballerspiel, spricht die Sehnsucht des - namentlich deutschen - Westens, den grossen Bruder wieder lieben zu können. Gäbe es wirklich so etwas wie einen Antiamerikanismus in Deutschland, müssten vor jeder Botschaft dieses grossen Folterstaates die Mahnwachen stehen. Egal, wie übel die Folgen von Bush und seiner Verbrecherbande auch sein werden, es ist nur eine temporäre Abkühlung des Verhältnissen, und wird sicher demnächst aufgewogen, wenn die USA so tief im Dreck stecken, dass sie Europa wieder etwas mehr Liebe schenken müssen, um nicht zum Hinterhof von Venezuala zu werden.
Und obwohl sie es verdient hätten - wollen würde ich das auch nicht.
Es gibt in der deutschen Renaissance und Barock vergleichbare Herrschaftssysteme, die ähnlich katastrophale Bilanzen habe; man beschäftige sich etwa mit Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach oder dem blauen Kurfürsten Max II. Emmanuel. Demokratie und kritische Medien galten allgemein als ein stabilisierendes System, das das Risiko solcher Administrationspleiten verhindern können. Heute wissen wir, dass sie das könnten, wenn sie nicht verarschbar und zutiefst korrupt wären.
Gemessen daran - geht die Welt mit Amerika superfreundlich um. Das ist sicher auch dem neuen globalen Duopol mit dem grusligen kapitalbolschewistischen Russland geschuldet, das man allenfalls als Heuschreckeninvestor oder Ex-Kanzler toll finden kann. Im Vergleich mit dem Regime der chinesischen Mörder wirken die USA noch wie die "beste aller möglichen Welten", mehr aber auch nicht.
Betrachtet man das Versagen der Bush-Adminsitration und alle Folgen nüchtern, muss man eingestehen: Die USA haben immer noch ein irrational gutes Standing im Westen. Man sieht die Fehlentwicklungen, aber eben auch die, die weitgehend machtlos und vergeblich dagegen angehen. Man traut Amerika immer noch zu, ein Hort der Freiheit zu sein, oder wieder zu werden. Man ist bereit, sich auf Gedeih und Verderb an Hillarys Busen zu schmeissen, egal wie oft sie Falludscha niederballern lassen wird. Aus all den Berichten, Kommentaren und Reportagen, aus der ungebrochenen touristischen Faszination für dieses Land, seinen globalen Mythen in Film und Ballerspiel, spricht die Sehnsucht des - namentlich deutschen - Westens, den grossen Bruder wieder lieben zu können. Gäbe es wirklich so etwas wie einen Antiamerikanismus in Deutschland, müssten vor jeder Botschaft dieses grossen Folterstaates die Mahnwachen stehen. Egal, wie übel die Folgen von Bush und seiner Verbrecherbande auch sein werden, es ist nur eine temporäre Abkühlung des Verhältnissen, und wird sicher demnächst aufgewogen, wenn die USA so tief im Dreck stecken, dass sie Europa wieder etwas mehr Liebe schenken müssen, um nicht zum Hinterhof von Venezuala zu werden.
Und obwohl sie es verdient hätten - wollen würde ich das auch nicht.
donalphons, 14:20h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. Dezember 2007
Reformation ist Käse
Es gibt eine spannende wirtschaftshistorische Überlegung, die kein allzu gutes Licht auf die europäische Geistesgeschichte wirft: Die Überlegung nämlich, dass die Reformation über weite Strecken auch ein mit theologischen Argumenten ausgetragener Wirtschaftskonflikt von Handelshäusern ist.
Wie allgemein bekannt sein dürfte, ist die alleinseeligmachende Kirche in Italien - zeitweise auch in Südfrankreich - ansässig. Betrachtet man das dortige Klima und die landwirtschaftliche Produktion, sind die Fastenregeln der Kirche durchaus logisch und verständlich: 150 Tage im Jahr hatte so ein Christenmensch sich gewisser Speisen zu enthalten, namentlich aller tierischer Produdkte von Fleisch über Eier bis zu Milch und Butter. Für Italiener war das einfach, griff man beim Kochen doch ohnehin gern zum Olivenöl, das auch den höheren Temperaturen des Südens besser standhielt, als die im Norden verbreiteten Milchprodukte. Für Länder, deren Landwirtschaft auf Milchproduktion ausgerichtet war, gestalteten sich die Fastenregeln als fatal: Absatz und Produktion waren starken Schwankungen unterlegen, und zudem blieb oft nichts anderes übrig, teures Öl zu importieren. Besonders betroffen waren die Niederlande, die bereits im Mittelalter mit dem gereiften Edamer und seinen Varianten als Käseexporteure tätig waren. Umgekehrt profitierten dadurch die Handelshäuser Italiens, die mit kirchlichem Segen an sich überflüssiges, teures Öl nach Norden verkaufen konnten. Die Fastenregeln der katholischen Kirche hatten damit einen massiven Einfluss auf das Leben und die Wirtschaftskreisläufe in Nordeuropa -
und wenn man sich nun mit der Frage beschäftigt, wer im besonderen Masse die Reformation vorantrieb, stellt man fest, dass es die im Handel tätige, bessere Bürgerschaft war. Eine Reformation, die die Fastenregeln der "Hure Rom" ablehnte und sich dafür einsetzte, dass Käse, Butter und Eier als Fastenspeise zugelassen wurden. Mit jeder reformierten Region Deutschlands wuchs also auch das Exportgebiet der Niederländer, mit jeder Stadt, in der die Bilder gestürzt und die Pfaffen vertrieben wurden, eröffnete sich ein sicherer, von Schwankungen befreiter Markt, für den man so kontinuierlich produzieren konnte, wie die Kühe Milch gaben.
Ich weiss nicht, ob diese Theorie wirklich stimmt, und selbst wenn sie wahr ist, so haben es die Protagonisten der Zeit verstanden, ihr merkantiles Interesse hinter hehren Idealen zu verstecken. Tatsache ist aber, dass sich die ölproduzierende Regionen des Südens, für die das "Fasten" angesichts des Überflusses des Mittelmeeres kaum eine Belastung war, für die Reformation weitaus unempfänglicher gezeigt haben als die Milchproduzenten, die den Käse im Schrank lassen mussten, um öligen Hering zu essen. Einen Hinweis für diese These liefern die Stillleben des Nordens, die sehr oft die Käseprodukte des Nordens zeigen; man betrachte nur die Fühstücksbilder der Clara Peeters, die es verstand, Käse eine neue ästethische Dimension zu geben.
Man ahnt also, was ich getan habe, als ich in Enschede auf dem Markt war:

Hier geiles Hardcore XXL Porno Bild barely legal Download, und hier für alle Freunde der Porn Suche bei Google XXX L super Sex Action Material uncensored Foodporn Picture hier.
Käse gekauft! Jetzt verstehe ich auch, warum der Käse auf den Gemälden immer diese krümelige Strukturen an den Schnittflächen aufweist. So ein ganzer, gereifter Edamer lässt sich nicht mit einem Hieb teilen; er setzt Widerstand dagegen und bricht mehr nach vielen Stichen, als dass er schneidbar wäre. Und was ich nicht zu hoffen gewagt hätte: es gibt in Enschede auf dem Markt auch noch grünen Käse, wie man ihn aus Stillleben kennt, aber bei uns im Süden nicht mehr findet.
Wie allgemein bekannt sein dürfte, ist die alleinseeligmachende Kirche in Italien - zeitweise auch in Südfrankreich - ansässig. Betrachtet man das dortige Klima und die landwirtschaftliche Produktion, sind die Fastenregeln der Kirche durchaus logisch und verständlich: 150 Tage im Jahr hatte so ein Christenmensch sich gewisser Speisen zu enthalten, namentlich aller tierischer Produdkte von Fleisch über Eier bis zu Milch und Butter. Für Italiener war das einfach, griff man beim Kochen doch ohnehin gern zum Olivenöl, das auch den höheren Temperaturen des Südens besser standhielt, als die im Norden verbreiteten Milchprodukte. Für Länder, deren Landwirtschaft auf Milchproduktion ausgerichtet war, gestalteten sich die Fastenregeln als fatal: Absatz und Produktion waren starken Schwankungen unterlegen, und zudem blieb oft nichts anderes übrig, teures Öl zu importieren. Besonders betroffen waren die Niederlande, die bereits im Mittelalter mit dem gereiften Edamer und seinen Varianten als Käseexporteure tätig waren. Umgekehrt profitierten dadurch die Handelshäuser Italiens, die mit kirchlichem Segen an sich überflüssiges, teures Öl nach Norden verkaufen konnten. Die Fastenregeln der katholischen Kirche hatten damit einen massiven Einfluss auf das Leben und die Wirtschaftskreisläufe in Nordeuropa -
und wenn man sich nun mit der Frage beschäftigt, wer im besonderen Masse die Reformation vorantrieb, stellt man fest, dass es die im Handel tätige, bessere Bürgerschaft war. Eine Reformation, die die Fastenregeln der "Hure Rom" ablehnte und sich dafür einsetzte, dass Käse, Butter und Eier als Fastenspeise zugelassen wurden. Mit jeder reformierten Region Deutschlands wuchs also auch das Exportgebiet der Niederländer, mit jeder Stadt, in der die Bilder gestürzt und die Pfaffen vertrieben wurden, eröffnete sich ein sicherer, von Schwankungen befreiter Markt, für den man so kontinuierlich produzieren konnte, wie die Kühe Milch gaben.
Ich weiss nicht, ob diese Theorie wirklich stimmt, und selbst wenn sie wahr ist, so haben es die Protagonisten der Zeit verstanden, ihr merkantiles Interesse hinter hehren Idealen zu verstecken. Tatsache ist aber, dass sich die ölproduzierende Regionen des Südens, für die das "Fasten" angesichts des Überflusses des Mittelmeeres kaum eine Belastung war, für die Reformation weitaus unempfänglicher gezeigt haben als die Milchproduzenten, die den Käse im Schrank lassen mussten, um öligen Hering zu essen. Einen Hinweis für diese These liefern die Stillleben des Nordens, die sehr oft die Käseprodukte des Nordens zeigen; man betrachte nur die Fühstücksbilder der Clara Peeters, die es verstand, Käse eine neue ästethische Dimension zu geben.
Man ahnt also, was ich getan habe, als ich in Enschede auf dem Markt war:

Hier geiles Hardcore XXL Porno Bild barely legal Download, und hier für alle Freunde der Porn Suche bei Google XXX L super Sex Action Material uncensored Foodporn Picture hier.
Käse gekauft! Jetzt verstehe ich auch, warum der Käse auf den Gemälden immer diese krümelige Strukturen an den Schnittflächen aufweist. So ein ganzer, gereifter Edamer lässt sich nicht mit einem Hieb teilen; er setzt Widerstand dagegen und bricht mehr nach vielen Stichen, als dass er schneidbar wäre. Und was ich nicht zu hoffen gewagt hätte: es gibt in Enschede auf dem Markt auch noch grünen Käse, wie man ihn aus Stillleben kennt, aber bei uns im Süden nicht mehr findet.
donalphons, 20:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 9. Dezember 2007
Fehlverhalten
Eigentlich wollte ich am Mittwoch einen Beitrag über das Glück schreiben, noch Anfangs Dezember offen fahren zu können, tief vermummt und dennoch an den vorbeströmenden Elementen, mit dem Gefühl in der Nase, dass es Frühling ist.

In Frankfurt zeigt sich dann aber, dass dieses seltsame Vibrieren eher eine Grippe und eine einsetzende Nasennebenhöhlenentzündung war. Klassischerweise hätte man in so einer Situation den Heimweg angetreten, aber was ich hörte, war ich zu den vier entscheidenden Momenten halbswegs bei Bewusstsein: Der Vortrag geriet nicht zur Schwafelei, die Plätzchen fanden die passende Liebhaberin, und das Gratin war dazu angetan, meinen Ruf als fähiger Foodpornographer auch jenseits der Bilder zu bewahren, und beim famosen Spinatauflauf nahe Osnabrück griff ich zu.
Alles andere war Schnupfen und Niesen, was Katzen und Hunde nicht davon abhielt, sofort zu begreifen, wer und was ich bin, und hätte ich was dabei gehabt, wären die Gastgeber die nächsten Wochen damit beschäftigt, ihren Tierpark wieder in Form zu hungern. Das nächste Mal dann. Hoffentlich ohne Krächzstimme und Gejapse.

Jedenfalls habe ich mir fest vorgenommen, das mit dem offen fahren irgendwann aufzugeben. Dann fege ich nicht mehr im Sonnenschein um die Kurven, unter dem ewig blauen Himmel meiner schönen Heimat Bayern. Und nehme einen schwarzen Kombi.

Wann, wird mein Arzt am Montag wissen wollen. Und ich werde sagen: Genau an dem Tag, an dem ich gestorben bin. Keine Sekunde früher.

In Frankfurt zeigt sich dann aber, dass dieses seltsame Vibrieren eher eine Grippe und eine einsetzende Nasennebenhöhlenentzündung war. Klassischerweise hätte man in so einer Situation den Heimweg angetreten, aber was ich hörte, war ich zu den vier entscheidenden Momenten halbswegs bei Bewusstsein: Der Vortrag geriet nicht zur Schwafelei, die Plätzchen fanden die passende Liebhaberin, und das Gratin war dazu angetan, meinen Ruf als fähiger Foodpornographer auch jenseits der Bilder zu bewahren, und beim famosen Spinatauflauf nahe Osnabrück griff ich zu.
Alles andere war Schnupfen und Niesen, was Katzen und Hunde nicht davon abhielt, sofort zu begreifen, wer und was ich bin, und hätte ich was dabei gehabt, wären die Gastgeber die nächsten Wochen damit beschäftigt, ihren Tierpark wieder in Form zu hungern. Das nächste Mal dann. Hoffentlich ohne Krächzstimme und Gejapse.

Jedenfalls habe ich mir fest vorgenommen, das mit dem offen fahren irgendwann aufzugeben. Dann fege ich nicht mehr im Sonnenschein um die Kurven, unter dem ewig blauen Himmel meiner schönen Heimat Bayern. Und nehme einen schwarzen Kombi.

Wann, wird mein Arzt am Montag wissen wollen. Und ich werde sagen: Genau an dem Tag, an dem ich gestorben bin. Keine Sekunde früher.
donalphons, 00:44h
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Enschede
Ich war noch nie im Ausland so hoch im Norden wie in Enschade. Norden ist etwas, das ich mir erkämpfen muss. Norden ist nicht meines. Ich verfahre mich nie nach Norden, denn Norden ist da, wo mein Gefühl keinesfalls hin will.
donalphons, 11:36h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 7. Dezember 2007
Münsteraner Berufe,
die man kaum kennt: Da haben wir beispielsweise die Berufsgruppe der Därmer, die externen Vorläufer der inneren Medizin.

Dann noch die Fellüberdieohrenzieher, kein Münsteraner Monopol, aber doch stark ausgeprägt:

Und dazu das Hotelgewerbe, das Fremden, Ketzern zumal, beste Aussichten auf Stadt und Land verspricht:

Von irgendwas muss man sich ja ernähren, wenn man fast so zurückgeblieben wie die bayerische Provinz ist, aber nicht deren globale Mitspieler in den brüchigen Mauern beheimatet.

Dann noch die Fellüberdieohrenzieher, kein Münsteraner Monopol, aber doch stark ausgeprägt:

Und dazu das Hotelgewerbe, das Fremden, Ketzern zumal, beste Aussichten auf Stadt und Land verspricht:

Von irgendwas muss man sich ja ernähren, wenn man fast so zurückgeblieben wie die bayerische Provinz ist, aber nicht deren globale Mitspieler in den brüchigen Mauern beheimatet.
donalphons, 23:37h
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Heute Münster
Da war ich schon mal. Einer der nördlichsten Punkte meines Lebens. Was immer das bedeuten mag.
donalphons, 09:49h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ich mag heute Porno nicht, aber ich finde Porno
aus kulturgeschichtlichen Überlegungen heraus gut. Sage ich, Rainer sagt etwas anderes. Und eines voraus: Wer was wie mit welchen Mitteln in welche Körperöffnung steckt, ist zuerst mal Privatsache. Jenseits von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Prävention von Kind und Krankheit haben sich da alle rauszuhalten, Staat, Kirche, wer auch immer. Ich denke, beim Sex gibt es keinen Anlass, mehr Vorschriften als beim essen zu machen.
Porno also. Ich habe eiiges im Bücherschrank, was man früher als pornographisch ansah, von den Klassikern der Aufklärung wie Diderot und de Sade, über Josephine Mutzenbacher und versteckte Publikationen der 50er Jahre, die "Memoiren einer Sängerin" und ähnlich heissen. Es sind Bücher, die bekämpft und verfolgt wurden, und man kennt auch die Namen derer, die sie verbieten wollten. In dieser langen Reihe der Verfolger und Unterdrücker ist niemand, in dessen Folge ich stehen wollte, und auf der anderen Seite finden sich all jene, die sich um Aufklärung und Offenheit verdient gemacht haben. Wobei: Es steht völlig ausser Frage, dass man gewisse Praktiken, die man bei Diderot und Louvet de Couvray, namentlich Sex mit Minderjährigen, heute nicht mehr akzeptieren würde. Es war eben eine andere Zeit, was jeder weiss, der das harmlose Schaspiel Romeo und Julia kennt: Da prahlt Julias Mutter mit ihrer Jugend, in der sie zum ersten Mal schwanger war.

Wir leben kulturgeschichtlich gesehen in einer verrückten Zeit, innerhalb christlicher Regeln und gleichermassen jenseits jeder aufgeklärten Vorstellung: Wir haben einerseits einen Jugendschutz, der noch aus dem 19. Jahrhundert und der damals vorherrschenden Prüderie stammt, und an jeder Litfasssäule, im Musikfernsehen und in den Serien so viel Fleisch, dass es einem Menschen der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfassbar erschienen wäre. Man erinnere sich, dass damals Tänze im Bananenrock Skandale auslösten. Und tatsächlich ist die Öffentlichkeit in einem Masse durchsexualisiert, dass es zu Alltagskultur gehört.
Wenn man so will, hat sich die Doppelmoral eines Herzogs von Lauzun heute aufgelöst, und was früher in kleinen Zirkeln vorgelebt und verfasst wurde, ist heute das Übliche der Nachmittagstalkshows. Es ist eine Demokratierung, es ist ein Zeichen des Absterbens moralischer Autoritäten, denen wir früher den Scheiterhaufen, die Folter, das Gefängnis und die Elektrotherapie "verdankt" haben. Was sich damit verbindet, der Trash, die Hässlichkeit des Öffentlichen und das Fehlen jeden Reizes, der noch als solcher wahrgenommen wird, die Übersextheit zusammen mit dem auf Malle und in Thailand abregierten Unterficktsein der Sekretärinnen und Bandarbeiter, kann einem Libertin auch nicht durchgängig gefallen, aber ich sehe keine echte Alternative.
Es gibt, das muss man zugeben, parallel zum Elend der Zensoren auch das Elend der Dumpfen, und um es in meinem System wieder zu ordnen, behaupte ich, dass der Christenpropagandist von früher heute zum Werber oder Bildredakteur bei SPon und Sueddeutsche.de geworden ist. Enthaltsamkeit lohnt sich nicht mehr, der zurückgebliebene Depp kauft keine Heiligenbildchen mehr, er ist bei Youporn, und deshalb zieht man mit und bietet, was der Markt fordert. Es ist besser als das System, das meine Helden eingekerkert hat, Porno hat dien Unfreiheit weggefegt, aber wie so oft führt die Befreiung nicht zur Aufklärung, sondern wieder zu einer neuen Form der despotischen Kultur, in der Pornographie nicht mehr reglementiert, sondern grossflächig verwertet wird.
Man kann sich jede körperliche Ausschweifung der Philosophie im Bodoir heute bei den internationalen Pornohändlern des Netzes runterladen. Leider besteht de Sades Buch auch aus grossen philosophischen Erörterungen, ohne die all der Sex bedeutungslos wäre. Davon ist im Internet nichts zu finden, das bieten weder Werbung noch Nacktbildstrecke. Alles ist verfügbar, es hat seinen Zweck erfüllt und unsere Kultur aus dem Loch herausgerissen, in dem andere Kulturen vom iranischen Terrorregime bis zu den chinesischen Mördern bis heute stecken. Porno hat den Adenauermief beseitigt und auch mir eine sorglose Jugend ermöglicht, und keiner muss heute noch eine Anzeige fürchten, wenn er unverheirateten Paaren eine Wohung vermietet. Porno, da hatten die Aufklärer recht, war der entscheidende Treibsatz der Aufklärung.
Aber was heute daraus wurde - meins ist es nicht. Was bleibt, ist weiter an der Aufklärung zu arbeiten. Das vehikel Porno jedoch zu verdammen, um damit der Reaktion in die Hände zu arbeiten und die eigene Herkunft zu diskreditieren, finde ich falsch. Wenn überhaupt, dann geht es um die Frage einer aufgeklärten Pornographie, um die Befreiung von Porno aus den Ketten von Werbung, Medien und Marketing.
Porno also. Ich habe eiiges im Bücherschrank, was man früher als pornographisch ansah, von den Klassikern der Aufklärung wie Diderot und de Sade, über Josephine Mutzenbacher und versteckte Publikationen der 50er Jahre, die "Memoiren einer Sängerin" und ähnlich heissen. Es sind Bücher, die bekämpft und verfolgt wurden, und man kennt auch die Namen derer, die sie verbieten wollten. In dieser langen Reihe der Verfolger und Unterdrücker ist niemand, in dessen Folge ich stehen wollte, und auf der anderen Seite finden sich all jene, die sich um Aufklärung und Offenheit verdient gemacht haben. Wobei: Es steht völlig ausser Frage, dass man gewisse Praktiken, die man bei Diderot und Louvet de Couvray, namentlich Sex mit Minderjährigen, heute nicht mehr akzeptieren würde. Es war eben eine andere Zeit, was jeder weiss, der das harmlose Schaspiel Romeo und Julia kennt: Da prahlt Julias Mutter mit ihrer Jugend, in der sie zum ersten Mal schwanger war.

Wir leben kulturgeschichtlich gesehen in einer verrückten Zeit, innerhalb christlicher Regeln und gleichermassen jenseits jeder aufgeklärten Vorstellung: Wir haben einerseits einen Jugendschutz, der noch aus dem 19. Jahrhundert und der damals vorherrschenden Prüderie stammt, und an jeder Litfasssäule, im Musikfernsehen und in den Serien so viel Fleisch, dass es einem Menschen der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfassbar erschienen wäre. Man erinnere sich, dass damals Tänze im Bananenrock Skandale auslösten. Und tatsächlich ist die Öffentlichkeit in einem Masse durchsexualisiert, dass es zu Alltagskultur gehört.
Wenn man so will, hat sich die Doppelmoral eines Herzogs von Lauzun heute aufgelöst, und was früher in kleinen Zirkeln vorgelebt und verfasst wurde, ist heute das Übliche der Nachmittagstalkshows. Es ist eine Demokratierung, es ist ein Zeichen des Absterbens moralischer Autoritäten, denen wir früher den Scheiterhaufen, die Folter, das Gefängnis und die Elektrotherapie "verdankt" haben. Was sich damit verbindet, der Trash, die Hässlichkeit des Öffentlichen und das Fehlen jeden Reizes, der noch als solcher wahrgenommen wird, die Übersextheit zusammen mit dem auf Malle und in Thailand abregierten Unterficktsein der Sekretärinnen und Bandarbeiter, kann einem Libertin auch nicht durchgängig gefallen, aber ich sehe keine echte Alternative.
Es gibt, das muss man zugeben, parallel zum Elend der Zensoren auch das Elend der Dumpfen, und um es in meinem System wieder zu ordnen, behaupte ich, dass der Christenpropagandist von früher heute zum Werber oder Bildredakteur bei SPon und Sueddeutsche.de geworden ist. Enthaltsamkeit lohnt sich nicht mehr, der zurückgebliebene Depp kauft keine Heiligenbildchen mehr, er ist bei Youporn, und deshalb zieht man mit und bietet, was der Markt fordert. Es ist besser als das System, das meine Helden eingekerkert hat, Porno hat dien Unfreiheit weggefegt, aber wie so oft führt die Befreiung nicht zur Aufklärung, sondern wieder zu einer neuen Form der despotischen Kultur, in der Pornographie nicht mehr reglementiert, sondern grossflächig verwertet wird.
Man kann sich jede körperliche Ausschweifung der Philosophie im Bodoir heute bei den internationalen Pornohändlern des Netzes runterladen. Leider besteht de Sades Buch auch aus grossen philosophischen Erörterungen, ohne die all der Sex bedeutungslos wäre. Davon ist im Internet nichts zu finden, das bieten weder Werbung noch Nacktbildstrecke. Alles ist verfügbar, es hat seinen Zweck erfüllt und unsere Kultur aus dem Loch herausgerissen, in dem andere Kulturen vom iranischen Terrorregime bis zu den chinesischen Mördern bis heute stecken. Porno hat den Adenauermief beseitigt und auch mir eine sorglose Jugend ermöglicht, und keiner muss heute noch eine Anzeige fürchten, wenn er unverheirateten Paaren eine Wohung vermietet. Porno, da hatten die Aufklärer recht, war der entscheidende Treibsatz der Aufklärung.
Aber was heute daraus wurde - meins ist es nicht. Was bleibt, ist weiter an der Aufklärung zu arbeiten. Das vehikel Porno jedoch zu verdammen, um damit der Reaktion in die Hände zu arbeiten und die eigene Herkunft zu diskreditieren, finde ich falsch. Wenn überhaupt, dann geht es um die Frage einer aufgeklärten Pornographie, um die Befreiung von Porno aus den Ketten von Werbung, Medien und Marketing.
donalphons, 14:07h
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