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Montag, 14. Juni 2010
Wenigstens regnet es
nur leider kein heisses Bratfett, sondern nur Wasser auf die Deppen dieser Welt.



Irgendwo weiss ich, dass das Pack auch Menschen sind, und ab und an auch was anderes macht, als vom Dudeldreck einfach weiter zum Ballabschaum zu kriechen. Aber wenn ich einem Auswurf von einem Tröter oder Huper sein Gerät durch den Dickdarm hämmerte, hiesse das noch lange nicht, dass ich mich anderweitig auf meine Dantelektüre berufen könnte.



Irgendwo weiss ich, dass das Pack auch Menschen sind, und ab und an auch was anderes macht, als vom Dudeldreck einfach weiter zum Ballabschaum zu kriechen. Aber wenn ich einem Auswurf von einem Tröter oder Huper sein Gerät durch den Dickdarm hämmerte, hiesse das noch lange nicht, dass ich mich anderweitig auf meine Dantelektüre berufen könnte.
donalphons, 00:58h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Sonntag, 13. Juni 2010
Fund in Fürth
Ich komme ja nicht wirklich oft nach Norden und in Städte mit begrenztem Reichtum; und wenn doch, bin ich meist schnell wieder weg (auch wenn sich das vielleicht irgendwann mal wieder ändern kann, Berlin hat ja auch 14 Monate länger als erwartet gedauert). Meistens bin ich zu schnell, als dass mir die Schrecken auffallen würden, aber das wirklich schlimme Speicherhaus für Durchstarter in Fürth war dann doch zu auffällig, als dass ich es hätte übersehen und einer Würdigung in der FAZ verlustig gehen lassen können.
donalphons, 01:17h
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Ubuntu, Bios und mein neuer, toter Rechner
Gut, sagen wir mal: Mein relativ neuer Rechner, Modell Toshiba Satellite P20-932. Das ist einer von den grossen 17-Zöllern, Baujahr 2006, für meine Verhältnisse enorm neu. Das hätte meine Grossbaustelle daheim werden sollen. Gekauft, abgeholt, alles prima. Nun trage ich aber schon länger die Idee mit mir herum, auf Ubuntu umzusteigen, wegen der Viren, diversen XP-Nervereien und überhaupt, weil ich die Idee von Ubuntu charmant finde. Und zufällig ist gerade ein Gast da, der Ubunto schon ein paar Mal installiert hat. Diesmal jedoch verlief es suboptimal - der Gast erklärt, was er getan hat, und dann würde ich die Kundigen bitten, zu erklären, was man tun kann, um den Rechner zu retten. Vielen Dank!
Hallo, ich bin der Gast. Auf dem Toshiba war eine große Partition, der Versuch, diese zu verkleinern mit gparted lief anfangs gut. Erst beim runterfahren kamen am Ende (nach Abschluß der Verkleinerung) in schneller Folge Fehlermeldungen, seither geht gar nichts mehr. Ich nehme an, der Rechner bootet überhaupt nicht mehr, weder von Festplatte noch von CDs (haben wir probiert, F2, F8, F12). Der Bildschirm bleibt komplett schwarz, ins Bios kommen wir schon nicht mehr rein, nur der Lüfter läuft. Die Lampe, die Zugriffe auf die Festplatte zeigt, leuchtet zu keinem Zeitpunkt. Ich würde vermutlich als nächsten Schritt versuchen, das Bios zu resetten, aber beim Aufschrauben von Rechnern fehlt mir die Kompetenz, das habe ich noch nie gemacht.
Edit: Vielen Dank! Ich habe gestern mal die Festplatte rausgeschraubt und rausgenommen, wieder eingesetzt - und heute früh ging es wieder. Er zickte zwar noch etwas bei der Überprüfung, aber jetzt ist alles gut. Bis auf den Gast, der sich weigert, Ubuntu jetzt aufzuspielen. (Bestätigungen und freundliche Worte für den Gast sehr erwünscht)
Hallo, ich bin der Gast. Auf dem Toshiba war eine große Partition, der Versuch, diese zu verkleinern mit gparted lief anfangs gut. Erst beim runterfahren kamen am Ende (nach Abschluß der Verkleinerung) in schneller Folge Fehlermeldungen, seither geht gar nichts mehr. Ich nehme an, der Rechner bootet überhaupt nicht mehr, weder von Festplatte noch von CDs (haben wir probiert, F2, F8, F12). Der Bildschirm bleibt komplett schwarz, ins Bios kommen wir schon nicht mehr rein, nur der Lüfter läuft. Die Lampe, die Zugriffe auf die Festplatte zeigt, leuchtet zu keinem Zeitpunkt. Ich würde vermutlich als nächsten Schritt versuchen, das Bios zu resetten, aber beim Aufschrauben von Rechnern fehlt mir die Kompetenz, das habe ich noch nie gemacht.
Edit: Vielen Dank! Ich habe gestern mal die Festplatte rausgeschraubt und rausgenommen, wieder eingesetzt - und heute früh ging es wieder. Er zickte zwar noch etwas bei der Überprüfung, aber jetzt ist alles gut. Bis auf den Gast, der sich weigert, Ubuntu jetzt aufzuspielen. (Bestätigungen und freundliche Worte für den Gast sehr erwünscht)
donalphons, 01:17h
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Samstag, 12. Juni 2010
Wie die Zeit vergeht
Alt werden bedeutet auch die Erkenntnis, dass das Brandneue um einen herum schon wieder so unmodern ist, dass es wieder im Kommen ist. So etwa der Trend zum alt wirkenden Fahrrad. Mit leichten Änderungen sind all die Singlespeedräder und Sportster, die jetzt in Perlweiss, Creme und Bonbonfarben auf den Markt kommen, auch nicht recht viel anders als ihre Vorbilder. Das Villiger Damenrennrad, das ich früher mal gerettet, restauriert und hier für Gäste stehen habe, ist vom Anfang der 80er Jahre, und entspricht wieder dem Trend dieser Zeit.

Und das Rocky Mountain Thin Air, eines der Traumräder aus der Mitte der 90er, als ich sehr viel im Isartal unterwegs war - nicht unbedingt mein Traumrad, ich hatte und habe immer noch ein Vertex der gleichen Epoche - ist mittlerweile sowas von veraltet, mit seinen Daumenschalthebeln und Syncros-Teilen, mit den gefrästen Komponenten und dem alten Speichensystem, dass es unter all den vollgefederten Rädern von der Einkaufskette oder aus dem Baumarkt wie ein Quastenflossler im Goldfischteich wirkt. Schnell sind beide aber immer noch, wendig auch und sicher noch lang auf Strassen und Wegen.
Der Fahrer allerdings, der kratzt sich am Kopf und wundert sich, wo all die Jahre eigentlich geblieben sind, so lange ist das doch noch gar nicht her, und nietet verdankenverloren fast einen asozialen Angler um, der sich unvorsichtigerweise zu weit in den Weg gesetzt hat. Um dann zum Schluss zu kommen: Besser alt werden, als jung als Volldepp zu verrecken. Oder zu leben, ganz egal, bei manchen.

Und das Rocky Mountain Thin Air, eines der Traumräder aus der Mitte der 90er, als ich sehr viel im Isartal unterwegs war - nicht unbedingt mein Traumrad, ich hatte und habe immer noch ein Vertex der gleichen Epoche - ist mittlerweile sowas von veraltet, mit seinen Daumenschalthebeln und Syncros-Teilen, mit den gefrästen Komponenten und dem alten Speichensystem, dass es unter all den vollgefederten Rädern von der Einkaufskette oder aus dem Baumarkt wie ein Quastenflossler im Goldfischteich wirkt. Schnell sind beide aber immer noch, wendig auch und sicher noch lang auf Strassen und Wegen.
Der Fahrer allerdings, der kratzt sich am Kopf und wundert sich, wo all die Jahre eigentlich geblieben sind, so lange ist das doch noch gar nicht her, und nietet verdankenverloren fast einen asozialen Angler um, der sich unvorsichtigerweise zu weit in den Weg gesetzt hat. Um dann zum Schluss zu kommen: Besser alt werden, als jung als Volldepp zu verrecken. Oder zu leben, ganz egal, bei manchen.
donalphons, 01:24h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Freitag, 11. Juni 2010
Einfachste Freuden
Vor dem Quark und der Sahne muss geschnitten und gezuckert werden.

Es ist zu heiss für warmes Essen.

Es ist zu heiss für warmes Essen.
donalphons, 00:03h
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Interieur mal anders
Es passiert nicht oft, dass ich ein Blog von hinten nach vorn komplett lese. Aber das hier
http://unhappyhipsters.com/
ist Balsam für die Seele des Freundes maximalistischer Einrichtungsweisen, und brüllend komisch.
Edit: Gerade gefunden:
http://vintagehome.tumblr.com/
http://unhappyhipsters.com/
ist Balsam für die Seele des Freundes maximalistischer Einrichtungsweisen, und brüllend komisch.
Edit: Gerade gefunden:
http://vintagehome.tumblr.com/
donalphons, 00:01h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Donnerstag, 10. Juni 2010
Die vergebliche Laura
Es ist eigentlich nicht so, dass ich als zulaufende Spitze einer Familie voller ungenutzter Aussteuerschränke explizit Bettwäsche bräuchte. Aber es wird nicht mehr lang so einfach möglich sein, Bettwäsche von Laura Ashley zu kaufen, denn deren deutsche Filialen wurden geschlossen. Und dort gab es wirklich gute Bettwäsche zu relativ hohen, aber auch sich relativierenden Preisen. Denn nicht nur die Qualität ist weit überdurchschnittlich, sondern auch die Gestaltung und vor allem - die Idee dahinter. Oder genauer, auf der Rückseite.

Vorne ist es der übliche Prunk, für den man die Firma so gut kennt, unverschämt sattes Blau und Blütenpracht. Eine Farbe, die ebenso intensiv wie opulent ist, ohne dabei protzig zu sein. Ideal für den grossen Auftritt im Schlafzimmer. Dreht man die andere Seite hin, ist es nicht mehr palastartig, sonderndie typisch ländliche Bettwäsche, für die die Marke auch so bekannt ist. IM Prinzip ist es eine famose Idee in Zeiten, in denen kaum mehr jemand Platz hat, und dennoch oft wechseln will. Die Farben beissen sind nicht; wenn man ein Bett in Goldbrokat hat, passt die eine Seite, und wenn man im Fichtenbett schläft, die andere. Nur Vorteile. Und so gesehen, denn es sind ja eigentlich zwei bettbezüge, gar nicht so teuer. Zumal auch von guter Qualität.
Und in Deutschland nicht mehr zu bekommen. Man schläft lieber in Polyester, das kostet immer noch sehr viel weniger. Aber ich habe ja nochmal nachgekauft. Lustig, eigentlich: Zum ersten Mal in meinem Leben kaufe ich Bettwäsche. Das war noch nie nötig, und wäre eigentlich auch nicht nötig, aber ich mag dieses satte, dicke Blau.
(Und all das andere, das ich fand, mag ich auch. Aber man soll es ja nicht übertreiben, und wenn doch, zumindest nicht darüber bloggen.)

Vorne ist es der übliche Prunk, für den man die Firma so gut kennt, unverschämt sattes Blau und Blütenpracht. Eine Farbe, die ebenso intensiv wie opulent ist, ohne dabei protzig zu sein. Ideal für den grossen Auftritt im Schlafzimmer. Dreht man die andere Seite hin, ist es nicht mehr palastartig, sonderndie typisch ländliche Bettwäsche, für die die Marke auch so bekannt ist. IM Prinzip ist es eine famose Idee in Zeiten, in denen kaum mehr jemand Platz hat, und dennoch oft wechseln will. Die Farben beissen sind nicht; wenn man ein Bett in Goldbrokat hat, passt die eine Seite, und wenn man im Fichtenbett schläft, die andere. Nur Vorteile. Und so gesehen, denn es sind ja eigentlich zwei bettbezüge, gar nicht so teuer. Zumal auch von guter Qualität.
Und in Deutschland nicht mehr zu bekommen. Man schläft lieber in Polyester, das kostet immer noch sehr viel weniger. Aber ich habe ja nochmal nachgekauft. Lustig, eigentlich: Zum ersten Mal in meinem Leben kaufe ich Bettwäsche. Das war noch nie nötig, und wäre eigentlich auch nicht nötig, aber ich mag dieses satte, dicke Blau.
(Und all das andere, das ich fand, mag ich auch. Aber man soll es ja nicht übertreiben, und wenn doch, zumindest nicht darüber bloggen.)
donalphons, 01:50h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Mittwoch, 9. Juni 2010
Die Verhältnisse, unter denen wir leben.
Was zum Teufel wil so eine Frau Merkel in einem kaputten Berlin an der Spitze einer maroden Koalition schon von den Verhältnissen wissen, über die nach ihren Worten angeblich alle Leute leben, darunter auch viele, die nicht Politiker, sondern anständig sind?
Nichts. Eben darum geht es auch in der FAZ
Nichts. Eben darum geht es auch in der FAZ
donalphons, 01:13h
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Der geschleifsteinte Affe
Mit dem Radlfahren am See ist es so: Zwischen Gmund und Rottach kann man extrem teure Kreationen mit zwei Rädern bestaunen, die masslos selten sein müssen, alles ist vollgefedert und aus Carbon, soweit man es im Vorbeifliegen erkennen kann und hinter einem eine entsetzte Mutter auf einem 5000-Euro-Rad hinterherbrüllt: Annsophie! Julius! Passt aaaaaauuuuuf! Denn diese Räder werden nie mehr als Asphalt sehen; gekauft wurden sie als Symbol einer Unabhängigkeit in der Waldeinsamkeit, die die Besitzer für die nächsten 18 Jahre getrost knicken können. Die teuren Räder werden sich Annsophie und Julius irgendwann auf dem Schulhof klauen lassen. Ich bin mit meinem schrottreif gekauften, dreckigen und mit Farbabsplitterungen verunzierten ex-3500-Euro-Hobel klar das Slumkind unter all den propperen, bonbonfarbenen Leichtbauasphaltrollern. Aber dann biege ich ab und wuchte mich den Berg hinauf, auf dem keine Mami mehr rumschreit, und ich mir denke: Das wäre wirklich nichts für mich.

Für mich ist der Schweiss und das Japsen, da gibt es so einen Automatismus, der mir sagt, dass es dumm ist, keine Pause zu machen und weiterzutreten. Das Hirn speichert es ab, geht wieder in Ruhemodus, und die Beine treten weiter, solange es halt nicht geht. Es ist warm am Berg und schwül, und so schwitze ich. Als ich dann doch mal halte, um ein paar Schluck Wasser zu trinken, denke ich mir: Ja, sie haben schon recht, die jungen Damen. Man sieht nicht nur aus wie ein Affe auf dem Schleifstein, man riecht auch wie einer, und überhaupt ist das absolut kein Sport für asthetische Empfindsamkeit. Warum, frage ich mich an der Quelle, warum mache ich ihn dann überhaupt?

Es gibt, machen wir uns nichts vcr, durchaus Sportarten, bei denen man sich näher kommen kann. Segeln bei Flaute zum Beispiel, auf einer 35-Meter-Yacht im Salon etwa. Hardcore Fixieschieben zur Eisdiele. Nordic Walking zu Cafes, die Soda heissen, oder Low Fat oder irgendwie japanisch nach Spülwasser. Man kann vielleicht auch unten zusammen radeln und sich nebenbei auch fortpflanzen, aber das hier oben ist eine Garantie zum Aussterben. Man wird, wenn der Boden feucht ist, auch ganz schön dreckig. Man tut es also für sich, selbst wenn es dumm ist: Immerhin schleppe ich 14 Kilo mitsamt Federelementen und Gelenken den Berg hinauf, damit das Rauffahren eine Qual wird, verglichen mit meinem ungefederten Rocky Mountain Vertex und seinen 9,5 Kilo. Die Federn wippen, das Vorderrad hebt ab, alles ist schwer und zäh. Warum nur?

Das delikate Grün, den rauschenden Bach, das Licht, das alles geht auch ohne die Schinderei auf dem harten Sattel, ohne das Gekeuche und die Einsicht, dass dieses Rad eigentlich gebaut wurde, um mit der Gondel nach oben zu fahren. Ein paar tausend Mal drücke ich die Federn sinnlos beim Treten zusammen, Rampe um Rampe, Kurve um Kurve, es sieht nicht gut aus, es macht, wenn überhaupt, die quälende Freude der Hoffnung, dass es nicht mehr weit ist, und dem Gesichtsausdruck der Wanderer nach zu gehen, wenn sie einen grüssen, muss ich wirklich einen schlechten Eindruck machen. Warum man es tut? Nun, man ist am Berg und umdrehen wäre jetzt feige. Irgendwann ist man oben, ein klebriger Film ist auf dem Körper und Unterzucker in den Beinen. Dann dreht man um.
12 Zentimeter Federweg vorne und 15 Zentimeter hinten machen die Piste in eine Strecke so glatt wie einen gepflegten Radlweg. Man muss schon mutwillig in die Büsche, um den Eindruck zu bekommen, im Gelände und nicht unterwegs mit Annsophie und Julius zu sein. Der Film trocknet im Fahrtwind ab, der Geruch und die Salzkruste bleiben zurück. Vorne brüllt die Hope Downhillbremse die Kurven frei. Es ist gscheid schnell, aber Rennrad wäre schneller. Es gibt keinen rationalen Grund dafür, wie ein geschleifsteinter Affe auf einem störrischen Rad den Berg raufzukriechen.
Nur, seit wann brauchen Männer Gründe? Gründe sind auch nur weitergedachte Bedienungsanleitungen.

Für mich ist der Schweiss und das Japsen, da gibt es so einen Automatismus, der mir sagt, dass es dumm ist, keine Pause zu machen und weiterzutreten. Das Hirn speichert es ab, geht wieder in Ruhemodus, und die Beine treten weiter, solange es halt nicht geht. Es ist warm am Berg und schwül, und so schwitze ich. Als ich dann doch mal halte, um ein paar Schluck Wasser zu trinken, denke ich mir: Ja, sie haben schon recht, die jungen Damen. Man sieht nicht nur aus wie ein Affe auf dem Schleifstein, man riecht auch wie einer, und überhaupt ist das absolut kein Sport für asthetische Empfindsamkeit. Warum, frage ich mich an der Quelle, warum mache ich ihn dann überhaupt?

Es gibt, machen wir uns nichts vcr, durchaus Sportarten, bei denen man sich näher kommen kann. Segeln bei Flaute zum Beispiel, auf einer 35-Meter-Yacht im Salon etwa. Hardcore Fixieschieben zur Eisdiele. Nordic Walking zu Cafes, die Soda heissen, oder Low Fat oder irgendwie japanisch nach Spülwasser. Man kann vielleicht auch unten zusammen radeln und sich nebenbei auch fortpflanzen, aber das hier oben ist eine Garantie zum Aussterben. Man wird, wenn der Boden feucht ist, auch ganz schön dreckig. Man tut es also für sich, selbst wenn es dumm ist: Immerhin schleppe ich 14 Kilo mitsamt Federelementen und Gelenken den Berg hinauf, damit das Rauffahren eine Qual wird, verglichen mit meinem ungefederten Rocky Mountain Vertex und seinen 9,5 Kilo. Die Federn wippen, das Vorderrad hebt ab, alles ist schwer und zäh. Warum nur?

Das delikate Grün, den rauschenden Bach, das Licht, das alles geht auch ohne die Schinderei auf dem harten Sattel, ohne das Gekeuche und die Einsicht, dass dieses Rad eigentlich gebaut wurde, um mit der Gondel nach oben zu fahren. Ein paar tausend Mal drücke ich die Federn sinnlos beim Treten zusammen, Rampe um Rampe, Kurve um Kurve, es sieht nicht gut aus, es macht, wenn überhaupt, die quälende Freude der Hoffnung, dass es nicht mehr weit ist, und dem Gesichtsausdruck der Wanderer nach zu gehen, wenn sie einen grüssen, muss ich wirklich einen schlechten Eindruck machen. Warum man es tut? Nun, man ist am Berg und umdrehen wäre jetzt feige. Irgendwann ist man oben, ein klebriger Film ist auf dem Körper und Unterzucker in den Beinen. Dann dreht man um.
12 Zentimeter Federweg vorne und 15 Zentimeter hinten machen die Piste in eine Strecke so glatt wie einen gepflegten Radlweg. Man muss schon mutwillig in die Büsche, um den Eindruck zu bekommen, im Gelände und nicht unterwegs mit Annsophie und Julius zu sein. Der Film trocknet im Fahrtwind ab, der Geruch und die Salzkruste bleiben zurück. Vorne brüllt die Hope Downhillbremse die Kurven frei. Es ist gscheid schnell, aber Rennrad wäre schneller. Es gibt keinen rationalen Grund dafür, wie ein geschleifsteinter Affe auf einem störrischen Rad den Berg raufzukriechen.
Nur, seit wann brauchen Männer Gründe? Gründe sind auch nur weitergedachte Bedienungsanleitungen.
donalphons, 00:17h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Dienstag, 8. Juni 2010
Am Strand nach dem Regen
Drüben am Ostufer räumen kleine Männer in Orange gerade die Reste des Wochenendes weg: Ein paar unvermeidliche Flaschen, die verkohlten Stümpfe eines Feuers, das einen Loch in den Kurrasen gebrannt hat. Langschläfer werden gar nicht bemerken, dass sich hier jemand gekümmert hat, so zeitig und schnell wird alles wieder fpr diejenigen bereit gemacht, die hier sind und nach dem Wochenende nicht wieder weg müssen.

Verschwunden wie der Müll ist auch das Unwetter der vergangenen Nacht, in den Blaubergen und auf den Bergesspitzen quellt eher harmloses Gewölk, aber niemand muss mehr einen Regenschirm bei sich tragen. Trotz der Schauer ist der Pegel an der Mangfall nach unten gegangenl, der Uferweg ist wieder ohne längere Wasserstrecken zu begehen.

Und so kommen sie gleich wieder hervor, die Rentner und die anderen, die nicht arbeiten, und dabei recht frisch aussehen. Gut erholt, würde man vielleicht sagen, wenn sie etwas hätten, von dem sie sich erholen müssten. Man will ja keinem Unrecht tun, vielleicht arbeiten sie ab und an auch hart und verwalten irgendwelche Etats und Posten, aber so genau weiss das keiner, es könnte so sein, oder auch anders. Heute jedenfalls ist Strand.

Ein erstes, obszön kitschiges Blau bricht durch die Wolken, und der Sonnenschein durchwirkt die Luft über die Tal, die klarer und reiner kaum sein könnte. Pollen, Abgase, Feinstaub, Tagestouristen, das alles hat der Regen fortgewaschen, und je weiter man geht, desto einsamer wird man. Ab und an kommt ein Hund vorbei und ein Herrchen; ein Airdale Terrier ist so weit vorgelaufen, dass er sich ein paar Minuten lang streicheln lassen kann, bis sein Halter forschen Schritts auftaucht und, sobald er ihn sieht, wieder zu trödeln beginnt.

Am Nordufer ist der See bis jetzt für alle da, und das ist ebenso schön wie gefährlich; schön, weil sich nicht alles auf wenigen Flächen zusammendrängelt, wie unten in Tegernsee, und gefährlich, weil es zum Nucleus der "Aufwertung" des Ortes zu werden droht. Im Dorfzentrum sind immer noch genug hässliche und unverkaufte Investorenprojekte, die mit der kürzeren Fahrzeit nach München hausieren, und eben der relativ unentdeckten Lage am See.

Der Mensch ist mitunter gnadenlos dumm. Auf den Markt kommt hier so gut wie nichts, und ohnehin würde in Zeiten wie diesen niemand etwas verkaufen. Aber trotzdem denken manche, dass mit jedem Anstieg der Preise auch ihre Liegenschaft teurer wird, und mit jedem Luxusobjekt der Wert ihres eigenen Besitzes auch etwas steigt. Niemand hat davon etwas, das Haus ist kein Sparbrief und keiner nimmt darauf Schulden auf. Und dennoch. Man möchte den See behalten, und mehr besitzen. Ich glaube nicht, dass beides gehen wird.

Verschwunden wie der Müll ist auch das Unwetter der vergangenen Nacht, in den Blaubergen und auf den Bergesspitzen quellt eher harmloses Gewölk, aber niemand muss mehr einen Regenschirm bei sich tragen. Trotz der Schauer ist der Pegel an der Mangfall nach unten gegangenl, der Uferweg ist wieder ohne längere Wasserstrecken zu begehen.

Und so kommen sie gleich wieder hervor, die Rentner und die anderen, die nicht arbeiten, und dabei recht frisch aussehen. Gut erholt, würde man vielleicht sagen, wenn sie etwas hätten, von dem sie sich erholen müssten. Man will ja keinem Unrecht tun, vielleicht arbeiten sie ab und an auch hart und verwalten irgendwelche Etats und Posten, aber so genau weiss das keiner, es könnte so sein, oder auch anders. Heute jedenfalls ist Strand.

Ein erstes, obszön kitschiges Blau bricht durch die Wolken, und der Sonnenschein durchwirkt die Luft über die Tal, die klarer und reiner kaum sein könnte. Pollen, Abgase, Feinstaub, Tagestouristen, das alles hat der Regen fortgewaschen, und je weiter man geht, desto einsamer wird man. Ab und an kommt ein Hund vorbei und ein Herrchen; ein Airdale Terrier ist so weit vorgelaufen, dass er sich ein paar Minuten lang streicheln lassen kann, bis sein Halter forschen Schritts auftaucht und, sobald er ihn sieht, wieder zu trödeln beginnt.

Am Nordufer ist der See bis jetzt für alle da, und das ist ebenso schön wie gefährlich; schön, weil sich nicht alles auf wenigen Flächen zusammendrängelt, wie unten in Tegernsee, und gefährlich, weil es zum Nucleus der "Aufwertung" des Ortes zu werden droht. Im Dorfzentrum sind immer noch genug hässliche und unverkaufte Investorenprojekte, die mit der kürzeren Fahrzeit nach München hausieren, und eben der relativ unentdeckten Lage am See.

Der Mensch ist mitunter gnadenlos dumm. Auf den Markt kommt hier so gut wie nichts, und ohnehin würde in Zeiten wie diesen niemand etwas verkaufen. Aber trotzdem denken manche, dass mit jedem Anstieg der Preise auch ihre Liegenschaft teurer wird, und mit jedem Luxusobjekt der Wert ihres eigenen Besitzes auch etwas steigt. Niemand hat davon etwas, das Haus ist kein Sparbrief und keiner nimmt darauf Schulden auf. Und dennoch. Man möchte den See behalten, und mehr besitzen. Ich glaube nicht, dass beides gehen wird.
donalphons, 01:16h
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: : : denn sie wissen nicht was sie tun sollen : : :
Montag, 7. Juni 2010
Blick nach Westen
Heute Nachmittag, gegen 13 Uhr:

Heute Abend, gegen 21 Uhr:

Ich mag es ja, wenn man sieht, was auf einen zukommt, wenn ich mit dem Wetter lebe, und der Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und Unwetter nicht nur eine obskure Unterbrechung zwischen Büro und Daheim ist. Selbst, wen es, wie heute Nacht, ein schweres Bergunwetter wird.

Heute Abend, gegen 21 Uhr:

Ich mag es ja, wenn man sieht, was auf einen zukommt, wenn ich mit dem Wetter lebe, und der Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und Unwetter nicht nur eine obskure Unterbrechung zwischen Büro und Daheim ist. Selbst, wen es, wie heute Nacht, ein schweres Bergunwetter wird.
donalphons, 01:48h
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Gedankenfreiheit
Für alle, die sich nicht draussen an der Wiesen Bunt und Blumen erfreuen können, wie das Pferd, das drösig im Sonnenschein rupft -

ein kleiner Beitrag in der FAZ über redende Möbel, versteckte Gedanken und feinsinnige Kommunikation in einer Epoche, die auch nicht ganz dumm war, auch ohne Internet.

ein kleiner Beitrag in der FAZ über redende Möbel, versteckte Gedanken und feinsinnige Kommunikation in einer Epoche, die auch nicht ganz dumm war, auch ohne Internet.
donalphons, 15:20h
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