: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :

Montag, 9. März 2009

Hybris

Das Werben mit der Krise wird ihnen scon noch vergehen, über kurz oder lang.



Ich vermute ja, dass beim Rennen zum Abgrund die Werbung noch weit, weit vor Print ankommt.

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Samstag, 7. März 2009

Waum ich Twitterfans in Katastrophen zum Kotzen finde

"Mann verarbeitete Frau im Fleischwolf. Bilder vom Hackfleisch bei Twitter."

Auf diese prägnante Form könnte man meine Abscheu gegen Technikfetifaschisten zusammenfassen, wenn ich wollte. Will ich aber nicht. Ich will ausfühlich und überdeutlich diesen Typen sagen, dass Leute, die bei einer Katastrophe zuallererst wissen wollen, ob sich dazu was bei Twitter findet, in meinen Augen in ihrer Technikverblendung kein Jota besser sind als Gaffer, der unterirdischste Menschenschlag jeneits gemeinen Kriminellen und Bildzeitungskampagnenmacher, den man sich vorstellen kann.

Ich mein: Da sterben Menschen. Das absolut Unwichtigste, was es in solchen Situationen gibt, sind Arschlöcher, mit Verlaub, die unbedingt spektakuläre Bilder von Toten sehen wollen. Die mit der Aufblasung ihrer Hirndärme andere anstacheln, das zu tun, damit sie in aller Munde sind und Follower bekommen. Es ist er gleiche geistige Abschaum aus den Kopfdärmen, der auch einen Bildleser zum "Reporter" werden lässt. Und ich frage mich schon, wie verfickt asozial man drauf sein muss, was das bitte für eine Erziehung war, wenn man in Momenten des Leides an nichts anderes als an die Story denkt. Nicht die Story des Leidens, sondern die Story, mit der man die Scheisse, die aus den Handies der Follower - ein fröhliches Heilszurufen aus dunkler deutscher Geschichte an dieser Stelle, Ihr Führerfolger, ihr übelriechenden Lemminge - zur Avantgarde der Information hochgeschrieben wird.

Bei jedem dieser Beiträge und speichelleckenden Verlinkungen wünsche ich mir nichts mehr, als dass diese Typen schleunigst selbst mal erleben, wie das ist: Auf die Schnauze fliegen, Hilfe brauchen, und im Internet geht nur den baugleichen Handhandywichsern einer ab, weil sie als erste sehen, wie da einer krepiert. Der Unterschied zwischen Twitter und Berichterstattung ist so gross, wie er nur irgenwie sein kann, und die Geschwindigkeitssaugerei, die manche da betreiben, hilft nur der Sensationslust, dem Herabwürdigen eines Unglücks zur blossen Show, zum Handyentertainment, zum Furzklingelton der Pausenclown der digitalen Grossmäuler, zum neuesten Hit des mobilen Arschgeigenorchesters. Twitter soll im Gefängnis geholfen haben, oder beim Unfall: Wer helfen will, geht halt zu Amnesty oder zur Freiwilligen Feuerwehr und hilft denen, deren Leid man nicht findet, statt sich an den paar Ausnahmen aufzugeilen.

Ach so, da kann man ja nicht twittern. Na dann.

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Freitag, 6. März 2009

Der warme Schein des Goldes

Gold ist ja nicht so meine Sache. Oft ist es zu patzig, zu laut, zu aufdringlich. Gold ist nie zurückhaltend wie Silber, es drängelt sich nach vorne, es ist indezent und verspricht oft genug, nur eine Fälschung zu sein. Gold ist zwar beständig, aber auf eine Art, die man als übertrieben empfindet. Kurz: Gold passt nicht so richtig.



Trotzdem ist am Tegernsee inzwischen reichlich Gold in diesem Winter an die Wand genagalt worden. Ich habe diesen Winter verstanden, warum gerade die Kirchen im Alpenraum so verschwenderisch mit Gold umgehen, warum es nichts gibt, was nicht in Gold ausgeführt werden kann: Weil das ewige, monatelang anhaltende Weiss draussen vor der Tür irgendwann nicht mehr zu ertragen ist. Es ist dies mein erster Bergwinter, es ist ein sagenhafter Bergwinter mit Schnee, Schnee und nochmal Schnee, und während ich das hier schreibe, treibt ein strenger Wind weisse Schlieren über weisse Felder. Heute, morgen, bis Ende nächster Woche und vielleicht darüber hinaus. Es gibt keine Sonne, also braucht man den künstlichen Sonnenschein des Goldes.



Damit die Wohnung sofort warm wirkt, wenn man von draussen, zitternd und steifgefroren, heimkommt. Damit das Weiss, das in den Wolken keinen Anfang und kein Ende hat, gebrochen wird. Damit den stumpfen Weisstönen ein Funkeln gegenüber steht, das an andere Zeiten erinnert. Ich mag Gold eigentlich nicht, aber in den Bergen muss es sein.

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So viel zu den Bergen

Der letzte Teil meiner kleinen Serie in der FAZ.

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Donnerstag, 5. März 2009

Neuschnee II

Das geht runter wie der Dax, nur ohne Crash am Ende:



Ich sage es mal so: Eine Börse, die sich von Worten dreckiger chinesischer Mörder stimulieren lässt, hat nichts besseres verdient. Nein, die Chinesen werden mit ihren Lügen niemand retten, noch nicht mal sich selbst. Und je eher die Märkte am Boden sind, desto eher kann man von einer rationalen Erholung sprechen. Langam und mit sinnvollen Renditen, und mit 50% weniger Banken, Bankkriminellen, ihren Helfern und anderen Witzfiguren aus PR und Vertrieb. Hier gäbe es genug Arbeit, Schnee auf meine Piste zu schaufeln.

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Neuschnee

Es sieht nicht so aus, als würde der Winter demnächst enden, denn auch nach drei Tagen Regen und 5 Zentimeter gerade eben sieht das auf dem Berg so aus:



Mein Rodel ist 1,25 Meter lang. Es ist ein sagenhafter, harter und weisskalter Winter, dieses Jahr. Vor einem Jahr war hier schon Bergfrühling. Und es schneit weiter.

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Mittwoch, 4. März 2009

Ein kleiner Tritt zur Seite

ist leider das Einzige, was ich tun kann, um das wirklich abstossend gefotoschoppte und widerlich grinsende Moderatorenunglück, das mit seinem Tiefparterregesicht Werbung für ein stinkendes Gossenmedium macht, dessen pure Existenz zeigt, in was für einem traurigen Zustand dieses Land ist, halbwegs angemessen verbal zu ohrfeigen - selbst wenn sowas in keiner Weise satisfaktionsfähig ist. Ich bitte darum, die abscheuliche Werbung beim 3. Teil meiner Schweizreise nicht zu beachten. Mit Bitte um Vergebung.

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Empfehlung heute - Grosse Depression die Erste

Eine gute Nacherzählung eines Buches über die Langzeitwirkung des 1929er Crashs findet sich bei Of two Minds. Besser vorher wissen, was nachher kommt.

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Analphabeten leben schöner.

Gut, es war vielleicht nicht die schlaueste aller Ideen, die "Gesperrt/Chiuso"-Schilder am Jaufenpass nicht entziffern zu können. Und ab 1000 Meter war klar, dass der Regen bald in Schnee übergehen würde. Ausserdem kann selbst ein Leseunkundiger die Erdberge auf der Strasse als Erdrutsch erkennen. Erdrutsch sind die grossen, matschigen Haufen, Steinschläge sind die Felsen. Eigentlich ganz einfach. Aber solang da keine Schranke den Weg versperrt:



300 Meter unter dem Gipfel bin ich dann doch umgekehrt, weil der Schnee zu hoch auf der Strasse lag. Ausserdem war das nur die Südseite des Jaufenpasses, vor der die Wolken schon abgeschneit hatten. Auf der Nordseite, wo es runter geht. Lustig war´s trotzdem, besonders, wenn man es direkt mit dem gottverlassenen Matsch vergleicht, in dem andere als Profiblogger feststecken:



Die Heizung im Auto kann gar nicht so ausfallen, der Sturm kann gar nicht so über die Hochflächen peitschen, dass es einem da nicht warm ums Herz werden würde. Webciety auf der CeBIT. Danke. Dann doch lieber die Gesellschaft von Eis, Schnee und Erdrutschen in den Serpentinen. Besser spassig sterben als lausig verhungern.

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Dienstag, 3. März 2009

Geschafft

Liebe Leser. Habe Naturns erreicht. Ankomme Meran nachher. Wetter angenehm,. schlafende Zöllner dito. Tafelpapiere in Müstair, UBS-Mitarbeiter küsst Füsse. Passwort: Nachrichtenlosesvermögen. 2. Passwort: Ab heute sind wir alle Graubünder.



Sponsorlink. Grusa + Kuss v. Veronika. Giesst die Blumen!

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Montag, 2. März 2009

Schneematsch und Steuermorast

Schön sieht es aus, am See. Schön und eiskalt.



Leider täuscht der Eindruck. Es war gestern bis zu 16 Grad warm, und folglich ist die Rodelstrecke eine Matschbahn sondersgleichen. Und heute ist es auch nicht besser. Deshalb habe ich meine Pläne geändert und werde

- oh Gott -

ich glaube, es ist in einem etablierten Medium noch nie zeitnah beschrieben worden, wie das so ist, mit einer braunen (allerdings nicht wirklich mit Tafelpapieren gefüllten) Tasche auf dem Beifahrersitz und dem Weg in die Schweiz. Was ich mich ja frage: Kann ich bei so einem Beitrag die Reisekosten steuerlich geltend machen?

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Montag, 2. März 2009

Das Monogramm

Oh, dachte ich, genau diese Teller passen ja hervorragend zum Service meiner Mutter, bei dem so viele Teile fehlen. Und griff danach.

Oh nein, dachte ich, als ich die Fahne betrachtete, ein Monogramm. Nein, das wird sie nicht wollen, bei anderer Leute Monogramm ist sie reichlich pingelig, und dann verwendet sie es nicht.



Allerdings, dachte ich ein paar Stände weiter, diese Tassen, Untertassen und Teller von Sophiental, die der auch hatte, wären vielleicht doch nicht ganz schlecht, für die Reise, nachdem das alte Reisegeschirr durch Nachkauf inzwischen zum Vollgeschirr aufgewertet wurde. Und ging zurück.

Wollen Sie die Teller nicht auch noch? fragte der Verkäufer und schenkte sie mir praktisch zum Sophiental dazu. Da konnte ich nicht nein sagen.

Daheim sah ich mir nochmal das Monogramm an.

Es sind die Initialen des Namens meiner Mutter.

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Empfehlung heute: Totgeburten erstechen

Wie so oft ist an einem Berliner Projekt des Kulturversuches mit mühsamer Münchner Beteiligung der Verriss das beste.

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